DE10310990A1 - Blaskopf für die Behälterglasherstellung - Google Patents
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Abstract
Ein Blaskopf 1 dient zum Ausblasen eines in einer Fertigform 2 befindlichen Glashohlpostens 3. Einerseits soll in dem Glashohlposten 3 ein Druck erzeugt werden, so dass sich dieser ausdehnt und an die Fertigformwand 4 anlegt, andererseits soll der geformte Behälter 3 zur Abkühlung innen mit Luft durchströmt werden (Pfeile 8, 9). Die Luft wird dem Behälter durch ein Blasrohr 5 zugeführt. Durch den neuen Blaskopf 1 soll die Durchströmung 8, 9 des Behälters 3 verbessert werden, indem die in den Behälter eintauchende Blasrohrlänge vergrößert wird. DOLLAR A Bei dem Blaskopf ist das Blasrohr beweglich und mit einem Zylinderelement 16 verbunden, so dass es während des Blasens in den Hals 13 des Behälters ausfährt. Das Blasrohr 5 übernimmt dabei auch die Aufgabe der Kolbenstange 5. Zur Bewegung des Blasrohres 5 wird die gleiche Druckluftversorgung wie zum Fertigblasen des Behälters verwendet. DOLLAR A Durch die im ausgefahrenen Zustand große Blasrohrlänge eignet sich der Blaskopf 1 besonders zur Fertigung von langen hohen Behältern oder Behältern mit einem engen lang gezogenen Hals.
Description
- Diese Erfindung betrifft einen Blaskopf für die Herstellung von Glasbehältern in einer Glasformmaschine, durch den ein in einer Form befindlicher Glashohlkörper mit Druckluft an die Formenwand hin aufgeblasen und gleichzeitig in seinem Inneren durch einen Luftstrom gekühlt wird.
- Bei der Herstellung von Glasbehältern wird ein vorgeformter Glashohlkörper durch eine Schwenkbewegung in eine Fertigform übergeben, die sich nach der Übergabe schließt und den Glaskörper an seiner nach oben offenen Mündung hält. Dann schwenkt ein Blaskopfhalter über die Form und senkt sich mit den darin eingebauten Blasköpfen auf die Form ab. Durch den Blaskopfhalter wird den Blasköpfen Druckluft zugeführt. Die Blasköpfe führen dem Glashohlkörper diese Druckluft durch ein Blasrohr zu und leiten sie durch eine oder mehrere Auslassöffnungen auch wieder ab. Durch diesen Blasprozess wird einerseits der Glashohlkörper von innen mit Druckluft beaufschlagt, so dass er sich ausdehnt und an die Wandungen der Form anlegt. Andererseits soll durch die Luftströmung das Glas abgekühlt werden, um so die Verweildauer, die das Glas zur Abkühlung in der Form braucht, zu verkürzen. Diese Mechanismen sind bekannt und auch schon in der Patentschrift
EP 0 227 272 B1 in ähnlicher Weise beschrieben worden. - Dabei wird in dieser Patentschrift an das untere Ende des Blasrohres mindestens eine Ablenkfläche angebracht, um die Blasluft, die das Blasrohr verlässt in eine Wirbelbewegung zu versetzen. Diese Maßnahme ist jedoch ohne Effekt für die Abkühlung des Behälters, wenn aufgrund der Behältergeometrie und der Eintauchtiefe des Blasrohres in den Behälter die Luftströmung große Bereiche der Behälterwand erst gar nicht erreicht.
- Speziell bei Behältern mit einem langgezogenen Hals oder sehr hohen Behältern kann in der Praxis der erwünschte Kühleffekt oft nicht erreicht werden. Ragt das Blasrohr nicht weit genug in den Behälter, so wird allenfalls die Mündung oder der Hals des Behälters von der Kühlluft durchströmt, wohingegen der Behälterkörper nicht mehr oder nur teilweise von der Kühlluftströmung erfasst wird.
- Aufgrund der Schwenkbewegung und des begrenzten Hubweges des Blaskopfhalters ist es bei dem derzeitigen Stand der Technik oft nicht möglich, das Blasrohr lang genug zu gestalten, um eine gute Durchströmung des Behälterkörpers zu erzeugen.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Blaskopf zu entwickeln, bei dem sich das Blasrohr unabhängig von dem unteren mündungsumschließenden und auf die Form aufsetzenden Teil des Blaskopfes in den Behälter hinein absenken kann.
- Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Blaskopf mit einem vertikal ausfahrbaren Blasrohr ausgestattet ist. Erfindungsgemäß wird zwischen die Blaskopfaufnahme und den mündungsumschließenden unteren Teil des Blaskopfes ein Zylinderrohr eingebaut, in welchem ein Kolben läuft, an den das Blasrohr befestigt ist und durch dessen Druckbeaufschlagung das Blasrohr nach unten bewegt werden kann. Das Blasrohr erfüllt hierbei nicht nur die Aufgabe des Blasrohres sondern erfindungsgemäß auch die Aufgabe der Kolbenstange. Da das Blasrohr erfindungsgemäß den Kolben durchbricht und zur druckbeaufschlagten Seite des Kolbens endet und geöffnet ist, ist es erfindungsgemäß möglich, mit der gleichen Luftzuführung mit der der Kolben und das Blasrohr nach unten bewegt werden, den Behälter auszublasen. Erfindungsgemäß ist der Zylinder so an die Aufnahmehalterung des Blaskopfes befestigt, dass der Druckluftstrom des Fertigblasens ungehindert in den Zylinder strömen kann. Das Zurückstellen des Zylinders erfolgt erfindungsgemäß durch eine Druckfeder oder einen mit der Blasluft nicht verbundenen Mechanismus wie einem gesonderten Druckluftanschluss.
- Das Blasrohr, welches gleichzeitig die Kolbenstange ist, wird durch den Kolben im Zylinder sowie durch ein Lager geführt, welches im Bodenteil des Zylinders sitzt, der ein von der Zylinderwand separates Teil sein kann. Gehalten wird das Lager durch den mündungsumschließenden Unterteil des Blaskopfes der ebenso wie das Verbindungsteil zum Blaskopfhalter erfindungsgemäß von dem Zylinder gelöst werden kann, um einen eventuellen Austausch des Zylinders zu ermöglichen. Damit ist es möglich, je nach Bedarf verschieden lange Zylinder in den Blaskopf einzusetzen.
- Im Folgenden wird der Blaskopf anhand einer Zeichnung weiter erläutert.
- Zeichnung 1 zeigt den Blaskopf
1 in der Position nach dem Aufsetzten auf eine Fertigform2 in der sich ein Behälter3 befindet. Dem Behälter3 wurde einerseits Luft zugeleitet, damit sich in seinem Inneren ein Druck ausbildet, durch den sich das heiße Glas3 an die Formenwand4 anlegt. Andererseits soll der aufgeblasene Behälter in seinem Inneren durch einen Kühlluftstrom, gekennzeichnet durch die Pfeile6 ,7 ,8 ,9 ,10 ,11 gekühlt werden, der durch den Blaskopf1 und das Blasrohr5 in den Behälter3 geleitet wird (Pfeil8 ), dort seine Richtung ändert, durch den Freiraum zwischen Blasrohr5 und Flaschenhals13 bzw. Mündung14 den Behälter3 verlässt, die Mündung14 umspült (Pfeil10 ) und dann durch mindestens eine Auslassdurchbrechung31 den Blaskopf1 wieder verlässt. - Ob das Kühlmedium dabei schon im Mündungsbereich
12 oder erst im Behälterkörper15 des Behälters seine Richtung ändert, hängt mit davon ab, wie tief das Blasrohr5 in den Behälter ragt. - Um erfindungsgemäß einen Mechanismus zu schaffen, der das Blasrohr
5 in den Behälter3 bewegt, ist in den Blaskopf1 ein Zylinderelement16 integriert. - Durch die Blasluft, die durch einen großen Querschnitt
26 in den Zylinder16 mit einem hohen Druck einfließt, dargestellt durch Pfeil6 , aber nur durch den kleinen Querschnitt27 des Blasrohres5 ausströmt (Pfeil7 ), wird im Zylinder16 ein Druck28 aufgebaut, welcher den Kolben22 gegen die Kraft einer Feder25 nach unten schiebt. Wenn die Luftzufuhr (Pfeil6 ) abgeschaltet wird, entweicht die Luft durch das Blasrohr5 (Pfeil7 ) und die Feder25 stellt den Kolben22 wieder in seine Ausgangslage zurück. - Das Zylinderelement
16 sitzt zwischen dem oberen Blaskopfteil17 , durch den der Blaskopf durch eine zentral angeordnete Durchbrechung45 mit Druckluft aus einer nicht dargestellten Blaskopfhalterung versorgt wird (Pfeil6 ), und dem unteren Blaskopfteil18 , der auf der Fertigform2 aufsitzt und durch eine Ausnehmung19 die Mündung14 des Behälters3 umschließt. Damit die Abluft aus dem Behälter entweichen kann, sind in die obere Begrenzungsfläche dieser Ausnehmung radiale Rillen29 eingefräst, durch die die Abluft über die Mündung14 hinweg (Pfeil10 ) in einen Ringraum30 zwischen Blaskopfunterteil18 und Mündung14 strömen kann, von wo Sie durch mindestens eine Auslassöffnung31 in die Umgebung weiterströmt (Pfeil11 ). - Das Zylinderelement
16 besteht zweckmäßigerweise aus einem Zylinderrohr 20 einem Zylinderboden21 einem Kolben22 mit Kolbenführung bzw. Dichtung23 , einer Kolbenstange5 , die in diesem Fall erfindungsgemäß das Blasrohr5 ist, einem Lager24 zur Führung der Kolbenstange5 , welches im Zylinderboden21 angebracht ist, und einer Feder25 . - In Zeichnung 1 ist eine Feder
25 eingesetzt, die zweckmäßiger Weise für eine hohe dynamische Anforderung ausgelegt ist, um eine hohe Lebensdauer zu gewährleisten. - Der Kolben
22 , der nur ein geringes Gewicht haben soll, wird zweckmäßigerweise aus einem leichten Material wie Aluminium oder einem temperaturfesten Kunststoff hergestellt. An seiner Unterseite befindet sich eine ringförmige Ausnehmung32 , durch die die Feder25 zentriert wird. Am Umfang des Kolbens22 können sich Aufnahmevorrichtungen33 ,34 für eine oder mehrere Dichtungs- oder Führungselemente23 wie zum Beispiel PTFE Bänder23 , Simmerringe, etc, befinden. In der Mitte des Kolbens befindet sich erfindungsgemäß eine Durchbrechung35 , durch die das nach oben offene Blasrohr5 geführt wird. Das Blasrohr5 kann direkt mit dem Kolben22 verbunden sein, oder, wie in Zeichnung 1 dargestellt, fest mit einer Buchse36 verbunden sein, welche durch eine lösbare Verbindung wie zum Beispiel einem Gewinde37 mit dem Kolben22 verbunden ist, so dass bei einem eventuellen Blasrohrwechsel der Kolben22 nicht mit ausgewechselt werden muss. - Der Zylinderboden
21 ist ein von dem Zylinderrohr20 unabhängiges Bauteil. Der Zylinderboden21 ist so konstruiert, dass bei ausgefahrenem Kolben22 dieser auf einem Distanzstück38 aufsitzt, so dass die Feder25 nicht überstaucht wird. Dieses Distanzstück38 kann auch als einzelnes Bauteil gestaltet sein. Daneben befindet sich eine ringförmige Ausnehmung39 , um die Feder25 zu zentrieren. Zur Entlüftung des unteren Teils des Zylinders (Pfeil40 ) während der Abwärtsbewegung des Kolbens22 , weist der Zylinderboden mindestens1 Ausnehmung auf, die als tiefe Nut41 durch die Auflagefläche42 für das Zylinderrohr gestaltet sein kann. In der Mitte des Zylinderbodens21 befindet sich eine Durchbrechung43 und auf der Unterseite eine kleine Ausnehmung44 , die beide so gestaltet sind, dass von unten ein T-förmiges Lager25 bündig eingesetzt werden kann. - Das Lager
25 soll ein schmierungsfreies Lager aus einem Material sein, welches eine Temperaturbeständigkeit von deutlich über 100 °C aufweist. - Die Verbindung der Blaskopfelemente Blaskopf-Unterteil
18 , Zylinderboden21 , Zylinderrohr20 und Blaskopfoberteil17 , die jeweils auf oder ineinander gesteckt werden können, erfolgt vorzugsweise durch Zugstangen oder lange Schrauben46 , die am Blaskopf-Unterteil18 und Oberteil17 befestigt sind. - Am Blaskopfoberteil
17 wird der Blaskopf1 mit einer nicht dargestellten Blaskopfhalterung verbunden. Dieser Verbindung entsprechend ist das obere Ende47 dieses Bauteils17 gestaltet. Üblicherweise wird dies ein Bajonettverschluss47 sein, wie in Zeichnung 1 dargestellt ist. In diesem Fall ist eine ringförmige Ausnehmung48 an der oberen Begrenzungsfläche49 angebracht, in die ein leicht nach oben überstehender O-Ring 50 eingelegt ist, der den Halt des Blaskopfes1 im Blaskopfhalter verstärken soll. An der unteren Begrenzungsfläche51 des Blaskopfoberteils17 ist ebenfalls eine Ausnehmung52 mit einem überstehenden O-Ring53 angebracht, der den Kolben22 beim Zurückstellen dämpfen soll.
Claims (8)
- Blaskopf
1 zum Fertigblasen eines Hohlglasgegenstandes3 in einer Fertigform2 einer Glasformmaschine, durch den ein Druckgas in den Behälter eingeführt wird, welches durch einen auf die Form2 aufgesetzten Teil des Blaskopfes18 auch wieder entweichen kann dadurch gekennzeichnet, dass das Blasrohr5 , welches die Luft dem Behälter zuführt, gegenüber dem auf die Fertigform aufsetzenden Teil18 des Blaskopfes1 vertikal beweglich ist und in die Mündung14 und den Behälter3 eingeführt werden kann. - Blaskopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem luftzuführenden Oberteil
17 des Blaskopfes1 und dem auf die Form aufsetzenden Teil des Blaskopfes18 ein Zylinderelement16 eingesetzt ist, der das Blasrohr5 durch eine Druckbeaufschlagung28 bewegen kann. - Blaskopf nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Blasrohr
5 so mit der Einheit aus Zylinder und Kolben16 verbunden ist, dass das zur Bewegung des Kolbens22 genutzte Druckgas durch das Blasrohr5 weiter in den Behälter3 geleitet werden kann - Blaskopf nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Blasrohr
5 den Kolben22 durchbricht und zur druckbeaufschlagten28 Seite des Kolbens22 geöffnet ist und gleichzeitig die Funktion des Blasrohres5 und der Kolbenstange5 übernimmt. - Blaskopf nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bewegung des Kolbens
22 und Ausblasen des Behälters3 die standardmäßig zur Verfügung stehende Blasluft verwendet werden kann. - Blaskopf nach Anspruch 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben
22 durch eine Feder25 in seine Ausgangsposition zurückbewegt wird. - Blaskopf nach Anspruch 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben durch einen von dem Druckgas, welches den Kolben in den Behälter hineinbewegt, unabhängigen Mechanismus wie zum Beispiel den eines getrennten Druckluftanschlusses zurück in seine Ausgangsposition bewegt wird.
- Blaskopf nach Anspruch 1 – 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Zylinderelement
16 lösbar mit der Blaskopfbefestigung17 und dem auf die Form aufsetzenden Teil des Blaskopfes18 verbunden ist, so dass verschiedene Zylinderelemente unterschiedlicher Länge in den Blaskopf eingesetzt werden können.
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-
2003
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