DE10310499A1 - Brennstoffeinspritzventil - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Brennstoffeinspritzventil (1) vorgeschlagen, mit einem piezoelektrischen, elektrostriktiven oder magnetostriktiven Aktor (3), einer mit dem Aktor (3) in Wirkverbindung stehenden und in einer Schließrichtung von einer Ventilfeder (9) mit einer Rückstellkraft beaufschlagten Ventilnadel (6) zur Betätigung eines Ventilschließkörpers (7) des Brennstoffeinspritzventils (1), und einem hydraulischen Koppler (4), der einen Kolben (25) umfasst, der zumindest teilweise in eine Aufnahmeöffnung (24) greift und mit dieser einen Kopplerspalt (27) bildet, welcher mit einem Hydraulikfluid gefüllt ist, wobei in dem Kolben (25) ein zum Kopplerspalt (27) hin geöffneter Hohlraum (40) gebildet ist, der zumindest teilweise mit dem Hydraulikfluid gefüllt ist und eine Ausgleichskammer (42) bildet.
Description
- Stand der Technik
- Die Erfindung gilt aus von einem Brennstoffeinspritzventil nach der Gattung des Anspruchs 1.
- Beispielsweise ist aus der
DE 35 33 085 A1 einem Brennstoffeinspritzventil mit einem piezoelektrischen Aktor bekannt, der mit einer Ventilnadel im Wirkverbindung steht und sich dabei über einen hydraulischen Koppler abstützt. Der hydraulische Koppler umfasst einen Dämpfungskolben, der in eine Sackbohrung in einem Ventiloberteil eingreift. Ein zwischen Dämpfungskolben und Sackbohrung gebildeter Spalt ist mit einem Hydraulikfluid gefüllt. Eine ringförmige Membran umschließt ein freies Ende des Streits und bildet einen mit Hydraulikfluid gefüllten Ausgleichsraum. - Der Piezo-Aktor zur weist auf Grund von mechanischer, thermischer und elektrischer Belastungen Längenänderungen. Die durch elektrische Ansteuerung erfolgte Längenänderung des Piezo-Aktors wird gezielt zur Erzeugung des Ventilhubes eingesetzt.
- Der hydraulische Koppler verliert während der Einspritzungsphase über den Leckspalt zwischen Sackbohrung und Dämpfungskolben Hydraulikfluid. Dies führt zu einem Hubverlust an der Ventilnadel. Im Normalbetrieb wird der Piezo-Aktor maximal 2 ms angesteuert. Der Kopplerspalt wird für diesen Fall so ausgelegt, dass die Leckageverluste einerseits minimiert werden und andererseits der Dämpfungskolben während der Befüllphase wieder positioniert wird.
- Grundsätzliche Probleme ergeben sich bei bestimmten Betriebszuständen wie beispielsweise im Kaltstart, Heißstart, Notlauf und bei niedrigem Systemdruck. Beim Kaltstart muss beispielsweise bei sehr niedrigen Temperaturen (–30 Grad Celsius) und Drücken (0.5 MPa) bis zum 12-fachen Wert der Volllastmenge vom Einspritzventil beigemessen werden. Dadurch ergeben sich lange Ansteuerzeiten für den Piezo-Aktor, wodurch der Leckageverlust des hydraulischen Kopplers so groß ist, dass die Ventilnadel in den Ventilsitz fällt und die Einspritzung vorzeitig beendet.
- Das erfindungsgemäße Brennstoffeinspritzventil mit den kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, dass der hydraulische Koppler schon nach kurzer Einspritzpause in seine Ausgangsstellung zurückkehrt, wobei sich der Kopplerspalt wieder mit Hydraulikfluid füllt. Die Ausbildung einer zumindest teilweise mit Hydraulikfluid gefüllten Ausgleichkammer innerhalb des Collins gewährleistet einen wirksamen Belastungsausgleich und ein zuverlässiges Füllen des Kopplerspalts.
- Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterentwicklungen des in dem unabhängigen Anspruch angegebenen Brennstoffeinspritzventils möglich.
- In dem zwischen dem Ausgleichsraum und dem Kopplerspalt eine Drosselöffnung vorgesehen ist, können Leckageverluste während der Einspritzphase verringert werden.
- Die Verwendung einer elastischen Membran zur Begrenzung des Ausgleichsraums hat den Vorteil, dass thermische und mechanische Belastungen in Form von auf das Hydraulikfluid wirkenden Druck- bzw. Volumenunterschrieben durch die Membran ausgeglichen werden. Die Membran kann in vorteilhafter Weise durch ein Wellrohr gebildet sein.
- In einer Weiterbildung des Brennstoffeinspritzventils ist das Hydraulikfluid in dem Ausgleichsraum von einem Ausgleichskolben beaufschlagt. Auf diese Weise kann das Hydraulikfluid der Ausgleichkammer weitgehend unter konstanten Druck gehalten werden.
- In besonders vorteilhafter Weise ist der Druckkolben als Differenzkolben ausgebildet, an dem ein Kraftstoffdruck anliegt. Auf diese Weise lassen sich Schwankungen des Systemdrucks ausgleichen.
- Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung vereinfacht dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
-
1 eine schematische Schnittdarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils und -
2 eine schematische Schnittdarstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventil, -
3 eine schematische Schnittdarstellung eines dritten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils, -
4 eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils nach3 . - Beschreibung der Ausführungsbeispiele
- Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung beispielhaft beschrieben. Übereinstimmende Bauteile sind dabei in den Figuren mit übereinstimmenden Bezugszeichen versehen.
- Ein in
1 in einem Längsschnitt gezeigtes erfindungsgemäßes Brennstoffeinspritzventil1 dient insbesondere zur direkten Einspritzung von Brennstoff in einen Brennraum einer gemischverdichtenden, fremdgezündeten Brennkraftmaschine. In einem Gehäuse2 sind koaxial zueinander ein piezoelektrischer Aktor3 , ein hydraulischer Koppler4 und eine Ventileinheit5 angeordnet. - Die Ventileinheit
5 weist eine Ventilnadel6 auf, die an ihrem abspritzseitigen Ende einen Ventilschließkörper7 trägt. Der Ventilschließkörper7 bildet mit einer Ventilsitzfläche12 einen Dichtsitz13 der Ventileinheit5 . Die Ventilnadel6 hat einen Bund8 , an dem sich eine Ventilfeder9 abstützt. Die Ventilfeder9 liegt andererseits an einem nach innen vorstehenden Kragen10 des Gehäuses2 an und drängt die Ventilnadel6 axial in Richtung auf eine Schließstellung des Dichtsitzes13 . - Der piezoelektrische Aktor
3 ist in einer Hülse15 gekapselt und durch eine Vorspannfeder16 axial vorgespannt. Zwischen dem Aktor3 und der Ventilnadel6 ist ein stiftförmiges Betätigungselement17 zwischengeschaltet, das eine axiale Verschiebung des Aktors3 zum Öffnen des Dichtsitzes13 auf die Ventilnadel6 überträgt. Zwischen einem aktorseitigen Ende der Ventilnadel6 und der Hülse15 ist eine als Wellrohr ausgebildete Membran18 angeordnet, die einen innerhalb der Hülse15 befindlichen Aktorraum19 gegenüber einem zwischen der Hülse15 und dem Gehäuse2 befindlichen Ventilinnenraum20 abdichtet. Der Ventilinnenraum20 ist mit Kraftstoff gefüllt. - Kopplerseitig wird der Aktorraum
19 von einem Aktorkopf22 begrenzt, an dem sich der Aktor3 stirnseitig axial abstützt. Der Aktorkopf22 ist gegenüber dem Gehäuse2 axial verschiebbar. Auf einer dem hydraulischen Koppler4 zugewandten Seite des Aktorkopfes22 trägt dieser einen rohrförmigen Fortsatz23 , der eine Aufnahmeöffnung24 für einen Kolben25 bildet. Der Kolben25 ist als zylindrischer Vorsprung an einem Kopplerkopf26 ausgebildet und greift teilweise in die Aufnahmeöffnung24 ein. - In der Aufnahmeöffnung
24 ist zwischen dem Aktorkopf22 und dem Kolben25 sowohl axial, als auch radial ein Kopplerspalt27 gebildet, der mit einem Hydraulikfluid gefüllt ist. Der Kopplerspalt27 mündet außerhalb der Aufnahmeöffnung24 in einen Ausgleichsraum28 , der durch eine Dichtmembran29 begrenzt ist. Die Dichtmembran29 ist einerseits an einer Außenwand des Fortsatzes23 und andererseits an dem Kopplerkopf26 befestigt, vorzugsweise gelötet oder geschweißt. Die Dichtmembran29 ist hülsenförmig vorzugsweise als Wellrohr ausgebildet. - Der Kopplerkopf
26 ist stirnseitig an einem den Ventilinnenraum20 begrenzenden Deckel30 angeflanscht und mit diesem verschweißt. Der Deckel30 wird axial durch eine elektrische Leitung34 zur Ansteuerung des Aktors3 durchragt. Darüber hinaus befindet sich in dem Deckel30 ein Sackloch35 , das über eine Querbohrung36 mit einer axialen Kraftstoffleitung37 verbunden ist. Das Sackloch35 , die Querbohrung36 und die Kraftstoffleitung37 dienen der Versorgung des Brennstoffeinspritzventils1 mit Kraftstoff. - Zwischen dem Aktorkopf
22 und dem Kopplerkopf26 ist eine Kopplerfeder38 angeordnet, die den Aktorkopf22 entgegen der Ventilfeder9 beaufschlagt, so dass sich in der Ruhestellung des Aktors3 ein definierter Kopplerspalt27 zwischen dem Kolben25 und dem Aktorkopf22 an einem Boden der Aufnahmeöffnung24 bildet. Innerhalb des Kolben des25 befindet sich ein Hohlraum40 , der über eine Drosselöffnung41 mit verminderten Strömungsquerschnitt mit dem Kopplerspalt27 verbunden ist. Der Hohlraum40 ist entsprechend mit dem Hydraulikfluid gefüllt und bildet eine Ausgleichskammer42 . - Die Funktion des Brennstoffeinspritzventils
1 ist wie folgt: in seiner Ruhestellung nimmt das Brennstoffeinspritzventil1 die in1 gezeigte Stellung ein. Bei Aktivierung des Aktors3 erfährt dieser eine Dehnung, die über das Betätigungselement17 auf die Ventilnadel6 übertragen wird, so dass der Ventilschließkörper7 von der Ventilsitzfläche12 abhebt und das Brennstoffeinspritzventil1 öffnet. Da die Verlängerung und anschließende Verkürzung des Aktors3 sehr schnell erfolgen, bleibt der Kopplerspalt27 weitgehend mit Hydraulikfluid gefüllt, so dass sich der Aktorkopf22 über das Hydraulikfluid am Kopplerkopf26 axial abstützen kann. Längenänderungen des Aktors3 in Folge thermischer oder mechanischer Belastungen werden von dem Hydraulikfluid ausgeglichen in dem dieses zum Ausgleichsraum24 oder zur Ausgleichskammer42 abfließen oder von dort zufließen kann. - In
2 ist ein zweites Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils1 gezeigt. Bei dieser Ausführungsform ist im Hohlraum40 ein Ausgleichskolben43 vorgesehen, der über einen Dichtring44 an seinem Außenumfang die Ausgleichskammer42 gegenüber einem Federraum45 abdichtet. Im Federraum45 befindet sich einen axiale Druckfeder46 , die über den Kolben25 einen Druck auf das Hydraulikfluid in der Ausgleichskammer42 ausübt. Mit Hilfe des Ausgleichskolbens43 kann das Volumen der Ausgleichskammers42 verändert werden. - In
3 ist ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils1 gezeigt. Bei dieser Ausführungsform ist der Hohlraum40 zu dem Kraftstoff führenden Sackloch35 hin offen. Ein Zwischenraum50 grenzt an den Hohlraum40 . Der Zwischenraum50 ist wiederum über eine Drosselleitung51 mit dem Sackloch35 verbunden, so dass im Zwischenraum50 Kraftstoffdruck herrscht. Der Ausgleichskolben43 trägt kraftstoffseitig eine zylindrische Nase52 , auf die der im Zwischenraum50 herrschende Kraftstoffdruck wirkt. Der Ausgleichskolben43 ist somit bei dieser Ausführung als Differenzkolben53 ausgeführt. Auf eine Druckfeder46 wurde verzichtet. Ebenso ist bei dieser Ausführungsform keine Kopplerfeder38 vorhanden. -
4 zeigt eine Variante zum Ausführungsbeispiel nach3 . Dabei ist der Ausgleichskolben43 ebenfalls als Differenzkolben53 ausgebildet, auf den neben dem Kraftstoffdruck im Zwischenraum50 die Kraft der Druckfeder46 wirkt, die sich an einem Absatz55 innerhalb des Hohlraums40 abstützt. - Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt und beispielsweise auch für andere Bauweisen von Brennstoffeinspritzventil
1 wie z. B. innen öffnende Brennstoffeinspritzventile oder Brennstoffeinspritzventile mit elektrostriktiven oder magnetostriktiven Aktoren geeignet.
Claims (11)
- Brennstoffeinspritzventil, mit einem piezoelektrischen, elektrostriktiven oder magnetostriktiven Aktor (
3 ), einer mit dem Aktor (3 ) in Wirkverbindung stehenden und in einer Schließrichtung von einer Ventilfeder (9 ) mit einer Rückstellkraft beaufschlagten Ventilnadel (6 ) zur Betätigung eines Ventilschließkörpers (7 ), und einem hydraulischen Koppler (4 ), der einen Kolben (25 ) umfasst, der zumindest teilweise in eine Aufnahmeöffnung (24 ) greift und mit dieser einen Kopplerspalt (27 ) bildet, welcher mit einem Hydraulikfluid gefüllt ist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kolben (25 ) ein zum Kopplerspalt (27 ) hin geöffneter Hohlraum (40 ) gebildet ist, der zumindest teilweise mit dem Hydraulikfluid gefüllt ist und eine Ausgleichskammer (42 ) bildet. - Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Ausgleichskammer (
42 ) und dem Kopplerspalt (27 ) eine Drosselöffnung (41 ) mit verminderten Strömungsquerschnitt vorgesehen ist. - Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopplerspalt (
27 ) außerhalb der Aufnahmeöffnung (24 ) in einen Ausgleichsraum (28 ) mündet, der ebenfalls mit Hydraulikfluid gefüllt ist und von einer Dichtmembran (29 ) begrenzt ist. - Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmembran (
29 ) durch ein Wellrohr gebildet ist. - Brennstoffeinspritzventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Hohlraum (
40 ) ein Ausgleichskolben (43 ) angeordnet ist. - Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgleichskolben (
43 ) von einer Druckfeder (46 ) mit Kraft beaufschlagt ist. - Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgleichskolben (
43 ) als Differenzkolben (53 ) ausgebildet ist. - Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass am Differenzkolben (
53 ) auf seiner der Ausgleichskammer (42 ) abgewandten Seite ein Kraftstoffdruck wirkt. - Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Differenzkolben (
53 ) zusätzlichen mit der Kraft der Druckfeder (46 ) beaufschlagt ist. - Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Differenzkolben (
53 ) eine zylindrische Nase (52 ) hat, die in einen mit Kraftstoff gefüllt im Zwischenraum (50 ) ragt. - Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum (
50 ) über eine Drosselleitung (51 ) mit einem Sackloch (35 ) verbunden ist, das der Kraftstoffversorgung des Brennstoffeinspritzventils (1 ) dient.
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