DE10303636B4 - Hydrostatischer Fahrantrieb mit zwei Fahrmotoren - Google Patents
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Abstract
Hydrostatischer Fahrantrieb mit zwei koaxial angeordneten Axialkolbenmotoren in Schrägscheibenbauweise, die zum direkten Antrieb von zwei parallel zueinander beabstandeten Antriebsrädern vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialkolbenmotoren (1, 2) Bestandteil einer geschlossenen Antriebsachse (5) sind, die ein Achsrohr (12) aufweist, das als Gehäuse der Axialkolbenmotoren (1, 2) ausgebildet ist, wobei an beiden Enden des Achsrohres (12) jeweils ein Lagerschild (13) befestigt ist, in dem eine mit einem angeformten Flansch zur Befestigung einer Radfelge versehene Triebwelle (11) gelagert ist, deren achsinneres freies Wellenende (11b) mit einem Zylinderblock (14) des auf der zugeordneten Seite befindlichen Axialkolbenmotors (2) gekoppelt ist und die mit einer Bremse (9) in Wirkverbindung steht, die axial im Bereich der Befestigung des Lagerschilds (13) am Achsrohr (12) angeordnet ist.
Description
- Die Erfindung betrifft einen hydrostatischen Fahrantrieb mit zwei koaxial angeordneten Axialkolbenmotoren in Schrägscheibenbauweise, die zum direkten Antrieb von zwei parallel zueinander beabstandeten Antriebsrädern vorgesehen sind.
- Bei den von der Linde AG, Geschäftsbereich Material Handling, Aschaffenburg, in großer Stückzahl hergestellten und unter der Bezeichnung „39X” verkauften Gabelstaplern kommt ein gattungsgemäßer, sogenannter hydrostatischer Direktantrieb zum Einsatz. Hierbei werden die Vorderräder jeweils ohne Zwischenschaltung eines Untersetzungsgetriebes direkt von einem langsam laufenden Axialkolbenmotor in Schrägscheibenbauweise angetrieben. Die beiden Axialkolbenmotoren dieses Einzelradantriebs sind in Aufnahmehalterungen an den Enden eines Querträgers angeordnet und an diesem befestigt. Der Querträger ist am Fahrzeugrahmen des Gabelstaplers gelagert. Beim Neigen eines am Querträger befestigten Hubgerüstes wird dieser samt den Axialkolbenmotoren in seiner Lagerung am Fahrzeugrahmen verdreht.
- Ein gattungsgemäßer Fahrantrieb ist ferner in der
DE 11 82 532 A offenbart. Die Axialkolbenmotoren dieses Fahrantriebs sind – vergleichbar einem Differentialgetriebe einer Kraftfahrzeughinterachse – in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht. Von dort führen außerhalb des Gehäuses angeordnete Achswellen zu den Antriebsrädern. - Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen hydrostatischen Fahrantrieb der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, dessen Aufbau vereinfacht ist.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung nach Patentanspruch 1. Weiterbildungen der Vorrichtung sind Gegenstand der Unteransprüche.
- Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Axialkolbenmotoren Bestandteil einer geschlossenen Antriebsachse sind, die ein Achsrohr aufweist, das als Gehäuse der Axialkolbenmotoren ausgebildet ist, wobei an beiden Enden des Achsrohres jeweils ein Lagerschild befestigt ist, in dem eine mit einem angeformten Flansch zur Befestigung einer Radfelge versehene Triebwelle gelagert ist, deren achsinneres freies Wellenende mit einem Zylinderblock des auf der zugeordneten Seite befindlichen Axialkolbenmotors gekoppelt ist und die mit einer Bremse in Wirkverbindung steht, die axial im Bereich der Befestigung des Lagerschilds am Achsrohr angeordnet ist.
- Durch diese integrierte Bauweise können sich Vorteile hinsichtlich einer geringen Anzahl der benötigten Komponenten, einer vereinfachten Fertigung und/oder vereinfachten Montage ergeben. Hierbei sind die einzelnen Komponenten der Antriebsachse in einem Achsrohr angeordnet, das die Funktion eines gemeinsamen, tragenden Gehäuses übernimmt. Nach Entfernen des Lagerschildes kann die Bremse zu Wartungszwecken demontiert werden.
- Eine günstige Weiterbildung sieht vor, dass die Axialkolbenmotoren mit einander zugewandten Steuerseiten (back-to-back-Bauweise) in der Antriebsachse angeordnet sind. Hierbei befindet sich jeweils die Schrägscheibe im radnahen Bereich der Antriebsachse, während die Steuerseite im Mittelbereich der Antriebsachse angeordnet ist.
- Vor diesem Hintergrund ist eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besonders vorteilhaft, bei der für beide Axialkolbenmotoren gemeinsame Hydraulikanschlüsse an der Antriebsachse angeordnet sind. Diese Anschlüsse befinden sich dann axial zwischen den Steuerseiten der beiden Axialkolbenmotoren.
- Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand des in den schematischen Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Dabei zeigt
-
1 einen Schnitt durch einen hydrostatischen Fahrantrieb des Standes der Technik, -
2 einen Schnitt durch einen nicht erfindungsgemäßen hydrostatischen Fahrantrieb und -
3 einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen hydrostatischen Fahrantrieb. - Der in
1 dargestellte hydrostatische Fahrantrieb des Standes der Technik weist zwei Axialkolbenmotoren1 bzw.2 in Schrägscheibenbauweise auf, die koaxial zueinander angeordnet sind. Jeder „langsam” laufende Axialkolbenmotor1 bzw.2 dient dem direkten Antrieb eines Rades (Einfach- oder Tandemausführung möglich). Hierbei ist kein Untersetzungsgetriebe vorgesehen, wie dies bei den bekannten schnell laufenden Axialkolbenmotoren erforderlich ist, um die Drehzahl der Triebwelle auf die im Betrieb übliche Raddrehzahl herabzusetzen. - Die beiden Axialkolbenmotoren
1 und2 sind an einem Querträger3 befestigt, der auf nicht gezeigte Weise an einem Fahrzeugrahmen gelagert ist. Dabei tauchen die beiden Axialkolbenmotoren1 ,2 in Aufnahmehalterungen3a und3b ein, die an den Enden des Querträgers3 gebildet sind. An Stelle der Befestigung an einem Querträger3 ist es auch möglich, die Axialkolbenmotoren1 und2 auf andere Art und Weise an einem Fahrzeugrahmen zu befestigen. - Die beiden Axialkolbenmotoren
1 und2 sind unabhängig voneinander, d. h. sie verfügen jeweils über ein eigenes Gehäuse, eigene Hydraulikanschlüsse und eine eigene Bremse. Dementsprechend führen zu beiden Axialkolbenmotoren1 und2 jeweils hydraulische Leitungen für die Druck- und die Saugseite, für Lecköl und für die Bremse. -
2 zeigt einen nicht erfindungsgemäßen hydrostatischen Fahrantrieb. Hierbei sind die beiden Axialkolbenmotoren1 und2 mit einem Zentralkörper4 verbunden (verschraubt) und bilden zusammen mit diesem eine geschlossene Antriebsachse5 . Diese besteht im Prinzip aus einer Aneinanderreihung von miteinander verblockten Komponenten, nämlich im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus Gehäusen1a ,2a und Steuerbodenaufnahmen1b ,2b der Axialkolbenmotoren1 ,2 und dem Zentralkörper4 . - An dem Zentralkörper
4 befinden sich gemeinsame Hydraulikanschlüsse6 und7 , die beide Axialkolbenmotoren1 und2 versorgen, wobei sich die sogenannte back-to-back-Anordnung der beiden Axialkolbenmotoren1 und2 als Vorteil erweist. Hierbei sind die Steuerseiten der Axialkolbenmotoren zueinander benachbart und nur durch den Zentralkörper4 voneinander getrennt. - In dem Zentralkörper
4 sind jeweils benachbart zu den beiden Axialkolbenmotoren1 ,2 zwei Bremsen8 ,9 angeordnet, von denen die in der Figur linke Bremse8 mit einer Triebwelle10 des Fahrmotors1 und die in der Figur rechte Bremse9 mit einer Triebwelle11 des Fahrmotors2 in Wirkverbindung steht. Beide Bremsen9 und10 sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Federspeicher-Lamellenbremse ausgebildet. - Analog zur Versorgung der beiden Axialkolbenmotoren
1 und2 mit Hydrauliköl durch gemeinsame Hydraulikleitungen ist auch ein gemeinsamer, in der Figur nicht dargestellter Anschluss für die Bremsen8 und9 vorgesehen sowie ein gemeinsamer Leckölanschluss. - Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass innerhalb des Zentralkörpers, beispielsweise in der in
2 dargestellten Ausnehmung4a , Mittel angeordnet werden können, z. B. eine Lamellenkupplung, mit denen die beiden Triebwellen10 ,11 der Axialkolbenmotoren1 ,2 miteinander verbindbar sind. Dadurch können die beiden Axialkolbenmotoren1 ,2 im Sinne einer Differentialsperre drehsynchron miteinander gekoppelt werden. - Bei Vorhandensein einer solchen Differentialsperre sind die beiden Triebwellen
10 ,11 jeweils über den Bereich der Bremse8 bzw.9 axial verlängert und tragen axial bewegliche Kupplungslamellen, die abwechselnd jeweils einer der Triebwellen zugeordnet sind und drehsynchron mit dieser rotieren. Darüber hinaus ist in diesem Fall eine Vorrichtung zum gesteuerten axialen Zusammenpressen der Kupplungslamellen (willkürlich oder automatisch) und damit zum Verbinden der beiden Triebwellen erforderlich. - Selbstverständlich ist es auch möglich, die beiden Triebwellen
10 ,11 nicht durch eine drehsynchron wirksame Kupplung miteinander zu verbinden, sondern Schlupf zuzulassen, was beispielsweise mit einer sogenannten Viskokupplung erzielbar ist. -
3 zeigt einen erfindungsgemäßen Fahrantrieb. Der Einfachheit halber ist hier nur etwas mehr als die rechte Hälfte der Antriebsachse5 im Schnitt dargestellt. Die Vertikalmittelebene der bevorzugt spiegelsymmetrischen Antriebsachse5 ist durch die strichpunktierte Linie V markiert. Die Antriebsachse5 verfügt über ein Achsrohr12 , in dem sich die Komponenten des Fahrantriebs befinden. Die Axialkolbenmotoren sind – wie in2 – in back-to-back-Bauweise angeordnet. - An der rechten Stirnseite des Achsrohres
12 ist ein Lagerschild13 befestigt, in dem die Triebwelle11 des Axialkolbenmotors2 mittels Wälzlagern14 gelagert ist, die auch Radkräfte aufnehmen. - An dem aus dem Lagerschild
13 herausragenden Ende der Triebwelle11 ist ein Flansch11a zur Befestigung mindestens einer Radfelge angeformt. Das in das Innere des Achsrohres12 eintauchende freie Ende11b der Triebwelle11 ist mit einem Zylinderblock15 des Axialkolbenmotors2 gekoppelt. Axial dazwischen befindet sich eine Schrägscheibe16 , die mit einem weiteren Wälzlager17 zur Führung der Triebwelle11 versehen ist. Die dem dargestellten Axialkolbenmotor2 zugeordnete Bremse9 ist axial zwischen der Schrägscheibe16 und dem Lagerschild13 angeordnet und deshalb zu Wartungszwecken leicht zugänglich.
Claims (3)
- Hydrostatischer Fahrantrieb mit zwei koaxial angeordneten Axialkolbenmotoren in Schrägscheibenbauweise, die zum direkten Antrieb von zwei parallel zueinander beabstandeten Antriebsrädern vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialkolbenmotoren (
1 ,2 ) Bestandteil einer geschlossenen Antriebsachse (5 ) sind, die ein Achsrohr (12 ) aufweist, das als Gehäuse der Axialkolbenmotoren (1 ,2 ) ausgebildet ist, wobei an beiden Enden des Achsrohres (12 ) jeweils ein Lagerschild (13 ) befestigt ist, in dem eine mit einem angeformten Flansch zur Befestigung einer Radfelge versehene Triebwelle (11 ) gelagert ist, deren achsinneres freies Wellenende (11b ) mit einem Zylinderblock (14 ) des auf der zugeordneten Seite befindlichen Axialkolbenmotors (2 ) gekoppelt ist und die mit einer Bremse (9 ) in Wirkverbindung steht, die axial im Bereich der Befestigung des Lagerschilds (13 ) am Achsrohr (12 ) angeordnet ist. - Hydrostatischer Fahrantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialkolbenmotoren (
1 ,2 ) mit einander zugewandten Steuerseiten (back-to-back-Bauweise) in der Antriebsachse (5 ) angeordnet sind. - Hydrostatischer Fahrantrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass für beide Axialkolbenmotoren (
1 ,2 ) gemeinsame Hydraulikanschlüsse (6 ,7 ) an der Antriebsachse (5 ) angeordnet sind.
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