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DE10304717B4 - Klotzbremseinrichtung für Radsätze eines Drehgestells eines Schienenfahrzeugs - Google Patents

Klotzbremseinrichtung für Radsätze eines Drehgestells eines Schienenfahrzeugs Download PDF

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DE10304717B4
DE10304717B4 DE2003104717 DE10304717A DE10304717B4 DE 10304717 B4 DE10304717 B4 DE 10304717B4 DE 2003104717 DE2003104717 DE 2003104717 DE 10304717 A DE10304717 A DE 10304717A DE 10304717 B4 DE10304717 B4 DE 10304717B4
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Josef Staltmeir
Erich Fuderer
Peter Dr. Wolfsteiner
Heinrich Ernstberger
Marc-Gregory Dr. Elstorpff
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Knorr Bremse Systeme fuer Schienenfahrzeuge GmbH
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Knorr Bremse Systeme fuer Schienenfahrzeuge GmbH
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Abstract

Klotzbremseinrichtung für Radsätze eines Drehgestells beinhaltend ein mittels Hängelaschen (14, 16, 18, 20) am Drehgestell (1) hängend befestigtes Bremsmodul, welches auf der einen Seite und der anderen Seite je wenigstens einen Bremskrafterzeuger (2, 4) umfasst, der gegenläufige und einer jeweils anderen Radachse (32, 34) zugeordnete Bremsklötze (6, 10 bzw. 8, 12) betätigt, wobei die Bremskrafterzeuger (2, 4) in ihrer Wirkrichtung gesehen quer zu den Radachsen (32, 34) und mit den zugeordneten Bremsklötzen (6, 10 bzw. 8, 12) in Flucht angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass eine Querverbindung zwischen der einen Seite und der anderen Seiten des Bremsmoduls ausschließlich durch sich parallel zu den Radachsen (34, 36) erstreckende, lediglich durch Zugkräfte belastete Zugelemente (22, 24) erfolgt, welche jeweils die Bremsklötze (6, 10 bzw. 8, 12) der Räder (26, 28 bzw. 30, 32) einer Radachse (34, 36) miteinander verbinden.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Klotzbremseinrichtung für Radsätze eines Drehgestells eines Schienenfahrzeugs, gemäß der Gattung von Anspruch 1.
  • Eine Klotzbremseinrichtung ist beispielsweise aus der WO 00/02756 A1 bekannt, wobei dort bei einem zweiachsigen Drehgestell jedem Rad ein Bremsklotz zugeordnet ist. Die Bremsklötze sind zwischen den Radachsen angeordnet und werden durch je einen Bremszylinder gegenläufig betätigt. Genauer sind die Bremsklötze an den Enden von parallel zu den Radachsen verlaufenden Querbalken gehalten, in welchen die Bremszylinder als druckmittelbetätigte Zylinder-Kolbentriebe aufgenommen sind. Die Mittelachsen der Zylinder-Kolbentriebe erstrecken sich längs der Querbalken. Folglich findet die Ausfahrbewegung der Kolben parallel zu den Radachsen statt und muss durch Umlenkungsgetriebe auf quer zu den Radachsen angeordnete Druckstangen umgelenkt werden, welche im Bremsfall die Querbalken voneinander weg und die Bremsklötze gegen die Räder pressen. Die Druckstangen sind in Längserstreckung der Querbalken gesehen von den Bremsklötzen versetzt angeordnet, so dass die Querbalken im Bremsfall durch ein relativ großes Biegemoment belastet sind und entsprechend groß dimensioniert werden müssen. Weiterhin ist die relativ hohe Geräuschentwicklung dieser Anordnung von Nachteil, welche unter anderem aus einer relativ hohen Anzahl von spielbehafteten Lagerstellen resultiert, welche beispielsweise für die Umlenkung der Kolbenbewegung notwendig sind. Schließlich ist der Bremsklotzwechsel aufwendig, weil zum Klotzwechsel die Verschleißnachsteller der in Bezug zu den Seitenflächen des Schienenfahrzeugs nach innen versetzt angeordneten Zylinder- Kolbentriebe schlecht zugängig sind und zu diesem Zweck das Schienenfahrzeug meist über eine Grube gefahren werden muss.
  • Eine gattungsgemäße Klotzbremseinrichtung ist aus der US 2,514,588 bekannt, die ein mittels Hängelaschen am Drehgestell hängend befestigtes Bremsmodul beinhaltet, welches auf der einen Seite und der anderen Seite je wenigstens einen Bremskrafterzeuger umfasst, der gegenläufige und einer jeweils anderen Radachse zugeordnete Bremsklötze betätigt, wobei die Bremskrafterzeuger in ihrer Wirkrichtung gesehen quer zu den Radachsen und mit den zugeordneten Bremsklötzen in Flucht angeordnet sind. Unter der Wirkrichtung eines Bremskrafterzeugers wird die Richtung verstanden, in welcher eine Ausfahrbewegung eines ausfahrenden Elements, beispielsweise einer Kolbenstange stattfindet, welche das Ausfahrelement ohne Umlenkung ausführt. Gegenüber der eingangs WO 00/02756 A1 liegen die Mittelachsen der Bremskrafterzeuger folglich im wesentlichen in der Ebene der zugeordneten Bremsklötze. Dann braucht die durch die Bremskrafterzeuger eingeleitete Zuspann- oder Lösebewegung zum einen nicht umgelenkt werden, was in weniger Lagerstellen und folglich auch in weniger Montage- und Fertigungsaufwand resultiert und wegen einer höheren Steifigkeit der Krafteinleitung wird die Ausbildung von Körperschall und folglich auch die Geräuschentwicklung reduziert. Andererseits wird durch die fluchtende Anordnung der Bremskrafterzeuger mit den Bremsklötzen die Bremskraft in direkter Linie in die Bremsklötze eingeleitet.
  • Die Bremsflächen der Räder sind bei Schienenfahrzeugen in der Regel nach außen verjüngend kegelig ausgebildet, mit einer so dass beim Anlegen der Bremsklötze an den kegeligen Bremsflächen die Tendenz besteht, dass die Bremsklötze seitlich auswandern. Bei dem bekannten Bremsmodul wird dieses seitliche Auswandern dadurch verhindert, dass die Hängelaschen, an denen das Bremsmodul am Drehgestell aufgehängt ist, in seitlicher Richtung starr geführt sind. Damit ist aber auch keine seitliche Bewegungsmöglichkeit für das Bremsmodul gegeben. Bei modernen Schienenfahrzeugen müssen allerdings auch Achsquerbewegungen der Räder zugelassen werden, welchen die Bremsklötze folgen können müssen, damit sie stets den Bremsflächen der Räder gegenüberliegen.
  • Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Klotzbremseinrichtung der eingangs erwähnten Art derart weiterzubilden, dass sie eine hohe Bremsleistung bei gleichzeitig geringem Gewicht aufweist.
  • Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
  • Vorteile der Erfindung:
  • Die Zugelemente halten den Abstand der Bremsklötze in Radachsrichtung gesehen konstant und verhindern ein seitliches Auswandern der Bremsklötze, ohne jedoch Achsquerbewegungen der Räder zu behindern. Da weiterhin die Bremsklötze an den Spurkränzen der Räder seitlich anliegen, ist gewährleistet, dass auch bei Achsquerbewegungen des hängenden Bremsmoduls die Bremsklötze stets den Bremsflächen der Räder gegenüberliegen und folglich eine hohe Bremsleistung erzielt werden kann. Weil die Zugelemente ohne Hebelarm an den Bremsklötzen angreifen, übertragen sie lediglich die Zugkräfte, die aufgrund der kegeligen Bremsflächen der Räder an den Bremsklötzen entstehen. Sie übertragen indes keine Biegemomenten, und können gegenüber Querbalken daher wesentlich kleiner dimensioniert werden. Beispielsweise sind dünne Zugelemente wie stabförmige Spurstangen, dünnwandige Rohre oder auch nur Seile ausreichend. Weitere Querelemente, insbesondere durch Biegemomente belastete Querbalken sind indes nicht notwendig. Deshalb sinkt in vorteilhafter Weise das Gewicht der Klotzbremseinrichtung.
  • In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung beschrieben.
  • Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Bremsmodul durch vier vom Drehgestell nach unten ragende und an diesem schwenkbar gelagerte Hängelaschen befestigt. Vorzugsweise sind die Hängelaschen einendseitig am Drehgestell durch sphärische Lager mit elastisch- dämpfenden Elementen allseitig schwenkbar gelagert und anderendseitig an je einem Ende eines Bremskrafterzeugers angelenkt. Die Hängelaschen übertragen dann die an den Bremsklötzen im Bremsfall wirkende Umfangskraft auf das Drehgestell. Über die Hängelaschen kann die Klotzbremseinrichtung als komplett vormontiertes Bremsmodul am Drehgestell befestigt werden. Die elastisch-dämpfenden Elemente entkoppeln die Hängelaschen vom Drehgestell und verhindern die Übertragung von Körperschall auf letzteres, was die beim Bremsen entstehenden Geräusche reduziert. Die sphärische Lagerung der Hängelaschen am Drehgestell ermöglicht zum einen ein Verschwenken der Hängelaschen um parallel zu den Radachsen verlaufende gedachte Schwenkachsen, wenn die zwischen jeweils zwei Hängelaschen gehaltenen Bremskrafterzeuger betätigt werden und sich folglich die radseitigen Enden der Hängelaschen in horizontaler Richtung voneinander weg oder aufeinander zu bewegen. Zum andern können die Bremsklötze durch Schwenken der Hängelaschen um gedachte Schwenkachsen senkrecht zu den Radachsen den Achsquerbewegungen der Räder folgen und folglich den Bremsflächen der Räder gegenüberliegen.
  • Weiterhin sind die Bremsklötze an den Hängelaschen um senkrecht zu den Radachsen verlaufende Schwenkachsen und zusätzlich um parallel zu den Radachsen verlaufende Schwenkachsen schwenkbar oder kippbar gelagert. Die doppelt schwenkbare Lagerung der Bremsklötze an den Hängelaschen erlaubt zum einen, dass die Bremsklötze, wenn sie den Achsquerbewegungen der Räder folgen, an den radial vorstehenden Spurkränzen der Räder seitlich anstehend, sich in die Radebene und folglich parallel zur Radbremsfläche ausrichten können. Darüber hinaus werden sie beim Bremsen auch innerhalb der Radebene optimal nach den Bremsflächen der Räder ausgerichtet.
  • In besonders bevorzugter Weise sind die Bremsklötze an den Hängelaschen in Bezug zu den Bremskrafterzeugern zum Drehgestell hin versetzt angeordnet, damit die Bremskrafterzeuger möglichst weit unten angeordnet werden können. Dieser Versatz ist für manche Drehgestelle günstig, damit die Bremskrafterzeuger nicht mit Längs- oder Querträgern des Drehgestellrahmens kollidieren. Alternativ können die Mittelachsen der Bremskrafterzeuger aber auch genau auf dem Niveau der Anlenkung der Bremsklötze liegen bzw. mit dieser fluchten, wodurch sich eine noch direktere Krafteinleitung ergibt.
  • In besonders zu bevorzugender Weise weisen die Bremskrafterzeuger je einen Verschleißnachsteller auf, welcher einen Stellmechanismus zum Verändern des Abstandes der Bremsklötze von der zugeordneten Bremsfläche der Räder beinhaltet. Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Anordnung besteht dann darin, dass wegen der achsendseitigen, äußeren Lage der Bremskrafterzeuger der Stellmechanismus des Verschleißnachstellers zum Rückstellen für einen Bremsklotzwechsel sehr gut zugängig ist.
  • Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
  • 1 eine perspektivische Darstellung einer Klotzbremseinrichtung gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung;
  • 2 eine seitliche Darstellung der Klotzbremseinrichtung von 1;
  • 3 einen Ausschnitt der Klotzbremseinrichtung von 1;
  • 4 eine Schnittdarstellung entlang der Linie IV-IV von 1;
  • 5 eine seitliche Darstellung der Klotzbremseinrichtung von 1 im eingebauten Zustand;
  • 6 eine perspektivische Ansicht der eingebauten Klotzbremseinrichtung von 1.
  • In 1 ist eine Klotzbremseinrichtung eines Güterwagens gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung gezeigt. Die Klotzbremseinrichtung beinhaltet ein an einem lediglich durch einen von zwei Längsbalken 1 repräsentierten Drehgestell des Güterwagens im Ganzen hängend befestigbares, zwei mit Strich-Punkt-Linien angedeuteten Radachsen 34, 36 zugeordnetes Bremsmodul, welches zwei Bremszylinder 2, 4, vier Bremsklötze 6, 8, 10, 12, vier Hängelaschen 14, 16, 18, 20 sowie zwei auf Zug belastete, und sich parallel zu den Radachsen erstreckende Zugelemente 22, 24 beinhaltet. Die Hängelaschen 14, 16, 18, 20 ragen von den Längsbalken 1 des Drehgestells nach unten weg, sind an diesen schwenkbar gelagert und tragen die Bremszylinder 2, 4 sowie die Bremsklötze 6, 8, 10, 12, von welchen jeweils die den Rädern 26, 28 bzw. 30, 32 einer Radachse 34, 36 zugeordneten Bremsklötze 6, 8 bzw. 10, 12 durch je ein Zugelement 22, 24 miteinander verbunden sind.
  • Durch Betätigung der Bremszylinder 2, 4 werden die Bremsklötze 6, 10 und 8, 12 in jeweils gegenläufiger Richtung gegen in 5 und 6 gezeigte Räder 26, 30 und 28, 32 zweier Radsätze in Bremszuspannstellung bzw. in Lösestellung gebracht. Jeder Radsatz beinhaltet ein Paar an einer Radachse 34, 36 montierte Räder 26, 28 bzw. 30, 32 und ist gegenüber dem Drehgestell 1 in bekannter Weise federnd gelagert. Die Federung erlaubt es, dass die beiden Radsätze unter anderem Längs- und Querbewegungen relativ zum Drehgestell ausführen können, von welchem in 6 neben den Längsbalken 1 auch ein sich zwischen diesen quer erstreckender Querträger 84 gezeigt ist.
  • Wie am besten anhand von 1 zu sehen, ist den beiden benachbarten Radachsen 34, 36 auf jeder Achsseite ein in seiner Wirkrichtung gesehen quer zu den Radachsen 34, 36 angeordneter, jeweils zwei gegenläufige und einer jeweils anderen Radachse 34, 36 zugeordnete Bremsklötze 6, 10 bzw. 8, 12 betätigender und mit letzteren im wesentlichen fluchtender Bremszylinder 2, 4 zwischengeordnet. Folglich betätigt ein Bremszylinder 2, 4 zwei Bremsklötze 6 und 10 bzw. 8 und 12, wobei er mit dem einen Bremsklotz 6 bzw. 12 mittels einer aus einem Bremszylindergehäuse 38 ausfahrbaren Bremszylinderstange 40 und mit dem anderen Bremsklotz 8 bzw. 10 mittels eines in Längsrichtung weg ragenden Fortsatzes 42 des Bremszylindergehäuses 38 verbunden ist, wie 2 zeigt. Eine synchrone Betätigung der beispielsweise pneumatischen Bremszylinder 2, 4 bewirkt jeweils das Ausfahren der Bremszylinderstange 40, wobei sich der Bremszylinder 2, 4 über den Fortsatz 42 des Bremszylindergehäuses 38 an dem einen, an einer Bremsfläche 74 des Rades 30 bzw. 28 zur Anlage kommenden Bremsklotz 10 bzw. 8 abstützt und den jeweils anderen Bremsklotz 6 bzw. 12 in Bremseingriff mit der Bremsfläche 74 des Rades 26 bzw. 32 bringt. Wesentlich für eine direkte Bremskrafteinleitung ist, daß eine Mittelachse 44 der Bremszylinder 2, 4 im wesentlichen in einer vertikalen Mittelebene der Bremsklötze 6, 8, 10, 12 liegt.
  • Vorzugsweise ist an dem vom Drehgestell 1 weg weisenden Ende und dort an voneinander weg weisenden Seiten der Hängelaschen 14, 16, 18, 20 je ein Bremsklotz 6, 8, 10, 12 und je ein Ende eines Bremszylinders 2, 4 angelenkt. Die freien Enden der Fortsätze 42 der Bremszylindergehäuse 38 der beiden Bremszylinder 2, 4 sowie die freien Enden der beiden Bremszylinderstangen 40 ragen hierzu jeweils in eine am radseitigen Ende der Hängelaschen 14, 16, 18, 20 ausgebildete Gabel 46 hinein und sind jeweils mit einer parallel zu den Radachsen 34, 36 verlaufenden Durchgangsbohrung versehen, durch welche je ein an korrespondierenden Durchgangsbohrungen der Hängelaschen 14, 16, 18, 20 gekonterter Bolzen 48 gesteckt ist. Durch die Bolzen 48 sind die Hängelaschen 14, 16, 18, 20 mit den Bremszylindern 2, 4 um Schwenkachsen schwenkbar verbunden, welche parallel zu den Radachsen 34, 36 und senkrecht zur Betätigungsrichtung bzw. zu den Mittelachsen 44 der Bremszylinder 2, 4 verlaufen. Die an gegenüberliegenden Achsseiten angeordneten Bremszylinder 2, 4 sind vorzugsweise um 180 Grad zueinander versetzt, d.h. die Bremszylinderstangen 40 bewegen sich bei Betätigung der Bremszylinder 2,4 gegenläufig. Alternativ könnten die Bremszylinder 2, 4 aber auch gleichläufig angeordnet sein.
  • Wie insbesondere aus 3 hervorgeht, sind die Hängelaschen 14, 16, 18, 20 am Drehgestell 1 allseitig schwenkbar gelagert. Hierbei wird als Schwenklager beispielsweise ein an sich bekannter Sphäroblock 50 verwendet, d.h. ein gummigelagerter Kugelbolzen. Der Kugelbolzen wird vorzugsweise als Flachbolzen 52 mit zwei Durchgangsbohrungen an den Enden ausgeführt, wobei der Flachbolzen 52 vorzugsweise in einer Aufnahme eines gabelförmigen Endes 54 des Längsbalkens 1 des Drehgestells aufgenommen und mittels zweier langer Schrauben 56 mit Dehnhülse 58 befestigt ist. Diese Dehnhülsen 58 reduzieren die Schwellspannung der Schrauben 56 unter Betriebslast und erhöhen die Sicherheit gegen Bruch oder Lockern der Schraubverbindung. Die allseitig schwenkbare Lagerung der Hängelaschen 14, 16, 18, 20 erlaubt zum einen, dass die Klotzbremseinrichtung und insbesondere die Bremsklötze 6, 8, 10, 12 den durch die Federung bedingten Querbewegungen der Radsätze in Richtung der Radachsen 34, 36 folgen können, um zu gewährleisten, dass sie stets den Bremsflächen 74 der Räder 26, 28, 30, 32 gegenüberliegen. Zum andern ermöglicht der Sphäroblock 50 ein Verschwenken der Hängelaschen 14, 16, 18, 20 in Längs- bzw. Fahrtrichtung. Eine solche Drehbewegung findet beispielsweise statt, wenn die zwischen jeweils zwei Hängelaschen 14, 16 bzw. 18, 20 gehaltenen Bremszylinder 2, 4 betätigt werden und sich folglich die radseitigen Enden der Hängelaschen 14, 16 bzw. 18, 20 in horizontaler Richtung voneinander weg oder aufeinander zu bewegen. Darüber hinaus muss eine solche Drehmöglichkeit für die Hängelaschen 14, 16, 18, 20 gegeben sein, um den an den Bremsklötzen 6, 8, 10, 12 auftretenden Verschleiß ausgleichen zu können. Folglich müssen die Hängelaschen 14, 16 bzw. 18, 20 in wenigstens zwei Drehfreiheitsgraden in Bezug zum Drehgestell 1 verschwenkbar sein, was durch jede An von sphärischem Lager oder durch ein ausreichend großes Spiel der Lagerung der Hängelaschen 14, 16 bzw. 18, 20 am Drehgestell 1 realisierbar ist.
  • Da sich bei einem seitlichen Ausschwenken der Hängelaschen 14, 16, 18, 20 die Bremsklötze 6, 8, 10, 12 relativ zu den Bremsflächen 74 der Räder 26, 28, 30, 32 in unerwünschter Weise schräg ausrichten würden, sind wiederum die Bremsklötze 6, 8, 10, 12 an den Hängelaschen 14, 16, 18, 20 um senkrecht zu den Radachsen 34, 36 verlaufende Schwenkachsen 60 schwenkbar gelagert, wie insbesondere aus 4 hervorgeht. Diese Schwenkachsen werden jeweils durch einen zylindrischen Bremsklotzträgerkörper 62 gebildet, welcher in einem endseitigen, senkrecht zu den Radachsen 34, 36 verlaufenden Durchgangsloch 64 der jeweiligen Hängelasche 14, 16, 18, 20 ragt und dort mittels eines Kragens 66 und einer durch einen Bolzen 68 gekonterten Scheibe 70 schwenkbar gehalten ist. Dann können sich die aufgrund der schwenkbaren Anordnung der Hängelaschen 14, 16, 18, 20 am Drehgestell 1 den Querbewegungen der Radachsen 34, 36 folgenden und an den radial vorstehenden und am besten in 6 sichtbaren Spurkränzen 72 der Räder 26, 28, 30, 32 seitlich anstehenden Bremsklötze 6, 8, 10, 12 nach den Bremsflächen 74 ausrichten, welche durch die Umfangsfläche radial äußerer Radreifen der Räder 26, 28, 30, 32 gebildet werden und sich nach außen hin leicht kegelig verjüngen.
  • Wie am besten anhand von 4 zu sehen ist, weisen die durch die Hängelaschen 14, 16, 18, 20 endseitig ragenden Bremsklotzträgerkörper 62 an ihrer den Rädern 26, 28, 30, 32 zugewandten Seite je eine im wesentlichen vertikal verlaufende Lasche 76 auf, an welcher der zugeordnete Bremsklotz 6, 8, 10, 12 um eine parallel zu den Radachsen 34, 36 verlaufende Schwenkachse 78 einer weiteren Schwenklagerung gelagert ist. Hierdurch sind die Bremsklötze 6, 8, 10, 12 kippbar gelagert und können sich beim Bremsen lageoptimal an die Bremsflächen 74 der Räder 26, 28, 30, 32 anlegen. Diese weitere Schwenklagerung wird beispielsweise ebenfalls durch einen Bolzen 80 (1) realisiert. Folglich sind in einem einzigen Bremsklotzträgerkörper 62 zwei Schwenklagerungen für zwei Drehfreiheitsgrade realisiert, wobei die Schwenkachse 60 des einen Drehfreiheitsgrads senkrecht und die Schwenkachse 78 des anderen Drehfreiheitsgrads parallel zu den Radachsen 34, 36 angeordnet ist.
  • Die Zugelemente 22, 24, beispielsweise Stangen, dünnwandige Rohre oder auch nur Seile sind beispielsweise koaxial mit den Schwenkachsen 78 der weiteren Schwenklagerung angeordnet und mit dem Bremsklotzträgerkörper 62 und folglich auch mit der jeweiligen Hängelasche 14, 16, 18, 20 verbunden. Die Verbindung wird vorzugsweise durch den Bolzen 80 der weiteren Schwenklagerung hergestellt, welcher in dem betreffenden Zugelement 22, 24 axial gehalten ist, wie aus 1 hervorgeht. Die Zugelemente 22, 24 wirken der durch die kegeligen, sich nach außen verjüngenden Bremsflächen 74 der Räder 26, 28, 30, 32 bedingten Tendenz der Bremsklötze 6, 8, 10, 12 entgegen, beim Bremsen seitlich nach außen zu wandern. Da die Bremszylinder 2, 4 mit den Bremsklötzen 6, 8, 10, 12 in Betätigungsrichtung fluchten, sind diese Zugelemente 22, 24 folglich lediglich auf Zug belastet, um den Abstand der Bremsklötze 6, 8, 10, 12 in Achsrichtung gesehen konstant zu halten und diese zu zentrieren.
  • Weiterhin sind die Bremsklötze 6, 8, 10, 12 gegenüber den Bremszylindern 2, 4 beispielsweise um ein Stück weit zum Drehgestell 1 hin versetzt angelenkt, damit die Bremszylinder 2, 4 gegenüber den Bremsklötzen 6, 8, 10, 12 ein Stück weit nach unten versetzt angeordnet werden können, wie insbesondere aus 4 hervorgeht. Der Versatz verhindert, dass die Bremszylinder 2, 4 mit mittig nach unten gezogenen Längsträgern 82 oder mit dem Quer träger 84 des Drehgestells 1 kollidieren (5). Alternativ kann die Mittelachse 44 der Bremszylinder 2, 4 aber auch versatzlos auf dem Niveau der Schwenkachse 78 der Bremsklötze 6, 8, 10, 12 angeordnet sein, wodurch sich eine noch direktere Krafteinleitung ergibt, wie anhand von 4 leicht vorstellbar ist. Durch die an jeder Achsseite außen und in Fahrtrichtung angeordneten Bremszylinder 2, 4 sind vorzugsweise in die Bremszylinderstangen 40 integrierte Verschleißnachsteller 86 zum Nachstellen des Bremsklotzverschleißes von der Wagenseite her gut zugängig. Hierzu weisen die Verschleißnachsteller 86 je eine mit einer Ansatzfläche für ein Schraubwerkzeug versehene Schraubmutter 88 auf. Durch Verdrehen der Schraubmutter 88 mittels eines Schraubwerkzeugs kann die Länge der Bremszylinderstangen 40 bzw. die Ausdehnung der Bremszylinder 2, 4 in Wirkrichtung verkürzt werden, um zum Austausch verschlissener Bremsklötze 6, 10 bzw. 8, 12 deren Abstand von den zugeordneten Bremsflächen 74 der Räder 26, 30 bzw. 28, 32 zu vergrößern.
  • 1
    Längsbalken
    2
    Bremszylinder
    4
    Bremszylinder
    6
    Bremsklotz
    8
    Bremsklotz
    10
    Bremsklotz
    12
    Bremsklotz
    14
    Hängelasche
    16
    Hängelasche
    18
    Hängelasche
    20
    Hängelasche
    22
    Zugelement
    24
    Zugelement
    26
    Rad
    28
    Rad
    30
    Rad
    32
    Rad
    34
    Radachse
    36
    Radachse
    38
    Bremszylindergehäuse
    40
    Bremszylinderstange
    42
    Fortsatz
    44
    Mittelachse
    46
    Gabel
    48
    Bolzen
    50
    Sphäroblock
    52
    Flachbolzen
    54
    Ende
    56
    Schrauben
    58
    Dehnhülse
    60
    Schwenkachse
    62
    Bremsklotzträgerkörper
    64
    Durchgangsloch
    66
    Kragen
    68
    Bolzen
    70
    Scheibe
    72
    Spurkranz
    74
    Bremsfläche
    76
    Lasche
    78
    Schwenkachse
    80
    Bolzen
    82
    Längsträger
    84
    Querträger
    86
    Verschleißnachsteller
    88
    Schraubmutter

Claims (9)

  1. Klotzbremseinrichtung für Radsätze eines Drehgestells beinhaltend ein mittels Hängelaschen (14, 16, 18, 20) am Drehgestell (1) hängend befestigtes Bremsmodul, welches auf der einen Seite und der anderen Seite je wenigstens einen Bremskrafterzeuger (2, 4) umfasst, der gegenläufige und einer jeweils anderen Radachse (32, 34) zugeordnete Bremsklötze (6, 10 bzw. 8, 12) betätigt, wobei die Bremskrafterzeuger (2, 4) in ihrer Wirkrichtung gesehen quer zu den Radachsen (32, 34) und mit den zugeordneten Bremsklötzen (6, 10 bzw. 8, 12) in Flucht angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass eine Querverbindung zwischen der einen Seite und der anderen Seiten des Bremsmoduls ausschließlich durch sich parallel zu den Radachsen (34, 36) erstreckende, lediglich durch Zugkräfte belastete Zugelemente (22, 24) erfolgt, welche jeweils die Bremsklötze (6, 10 bzw. 8, 12) der Räder (26, 28 bzw. 30, 32) einer Radachse (34, 36) miteinander verbinden.
  2. Klotzbremseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugelemente durch stabförmige Spurstangen (22, 24) gebildet werden.
  3. Klotzbremseinrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremskrafterzeuger (2, 4) durch druckmittelbetätigte Zylinder-Kolbentriebe gebildet werden, wobei die Kolben in einer Richtung quer zu den Radachsen (32, 34) ausfahren.
  4. Klotzbremseinrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremsmodul durch vier vom Drehgestell (1) nach unten ragende und an diesem schwenkbar gelagerte Hängelaschen (14, 16, 18, 20) befestigt ist.
  5. Klotzbremseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hängelaschen (14, 16, 18, 20) einendseitig am Drehgestell (1) durch sphärische Lager (50) mit elastisch-dämpfenden Elementen allseitig schwenkbar gelagert und anderendseitig an je einem Ende eines Bremskrafterzeugers (2, 4) angelenkt sind.
  6. Klotzbremseinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsklötze (6, 8, 10, 12) an den Hängelaschen (14, 16, 18, 20) um senkrecht zu den Radachsen (34, 36) verlaufende Schwenkachsen (60) schwenkbar gelagert sind.
  7. Klotzbremseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsklötze (6, 8, 10, 12) an den Hängelaschen (14, 16, 18, 20) zusätzlich um parallel zu den Radachsen (34, 36) verlaufende Schwenkachsen (78) schwenkbar oder kippbar gelagert sind.
  8. Klotzbremseinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsklötze (6, 8, 10, 12) an den Hängelaschen (14, 16, 18, 20) in Bezug zu den Bremskrafterzeugern (2, 4) zum Drehgestell (1) hin versetzt angeordnet sind.
  9. Klotzbremseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremskrafterzeuger (2,4) je einen Verschleißnachsteller (86) aufweisen, welcher einen Stellmechanismus (88) zum Verändern des Abstandes der Bremsklötze (6, 10 bzw. 8, 12) von der zugeordneten Bremsfläche (74) der Räder (26, 30 bzw. 28, 32) beinhaltet.
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