HINTERGRUND DER ERFINDUNG
1. Anwendungsgebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft einen supraleitenden Strahlungsdetektor mit hoher
Energieauflösung und hoher Zählrate, der die Steilheit der supraleitenden Übergangsflanke, die
Wandlung der von einem Röntgenstrahl erzeugten geringen Wärme zu einem hohen
Signalstrom und einen elektrothermischen Selbstrückkopplungsmechanismus verwendet.
2. Beschreibung der zugehörigen Technik
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Mikrokalorimeter, die eine supraleitende Übergangsflanke verwenden und eine höhere
Energieauflösung und hoher Zählrate (im Folgenden als "Mikrokalorimeter" bezeichnet) als
Detektoren mit Halbleitern gemäß dem Stand der Technik haben, die zur Analyse von
Elementen oder zur Prüfung auf Fremdmaterialien eingesetzt werden, gewinnen zunehmend an
Aufmerksamkeit. Energiedispersive Spektroskope (EDS) sind als dem Stand der Technik
entsprechende Halbleiter verwendende Detektoren bekannt und können für einen weiten
Energiebereich die Analyse von Elementen rasch durchführen. Da jedoch die
Energieauflösung von der Energielücke eines Halbleiters abhängt, kann sie nicht unter 100 eV
betragen. Ein Mikrokalorimeter als Detektor mit sowohl verbesserter Energieauflösung als auch
hoher Zählrate wird angestrebt. Bei einem Mikrokalorimeter wird die Temperatur im Bereich
des supraleitenden Übergangs eingestellt, eine konstante Spannung wird gesteuert und
somit funktioniert ein elektrothermischer Selbstrückkopplungsmechanismus, um eine hohe
Energieauflösung und eine hohe Zählrate zu erzielen. Einzelheiten über Mikrokalorimeter
werden von K. D. Irwin in Applied Physics Letters 66, 1988 (1995) beschrieben. Eine
supraleitende Übergangstemperatur ist die Übergangstemperatur von einem normalen leitfähigen
Zustand in einen supraleitfähigen Zustand eines Materials. Der durch Ausbilden eines
Dünnfilms als einem normalen Leiter auf einem Supraleiter entstehende Nachbarschaftseffekt
verschiebt sich die supraleitenden Übergangstemperatur zur Seite der niedrigeren
Temperatur im Vergleich zu der einer einzigen Schicht. Das Filmdickenverhältnis zwischen dem
Halbleiter und dem normalen Leiter bestimmt den Betrag der Temperaturverschiebung. Falls
das Mikrokalorimeter eine aus einem Supraleiter und einem normalen Leiter bestehende
zweilagige Struktur hat, diffundieren durch die Strahlungsabsorption erzeugte heiße
Elektronen größtenteils in den normalen Leiter. Die Diffusion von Elektronen sollte so rasch wie
möglich erfolgen; eine kürzere Diffusionszeit verlängert die Dauer des Temperaturanstiegs
des Kalorimeters. Dementsprechend wird die Variation der Spitzenwerte der Wellenformen
von Signalimpulsen bewirkt. Insbesondere das Phänomen, dass die Diffusionszeit der
Elektronen umso kürzer ist je dünner der Film ist, wird als Dünnfilmeffekt bezeichnet.
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Bei einem Kalorimeter wird ein Absorber auf einem Widerstand vorgesehen und darum muss
die Fläche des Widerstands größer sein als die des Absorbers. Um den Wirkungsgrad der
Absorption von Röntgenstrahlen zu verbessern, muss der Absorber dick oder seine Fläche
groß sein. Deshalb kann die Fläche des Widerstands nicht kleiner als die des Absorbers sein.
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Falls es sich beim Absorber um einen normalen Leiter handelt, geht ein Teil des Widerstands
unter dem Absorber aufgrund des Nachbarschaftseffektes in den normalen leitfähigen
Zustand über und die supraleitende Übergangstemperatur wird von einem Teil des
Widerstands auf der dem Absorber gegenüberliegenden Seite bestimmt. Ist die Größe des
Widerstands fest, ist die Übergangstemperatur eines Kalorimeters mit einem Absorber niedriger
als die eines Kalorimeters ohne Absorber, was außerdem ein Problem der großen
Übergangsbreite verursacht. Eine große Übergangsbreite verschlechtert die Energieauflösung
und die Zählrate des Kalorimeters.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die Erfindung stellt ein Kalorimeter mit weder einer Flächenverringerung des Absorbers noch
einer Verschlechterung der Breite einer supraleitenden Übergangstemperatur bereit.
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Bei einem erfindungsgemäßen Kalorimeter mit einem Röntgenstrahlen absorbierenden und
Wärme erzeugenden Absorber, einem Widerstand, dem der den Widerstandswert durch die
vom Absorber erzeugte Wärme ändernde Absorber überlagert ist, supraleitenden den
Widerstand und einen externen Stromdetektor verbindenden Leitern und einer Membran, der der
Widerstand überlagert ist, wobei der Widerstand aus einem Supraleiter gebildet wird, und
eine von einem ständig im Widerstand fließenden Strom erzeugte Joule-Wärme und eine im
Absorber erzeugte Joule-Wärme thermisch ausgeglichen und in die Membran übertragen
werden, ist ein Isolierfilm mit einem in Dickenrichtung (Richtung vom Widerstand zum
Absorber) durchgehenden Loch zwischen dem Widerstand und dem Absorber vorgesehen.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Fig. 1A ist eine Schnittansicht eines Kalorimeters gemäß einer ersten
Ausführungsform der Erfindung;
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Fig. 1B ist eine Draufsicht des Kalorimeters gemäß der ersten
Ausführungsform der Erfindung;
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Fig. 2A ist eine Schnittansicht eines Kalorimeters gemäß einer zweiten
Ausführungsform der Erfindung; und
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Fig. 2B ist eine Draufsicht des Kalorimeters gemäß der zweiten
Ausführungsform der Erfindung.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Um ein Kalorimeter ohne Flächenverringerung des Absorbers oder Verschlechterung der
Breite einer supraleitenden Übergangstemperatur zu verwirklichen, ist bei einem
erfindungsgemäßen Kalorimeter mit einem Röntgenstrahlen absorbierenden und Wärme erzeugenden
Absorber, einem Widerstand, dem der den Widerstandswert durch die vom Absorber
erzeugte Wärme ändernde Absorber überlagert ist, supraleitenden den Widerstand und einen
externen Stromdetektor verbindenden Leitern und einer Membran, der der Widerstand
überlagert ist, wobei der Widerstand aus einem Supraleiter gebildet wird, und eine von einem
ständig im Widerstand fließenden Strom erzeugte Joule-Wärme und eine im Absorber
erzeugte Joule-Wärme thermisch ausgeglichen und in die Membran übertragen werden, ein
Isolierfilm zwischen dem Widerstand und dem Absorber vorgesehen. Insbesondere dann,
wenn ein einziges Durchgangsloch durch den Isolierfilm in Dickenrichtung des Films
vorgesehen ist, ist das Loch so angeordnet, dass es parallel zur Richtung eines
Vormagnetisierungsstroms verläuft, und die Querschnittsform der Richtung des Durchmessers des
Durchgangslochs ist ein Rechteck, dessen Seiten parallel zur Stromrichtung die langen
Seiten sind. Werden eine Mehrzahl Durchgangslöcher durch den Isolierfilm in seiner
Dickenrichtung vorgesehen, werden die Löcher so angeordnet, dass zumindest zwei von ihnen
parallel zur Stromrichtung verlaufen. In dem Fall, in dem der Absorber ein normaler Leiter
mit hinreichender Dicke ist, werden vom Widerstand ausreichend weit entfernte Positionen
(größer als die Kohärenzlänge) vom Widerstand nicht beeinflusst, so dass sich heiße
Elektronen frei bewegen können. Vom Absorber erzeugte heiße Elektronen diffundieren in den
Absorber und wandern durch die vorgesehenen Löcher zum Widerstand. Die
Geschwindigkeit, mit der sich die heißen Elektronen im gesamten Kalorimeter ausbreiten, wird also durch
den Diffusionskoeffizienten des Absorbers und den mittleren freien Hub bestimmt. Im Fall
von Gold mit einer Größe von 300 µm × 300 µm beispielsweise können die heißen
Elektronen in 1 µs eindiffundieren. Eine Zeit von 1 µs ist im Vergleich zur Zeitkonstanten eines
Kalorimeters (z. B. 100 µs) kurz genug. Dementsprechend werden die Spitzenwerte der
Wellenformen der Impulse eindeutig bestimmt, ungeachtet wo im Absorber Röntgenstrahlen
absorbiert werden, so dass auch keine Positionsabhängigkeit der Impulse gegeben ist, was
eine Verschlechterung der Energieauflösung verhindert.
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Da außerdem der Strom im Absorber durch die beiden parallel zur Stromrichtung
angeordneten Durchgangslöcher fließt, wird der Widerstandswert des Kalorimeters praktisch durch
den Widerstandswert des Absorbers bestimmt. Falls der Widerstandswert kleiner und der
fließende Strom konstant ist, nimmt die vom Strom erzeugte Joule-Wärme ab, wodurch der
thermische Leitwert der Membran abnimmt. Damit wird der Rauschabstand größer, was eine
Verbesserung der Energieauflösung gestattet.
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Der Isolierfilm wird zwischen dem Absorber und dem Widerstand angeordnet, so dass die
Supraleitfähigkeit eines Teils des Widerstands unter dem Isolierfilm durch den
Nachbarschaftseffekt nicht beeinträchtigt wird. Selbst dann, wenn die Absorber- und
Widerstandsfläche fast oder ganz identisch sind, wird die Supraleitfähigkeit des Widerstands mit
Ausnahme des Teils, wo sich der Widerstand und der Absorber berühren, aufrechterhalten.
Folglich wird durch eine Verkleinerung der Berührungsfläche zwischen Widerstand und
Absorber der Abfall der supraleitenden Übergangstemperatur verhindert und die
Übergangsbreite verschmälert, wodurch eine Verbesserung der Energieauflösung und der
Zählrate erzielt wird.
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Im Fall von vier Durchgangslöchern werden zwei Durchgangslöcher parallel zur
Stromrichtung und die beiden anderen senkrecht im Kalorimeter angeordnet.
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Die vom Absorber durch Absorption von Röntgenstrahlen erzeugten heißen Elektronen
diffundieren isotrop in den Absorber. Um die Temperatur des Widerstands gleichmäßig
anzuheben, ist es erforderlich, dass die in den Absorber eindiffundierten heißen Elektronen
den Widerstand so rasch wie möglich erreichen und gleichmäßig in den Widerstand
eindiffundieren. Zwei Löcher sind parallel zum Strom, die beiden anderen Löcher senkrecht
angeordnet, und so können die Elektronen rasch ins Innere des Widerstands gelangen,
ungeachtet wo im Innern des Absorbers die heißen Elektronen erzeugt werden. Da es die
Elektronen sind, die Wärme im Widerstand übertragen, diffundieren die im Absorber
erzeugten Elektronen im Innern des Widerstands, um die Temperatur des Kalorimeters
gleichmäßig und rasch zu erhöhen.
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Somit werden die Spitzenwerte der Impulswellenformen eindeutig bestimmt, ungeachtet wo
im Absorber Röntgenstrahlen absorbiert werden, und somit besteht keine
Positionsabhängigkeit der Impulse, was eine Verschlechterung der Energieauflösung verhindert.
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Ein Material, das nicht durch Fluorwasserstoff geätzt werden kann, wird als Isolierfilm des
Kalorimeters verwendet. Falls z. B. ein Material, das durch Fluorwasserstoff geätzt werden
kann, als eines der Kalorimetermaterialien verwendet wird, wird das Ätzen von Titan durch
Fluorwasserstoff in einer Verfahrensstufe verhindert, da der Isolierfilm als Schutzfilm wirkt.
Insbesondere Tantalpentoxid ist beständig gegen Fluorwasserstoff und lässt sich durch
Sputtern leicht zu einem Film ausbilden.
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Somit kann als Material für den Widerstand des Kalorimeters ein Material verwendet
werden, das durch Fluorwasserstoff geätzt werden kann, wodurch für das Kalorimeter praktisch
keine Einschränkungen hinsichtlich des Widerstandsmaterials bestehen.
Erste Ausführungsform
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Fig. 1A und 1B sind schematische Diagramme eines Kalorimeters gemäß einer ersten
Ausführungsform der Erfindung, das mit einem Isolierfilm 7 zwischen einem Widerstand 4 und
einem Absorber 5 versehen ist. Fig. 1B ist eine Draufsicht und Fig. 1A ist eine Schnittansicht
entlang der Linie A-A' in Fig. 1B. Der Absorber 5 für die Absorption von Röntgenstrahlen ist
dem Widerstand 4 überlagert, dessen Widerstandswert durch die vom Absorber erzeugte
Wärme geändert wird. Der Widerstand 4 ist über supraleitende Leiter 6 mit einem externen
Stromdetektor verbunden. Der Widerstand 4 ist über einer Membran 3 angeordnet. Der
Widerstand 4 wird von einem Supraleiter gebildet und eine von einem ständig im
Widerstand 4 fließenden Strom erzeugte Joule-Wärme und eine vom Absorber 5 erzeugte Joule-
Wärme werden thermisch ausgeglichen und in die Membran übertragen.
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Im Kalorimeter 1 ist die Membran 3 auf einer Platine 2 angeordnet und der Widerstand 4,
der Absorber 5 sowie die supraleitenden Leiter 6 sind über der Membran 3 angeordnet. Der
Isolierfilm 7 ist zwischen dem Widerstand 4 und dem Absorber 5 vorgesehen. Die Membran
3 dient zur Steuerung des Wärmestroms der vom Widerstand 4 erzeugten Wärme, der zur
Platine 2 fließt. Die vom Widerstand 4 erzeugte Wärme ist gering und der für die Membran
erforderliche thermische Leitwert ist beispielsweise nicht höher als 20 nW/K. Als Membran 3
wird ein Dünnfilm aus Siliziumnitrid mit einer Dicke von z. B. max. 1 µm verwendet. Um das
Kalorimeter 1 z. B. bei 400 mK betreiben zu können, muss der Widerstand 4 eine zweilagige
Struktur aus Au (30-40 nm) und 11(60-100 nm) haben. Obwohl die
Übergangstemperatur eines Ti-Dünnfilms ca. 600 mK beträgt, kann sie durch den Nachbarschaftseffekt
aufgrund der zweilagigen Struktur auf 400 mK abgesenkt werden. Der Absorber 5 besteht
vorzugsweise aus einem Material mit niedriger Widerstandsrate, z. B. Gold oder Kupfer, so dass
durch die Absorption von Röntgenstrahlen erzeugte heiße Elektronen rasch eindiffundieren.
Der Isolierfilm 7 dient zur Beschränkung der Elektronenbewegung zwischen dem Widerstand
4 und dem Absorber 5 und ein für die Supraleitfähigkeit typisches Cooper-Paar des von
einem Supraleiter gebildeten Widerstand 4 kann das Eindringen von Elektronen in den
Absorber einschränken. Um den Widerstand 4 und den Absorber 5 teilweise elektrisch zu
verbinden, ist ein Durchgangsloch 8 durch den Isolierfilm 7 in dessen Dickenrichtung
vorgesehen. Falls der Absorber 5 hinreichend dick ist befindet sich ein mit dem Absorber 5 in
Berührung stehender Teil des Widerstands 4 aufgrund des Nachbarschaftseffekts ständig im
normalen leitfähigen Zustand. Das heißt, dass der mit dem Absorber 5 in Berührung
stehende Teil des Widerstands 4 im normalen leitfähigen Zustand gehalten wird, obwohl der Teil
des Widerstands 4 unter dem Isolierfilm 7 bei 400 mK in einen supraleitenden Zustand
übergeht.
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Als Material für den Isolierfilm 7 kann beispielsweise Tantalpentoxid verwendet werden. Das
für den Widerstand 4 verwendete Titan kann durch Fluorwasserstoff geätzt werden und
folglich wird ein durch Fluorwasserstoff nicht ätzbares Material für den Isolierfilm 7
bevorzugt. Tantalpentoxid ist ein Material, das nicht geätzt werden kann.
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Nachstehend wird die Funktionsweise des Kalorimeters 1 beschrieben. Das Kalorimeter 1
wird von einer konstanten Spannung gesteuert und eine Joule-Wärme wird von dem im
Widerstand 1 fließenden Strom erzeugt. Die Joule-Wärme wird in einem thermischen
Gleichgewichtszustand mit der durch die Membran 3 nach außen gehenden Wärme gehalten.
Gelangt die durch Röntgenstrahlen oder dgl. erzeugte Wärme im thermischen
Gleichgewichtszustand in das Kalorimeter 1, steigt der Widerstandswert an und das Kalorimeter 1 geht in
einen thermischen Ungleichgewichtszustand. Da das Kalorimeter 1 ständig unter dem
Zustand der konstanten Spannung ist, erzeugt eine Änderung des Widerstandswertes einen
Stromimpuls, und die Energie der Röntgenstrahlen kann durch Messen des Spitzenwertes
der Wellenform des Stromimpulses erhalten werden. Das in den thermischen
Ungleichgewichtszustand gegangene Kalorimeter 1 geht durch seine thermische
Rückkopplungsfunktion in den thermischen Gleichgewichtszustand wie zuvor zurück. Falls ein Loch parallel zur
Stromrichtung vorgesehen ist wie in Fig. 1A und 1B dargestellt und sich der Widerstand 4 im
normal leitenden Zustand befindet, fließt der Strom nicht im Widerstand 4, sondern im
Absorber 5, da der Absorber 5 aus einem Material wie Gold oder Kupfer einen geringeren
Widerstandswert als der Widerstand 4 hat. Indem der Widerstandswert des Kalorimeters 1
und der thermische Leitwert der Membran 3 niedrig gemacht werden, kann der in den
Widerstand 4 fließende Strom verringert werden. Wird der im Widerstand 4 fließende Strom
auf diese Weise verringert, kann die im Kalorimeter 1 erzeugte Joule-Wärme verringert
werden. Das Kalorimeter 1 wird mit einem Kühler betrieben, der aber eine begrenzte
Kühlleistung hat. Deshalb wird die Joule-Wärme des Kalorimeters 1 verringert, damit die
Kühlleistung des Kühlers nicht überfordert wird. Werden die Joule-Wärme und Röntgenstrahlen vom
Absorber 5 absorbiert, werden die Elektronen in der Nachbarschaft der Fermi-Oberfläche
des Absorbers 5 angeregt und heiße Elektronen erzeugt. Da es sich beim Absorber 5 um
einen normalen Leiter handelt, diffundieren die heißen Elektronen als freie Elektronen in den
Absorber 5. Hat der Absorber 5 eine Größe von 300 µm × 300 µm, dauert die Diffusion
weniger als 1 µs. Die heißen Elektronen diffundieren durch das Loch in den Widerstand 4.
Die heißen Elektronen diffundieren im Widerstand 4 unter den Isolierfilm 7 und dadurch
steigt die Temperatur des Widerstands 4 schließlich gleichmäßig.
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Des Weiteren ist die Wärmekapazität des Kalorimeters 1 für höhere Spitzenwerte der
Wellenformen der Impulssignale zu verringern. Die Zeitkonstante eines Impulssignals ist
gegeben als (Wärmekapazität C)/(thermischer Leitwert G). Da wie oben beschrieben der
thermische Leitwert so niedrig wie möglich sein sollte, sollte die Wärmekapazität für eine kleine
Zeitkonstante niedrig sein. In dem Fall, in dem die Wärmekapazität des Kalorimeters 1
hauptsächlich durch die Wärmekapazität des Widerstands 4 bestimmt wird, sollte das
Volumen oder die Übergangstemperatur des Widerstands 4 klein bzw. niedrig sein. Wenn die
Übergangstemperatur beispielsweise auf 400 mK festgelegt ist, sollte das Volumen
verringert werden, um eine niedrige Wärmekapazität zu erhalten. Die Dicke des Widerstand 4
wird durch die Dicke des ihn bildenden Materials, beispielsweise eine zweilagige Struktur aus
Au (30-40 nm) und Ti (60-100 nm) bei der supraleitenden Übergangstemperatur
bestimmt. Die Fläche des Widerstands 4 sollte deshalb klein sein, um sein Volumen zu
verringern. Bei einer Struktur gemäß dem Stand der Technik muss der Widerstand 4 größer als
der Absorber 5 sein, um eine supraleitende Zone sicherzustellen. Da bei der vorliegenden
Struktur die Supraleitfähigkeit des Widerstands 4 unter dem Absorber 5 durch den Isolierfilm
7 sichergestellt ist, kann der Absorber 5 so groß wie der Widerstand 4 sein. Die Fläche des
Widerstands 4 kann also kleiner als die der Struktur gemäß dem Stand der Technik sein,
womit eine Verbesserung der Energieauflösung erzielt wird.
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Die Steilheit des Gradienten der supraleitenden Übergangstemperatur beim Übergang vom
normalen leitenden Zustand in den supraleitenden Zustand hängt von der Berührungsfläche
zwischen dem Widerstand 4 und dem Absorber 5 ab. Bei größer werdender
Berührungsfläche verschiebt sich die Übergangstemperatur zur Seite der niedrigeren Temperatur und die
Steilheit wird gemildert. Unter Steilheit ist der Steilheitsgrad des Änderungsbetrags des
Widerstandswertes pro Temperatureinheit zu verstehen. Falls sich wie bei der Erfindung ein
Isolierfilm 7 zwischen dem Widerstand 4 und dem Absorber 5 befindet, wird durch das Loch
8 durch den Isolierfilm 7 nur an einem eine elektrische Verbindung erfordernden Teil die
Berührungsfläche zwischen dem Widerstand 4 und dem Absorber 5 verringert und eine
Einschränkung in der Absenkung der Übergangstemperatur sowie die Aufrechterhaltung die
Steilheit werden erzielt.
Zweite Ausführungsform
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Fig. 2B ist ein schematisches Diagramm eines Kalorimeters gemäß einer zweiten
Ausführungsform der Erfindung, das mit vier Löchern versehen ist, wobei zwei parallel zur
Stromrichtung und die beiden anderen senkrecht angeordnet sind. Fig. 2A ist eine Schnittansicht
entlang der Linie A-A' in Fig. 2B.
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Von einem Absorber 5 durch Absorption von Röntgenstrahlen erzeugte heiße Elektronen
diffundieren isotrop in den Absorber. Um die Temperatur eines Widerstands 4 gleichmäßig
anzuheben, ist es erforderlich, dass die in den Absorber 5 eindiffundierten heißen Elektronen
den Widerstand 4 so rasch wie möglich erreichen und gleichmäßig in den Widerstand 4
eindiffundieren. Zwei der vier Löcher 8 sind parallel zum Strom, die beiden anderen senkrecht
angeordnet, und deshalb können die Elektronen rasch ins Innere des Widerstands 4
gelangen, ungeachtet wo im Innern des Absorbers die heißen Elektronen erzeugt werden. Da es
die Elektronen sind, die hauptsächlich Wärme im Widerstand 4 übertragen, diffundieren die
im Absorber 5 erzeugten Elektronen in den Widerstand 4, wodurch die Temperatur des
Kalorimeters 1 gleichmäßig und rasch erhöht wird.
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Somit werden die Spitzenwerte der Impulswellenformen eindeutig bestimmt, ungeachtet wo
im Absorber Röntgenstrahlen absorbiert werden, und somit besteht keine
Positionsabhängigkeit der Impulse, was eine Verschlechterung der Energieauflösung verhindert.
Wirkungen der Erfindung
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(1) Wie oben beschrieben diffundieren aufgrund der Verwendung eines Isolierfilms mit
einem Durchgangsloch durch Absorption von Röntgenstrahlen durch einen Absorber
erzeugte heiße Elektronen rasch und gleichmäßig in den Absorber und können die Temperatur
eines Widerstands durch das Loch erhöhen und die Schwankung der Spitzenwerte der
Wellenformen der im Widerstand erzeugten Stromimpulse beschränken. Außerdem ist der
Isolierfilm zwischen dem Absorber und dem Widerstand vorgesehen, wodurch die
Supraleitfähigkeit des Widerstands unter dem Isolierfilm selbst dann aufrechterhalten wird, wenn der
Absorber und der Widerstand tatsächlich die gleiche Größe haben. Die Erfindung stellt also
ein Kalorimeter bereit, das die Schwankungen der Spitzenwerte der Stromwellenformen
besser beschränken kann und eine höhere Energieauflösung hat als ein dem Stand der
Technik entsprechendes Kalorimeter.
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(2) Wenn eine Mehrzahl der oben beschriebenen Durchgangslöcher vorgesehen ist, werden
mindestens zwei Löcher parallel zur Stromrichtung angeordnet, wobei der meiste Strom im
Kalorimeter im Widerstand fließt. Für den Fall, dass der Absorber ein dicker Metallkörper ist,
ist deshalb der Widerstandswert des Absorbers besonders niedrig, so dass der
Widerstandswert des Kalorimeters gesenkt wird. Durch einen niedrigen Widerstandswert des
Kalorimeters und einen niedrigen fließenden Strom kann die im Kalorimeter erzeugte Joule-Wärme
verringert werden. Die geringe Joule-Wärme bewirkt eine nahezu gleichmäßige
Temperaturverteilung im Innern des Kalorimeters. Die gleichmäßige Temperaturverteilung verringert
die Temperaturschwankung im Kalorimeter und die Energieauflösung des Kalorimeters wird
verbessert.
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(3) In dem Fall, in dem vier Löcher so vorgesehen sind, dass zwei davon parallel zum Strom
und die beiden anderen senkrecht angeordnet sind, können durch die Absorption von
Röntgenstrahlen erzeugte heiße Elektronen den Widerstand durch die Löcher gleichmäßig
erwärmen und die Schwankung der Spitzenwerte der im Widerstand erzeugten Stromimpulse
einschränken. Damit kann ein Kalorimeter mit hoher Energieauflösung bereitgestellt werden.
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(4) In dem Fall, in dem der Isolierfilm aus einem Material besteht, das durch
Fluorwasserstoff nicht geätzt werden kann, wenn das das Kalorimeter bildende Material mit
Fluorwasserstoff geätzt wird, ist ein erheblicher Teil des Kalorimeters gegen Ätzen durch
Fluorwasserstoff geschützt, wodurch es möglich ist, das Kalorimeter in einem Prozess stabil zu
halten. Insbesondere Tantalpentoxid kann auf einfache Weise durch Sputtern bei
Raumtemperatur zu einem Film ausgeformt werden, was den Prozess vereinfacht.