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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betätigen einer
elektromagnetischen Stelleinrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1.
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Aus
der WO 99/34378 ist eine Einrichtung zum Steuern eines elektromechanischen
Stellgeräts bekannt,
bei der das Stellgerät
ein Stellglied und einen Stellantrieb aufweist. Das Stellgerät ist dabei
als elektromagnetischer Ventiltrieb zur Betätigung eines Gaswechselventils
bei einer Brennkraftmaschine ausgestaltet. Das Stellgerät umfasst
ein Stellglied, also hier ein Gaswechselventil, und einen Stellantrieb,
der zwei einander gegenüberliegende
Elektromagnete aufweist, die jeweils mit einer Spule ausgestattet
sind. Ein zwischen den Elektromagneten verstellbar gelagerter Anker
ist mit dem jeweiligen Ventil antriebsverbunden und mittels Rückstellfedern
in einer Ruheposition vorgespannt. Im Betrieb wird der Anker mit
Hilfe der Elektromagnete zwischen zwei Endstellungen hin und her
bewegt, in denen er jeweils an einem der Elektromagnete anliegt.
Die Verstellbewegungen erfolgen dabei mit einer hohen Dynamik, da
sehr kurze Schaltzeiten rea lisiert werden müssen. Um eine störende Geräuschentwicklung und
einen erhöhten
Verschleiß beim
Anlegen des Ankers am Elektromagneten zu vermeiden, ist es wünschenswert,
die Stellbewegung des Ankers so zu steuern, dass dieser beim Anlegen
am Elektromagneten möglichst „weich" landet, d.h. im
Zeitpunkt der Kontaktierung soll eine möglichst geringe Relativgeschwindigkeit
zwischen Anker und Elektromagnet vorliegen.
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Bei
der bekannten Steuerungseinrichtung wird ein weicher bzw. sanfter
Aufprall des Ankers am Elektromagneten dadurch erreicht, dass während der Bewegung
des Ankers der Strom durch die Spule in Abhängigkeit vom Absolutwert und
der zeitlichen Ableitung des Stromes gesteuert wird. Eine aufwändige Positionssensorik
ist dabei nicht erforderlich. Im einzelnen wird dazu zunächst im
Freilaufbetrieb der Spule der Strom durch die Spule erfasst. Desweiteren
wird die zeitliche Ableitung des Stroms durch die Spule ermittelt.
Anschließend
wird ein Quotient aus dem Strom und der zeitlichen Ableitung des
Strom gebildet. Danach wird dieser Quotient mit einem vorbestimmten
Grenzwert verglichen. Die bekannte Vorgehensweise beruht auf der Überlegung,
dass die Geschwindigkeit des Ankers mit dem Quotienten aus dem Strom
und der zeitlichen Ableitung des Stroms korreliert. Dementsprechend
kann durch Vergleichen mit einem vorgegebenen Grenzwert festgestellt
werden, ob der Anker im jeweiligen Zeitpunkt zu schnell oder zu
langsam ist. Wird bei diesen Messungen festgestellt, dass der Anker
zu schnell ist, wird der Spule zusätzlich Energie abgeführt. Falls
der Anker zu langsam ist, wird der Spule mehr Energie zugeführt. Gleichzeitig
wird permanent überprüft, ob der
Strom durch die Spule oberhalb eines Mindeststroms liegt. Solange
dies der Fall ist, wird die Quotientenbildung und Anpassung des
Spulenstroms durchgeführt.
Sobald jedoch der Mindeststrom unterschritten wird, werden zunächst ein
erhöhter
Haltestrom bis zum Anliegen des Ankers am Elektromagneten und anschließend ein
reduzierter Haltestrom angelegt.
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Die
Realisierung des bekannten Steuerungs- bzw. Regelungskonzepts ist
relativ aufwändig,
da die Regelgröße, also
der Strom durch die Spule, zunächst
gemessen und anschließend
differenziert werden muss, worunter die Zuverlässigkeit und Stabilität des bekannten
Prinzips leiden kann.
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Die
vorliegende Erfindung beschäftigt
sich mit dem Problem, für
ein Verfahren der eingangs genannten Art eine verbesserte Ausführungsform
anzugeben, die insbesondere zuverlässig arbeitet und preiswert
realisierbar ist.
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Dieses
Problem wird erfindungsgemäß durch
die Gegenstände
der unabhängigen
Ansprüche
gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen
sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
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Die
Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, für die Bewegung des Ankers eine
Sollkurve für
den Spulenstrom durch die Spule vorzugeben, der geregelt werden
soll. Die Sollkurve ist dabei zweckmäßig so gewählt, dass sich für den Anker
eine hinreichende, jedoch möglichst
kleine Endgeschwindig keit beim Anlegen an den fangenden Elektromagneten
ergibt. Hierdurch können
Materialverschleiß und
Geräuschentwicklung
reduziert werden. Die Erfindung nutzt hierbei die Erkenntnis, dass
der Spulenstrom mit der Ankergeschwindigkeit korreliert, so dass
durch die Vorgabe eines Sollstromverlaufs ein für einen sanften Anschlag gewünschter
Geschwindigkeitsverlauf erzielt werden kann, ohne dass hierzu die
Geschwindigkeit des Ankers gemessen werden muß.
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Von
besonderer Bedeutung ist bei der vorliegenden Erfindung, dass sämtliche
Meßgrößen und Regelgrößen zeitdiskret
vorliegen, die in einem Prozessor zur Steuerung und/oder Regelung
der Spulenbestromung ohnehin vorhanden und leicht verfügbar sind.
Insbesondere können
digitale oder analoge zeitliche Ableitungen des Stromes vermieden
werden. Das erfindungsgemäße Steuerungs-
und/oder Regelungsprinzip kommt daher mit besonders einfach ermittelbaren
Größen aus
und arbeitet besonders zuverlässig
und stabil. Des weiteren sind die durchzuführenden Rechenoperationen einfach
und mit wenig Rechenzeit realisierbar, so dass es insbesondere möglich ist,
eine Vielzahl von Soll-Ist-Vergleichen während der Ankerbewegung vorzunehmen.
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Die
Spulenstrom-Sollwerte können
grundsätzlich
in einer beliebigen Form vorgegeben werden, so dass sie besonders
einfach mit den Spulenstrom-Istwerten verglichen werden können. Beispielsweise
ist es möglich,
einen optimalen Sollwert-Verlauf
empirisch oder rechnerisch zu ermitteln. Der so gefundene Sollwert-Verlauf
kann beispielsweise als Kennlinie abgelegt und bereitgestellt werden.
Ebenso ist es möglich,
mehrere Sollkurven in Abhängigkeit
eines oder mehrerer Parameter in einem Kennfeld abzulegen, so dass
jeweils die am besten geeignete Sollkurve in Abhängigkeit des jeweiligen Parameters
abgerufen werden kann.
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Des
weiteren ist es möglich,
den Sollverlauf aus einem Anschwingvorgang des Schwingungssystems,
das aus Stellglied, Anker, Elektromagnet und Rückstelleinrichtung gebildet
ist, zu ermitteln. Insbesondere bei solchen Ausführungsformen, bei denen der
elektromagnetische Stellantrieb zwei Elektromagnete aufweist, an
denen der Anker wechselseitig zur Anlage kommt, ist die Ruheposition
des Ankers etwa mittig zwischen den beiden Elektromagneten angeordnet.
Wenn die Stelleinrichtung außer
Betrieb ist, sind beide Elektromagnete nicht bestromt, so dass der
Anker diese Ruheposition einnimmt. Zum Starten der Stelleinrichtung
muß der
Anker mit Hilfe eines Anschwingvorgangs, bei dem die beiden Elektromagnete
wechselweise bestromt werden, an einem der Elektromagnete zur Anlage
gebracht werden. Der Anschwingvorgang ist erforderlich, da die Rückstelleinrichtung
in der Regel so starke Rückstellkräfte erzeugt,
dass keiner der Elektromagnete den Anker aus der Ruheposition heraus
soweit anziehen kann, dass er daran zur Anlage kommt. Die vorgeschlagene
Erfindung kann die zusätzliche
Erkenntnis nutzen, dass der Anschwingvorgang charakteristisch für das jeweilige
Schwingungssystem ist. Insbesondere kann der Anschwingungsvorgang
zum Auffinden einer optimalen oder besonders geeigneten Sollwertkurve
für die
Spulenbestromung dienen.
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Entsprechend
einer anderen Ausführungsform
kann der Soll-Verlauf
für einen
aktuellen Stellvorgang des Ankers in Abhängigkeit wenigstens eines Ist-Verlaufs
eines vorangehenden Ankerstellvorgangs adaptiert werden. Bei dieser
Ausführungsform wird
die Erfassung des Ist-Verlaufs zur Auswertung des aktuellen Regelungsverhaltens
verwendet. Beispielsweise kann dadurch die Sollkurve an sich ändernde
Betriebsbedingungen der Stelleinrichtung bzw. der Peripherie der
Stelleinrichtung angepasst werden. Beispielsweise kann sich die
Charakteristik der Rückstelleinrichtung
in Abhängigkeit
der Umgebungstemperatur ändern.
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Weitere
wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen, aus
den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand
der Zeichnungen.
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Es
versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend
noch zu erläuternden Merkmale
nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in
anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne
den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird in der
nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert, wobei
sich gleiche Bezugszeichen auf gleiche oder funktional gleiche oder ähnliche
Bauteile beziehen.
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Es
zeigen, jeweils schematisch,
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1 eine stark vereinfachte
Prinzipdarstellung einer elektromagnetischen Stelleinrichtung,
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2 ein Diagramm des Stromverlaufs durch
die Spule in Abhängigkeit
der Zeit.
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Entsprechend 1 umfasst eine elektromagnetische
Stelleinrichtung 1 einen elektromagnetischen Stellantrieb 2 sowie
ein damit antriebsverbundenes, hier jedoch nicht gezeigtes Stellglied.
Je nach Art der Stelleinrichtung 1 kann das Stellglied beispielsweise
ein Ventil oder eine Klappe oder ein beliebiges anderes Stellorgan
sein. Vorzugsweise handelt es sich bei der Stelleinrichtung 1 um
eine Hochgeschwindigkeitsstelleinrichtung zur Betätigung eines
Lufttaktventils, das in einem Ansaugtrakt einer Brennkraftmaschine
angeordnet ist. Ebenso ist eine Ausführungsform möglich, bei
welcher die Stelleinrichtung 1 als elektromagnetischer
Ventiltrieb für
ein Gaswechselventil einer Brennkraftmaschine ausgebildet ist.
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Bei
der hier gezeigten Ausführungsform
ist das nicht gezeigte Stellglied mit einer Antriebswelle 3 antriebsverbunden,
die um eine Drehachse 4 drehbar gelagert ist. Mit der Antriebswelle 3 fest
verbunden ist ein Anker 5, der mit Hilfe von zwei Elektromagneten 6 zwischen
zwei Stellungen umschaltbar ist. Jeder Elektromagnet 6 besitzt
wenigstens eine Spule 7 und kann wie hier außerdem mit
einem Kern 8 ausge stattet sein. In der einen Endstellung
liegt der mit durchgezogenen Linien gezeigte Anker 5 an
dem einen Elektromagneten 6 bzw. an dessen Kern 8 an.
In der anderen Endstellung liegt der mit unterbrochenen Linien dargestellte
Anker 5 entsprechend am anderen Elektromagneten 6 bzw.
an dessen Kern 8 an. Der Anker 5 verschwenkt beim
Verstellen zwischen seinen Endstellungen um die Drehachse 4,
wobei er über
die Antriebswelle 3 das damit gekoppelte Stellglied mitnimmt.
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Zwischen
den beiden Endlagen besitzt der Anker 5 noch eine Ruheposition,
in welche der Anker 5 mit Hilfe einer hier nicht gezeigten
Rückstelleinrichtung
vorgespannt ist. D.h., wenn beide Elektromagnete 6 unbestromt
sind, zwingt die Rückstelleinrichtung
den Anker 5 in diese Ruheposition. Die Rückstelleinrichtung
kann beispielsweise durch eine mit der Antriebswelle 3 gekoppelten
Torsionsfeder gebildet sein, deren Neutrallage in der Ruheposition
vorliegt und die beim Drehen des Ankers 5 in die eine oder
in die andere Endstellung gespannt wird. Die Ruheposition des Ankers 5 liegt
regelmäßig etwa
mittig zwischen den Endlagen.
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Im
Betrieb des Stellantriebs 2 wird der Anker 5 bei
jedem Schaltvorgang von der einen Endstellung in die andere Endstellung
umgeschaltet. Sowohl bei einer Anwendung als Ventiltrieb für ein Gaswechselventil
als auch bei einer Anwendung als Lufttaktventil, muss der Stellantrieb 2 extrem
kurze Stellzeiten realisieren. Hierzu werden die Spulen 7 der
Elektromagnete 6 in geeigneter Weise bestromt.
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Zur
Betätigung
der Stelleinrichtung 1 ist eine Vorrichtung 9 vorgesehen,
die eine Steuerung- und/oder Regelungseinrichtung 10 aufweist.
Diese Steuerungs- und/oder Regelungseinrichtung 10 ist so
ausgestaltet, dass sie den Strom durch die Spulen 7 gemäß dem nachfolgend
beschriebenen, erfindungsgemäßen Verfahren
einstellen kann. Zu diesem Zweck ist die Steuerungs- und/oder Regelungseinrichtung 10 über Kabel 11 mit
den Spulen 7 sowie über
weitere, hier nicht gezeigte Kabel mit einer entsprechenden Energieversorgungseinrichtung
verbunden.
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Die
Funktionsweise des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird im folgenden anhand des Diagramms gemäß 2 näher
erläutert.
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Das
Diagramm gemäß 2 zeigt den zeitlichen Verlauf
des Spulenstroms I durch die Spule 7 des fangenden Elektromagneten 6 während eines Stellvorgangs
des Ankers 5, bei dem sich der Anker 5 von der
einen Endstellung in die andere Endstellung bewegt. Zum Zeitpunkt
t0 beginnt der Schaltvorgang. Bis zu diesem
Zeitpunkt t0 liegt der Anker 5 an dem
einen, dem abgebenden Elektromagneten 6 an, der ihn mit
einer geeigneten Haltekraft in dieser ersten Endstellung festhält. Zum
Zeitpunkt t0 wird diese Haltekraft ausgeschaltet,
so dass nun die Rückstellkraft
der Rückstelleinrichtung
den Anker 5 in Richtung Ruheposition beschleunigt. Dabei
wird potentielle Energie der Rückstelleinrichtung
in kinetische Energie des Ankers 5 umgewandelt. Mit dem
Abheben des Ankers 5 vom abgebenden Elektromagneten 6 oder
zeitlich verzögert
beginnt eine in 2 mit
einer geschweiften Klammer gekennzeichne te Vorstromphase A der Ankerbewegung.
Zum Zeitpunkt t0 beginnt bei der hier gezeigten
Ausführungsform
auch die Bestromung der Spule 7 des anderen, also des fangenden
Elektromagneten 6.
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Während dieser
Vorstromphase A steigt der Spulenstrom I mit systemeigener Charakteristik
an, und zwar bis auf einen vorbestimmten Vorstrom IV.
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Zum
Zeitpunkt t1 beginnt eine Regelungsphase
B der Ankerbewegung, die in 2 ebenfalls durch
eine geschweifte Klammer gekennzeichnet ist und bis zu einem Zeitpunkt
t2 andauert. Zum Zeitpunkt t2 kommt
der Anker 5 am fangenden Elektromagneten 6 zur
Anlage. Spätestens
zu diesem Zeitpunkt t2 wird ein Haltestrom
IH an der Spule 7 des fangenden
Magneten 6 eingestellt, der konstant sein kann.
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Erfindungsgemäß ist für die Regelungsphase
B eine Sollkurve für
Spulenstrom-Sollwerte ISOLL vorbestimmt.
Der Sollverlauf der Spulenstrom-Sollwerte ISOLL ist
zweckmäßig so gewählt, dass
sich eine minimale, jedoch hinreichende Endgeschwindigkeit für den Anker 5 ergibt,
die ausreicht, den Anker 5 „sanft" am fangenden Elektromagneten 6 bzw.
an dessen Kern 8 zur Anlage zu bringen, und zwar so, dass
der Anker 5 anschließend
mit dem Haltestrom IH am fangenden Elektromagneten 6 sicher
festgehalten werden kann. Der zeitliche Verlauf der Sollwerte ISOLL, also die Sollstromkurve ISOLL (t)
des Spulenstroms I kann beispielsweise empirisch durch Experimente
ermittelt werden. Ebenso ist es möglich, Simulationsrechnun gen
zum Auffinden des optimalen Kurvenverlaufs durchzuführen. Durch
die Vorgabe der Sollkurve für
die Spulen-Sollströme ISOLL können
insbesondere auch Effekte berücksichtigt
werden, die sich unmittelbar vor Anlegen des Ankers 5 am
jeweiligen Elektromagneten 6, also bei engen Spaltabständen besonders
stark bemerkbar machen. Dies gilt insbesondere für nicht-lineare Zusammenhänge, die
sich besonders einfach durch die Vorgabe der Sollkurve für die Spulenstrom-Sollwerte ISOLL berücksichtigen
lassen.
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Die
Sollkurve der Spulenstrom-Sollwerte ISOLL besitzt
hier beispielsweiese einen abfallenden Verlauf, d. h. die Sollströme ISOLL fallen ab dem Zeitpunkt t1 vom
Vorstrom IV ständig ab. Dabei ist der Stromabfall
zu Beginn der Regelungsphase B, also in der Nähe des Zeitpunkts t1 sehr flach, während der Spulenstrom I gegen
Ende der Regelungsphase B, also in der Nähe des Zeitpunkts t2 sehr steil abfällt.
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In 2 ist exemplarisch außerdem eine
andere, besonders einfach strukturierte Sollkurve für die Spulenstrom-Sollwerte I'SOLL eingetragen,
die als Gerade ausgebildet ist und mit konstanter Steigung vom Vorstrom
IV im Zeitpunkt t1 zum
Haltestrom IH im Zeitpunkt t2 führt. Dieser
geradlinige Sollverlauf kann besonders einfach berechnet werden.
Es hat sich jedoch gezeigt, dass der andere, oberhalb des geradlinigen
Sollverlaufs liegende Sollverlauf erheblich stabiler arbeitet und
gegenüber
Störungen
weniger anfällig
ist. Grundsätzlich
sind auch andere Verläufe
für die
Sollkurve möglich.
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Die
erfindungsgemäß vorgeschlagene
Regelung arbeitet wie folgt:
Zum Zeitpunkt t0 beginnt
mit dem Anlegen der Betriebsspannung die Stromzuführung zur
Spule 7 des fangenden Elektromagneten 6. Die Energiezuführung in
die Spule 7 endet bei Erreichen des Zeitpunkts t1. Die Zunahme des Spulenstroms I endet beispielsweise
ebenfalls im Zeitpunkt t1. Bei sich ändernden
Systemparametern ist es möglich,
dass sich zum Zeitpunkt t1 ein anderer Strom
als der Vorstrom IV einstellt.
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Beispielsweise
steigt der Spulenstrom I steiler an und erreicht im Zeitpunkt t1 einen höheren
Vorstrom I'V. Ebenso kann der Stromanstieg in der Vorstromphase
A flacher ausfallen, so dass im Zeitpunkt T1 ein
Vorstrom I''V vorliegt,
der niedriger als der „ideale" Vorstrom IV ist.
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Der
Zeitpunkt t1, ab dem die Regelungsphase
B beginnt, ist zweckmäßig so gewählt, dass
bis zu diesem Zeitpunkt keine oder im wesentlichen keine Wechselwirkung
zwischen dem Anker 5 und der Spule 7 des fangenden
Elektromagneten 6 auftritt. Üblicherweise wird die Bestromung
in der Vorstromphase A solange aufrecht erhalten, bis der vorbestimmte Zeitpunkt
t1 erreicht ist.
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Ab
einem Zeitpunkt t3, der vor dem Zeitpunkt t1, also vor dem Beginn der Regelungsphase
B liegt, beginnt die Steuer- und/oder
Regelungseinrichtung 10 den tatsächlich durch die Spule 7 fließenden Strom
zu messen, also den Istspulenstrom IIST.
Die Messwerterfassung erfolgt dabei zweckmäßig bei einer konstanten Messfrequenz,
d.h. die Zeitabstände zwischen
aufeinanderfolgenden Messung des Iststroms IIST sind
konstant.
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Im
vorliegenden Fall ist in einem Anfangsbereich C, der in 2 durch eine geschweifte
Klammer repräsentiert
ist und sich vom Zeitpunkt t3 bis zu einem
nach dem Zeitpunkt t1 liegenden Zeitpunkt
t4 erstreckt, eine erhöhte Messfrequenz eingestellt,
um Abweichungen zu Beginn der Regelungsphase B besser berücksichtigen
zu können.
Bei der vorliegenden Variante besitzt die Regelungsphase B außerdem einen
Endabschnitt D, der in 2 durch
eine geschweifte Klammer gekennzeichnet ist und den Zeitpunkt t2 umfasst. In diesem Endabschnitt D kann die
Messfrequenz vergrößert werden,
d.h. pro Zeiteinheit werden mehr Iststrommessungen durchgeführt, insbesondere
wieder mit einer konstanten Frequenz. Zwischen dem Anfangsabschnitt
C und dem Endabschnitt D herrscht dementsprechend eine andere, kleinere,
vorzugsweise konstante, Messfrequenz.
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Während der
Regelungsphase B findet bei mehreren, insbesondere bei sämtlichen
Messzeitpunkten ein Soll-Ist-Vergleich zwischen dem jeweils gemessenen
Istspulenstrom IIST und dem vorgegebenen
Sollspulenstrom ISOLL statt. Hierzu wird
zweckmäßig beim
jeweiligen Mess- oder Vergleichszeitpunkt eine Differenz zwischen
dem Spulenstrom-Istwert IIST und dem Spulenstrom-Sollwert
ISOLL ermittelt. Diese Differenz entspricht in 2 beim jeweiligen Mess- oder
Vergleichszeitpunkt dem vertikalen Abstand zwischen dem Verlauf
der Spulenstrom-Istwerte IIST und dem Verlauf
der Spulenstrom-Sollwerte ISOLL.
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Erfindungsgemäß wird nun
der Spulenstrom I in Abhängigkeit
des Soll-Ist-Vergleichs der Spulenströme I, also in Abhängigkeit
der ermittelten Differenzen zwischen Spulenstrom-Istwert IIST und
Spulenstrom-Sollwert ISOLL geregelt. Der
Regeleingriff bemisst sich dabei zweckmäßig nach dem Betrag und/oder
nach der Richtung der gemessenen Abweichung zwischen Sollwert und
Istwert des Spulenstroms I. Im vorliegenden Fall ist der Spulenstrom-Istwert
IIST kleiner als der Spulenstrom-Sollwert
ISOLL. Dies bedeutet, dass der Regler bzw.
die Steuerungs- und/oder Regelungseinrichtung 10 die Stromzuführung zur
Spule 7 erhöht.
Da die Abweichung zwischen Istwert und Sollwert hier zu Beginn der
Regelungsphase B relativ groß ist,
könnte
es zweckmäßig sein,
den Regeleingriff entsprechend groß auszuwählen, d.h. entsprechend viel
Strom bzw. Energie der Spule 7 zuzuführen. Um ein Überschwingen
der Regelung zu vermeiden, wird jedoch im vorliegenden Fall der
Regelungseingriff nicht sehr groß gewählt, so dass sich für den Istverlauf
der Spulenstrom-Istwerte IIST nur ein relativ
sanfter Anstieg ergibt. Bei der vorliegenden Regelung wird somit
die zeitliche Relativlage des einzelnen Mess- oder Vergleichszeitpunkts
innerhalb der Zeitdauer der Regelungsphase B bei der Bestimmung
des Regeleingriffs berücksichtigt.
Ziel der Regelung ist es, den Istverlauf der Spulenstromistwerte
IIST möglichst
sanft, also mit möglichst
wenig Regelungsbedarf, in den Sollverlauf der Spulenstrom- Sollwerte ISOLL zu überführen. D.h.,
die Abweichungen zwischen Spulenstrom-Sollwert ISOLL und Spulenstrom-Istwert
IIST sollen im Verlauf der Ankerbewegung
immer kleiner werden.
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Für den Fall,
dass der Spulenstrom-Istwert IIST größer ist,
als der erforderliche Spulenstrom-Sollwert ISOLL,
wird der Spule 7 Strom bzw. Energie entzogen, um den Abstand
zwischen Sollverlauf und Istverlauf zu reduzieren.
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Die
Zuführung
von Energie bzw. Strom zur fangenden Spule 7 und die Abführung von
Energie bzw. Strom aus der fangenden Spule 7 erfolgt bei
der Erfindung zweckmäßig in vorgegebenen,
portionierten Einheiten, was den Steuerungsaufwand reduziert. Es
ist klar, dass auch ganzzahlige Vielfache der einzelnen Portionen
an Energie oder Strom zugeführt bzw.
abgeführt
werden können.
Die portionsweise Zuführung
bzw. Abführung
von Strom oder Energie erfolgt dadurch, dass während einer vorbestimmten Zeitspanne
zur Energiezuführung
die Spule 7 an einen Energiespeicher angeschlossen oder
dass an die Spule 7 eine Betriebsspannung angelegt wird. Zur
Energieabfuhr wird die Energie dem Energiespeicher zugeführt oder
in die Betriebsspannungsquelle rückgespeist.
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Der
Sollverlauf der Spulenstrom-Sollwerte ISOLL kann
bei einer einfachen Ausführungsform
in der Steuerungs- und/oder Regelungseinrichtung 10 in
einem entsprechenden Speicher als Kennlinie abgelegt sein. Bei dieser
Ausführungsform
geht die Steuerungs- und/oder Regelungseinrichtung 10 mit
dem jeweiligen Mess- oder Vergleichszeitpunkt in die Kennlinie,
um daraus den zugehörigen
Sollwert, direkt oder durch Interpolation herauszulesen. Anschließend kann
der so ermittelte Sollwert mit dem gemessenen Istwert verglichen
werden.
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Ebenso
ist es möglich,
die vorbestimmte Sollkurve als Algorithmus, z.B. als Näherungsgleichung,
abzulegen. Bei dieser Variante kann die Steuerungs- und/oder Regelungseinrichtung 10 zu
jedem beliebigen Mess- oder Vergleichszeitpunkt den passenden Sollwert
in Echtzeit berechnen, um ihn mit dem gemessenen Istwert zu vergleichen.
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Während des
Betriebs der Stelleinrichtung 1 können sich unterschiedliche
Parameter der Stelleinrichtung 1 oder Umgebungsbedingungen
der Stelleinrichtung 1 verändern. Diese Veränderungen
der Randbedingungen können
sich auf das durch Stellglied, Anker 5, Elektromagneten 6 und
Rückstelleinrichtung
gebildete Schwingungssystem auswirken. Beispielsweise kann die Federkennlinie
der Rückstelleinrichtung
von der Temperatur abhängen.
Die optimale Sollkurve kann sich jedoch mit der Charakteristik des
Schwingungssystems ändern.
Dementsprechend kann es zweckmäßig sein,
mehrere Sollverläufe
in Form von Kennlinien in einem Kennfeld abzuspeichern, wobei dann
Kennlinien in Abhängigkeit
wenigstens eines Parameters der Stelleinrichtung 1 bereitgestellt
werden. Beispielsweise kann für unterschiedliche
Temperaturintervalle jeweils eine andere, entsprechend angepasste
Sollkurve abgelegt sein. Es ist klar, dass der Einfluss eines oder mehrerer
Parameter grundsätzlich
auch in einem entsprechenden Algorithmus berücksichtigt werden kann.
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Der
Temperatureinfluss ist insbesondere bei der weiter oben angesprochenen,
bevorzugten Anwendungsform der erfindungsgemäßen Stelleinrichtung 1 von
besonderem Interesse. Sofern die Stelleinrichtung 1 bei
einer kalten Brennkraftmaschine zur Anwendung kommt, liegen beim
Starten der Brennkraftmaschine erheblich tiefere Temperaturen vor
als zu einem späteren
Zeitpunkt, zu dem die Brennkraftmaschine ihre normale Betriebstemperatur
erreicht hat. Hierbei können
sich beträchtliche
Temperaturunterschiede ausbilden.
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Die
während
der Vorstromphase A in die Spule 7 eingespeiste Energie
ist im Idealfall so groß, dass
sie ausreicht, den Anker 5 ohne Regeleingriff mit der gewünschten
Endgeschwindigkeit am anziehenden Elektromagneten 6 zur
Anlage zu bringen. Durch Auswerten des Istverlaufs der Spulenstrom-Istwerte IIST, insbesondere durch eine Auswertung der
während
der Regelungsphase B auftretenden Regeleingriffe, ist es möglich, die
Vorstromphase A zu beeinflussen. Ziel ist es, dabei bei den nachfolgenden
Schaltzyklen bzw. Ankerbewegungen den Regelungsbedarf zu reduzieren.
Die Vorstromphase A kann beispielsweise dadurch variiert werden,
dass der Zeitpunkt t1 nach früh oder nach
spät, insbesondere
um einen vorbestimmten Betrag, verschoben wird. Zusätzlich oder
alternativ kann der Vorstrom IV in seiner
Höhe variiert
werden. Dementsprechend kann die Vorstromphase A für den aktuellen
Stellvorgang des Ankers 5 in Abhängigkeit des Istverlaufs von
einem oder mehreren vorausgehenden Ankerstellvorgängen adaptiert
werden.
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In
entsprechender Weise ist es ebenso möglich, den Sollverlauf der
Spulenstrom-Sollwerte ISO LL für den aktuellen
Stellvorgang des Ankers 5 in Abhängigkeit des Istverlaufs eines
oder mehrerer vorausgehender Ankerstellvorgänge zu adaptieren. Hierzu kann
es beispielsweise zweckmäßig sein,
das Auftreffverhalten des Ankers 5 am Elektromagneten 6 genauer
zu untersuchen, um für
nachfolgende Stellvorgänge
die Sollkurve zu optimieren. Im Idealfall kann eine adaptive Regelung
bereitgestellt werden, die sich selbst permanent optimiert und die
sich insbesondere automatisch an sich ändernde Betriebsbedingungen
der Stelleinrichtung 1 anpassen kann.
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Von
besonderer Bedeutung ist jedoch, dass die gewählte Regelung durch die Vorgabe
einer mit großer
Wahrscheinlichkeit zielführenden
Sollkurve sehr zuverlässig
und stabil arbeitet und wenig störanfällig ist.
Auf diese Weise kann für
die Stelleinrichtung 1 eine ordnungsgemäße Funktion erreicht werden, wobei
gleichzeitig Schallemmisionswerte, Verschleißerscheinungen und Bauteilbelastungen
reduziert sind.
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Vorteilhaft
ist außerdem,
dass die durchzuführenden
Messungen und/oder Rechenoperationen relativ einfach durchführbar sind
und dementsprechend wenig Rechenleistung und Rechenzeit beanspruchen.
Insbesondere können
somit relativ viele Soll-Ist-Vergleiche
und Regelungseingriffe während der
Regelungsphase B durchgeführt
werden, was die Qualität
der Regelung erheblich verbessert.