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Beschreibung
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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Sammeln
von Wasser aus der Luftfeuchtigkeit gemäß des Oberbegriffs des Patentanspruchs
1.
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Stand der
Technik
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Die
Gewinnung von sauberem Trinkwasser stellt bei rapider Abnahme des
Grundwasserspiegels ein immer größer werdendes
Problem da. Eine Grundwasserspiegel neutrale Wassergewinnung besteht
in der Nutzung der Luftfeuchtigkeit. Zur Gewinnung von Wasser aus
der Luftfeuchtigkeit wird Kälteleistung
benötigt, die
man durch Strahlungsaustausch gewinnen kann. Dabei wird Wärmeenergie
durch Strahlungsaustausch mit der höheren Atmosphäre abgeführt.
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Erfolgreich
sind bisher die Vorrichtungen zur Trinkwassergewinnung aus Nebel
in Küstenregionen
zum Einsatz gekommen. Bei geringerer Luftfeuchtigkeit sind bisher
nur Anlagen mit erhöhtem
technischen Aufwand vorgeschlagen (
DE19811275 A ,
DE19838463 A ,
DE19903649 A ,
DE
19734887 ) worden. Allerdings ist der wirtschaftliche Aufwand
hoch. Die vorgeschlagenen Anlagen stehen daher eher in direkter
Konkurrenz zu einer häufig
nur geringfügig
teureren Tiefbrunnenbohrung.
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Zur
Wassergewinnung aus der Luftfeuchtigkeit sollte die Wärme genutzt
werden, die ein Körper
an den sonnenabgewandten Himmel durch Strahlungsaustausch abgibt.
Gerade in Gebieten, die unter Trockenheit leiden, ist nachts der
Himmel klar und wolkenlos und die Abstrahlung führt zu einer starken Abkühlung. Ausreichend
große
Körper
(Steine) sind noch in den Morgenstunden so kalt, dass an ihrer Oberfläche Wasser
kondensiert (Tau). Durch die geringe Masse dieser Körper ist
die Taupunkttemperatur aber bald überschritten. Größere Körper können sich
in der Nacht nicht bis unter die Taupunkttemperatur der feuchten
Luft des Tages abkühlen,
da sie am Tage durch Sonneneinstrahlung eine erhöhte Wärmemenge tragen oder bedingt
durch ihre Lage nur teilweise ihre am Tage gewonnene Wärmemenge
durch Wärmestrahlung
in der Nacht abgeben.
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Im
Patent
GB 2209683 A werden
Vorrichtungen beschrieben, in denen die zur Kondensation genutzte Oberfläche durch
Wärmeleitung
mit einer wärmeabstrahlenden
Oberfläche
verbunden ist. Die Umgebungsluft wird dort mittels natürlicher
Konvektion oder durch Zuhilfenahme eines sonnenerwärmten Schornsteins
angesaugt und an dieser Oberfläche
vorbeigeführt.
In der Offenlegungsschrift
DE
10114 089 A1 wird der ausgekühlte Körper hierzu, des Tages, von
außen
isoliert. Die dort verwendeten Mengen an Isoliermaterial führen in Transport
und Erstellungsaufwendungen zu einer erheblichen Verteuerung der
Anlage. Zudem wird ein Teil der Oberfläche des abgekühlten Körpers zur
Kondensation nicht genutzt.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zur Gewinnung von Wasser aus der Luftfeuchtigkeit zu entwickeln,
die die benötigte
Menge an Isolierungsmaterial und somit das Bauvolumen und Gewicht
von Luftfeuchtigkeitskondensationsanlagen zu reduzieren und die
effektiv nutzbare Kondensationsfläche zu erhöhen um hierdurch die Transportierbarkeit,
Effektivität
und Wirtschaftlichkeit von Luftfeuchtigkeitskondensationsanlagen
zu verbessern.
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Diese
Aufgabe wird in Verbindung mit dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 erfindungsgemäß durch
die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
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In
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
soll die in der Nacht durch Strahlungsaustausch gewonnene Kälteleistung
am Tage möglichst
vollständig
zur Kondensatbildung genutzt werden. Hierzu wird die Umgebungsluft
am Tage von einem sonnenerwärmten
Schornstein angesaugt und an dem in der Nacht mit Hilfe verspiegelter
Elemente ausgekühlten
Körper
abgekühlt.
Der abgekühlte
Luftstrom wird je nach Temperatur gedrosselt und nach Ablauf des
Kondensationsprozesses mittels Gegenstrom mit der zugeführten Luft
erwärmt. Ein
beweglicher Teil des Gegenstromwärmetauschers
wird am Tage genutzt, um den ausgekühlten Körper abzudecken. Die somit
erzielte geregelte Luftführung
um den ausgekühlten
Körper
reduziert die bisher notwendige Isolierung.
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Um
im Sommer bei 28°C
und 70% relativer Luftfeuchtigkeit noch am Kondensator Wasser kondensieren
zu lassen, ist nach dem Mollier Diagramm von Prof. Dr.-Ing. W. Häußler eine
maximale Temperatur von 21 °C
bzw. 294 K notwendig. Nach dem Stephan-Boltzmann-Gesetz ergibt damit eine Strahlungs-Kälte-Leistung als
Differenz von Ab- und Einstrahlung von
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Nimmt
man zur Sicherheit einen Emissionsgrad von 0.93 und eine notwendige
Abkühlung
der Vorrichtung auf 10°C
bis 15°C
an, so kann man eine Kälteleistung
von 85 bis 110 W/m2 ernten. Nimmt man eine
Ladezeit von 10 Stunden (Nacht) an, so ergeben sich bei einer Temperatur
der Kondensatorfläche
von 10 °C
eine geerntete Kältearbeit
von 0,83 kWh/m2. Um diese zu speichern benötigt man
unter der Annahme einer Temperaturdifferenz von 10 K 71 L Wasser,
was einer Wasserschicht von 7,2cm entspricht. Zur Aufnahme der Wärmemenge
würde auch
eine 18 cm starke Sandschicht ausreichen. Die Wärmeleitung müsste allerdings
bei Verwendung von Sand oder Lehm durch interne Metallstreifen oder
möglicherweise
durch Luftkanäle
erreicht werden. Da Wasser als Produkt der Anlage später als
regionaler Baustoff zur Verfügung
steht, wurde dieser hier in der 2,
ff als Wärmeträger mit
feuchtem (20%) Sand oder Lehm für
den schematische Aufbau verwendet. Diese Aufbauweise aus Textilmembran
hat gegenüber
einer reinen Wasserschicht den Vorteil, dass ohne Wasser mit geringer
Sandfüllung
ein Betriebsanlauf der Anlage möglich
ist. Zudem benötigt
dieser Aufbau gegenüber
einer reinen Wasserschicht nur etwa halb so viel Wasser in der Erstellung.
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In
einer weiteren Ausführungsform
kann der flüssige
Wärmeträger (Wasser)
zum Beispiel durch Schläuche
mit einem Nachtluftkühler
in Verbindung gebracht werden. Anlagen zur Wassergewinnung aus der Luft
die die benötigte
Kälteleistung
aus der kalten Nachtluft gewinnen sind z.B. in der Offenlegungsschrift
DE 2810269 beschrieben.
Die dort erzielbare mindest Temperatur liegen oberhalb derer die
durch Strahlungsaustausch erreicht werden. In dieser Ausführungsform
der Erfindung würde
zumindest in der ersten Nachthälfte beide
Aggregate dazu beitragen den Körper
abzukühlen.
Der Nachtluftkühler
kann hier aus Folien bestehen die so zusammengeschweißt sind
das sich wasserführende
Kühlschlangen
oder Rippen bilden. Diese so präparierten
Folien sind mit den Vor und Rücklauf
an mindestens einen Segment des Körpers verbunden. Der Körper liegt
vom Niveau tiefer als der Nachtluftkühler, so dass durch freie Konvektion
des Wärmeträgers der
Körper
am kältesten
bleibt. Dies kann weiter durch ein Stellglied sichergestellt werden
das durch gemessener höherer
Vorlauf- (vom Nachtluftkühler
zum Körper)
gegenüber
Rücklauftemperatur
(vom Körper
zum Nachtluftkühler)
oder ab einer Solltemperatur die Konvektion absperrt. Ein solches
Stellglied lässt
sich sehr einfach mit wenigstens einer Bimetalllamelle erstellen.
Diese kann so in den Schlauch eingearbeitet sein das ein überwiegend
großer
Teil der Lamelle in wärmeleitenden
Kontakt zur Flüssigkeit
steht. Unterschreitet die Flüssigkeit
die Solltemperatur verformt sich die Bimetalllamelle mit Schlauch
dermaßen
das ein Durchfluss nicht mehr möglich
ist.
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In
den Morgenstunden bildet sich auch auf der Folie des Nachtluftkühlers Kondenswasser
Tau) dieser kann durch wenigstens einer hydrophilen Oberfläche (z.B.
eines Stoffes) absorbiert werden. In den folgenden Stunden verdunstet
dieses Kondenswasser und kühlt
den Nachtluftkühler
durch die Verdunstungskälte.
Auch diese Kältemenge
kann zum abkühlen
des inzwischen erwärmten
Körpers
verwendet werden.
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Die
bewegliche Lasche des Gegenstromwärmetauschers wird am Morgen
so an den abgekühlten
Körper
angebracht.
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In
einer anderen erfindungsgemäßen Ausführungsform
wird am Tage das verspiegelte Element nicht an die bewegliche Lasche
angelegt, und die bewegliche Lasche ist mit ein oder mehreren zusätzlichen
Membranen versehen, zwischen denen die zugeführte und abzuführende Luft
im Gegenstrom geführt
wird oder eine Isolierung umschließt.
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Der
aus dunkler Textilmembran bestehende Schornstein wird durch die
Sonnenstrahlung erwärmt
und generiert einen leichten Sog. Die durch die Anlage gesaugte
Luftmenge wird durch wenigstens eine im kältesten Bereich angeordnete
Drossellamellen beschränkt.
Die Lamellen, ebenfalls aus Textmembran gefertigt, sind in den Senkrechten
mit Bimetallstreifen verstärkt,
welche je nach Arbeitspunkt die Textilmembran verformen und so die
durch den Kanal strömende
Luftmenge reduzieren (bei Lufttemperaturen nahe des Arbeitspunktes) oder
erhöhen
(bei Lufttemperaturen weit unter des Arbeitspunktes).
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Die
Kondensationswärme
von Wasser beträgt
bei Normalbedingungen 2257 kJ/kg. Die oben errechnete in einer Nacht
mögliche
minimale Ernte an Kältearbeit
von 0,83 kWh/m2 = 3000 kJ/m2 würde somit
theoretisch ausreichen, 1,33 kg Wasser zu ernten. Allerdings steht
nicht die gesamte Energie zur Wassergewinnung bereit! Zur Abkühlung der
als Beispiel angenommenen 28°C
warmen Außenluft
mit 70 % rel. Feuchte auf den mittleren Arbeitsbereich von 10°C der Anlage
müssten
ohne Gegenstromwärmetauscher
40 kJ/m3 bei einem Luftdruck von 1000mbar
aufgebracht werden. Sollte der Gegenstromwärmetauscher die Luft bis vor
den sonnenerwärmten
Schornstein auf 25°C
erwärmt
haben so würden
18 kJ/m3 für die Abkühlung der Außenluft zurückgewonnen.
Mit den in der Nacht abgestrahlten 3000 kJ/m2 könnten somit
pro m2 Austauscherfläche 132 m3 Luft
verarbeitet werden, was zur Gewinnung von 1120 g Wasser führt. Eine
Anlage mit einer 2m hohen Abstrahlfläche und einer Länge von
17 m könnte
an einem Tag eine Kondenswassermenge von 76 L generieren. Die Luftgeschwindigkeit
in dem einem 31mm breiten Kanal entlang des Körpers und innerhalb der Laschen beträgt 0,24
m/s bzw. 0,85 km/h. Der vom Schornstein generierte Zug muss also
nicht groß sein,
um diese geringe Luftgeschwindigkeit zu erzeugen.
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In
einer weiteren Ausführungsform
kann der flüssige
Wärmeträger (Wasser)
zum Beispiel durch Schläuche
mit einem separaten Strahlungskühler
in Verbindung gebracht werden.
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In
einem solchen Strahlungskühler
wird mit Hilfe spiegelnder Elemente die Wärmestrahlung des wasserführende Elements
(z.B. dunkeler Schlauch) möglichst
vollständig
in den Sonnenabgewandten kälteren Himmelbereich
abgestrahlt. Zur Erstellung ausreichend wäre hierfür schon eine Wärmeleitungsisolierende
Folie. Diese würde
mit einer weitereren reflektierenden Beschichtung versehenden Folie
so zusammengeschweißt
werden das sich wasserführende
Kühlschlangen
oder Rippen bilden können.
Dabei sind die Kühlrippen
bzw. schlangen dunkel anzufärben
(beschichten) um die Abstrahlung zu vergrößern. Diese so präparierten Folien
sind mit den Vor und Rücklauf
an mindestens einen Segment des Körpers verbunden. Der Körper liegt vom
Niveau tiefer als der Strahlungskühler so das durch freie Konvektion
des Wärmeträgers der
Körper
am kältesten bleibt.
Dies kann weiter durch ein Stellglied sichergestellt werden wie
dieses bei der Ausführungsform zum
Nachtluftkühler
dargestellt wurde. Auf das abendliche auf und morgendliche abdecken
des Körpers
könnte
damit verzichtet werden und die Anlage wäre bis auf Wartungstätigkeiten
autark.
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Auch
eine Kombination aus Nachtluft und Strahlungskühler ist erfindungsgemäß möglich. Hierzu müsste der
beschriebene Strahlungskühler
mit einer wärmestrahlungsdurchlässigen Folie
so abgedeckt werden das über
und zwischen den Kühlrippen
ein Luftkanal sich ausbildet. Die Strahlungsfolie sollte möglichst
in dem Wellenlängenbereich
von 7μm
bis 25μm
optimal von 8μm
bis 15μm
transparent, alle weiteren Bereiche reflektierend sein. Die kühle Nachtluft
wird durch den Schornstein angesaugt und kann solang durch diese
Luftkanäle
strömen
bis ein Stellglied ab einer Solltemperatur diesen verschließt. Nach
dem verschließen
der Luftkanäle
ist die Funktionsweise analog des Strahlungskühlers mit dem Vorteil das durch
die zusätzliche
stehende Luftsäule
um den Kühlrippen
eine geringer Wärmeverlust
durch die wärmere
Nachtluft erfolgt.
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Es
versteht sich von selbst, dass alle Regelungen und Strömungen vom
Fachmann auch mit elektrischer Hilfe oder unter Zuhilfenahme anderer
Thermostaten bewerkstelligt werden können.
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Weitere
Einzelheiten der Erfindung werden in der Zeichnung anhand von schematisch
dargestellten Ausführungsformen
beschrieben.
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Beschreibung
der Figuren
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1: Stellungsmöglichkeiten
der verspiegelten, klappbaren Elemente
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2: Schnittdarstellung der
Sammelvorrichtung bei Nacht
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3: Schnittdarstellung der
Sammelvorrichtung bei Tag
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4: Detaildarstellung der
Sammelvorrichtung bei Tag
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5: Detaildarstellung Kondensationselement
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6: Detaildarstellung Anordnung
der Kondensationselemente bei Nacht
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7: Detaildarstellung Anordnung
der Kondensationselemente bei Tag
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8: Detaildarstellung Anordnung
der Kondensationselemente bei Nacht
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9: Schnittdarstellung der
Kondensationselemente bei Tag
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10: Vergrößerter Ausschnitt
der 9
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11: Längsschnitt durch die Kondensationselemente
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12: schematischer Darstellung
zweier Stellglieder
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12: schematischer Darstellung
zweier Stellglieder
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13: Schematische Darstellung
einer autarken Wassergewinnungsanlage mit einer Kombination aus
Strahlungskühler
und Nachtluftkühler
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14: schematischer Darstellung
des Stellglieds
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15: Schematische Darstellung
das Stellglied mit Nachtluft- und Strahlungskühler.
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In 1 sind die spiegelnden Elemente
rot, der Kondensator blau und das tragende Element braun und schwarz
dargestellt. In der rechten Darstellung der 1 ist das spiegelnde Element bei Tage
nach oben geklappt.
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In 2 ist in einer Schnittdarstellung
die Vorrichtung zur Wassergewinnung in der Nacht dargestellt. Die
rechte Seite ist hierbei in der bekannten Version *1 , mit viel
Isoliermaterial, und im Vergleich die linke Seite mit einer erfindungsgemäßen Ausführung dargestellt.
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In 3 ist ein Ausschnitt der
Vorrichtung zur Wassergewinnung in einer Schnittdarstellung am Tage dargestellt.
Die rechte Seite ist hierbei in der bekannten Version*1, mit viel
Isoliermaterial, und im Vergleich die linke Seite mit einer erfindungsgemäßen Ausführung dargestellt.
Das mit a gekennzeichnete Element ist der eingekappte Spiegel und
das mit b gekennzeichnete eine bewegliche Lasche des Gegenstromwärmetauschers.
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In 4 ist ein Ausschnitt der
Vorrichtung zur Wassergewinnung in einer Schnittdarstellung um 90° gedreht
dargestellt. Die obere Seite ist hierbei in der bekannten Version*1
, mit viel Isoliermaterial, und im Vergleich die untere Seite mit
einer erfindungsgemäßen Ausführung dargestellt.
Die Luftführung
am Tage ist in der unteren Seite der Vorrichtung am Tage mit kleinen
Pfeilen gekennzeichnet. Dabei tritt am Ende des eingeklappten Spiegels
a die Luft zwischen Lasche und Spiegel ein und fließt um die
Lasche1 an der mit b gekennzeichneten Stelle
herum. Zwischen Lasche und Kondensator vorbei zur Drossel c. Von
dort gelangt die Luft in die Lasche d und erwärmt sich, an der zugeführten Luft
durch die wärmeleitende
Membran in der Lasche. Aus der Lasche tritt die Luft in den sonnenerwärmten Schornstein
ein.
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In 5 Bisher wurden die Absorber
(Körper)
nur senkrecht stehend dargestellt, dieses ist für die Funktion der Vorrichtung
nicht unbedingt notwendig. Wenn die Vorrichtung nicht in einem windgeschützten Bereich
aufgestellt ist auch nicht ratsam. Genauso gut kann der abstrahlende
Körper,
wie hier dargestellt, leicht geneigt aufgestellt werden. Die Statik
wäre wesentlich
stabiler und die Stärke
des Körpers
kann durch unterschiedlich starke Befüllung variiert werden. So wäre die gleiche
Vorrichtung für
unterschiedliche Klimazonen geeignet. Eine Neigung von 1° Grad würde schon
ausreichen um ein Abfließen
des Kondensates zu ermöglichen.
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6 zeigt die Vorrichtung
mit zwei liegenden angeordneten Körpern in der Nacht in der Schnittdarstellung.
Die mit einem Teil des Wärmetauschers
versehene Lasche ist von der Innen und Außenseite verspiegelt. Damit
wird in der Nacht erreicht, dass die vom Körper ausgehende Strahlung möglichst
direkt in den nachtkalten Himmel abstrahlt.
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7 zeigt die Vorrichtung
mit zwei liegend angeordneten Körpern
am Tage in der Schnittdarstellung. Die Vorrichtung ist hier in Ost-Westrichtung
(Papierebene) aufgestellt. Die verspiegelte Außenseite der Lasche reflektiert
nun einen Grossteil des Sonnenlichtes auf dem Schornstein und erwärmt diesen
zusätzlich,
ebenso wird die darunter befindliche wärmetauschende Lasche zusätzlich geschützt.
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8 zeigt einen Ausschnitt
der Vorrichtung mit zwei liegend angeordneten Körpern am Tage in der Schnittdarstellung.
Der Ausschnitt ist zwischen den beiden Körpern gewählt und zeigt den Kontrollgang
im Schornstein. Bei schlechtem Wetter, z.B. Sturm oder in der Nacht,
kann der Schornstein aus Textilmembran wie ein Segel zusammengezogen
werden. Dies hat in der Nacht den Vorteil dass die Körper besser
wärme abstrahlen
können
und bei starken Winden die Konstruktion geschützt wird. An den Stirnseiten
der Vorrichtung ist der Schornstein z.B. durch überlappende Textmembranen mit
Klettverschuß verschließbar.
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In 9 ist die Vorrichtung in
der Breite zusammengestaucht schematisch dargestellt. Die Aussenluft gelangt
durch eine Lufteintrittsöffnung
a am unterem Ende der Lasche in den Wärmetauscher. Die Lasche ist an
der Außen
und Innenseite b verspiegelt. Die erste und dritte Folie (von außen gesehen)
ist wärmeisolierend, die
zweite und vierte wärmeleitend.
Die Luft gelangt zwischen erster und zweiter Folie zum Körper d.
Das dort anfallende Kondenswasser läuft auf den Körper nach
links zum Klettverschluss e, sickert durch diesen und gelangt direkt
unter den Körper.
Die Luft muß den
Körper
erst umrunden und gelangt dann durch die Drosselklappe f in den
Gegenstrom und von dort in den Schornstein. Das Wasser läuft senkrecht
zur Zeichnungsebene aus der Vorrichtung heraus. Die Isolierfolie
kann zu Kontrolle und Reinigungszwecken vom Körper d durch Klettverschlüsse e geöffnet werden.
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In 10 ist ein Ausschnitt von 9 vergrößert dargestellt.
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11 zeigt die schematische
Darstellung in 9 (links)
zusätzlich
im Längsschnitt
(rechts). Die einzelnen Folien könnten
durch starre, z.B. vor Ort aufgeschäumte oder aufblasbare Stege
gestützt
werden. Im Bereich des Wasserablaufs (unter dem Körper) würden diese
Stege dann eine Öffnung
besitzen. Die Drosselklappen sind an den Seitenwänden der Stege nicht befestigt.
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12 zeigt in schematischer
Darstellung zwei Stellglieder mit jeweils zwei Bimetalllamellen
g in dessen Aussparungen zwei Ringe h eingelassen sind. Der hier
nicht dargestellte Schlauch wird durch die Ringe h durchgeführt und
liegt an den Bimetallstreifen an. In der linken Darstellung des
Stellglied übersteigt
die Flüssigkeit
innerhalb des Schlauches die Solltemperatur und der Schlauch wird
von den durchgebogen Bimetalllamellen g verschlossen. In den Bimetalllamellen
g sind mehrere Aussparungen eingelassen so das durch Verkleinerung
des Abstandes zwischen den Ringen h eine höhere Solltemperatur und durch
Vergrößerung des Abstandes
eine niedrigere Solltemperatur eingestellt werden kann.
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13 zeigt in schematischer
Darstellung eine Seite einer autarken Wassergewinnungsanlage mit
einer Kombination aus Strahlungskühler und Nachtluftkühler m.
Die Größe und Wärmekapazität des Körpers richtet
sich nach der aus dem Kühler
zu gewinnenden Kältemenge.
In der Nacht öffnet
durch die kalte Nachtluft das zweite Stellglied p den Luftkanal
zwischen dem Kühler
m und Schornstein und verschließt
den Strömungskanal
um den Körper.
Unterschreitet die Umgebungsluft eine Solltemperatur um das Stellglied
n (in 12 dargestellt) öffnen sich
die Bimetalllamellen des Stellgliedes und werden durch den entstanden
Durchfluss kalten Wärmeträgers offen
gehalten. Unterschreitet der Rückfluss
aus dem Kühler
eine vorgegebene Solltemperatur verengt das Stellglied r (in 16 dargestellt) bis auf eine geringe Luftströmung den
Luftkanal Kühler/Schornstein.
Die bei dem Stellglied r eingestellte Solltemperatur liegt tiefer
als die der Nachtluft und wird nur durch die starke strahlungsbedingte
Auskühlung
erreicht.
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Erwärmt sich
am Tage die Umgebungsluft wird durch das zweite Stellglied der Luftkanal
um den Körper
geöffnet
und der Luftkanal Kühler/Schornstein
bis auf eine geringe Luftströmung
geschlossen. Spätestens nach
Sonneneinstrahlung auf den Strahlungskühler erwärmt sich die Kühlflüssigkeit
im bereich des Stellgliedes n soweit, dass die Bimetalllamellen
den Durchfluss stoppen und das Stellglied r geöffnet wird. Die Umgebungsluft
gelangt durch die Öffnung
k in den Gegenstromwärmetauscher
um den Körper.
Die Durchflussmenge wird abhängig
einer Solltemperatur mit dem bekannten Stellglied geregelt und gelangt
aus dem Gegenstromwärmetauscher
in den Schornstein j. Der Schornstein kann auch statt Stoff oder
Folie in solch einer Anlage aus Stein oder Lehm erstellt werden.
Dadurch besitzt dieser eine größere Wärmekapazität und würde in der
Nacht die durchfließende
Luft erwärmen
und die Sogwirkung erhöhen.
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14 zeigt in schematischer
Darstellung das Stellglied 2 aus 13. Steigt die Lufttemperatur die vom
Schornstein angesaugt durch den Strahlungskühler fliest an, so wölbt sich
die schwarz gezeichnete Bimetalllamelle. Durch das wölben der
Bimetalllamelle wird der Strömungskanal
um den ausgekühlten
Körper geöffnet und
der Strömungskanal
vom Strahlungskühler
zum Schornstein in Querschnitt stark reduziert aber nicht völlig verschlossen.
Dies ist notwendig um nach abkühlen
der Außenluft
bei Nacht die Bimetalllamelle durch die zugeführte Lufttemperatur zurückzubiegen.
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15 zeigt in schematischer
Darstellung das Stellglied r aus 13 im
dem Nachtluft Strahlungskühler.
In der unteren Darstellung ist die Temperatur des Kühlmittels
in den Rücklauf
w noch zu warm und die Bimetalllamelle t durch die Isolierfolie
u geschützt
vor der Nachtluft noch nicht ausreichen verbogen. So kann noch kühle Nachtluft
zwischen der Strahlungsfolie s (optimal transparent im Bereich zwischen
8 und 15 μm) und
den Vor- und Rücklauf w
fließen.
Die Kühlleitungen
sind durch die Isolierung v gegenüber den Boden isoliert. In
der oberen Darstellung unterschreitet das Kühlmittel (z.B.Salzwasser) im
Rücklauf
w die Solltemperatur und die Bimetalllamelle t schließt den Luftkanal
weitgehend.
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Die
Erfindung ist nicht auf die in den Figuren dargestellten Ausführungsformen
beschränkt.
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- a
- verspiegelte
Fläche
- b
- klapp-
und faltbares Element
- c
- Drossel
- d
- klappbare
Fläche
- e
- Klettverschluss
- f
- Drosselklappe
- g
- Bimetalllamellen
- h
- Ringe
- j
- vertikaler
Strömungskanal
(Schornstein)
- k
- Öffnung zum
Gegenstromwärmetauscher
- m
- Kühler
- n
- Stellglied
- p
- Stellglied
- r
- Stellglied
- s
- Strahlungsfolie
- t
- Bimetalle
- u
- Isolierfolie
- v
- Isolierung
- w
- Rücklauf