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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Vorrichtung zur tastbaren Darstellung von Informationen, ein
Array derartiger Vorrichtungen als haptisches Aktorarray sowie Verwendungen
derartiger Vorrichtungen und Anordnungen.
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Derartige Vorrichtungen werden zur
Erzeugung und Darstellung haptischer Informationen, wie beispielsweise
der Konsistenz von Objekten, zur Darstellung von visuellen Informationen,
wie beispielsweise Schriftzeichen, computersimulierte Objekte, Sensorsignale
oder Bilder in haptischer Form, zur Simulation von viskosen, elastischen
und/oder viskoelastischen Materialeigenschaften eines Objektes insbesondere
für Trainings-
und Forschungszwecke benötigt.
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Nach dem Stand der Technik kommen
im Wesentlichen Verfahren, die auf elektromagnetischen Mechanismen
oder Piezoaktoren beruhen, zum Einsatz. Weiterhin sind Verfahren
mit elektrorheologischen Flüssigkeits-Aktuatoren, die sich
durch einfaches Einstellen der Kräfte, aber geringen Hub kennzeichnen
lassen, bekannt. Zum Beispiel werden Aktoren mit zylindrischem oder
planarem Design verwendet, um Eigenschaften von elektrorheologischen Flüssigkeiten
zu nutzen. Die
EP 0
488 187 A1 zeigt beispielsweise ein Gerät zur tastbaren Darstellung von
Schriftzeichen und graphischen Informationen für Blinde, bei dem ein von einer
Membran abgedecktes Volumen vorgesehen wird, das mit einer elektroviskosen
Flüssigkeit
gefüllt
ist. Durch Einfügen
von Elektroden ist der Kanal als Ventil für die elektroviskose Flüssigkeit
ausgebildet. Die haptische Information wird nun über die Verformung der Membran durch
den einstellbaren Flüssigkeitsdruck
dargestellt.
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Auch die
US 5 496 174 zeigt einen haptischen
Aktor, bei dem eine elektrorheologische Flüssigkeit im Kompressionsmodus
betrieben wird. Über eine
Membran kann die Viskosität
und damit der Druck in der elektrorheologischen Flüssigkeit
taktil erfasst werden.
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Auch die
GB 2 265 746 A zeigt ein
taktiles Anzeigeelement in Form eines Arrays, bei dem über eine
Membran der Zustand einer darunter angeordneten elektrorheologischen
Flüssigkeit
erfasst und erspürt
werden kann.
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Aus dem Stand der Technik ist auch
eine Vorrichtung zur Sichtbarmachung von in Datenform vorliegenden
Körpern
und/oder Formen sowie zur Darstellung von Körpern und/oder Formen in Datenform
bekannt (
DE 198 10
125 A1 ). Bei dieser Vorrichtung sind in einem Feld eine
Vielzahl von Nadeln parallel zueinander gelagert und verfahrbar.
Parallel und benachbart zum Feld sitzen den Nadeln zugeordnete Aktuatoren,
die mit den Daten entsprechenden Signalen beaufschlagt sind und
die Nadeln entsprechend den Daten relativ zueinander einstellen.
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Bekannt ist auch eine Vorrichtung
zur Herstellung von dreidimensional verformten Bauteilen (
DE 198 10 478 A1 ).
Diese beschäftigt
sich mit Plexiglasscheiben, welche entsprechend einer gewünschten
Kontur eines Designmodells von Kraftfahrzeugen geformt werden. Hierzu
wird eine Matrize verwendet, die aus einem Grundgestell mit darauf
befindlichen, einstellbaren Stempeln besteht. Die Stempel werden in
ihrer Höhenlage
entsprechend der Kontur eingestellt.
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Die im Stand der Technik vorhandenen
Verfahren und Aktorarrays besitzen im Falle der elektromagentischen
Mechanismen sehr große
Abmessungen und eine geringe Auflösung, während im Falle der Verwendung
von elektrorheologischen Fluiden gewöhnlich nur zwischen zwei Zuständen – An/Aus bzw.
1/0 – unterschieden
wird. Eine stufenlose Einteilung erfolgt dabei nicht.
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Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass
in den Aktorvarianten, die auf modular aufzubauenden mit elektrorheologischer
Flüssigkeit
gefüllten
Einzelzellen beruhen, die Ortsauflösung gering ist. Demgegenüber vermitteln
elektromagnetische Systeme mit Kraftrückkopplung, die die taktile
Information über
Stifte übertragen,
nicht den Eindruck einer durchgehenden/geschlossenen Oberfläche, d.
h. die Darstellung ist nicht realistisch genug. Weiterhin ist nachteilig,
dass die bislang verwendeten Systeme, die auf pneumatischen oder
hydraulischen Verfahren beruhen, eine sehr hohe Leistung (200–300 W)
verbrauchen. Dies hat die elektrische Schaltung eines größeren Arrays
verhindert.
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Sämtliche
bisherigen Verfahren unter Verwendung von elektrorheologischen Flüssigkeiten verwenden
diese im Kompressionsmodus oder Fließmodus.
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Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Vorrichtung bzw. eine Anordnung von Vorrichtungen sowie Verwendungen
derartiger Vorrichtungen und Anordnungen zur Verfügung zu
stellen, die eine hohe Ortsauflösung,
eine stufenlose Darstellung taktiler Informationen, einen großen Hub
bei geringen Herstellungs- und Betriebskosten ermöglichen sollen.
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Diese Aufgabe wird durch die Anordnung nach
Anspruch 1 sowie ihre Verwendung nach Anspruch 24 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung und der erfindungsgemäßen Anordnung
werden in den jewei ligen abhängigen
Ansprüchen
gegeben. Erfindungsgemäß wird ein
flacher Stempel zwischen zwei Wandungen vorgesehen, wobei die Wandungen
zumindest auf einer Seite, vorteilhafterweise jedoch auf beiden
Seiten des Stempels eine großflächige Elektrode
tragen. Da der Abstand der Wandungen nur gering ist, ist es auf diese
Weise möglich,
auf ein kleines Volumen von elektrorheologischer Flüssigkeit,
die den Stempel umgibt und sich zwischen den Wandungen befindet, eine
hohe elektrische Feldstärke
aufzubringen. Dadurch ist es möglich,
die Viskosität
(bzw. Schubspannung) der elektrorheologischen Flüssigkeit in starkem Maße zu verändern. Zwischen
dem Stempel, der lamellenartig ausgeführt sein kann, und grundsätzlich als
flacher, schmaler Stempel ausgeführt wird
und den Elektroden befindet sich vorteilhafterweise nur eine geringe
Menge elektrorheologischer Flüssigkeit.
Diese wird nunmehr grundsätzlich
nicht mehr im wesentlichen bezüglich
ihres elektrisch zu verändernden
Kompressions- oder Fließverhaltens sondern
vor allem bezügliche
ihres elektrisch zu verändernden
Scherverhaltens verwendet. Denn die elektrorheologische Flüssigkeit
wird zwischen den Wandungen und dem Stempel geschert, wobei die Scherkräfte von
dem angelegten elektrischen Feld abhängen. Die beim Drücken auf
den Stempel, beispielsweise mit einem Finger, erzeugte Flüssigkeitsverdrängung kann
die Kraftwirkung vorteilhaft unterstützen.
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Durch die lamellenartige Anordnung
wird für ein
Array, das aus einer Vielzahl derartiger neben- und hintereinander
angeordneter Stempel besteht, eine sehr hohe Ortsauflösung erzielt.
Durch die lamellenartige Form ist nämlich der im taktilen Array auftretende
Querschnitt des Stempels sehr gering bei zugleich sehr großer Zellentiefe
und -breite, so dass insbesondere die Elektroden großflächig ausgebildet
werden können.
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Vorteilhaft ist weiterhin, dass sich
ein haptisches Aktorarray modular aus verschiedenen Einzelteilen
zusammensetzen lässt.
Hierzu gehört
dann u. a. ein Gehäuse,
das in seiner Größe an die
Abmessung des gewünschten
Tastfeldes angepasst ist, sowie Kunststoffteile, die durch Aneinanderlegen
oder direkte Verbindung als Wandungen eine Kanalstruktur aufbauen.
Zuletzt sind Stempel erforderlich, die eine geringe Materialstärke (geringe
Breite) besitzen, jedoch in Länge
und Höhe
mehrere mm bis cm groß sein
können.
Derartige Lamellenstempel benötigen bei
großer
Oberfläche
lediglich einen geringen Querschnitt auf der Oberseite. Die taktilen
Reize können dem
Anwender mittels eines großformatigeren
und beliebig geformten Stempelkopfes vermittelt werden.
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Die Kunststoff-Wandungen dienen zur
Aufnahme der Elektroden, sie bilden die Kanalstruktur, in der sich
die elektrorheologische Flüssigkeit
befindet und außerdem
die Führung
der Stempel im Kanal.
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Die Übertragung der haptischen Informationen
erfolgt mittels einer Konsistenzveränderung, d. h. Viskositätsveränderung
der elektrorheologischen Flüssigkeit.
Die Viskosität
dieses Materials ist dabei durch eine elektrische Spannung steuerbar,
wobei eine steigende Spannung, bzw. ein steigendes elektrisches
Feld, eine Erhöhung
der Viskosität
der elektrorheologischen Flüssigkeit
bewirkt. Wird für
jede Einzelzelle, d. h. für
jeden einzelnen Stempel eine eigene Steuerungseinheit vorgesehen,
so können
Bereiche unterschiedlicher Festigkeit auf der Tastoberfläche spürbar gemacht
werden.
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Um Informationen darzustellen, kann
ein derartiges Aktorarray Sensoren, wie beispielsweise für Ultraschallelastographie,
Kernspin- oder Computertomographie und dergleichen nachgeschaltet
sein, so dass die zu untersuchenden Eigenschaften an den Originalobjekten
aufgezeichnet und in geeigneter Datenform an die Steuerungseinheit
gegeben und von dieser am Aktorarray als haptische Information dargestellt
werden.
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Die Ausführung mit einem lamellenartigen Stempel
oder der lamellenartigen Anordnung von Elektrodenkanälen maximiert
den Effekt der elektrorheologischen Flüssigkeit auch bei kleinen Spannungen,
weil die Fläche
des Stempels durch die Lamellenform maximiert wird. Dies ist entscheidend,
weil der elektrorheologische Flüssigkeits-Effekt
nicht nur von der Spannung, sondern auch von der Elektrodenfläche und
dem Abstand der Elektroden, zwischen denen sich der Stempel bewegt,
abhängt. Durch
diese Zellenanordnung können
auch große Härten dargestellt
bzw. übertragen
werden. Die Ausführung
als Stempelaktor ermöglicht
die Realisierung eines relativ großen Hubs und eine hohe Ortsauflösung.
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In Kombination mit einer abschließenden Membran
auf der Oberfläche
des Aktorarrays kann eine durchgehende realistische Oberfläche erzeugt werden.
Das gesamt Aktorsystem ist modular aus Halbzellen aufgebaut, was
die spätere
Produktion vereinfacht. Zum einen kann das System aus vielen gleichen
Bauteilen zusammengesetzt und in seiner Tastfläche den jeweiligen Anforderungen
angepasst werden. Weiterhin ist es möglich auf einem Kunststoffteil
mehrere Kanalhalbzellen zu integrieren, was die Herstellungskosten
im Bereich Material, Zeitaufwand, Assembly usw. deutlich senkt und
einen produktionstechnischen Vorteil im Vergleich zu aufwendig aufzubauenden
mechanischen Systemen darstellt.
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Die Wirkungsweise beruht überwiegend
auf der Beanspruchung der elektrorheologischen Flüssigkeit
im Schermodus, was die Elektrodenanordnung vereinfacht. Daher ist
der Gesamtaufbau verkleinerbar, was zu einer verbesserten Ortsauflösung führt. Durch
die Wahl des Lamellenstempels, der deutlich flacher (dünner) als
breit bzw. hoch ist, kann die Scherwirkung ohne starke Verdrängung der
elektrorheologischen Flüssigkeit
genutzt werden. Durch einen derart hohen Stempel ist insbesondere
ein großer
Hub möglich.
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Die Aktoreinheit ist stufenlos einstellbar,
so dass nicht nur die Information an/aus vermittelt wird, sondern
der gesamte Festigkeitsbereich von weich bis hart darstellbar ist.
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Das Aktorsystem kann außerdem auf
einer beweglichen Oberfläche
befestigt sein, die eine Kraftrückkopplung
ausübt,
die durch eine geeignete Vorrichtung, z.B. mit Elektromotoren oder
mit elektro- oder magnetrheologischen Materialien, erzeugt wird. Auf
diese Weise werden zusätzlich
zu den ortsaufgelösten
Kräften
des Aktorsystems noch makroskopische (kinästhetische) Kräfte auf
die Hand des Benutzers ausgeübt.
Der Aufbau der Aktoreinheit ist modular ausgeführt, so dass eine flexible
Gestaltung des Arrays möglich
ist.
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Die Aktoreinheit kann mit Steuersignalen,
die von beliebigen Sensoreinheiten wie beispielsweise Ultraschallelastographie,
Kernspin- oder Computertomographie, betrieben werden. Ebenso ist
die Darstellung von künstlich
erzeugten Signalen wie Schriftzeichen, computersimulierten Objekten
usw. möglich.
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Die Ausführung des Aktors in lamellenartiger Form
ermöglicht
die Steigerung der Ortsauflösung, weil
der Querschnitt der Einzelzellen bei gleichzeitiger Vergrößerung der
Höhe verkleinert
werden kann. Die Verwendung der elektrorheologischen Flüssigkeit
ermöglicht
eine stufenlose Darstellung der Konsistenzverteilung einer Objektoberfläche oder
auch eines Objektinneren (bei geeigneter Signaleingabe). Die Ausnutzung
des Schermodus anstatt des Kompressionsmodus führt zu einer parallelen, senkrechten
Elektrodenanordnung, die technisch einfacher umzusetzen ist, was
zu einer besseren und kostengünstigeren
Herstellung des Aktorarrays führt.
Durch die Verwendung einer unabhängigen
Sensorquelle, die beliebig große
Bereiche eines Objektes beispielsweise im Scan-Modus untersuchen
kann und die gesammelten Daten abschnittsweise an den Aktor überträgt, können auf
der Aktorfläche
auch große Objekte
dargestellt werden, selbst wenn die originale Objektgröße die Tastfläche übersteigt.
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Durch das erfindungsgemäße Konstruktionsprinzip
wird eine hohe Ortsauflösung
erreicht und eine Rückstellung
der Stempel in einen vorher festzulegenden Nullzustand ist möglich. Die
Verwendung einer elektrorheologischen Flüssigkeit erlaubt die kontinuierliche
und feinabgestufte Darstellung der haptischen Information, sowie
eine Simulation der viskoselastischen Materialeigenschaften bestimmter Objekte,
beispielsweise zu Trainings- oder Forschungszwecken.
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Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass
mit dem erfindungsgemäßen Aktor
bzw. Aktorarray eine Vorrichtung zur tastbaren Darstellung von Informationen
ge schaffen wurde, die die Vorteile von elektrorheologischen Flüssigkeiten
zur Darstellung haptischer Informationen auf besondere Weise ausnutzt.
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Im Folgenden werden einige Beispiele
erfindungsgemäßer Vorrichtungen
beschrieben. Es zeigen
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1 die
Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung;
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2 zwei
verschiedene Schaltungsvarianten in Aufsicht gemäß 1;
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3 verschiedene
Ansichten für
Wandungen erfindungsgemäßer Vorrichtungen;
und
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4 eine
Wandung zur Verwendung in einer Anordnung erfindungsgemäßer Vorrichtungen.
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In sämtlichen Figuren werden im
Folgenden für
gleiche und ähnliche
Elemente gleiche und ähnliche
Bezugszeichen verwendet.
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In 1 ist
die Aufsicht einer Vorrichtung 1 dargestellt, die zur Übermittlung
einer einzelnen taktilen Information sich eignet. Hierzu sind in
einem Gehäuse 2 zwei
Wandungen 3a, 3b eingeschlossen, die im Wesentlichen
sich in zueinander paralleler Richtung (Breite) erstrecken und einen
Raum 9 miteinander einschließen. 1 zeigt dabei einen Querschnitt in der
Ebene, die durch die Breite und Dicke aufgespannt wird, wie er sich
in Aufsicht auf ein taktiles Element 1 darstellt. Zum Betrachter
hin in der Blattebene vorgelagert ist ein Stempelkopf und eine Membran
zu denken, die als eigentliches taktiles Element die Informationen
an Finger oder Hand eines Benutzers übermittelt.
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Die beiden Wandungen 3a und 3b erstrecken
sich nun in diesem Querschnitt längs
ihrer Breite und weisen zwei nutbildende Einzüge 6a, 6b auf, die
eine Aussparung erzeugen, in der ein Stempel 4 gelagert
ist. In dieser Aussparung befinden sich weitere Einzüge 7a, 7b,
die wiederum eine sich nahezu über
die Breite der Wandungen erstreckende Nut bilden. Der Stempel 4 besitzt
nun eine Dicke quer zu dieser Breitenausrichtung der Wandungen,
die die durch die Einzüge 6a und 6b gebildete
erste Nut weitestgehend ausfüllt,
jedoch erheblich geringer ist als die Breiten- bzw. Längsausdehnung
dieser Nut. Dadurch ergibt sich ein lamellenartiger Stempel, dessen Breite
erheblich größer ist
als seine Dicke. Jeder der Breitseiten des Stempels liegt eine Elektrode 5a bzw. 5b gegenüber, die
in der durch die Einzüge 7a und 7b gebildeten
zweiten Nut auf der Wandung selbst angeordnet ist. Oberhalb der
Zeichnungsebene ist auf dem Stempel 4 ein Stempelkopf mit
beliebiger Form angeordnet, dessen Oberfläche als Tastfläche dient. Dieser
Stempelkopf kann seinerseits mit einer Membran abgedeckt sein.
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Die Elektroden 5a und 5b sind
nun sehr großflächige Elektroden,
zwischen denen sich in der durch die Ausnehmungen 7a und 7b gebildeten
Nut lediglich eine geringe Menge elektrorheologische Flüssigkeit
befindet.
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Die Wandungen 3a und 3b sowie
die Elektroden 5a und 5b weisen senkrecht zur
Zeichnungsebene in 1 eine
große
Ausdehnung (Höhe)
auf, die ebenfalls sehr viel größer ist
als die Dicke des Stempels 4. Dadurch ergeben sich großflächige Elektroden 5a und 5b.
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Durch die geringe Dicke und den geringen Querschnitt
des Stempels 4 wird nunmehr beim Drücken des Stempels
4 über die
nicht dargestellte Membran eine geringe Menge elektrorheologische Flüssigkeit
an der Unterseite des Stempels verdrängt. Die taktile Information
beruht im Wesentlichen darauf, dass aufgrund des geringen Abstandes zwischen
den Elektroden und dem Stempel die zwischen diesen sich befindende
elektrorheologische Flüssigkeit
geschert wird und die Änderung
der Viskosität
bzw. Schubspannung der Flüssigkeit über die Beeinflussung
der Scherkräfte
letztlich die taktile Information an den Stempel 4 übermittelt.
Im Unterschied zu sämtlichen
Verfahren aus dem Stand der Technik wird hier also die elektrorheologische
Flüssigkeit
nicht entscheidend im Kompressionsmodus oder Fließmodus sondern
im wesentlichen im Schermodus, eventuell mit Beiträgen des
Fließmodus,
verwendet.
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Zwischen den beiden Wandungen 3a und 3b verbleibt
in Längsrichtung
der Wandungen seitlich zum Stempel ein Anschlussbereich 8a, 8b.
Dieser Bereich kann abgedichtet werden. Da die elektrorheologische
Flüssigkeit
sich im Wesentlichen zwischen den Elektroden befindet und dort ihre
elektroviskose Wirkung entfaltet, ist eine Abdichtung zwischen den beiden
Wandungen 3a und 3b in den Bereichen 8a und 8b vorteilhaft.
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In 1 sind
die Wandungen 3a und 3b bereits bezüglich ihres
dort dargestellten Querschnitts symmetrisch ausgebildet, so dass
bei Verwendung eines in der Blattebene breiteren Gehäuses durch Neben-
und Aneinanderreihung vieler derartiger Wandungen und Stempel eine
ganze Anordnung von Vorrichtungen als eindimensionales oder zweidimensionales
haptisches Aktorarray erzeugt werden kann. Wird ein eindimensionales
Array nebeneinander angeordneter Wandungen auch in Richtung der
Breite der Wandungen vervielfacht, so entsteht ebenfalls ein zweidimensionaler
Aktorarray. Die Wandungen 3a und 3b sowie der
Stempel 4 stellen also Module dar, mit denen auf einfachste
Art und Weise beliebig große
Aktorarrays erstellt werden können.
Einzig erforderlich ist eine feste Verankerung der Wandungen beispielsweise
entweder an den in Längsrichtung
der Wandungen seitlichen Gehäusebereichen
oder am Boden des Gehäuses 2.
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Vorteilhafterweise können am
Boden oder oberhalb des Stempels des Gehäuses 2 auch Rückstellvorrichtungen
vorgesehen werden, die den Stempel 4 wieder nach oben aus
der Blattebene heraus in Richtung der Membran zurückstellen.
Auch ist es möglich,
eine Rückführung für die elektrorheologische
Flüssigkeit
außerhalb
des Bereiches zwischen den Elektroden vorzusehen, in denen dann
ihre Viskosität
gering ist. Auf diese Weise wird auch die vom Stempel verdrängte Flüssigkeit
wieder dem Raum 9 zugeführt.
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Ein derartiger Aktor, der auch als
Lamellenaktor bezeichnet werden kann, erzeugt also eine Gegenkraft
aufgrund der durch das elektrische Feld erhöhten Viskosität der im
Raum 9 befindlichen elektrorheologischen Flüssigkeit
auf den Stempel 4. 2 zeigt
nun in gleicher Schnittansicht wie in 1 verschiedene
Schaltungsvarianten für
die Elektroden, wobei in 2A der
Stempel 4 metallisch ausgeführt bzw. eine metallische oder
anderweitig elektrisch leitende Oberfläche aufweist. Die Vorrichtungen 1 in 2 sind also in Ansicht von oben
dargestellt, d. h. die Zeichnungsebene steht senkrecht auf der Höhenausdehnung
der Wandungen 3a und 3b. Von diesen Wandungen 3a und 3b sowie
vom Gehäuse 2 sind
lediglich die dem Stempel 4 zugewandten Konturen dargestellt.
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In 2A ist
nun dargestellt, dass es möglich
ist, die Elektroden 5a und 5b auf den Wandungen 3a und 3b als
Masse zu kontaktieren und den Stempel seinerseits mit Spannung zu
belegen. Dies erfolgt über
die elektrischen Zuleitungen von einer Spannungsquelle 10 über die
Zuleitungen 11a und 11b von der Masse der Spannungsquelle
zu den Elektroden 5a und 5b und über die
Zuleitung 11c von der Spannungsquelle 10 zu dem
Stempel 4, der nunmehr eine Elektrode 5c bildet.
Hierdurch wird der Abstand der beiden Pole der Spannung sehr stark
verringert, so dass in dem Raum 9 eine hohe Feldstärke erzeugt werden
kann.
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In 2B liegt
der ebenfalls metallische oder metallisch beschichtete Stempel nicht
an einer Spannung sondern die beiden Pole der Spannungsquelle 10 sind über die
Leitungen 11a und 11b mit den beiden Elektroden 5a und 5b verbunden.
In diesem Falle wird also ein elektrisches Feld erzeugt, das sich zwischen
den beiden Elektroden 5a und 5b erstreckt und
aufgrund von Influenzladungen auf der Oberfläche des Stempels diesen umgibt.
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Diese Kontaktierungsvarianten der 2A und 2B führen
zu unterschiedlichen elektrischen Feldstärken, was direkten Einfluss
auf das Verhalten der elektrorheologischen Flüssigkeit hat. Durch Anlegen
der äußeren elektrischen
Spannung wird die Viskosität
des elektrorheologischen Flüssigkeit
verändert
und bei Auflegen des Fingers kann der Anwender durch Herabdrücken des
Stempels die verschiedenen Viskositäten in Form von "Hart" bzw. "Weich" unterscheiden. Durch
eine stufenlose Einstellung der Spannung ist ein ebenfalls stufenloser Übergang
zwischen den haptischen Informationen "Hart" und "Weich" möglich.
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Die Rückstellung der Lamellenstempel
ist durch eine Rückstellvorrichtung
möglich,
die beispielsweise auf einem hydraulischen, elastischen oder magnetischen
Mechanismus beruht.
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Die Kanalstruktur kann sowohl mit
Rückströmung der
elektrorheologischen Flüssigkeit
außerhalb des
E-Feldes als auch
ohne solche Rückführung ausgelegt
sein, wodurch im zweiten Fall die darstellbaren Kräfte/Härten erhöht werden
können.
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3 zeigt
in den Teilbildern A, B und C verschiedene Ansichten als Konstruktionszeichnungen einer
Wandung 3a wie in 1 dargestellt. 3A zeigt dabei eine Seitenansicht,
wobei sich die Breite der Wandung 3 senkrecht in der Zeichnungsebene, die
Höhe quer
in der Zeichnungsebene und die Dicke senkrecht zur Zeichnungsebene
erstreckt. In dieser Aufsicht auf eine der einem Stempel zugewandten Seite
der Wandung 3a sind die Einzüge 6 und 7 zu
erkennen, mit denen eine Drei-Ebenen-Struktur der Wandung erzeugt
wird. Die unterste Ebene, die durch den Einzug 7 erzeugt
wird, nimmt die Elektrode auf, die beispielsweise durch Metallisierung
der Wandung 3 auf diese aufgebracht werden kann. In der zweiten
Ebene, die durch den Einzug 6 definiert wird, wird der
Lamellenstempel 4 geführt
und die oberste dritte Ebene der Wandung 3 bildet die Kontaktfläche 8 zum
benachbarten Wandungsbauteil.
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3B zeigt
einen Querschnitt durch die Wandung 3 in der zur Breite
der Wandung 3 und zur Zeichnungsebene in 1 senkrechten Ebene. Hier sind wiederum
die Einzüge 6 und 7 dargestellt,
die die Drei-Ebenen-Schichtstruktur
der Wandung 3 darstellen.
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3C zeigt
eine Darstellung der Wandung 3 im Querschnitt so wie in 1.
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4 zeigt
eine Wandung 3 für
einen haptischen Aktorarray mit insgesamt vier nebeneinander gelagerten
Elektroden 5, 5', 5'', 5'''. Dieses Wandungsmodul
stellt eine insgesamt in Längsrichtung vervierfachte
Wandungsstruktur wie in 3 dar.
Der Array kann nun in beliebiger Weise in Richtung der Breite der
Wandungen verlängert
werden, indem immer mehrere wandungsmodule 3 aneinandergehängt werden.
In Richtung der Dicke der Wandung 3 können dann derartige Modulabfolgen
aufeinander gelegt werden, so dass insgesamt ein ein- oder zweidimensionaler
Wandungsarray erzeugt wird. Ein eindimensionaler Array wird hergestellt,
indem beispielsweise zwei Wandungen 3 (wie in 4 dargestellt) nebeneinander
angeordnet werden, die vier Räume
für elektrorheologische
Flüssigkeit
einzuschließen.
Werden beispielsweise fünf
derartige Wandungen 3 nebeneinander (in Richtung der Dicke der
Wandungen) angeordnet, so wird ein Array von 4×4 Räumen für elektrorheologische Flüssigkeit
hergestellt. Anschließend
können
in die verbliebenen Freiräume
zwischen den Wandungen in dem Bereich der jeweiligen Einzüge 6a bis 6d und 7a bis 7d usw. Stempel
eingefügt
bzw. elektrorheologische Flüssigkeit
eingefüllt
werden. Auf diese Art und Weise ist es möglich, kostengünstig und
einfach beliebig dimensionierte einoder zweidimensionale haptische
Aktorarrays zu erzeugen.
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Sämtliche
Kunststoffbauteile werden dann auf einer Bodenplatte, durch die
auch die elektrischen Kontakte geführt werden, positioniert. Im
Zusammenbau ergibt sich ein modular aufgebautes, lamellenförmiges Kanalarray,
das mit elektrorheologischer Flüssigkeit
ge füllt
ist und in dem die Stempel geführt
werden. Die Übertragung
der Tastinformation erfolgt auf der Oberfläche, die durch nicht dargestellte
Stempelköpfe
gebildet wird wobei die Stempelköpfe
unter Umständen
mit einer zusätzlichen
Membran überzogen
sein können,
um eine realistische Darstellung des tastbaren Objektes zu erzeugen.
Die Form der Stempelköpfe
ist dabei weitgehend unabhängig von
der Form der Stempel und kann in Abhängigkeit von der Verwendung
eines Aktorarrays gewählt
werden.
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Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass
durch den erfindungsgemäßen Aufbau
einer Vorrichtung zur tastbaren Darstellung von Informationen eine
kostengünstige,
modular erweiterbare Vorrichtung zur Verfügung gestellt wird, mit der
haptische Informationen skalierbar dargestellt werden können.