-
Die
Erfindung geht aus von einem elektromagnetisch betätigbarem
Ventil nach der im Oberbegriff des Anspruchs 1 näher angegebenen Gattung.
-
Es
ist schon ein solches elektromagnetisch betätigbares Ventil aus der
DE 195 36 619 A1 bekannt,
das für
hydraulische Steuerungen in schlupfgeregelten Bremsanlagen geeignet
ist. Dieses Ventil ist für
eine kostengünstige
Massenfertigung mit einfachen Teilen vorgesehen, indem das Magnetventil ein
hydraulisches Teil mit einem Ventildom aufweist, auf das außen das
elektrische Teil des Ventils mit dem Elektromagneten aufgesteckt
wird. Um es für hohe
Drücke
und schnelles Schalten auszubilden, ist das Ventil als druckausgeglichenes
Sitzventil ausgeführt.
Zum Druckausgleich ist bei diesem Magnetventil der das eigentliche
Schließglied
tragende Stößel hohl
und mit einer durchgehenden Längsbohrung ausgebildet,
in der ein Stift mit relativ engen Spalt und somit dicht geführt ist,
wobei der Stiftdurchmesser und der wirksame Dichtdurchmesser am
Schließglied
gleich groß sind,
um somit den Druckausgleich zu bewerkstelligen. Ferner ist der Stößel über einen langen
axialen Bereich mit seiner Mantelfläche in einer Gehäusebohrung
so geführt,
dass ein Spalt für die
Druckübertragung
von einer Abströmöffnung in einen
Druckraum des Ventildoms für
den Druckausgleich des Sitzventils zur Verfügung steht. Obwohl dieses Ventil
bereits günstig
baut und kleine Schaltzeit ermöglicht,
bewirken diese Abdichtungen nach dem Kolbenprinzip mit langen Kolben
und Bohrungen und mit Dichtspalten bzw. Leckagespalten, dass deren
Schaltzeiten technisch begrenzt sind und deshalb für manche
Anwendungsfälle
mit besonders kleinen Schaltzeiten ungeeignet sind. Auch ist dieses Ventil
nur als normal offenes Magnetventil ausgebildet und ermöglicht keine
normal geschlossene Ventilbauweise. Der gehäuseseitig abgestützte Stift
im rohrförmigen,
längsbeweglichen
Stößel führt zudem zu
einer aufwendigen Bauweise, die sich zudem für eine Kleinstbauweise von
Ventilen weniger eignet.
-
Ferner
ist aus der
EP 0 720
551 B1 ein elektromagnetisch betätigbares Ventil bekannt, das
sich durch eine einfache Bauweise für eine kostengünstige Serienfertigung
eignet und das sowohl als normal geschlossenes als auch als normal
offenes Magnetventil in Sitzventilbauweise ausgeführt werden
kann. Jedoch sind bei diesem Ventil unterschiedliche Flächenverhältnisse
im hydraulischen Bereich vorhanden und damit ist dieses Ventil nicht
druckausgeglichen; zudem weist es relativ lange Abdichtungen basierend
auf dem Kolbenprinzip mit Leckagespalt zwischen Kolben und Bohrung
auf, so dass auch diese Ventile hinsichtlich schaltbarem Druck und
Schaltzeiten so begrenzt sind, dass sie besonders hohen Anforderungen
nicht genügen.
Dies gilt vor allem dann, wenn Schaltzeiten im Bereich von einer
Millisekunde und darunter gefordert werden.
-
Weiterhin
ist aus der
DE 38 02
648 A1 ein elektromagnetisch betätigtes Ventil bekannt, das
bei kompakter Bauweise als schnellschaltendes druckausgeglichenes
Sitzventil ausgebildet ist. Bei dem in beiden Richtungen durchströmbaren Ventil
bildet der Anker selbst das bewegliche Schließglied und ist dazu als Hülse ausgebildet,
die auf einem gehäusefesten
Führungsstift
längsbeweglich
angeordnet ist. Auch hier arbeitet der Führungsstift mit axial relativ langen
Abdichtungen nach dem Kolbenprinzip oder es werden Abdichtungen
mit O-Ring eingesetzt. Insbesondere der O-Ring bzw. eine Elastomerabdichtung
führen
durch ihre radiale Anpressung zu Reibung und damit zusammenhängend zu
Problemen, die einer Verkürzung
der Schaltzeit entgegenstehen. Auch weist dieses Ventil eine spezielle
Bauform auf, die sich nicht aus großserienmäßig gefertigten Ventilen für Bremsanlagen
mit Schlupfregelung herleiten lassen.
-
Vorteile der Erfindung
-
Das
erfindungsgemäße elektromagnetisch betätigbare
Ventil mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat
demgegenüber
den Vorteil, dass sich bei ihm bei einfacher und kostengünstiger
Bauweise die Schaltzeiten noch weiter senken lassen, so dass auch
besonders hohe Anforderungen erfüllbar
sind. Damit lassen sich schnellschaltende Ventile erreichen, deren
Schaltzeiten unter einer Millisekunde, insbesondere unter 0,5 Millisekunden
liegen, da hydraulische Gegenkräfte
und die Dämpfung
auf ein Minimum reduziert sind. Dabei können einfache Bauteile aus
der bisherigen Serienfertigung sowie kostengünstige Sitzventile verwendet werden.
Zudem lässt
sich dabei ein normal offenes und ein normal geschlossenes Magnetventil
darstellen. Auf diese Weise lassen sich die Ventile in einer elektrohydraulischen
Ventilsteuerung für
Gaswechselventile im Ein- bzw. Auslassbereich von Kraftstoffmotoren
verwenden, wobei durch die besonders kurzen Schaltzeiten auch hohe
Motordrehzahlen beherrschbar sind.
-
Durch
die in den Unteransprüchen
aufgeführten
Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im Hauptanspruch
angegebenen Ventils möglich.
Besonders vorteilhaft ist eine Art Zweipunktlagerung nach Anspruch
2, so dass axial lang bauende Kolbenabdichtungen mit Leckölspalten
ganz entfallen. Durch die radiale Lagerung der Schließgliedmittel
an nur zwei Stellen, die möglichst
weit auseinanderliegen, ergibt sich eine reibungsarme Gleitlagerung,
die einerseits für
einen ausreichenden Druckausgleich sorgt und andererseits sehr kurze
Schaltzeiten erlaubt. Zudem erfordert die Zentrierung des Schließgliedes
im Dichtsitz keinen zusätzlichen
Aufwand. Zweckmäßig ist
eine Ausbildung des Ventils nach Anspruch 3, wodurch sich die Herstellung
und Gestaltung des Druckausgleichs gerade bei kleinbauenden Ventilen
günstig erreichen
lässt.
Vorteilhaft ist es ferner, wenn das Ventil gemäß Anspruch 4 mit relativ großem radialen Spiel
im Gehäuse
ausgeführt
wird; damit kann ein störender
Einfluss von Fluchtungs- und Winkelfehlern von Stößel oder
Anker einfach vermieden werden. Auch wird eine hydraulische Dämpfung vermieden
und eine einfache Bauweise begünstigt.
Besonders günstig
sind Ausführungen
nach den Ansprüchen
5 und 6, wodurch sich trotz Fluchtungsfehler von Bauelementen bei
einfacher Herstellung stets ein dichtes Ventil erreichen lässt. Eine
besonders kostengünstige
Herstellung ergibt sich nach Anspruch 7, wenn der Lagerring unmittelbar
am Schließgliedmittel
angeformt bzw. angeschliffen wird und somit ein zusätzliches
Bauteil einspart. Ferner sind Ausführungen nach den Ansprüchen 8 bis
12 zweckmäßig, um
eine einfache Serienherstellung zu begünstigen, indem eine Bauart
wie bei Magnetventilen für
schlupfgeregelte Bremsanlagen verwendet wird. Dabei lässt sich
gemäß Anspruch
13 ein normal offenes Magnetventil darstellen. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den übrigen
Ansprüchen
14 bis 17, aus der Beschreibung sowie der Zeichnung.
-
Zeichnung
-
Zwei
Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden
Beschreibung näher
erläutert.
Es zeigen 1 einen Längsschnitt
durch ein erstes elektromagnetisch betätigbares Ventil in vereinfachter
Darstellung und in einer Ausführung
als normal offenes Magnetventil, 2 einen
Längsschnitt
durch ein zweites elektromagnetisch betätigbares Ventil in einer Ausführungsform
als normal geschlossenes Magnetventil.
-
Beschreibung
der Ausführungsbeispiele
-
Die 1 zeigt einen Längsschnitt
durch ein elektromagnetisch betätigbares
Ventil in vereinfachter Darstellung, das als schnellschaltendes
Sitzventil in druckausgeglichener Bauweise und als normal offenes
Magnetventil ausgebildet ist.
-
Dieses
Ventil 10 besteht aus einem hydraulischen Teil 11 mit
einem darauf aufgesteckten elektrischen Teil 12. Zu diesem
Zweck weist das hydraulische Teil 11 ein Ventilgehäuse 13 auf,
bei dem an einem rohrförmigen
Ventileinsatz 14 an dessen entgegengesetzten Enden 15, 16 eine
becherförmige, dünnwandige
Kapsel 17 bzw. eine topfförmige Ventilhülse 18 dicht
und fest befestigt sind. Ein Teil des Ventileinsatzes 14 bildet
zusammen mit der Kapsel 17 auf diese Weise einen druckdichten
Ventildom 19, in dein magnetisch wirksame Elemente wie
Anker 21 und Magnetkern 22 aufgenommen sind. Dabei
ist der Anker 21 längsbeweglich
in der Kapsel 17 gelagert.
-
Auf
diesen Ventildom 19 ist in an sich bekannter Weise der
elektrische Teil 12 des Ventils 10 aufgesteckt.
Dabei umgibt eine ringförmige
Magnetspile 23 den Ventildom 19. Die Magnetspule 23 wird von
einem glockenförmigen
Magnetgehäuse 24 umschlossen,
das einerseits an der Kapsel 17 angreift und das andererseits
an einer Jochscheibe 25 anliegt, die einen magnetischen
Kreis des elektrischen Teils 12 über den Ventileinsatz 14 schließt. Die
Jochscheibe 25 kann dabei im Magnetgehäuse 24 fest eingebaut
sein und am Ventileinsatz 14 eng anliegen, so dass sie
mit dem elektrischen Teil 12 auf den Ventildom 19 aufsteckbar
ist.
-
Der
Ventileinsatz
14 weist ferner an seinem Außenumfang
einen Ringflansch
26 auf mit dem das Ventil
10 in
eine nicht näher
dargestellte Stufenbohrung eines Ventilblocks einsetzbar und anschließend durch
Verstemmen des Materials des insbesondere aus Leichtmetall bestehenden
Ventilblocks dicht und fest befestigt werden kann, wie dies insbesondere aus
der eingangs erwähnten
EP 0 720 551 B1 hervorgeht,
wo diese Befestigungsart bei Magnetventilen für schlupfgeregelte Bremsanlagen
näher beschrieben
ist.
-
Am
unteren Ende 16 des Ventileinsatzes 14 ist die
Ventilhülse 18 durch
eine ringförmige Schweißstelle 27 dicht
befestigt; in dieser Ventilhülse 18 sind
bodenseitig eine Zuströmöffnung 28 sowie radial
eine Abströmöffnung 29 angeordnet.
Zwischen diesen Öffnungen 28, 29 ist
im Inneren der Ventilhülse 18 ein
ringförmiger
Ventilkörper 31 dicht
und fest eingepresst, der zentral einen kegeligen Ventilsitz 32 aufweist.
-
Der
rohrförmige
Ventileinsatz 14 weist eine durchgehende Längsbohrung 33 auf,
in der ein rohrförmiger
Stößel 34 angeordnet
ist. Diese Längsbohrung 33 ist
im Bereich des oberen Endes 15 abgesetzt und bildet dadurch
eine relativ kurze Lagerbohrung 35 mit kleinerem Durchmesser,
in welcher der Stößel 34 mit
einem außen
aufgesetzten Lagerring 36 in Längsrichtung gleitend geführt ist.
Lagerbohrung 35 und Lagerring 36 erstrecken sich
in axialer Richtung gesehen nur über
einen sehr kurzen Bereich, so dass hier von einer Art punktförmigen Lagerstelle 37 gesprochen
werden kann. Während
diese erste Lagerstelle 37 am ankerseitigen Ende des rohrförmigen Stößels 34 ausgebildet
ist, der den ganzen Ventileinsatz 14 in Längsrichtung
durchdringt, liegt davon möglichst
weit entfernt eine zweite Lagerstelle 38 für den Stößel 34.
Zu diesem Zweck weist der Stößel 34 an
seinem dem Ventilsitz 32 zugewandten Ende ein Schließglied 39 auf.
Dieses Schließglied 39 hat
eine kugelsegmentförmig
ausgeführte
Dichtfläche 41,
die dem kegeligen Ventilsitz 32 gegenüberliegt und diesem zugeordnet
ist, um so das zwischen Zuströmöffnung 28 und
Abströmöffnung 29 geschaltete
Sitzventil 42 zu bilden. Diese Dichtfläche 41 umschließt ringförmig eine
zentrale Öffnung 43 eines
Kanals 44, der den rohrförmigen Stößel 34 durchdringt
und dessen beide Enden hydraulisch miteinander verbindet, so dass
ein ungehinderter Druckausgleich über ihn stattfinden kann. Da
der Hub des Stößels 34 relativ
klein ist, verbleibt das Schließglied 39 stets
innerhalb der Führung durch
den kegeligen Ventilsitz 32 und bildet somit die zweite
Lagerstelle 38.
-
Der
wirksame Dichtdurchmesser des Schließglieds 39 in dem
Ventilsitz 32 ist nun so aufgeführt, dass er im wesentlichen
gleich groß ist
wie der Außendurchmesser
des Lagerrings 36, der mit der Lagerbohrung 35 ein
Gleitlager bildet. Zusätzlich bildet
der Lagerring 36 auch eine Dichtstelle, welche den mit
der Abströmöffnung 29 verbundenen
Raum 45 von dem Druckraum 46 in der Kapsel 17 trennt,
in dem der Anker 21 aufgenommen ist. Dieser Druckraum 46 steht über eine
Quernut 47 im Stößel 34 stets
mit dem Kanal 44 in Verbindung. Durch diese Ausbildung
der Lagerstellen 37, 38, die zugleich als Dichtstellen
arbeiten, wird ein hydraulisch wirksames flächenmäßiges Gleichgewicht geschaffen,
das eine nach beiden Seiten hin druckausgeglichene Ventilbauweise
ergibt.
-
Um
Fertigungstoleranzen bzw. Schrägstellungen-
oder Achsfehler auszugleichen ist der auf dem Stößel 34 befestigte
Lagerring 36 außen
kugelsegmentförmig
ausgebildet, so dass die Dichtstelle im wesentlichen linienförmig ausgebildet
ist. Über diese
linienförmige
Dichtstelle der ersten Lagerstelle 37 kann sich ein begrenzter
Leckölstrom
aufbauen, der aber zum jeweils anderen, drucklosen Anschluss hin
abbaubar ist.
-
Im
Bereich der Ventilhülse 18 ist
auf dem Stößel 34 nahe
dem Schließglied 39 ein
Stützring 48 aufgepresst.
Eine den Stößel 34 umschließende Druckfeder 49 stützt sich
einerseits an diesem Stützring 48 und
andererseits am Ventilkörper 31 ab
und hält
so dass Sitzventil 32, 39 offen, so dass ein normal
offenes Magnetventil vorliegt. Ferner ist der Stößel 34 mit seinem
Außendurchmesser
auf den Innendurchmesser der Längsbohrung 33 so
abgestimmt, dass ein relativ großer Ringspalt 51 vorliegt;
durch diesen Ringspalt 51 kann ein ungedämpfter Druckaufbau
erreicht werden und es wird vermieden, dass bei Achsfehlern zwei
Bauteile außerhalb
der beiden Lagerstellen 37, 38 sich berühren und
eine störende Reibung
erzeugen. Der Stößel 34 wird
von der Druckfeder 49 gegen den Anker 21 gedrückt, der
sich seinerseits an der Kapsel 17 gehäusefest abstützt. Bei
vorliegendem Ventil 10 der Bauart normal offen ist der
Anker 21 vom Stößel 34 getrennt,
so dass zwei verschiedene Bauteile vorliegen. Beide Bauteile 21, 34 zusammen
werden als Schließgliedmittel 52 bezeichnet,
die elektromagnetisch betätigbar
sind.
-
Die
Wirkungsweise des Ventils 10 wird wie folgt erläutert, wobei
die grundsätzliche
Funktion solcher Zwei-Wege-Sitzventile als an sich bekannt vorausgesetzt
wird.
-
Das
Ventil 10 ist als stromlos offenes Ventil ausgebildet,
das zudem als druckausgeglichenes Sitzventil arbeitet. Ein zu steuernder
Druckmittelstrom kann deshalb von der Zuströmöffnung 28 zur Abströmöffnung 29 fließen oder
auch in umgekehrter Richtung das Sitzventil durchströmen. Eine
hierbei eventuell auftretende Druckdifferenz beim Durchfluss zwischen
Ventilsitz 32 und Schließglied 39 wirkt nicht nur
auf die wirksame Dichtfläche 41,
sondern auch auf die gleichgroße
Gegendruckfläche
an der ersten Lagerstelle 37. So kann sich der Druck von
der Zulauföffnung 28 ungehindert über den
Kanal 44 im Stößel 34 in
dem Druckraum 46 aufbauen und von dort aus den Lagerring 36 von
oben her beaufschlagen, während
der Druck in der Abströmöffnung 29 ungehindert über den
Ringspalt 51 sich ausdehnen und den Lagerring 36 von
unten beaufschlagen kann. Infolge gleich großer hydraulisch wirksamer Flächen ist dabei
der Stößel 34 hydraulisch
druckausgeglichen. Abhängig
von der Druckdifferenz kann dabei ein begrenzter Leckölstrom durch
die Dichtstelle 37 zum niedrigeren Druckniveau entstehen,
wobei jedoch dieser Leckölstrom
den Druckausgleich nicht störend beeinflusst.
-
Soll
das Ventil 10 geschlossen werden, so wird die Magnetspule 23 erregt
und damit der Anker 21 bewegt und der an ihm anliegende
Stößel 34 mechanisch
nach unten ausgelenkt, wobei der Stößel 34 nur gegen die
Kraft der Druckfeder 49 bewegt wird, bis seine Dichtfläche 41 auf
dem Ventilsitz 32 dicht aufliegt. Infolge der punkförmigen Lagerstellen 37, 38 an
denen keine großen
Reibungswiderstände
auftreten, werden dadurch besonders schnelle Hubbewegungen ermöglicht,
da keine Abdichtungen nach dem Kolbenprinzip mit langen Leckspalten
vorliegen und auch keine radialen, Reibung verursachenden Kräfte durch
O-Ringe oder elastomere Dichtungen gegeben sind. Auf diese Weise
lassen sich Schaltzeiten von weniger als einer Millisekunde, insbesondere
weniger als 0,5 Millisekunden erreichen. Das Ventil 10 lässt sich
deshalb besonders vorteilhaft bei elektrohydraulischen Ventil-Steuerungen
von Gaswechselventilen im Ein- bzw. Auslassbereich von Kraftstoffmotoren
einsetzen, wo hohe Motordrehzahlen sowie stark unterschiedliche
Temperaturen zu berücksichtigen
sind. Dabei arbeiten die Ventile nur mit Hüben von ca. 0,3 bis 0,6 min.
-
Wird
das Ventil 10 durch Erregen der Magnetspule 23 geschaltet,
so wird der Anker 21 durch den Magnetkern 22 nach
unten gezogen und drückt über den
Stößel 34 das
Schließglied 39 gegen
die Kraft der Druckfeder 49 dicht auf den Ventilsitz 32; das
Sitzventil ist geschlossen. Sollte danach an der Abströmöffnung 29 hoher
Druck anstehen, während die
Zuströmöffnung 28 entlastet
ist, so kann ein über den
Lagerring 36 abströmender
Leckölstrom
in den Druckraum 46 gelangen und weiter über die
Quernut 47 und den Kanal 44 zur Zuströmöffnung 28 abströmen. Entsprechend
umgekehrt ist es, wenn bei geschlossenem Sitzventil Druck an der
Zulauföffnung 28 ansteht
und die Ablauföffnung 29 entlastet
ist. In beiden Fällen
bleiben die Schließgliedmittel 52 druckausgeglichen,
so dass mit dem Ventil 10 hohe Drücke bei kurzen Schaltzeiten
steuerbar sind.
-
Die 2 zeigt einen Längsschnitt
durch ein zweites Ventil 60, das sich vom ersten Ventil
nach 1 wie folgt unterscheidet,
wobei für
gleiche Bauelemente gleiche Bezugszeichen verwendet werden.
-
Das
zweite Ventil 60 hat prinzipiell den gleichen Aufbau aus
einem hydraulischem Teil 11 und einem elektrischen Teil 12,
ist jedoch als normal geschlossenes Ventil ausgebildet. Zu diesem
Zweck weist das hydraulische Teil 11 ein anderes Ventilgehäuse 61 auf,
bei dem an den entgegengesetzt liegenden Enden einer dünnwandigen
Gehäusehülse 62 ein
Polkern 63 sowie ein Ventilkörper 64 dicht befestigt
sind. An dem hohlzylindrischen Ventilkörper 64 sind die Zuströmöffnung 28 und
der Ventilsitz 32 ausgebildet, wobei er durch eine Verstemmung 65 dicht
und fest mit der Gehäusehülse 62 verbunden ist.
Infolge der dünnwandigen
Gehäusehülse 62 ist zum
Befestigen des hydraulischen Teils 11 in einem Ventilblock
ein verstärkter
Ringflansch 66 vorgesehen. Der Ventildom 19 wird
nun von dem Polkern 63 und einem Teil der dünnwandigen
Gehäusehülse 62 gebildet,
auf den das elektrische Teil 12 aufgesteckt wird. Der Polkern 63 weist
nun eine zentrische, zum Ventilkörper 64 hin
offene Sacklochbohrung 67 auf, in welchem der Druckraum 46 ausgebildet
ist und in dem nun eine Druckfeder 68 angeordnet wird.
-
Im
Inneren des Ventilgehäuses 61 sind
die Schließgliedmittel 69 längs beweglich
angeordnet, wobei diese Schließgliedmittel 69 einstöckig ausgebildet
sind und im wesentlichen den Anker 71 bilden. Der Anker 71 hat
an seinem oberen Ende einen angeformten abgesetzten Bolzen 72 mit
kleinerem Durchmesser der in die Sacklochbohrung 67 ragt
und dort mit Hilfe der ersten Lagerstelle 37 eine Gleitlagerung
und eine Dichtstelle bildet. Zur Bildung der ersten Lagerstelle 37 ist
dabei der Lagerring 36 einstückig am Schließgliedmittel 69 angeformt;
an dem abgesetzten Bolzen 72 ist an dessen Mantelfläche ein ringförmiger Wulst 74 angeschliffen,
der im Querschnitt eine ballige Aussenkontour aufweist, um somit
die Funktionen einer Gleitlagerung und einer Dichtstelle zu erfüllen. Diese
einstückige
Bauweise führt
besonders bei größeren Stückzahlen
zu einer kostengünstigen
Lösung.
Am entgegengesetzten Ende des Ankers 71 ist ein Schließglied 73 ausgebildet,
das in entsprechender Weise mit dem Ventilsitz 32 zusammenarbeitet
und zugleich die zweite Lagerstelle 38 bildet. Der Anker 71 ist
vom Kanal 44 durchdrungen, so dass die Zuströmöffnung 28 über ihn
mit dem Druckraum 46 hydraulisch verbinden ist. Die Abströmöffnung 29 ist
nun in der dünnwandigen
Gehäusehülse 62 selbst
angeordnet.
-
Das
zweite Ventil 60 ist somit in entsprechender Weise wie
das erste Ventil 10 nach 1 so
ausgebildet, dass das einstöckige
Schließgliedmittel 69, nämlich der
Anker 71, nur in zwei punktfömigen Lagerstellen 37 und 38 geführt wird.
Zudem sind die Flächenverhältnisse
am Schließglied 73 und
in der Lagerstelle 37 so aufeinander abgestimmt, dass ein hydraulisch
druckausgeglichenes Sitzventil entsteht. Der Anker 71 ist
mit relativ großem
Spalt zwischen seinem Außenumfang
und der dünnwandigen
Gehäusehülse 62 angeordnet,
so dass keine störende Reibung
bei einer Bewegung des Ankers entsteht. Die Wirkungsweise des zweiten
Ventils 60 ist sinngemäß entsprechend
derjenigen des ersten Ventils 10, mit dem Unterschied,
dass es als normal geschlossenes Ventil ausgebildet ist.
-
Selbstverständlich sind
an den gezeigten Ausführungsbeispielen Änderungen
möglich,
ohne vom Gedanken der Erfindung abzuweichen. So kann anstelle des
in 1 gezeigten Lagerrings 36 auch ein
kugelförmiges
Bauelement verwendet werden, das auf den Stößel aufgepresst wird. Auch
kann ein solcher Lagerring ganz entfallen, wenn dessen Führungsfläche unmittelbar
auf dem beweglichen Teil, dem Stößel bzw.
dem Anker aufgeschliffen wird. Ferner ist es möglich, die Bauelemente der
ersten Lagerstelle auch kinematisch zu vertauschen und die Funktion
des bisherigen Lagerrings im gehäusefesten
Bauteil anzuordnen. Auch könnte
es von Vorteil sein z.B. in dem Polkern nach 2 ein geeignetes eigenes Lager in den
Polkern einzupressen. Auch sonstige Änderungen sind möglich, ohne
vom Gedanken der Erfindung abzuweichen.
-
Das
Ventil kann sowohl als Schaltventil als auch als Regelventil eingesetzt
werden. Durch eine ungleich große
hydraulische Auslegung der wirksamen Flächen, kann das Ventil geringfügig druckunterstützt öffnend oder
schließend
ausgelegt werden. Dadurch kann das Ventil in seiner Schaltgeschwindichkeit
zusätzlich
beeinflußt
werden.