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Die Erfindung betrifft eine Laseranordnung, insbesondere
als Lichtquelle für
die optische Kohärenztomographie,
gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Die optische Kohärenztomographie (engl.: OCT – Optical
Coherence Tomography) ist ein bildgebendes Untersuchungsverfahren,
das beispielsweise aus HUANG, D.: "Optical Coherence Tomography", Science Vol. 254,
Seite 1178 ff.; POVAZAY, B.: "Submicrometer
axial resolution optical coherence tomography", Optics letters, Vol. 27, No. 20, Seite
1800 ff. sowie aus HARTL, I. et. a1: "Ultrahigh-resolution optical coherence
tomography using continuum generation in an air-silica microstructure
optical fiber",
Optics letters, Vol. 26, No. 9, Seite 608 ff. bekannt ist.
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Zur Erreichung einer möglichst
großen
Tiefenauflösung
ist es hierbei wichtig, dass das in das Untersuchungsobjekt eingestrahlte
Licht eine möglichst
große
Bandbreite und eine entsprechend geringe Kohärenzlänge aufweist. Es ist deshalb
aus den vorstehend aufgeführten
Veröffentlichungen
bekannt, als Lichtquelle für
die optische Kohärenztomographie
Kurzpulslaser zu verwenden. Eine besondere Ausführungsform derartiger Kurzpulslaser
sind Faserlaser, die an sich bekannt sind und beispielsweise in
MATSAS, V.J. et al.: "Selfstarting
passively mode-locked fibre ring soliton laser exploiting nonlinear polarisation
rotation", Electronics
Letters, Vol. 28, No. 15, Seite 1391 ff.; FERMANN, M.E.: "Ultrashort-Pulse
Sources based on Single-Mode Rare-Earth-Doped Fibers", Applied Physics B, 58, 197-209 (1994) sowie
in
US 5 513 194 beschrieben
sind. Derartige Faserlaser weisen üblicherweise eine optische
Faser auf, wobei die Polarisationsrichtung der in der optischen
Faser geführten
Impulse durch passive Polarisations-Steuereinrichtungen eingestellt
wird.
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Nachteilig an der bekannten Einstellung
der Polarisationsrichtung ist die große Empfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen, wie
beispielsweise Temperaturschwankungen, Vibrationen und mechanischen
Spannungen.
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Aus den eingangs erwähnten Veröffentlichungen
ist es weiterhin bekannt, als Lichtquelle für die optische Kohärenztomographie
Lumineszenzdioden zu verwenden, die kostengünstig sind und eine einfache
Handhabung ermöglichen.
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Nachteilig an derartigen Lumineszenzdioden ist
jedoch die schlechte optische Auflösung von mehr als 20 μm.
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Ferner können auch Ti-Saphirlaser mit
Zentralwellenlängen
zwischen 780 und 850 nm oder Cr-YAG-Laser mit Zentralwellenlängen bei
1,3 μm als Lichtquelle
für die
optische Kohärenztomographie eingesetzt
werden.
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Nachteilig an diesen Lasertypen ist
jedoch der hochkomplizierte technische Aufbau, was eine Bedienung
durch ausgebildetes Fachpersonal erforderlich macht.
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Der Erfindung liegt also die Aufgabe
zugrunde, eine Laseranordnung mit möglichst geringer Kohärenzlänge für die optische
Kohärenztomographie zu
schaffen, die möglichst
unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen, wie
beispielsweise Vibrationen, Temperaturschwankungen und mechanischen
Spannungen, ist und einen möglichst
einfachen technischen Aufbau aufweist, so dass keine Bedienung durch
qualifiziertes Fachpersonal erforderlich ist.
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Diese Aufgabe wird, ausgehend von
dem vorstehend beschriebenen bekannten Faserlaser gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1, durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst.
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Die Erfindung umfasst die allgemeine
technische Lehre, die Polarisationsrichtung in der optischen Faser
des Faserlasers aktiv einzustellen, damit der störende Einfluss von Vibrationen
und Temperaturschwankungen ausgeglichen werden kann.
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Die erfindungsgemäße Laseranordnung weist deshalb
eine Polarisations-Steuereinrichtung auf, welche die Polarisationsrichtung
in der optischen Faser des Faserlasers aktiv einstellt. Der Begriff
einer aktiven Einstellung der Polarisationsrichtung bedeutet im
Rahmen der Erfindung, dass die Beeinflussung der Polarisationsrichtung
an wechselnde Umweltbedingungen beispielsweise aufgrund von Vibrationen
oder Temperaturschwankungen angepasst werden kann.
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In einer Variante der Erfindung wird
zur aktiven Einstellung der Polarisationsrichtung in der optischen
Faser eine Wellenplatte eingesetzt, die durch einen Motor drehbar
ist, um die gewünschte
Polarisationsrichtung in der optischen Faser einzustellen. Derartige
Wellenplatten sind an sich bekannt und werden beispielsweise in
YOUNG, M.: "Optics
and Lasers", Seite
188 ff. (Springer-Verlag) beschrieben, so dass im folgenden auf
eine detaillierte Beschreibung von Wellenplatten verzichtet werden
kann und der Inhalt dieser Veröffentlichung
der vorliegenden Beschreibung in vollem Umfang zuzurechnen ist.
Die Drehung der Wellenplatte kann beispielsweise durch einen Elektromotor
erfolgen, jedoch kann die Wellenplatte im Rahmen der Erfindung auch
durch andere Aktoren gedreht werden, um die gewünschte Polarisationsrichtung
in der optischen Faser einzustellen. Hierbei dreht sich die Wellenplatte
vorzugsweise um eine Drehachse, die zu der Ausbreitungsrichtung
des Lichts koaxial verläuft.
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In einer anderen Variante der Erfindung
wird zur aktiven Einstellung der Polarisationsrichtung in der optischen
Faser des Faserlasers dagegen mindestens ein Piezoaktor eingesetzt,
der in Abhängigkeit
von seiner elektrischen Ansteuerung von außen auf die optische Faser
des Faserlasers drückt
und dadurch aufgrund der Änderung
der Doppelbrechung die Polarisationsrichtung der optischen Faser
beeinflußt.
In dieser Variante der Erfindung können auch mehrere Piezoaktoren
eingesetzt werden, die jeweils in radialer Richtung von außen Druck
auf die optische Faser ausüben,
wobei die Druckrichtung der einzelnen Piezoaktoren bezüglich der
Mittelachse der optischen Faser relativ zueinander verdreht ist.
Die einzelnen Piezoaktoren drücken
hierbei also aus verschiedenen Richtungen von außen auf die optische Faser.
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In einer weiteren Variante der Erfindung
wird zur aktiven Einstellung der Polarisationsrichtung in der optischen
Faser des Faserlasers ein integriertes optisches Bauteil eingesetzt,
das in Abhängigkeit
von seiner elektrischen Ansteuerung aufgrund elektro-optischer Effekte
die Polarisationsrichtung beeinflusst. Die in der optischen Faser
des Faserlasers geführten
breitbandigen Pulse werden hierbei also durch das integrierte optische
Bauteil geführt
und werden dabei entsprechend der elektrischen Ansteuerung des integrierten
optischen Bauteils entsprechend einer vorgegebenen Polarisationsrichtung ausgerichtet.
Bei dem integrierten optischen Bauteil kann es sich beispielsweise
um ein Lithium-Niobat-Bauteil handeln.
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In einer bevorzugten Ausrichtungsform
der Erfindung erfolgt eine Regelung, der aktiven Polarisations-Steuereinrichtung,
um einen optimalen Ausgangspuls zu erreichen. Hierzu ist ein Regler
vorgesehen, der eingangsseitig eine Kenngröße der aus dem Faserlaser ausgekoppelten
Laserstrahlung erfasst und den Motor, den Piezoaktor bzw. das Lithium-Niobat-Bauteil
entsprechend regelt. Beispielsweise kann die Leistung der aus dem
Faserlaser ausgekoppelten Laserstrahlung als Kenngröße ermittelt und
im Rahmen der Regelung optimiert werden.
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Vorzugsweise ist der Faserlaser ausgangsseitig
mit einem optischen Verstärker
verbunden, der die aus dem Faserlaser ausgekop pelte Laserstrahlung
verstärkt,
wobei der optische Verstärker
beispielsweise ein Erbium-dotierter Faserverstärker (EDFA-Verstärker) sein kann.
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Problematisch bei derartigen optischen
Verstärkern
kann jedoch der Einfluss der Verstärkung auf die Eigenschaften
der Lichtpulse sein, die unter Umständen zu ungunsten eines anschließenden nichtlinearen
Verbreitungsprozesses verändert
werden, wobei der Verbreiterungsprozess später noch detailliert beschrieben
wird. In einer Variante der Erfindung ist deshalb zwischen dem Faserlaser
und dem Verstärker
und/oder nach dem Verstärker
eine weitere aktive oder passive Polarisations-Steuereinrichtung
angeordnet. Diese Polarisations- Steuereinrichtung kann in herkömmlicher
Weise ausgeführt sein,
wie beispielsweise in
US 5 513
194 beschrieben ist, so dass der Inhalt dieser Veröffentlichung
der vorliegenden Beschreibung in vollem Umfang zuzurechen ist. Es
ist jedoch alternativ auch möglich,
dass die vor bzw. nach dem optischen Verstärker angeordnete Polarisations-Steuereinrichtung
die Polarisationsrichtung in der vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Weise
aktiv einstellt.
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Weiterhin können an dieser Stelle auch
andere Pulseigenschaften verändert
werden, was auch als "Pulse-Shaping" bezeichnet wird.
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Darüber hinaus ist der Faserlaser
vorzugsweise mit einer Einrichtung verbunden, welche das Frequenzspektrum
der aus dem Faserlaser ausgekoppelten Laserstrahlung verbreitert,
wobei diese Einrichtung vorzugsweise hinter dem Verstärker angeordnet
ist.
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Die Einrichtung zur Verbreitung des
Frequenzspektrums der ausgekoppelten Laserstrahlung kann beispielsweise
eine optische Faser aufweisen, welche die ausgekoppelte Laserstrahlung
durch nichtlineare optische Effekte verbreitert, wie beispielsweise
in TAMURA, K.R. et al: "Fundamentals
of stable continuum generation at high repetition rates", IEEE Journal of
Quantum Electronics, Vol. 36, No. 7 Seite 773 ff. detailliert beschrieben
wird, so dass der Inhalt dieser Veröffentlichung auch hinsichtlich
der spektralen Verbreiterung der ausgekoppelten Laserstrahlung der
vorliegenden Beschreibung zuzurechnen ist, um unnötige Wiederholungen
zu vermeiden.
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Bei der optischen Faser zur Erweiterung
des Frequenzspektrums der ausgekoppelten Laserstrahlung kann es
sich beispielsweise um eine Photonische Kristallfaser handeln.
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Es ist jedoch alternativ auch möglich, dass zur
Verbreiterung des Frequenzspektrums eine Glasfaser eingesetzt wird,
wobei die Glasfaser vorzugsweise einen relativ dünnen Kern aufweist, um nichtlineare
Effekte in der Glasfaser auszunutzen.
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Beim Einsatz einer Glasfaser zur
Verbreiterung des Frequenzspektrums der ausgekoppelten Laserstrahlung
ist es vorteilhaft, wenn der Faserlaser eine zentrale Wellenlänge aufweist,
bei der die Gruppengeschwindigkeits-Dispersion (engl. GVD – Group Velocity
Dispersion) der Glasfaser im Wesentlichen gleich Null ist.
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Darüber hinaus erfolgt im Rahmen
der Erfindung vorzugsweise eine wellenlängenabhängige Filterung der von dem
Faserlaser abgegebenen Laserstrahlung durch ein optisches Filter,
das vorzugsweise nach der Einrichtung für die Spektralverbreiterung angeordnet
ist. Eine derartige wellenlängenabhängige Filterung
der Laserstrahlung ist insbesondere bei der optischen Kohärenztomographie
vorteilhaft, da das Frequenzspektrum der Laserstrahlung dabei an das
wellenlängenabhängige Absorbtions-
und Streuungsverhalten des Messobjektes angepasst werden kann. Darüber hinaus
ermöglicht
die Filterung auch eine Anpassung des Frequenzspektrums an die speziellen
Anforderungen des optischen Kohärenztomographen,
insbesondere hinsichtlich der optischen Übertragungsfunktion und der
verwendeten Auswertungsalgorithmen.
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Der im Rahmen der Erfindung verwendete Faserlaser
weist als Laser-Medium vorzugsweise eine optische Faser auf, die
mit seltenen Erden, wie beispielsweise Erbium, dotiert ist.
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Weiterhin weist die optische Faser
des Lasers vorzugsweise einen ersten Faserabschnitt mit positiver
Dispersion und einen zweiten Faserabschnitt mit negativer Dispersion
auf, wobei die Länge und
die Dispersionseigenschaften der beiden Faserabschnitte vorzugsweise
so aneinander angepasst sind, dass sich die Dispersionseffekte in
den beiden Faserabschnitten wechselseitig kompensieren.
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Ferner ist zu erwähnen, dass die optische Faser
des Faserlasers vorzugsweise ringförmig angeordnet ist, wie in
US 5 513 194 ausführlich beschrieben
ist.
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Es ist jedoch alternativ auch möglich, dass die
optische Faser des Faserlasers in Form einer Acht oder wie bei einem
Sagnac-Reflektor
geführt
ist, wie ebenfalls in
US 5 513
194 beschrieben wird.
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Ferner kann die optische Faser auch
linear geführt
sein, wie beispielsweise in FERMANN, M.E.: "Ultrashort-Pulse Sources based on Single-Mode Rare-Earth-Doped
Fibers", Applied
Physics B, 58, 197-209 (1994) beschrieben ist.
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Schließlich ist zu erwähnen, dass
sich die vorstehend beschriebene erfindungsgemäße Laseranordnung insbesondere
als Lichtquelle bei der optischen Kohärenztomographie eignet. Vorzugsweise ist
die erfindungsgemäße Laseranordnung
deshalb mit einem optischen Kohärenztomographen
verbunden.
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Bei einem derartigen Einsatz als
Lichtquelle für
einen optischen Kohärenztomographen
kann die Steuerung der Polarisationsrichtung in der optischen Faser
auch passiv erfolgen, wie in
US
5 513 194 beschrieben wird. Die Erfindung umfasst deshalb
auch die Kombi nation der in
US
5 513 194 beschriebenen Laseranordnung mit einem optischen
Kohärenztomographen.
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Andere vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet oder werden
nachstehend zusammen mit der Beschreibung des bevorzugten Ausführungsbeispiels der
Erfindung anhand der Figuren näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung einer Anordnung zur optischen Kohärenztomographie
mit einer erfindungsgemäßen Laseranordnung,
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2 den
Aufbau der Laseranordnung aus 1,
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3 eine
schematische Darstellung des in der Laseranordnung aus 2 eingesetzten Faserlasers
sowie
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4a-4b verschiedene Varianten
von Polarisations-Steuereinrichtungen zur Einstellung der Polarisationsrichtung
in dem Faserlaser gemäß 3.
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Die schematische Darstellung in 1 zeigt eine weitgehend
herkömmliche
Anordnung für
die optische Kohärenztomographie,
wobei als Lichtquelle eine Laseranordnung 1 eingesetzt
wird, die detailliert in 2 dargestellt
ist und später
noch detailliert beschrieben wird.
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Wegen des weitgehend herkömmlichen
Aufbaues der in 1 dargestellten
Anordnung wird deren Ausbau nachfolgend nur kurz beschrieben, wobei ergänzend auf
die bereits eingangs erwähnten
Veröffentlichungen
HUANG, D.: "Optical
Coherence Tomography",
POVAZAY, B.: "Submicrometer
axial resolution optical coherence tomography" sowie HARTL, I.: "Ultrahigh-resolution optical cohernce
tomography using continuum generation in an air-silica microstructure
optical fiber" verwiesen
wird. Der Inhalt dieser Veröffentlichungen
ist deshalb hinsichtlich des Aufbaus und der Funktionsweise von
Anordnungen für
die optische Kohärenztomographie
der vorliegenden Beschreibung in vollem Umfang zuzurechnen.
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Die Laseranordnung 1 gibt
ultrakurze, breitbandige Laserpulse mit einer kurzen Kohärenzlänge aus
und führt
diese einem Strahlteiler 2 zu, der beispielsweise als Michelson-Interferometer
ausgeführt sein
kann.
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Der Strahlteiler 2 teilt
die von der Laseranordung 1 zugeführte Laserstrahlung in zwei
Teilstrahlen 3, 4 auf, wobei der Teilstrahl 3 von
zwei optischen Linsen 5.1, 5.2 mit der Brennweite
f auf ein Messobjekt 6 fokussiert wird, wobei das Messobjekt 6 beispielsweise
ein menschliches Gewebe sein kann.
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Der andere Teilstrahl 4 wird
dagegen über ein
optische Linse 7 auf einen Spiegel 8 gerichtet, wobei
der Spiegel 8 in Pfeilrichtung verschiebbar ist.
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Die an dem Messobjekt 6 bzw.
an dem Spiegel 8 reflektierten Teilstrahlen 3,
bzw. 4 werden dann von dem Strahlteiler 2 zusammengeführt, wobei
die von dem Messobjekt 6 zurückgestreuten Laserimpulse mit
den von dem Spiegel 8 reflektierten Laserimpulsen interferieren.
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Die interferierenden Teilstrahlen 3 und 4 werden
dann von dem Strahlteiler 2 einem Detektor 9 zugeführt.
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Durch eine laterale Verschiebung
des Teilstrahls 3 relativ zu dem Messobjekt 6 kann
dann ein Schnittbild des Messobjektes 6 aufgenommen werden,
wobei sich die Tiefe des Schnittbildes durch eine axiale Verschiebung
des Spiegels 8 einstellen läßt.
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Der Detektor 9 ist in herkömmlicher
Weise ausgangsseitig mit einem Verstärker 10, einem Bandpassfilter 11,
einem Analog /Digital-Wandler 12 und einem Computer 13 zur
Auswertung der Messdaten verbunden.
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Im folgenden wird nun anhand von 2 der Aufbau der erfindungsgemäßen Laseranordnung 1 beschrieben.
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Als Lichtquelle weist die Laseranordnung 1 einen
Faserlaser 14 auf, der detailliert in 3 dargestellt ist und später noch
detailliert beschrieben wird.
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Die Laseranordnung 1 erzeugt
ultra-kurze, breitbandige Laserpulse mit einer kurzen Kohärenzlänge, wobei
die kurze Kohärenzlänge der
von der Laseranordnung 1 erzeugten Laserimpulse eine große Tiefenauflösung bei
der optischen Kohärenztomographie
ermöglicht.
Im Detail funktioniert die Laseranordnung 1 wie folgt.
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Die von dem Faserlaser 14 erzeugten
Laserimpulse werden einer Polarisations-Steuereinrichtung 15 (PC – Polarisation
Controller) zugeführt,
welche die Polarisationsrichtung der von dem Faserlaser 14 abgegebenen
Laserimpulse steuert.
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Weiterhin besteht die Möglichkeit,
an dieser Stelle auch andere Pulseigenschaften zu beeinflussen,
was auch als "Pulse-Shaping" bezeichnet wird.
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Ausgangsseitig ist die Polarisationssteuereinrichtung 15 mit
einem Erbium-dotierten Faserverstärker 16 verbunden,
der die Laserpulse optimal für die
anschließende
spektrale Verbreiterung verstärkt.
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Die von dem Fasernverstärker 16 verstärkten Laserimpulse
werden dann einer weiteren Polarisations-Steuereinrichtung 17 zuge führt, welche
die Polarisationsrichtung der Laserimpulse einstellt.
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Die beiden Polarisations-Steuereinrichtungen 15, 17 ermöglichen
hierbei, die Polarisation optimal für Verstärkung und Verbreiterung einzustellen.
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Ausgangsseitig ist die Polarisations-Steuereinrichtung 17 mit
einer Einrichtung 18 verbunden, welches das Frequenzspektrum
der Laserimpulse verbreitert, um die Tiefenauflösung bei der optischen Kohärenztomographie
zu vergrößern. Die
Einrichtung 18 besteht hierbei aus einer Glasfaser mit
einem kleinen Kern mit einem Durchmesser von weniger 4 um und einer
Gruppengeschwindigkeitsdispersion nahe Null bei 1,5 um. Hinsichtlich
der Beschreibung der Verbreiterung des Frequenzspektrums in der
Einrichtung 18 wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf
die Veröffentlichung
TAMURA, K.R. et al: "Fundamentals
of stable continuum generation at high repetition rates", IEEE Journal of
Quantum Electronics, Vol. 36, No. 7 Seite 773 ff. sowie TAMURA,
K. et al "Pulse
dynamics in stretched-pulse fiber lasers", Appl. Physics letters 67 (2), Seite
158 ff. verwiesen. Der Inhalt dieser Veröffentlichungen ist deshalb
hinsichtlich der Techniken zur Verbreiterung des Frequenzspektrums
der Laserimpulse der vorliegenden Beschreibung in vollem Umfang
zuzurechnen.
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Die Einrichtung 18 ist schließlich mit
einem Filter 19 verbunden, welches die Laserimpulse wellenlängenabhängig filtert,
um deren Frequenzspektrum an das wellenlängenabhängige Absorbtions- oder Streuverhalten
des Messobjektes 7 anzupassen.
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Darüber hinaus ermöglicht die
Filterung auch eine Anpassung des Frequenzspektrums an die speziellen
Anforderungen des optischen Kohärenztomographen,
insbesondere hinsichtlich der optischen Übertragungsfunktion und der
verwendeten Auswertungsalgorithmen.
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Das Filter 19 ist schließlich mit
dem in 1 dargestellten
optischen Kohärenztomographen 20 verbunden
und koppelt ultrakurze, breitbandige Laserimpulse mit einer kurzen
Kohärenzlänge in den Strahlteiler 2 ein.
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Weiterhin weist die Laseranordnung 1 ein Messglied 21 auf,
das eingangsseitig mit dem Faserlaser 14 und mit dem Filter 19 verbunden
ist und die Kohärenzlänge LKOHÄRENZ und/oder
spektrale Breite der Strahlung ermittelt.
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Der Faserlaser
14 ist weitgehend
herkömmlich
aufgebaut und in ähnlicher
Form beispielsweise in der bereits eingangs erwähnten Veröffentlichung
US 5 513 194 beschrieben. Der Inhalt
dieser Veröffentlichung
ist deshalb hinsichtlich des Aufbaus und der Funktionsweise des
Faserlasers
14 der vorliegenden Beschreibung in vollem
Umfang zuzurechnen, so dass nachfolgend nur eine kurze Beschreibung
erfolgt.
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Der Faserlaser besteht aus einem
Faserresonator 24, der weitgehend durch Fasern realisiert wird.
Er kann z.B. ringförmig
oder linear aufgebaut sein.
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Der Faserlaser 14 weist
als Pumpquelle einen oder mehrere, als Diodenlaser ausgeführte Pumplaser 22 auf,
wobei anstelle des Diodenlasers auch andere Lichtquellen eingesetzt
werden können.
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Der Pumplaser 22 ist mit
einem Eingangskoppler 23 verbunden, der die von dem Pumplaser 22 emittierte
Laserstrahlung in einen Faserresonator einkoppelt, wobei in dem
ringförmigen
optischen Faserresonator 24 ein Erbium-dotierter Faserabschnitt 25 als
Lasermedium angeordnet ist.
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Weiterhin sind in dem ringförmigen Faserresonator 24 zwei
Polarisations-Steuereinrichtungen 26, 27 angeordnet,
welche die Polarisationsrichtung der Laserpulse in dem Faserresonator 24 einstellen.
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Ferner befindet sich in dem Ring
des Faserresonators 24 ein integrierter optischer Isolator 28.
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Zur Auskopplung von ultra-kurzen
breitbandigen Laserimpulsen aus dem Faserlaser 14 weist dieser
einen Ausgangskoppler 29 auf, der einen Teil der umlaufenden
Laserstrahlung auskoppelt, z.B. 10%.
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Von besonderer Bedeutung ist hierbei
der Aufbau und die Funktionsweise der beiden Polarisations- Steuereinrichtungen 26, 27,
welche die Polarisationsrichtung im optischen Faserresonator 24
im Gegensatz zum Stand der Technik nicht passiv, sondern aktiv einstellen.
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Diese aktive Einstellung der Polarisationsrichtung
bietet den Vorteil einer weitgehenden Unempfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen, wie beispielsweise
Vibrationen, Temperaturschwankungen und mechanischen Spannungen,
da die Polarisationsrichtung nachgeregelt werden kann, wie noch detailliert
beschrieben wird.
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Hierzu weist der Faserverstärker 14 für jede der
beiden Polarisations-Steuereinrichtungen 26, 27 jeweils
einen Regler 30, 31 auf, wobei die beiden Regler 30, 31 die
ihnen jeweils zugeordneten Polarisations-Steuereinrichtungen 26, 27 mit
einem Steuersignal ansteuern und dadurch die Beeinflussung der Polarisationsrichtung
bestimmen.
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Die Regelung der Ansteuerung der
beiden Polarisations-Steuereinrichtungen 26, 27 erfolgt
hierbei in Abhängigkeit
von der Kohärenzlänge LKOHÄRENZ, die
von dem Messglied 21 in 2 erfasst
wird, wobei die elektrische Ansteuerung der beiden Polarisations-Steuereinrichtungen 26, 27 nach
dem Startvorgang so erfolgt, dass die Kohärenzlänge LKOHÄRENZ minimal
wird. Während
des Startvorgangs des Faserlasers 14 erfolgt die Einstellung
der Polarisations-Steuereinrichtung 26, 27 dagegen
so, dass ein umlaufender Puls in dem Faserresonator 24 entsteht.
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Weiterhin ist in dem Faserresonator
eine polarisationsabhängige
Verlusteinheit 32 angeordnet sowie eine Einrichtung 33 zur
Dispersionskontrolle.
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In den 4a bis 4b sind verschiedene Varianten
der erfindungsgemäßen aktiven
Polarisations-Steuereinrichtungen 26, 27 beschrieben,
welche die Polarisationsrichtung jeweils aktiv beeinflussen.
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So weist die in 4a dargestellte Variante der Polarisations-Steuereinrichtung 26 zur
Beeinflussung der Polarisationsrichtung in dem Faserresonator 24 mehrere
Piezoaktoren 34.1-34.3 auf, die in Abhängigkeit
von der anliegenden Steuerspannung einen Druck von außen radial
auf die Mantelfläche
des Faserresonators 24 ausübt. In Abhängigkeit von dem durch die
Piezoaktoren 34.1-34.3 ausgeübten Druck wird dann die Polarisationsrichtung
in dem Faserresonator 24 beeinflußt.
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Bei der in 4b dargestellten Variante der erfindungsgemäßen Polarisationssteuereinrichtung 26 erfolgt
die Beeinflussung der Polarisationsrichtung dagegen durch eine Wellenplatte 35,
die durch einen Elektromotor 36 um eine zu der Mittelachse des
Faserresonators 24 koaxiale Drehachse 37 drehbar
ist und dadurch eine aktive Einstellung der Polarisationsrichtung
in dem Faserresonator 24 ermöglicht. Der Aufbau und die
Funktionsweise der Wellenplatte 35 ist beispielsweise in
YOUNG, M.: "Optics and
Lasers", Seite 188
ff. (Springer Verlag) beschrieben, so dass der Inhalt dieser Veröffentlichung
der vorliegenden Beschreibung hinsichtlich des Aufbaus der Wellenplatte 35 zu
rechnen ist.
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Schließlich erfolgt die Beeinflussung
der Polarisationsrichtung in dem Faserresonator 24 bei
dem Ausführungsbeispiel
gemäß 4c durch ein integriertes
Lithium-Niobat-Bauteil 38, das in Abhängigkeit von der anliegenden
Steuerspannung UCTRL1 die Polarisationsrichtung
in dem Faserresonator 24 entsprechend einstellt. Hierzu
weist das Lithium-Niobat-Bauteil 38 eine Wellenleiterstruktur 39 auf.
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Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend
beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele
beschränkt.
Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in
den Schutzbereich fallen.