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DE10312365A1 - Keramikverstärkte Leichtmetall-Strukturbauteile für Fahrzeuge - Google Patents

Keramikverstärkte Leichtmetall-Strukturbauteile für Fahrzeuge Download PDF

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DE10312365A1
DE10312365A1 DE2003112365 DE10312365A DE10312365A1 DE 10312365 A1 DE10312365 A1 DE 10312365A1 DE 2003112365 DE2003112365 DE 2003112365 DE 10312365 A DE10312365 A DE 10312365A DE 10312365 A1 DE10312365 A1 DE 10312365A1
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DE
Germany
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ceramic
metal
structural element
density
element according
Prior art date
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Withdrawn
Application number
DE2003112365
Other languages
English (en)
Inventor
Juergen Boldin
Michael Scheydecker
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Boldin Juergen Dipl-Ing(fh)
Original Assignee
Boldin Juergen Dipl-Ing(fh)
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Publication date
Application filed by Boldin Juergen Dipl-Ing(fh) filed Critical Boldin Juergen Dipl-Ing(fh)
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Publication of DE10312365A1 publication Critical patent/DE10312365A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B62LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
    • B62DMOTOR VEHICLES; TRAILERS
    • B62D29/00Superstructures, understructures, or sub-units thereof, characterised by the material thereof
    • B62D29/001Superstructures, understructures, or sub-units thereof, characterised by the material thereof characterised by combining metal and synthetic material

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Architecture (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Transportation (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Laminated Bodies (AREA)

Abstract

Strukturelemente für Kraftfahrzeuge, insbesondere im Bereich der Fahrgastzelle, die aus einem Metall/Keramik-Verbund bestehen, der insbesondere durch Aluminiumlegierungen und Al- oder Ti-Oxidkeramik gebildet wird, wobei die Keramik poröse Kerne oder Einlegeteile bildet, die zumindest teilweise durch Metall umschlossen sind. Der Materialverbund wird bevorzugt durch Umguss der Keramikkerne oder -einlegeteile durch das Metall oder durch Verklebung der porösen Keramik mit einer gegossenen Leichtmetallstruktur gebildet. Beim Umguss durch Metall wird in der Oberflächenschicht der porösen Keramik durch chemische Reaktion eine feste Verbindungsschicht in Form eines Metall/Keramik-Durchdringungsgefüges gebildet.

Description

  • Die Erfindung betrifft Strukturelemente für Kraftfahrzeuge, die aus einem Metall/Keramik-Verbund bestehen, wobei die Keramik poröse Kerne oder Einlegeteile bildet, die zumindest teilweise durch Metall umschlossen sind. Der Materialverbund wird bevorzugt durch Umguss der Kerne, oder Einlegeteile durch das Metall erzeugt.
  • Im Fahrzeugbau halten vermehrt die bereits in der Luftfahrtindustrie bewährten Leichtmetalle Einzug. Insbesondere der Kraftfahrzeugbau ist bestrebt das Gewicht von Strukturbauteilen zu verringern und Leichtmetall-Strukturbauteile einzusetzen. Die direkte Übertragung der mit den Stählen üblichen Profilbauweise auf Leichtmetalle stößt häufig an ihre Grenzen, da die Leichtmetalle geringere Festigkeiten und Steifigkeiten als die entsprechenden Stähle aufweisen.
  • Ein Ansatz zur Gewichtsreduzierung ist die Verringerung der Wanddicke von Strukturbauteilen aus Stahl und deren Aussteifung mit Metallschäumen. Solche Verbundstrukturen für Kraftfahrzeuge sind beispielsweise aus der DE 198 13 092 A1 bekannt. Die Strukturbauteile werden von zumindest einem Stahlblech gebildet, dass einen Hohlraum umschließt, wobei der Hohlraum zumindest abschnittsweise mit einem Al-Schaum ausgefüllt ist. Zwischen Stahlblech und Al-Schaum bildet sich eine Grenzschicht, deren Festigkeit zwischen der des Schaums und der des Stahlblechs liegt.
  • Diese Konstruktionsweise hat den Nachteil, dass das Stahlblech noch immer ein relativ hohes spezifisches Gewicht aufweist. Der Al-Schaum löst zwar die Aufgabe der Gewichtsreduzierung, aber die Steifigkeit und die Energieabsorption durch Deformation reichen für viele Anwendungsfälle noch nicht aus.
  • Aus der DE 197 21 607 A1 ist die Verwendung von Metallschäumen, insbesondere Aluminiumschaum, zur Erhöhung der Energieabsorption in Fahrzeugtüren, insbesondere als Seitenaufprallschutz, bekannt. Das Schaumelement ist in der Fahrzeugtüre so angeordnet, dass es an einer drucksteifen Struktur der Fahrzeugkarosserie abgestützt wird.
  • Auch in diesem Falle ist die Steifigkeit der Konstruktion und die Energieabsorption für viele weiter Anwendungsfälle im Automobilbau noch verbesserungsbedürftig. Dies gilt insbesondere für Strukturbauteile im lasttragenden oder strukturverstärkenden Bereich.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, ein Strukturelement für Kraftfahrzeuge bereitzustellen, das gegenüber den bekannten Strukturelementen aus Metall und Metallschaum eine verbesserte Steifigkeit, Festigkeit und Deformationsenergie-Absorption aufweist, sowie ein einfaches und kostengünstiges Verfahren zu dessen Herstellung anzugeben.
  • Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Strukturelement aus einem Metall/Keramik-Verbund mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch Verfahren zur Herstellung eines Strukturelements aus Metall/Keramik-Verbund mit den Merkmalen der Ansprüche 13, 14, 15 und 17 gelöst.
  • Das erfindungsgemäße Strukturelement zeichnet sich dadurch aus, dass es aus einem Metall/Keramik-Verbund mit einer kontinuierlichen Matrixphase aus Leichtmetall und eingelagerten Keramikfüllstoffen in Form von Einlagen, Kernen, Formteilen oder dergleichen aufgebaut ist. Im Unterschied zu den bekannten Keramik/Metall-Composites (CMC) handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Keramik-Füllstoffen um makroskopische Keramikkörper.
  • Unter makroskopischen Abmessungen ist eine Größenordnung oberhalb von 1 bis einigen mm zu verstehen.
  • Die Keramikfüllkörper weisen somit eine räumliche Ausdehnung oberhalb einigen mm auf. Bevorzugt liegt die Abmessung, d.h. der Maximalwert der lateralen Ausdehnung, einzelner Keramikfüllkörper oberhalb 2 cm. Je nach der Größe der Füllkörper wird im folgenden zwischen Partikelfüllern, Kernen oder Einlegeteilen unterschieden.
  • Bei allen Keramikfüllkörpern handelt es sich erfindungsgemäß um mikroporöse Keramiken. Wesentlich für die Erzielung der gewünschten mechanischen Eigenschaften des Strukturbauteils aus einem Metall/Keramik-Verbund ist die Ausnutzung der hohen Festigkeit, insbesondere Druckfestigkeit und Steifigkeit der Keramik. Druckfestigkeit und Steifigkeit liegen nicht nur für dichte sondern gerade auch für poröse Keramik wesentlich höher als bei Metallen mit vergleichbarer Materialdichte.
  • Die Verwendung poröser Keramik ist insbesondere durch die Anforderung eines niedrigen Volumengewichtes der Strukturbauteile begründet.
  • Die Porosität der Keramikfüllkörper liegt vorzugsweise im Bereich von 30 bis 85 Vol%. Die Porosität kann dabei je nach Anwendungsfall unterschiedlich gewählt werden. Soll eine hohe Deformationsenergie des Strukturbauteils erreicht werden so sind Porositäten in einem Bereich nahe 60 %, beispielsweise 60 bis 80 Vol% zu wählen. Soll lediglich eine akustische oder thermische Dämpfungswirkung des Strukturbauteils erreicht werden, so sind Porositäten in einem Bereich nahe 75 Vol% zu bevorzugen.
  • Die Porenverteilung der porösen Keramik verteilt sich bevorzugt gleichmäßig und homogen über den gesamten Keramikkörper. Bezüglich der Porenstruktur sind sowohl offene wie geschlossene Poren geeignet. Bevorzugt ist die Oberfläche des Keramikkörpers offenporig. Besonders bevorzugt weist der Keramikkörper auf der Oberfläche offene und im inneren geschlossene Poren auf.
  • Erfindungsgemäß sind die offenen Poren der Oberfläche des Keramikfüllkörpers im Strukturbauteil zumindest teilweise durch das umgebende Metall oder einen Kleber erfüllt. Hierdurch wird eine Verbindungsschicht mit Durchdringungsgefüge gebildet, die eine feste Verbindung zwischen Metall und Keramik gewährleistet.
  • Gegebenenfalls kann die Zwischenschicht oder Verbindungsschicht auch wesentliche Anteile an Reaktionsprodukten aus einer Umsetzung zwischen dem Leichtmetall und der Keramik der Oberfläche enthalten.
  • Zu den erfindungsgemäß geeigneten Keramiken zur Bildung der porösen Keramikfüllkörper gehören oxidische, nitridische, carbidische und boridische Keramiken. Insbesondere Konstruktionskeramiken sind hier geeignet. Bevorzugt sind die Keramiken aus Silikaten, Alumosilikaten, Keramiken auf der Basis der Elementoxide von Mg, Al, Si, B, und/oder Ti, Carbiden auf der Basis der Elemente B, Si, und/oder Ti und/oder Boriden von Ti und/oder Ti gebildet.
  • Dabei kann es von Vorteil sein in demselben Strukturbauteil unterschiedliche Keramik-Materialien vorzusehen.
  • Bei den Keramikfüllkörpern kann es sich erfindungsgemäß um monolithische poröse Keramik, wie auch um zusammengesetzte Keramikteile handeln.
  • Des weiteren sind unter den Keramikfüllkörpern auch Formkörper aus keramischen Fasermaterialien zu verstehen. Als Fasermaterialien sind insbesondere Oxidkeramikfasern, beispielsweise aus Al2O3 und/oder SiO2 geeignet .
  • In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung bilden die Keramikfüllkörper Einlegeteile oder Kerne aus. Es handelt sich hierbei um relativ große keramische Formkörper, die nur in geringer Stückzahl je Strukturbauteil vorliegen. Typischerweise liegt diese Stückzahl im Bereich von 1 bis 20 je Strukturbauteil in der für Kraftfahrzeuge üblichen Abmessung. Die äußere Abmessung der Formkörper, beziehungsweise die maximale laterale Ausdehnung, liegt dabei oberhalb 10 cm.
  • Wird das Strukturbauteil durch Rund- oder Kantprofile gebildet, so reicht im allgemeinen ein einziger keramischer Füllkörper aus. Es kann aber auch von Vorteil sein, den Keramikfüllkörper durch das Metall in mehrere Zellen zu unterteilen, die je nach Belastungsfall unterschiedliche Länge oder unterschiedliches Keramik-Material aufweisen können.
  • In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung bilden die Keramikfüllkörper Partikelfüller aus. Hierbei handelt es sich um relativ kleine keramische Formkörper, die in hoher Stückzahl je Strukturbauteil vorliegen. Zur Abgrenzung gegenüber den Kernen und Einlegeteilen sollten 10 cm als Obergrenze der Abmessung einzelner Partikel angesehen werden. Bevorzugt liegt die äußere Abmessung der Partikel im Bereich von 1 bis 10 cm.
  • Während die Einlegeteile oder Kerne in einer vorbestimmbaren Vorzugsrichtung angeordnet sind, weisen die einzelnen Partikel der Partikelfüller eine zufällige Ausrichtung auf. Die Anzahl der Einzelpartikel pro Strukturbauteil liegt oberhalb 50 typischerweise im Bereich von einigen hundert, wobei sich diese Anzahl auf eine im Kraftfahrzeugbau übliche Strukturbauteilgröße bezieht.
  • Die Einzelpartikel können sich innerhalb eines Strukturbauteils hinsichtlich Größe, Form und Material unterschieden. Bevorzugt sind die Partikel aber gleichförmig und im wesentlichen von gleicher Abmessung.
  • Zu bevorzugten geometrischen Ausgestaltungen der einzelnen Partikel gehören Kugeln, Stäbe, Quader, Plättchen, Sterne oder Rauten. Insbesondere im Falle von Partikeln in Kugelform kann die Verwendung von Hohlkugeln von Vorteil sein.
  • Die Einzelpartikel sind erfindungsgemäß so angeordnet, dass sie sich, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, gegenseitig be rühren, wobei an den Kontaktpunkten oder -flächen gegebenenfalls eine Verbindungsschicht aufgebaut sein kann.
  • Zu den erfindungsgemäß geeigneten Metallen zählen insbesondere die Leichtmetalle und deren Legierungen, beispielsweise Al-, Ti- oder Mg-Legierungen.
  • Die Auswahl geeigneter Metalle wird besonders durch die thermische und chemische Beständigkeit der Keramik gegenüber der flüssigen Metallschmelze beschränkt.
  • Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist die Verwendung der Strukturbauteile aus dem Metall/Keramik-Verbund. Obwohl sich die erfindungsgemäßen Strukturbauteile in weiten Bereichen des Maschinen oder Fahrzeugbaus anwenden lassen, ist die Verwendung in Kraftfahrzeugen besonders bevorzugt. Hierbei ist die Verwendung der erfindungsgemäßen Strukturbauteile insbesondere im Bereich der Längs- oder Querträger, sowie der A-, B-, oder C-Säulen in Automobilen besonders vorteilhaft. Gegenüber den üblichen Hohlstrukturen, oder mit Kunststoffen oder Metallen ausgeschäumten Hohlstrukturen weisen die erfindungsgemäßen Metall/Keramik-Verbunde eine verbesserte Steifigkeit und Festigkeit auf. Insbesondere hinsichtlich einer hohen Aufnahme von Deformationsenergie sind sie den üblichen Strukturbauteilen überlegen, was beispielsweise bei einem Fahrzeug-Crash von Bedeutung ist. Ebenso zeigt die Keramik unter ballistischer Bedrohung deutliche Vorteile gegenüber den üblichen Strukturbauteilen auf. Insbesondere im Falle geringen Bauvolumens erweist sich die Integration der Keramik in das Strukturbauteil von Vorteil.
  • Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Strukturbauteils für Kraftfahrzeuge aus einem Metall/Keramik-Verbund.
  • In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung werden poröse Keramik-Kerne mit einer Porosität von 30 bis 70 % in einer Gussform fest fixiert und mit Metall umgossen. Kern-Material, Metall und Gießparameter werden dabei so gewählt, dass das Metall nur in der Verbindungsschicht des Materialverbundes aus Metall und Keramik mit der Keramik chemisch reagiert und/oder nur in der Verbindungsschicht in die Poren der Keramik eindringt.
  • Um dies zu erreichen wird der Umguss des Keramikteils oder des Kerns erfindungsgemäß bei vergleichsweise niedriger Temperatur durchgeführt. Insbesondere das Keramikteil oder der Kern ist kalt. Hierdurch findet beim Metallguss eine schnelle Erstarrung der Schmelze auf der Oberfläche der Keramik statt, so dass ein weites Eindringen der Metallschmelze in die offenen Poren der Keramik, sowie eine weitreichende chemische Reaktion zwischen Metall und Keramik vermeidbar werden.
  • Bevorzugt wird eine Verbindungsschicht mit Durchdringungsgefüge aus Metall und Keramik gebildet. Besonders bevorzugt enthält die Verbindungsschicht einen Anteil an Reaktionsprodukten der Umsetzung zwischen Metall und Keramik unterhalb 20 Volk. Die gebildete Verbindungsschicht hat dabei eine bevorzugte mittlere Dicke im Bereich von 0,1 bis 5 mm.
  • Als Gießverfahren sind die üblichen Verfahren des Metallgusses anwendbar. Hierzu zählen insbesondere der Druckguss, der Schleuderguss, der Sandguss, der Kokillenguss, oder das Squeeze-Casting.
  • Als Gießmetalle sind im Prinzip alle im gießbaren Metalle- und Legierungen geeignet. Die Auswahl geeigneter Metalle wird aber durch die thermische und chemische Beständigkeit der Keramik gegenüber der flüssigen Metallschmelze eingeschränkt. Das bedeutet beispielsweise, dass hochschmelzende Stähle, oder intermetallische Phasen, wie beispielsweise TiAl, für niedrigschmelzende Silikate, oder Borsilikatkeramiken wenig geeignet sind.
  • Bevorzugt werden Leichtmetalle und deren Legierungen eingesetzt. Diese vereinen die Vorteile eines geringen spezifischen Gewichtes und einer vergleichsweise niedrigen Gießtemperatur.
  • Für den Materialverbund aus Metall und Keramik ist die Festigkeit der Verbindungsschicht von großer Bedeutung. Daher werden erfindungsgemäß Metalle gewählt, die eine gute Benetzbarkeit der Keramik aufweisen. Erfindungsgemäß bevorzugte Kombinationen aus Metall und Keramik sind Al-Legierungen mit Al2O3, TiO2 und/oder Alumosilikaten, sowie Ti-Legierungen mit Al2O3 und/oder Boriden.
  • Üblicherweise wird für die Leichtmetalle das Druckgussverfahren angewendet. Beispielsweise liegt der bevorzugte spezifische Gießdruck bei der Verwendung von Al oder Al-Legierungen im Bereich von 700 bis 900 bar und die bevorzugte Gießtemperatur im Bereich von 600 bis 800°C.
  • Eine weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung des Verfahrens zur Herstellung von Strukturbauteilen aus einem Metall/Keramik-Verbund bezieht sich auf die Verwendung von Partikelfüllern.
  • Hierbei wird die Gießform mit einer losen Schüttung, oder einem Gelege der Partikeln gefüllt. Dabei entsteht ein großvolumiges Netzwerk aus Hohlräumen zwischen den einzelnen Partikeln. Die Dichte der Schüttung ist über die Geometrie oder die Abmessungen der Partikel steuerbar.
  • Bevorzugt werden für eine Schüttung zumindest anteilsweise Partikelgeometrien mit hohem sterischen Bedarf und komplexer Geometrie gewählt, so dass die Partikel maximal 80 Vol% der Gießform einnehmen. Bevorzugt liegt das von den Partikeln erfüllte Volumen bei 30 bis 70 Vol% der Gießform.
  • Da sich die Partikel untereinander abstützen ist eine weitere Fixierung der Partikelfüllung im allgemeinen nicht erforderlich. Für die weiteren Verfahrensschritte und -merkmale gelten die Ausführungen für die Kerne in analoger Weise.
  • In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden Einlegeteile aus poröser Keramik verwendet, die mittels eines Klebers in die Kavitäten einer Leichtmetallstruktur eingebracht werden. Dabei wird zunächst in bekannter Weise ein Strukturbauteil mit Aussparungen (Kavitäten) gegossen. Hierauf werden die an die jeweiligen Aussparungen angepassten porösen Keramik-Einlegeteile in die Aussparungen eingepasst und mittels eines Klebemittels mit dem Metall fest verbunden. Bezüglich Geometrie und Abmessungen gelten die Ausführungen zu den Kernen in analoger Weise.
  • Bevorzugt wird als Klebemittel ein Polymer, besonders bevorzugt ein geschäumtes Polymer verwendet.
  • Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass durch das Klebemittel, eine weitere Verbesserung der schalldämmenden Wirkung des Verbundteils erreicht werden kann.
  • Das vorgeschlagene Verfahren ist insbesondere dann von Vorteil, wenn das Metall- oder die Metallegierung des Strukturbauteils aus Stahl oder hochschmelzenden Legierungen besteht, deren Schmelze eine Schädigung von Keramikkernen zu Folge hätte. Besonders bevorzugt ist die Kombination aus einer Stahlstruktur mit Keramikeinlagen aus Silikat-, und/oder Alumosilikaten.
  • Die beschriebene Klebetechnik lässt bei der Keramik der Einlegeteile eine besonders hohe und grobe Porosität der Keramikoberfläche zu. Insbesondere ist auch ein hoher offenporiger Anteil an der gesamten Porosität unschädlich.
  • In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Klebetechnik werden Faserformlinge als Einlegeteile verwendet.
  • Eine weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung des Verfahrens zur Herstellung eines Strukturelements aus einem Metall/Keramik-Verbund besteht darin, die Keramik des Verbundes durch ein gemeinsames Strangpressen aus Metall und Keramik kern vom Metall zu umschließen und mit diesem fest zu verbinden.
  • Hierzu wird zunächst eine metallische Hohlstruktur hergestellt, die beispielsweise aus einem Rohr bestehen kann. Diese Hohlstruktur wird mit der Keramik in loser Form oder als Keramikkern gefüllt. Dabei handelt es sich um die bereits beschriebenen Formen an poröser Keramik.
  • Als nächster Verfahrensschritt wird die keramikgefüllte Metallstruktur stranggepresst. Dabei nimmt die metallische Struktur im wesentlichen die Abmessungen und Geometrie des späteren Strukturbauteils ein. Die Keramik wird beim Strangpressen fest von der metallischen Struktur umgeben und zumindest im Randbereich unlösbar mit ihr verbunden.
  • Im allgemeinen ist der zentrale Bereich des hierbei gebildeten Metall/Keramik-Verbundes nur mit geringen Anteilen an Metall durchsetzt. Daher kann es von Vorteil sein den zentralen Bereich des Strukturbauteils mit einem Kleber, oder einem Polymer nachzuinfiltrieren, um die Keramik auch im inneren fest zu fixieren.
  • Das Strangpressverfahren ist insbesondere bei duktilen Leichtmetalllegierungen in Verbindung mit Keramiken auf der Basis von Boriden oder Nitriden von Vorteil.
  • Alle aufgeführten Herstellungsverfahren lassen sowohl die Verwendung von geschlossenporigen wie offenporigen Keramikkörpern zu. Bevorzugt weisen die Keramikkörper aber zumindest in der Oberflächenschicht eine offene Porosität auf, die besonders bevorzugt oberhalb 30 Vol % liegt.

Claims (17)

  1. Strukturelement eines Kraftfahrzeuges aus einem Metall/Keramik-Verbund, wobei die Keramik Kerne bildet, die zumindest teilweise durch Metall umschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Metall durch ein Leichtmetall oder eine Leichtmetalllegierung gebildet wird und die Keramik poröse ist, wobei die Dichte im Bereich von 15 bis 70% der theoretischen Dichte der Keramik liegt.
  2. Strukturelements nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass 15 bis 80 Vol% des Strukturelements durch die poröse Keramik gebildet werden.
  3. Strukturelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Metall durch eine Al-Legierung gebildet wird.
  4. Strukturelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Keramik im wesentlichen durch Oxide, Carbide und/oder Nitride von Leichtmetallen gebildet wird.
  5. Strukturelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Keramik überwiegend aus mindestens einem Oxid aus der Gruppe der Elemente Mg, Al, B, Si oder Ti aufgebaut ist.
  6. Strukturelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Keramik aus Al2O3 oder TiO2 aufgebaut ist..
  7. Strukturelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Keramik Carbide mindestens eines der Elemente aus der Gruppe B, Si, Ti, oder W beinhaltet.
  8. Strukturelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen dem Metall und der Keramik eine Verbindungsschicht aus einem Metall/Keramik-Durchdringungsgefüge oder aus einem Polymer befindet.
  9. Strukturelement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsschicht eine mittlere Dicke im Bereich von 0,1 bis 5 mm aufweist.
  10. Verwendung eines Strukturelements nach einem der vorangegangenen Ansprüche als Karosseriebauteil in Kraftfahrzeugen.
  11. Verwendung eines Strukturelements nach einem der vorangegangenen Ansprüche im Bereich der Fahrgastzelle von Kraftfahrzeugen.
  12. Verwendung eines Strukturelements nach einem der vorangegangenen Ansprüche als Längsträger, Querträger, A-, B- und/oder C-Säule in Kraftfahrzeugen.
  13. Verfahren zur Herstellung eines Strukturelements für Kraftfahrzeuge aus einem Metall/Keramik-Verbund, wobei die Keramik Kerne bildet, die zumindest teilweise durch Metall umschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kerne aus poröser Keramik mit einer Dichte von 15 bis 70% aufgebaut sind und in eine Gussform eingepasst werden und hierauf von flüssigem Metall umgossen werden, wobei das Metall nur in der Verbindungsschicht des Materialverbundes mit der Keramik chemisch reagiert und/oder nur in der Verbindungsschicht in die Poren der Keramik eindringt.
  14. Verfahren zur Herstellung eines Strukturelements für Kraftfahrzeuge aus einem Metall/Keramik-Verbund, wobei die Keramik Füllkörper bildet, die durch Metall umschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllkörper aus poröser Keramik mit einer Dichte von 20 bis 70% aufgebaut sind und als lose Schüttung in eine Gussform eingebracht werden und hierauf von flüssigem Metall umgossen werden, wobei das Metall nur in der Verbindungsschicht des Materialverbundes mit der Keramik chemisch reagiert und/oder nur in der Verbindungsschicht in die Poren der Keramik eindringt.
  15. Verfahren zur Herstellung eines Strukturelements für Kraftfahrzeuge aus einem Metall/Keramik-Verbund, wobei die Keramik Einlegeteile bildet, die zumindest teilweise durch Metall umschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegeteile aus poröser Keramik mit einer Dichte von 15 bis 70% aufgebaut sind und diese Einlegeteile in eine gegossene Leichtmetallstruktur mittels eines polymeren Klebers eingeklebt werden, wobei eine Verbindungsschicht gebildet wird.
  16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsschicht eine mittlere Dicke im Bereich von 0,1 bis 5 mm aufweist.
  17. Verfahren zur Herstellung eines Strukturelements für Kraftfahrzeuge aus einem Metall/Keramik-Verbund, wobei die Keramik Kerne bildet, die vollständig durch Metall umschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kerne aus poröser Keramik mit einer Dichte von 15 bis 70% aufgebaut sind und diese Kerne durch ein gemeinsames Strangpressen aus Metall und Keramikkern vom Metall umschlossen und mit diesem fest verbunden werden.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102008006850A1 (de) * 2008-01-31 2009-08-06 Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft Verstärktes Wandbauteil, insbesondere für ein Kraftfahrzeug
DE102015116520B4 (de) * 2015-09-29 2017-11-30 Thyssenkrupp Ag Vorrichtung und Verfahren zur Herstellung eines rotationssymmetrischen, hohlen, metallischen Werkstücks

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