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Die Erfindung bezieht sich auf einen Fahnenmast mit einer Hißeinrichtung, die
einen um Umlenkrollen entlang des Fahnenmastes geführten Seilzug aufweist, und
mit einem Auslegerarm zur Aufnahme einer Fahne, der an einer sich entlang eines
Seiltrumes des Seilzuges erstreckenden, am Seiltrum festklemmbaren Stütze
befestigt ist.
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Um bei Fahnenmasten mit einer Hißeinrichtung, die aus einem endlosen, um
Umlenkrollen entlang des Fahnenmastes geführten Seilzug besteht, die Fahnen
ausgebreitet halten zu können, wird an einem Seiltrum der Hißeinrichtung ein
Auslegerarm angeklemmt, der die Fahne im Bereich ihres oberen Randes
aufnimmt. Da der Seilzug der Hißeinrichtung nicht ausreichend straff gespannt
werden kann, um den angeklemmten Auslegerarm senkrecht vom zugehörigen
Seiltrum abstehen zu lassen, müssen die Auslegerarme zusätzlich abgespannt
werden. Zu diesem Zweck wird ein Abspannseil zwischen dem freien Ende des
Auslegerarmes und dem den Auslegerarm tragenden Seiltrum gespannt. Aufgrund
dieses Abspannseiles kann die Fahne allerdings nicht bis ganz nach oben gehißt
werden, so daß im Hinblick auf die Hißhöhe der Fahne der Abstand zwischen der
Anklemmung des Auslegerarmes und des Abspannseiles am Seiltrum klein
ausfallen soll. Ein kleiner Abstand zwischen den Anklemmstellen des Auslegerarmes
und des Abspannseiles bedingt allerdings eine unzureichende Abstützung des
Auslegerarmes mit der Folge, daß der Auslegerarm schräg abwärts verläuft, was
wiederum zu einem unzureichenden Breithalten der Fahne mit der Gefahr führt,
daß sich die Fahne im unteren Bereich um den Fahnenmast wickelt.
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Damit der Auslegerarm nicht überkopfseitig mit Hilfe eines Abspannseiles
abgestützt werden muß, wurde bereits vorgeschlagen (US 1 339 849 A), den
Auslegerarm starr mit einer vom Auslegerarm rechtwinkelig nach unten abstehenden Stütze
zu verbinden, die an einem Seiltrum der Hißeinrichtung festgeklemmt wird, so daß
die vorgegebene Hißhöhe voll ausgenützt werden kann. Nachteilig bei dieser
bekannten Konstruktion ist allerdings, daß die Drehbarkeit der Fahne nur im
Rahmen einer Verdrillung des gespannten Seiltrumes möglich ist, was nicht nur die
Ausrichtung der Fahne nach dem Wind beeinträchtigt, sondern auch eine
zusätzliche Torsionsbelastung des Seiltrums mit sich bringt.
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Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Fahnenmast der eingangs
geschilderten Art mit einfachen konstruktiven Mitteln so auszugestalten, daß die
Fahne ahne Einschränkung der Ausrichtung gegenüber dem Wind von einem
Auslegerarm aufgenommen und ausreichend breitgehalten werden kann.
Außerdem soll eine Torsionsbelastung des den Auslegerarm aufnehmenden Seiltrums
vermieden werden.
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Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß der Auslegerarm über einen
Drehkopf am oberen Ende der Stütze drehbar gelagert ist.
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Da zufolge dieser Maßnahme der Auslegerarm über einen Drehkopf am oberen
Ende der Stütze drehbar gelagert wird, kann über den Auslegerarm keine
Drehmomentbelastung auf das mit der Stütze verbundene Seiltrum übertragen werden,
selbst wenn der Auslegerarm am Fahnenmast anschlägt, weil in diesem Fall die
Drehmomentabstützung über den Fahnenmast erfolgt. Trotz der Drehbarkeit des
Auslegerarmes bleibt daher das den Auslegerarm tragende Seiltrum ohne
Torsionsbelastung. Die Neigung des Auslegerarmes hängt ausschließlich vom Verlauf
der Stütze ab, die aufgrund ihrer möglichen Länge auch bei einer mäßigen
Spannung des Seilzuges eine ausreichende vertikale Führung durch das Seiltrum
erfährt, um die Fahne über den Auslegerarm hinreichend breithalten zu können.
Wegen der Lagerung des Drehkopfes am oberen Ende der Stütze spielt die
Stützenlänge für die erreichbare Hißhöhe keine Rolle. Da die windbedingte Drehung
der Fahne durch den Anschlag des Auslegerarmes am Fahnenmast jeweils nach
beiden Richtungen begrenzt wird, empfiehlt es sich, den Fahnenmast gegenüber
der jeweiligen Hauptwindrichtung so auszurichten, daß die Hißeinrichtung auf der
Windschattenseite zu liegen kommt.
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Besonders einfache Konstruktionsverhältnisse ergeben sich, wenn die Stütze aus
einem Rohrstück besteht, in das oben ein Drehzapfen des Drehkopfes eingreift.
Das Rohrstück der Stütze bildet in diesem Fall das Drehlager für den Drehzapfen
des Drehkopfes, der lediglich oben in das Rohrstück eingesetzt werden muß.
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Bei einer mäßigen Spannung des Seilzuges der Hißeinrichtung kann es zu einer
geringfügigen Neigung der Stütze gegenüber dem Fahnenmast kommen. Damit in
einem solchen Fall ein harter Anschlag zwischen der Stütze und dem Fahnenmast
vermieden wird, kann das untere Ende der Stütze von einem gummielastischen
Pufferring umschlossen sein.
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Um eine Anpassung des Auslegerarmes an die jeweilige Fahnenbreite zu
ermöglichen, kann der Auslegerarm teleskopartig verlängerbar ausgebildet sein. Dies ist
wegen der Lagerung des Auslegerarmes auf der Stütze über einen Drehkopf im
Gegensatz zu einer Abstützung des Auslegerarmes über ein am freien
Auslegerarm angreifendes Abspannseil ohne weiteres möglich. Ein teleskopartig
verlängerbarer Auslegerarm kann jedoch nicht in herkömmlicher Weise mit entlang des
Auslegerarmes verteilten Ringen zum Befestigen der Fahne versehen werden. Aus
diesem Grunde kann die Fahne im Bereich ihres oberen Randes mit einem hohlen
Saum versehen werden, in den der Auslegerarm eingeführt wird. Beim Anschlagen
des Auslegerarmes am Fahnenmast bei einer windbedingten Drehung der Fahne
kann der Saum der Fahne über Gebühr beansprucht werden. Um daraus
entstehende Schäden zu vermeiden, kann der hohle Saum der Fahne zumindest im
Anschluß an den Drehkopf durch ein geschlitztes Schutzrohr abgedeckt werden,
das auf den Auslegerarm aufgesteckt wird. Um dieses Schutzrohr ohne zusätzliche
Konstruktionsmaßnahme axial sichern zu können, kann der für den
Fahnendurchtritt vorgesehene Schlitz des Schutzrohres am dem Drehkopf zugewandten Ende
des Schutzrohres geschlossen sein. In diesem Fall muß das Schutzrohr vor der
Fahne auf den Auslegerarm aufgeschoben werden, so daß nach dem Eingreifen
des Auslegerarmes in den hohlen Saum der Fahne das Schutzrohr durch die
Fahne am Auslegerarm gesichert wird, wenn die Fahne beispielsweise über
Karabiner in das die Stütze aufnehmende Seiltrum eingehängt wird.
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In der Zeichnung ist der Erfingungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es
zeigen
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Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Fahnenmast in einer schematischen
Seitenansicht und
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Fig. 2 die gehißte Fahne im Bereich des Auslegerarmes ausschnittsweise in einer
zum Teil aufgerissenen Seitenansicht.
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Der Fahnenmast 1 ist in üblicher Weise mit einer Hißeinrichtung 2 versehen, die
aus einem Seilzug 3 besteht, der über eine obere und untere Umlenkrolle 4, 5
geführt ist, von denen die untere Umlenkrolle 5 über eine nicht dargestellte,
vorzugsweise abnehmbare Kurbel zum Hissen der Fahne angetrieben werden kann.
Am vom Fahnenmast 1 entfernteren Seiltrum 6 des zwischen den Umlenkrollen 4, 5
gespannten Seilzuges 2 ist eine Stütze 7 mit Hilfe von oberen und unteren
Schellen 8 angeklemmt, so daß die Stütze 7 entlang des Seiltrumes 6 verläuft und von
diesem geführt wird. Am oberen Ende der Stütze 7 ist ein Drehkopf 9 drehbar
gelagert, der einen Auslegerarm 10 trägt. Dieser Auslegerarm 10 ist teleskopartig
verlängerbar, wobei eine stufenweise federnde Verrastung vorgesehen ist. Die
Fahne 11 ist im Bereich ihres oberen Randes mit einem hohlen Saum 12
versehen, in den der Auslegerarm 10 eingreift. Im Anschluß an den Drehkopf 9 ist auf
den Auslegerarm 10 ein geschlitztes Schutzrohr 13 aufgeschoben, das den Saum
12 der Fahne 11 umschließt und den Saum 12 schützt, wenn bei einer Drehung
der Fahne 11 der um die Achse des Drehkopfes 9 mitschwenkende Auslegerarm
10 am Fahnenmast 1 anschlägt. Wie der Fig. 2 entnommen werden kann, ist das
Schutzrohr 13 nicht in seiner gesamten Länge geschlitzt ausgeführt. Der für den
Fahnendurchtritt vorgesehen Schlitz 14 ist am dem Drehkopf 9 zugekehrten Ende
des Schutzrohres 13 im Bereich des Bezugszeichens 15 geschlossen, so daß das
Schutzrohr 13 nur mit der Fahne 11 vom Auslegerarm 10 abgezogen werden kann.
Da die Fahne 11 über Karabiner 16 am Seiltrum 6 geführt wird und demnach nicht
vom Auslegerarm 10 abgenommen werden kann, wird das Schutzrohr 13 über die
Fahne 11 axial gesichert.
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Der Drehkopf 9 des Auslegerarmes 10 weist einen Drehzapfen 17 auf, der gemäß
der Fig. 2 in die als Rohrstück 18 ausgebildete Stütze 7 von oben eingesetzt wird.
Der Auslegerarm 10 wird daher über den Drehzapfen 17 im Rohrstück 18 der
Stütze 7 winkelsteif geführt, so daß die Neigung des Auslegerarmes 10
ausschließlich vom Verlauf der Stütze 7 entlang des Seiltrums 6 abhängt.
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Zum Hissen der Fahne 11 wird zunächst das Schutzrohr 13 auf den Auslegerarm
10 axial aufgeschoben, bevor der Auslegerarm 10 in den hohlen Saum 12 der
Fahne 11 eingeführt wird, bis die Fahne 11 innerhalb des Schutzrohres 13 im
Bereich des geschlossenen Endes 15 des Schutzrohres anschlägt. Danach kann
der Drehkopf 9 mit dem Lagerzapfen 17 in die Stütze 7 eingeschoben werden, die
zunächst im Bereich ihres oberen Endes am Seiltrum 6 festgeklemmt wird, bevor
die Stütze 7 zum Befestigen ihres unteren Endes über die Hißeinrichtung 2
entsprechend angehoben wird. Da im Zuge des Hissens der Fahne 11 die Karabiner
16 in das Seiltrum 6 eingehängt werden, wird die Fahne 11 entlang des Seiltrumes
6 geführt und über den Auslegerarm 10 breitgehalten. Die Fahne 11 kann bis in
den Bereich der oberen Umlenkrolle 4 gehißt werden, weil sich ja die Stütze 7 vom
Drehkopf 9 nach unten erstreckt und daher die Hißbewegung nicht begrenzt.
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Um bei einem allfälligen Nachlassen der Spannung des Seilzuges 3 ein hartes
Anschlagen der Stütze 7 am Fahnenmast 1 zu verhindern, kann im Bereich des
unteren Endes der Stütze 7 ein gummielastischer Pufferring 19 vorgesehen
werden, der sonst auftretende Schlagbeanspruchungen dämpft. Im Bereich des
oberen Endes der Stütze 7 ist eine solche Dämpfung nicht erforderlich, weil ja die
obere Umlenkrolle 4 eine ausreichende Führung des Seiltrumes 6 mit sich bringt.