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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch
14.
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Die
Herstellung von Melamin aus Harnstoff ist z.B. in Ullmann's Encyclopedia of
Industrial Chemistry, 5th Edition, Vol. A 16, Seite 174ff) beschrieben.
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Die
bekannten Melaminherstellungsverfahren lassen sich in Niederdruckverfahren
(unter Verwendung von Katalysatoren) und Hochdruckverfahren (ohne
Verwendung von Katalysatoren) unterteilen.
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Bei
Niederdruckverfahren (z.B. den BASF-; Chemie-Linz-, DSM/Stamicarbon-Verfahren)
verlässt Melamin
den Reaktor in gasförmiger
Form.
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Bei
Hochdruckverfahren (z.B. dem Montedison- oder Nissanverfahren) verlässt das
Melamin den Reaktor in flüssiger
Form. Die Hochdruckverfahren haben den Vorteil, dass der Reaktor
wesentlich kompakter ausgeführt
werden kann. Bei Hochdruckverfahren muss das flüssige Melaminreaktionsprodukt
in eine feste Form überführt werden.
Dies geschieht z.B. in der WO 95/01345 A1 dadurch, dass die Melaminschmelze
zunächst
in einem Verdampfer verdampft und dann in einem Quencher gekühlt wird, worauf
kristallines Melamin entsteht. Dabei ist nachteilig, dass die Melaminschmelze
CO2 und andere sauerstoffhaltige Stoffe
(z.B. Ammelide, Ammelin, Ammonium(iso)cyanat etc.) enthält. Das
CO2 kann im Quencher mit dem darin vorhandenen
Ammoniak zu Carbamat reagieren, was unerwünscht ist.
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In
einer Abwandlung dieses Verfahrens wird in der WO 00/71525 A1 beschrieben,
dass vor dem Verdampfer ein CO2-Stripper
angeordnet wird und der Verdampfer bei hohen Temperaturen betrieben wird.
Damit sollen die Nachteile des CO2-Eintrages vermieden
werden.
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Allerdings
betrifft das in der WO 00/71525 A1 beschriebene Verfahren zwei Apparate,
in denen jeweils nur ein Verfahrensschritt ausgeführt, nämlich einen
Stripper zur Reduzierung des Gehaltes an CO2 und
sauerstoffhaltigen Verbindungen und einen Verdampfer. Es wird u.a.
beschrieben, dass gasförmiges Ammoniak
mit der Schmelze zusammen in den Verdampfer eingeführt wird
und im Gleichstrom durch den Verdampfer strömt. Die Konvektion wird durch das
gasförmige
Ammoniak verbessert, was zu einem besseren Wärmeübergang führt.
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Eine
solche Verfahrensführung
ist nicht optimal in Bezug auf die Reinigung der im Verdampfer aufsteigenden
Gasphase.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hochdruckverfahren
zur Herstellung von hochreinem Melamin zu schaffen, das- in einfacher
Weise eine Aufreinigung der gasförmigen
Phase vor dem Abscheiden ermöglicht.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Dadurch,
dass mindestens ein Teil der Melaminschmelze in flüssiger Form
in eine Phasenwechselvorrichtung geführt wird und dort im Gegenstrom zu
der aufsteigendem gasförmigen
Phase geführt wird,
wird effizient eine hohe Melaminreinheit erreicht. Als Phasenwechselvorrichtungen
können grundsätzlich Apparate
angesehen werden, in der mindestens eine flüssige Phase in eine gasförmige überführt wird.
Im vorliegenden Fall können
dies z.B. Verdampfer sein.
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Dabei
ist es vorteilhaft, wenn die im Gegenstrom geführte Melaminschmelze beim Eintritt
in die Phasenwechselvorrichtung eine niedrigere Temperatur aufweist
als die Stelle der höchsten
Temperatur in der Phasenwechselvorrichtung.
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Ferner
ist es vorteilhaft, wenn der Melaminschmelzestrom aus einem Melaminreaktor
mindestens in zwei Teilströme
aufgeteilt wird und mindestens ein Teilstrom der Melaminschmelze
im Gegenstrom zu der aufsteigenden gasförmigen Phase geführt wird.
Durch die Aufteilung der Ströme
kann z.B. das Volumen der Phasenwechselvorrichtung gezielt eingestellt
werden, d.h. es wird eingestellt, in welchem Bereich der Phasenwechselvorrichtung
ein Gas- und ein Flüssigphase
vorliegt.
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Die
Aufgabe wird auch durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
4 gelöst.
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Dabei
wird die Melaminschmelze erfindungsgemäß mindestens einer ersten Wirbelschicht
zur Verdampfung der Melaminschmelze und einer zweiten Wirbelschicht
zur Verfestigung des Melamins aus der Gasphase zugeführt.
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Ferner
ist es vorteilhaft, wenn eine Salzschmelze als Wärmeübertragungsmedium, das mindestens
einen Wärmetauscher
durchströmt,
verwendet wird. Damit kann die für
den Phasenwechsel benötigte
Energie effizient zugeführt
werden.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Melaminschmelze vom Melaminreaktor zunächst in einen CO2-Stripper
und anschließend
in die Phasenwechselvorrichtung geführt. Damit können im
Feed des Melaminreaktors befindliche Verunreinigungen schon früh aus dem
Verfahren ausgeschleust werden.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird der gasförmige
Strom aus der Phasenwechselvorrichtung zur Verfestigung in mindestens
eine Wirbelschichtvorrichtung geführt wird.
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Mit
Vorteil wird Ammoniak als Strippmedium im CO2-Stripper
und / oder in der Phasenwechselvorrichtung verwendet.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird das gasförmige
Melamin aus der Phasenwechselvorrichtung nach einer Druckentspannung
zur Verfestigung in einen Abscheider geführt. Auch ist es vorteilhaft,
wenn dem Abscheider ein Kühlmittel,
insbesondere flüssiger
Ammoniak, Wasser und / oder gasförmiges
Ammoniak zugeführt
wird.
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Dabei
lässt sich
das Verfahren besonders effektiv gestalten, wenn ein gasförmiger Ammoniakstrom
aus dem Abscheider in die Phasenwechselvorrichtung und / oder den
CO2-Stripper geführt wird. Dafür wird vorteilhafterweise
der vom Abscheider stammende gasförmige Ammoniakstrom in mindestens
einem Erhitzer erhitzt. Zur Energiesparung kann es vorteilhaft sein,
wenn mindestens ein Erhitzer durch heiße Harnstoffschmelze beheizt
wird, wobei die Harnstoffschmelze insbesondere dann als Edukt für den Melaminreaktor
erwendet wird.
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Die
Aufgabe wird auch durch eine Phasenwechselvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 14 gelöst.
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Durch
ein Mittel zur Führung
mindestens eines Teils der Melaminschmelze im Gegenstrom zur in der
Phasenwechselvorrichtung aufsteigenden gasförmigen Phase, wird ein thermodynamisch
besonders effektives Temperaturprofil erreicht.
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Dabei
ist es besonders vorteilhaft, wenn die Phasenwechselvorrichtung
Mittel zur intensiven Kontaktierung flüssiger Melaminschmelze mit
gasförmigem
Melamin und / oder Ammoniak aufweist. Insbesondre einen Abtriebsteil
einer Bodenkolonne.
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Auch
dient vorteilhafterweise mindestens eine erste Wirbelschicht zur
Verdampfung der Melaminschmelze. Wobei zusätzlich oder alternativ mindestens
eine zweite Wirbelschicht zur Verfestigung der Melaminschmelze verwendet
wird.
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Die
Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren der
Zeichnungen an mehreren Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es
zeigen:
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1 eine
erste Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
mit einer Gegenstromführung
einer Melaminschmelze und einer Gasphase in einem Verdampfer;
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2 eine
zweite Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
gemäß 1 mit
einem CO2-Stripper;
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3 eine
dritte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
mit einer Aufteilung des Melaminstroms in eine Phasenwechselvorrichtung;
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4 eine
vierte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
mit einer Aufteilung des Melaminstroms in eine Phasenwechselvorrichtung nach
einem CO2-Stripper;
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5 eine
fünfte
Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
mit einer Wirbelschichtvorrichtung zur Verfestigung gasförmigen Melamins;
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6 eine
sechste Ausführungsform
mit einer Wirbelschichtvorrichtung zur Verdampfung und anschließender Verfestigung.
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In 1 wird
ein Verfahrensfließbild
für eine erste
Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
dargestellt. Das Verfahren betrifft insbesondere eine Melaminabscheidung
aus der Gasphase.
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Das
reine Melamin wird bei Drücken
von 50 bis 200 bar, insbesondere bei Drücken zwischen 55 und 80 bar
in einem Melaminreaktor 4 durch die thermische Umsetzung
von Harnstoff (HST) synthetisiert. Die Temperatur im Melaminreaktor 4 liegt
dabei knapp oberhalb des Schmelzpunktes von Melamin, maximal bei
480 °C.
Im Melaminreaktor 4 ist zur Zuführung der notwendigen Reaktionswärme ein
Heizelement 13 angeordnet, das von Salzschmelze durchströmt wird.
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Dem
Melaminreaktor 4 wird als Edukt Harnstoffschmelze aus einem
Harnstoffwäscher 10 zugeführt. Im
Harnstoffwäscher 10 wird
Melamin aus dem Offgas herausgewaschen. Die Harnstoffschmelze wird
dabei als Waschmittel verwendet. Der bei dieser Reinigung anfallende
gasförmige
Anteil verlässt
den Harnstoffwäscher 10 am
Kopf und wird zu einer hier nicht dargestellten Harnstoffanlage
geführt.
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Am
Sumpf des Harnstoffwäschers 10 wird Harnstoffschmelze
durch eine Pumpe 11 zum Melaminreaktor 4 abgezogen.
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Am
Boden des Harnstoffwäschers 10 werden
wiederum Offgase (vor allem NH3, CO2, Reste an Melamin) vom Kopf des Melaminreaktors 4 eingeleitet.
Der Druck der Offgase wird vor der Einleitung in den Harnstoffwäscher 10 durch
ein erstes Drosselventil 12 reduziert.
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Am
Kopf des Melaminreaktors 4 wird Melaminschmelze abgezogen
und in den Kopf einer Phasenwechselvorrichtung 1 gegeben;
die Melaminschmelze wird in der Phasenwechselvorrichtung 1 von
der flüssigen
Phase in die Gasphase überführt. In
der Phasenwechselvorrichtung 1 wird die Melaminschmelze
im Gegenstrom zu einer gasförmigen Ammoniakphase
als Strippmedium 3 geführt;
wobei das Strippmedium 3 von unten in die Phasenwechselvorrichtung 1 geführt wird.
Durch das im Verhältnis zum
Melamin im Überschuss
und im Gegenstrom als Strippmittel zugeführte Ammoniak wird das Melamin in
der Phasenwechselvorrichtung 1 gereinigt. Im Sumpf der
Phasenwechselvorrichtung kommt es zu einer starken turbulenten Durchmischung
auf Grund der eingeleiteten hohen Gasmengen.
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Die
Phasenwechselvorrichtung 1 weist einen Wärmetauscher 2 auf,
der von einer Salzschmelze durchströmt wird.
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Am
Kopf der Phasenwechselvorrichtung 1 wird gasförmiges Ammoniak
(mit Melamin) abgezogen und durch ein zweites Drosselventil 14 in
einen Abscheider 8 hinein entspannt. Der Abscheider 8 hat dient
der Verfestigung und der Trennung des Gasstroms von festen Bestandteilen.
Die Abtrennung der festen Bestandteile wird z.B. mit einer Zyklonvorrichtung
ausgeführt.
Zusätzlich
wird dem Abscheider 8 flüssiger Ammoniak als Kühlmittel
zugeführt.
Alternativ kann auch gasförmiges
Ammoniak oder Wasser als Kühlmittel
in den Abscheider 8 eingeführt werden.
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Am
Boden des Abscheiders 8 wird kristallines Melamin abgezogen.
Am Kopf des Abscheiders 8 wird gasförmiges Ammoniak abgezogen,
wobei ein Teilstrom des Ammoniaks durch einen Verdichter 15 auf
höheren
Druck und durch einen ersten Erhitzer 16 auf eine höhere Temperatur
gebracht wird. Dieser Ammoniakstrom wird dann der Phasenwechselvorrichtung 1 unten
als Strippmittel zugeführt.
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Das Überschuss
Ammoniakgas wird nicht zum Verdichter 15 geleitet, sondern
aus dem Prozess ausgeschleust und z.B. in einer fraktionierten Kondensation
wieder aufgearbeitet, wobei zwei Phasen anfallen, die leichter weiter
verarbeitet werden können.
Alternativ kann auch eine Absorption in Wasser erfolgen.
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Die
zweite Ausführungsform
gemäß 2 ist
eine Abwandlung der ersten Ausführungsform,
so dass auf die entsprechende Beschreibung im Zusammenhang mit 1 Bezug
genommen wird.
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Die
zweite Ausführungsform
weist gegenüber
der ersten Ausführungsform
zusätzlich
einen CO2-Stripper 5 auf, mit dem
das CO2 und andere Nebenprodukte aus der
vom Melaminreaktor 4 kommenden Melaminschmelze gestrippt
werden.
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Dazu
wird in den unteren Teil eines CO2-Strippers 5 gasförmiges Ammoniak
geleitet. Der CO2-Stripper 5 kann
insbesondere auch als zweistufiger Apparat mit zwei Ammoniakeinspeisestellen ausgebildet
sein.
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Im
vorliegenden Fall stammt das Ammoniak aus dem Abscheider 8,
wobei nach einer Verdichtung 15 nach einem ersten Erhitzer 16a der
Ammoniak-Strom geteilt wird.
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Ein
Teil wird wie in der ersten Ausführungsform über einen
zweiten Erhitzer 16b zurück zur Phasenwechselvorrichtung 4 geführt. Der
andere Teil wird über
ein Ventil 19 in den CO2-Stripper 5 geführt. Das
Ventil 19 dient dabei der Mengenregelung.
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In 3 ist
eine Abwandlung der ersten Ausführungsform
dargestellt, d.h. es wird eine Melaminabscheidung ohne Zwischenschaltung
eines CO2-Strippers vorgenommen. Ein weiterer
Unterschied ist eine geänderte
Rückführung eines
Teils des im Abscheider 8 anfallenden Ammoniaks.
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Analog
zur ersten Ausführungsform
wird Melaminschmelze aus dem Melaminreaktor 4 abgezogen
und in die Phasenwechselvorrichtung 1 geführt.
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Allerdings
wird der Strom der Melaminschmelze vor der Einführung in die Phasenwechselvorrichtung 1 geteilt.
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Ein
Teil der Melaminschmelze wird dem Boden der Phasenwechselvorrichtung 1 zugeführt, an dem
auch ein Wärmetauscher 2 für die notwendige Energiezufuhr über eine
Salzschmelze als Wärmeübertragungsmittel
sorgt. Am Boden der Phasenwechselvorrichtung 1 wird ein
Teil des aus dem Abscheider 8 rückgewonnenen Ammoniaks als
Strippmedium 3 zugeführt.
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Der
andere Teil der Melaminschmelze wird dem Kopf einem als Bodenkolonne 9 ausgebildeten Flüssig-Gas
Mischers zugeführt,
der hier in der Phasenwechselvorrichtung 1 integriert ist.
Alternativ kann die Phasenwechselvorrichtung 1 auch über mehrere
Apparate verteilt sein, so dass Verdampfung und Mischung der Phasen
in getrennten Apparaten vorgenommen werden kann. Auch kann anstelle
der Bodenkolonne 9 ein anderes Mittel zur Mischung einer
Flüssigkeit
und eines Gases verwendet werden.
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Die
Melaminschmelze fließt
in der Bodenkolonnen 9 im Gegenstrom zu dem aufsteigenden Strippmittel
und Melamindämpfen.
Durch die Bodenkolonne 9 kommt es zu einer besonders intensiven Durchmischung
von flüssiger
und gasförmiger
Phase. Es bildet sich ein Temperaturprofil aus.
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Das
gasförmige
Melamin wird dann mit dem zweiten Drosselventil 14 in den
Abscheider 8 entspannt. Dabei kristallisiert Melamin aus
und kann aus dem Verfahren ausgetragen werden.
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Das
im Abscheider 8 anfallende gasförmige Ammoniak wird teilweise
in einem Verdichter 15 auf ein höheres Druckniveau gebracht.
Anschließend wird
flüssiges
Ammoniak zugemischt und die Mischung in einem ersten NH3-Erhitzer 16a erhitzt.
Alternativ ist auch die Zumischung von gasförmigen Ammoniak möglich, wesentlich
ist dabei die Gesamtmenge im Verdampfer. Es muss hinreichend Ammoniak
für die
Austragung des Melamins vorhanden sein.
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Nach
einer Entspannung im dritten Drosselventil 17 wird der
Ammoniakstrom über
einen zweiten NH3-Erhitzer 16b in
die Phasenwechselvorrichtung 1 geleitet.
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In
dieser Ausführungsform
wird der erste Erhitzer 16a durch heiße Harnstoffschmelze beheizt. Nach
dem Erhitzen des Ammoniaks im ersten Erhitzer 16a wird
die dabei abgekühlte
Harnstoffschmelze in den Harnstoffwäscher 10 zurückgeführt. Der
zweite Erhitzer 16b soll sicherstellen, dass die Temperatur
des Strippmediums 3 beim Eintritt in die Phasenwechselvorrichtung 1 stabil
und hinreichend hoch für die
Melaminaustragung ist.
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Die
vierte Ausführungsform
gemäß 4 kann
als Kombination der zweiten Ausführungsform mit
der dritten Ausführungsform
verstanden werden. Wie bei der dritten Ausführungsform wird eine Phasenwechselvorrichtung
mit einer Bodenkolonne 9 dazu verwendet, Melaminschmelze
und aufsteigende Gase in engen Kontakt miteinander zu bringen. Die
Melaminschmelze wird dabei aufgeteilt und teils dem Kopf der Bodenkolonne 9,
teils dem Boden der Phasenwechselvorrichtung 1 zugeführt.
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Allerdings
stammt die Melaminschmelze nicht wie bei der dritten Ausführungsform
direkt vom Melaminreaktor 3. Vielmehr wird analog zur zweiten Ausführungsform
die Melaminschmelze vom Melaminreaktor 4 abgezogen und
einem CO2-Stripper 5 zugeführt. Vom
CO2-Stripper 5 wird die Melaminschmelze
dann zur Phasenwechselvorrichtung 1 geführt, wobei der Strom wie bei
der dritten Ausführungsform
vorher geteilt wird.
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Bei
der Rückführung des
im Abscheider 8 anfallenden gasförmigen Ammoniaks wird ein Teil
im Verdichter 15 verdichtet. Nach der Zuführung von flüssigem Ammoniak (alternativ
auch gasförmiges Ammoniak)
wird dieser Strom über
einen ersten Erhitzer 16a geführt. Dieser erste Erhitzer 16a wird
wie in der dritten Ausführungsform
mit heißer
Harnstoffsschmelze beheizt.
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Der
so erhitzte Ammoniakstrom wird geteilt. Ein Teil wird im dritten
Drosselventil 17 entspannt und über den zweiten Erhitzer 16b der
Phasenwechselvorrichtung 1 zugeführt.
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Der
andere Teil des Ammoniakstroms aus dem ersten Erhitzer 16a wird
in einem vierten Drosselventil 18 entspannt, über einen
dritten Erhitzer 16c dem CO2-Stripper
als Strippmittel zugeführt.
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In 5 ist
als fünfte
Ausführungsform
eine Variante der vierten Ausführungsform
dargestellt, so dass für
die gemeinsamen Merkmale auf die entsprechende Beschreibung Bezug
genommen werden kann. Wie die vierte Ausführungsform, weist die fünfte Ausführungsform
einen CO2-Stripper 5 und eine Phasenwechselvorrichtung 1 mit
zwei Melaminschmelze Feed-Strömen auf.
Auch die Rückführung des
gasförmigen
Ammoniaks zur Phasenwechselvorrichtung 1 und zum CO2-Stripper 5 entspricht der vierten
Ausführungsform,
da der erste Erhitzer 16a mit Harnstoffschmelze beheizt
wird.
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Im
Unterschied zur vierten Ausführungsform wird
das gasförmige
Produkt der Phasenwechselvorrichtung 1 nicht direkt in
den Abscheider 8 geführt. Vielmehr
wird das gasförmige
Produkt zunächst
in eine Wirbelschichtvorrichtung 6 mit Inertkörpern (z.B. Titan)
und flüssigem
Ammoniak geführt,
wodurch eine Verfestigung des Melamins eintritt. Das Melamin verfestigt
sich an den Inertkörpern
und wird dann abgerieben.
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Das
verfestigte Melamin wird dann in von der Wirbelschichtvorrichtung 6 zu
einem Abscheider 8 geführt,
in dem der Gasstrom von den festen Melaminpartikeln getrennt wird.
Das feste Melamin wird ausgetragen.
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Die
in 6 dargestellte sechste Ausführungsform ist eine Variante
der zweiten Ausführungsform.
Wie die zweite Ausführungsform,
weist die sechste Ausführungsform
einen CO2-Stripper 5 auf. Der aus dem
Abscheider 8 rückgewonnene
Ammoniak wird in den CO2-Stripper 5 und
die Phasenwechselvorrichtung 1 rückführt, wobei hier der erste Erhitzer 16a nicht
mit heißer
Harnstoffschmelze beheizt wird.
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Die
Phasentrennvorrichtung 1 weist zwei Wirbelschichten 21, 22 auf.
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Die
vom CO2-Stripper 5 kommende Melaminschmelze
wird unten in die erste Wirbelschicht 21 der Phasenwechselvorrichtung 1 zugeführt.
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Im
unteren Teil dient die erste Wirbelschicht 21 der Verdampfung
der Melaminschmelze; also dem Phasenwechsel. Dazu wird Melamin unten
in die erste Wirbelschicht 21 eintretenden Gasphase eingeführt, insbesondere
gesprüht.
Die Gasphase ist hier rückgeführtes Ammoniakgas,
dass durch Aufrechterhaltung (Fluidisierung) der erste Wirbelschicht 21 verwendet
wird. Die Wärmezufuhr
in das Inertbett erfolgt über
einen Wärmetauscher 2.
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Im
oberen Teil der Phasenwechselvorrichtung 1 wird die Temperatur
in einer zweiten Wirbelschicht 22 durch Eindüsen von
flüssigem
Ammoniak so abgesenkt, dass eventuelle Neben- und / oder Beiprodukte ausgefällt werden.
In einem nachgeschalteten Filter 23 werden die Neben- und
/ oder Beiprodukte abgeschieden. Wenn keine Nebenprodukte vorliegen,
kann das Filter 23 grundsätzlich entfallen und das Melamin
direkt in der zweiten Wirbelschicht 22 verfestigt werden.
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Im
vorliegenden Fall wird das aus dem Filter tretende verfestigte Melaminprodukt
in den Abscheider 8 geführt
und dann vom Gasstrom abgetrennt.
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Die
Erfindung beschränkt
sich in ihrer Ausführung
nicht auf die vorstehend angegebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele.
Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, die von dem erfindungsgemäßen Verfahren
und der erfindungsgemäßen Vorrichtung
auch bei grundsätzlich
anders gearteten Ausführungen
Gebrauch machen.
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- 1
- Phasenwechselvorrichtung
- 2
- Wärmetauscher
- 3
- Strippmedium
- 4
- Melaminreaktor
- 5
- CO2-Stripper
- 6
- Wirbelschichtvorrichtung
- 8
- Abscheider
- 9
- Bodenkolonne
- 10
- Harnstoffwäscher
- 11
- Pumpe
- 12
- erstes
Drosselventil
- 13
- Heizelement
- 14
- zweites
Drosselventil
- 15
- Verdichter
- 16a,
b, c
- Ammoniak-Erhitzer
- 17
- drittes
Drosselventil
- 18
- viertes
Drosselventil
- 19
- Ventil
- 21
- erste
Wirbelschicht
- 22
- zweite
Wirbelschicht
- 23
- Filter