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Die
Erfindung betrifft ein Rohbaumontagesystem mit einem Montagerahmen
und einer Bade- oder Duschwanne.
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In
Neu- und Altbauten sind Installationsarbeiten, wie Maurerarbeiten,
Fliesenlegerarbeiten, Klempnerarbeiten, Elektroarbeiten und Malerarbeiten
in Bädern
bezüglich
einer Beschädigung
von Badewanne oder Duschtasse problembehaftet. Immer wieder kommt
es vor, dass bei emaillierten Stahleinbauwannen die Emaillierung
verkratzt oder abgeschlagen wird, oder Mörtel-, Farb-, Fett- oder dergleichen
Spuren hinterlassen werden. Noch kratzempfindlicher sind Kunststoffeinbauwannen.
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Aus
diesem Grunde gab es bereits seit längerem Versuche, praktikable
Lösungen
zu finden, die das Einsetzen der Badewanne oder Duschwanne in ein
Bad erst nach dem Abschluss dieser Arbeiten erlauben.
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Jedoch
blieb es bisher bei Lösungsansätzen. So
wird nach
DE 1 902 159
U ein Bausatz zur Herstellung einer Badewannenverkleidung
vorgeschlagen. Hierbei wird das Einfliesen gänzlich eingespart, indem sogenannte
Schürzen
die sichtbaren Fronten der Wanne verkleiden. Als Wandanschluss dient
ein Weichgummiprofilschlauch, der durch seine Formgebung in der
Lage sein soll, Ungenauigkeiten zwischen Wand und Wanne auszugleichen,
wobei zusätzlich
Schraubenklammern die Wanne gegen das Profil und die Wand pressen.
Für moderne
Badausstattungen scheidet eine solche Lösung aus. Auch wird nicht sicher
genug verhindert, und das ist ein Mangel vieler weiterer Lösungsversuche,
dass Leckwasser zwischen Wand und Wannenrand mit allen schädigenden
Einflüssen,
wie Schimmelbildung, durchdringt.
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Aus
der
DE 29 11 359 C2 ist
ein Montageelement für
den Einbau einer Bade- oder Duschwanne aus einem zweiteiligen Polystyrolschaumkörper bekannt,
dessen Wände
einen nach innen gerichteten Kragen zur Abstützung der Wanne aufweisen.
Die hauptsächlichsten
Badarbeiten lassen sich vor dem Einsetzen der Wanne erledigen. Die
Abdichtung zwischen Wanne und Montageelement erfolgt durch einen
umlaufenden Dichtungsstreifen aus beispielsweise Weichgummi, auf
dem der Wannenrand aufliegt. Die unterste Fliesenreihe wird wie üblich durch eine
entsprechend Dichtungsmasse verschlossen. Allerdings bildet letztere
Fuge die Schwachstelle gegen Spritz- und Tauwasser, weil die Fuge
zwischen Wand, Fliese und Wannenrand arbeitet.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Rohbaumontagesystem zu
entwickelt, bei dem die Wanne nach Badarbeiten ohne Verletzung der Wandkonstruktion
ganz zuletzt eingesetzt oder ausgetauscht werden kann und jegliche
Abdichtprobleme rundum mit geringem Aufwand vermieden werden. Dabei
sollen horizontale und vertikale Bauwerkstoleranzen aus Trocken-
und Massivbaukonstruktionen spritzwassergeschützt und ohne Fugen aufgenommen
werden können.
Der Montagerahmen soll wie die Wände
bereits vor dem Einsetzen der Wanne bis auf eine Revisionsöffnung zum
Anschließen
der Ab- und Überlaufgarnitur
komplett verkleidet und verfliest oder mit einer anderen Oberflächenverkleidung versehen
werden können.
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Die
Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte
Ausbildungen geben die Unteransprüche an.
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Die
Erfindung soll mitsamt ihren Vorteilen anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert werden.
In der zugehörigen
Zeichnung zeigen:
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1 einen Wandanschluss eines
Rohbau-Montagerahmens bei einer Trockenbaukonstruktion,
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2 einen Verkleidungsanschluss
des Rohbaumontagerahmens ohne angelehnte Wandkonstruktion und
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3 das Einsetzen einer Wanne
in einen mit dem Baukörper
verbundenen und mit fertigen Oberflächen versehenen Rohbau-Montagerahmen.
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Gemäß 1 ist eine heute übliche Vorwandinstallation
vor einer Massivwand 1 mit einer Trockenbauplatte 2 oberhalb
der Wannenhöhe
beplankt. An diese Trockenbauwand grenzt ein Bauanschlussprofil 4 an.
Das Bauanschlussprofil 4 ist ein mehrfach abgekantetes,
elastisches Blech. Es ist in der Lage, Toleranzen aus dem Bauwerk
und den unterschiedlichen Dicken aus Trockenbauplatte 2 und
Oberfläche 3 aufzunehmen.
Das Blech kann beispielsweise aus Edelstahl oder einem oberflächenbehandelten Schwarzblech
sein. Weiterhin eignen sich Kunststoffbleche. Die Abkantungen dienen
dem Spritzwasserschutz und verleihen dem Blech Stabilität bei genügend großer Elastizität. Im Beispiel
ist das Blech auf einem Montagerahmen 5 angeschlagen, in
Richtung Wand annähernd
horizontal unterhalb der Unterkante der Trockenbauplatte 2 geführt und
zweimalig rechtwinklig, gleichsinnig und auf Abstand, ein zum Raum hin
offenes U bildend, so abgekantet, das der letzte Blechabschnitt
an der Unterkante der Trockenbauplatte 2 anliegt. Ebenso
kann sich die ebene Fläche des
Bauanschlussprofils 4 in Verlängerung des eben auslaufenden
Wannenrandes bis zur Massivwand 1 durchziehen, wandschließend aufwärts abkanten und
nochmals zum Raum hin unterhalb der Trockenbauwand 2, wodurch
ein etwas größeres, zum Badraum
hin offenes, liegen nur bis zur Unterkante der rohen Trockenbauwand 2 zu
führen
oder auf der Wandseite der rohen Trockenbauplatte 2 direkt
hochzuführen,
wobei in diesen Fällen
jeweils die letzte Abkantung entfällt. Die Form der Bauanschlussporfile 4 ist
nicht auf die genannten Ausgestaltungen begrenzt, sondern entsprechend
den vorgefundenen örtlichen
Gegebenheiten und gewünschten
Wandverkleidungsarten variierbar.
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Das
Bauanschlussprofil 4 muss keine statisch anspruchsvollen
Aufgaben erfüllen,
weshalb prinzipiell eine Befestigung auf dem Montagerahmen 5 ausreicht.
Es ist aber auch möglich,
die Massivwand 1 oder Trockenbauplatte 2 als weitere
Befestigungspunkte zu nutzen. Der Anschluss des Bauanschlussprofils 4 an
die Wand 1, 2 wird im Zuge des Fliesens der Trockenbauwand 2 mehr
oder weniger überfliest.
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Mit
dem wannenseitigen Abschnitt liegt das Bauanschlussprofil 4 unter
Zwischenschaltung einer ersten Schallschutzauflage 9 auf
dem Montagerahmen 5 auf und ist dort befestigt, beispielsweise
durch die Schallschutzauflage 9 hindurch mit dem Montagerahmen 5 verschraubt.
Die Befestigung kann im Zuge der Herstellung des Montagerahmens 5 oder auf
der Baustelle erfolgen. Der Montagerahmen 5 bildet einen
stabilen Tragkörper
aus, der im Rohbau nach allen Seiten offen ist und im Rohbau fest
mit dem Boden verbunden wird.
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In
vertikaler und waagerechter Hinsicht sorgen höhenverstellbare Füße am Montagerahmens 5 bei
der Aufstellung des Montagerahmens 5 für einen Ausgleich. Das Bauanschlussprofil 4 ist
in der Lage, zugelassene horizontale und vertikale Baubewegungen
sicher auszugleichen.
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Sind
alle Badarbeiten abgeschlossen, wird zuletzt die Wanne 10 unter
Zwischenschaltung einer weiteren Lage einer Schallschutzauflage 9 eingesetzt.
Es sind dann nur noch die Überlauf-
und Abflussgarnitur anzuschließen
und eine Abdichtung 11 im Übergang vom Wannenrand zum
Bauanschlussprofil 4 vorzu nehmen. Der Wannenrand der Wanne 10 läuft im Wesentlichen
eben und vorzugsweise völlig
waagerecht aus, ist also am äußeren Rand
weder nach oben noch nach unten abgebogen. Das Bauanschlussprofil 4 ist
im Bereich unmittelbar hinter seiner Auflage auf dem Montagerahmen 5 zunächst im schrägen Winkel,
einen kleinen Fugenkeil bildend und um auf die Flucht des Wannenrandes
der Wanne 10 zu kommen, eine kleine Stufe bildend, doppelt
abgekröpft
und läuft
erst dann, die Flucht des äußeren Wannenrandes
der Wanne 10 fortsetzend, eben in Richtung zur Wand hin
bis zu seiner folgenden in Richtung Trockenbauwand 2 rechtwinkeligen,
aufwärtigen
Abkantung. Weiterführend
ist das Bauanschlussprofil 4 an der unteren Kante der Trockenbauwand 2 abermals
rechtwinklig abgekantet und läuft an
dieser Kante, einen dichtenden oberen Abschluss bildend, entlang.
Nach dem Verfugen des Wandanschlussprofils 4 am Wannenrand
mittels einer elastischen Dichtmasse 11, die den gebildeten
Fugenkeil ausfüllt,
ergibt sich ein vollkommen glatter Übergang zwischen dem äußeren Wannenrand
der Wanne 10 und dem Bauanschlussprofil 4. Außerdem ergibt
sich ein sehr sicherer Wandanschluss. Das Bauanschlussprofils 4 fängt das
unvermeidliche „Arbeiten" der Wand ab. Indem
das Bauanschlussprofil 4, von oben aus dem Bereich der
Trockenbauwand 2 und der Fliesen 3 kommend, bis
tief unter den ebenen Rand der Wanne 10 führt, wobei
die Wanne 10 mit ihrer ganzen Last und unter Zwischenschaltung
der Schallschutzauflagen 9 auf dem Bauanschlussprofil 4 aufliegt,
kann selbst bei Altersrissen in einer Silikonfuge 11 oder
einem Dichtband keine Feuchtigkeit in den Raum zwischen Wand 1, 2 und
Montagerahmen 5 oder Montagerahmen 5 und Wanne 10 gelangen.
Für das
Auswechseln einer solcherart montierten Wanne 10 genügt es, die
Silikonfuge 11 oder das Dichtband zu entfernen und die
Wanne 10 herauszunehmen und gegen eine andere Wanne 10 auszutauschen.
Alle Wandverkleidungen 3 werden durch diesen Umbau nicht
berührt
und verbleiben. Die Wanne 10 wird formschlüssig auf
dem Montagerahmen 5 fixiert, kann aber auch durch nicht
näher dargestellte zusätzliche
Befestigungsmittel gesichert werden.
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Nachdem
in 1 eine anliegende
Wandseite des Installationssystems betrachtet wurde, soll unter
Zuhilfenahme von 2 eine
Wannenverkleidungsseite näher
beschrieben werden. Es versteht sich, dass je nach den Installationsgegebenheiten
im Bad die Anzahl der Wandanschluss- und Wannenverkleidungsseiten
variiert. Funktionell gleichwertige Teile sind mit denselben Bezugszeichen
versehen wie in 1.
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Die
Wanne 10 liegt analog zu 1 auf
dem Montagerahmen 5 unter Zwischenschaltung einer oberen
und einer unteren Schallschutzauflage 9 auf. Auch die Befestigung
des Bauanschlussprofils 4 auf dem Montagerahmen 5 kann
in gleicher Weise bewerkstelligt werden wie auf einer Wandseite.
In 2 steht allerdings
der ebene Wannenrand etwas über. Das
kann, muss aber nicht sein. Jedenfalls ist die vom Bauanschlussprofil 4 gebildete
Fugenkerbe nach dem Einsetzen der Wanne 10 wieder geeignet abzudichten,
beispielsweise mit einer Silikondichtmasse 11.
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Der
Montagerahmen 5 ist raumseitig mit einer oder mehreren
Trockenbauwänden 2 beplankt und
bis zum Boden verfliest. Diese Arbeiten werden komplett vor dem
Einsetzen der Wanne 10 ausgeführt.
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Das
Bauanschlussprofil 4 an den Wannenverkleidungsseiten ist
endseitig abweichend zu der Wandanschlussseite abgekantet. Nach
dem ebenen Anschlussbereich des Bauanschlussprofils 4 in
Fortsetzung des ebenen Wannenrandes ist das Bauanschlussprofil 4 nach
unten, eine Stufe bildend, abgewinkelt und in Höhe des Abschlusses der Trockenbauwand 2 nach
innen mindestens noch einmal abgekantet. Die Innenabkantung bildet
somit einen genügend
dichten Anschluss des Bauanschlussprofils 4 auf der Trockenbauwand 2 bzw.
auf der Oberkante der obersten Fliesenreihe der Fliesen 3 auf
der Wannenverkleidung. Bedarfsweise kann Schallschutzmaterial oder
Dichtmaterial zwischengelegt werden.
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Auf
einer Wannenverkleidungsseite muss genau wie auf einer Wandseite
nur die Dichtfuge angelegt bzw. entfernt werden, um ein Einsetzen
bzw. Auswechseln einer Wanne 10 zu ermöglichen. Es fallen keine weiteren
Wandoberflächenarbeiten
an.
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In 3 ist zusammenfassend nochmals
ein Badinstallationsvorgang stark schematisiert dargestellt. Zunächst wird
ein serienmäßig gefertigter
Montagerahmen 5 im Rohbauzustand des Bades aufgestellt,
ausgerichtet und bodenseitig befestigt.
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Der
Montagerahmen 5 besteht aus einem stabilen Tragwerk, das
zur späteren
Lastabtragung der Bade- oder Duschwanne 10 dient. Der Montagerahmen 5 ist
im Rohbau nach allen Seiten und von oben offen und zugänglich.
Je nach Größe sind
ausreichende Justier- und Befestigungsmöglichkeiten vorgesehen. Toleranzen
des Rohbaus lassen sich sowohl waagerecht als auch lotrecht durch
verstellbare Füße 6 ausgleichen.
Bei Bedarf können
die Füße 6 schallentkoppelt
auf dem Boden aufgesetzt werden. Noch im Rohbauzustand werden die
Bauanschlussprofile 4 im designfertigen Zustand zur Aufnahme
der Wanne 10 auf dem Montagerahmen 5 befestigt.
Danach erfolgen alle notwendigen Fliesenleger-, Maler- und Installationsarbeiten.
Wandseitig wird die Trockenwand 2 bis über das Bauanschlussprofile 4 verfliest,
wannenverkleidungsseitig wird bis unter die Abkantung des Bauanschlussprofils 4 gefliest.
Nach der Grobreinigung des Bades wird die Wanne 10 frei,
also ohne jede Wandanlehnung, eingesetzt und an die im Montagerahmen 5 bereits
vormontierte Ab- und Überlaufgarnitur
angeschlossen. Es sind nur noch die Revisionsöffnung(en) und die Keilfugen
mit einem Dichtmaterial zu verschließen. Selbstverständlich kann
anstelle hierzu jeder geeignete pastöse oder bandförmige Dicht/
Klebewerkstoff verwendet werden.
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Im
Ausführungsbeispiel
ist das Installieren einer Badewanne beschrieben worden. Für das Installieren
einer Duschwanne gilt entsprechendes. Der Rand einer Duschwanne
kann dabei durchaus so ausgebildet sein, dass er, bevor er randseitig
ringsum eben ausläuft,
in bekannter Weise eine kleine stufenartige Erhöhung ringsum ausbildet.
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Die
einzusetzenden Wannen 10 können aus emailliertem Blech
oder Kunststoff geformt sein. Indem der Wannenrand ringsum eben
ausläuft,
ist der Verformungsprozess gegenüber
herkömmlichen Wannen
stark erleichtert, die Wannen werden leichter und preiswerter. Gegenüber bekannten
Systemen vereinfacht sich hierdurch auch das Einsetzen bzw. Auswechseln
einer Wanne. Durch die Schallschutzauflagen 9 wird die
Wanne akustisch sicher vom Montagerahmen 5, einer Wand 1, 2 und
den Wannenverkleidungen 2, 3 abgekoppelt. Indem
die Wannenränder
ringsum eben, also ohne Abkröpfungen
nach oben oder unten auslaufen, bereiten die Abdichtungen zu den
Bauanschlussprofilen 4 selbst in den Bereichen der Wannenrandecken
beim Einsetzen oder Tauschen einer Wanne 10 keinerlei Probleme.
Auch werden mit den Bauanschlussprofilen 4 die Abdichtungen
in den Eckbereichen von Raumwänden
oder Übergängen von
Raumwänden
zu Wannenverkleidungselementen oder Übergängen zwischen letzteren sowie
die Verkleidungen dieser Flächen
qualitativ verbessert.
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Das
Bauanschlussprofil 4 für
eine Wanne 10 ist entweder in einem Stück gestanzt und gebogen oder
es wird aus Einzelpartien hergestellt und entweder vor den Montagearbeiten
gefügt
oder erst während
der Montagearbeiten zuammengesetzt.