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Die
Erfindung betrifft ein reflektives optisches Element, insbesondere
für den
extrem ultravioletten und weichen Röntgenwellenlängenbereich,
mit einem Deckschichtsystem.
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Ferner
betrifft die Erfindung ein optisches System bzw. eine EUV-Lithographievorrichtung
mit mindestens zwei reflektiven optischen Elementen, insbesondere
für den
extrem ultravioletten und weichen Röntgenwellenlängenbereich,
mit jeweils einem Deckschichtsystem.
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Zur
Erzielung optimaler Reflektivität
auf optischen Elementen für
den EUV- und weichen Röntgenwellenlängenbereich
werden aus einer Mehrzahl von Schichten aufgebaute Multilayer eingesetzt.
Solche Multilayer sind aus periodischen Wiederholungen aufgebaut,
wobei eine Periode im einfachsten Fall aus zwei Schichten besteht.
In der Regel sollte das eine Schichtmaterial einen möglichst
hohen Brechungsindex und geringe Absorption aufweisen, während das
andere Schichtmaterial einen möglichst geringen
Brechungsindex aufweisen sollte. Die Schicht mit dem hohen Brechungsindex
und geringer Absorption wird auch Spacer genannt, die Schicht mit kleinem
Brechungsindex wird auch Absorber genannt. Die Periodendicke sowie
die Dicken der jeweils einzelnen Schichten werden in Abhängigkeit der
Betriebswellenlänge,
dem mittleren Einfallswinkel und der Winkelbandbreite der einfallenden
Strahlung so gewählt,
daß die über die
bestrahlte Oberfläche
integrierte Reflektivität
maximiert wird. Als Deckschichtsystem wird der nicht mehr periodische,
zur freien Grenzfläche
hin abschließende
Teil einer Multilayerbeschichtung bzw. eines optischen Elementes verstanden.
Im einfachsten Fall handelt es sich dabei lediglich um die letzte
einzelne Schicht.
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Reflektive
optische Elemente werden zum Beispiel in EUV-Lithographiegeräten zur Herstellung von Halbleiterbauelementen
eingesetzt. Beim Betrieb sind sie sowohl einer Bestrahlung von bis
zu 20 mW/mm2 EUV-Intensität oder mehr,
als auch einem Restgasanteil an Wasser, Sauerstoff und Kohlenwasserstoffen
und anderen Restgasbestandteilen ausgesetzt. Auf bestrahlten Oberflächen adsorbierte
Restgasbestandteile werden durch photoinduziert austretende Elektronen
aufgrund der Bestrahlung der Oberfläche mit EUV-Photonen in reaktive
Spaltprodukte aufgespalten. Dies führt in der Regel zu einer Degradation
bzw. Kontamination z.B. durch Oxidation, Kohlenstoffablagerung,
Interdiffusion, Materialabtrag u.ä. der Multilayeroberfläche. Diese
Effekte führen
zu Abbildungsfehlern und Transmissionsverlusten. Im schlimmsten
Fall wird dadurch die gewünschte
Abbildung völlig
unterbunden. Beim Betrieb des EUV-Lithographiegerätes müssen also Regenerationszyklen
vorgesehen werden, die nicht nur signifikant die Betriebskosten
erhöhen,
sondern im Extremfall zu einer irreversiblen Beschädigung führen und
damit einen Austausch der betroffenen reflektiven optischen Elemente
bedeuten können.
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Bisher
wird versucht, einer negativen Veränderung der Oberfläche entgegenzuwirken,
indem auf der Oberfläche
des reflektiven optischen Elementes ein Deckschichtsystem vorgesehen
wird, das die Oberflächen
schützen
soll. Der prinzipielle Aufbau herkömmlicher reflektiver optischer
Elemente wird in den 1a bis c skizziert. Dargestellt sind drei verschiedene
Multilayersysteme 2. In 1a ist
ein Multilayersystem 2 dargestellt, bei dem die Schichtdicken über sowohl
die Tiefe des Multilayersystems 2 als auch über die
Fläche
konstant sind. In 1b ist ein
Multilayersystem 2 dargestellt, bei dem zwar die Dickenverhältnisse
einer Periode über
die gesamte Tiefe konstant sind, aber in der Fläche eine nicht konstante Dickenverteilung
vorliegt, das Multilayersystem 2 also einen lateralen Gradienten
aufweist. In 1c weist
das Multilayersystem 2 zwar keinen lateralen Gradienten
auf, die Schichtdickenverteilung variiert aber über die Tiefe des Multilayersystems
(so genannter Depth-Graded-Multilayer). Alle Multilayer sind auf
ein Substrat 3 aufgebracht. Unter dem Multilayersystem 2 ist
ein Teil des Substrats 3 als optisch formgebender Bereich 5,
auch Passe genannt, ausgebildet. Die Passe 5 wird in erster
Linie dazu benötigt,
dem optischen Element 1 eine Form zu geben, die zu den
gewünschten
optischen Eigenschaften führt.
An das Multilayersystem 2 schließt sich ein Deckschichtsystem 6 an,
das in den 1a bis c aus zwei Abschnitten 7, 8 besteht,
der eine Abschnitt 7 dient in der Regel der Phasenanpassung
an das Multilayersystem oder dem Interdiffusionsschutz und der zweite
Abschnitt 8 dient in der Regel dem eigentlichen Kontaminationsschutz.
Die Grenzfläche 4 des Deckschichtsystems 6 zum
Vakuum wird freie Grenzfläche 4 genannt.
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Im
Stand der Technik wurde bisher versucht, die Kontamination und Degradation
der reflektiven optischen Elemente durch die Wahl ausgesuchter Deckschichtmaterialien
positiv zu beeinflussen. So wird zum Beispiel in der
US 6,228,512 vorgeschlagen, auf einem
MoRu/Be-Multilayer
eine Schutzschicht aus SiO
2, Zr
2O
oder ZnO vorzusehen, die nicht mit Wasser reagiert. Insbesondere
ZnO wird empfohlen, denn beim Aufbringen von Zn bildet sich eine
nur 0,5 bis 0,6 nm dicke ZnO-Schicht,
die den Multilayer hinreichend vor Oxidation schützt, ohne – wegen ihrer geringen Dicke – die Reflektivität signifikant
zu verschlechtern.
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In
der
US 5,958,605 wird
ein besonderes Schutzschichtsystem für EUV-Multilayer vorgeschlagen,
bei dem eine untere Schicht aus Silizium oder Beryllium vorgesehen
ist, die direkt auf den Multilayer aufgebracht ist, und mindestens
eine obere Schicht, die auf der unteren Schicht aufgebracht ist,
wobei diese obere Schicht ein Material aufweist, das resistent gegen
Oxidation und Korrosion ist und auch die darunter liegenden Schichten
vor Oxidation schützt.
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Die
Schutzschichten gemäß
US 5,958,605 und
US 6,228,512 führen zwar
zu einem Schutz gegen Degradation durch Sauerstoffeinfluss. Es kommt aber
nach wie vor zu Kontamination durch kohlenstoffhaltige Stoffe. Diese
führen
zu unkontrollierten Reflektivitätsverlusten
und Änderungen
der Wellenfront.
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Vor
diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Erfindung, ein reflektives
optisches Element bzw. ein entsprechendes optisches System bzw.
ein EUV-Lithographiegerät
zur Verfügung
zu stellen, bei dem der negative Einfluss von Kontamination und
Degradation möglichst
gering ist.
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Gelöst wird
diese Aufgabe durch ein reflektives optisches Element gemäß den Ansprüchen 1 bis 8,
ein optisches System gemäß Anspruch
9 sowie ein EUV-Lithographiegerät
gemäß Anspruch
10. Ferner wird diese Aufgabe durch ein Halbleiterbauelement gemäß Anspruch
11 gelöst.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt der Ansatz zugrunde, nicht allein über die
Materialauswahl, sondern über
die Geometrie des Deckschichtsystems die allgemeine Degradation
und speziell die Kontamination durch kohlenstoffhaltige Stoffe möglichst
gering zu halten, bzw. ihren Einfluss handhabbar zu machen. Durch
gezielte Wahl der Dickenverteilung des Deckschichtsystems, wobei
mindestens eine Schicht des Deckschichtsystems einen Gradienten
ungleich Null aufweisen sollte, kann gesteuert werden, an welchen
Stellen der Oberfläche
es zu wie viel Kontamination kommt. Dadurch wird die Kontamination
berechenbar und lässt
sich beim Betrieb oder der Konzeption von reflektiven optischen
Elementen, optischen Systemen und EUV-Lithographievorrichtungen
berücksichtigen.
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Falls
das reflektive optische Element ein Multilayersystem aufweist, ist
vorteilhafterweise der in mindestens einer Dimension von Null verschiedene Gradient
der zweidimensionalen Dickenverteilung des Deckschichtsystems ungleich
dem Gradienten der zweidimensionalen Dickenverteilung des Multilayersystems.
Dies trifft insbesondere auf Multilayersysteme mit lateralem Gradienten
zu.
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Falls
das reflektive optische Element eine Passe aufweist, kann es von
Vorteil sein, wenn die zweidimensionale Dickenverteilung des Deckschichtsystems
derart ist, dass die freie Grenzfläche des reflektiven optischen
Elements in mindestens einer Dimension die Form der Passe reproduziert.
Durch die Dickenvariationen des Deckschichtsystems wird der laterale
Gradient des Multilayersystems gerade kompensiert. Dies erleichtert
interferometrische Kontrollen des reflektiven optischen Elementes.
Außerdem kann
dadurch gezielt die Phase der sich bei Reflektion ausbildenden stehenden
Welle verschoben werden.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
variiert die zweidimensionale Dickenverteilung in mindestens einer
Dimension monoton, vorzugsweise streng monoton, mit der Intensitätsverteilung
der einfallenden Betriebsstrahlung. Dabei wird die Dickenverteilung
des Deckschichtsystems an die elektrische Feldintensität am Ort
der freien Grenzfläche
der sich bei Reflexion ausbildenden stehenden Welle angepasst, um
die Anzahl der photoinduzierten Elektronen gezielt zu modifizieren.
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An
Stellen hoher Strahlungsintensität
treten vermehrt Photoelektronen aus, die die an der Oberfläche adsorbierten
Restgasbestandteile in reaktive Produkte aufspalten, was zu verstärkter Kontamination
bzw. Degradation der Oberfläche
führt.
Unter der Annahme, dass die freie Grenzfläche relativ zur stehenden Welle
so positioniert ist, dass bei höherer Deckschichtdicke
die elektrische Feldintensität
abnimmt, wird nun in Bereichen hoher Bestrahlungsintensität eine besonders
hohe Dicke des Deckschichtsystems vorgesehen. Dadurch wird lokal
die elektrische Feldintensität
der sich bei Reflexion ausbildenden stehenden Welle am Ort der freien
Grenzfläche zum
Vakuum modifiziert, so daß weniger
Photoelektronen induziert werden. So kann zum Beispiel eine über die
gesamte Oberfläche
konstante Rate an Photoemission strahlungsintensitätsunabhängig eingestellt
werden. Dadurch werden insbesondere im Dauereinsatz in Lithographiegeräten Abbildungsfehler aufgrund
von Kontamination verringert oder ganz verhindert.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ist die zweidimensionale Dickenverteilung des Deckschichtsystems
derart, daß die
Faltung der Intensitätsverteilung
der einfallenden Betriebsstrahlung mit der normierten elektrischen
Feldintensität (normiert
auf Feldintensität
1) der sich bei Reflexion ausbildenden stehenden Welle am Ort der
freien Grenzfläche
eine lineare Verteilung, eine rotationssymmetrische Verteilung oder
eine Überlagerung
aus einer linearen und einer rotationssymmetrischen Verteilung (im
Folgenden Degradationsprofil genannt) ergibt. Das Degradationsprofil
entspricht dabei dem zweidimensionalen Photoemissionsprofil über die bestrahlte
Oberfläche
eines optischen Elementes mit einem Deckschichtsystem. Sowohl die
Intensitätsverteilung
der einfallenden Betriebsstrahlung als auch die normierte elektrische
Feldintensität
der sich bei Reflektion ausbildenden stehenden Welle am Ort der
freien Grenzfläche
lassen sich ausgehend von einer ersten Dickenverteilung des Deckschichtsystems bei
definierten Deckschichtmaterialien und definierter Betriebswellenlänge errechnen.
Durch Variation sowohl der Intensitätsverteilung der einfallenden
Betriebsstrahlung als auch der normierten elektrischen Feldintensität der stehenden
Welle bis die Faltung beider Größen mit
dem angestrebten Ergebnis übereinstimmt,
lässt sich
durch Zurückrechnen
die endgültige
Dickenverteilung des Deckschichtsystems bestimmen. Bei der Faltung
handelt es sich im einfachsten Fall von Degradation, der Kohlenstoffkontamination,
um eine punktweise Multiplikation. Im allgemeinen Fall von Degradation
ist diese Faltung eine räumliche
und zeitliche Integration des obigen Produktes multipliziert mit
einer degradationsprozessabhängigen
Funktion.
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Der
besondere Vorteil besteht darin, daß lineare und rotationssymmetrische
Gradienten durch Aktuatoren, auf denen die optischen Elemente gegebenenfalls
gelagert sein können,
kompensiert werden können.
Das Kompensieren geometrischer Fehler von optischen Elementen mittels
Aktuatoren ist seit langem weit verbreitet. Durch Modifizieren der Photoemissionsrate
durch verschiedene Deckschichtsystemdicken und Kompensieren der
verbleibenden Gradienten durch Aktuatoren können Abbildungsfehler vermieden
werden.
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Besonders
bevorzugt ist dabei ein Degradationsprofil derart, dass an jedem
Punkt der Oberfläche
mit steigender Dicke des Deckschichtsystems dessen Wert abnimmt,
d.h. an jedem Punkt der Oberfläche
des reflektiven optischen Elementes bei vortretender freier Grenzfläche aufgrund
von Kontamination die Photoemissionsintensität abnimmt, wobei das Vortreten
der freien Grenzfläche
einer Schichtdickenzunahme entspricht. Ansonsten hätte man
den Effekt, dass bei durch Kontamination steigender Dicke die Wahrscheinlichkeit für die Zunahme
der Kontamination zusätzlich
steigen würde.
Dies hängt
mit der Phasenlage der stehenden Welle relativ zur freien Grenzfläche zusammen,
die zur Verhinderung von zu starker Kontamination immer so gewählt werden sollte,
dass bei zunehmender Deckschichtdicke die Intensität der stehenden
Welle am Ort der freien Grenzfläche
abnimmt. Im Falle der Degradation aufgrund von Schichtabtrag ist
die Phasenlage gerade umgekehrt einzustellen.
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Bei
optischen Systemen mit zwei oder mehr reflektiven optischen Elementen
bzw. bei entsprechenden EUV-Lithographievorrichtungen lassen sich Deckschichtsysteme
mit Dickengradienten und/oder unterschiedlichen Deckschichtmaterialien
dahingehend nutzen, daß für jedes
optische Element spezifisch eingestellt werden kann, welches zweidimensionales
Photoelektronenemissionsprofil es haben soll und damit, welches
Degradationsprofil es haben soll. Insbesondere bietet sich an, nach
einfallender Strahlungsintensität
und Wellenlängenband
zu differenzieren. Spiegel am Anfang des Strahlenganges werden mit
einer hohen Strahlungsintensität
belastet und weisen ein breites Wellenlängenband auf. Diese reflektiven
optischen Elemente würde
man unter einem gewissen Reflektivitätsverlust darauf optimieren,
daß der
Photostrom möglichst
gering und über
die Fläche konstant
ist, um deren Lebensdauer zu verlängern. Reflektive optische
Elemente am Ende des Strahlenganges, die für die eigentliche Abbildung
genutzt werden, werden schmalbandig und nur mit einer geringen Strahlungsintensität belastet.
Diese würden auf
eine hohe Reflektivität
optimiert werden. Denn wegen der insgesamt niedrigeren Intensitäten würde sich
die Emission von Photoelektronen weniger auswirken und relativ zu
weniger Kontamination führen. Ein
besonderer Vorteil besteht darin, daß eine ungefähr einheitliche
Lebensdauer für
einzelne Gruppen von reflektiven optischen Elementen eines optischen Systems
bzw. einer EUV-Lithographievorrichtung eingestellt werden kann.
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Mithilfe
der erfindungsgemäßen reflektiven optischen
Elemente bzw. optischen Systeme bzw. EUV-Lithographievorrichtungen
hergestellte Halbleiterbauelement haben den Vorteil, dass sie mit
geringeren Ausschussquoten und niedrigeren Kosten hergestellt werden
können.
Denn einerseits wird durch die beherrschbare Degradation die Abbildungsqualität höher, andererseits
können
bei den Vorrichtungen längere
Lebensdauern erreicht werden.
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Die
Erfindung soll anhand der folgenden Beispiele näher erläutert werden. Dazu zeigen
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1a–c reflektive
optische Elemente nach dem Stand der Technik;
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2a die zweidimensionale
Intensitätsverteilung
einfallender EUV-Strahlung;
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2b die Dickenverteilung
bzw. die EUV-Strahlungsintensitätsverteilung
in y-Richtung des Deckschichtsystems eines ersten reflektiven optischen
Elementes;
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2c die Dickenverteilung
bzw. die EUV-Strahlungsintensitätsverteilung
in x-Richtung des Deckschichtsystems eines ersten reflektiven optischen
Elementes;
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3a–h die
normierte elektrische Feldintensität bzw. die Reflektivität einer
sich bei Reflektion unter einem festen Einfallswinkel ausbildenden
stehenden Welle an dem ersten reflektiven optischen Element in Abhängigkeit
von der Wellenlänge
bzw. der Deckschichtsystemtiefe für unterschiedlich Lagen der
freien Grenzfläche
des ersten reflektiven optischen Elements;
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4a das resultierende Photoemissionsprofil
aus einem ersten reflektiven optischen Element in zwei Dimensionen;
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4b das Photoemissionsprofil
aus 4a in y-Richtung;
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4c das Photoemissionsprofil
aus 4a in x-Richtung;
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5a die zweidimensionale
Intensitätsverteilung
einfallender EUV-Strahlung;
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5b die Dickenverteilung
bzw. die EUV-Strahlungsintensitätsverteilung
in y-Richtung des Deckschichtsystems eines zweiten reflektiven optischen
Elementes;
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5c die Dickenverteilung
bzw. die EUV-Strahlungsintensitätsverteilung
in x-Richtung des Deckschichtsystems eines zweiten reflektiven optischen
Elementes;
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6a–h die
normierte elektrische Feldintensität bzw. Reflektivität einer
sich bei Reflektion unter einem festen Einfallswinkel ausbildenden
stehenden Welle an dem zweiten reflektiven optischen Element in
Abhängigkeit
von der Wellenlänge
bzw. der Deckschichtsystemtiefe für unterschiedliche Lagen der
freien Grenzfläche
des zweiten reflektiven optischen Elements;
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7a das resultierende Photoemissionsprofil
aus einem zweiten reflektiven optischen Element in zwei Dimensionen;
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7b das Photoemissionsprofil
aus 7a in y-Richtung;
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7c das Photoemissionsprofil
aus 7a in x-Richtung;
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8a die zweidimensionale
Intensitätsverteilung
einfallender EUV-Strahlung;
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8b die Dickenverteilung
bzw. die EUV-Strahlungsintensitätsverteilung
in y-Richtung des Deckschichtsystems eines dritten reflektiven optischen
Elementes;
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8c die Dickenverteilung
bzw. die EUV-Strahlungsintensitätsverteilung
in x-Richtung des Deckschichtsystems eines dritten reflektiven optischen
Elementes;
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9a–h die
normierte elektrische Feldintensität bzw. Reflektivität einer
sich bei Reflektion unter einem festen Einfallswinkel ausbildenden
stehenden Welle an dem dritten reflektiven optischen Element in
Abhängigkeit
von der Wellenlänge
bzw. der Deckschichtsystemtiefe für unterschiedliche Lagen der
freien Grenzfläche
des dritten reflektiven optischen Elements;
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10a das resultierende Kohlenstoff-Kontaminationsprofil
aus einem dritten reflektiven optischen Element in zwei Dimensionen;
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10b das Kontaminationsprofil
aus 10a in y-Richtung und
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10c das Kontaminationsprofil
aus 10a in x-Richtung.
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Die 1a bis c wurden
bereits erläutert.
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In
den 2 bis 4 wird eine erste bevorzugte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen optischen Elementes
beschrieben.
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In 2a ist die zweidimensionale
Intensitätsverteilung
der Strahlung dargestellt, mit der das reflektive optische Element
benutzt werden soll. Die Intensität nimmt von außen zur
Mitte hin zu.
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In
den 2b und 2c ist der Intensitätsverlauf
entlang der x- und y-Richtung
entsprechend der in 2a eingezeichneten
gestrichelten Linien dargestellt. Dieser Intensitätsverlauf
in xy-Richtung entspricht in monotoner Weise dem Dickenverlauf des Deckschichtsystems.
Dort, wo eine hohe Strahlungsintensität auf das reflektive optische
Element fällt,
ist auch das Deckschichtsystem besonders dick. Dort, wo die Intensität geringer
ist, ist auch das Deckschichtsystem dünner. Entsprechend den 1a–c bezieht
sich die mit 7 bezeichnete Dickenverteilung auf den unteren
Abschnitt des Deckschichtsystems und die mit 8 bezeichnete
Dickenverteilung auf den oberen Abschnitt des Deckschichtsystems.
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Wie
in den 3b, d, f, h zu sehen, handelt es sich bei dem konkreten
reflektiven optischen Element um einen Silizium-Molybdän-Multilayer mit MoSi2-Zwischenschichten und einem Deckschichtsystem 6 aus
einem unterem Abschnitt 7 aus MoSi2, Molybdän und Ruthenium.
Die Kohlenstoffschicht entspricht dem oberen Deckschichtsystemabschnitt 8.
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In
den 3a, c, e, g ist in
Abhängigkeit
der eingestrahlten Wellenlänge
die Reflektionskurve sowie die normierte elektrische Feldintensität der sich bei
Reflexion ausbildenden stehenden Welle am Ort der freien Grenzfläche aufgetragen.
Gestrichelt ist die Lage der Betriebswellenlänge eingezeichnet. In beliebigen
Einheiten beträgt
die normierte elektrische Feldintensität am Ort der freien Grenzfläche in 3a 10 Einheiten, in 3c 7 Einheiten, in 3e 4 Einheiten und in 3g 1 Einheit. In den 3b, d, f, h sind
die normierten elektrischen Feldintensitäten bei der Betriebswellenlänge in Abhängigkeit
der Lage der stehenden Welle relativ zu den einzelnen Schichten
bzw. zu der freien Grenzfläche
zum Vakuum eingezeichnet. Dabei gehören jeweils 3a und b, 3c und d, 3e und f sowie 3g und h zusammen.
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Relativ
zur Intensitätsverteilung
der einfallenden Strahlung bzw. zur Dickenverteilung des reflektiven
optischen Elementes liegen die gezeigten Stellen auf der in 2a eingezeichneten Geraden. Dabei
befinden sich 3a, b am Rande der Verteilung, wo die Deckschichtdicke
5 nm beträgt.
Bei den 3c, d beträgt
die Deckschichtdicke 6 nm, bei den 3e, f 7 nm und bei den 3g und h 8
nm. Dort ist sowohl die Strahlungsintensität als auch die Schichtdicke
am höchsten.
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Das
resultierende Photoemissionsprofil lässt sich durch Multiplikation
des normierten Feldintensitätswertes
der stehenden Welle mit dem Wert der Strahlungsintensität an dieser
Stelle abschätzen.
Bei den 3a, b beträgt
die Intensität
der EUV-Strahlung 1 Einheit, bei den 3c, d 1,5 Einheiten, bei den 3e, f 2,5
Einheiten und bei den 3g und h 10 Einheiten. Daraus ergibt sich ein über die
gesamte Fläche
konstantes Photoemissionsprofil von 10 Einheiten. Dieses Profil
ist zweidimensional in 4a und
entlang der gestrichelten Linie in y-Richtung in 4b und in x-Richtung in 4c dargestellt.
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Das über die
gesamte Oberfläche
konstante Photoemissionsprofil wird durch eine Abnahme der relativen
Reflektivität
zur Mitte hin erkauft. Die Reflektivität sinkt von 68,8 % am Rand
auf 65 % im Intensitätsmaximum.
Dies wird aber durch die Intensitätsverteilung überkompensiert,
was im optischen Design des Gesamtsystems geeignet zu berücksichtigen
ist. Ein zeitlich veränderlicher
Reflektivitätsverlust
durch das Aufwachsen einer starken und inhomogenen Kontamination
wäre für die Ausleuchtung des
Wafers und die Wellenfronteigenschaften erheblich ungünstiger.
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Es
ist im Übrigen
zu beachten, daß die
Phasenlage der stehenden Welle relativ zur freien Grenzfläche des
reflektiven optischen Elements günstig
gewählt
werden muß.
Im Gegensatz zum gezeigten Beispiel (3b, d, f, h) würde
bei einer Phasenverschiebung um eine halbe Periode mit zunehmender Schutzschichtdicke
auch die normierte elektrische Feldintensität der stehenden Welle am Ort
der freien Grenzfläche
zunehmen und somit die Kontamination im Verlauf der Zeit noch verstärkt werden.
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In
den 5 bis 7 wird ein zweites Ausführungsbeispiel
des reflektiven optischen Elementes erläutert. Dort wird von einer
homogenen Intensitätsverteilung 9 der
einfallenden Strahlung ausgegangen (5a).
Allerdings handelt es sich bei dem reflektiven optischen Element
um eines mit einem lateralen Gradienten im Multilayersystem. Darauf
wird, wie aus 5b, c ersichtlich, ein Deckschichtsystem mit
einer Dickenverteilung aufgebracht. Das Multilayersystem mit lateralem
Gradienten ist auf einem Substrat aufgebracht, welches eine ebene
Passe aufweist. Die Beschichtung mit dem in 5b, c dargestellten Deckschichtsystem
führt dazu,
daß die
freie Grenzfläche
die Passe reproduziert. Es wird also die Dickenvariation des Multilayersystems
durch die Dickenvariation der Deckschichten exakt kompensiert.
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Die
Situation bezüglich
der in 5a eingezeichneten
Positionen 1, 2, 3, 4 ist in den 6a, b, 6c, d, 6e, f und 6g, h dargestellt. Die Intensität der Strahlung
beträgt
durchgehend 1 Einheit, der normierte elektrische Feldintensitätswert der
stehenden Welle beträgt
in 6a 10 Einheiten,
in 6c 7 Einheiten, in 6c 4 Einheiten und in 6g 1 Einheit.
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Das
resultierende Photoemissionsprofil ist in den 7a bis c dargestellt
und weist an Position 1 einen Wert von 10 Einheiten, an Position
2 7 Einheiten, an Position 3 4 Einheiten und an Position 4 1 Einheit
auf. Zwar ist nun das Kontaminationsprofil für dieses spezielle optische
Element nicht konstant, es ist aber berechenbar und kann daher bei
der Konfiguration optischer Systeme berücksichtigt werden. Darüber hinaus
ist dieses reflektive optische Element für optischinterferometrische
Kontrollen seines Aufbaus besonders geeignet. Außerdem kann es gezielt in einem
optischen System als Phasenschieber benutzt werden.
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In
den 8 bis 10 ist eine dritte Ausführungsform
des reflektiven optischen Elementes dargestellt. Besagtes reflektives
optisches Element soll mit einer Strahlung verwendet werden, deren
Intensitätsverteilung
weder linear noch rotationssymmetrisch, sondern beispielsweise elliptisch
ist. Indem in y-Richtung eine konstante Deckschichtdicke eingehalten
wird (8b gestrichelt)
und in x-Richtung
die Schichtdickenverteilung monoton mit der Intensitätsverteilung
variiert (8c gestrichelt),
erhält
man im Ergebnis ein rotationssymmetrisches Kohlenstoff-Kontaminationsprofil
(10a bis c).
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In
den 9a bis h wird die Situation an den in 8a eingezeichneten Positionen
1 bis 4 dargestellt. Bei einer Schichtdicke von 5 nm (9a, b)
hat die stehende Welle einen normierten elektrischen Feldintensitätswert von
10 Einheiten und die Intensität
beträgt
ebenfalls 10 Einheiten. Dies ergibt einen Wert für die Photoemission von 100
Einheiten. Bei einer Schichtdicke von 6 nm beträgt der normierte elektrische
Feldintensitätswert
der stehenden Welle 7 Einheiten und die Intensität 7 Einheiten. Dies ergibt einen
Wert für
die Photoemission von 49 Einheiten. Bei einer Schichtdicke von 7
nm beträgt
der normierte elektrische Feldintensitätswert der stehenden Welle
4 Einheiten und die Intensität
ebenfalls 4 Einheiten. Dies führt
zu einer Photoemission von 16 Einheiten. Bei einer Dicke von 8 nm
beträgt
der normierte elektrische Feldintensitätswert der stehenden Welle
1, der Wert der Intensität
1 Einheit und insgesamt der Wert für die Photoemission ebenfalls
1 Einheit. Durch die spezielle Dickenverteilung des Deckschichtsystems
wird also das Kontaminationsprofil in y-Richtung gestaucht, während es
in x-Richtung beibehalten wird, so daß das Profil, wie in 10a–c gezeigt, von
einer elliptischen Form in eine rotationssymmetrische Form überführt werden
kann. Das rotationssymmetrische Profil kann mittels Aktuatoren durch eine
Bewegung des reflektiven optischen Elementes in Richtung der Oberflächennormalen
kompensiert werden, so daß sich
keine Auswirkungen auf die Abbildungseigenschaften ergeben.
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Ein
analoges Vorgehen vermittels geeigneter Einstellung der Dickenverteilung
des Deckschichtsystems zur Erzielung linearer Gradienten ist möglich.
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Weiterhin
ist denkbar, daß vermittels
geeigneter Einstellung der Dickenverteilung des Deckschichtsystems
eine Reinigungswirkung erzielt wird, die allenfalls lineare oder
rotationssymmetrische (und damit aktuatorkorrigierbare) Degradationen
hinterläßt.