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Die vorliegende Erfindung betrifft
einen Rohrverbinder zum lösbaren
Halten des Spitzendes eines Rohres, das im Wesentlichen eine glatte
Oberfläche
besitzt, wobei der Rohrverbinder eine Muffe aufweist.
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Stand der
Technik
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Muffenartige Rohrverbinder sind im
Stand der Technik bekannt und finden beispielsweise im Bereich der
Leitungsinstallation breite Anwendung. Dabei werden an derartige
Rohrverbinder hohe Anforderungen gestellt, da sie einerseits eine
zuverlässige
mechanische Verbindung zwischen zwei Rohren gewährleisten und gleichzeitig
auch die Dichtigkeit der Rohrverbindung sicherstellen sollen. Bei
auftretenden Mängeln
in einer Rohrleitung ebenso wie bei Umbaumaßnahmen oder sonstigen Installationsarbeiten
ist es häufig
erforderlich, einzelne Komponenten der Rohrleitung auszutauschen
oder der Geometrie zu verändern.
Zu diesem Zweck wird die Rohrleitung üblicherweise im Bereich der
Rohrverbinder aufgetrennt und nach Durchführung der Arbeiten wieder verbunden.
Aus diesem Grunde besteht eine weitere wesentliche Anforderung an
Rohrverbinder darin, dass der Rohrverbinder ein möglichst
einfaches und wirtschaftliches Verbinden und Lösen benachbarter Rohre ermöglicht.
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Ein muffenartiger Rohrverbinder ist
beispielsweise aus der
DE
81 07 113 U1 bekannt, der neben einem ringförmigen Dichtungselement
einen federelastischen Stützring
aufweist. Diese Muffe besitzt jedoch eine Reihe von Nachteilen,
insbesondere ermöglicht
die Muffe keine zuverlässige
Halterung in Längsrichtung
des Rohres. Dies gilt im Besonderen für Metallrohre. Darüber hinaus
besitzt die Muffe eine aufwendige Konstruktion und entsprechend
sperrige Abmessungen, was bei den üblicherweise sehr begrenzten
Raumverhältnissen
im Installationsbereich unbefriedigend ist. Auch ist das Lösen eines
Rohres bzw. dessen Spitzendes aus der Muffe schwierig und umständlich.
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Darüber hinaus offenbart die
DE-OS 29 39 081 eine mehrteilige
Schnellkupplung für
Kunststoffrohre. Die offenbarte Schnellkupplung ermöglicht ebenfalls
keine ausreichende axiale Halterung der Rohre, sondern konzentriert
sich primär
auf die fluiddichte Abdichtung der Schnellkupplung. So verfügt das eingeschobene
Spitzende stets über
axiales Spiel, wodurch das Dichtungselement nachteilig beeinflusst
wird. Darüber
hinaus ist ein Lösen
der Schnellkupplung zum Entnehmen oder Verschließen des Rohres umständlich und
die Kupplung besitzt eine sehr aufwendige, mehrteilige Konstruktion
mit vergleichsweise sperrigen Abmessungen.
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Weiterhin offenbart die
DE 33 40 536 A1 eine Muffe
für eine
Rohrsteckverbindung, wobei außen auf
dem Muffenkragen ein Krallenkranz aufgesteckt ist, der zugsichernd
in Rastmittel eines Spitzendes eines Rohres eingreift. Die Rohrsteckverbindung
ermöglicht
allerdings kein Lösen
des Spitzendes aus dem Krallenkranz. Vielmehr muss zum Lösen der Gesamtverbindung
der Krallenkranz von der Muffe gelöst werden, beispielsweise mit
einem Schraubenzieher oder dergleichen, was umständlich und zeitraubend ist.
Darüber
hinaus ermöglicht
die offenbarte Rohrsteckverbindung keine Feinjustierung zwischen Rohr
und Muffe, da einerseits die Einführtiefe des Rohres durch die
Lage der Rastmittel vorgegeben ist, und andererseits ein Anpassen
der Rohrposition stets dazu führt,
dass der Krallenkranz von der Muffe gelöst werden muss, sodass der
Verbindungsvorgang vollständig
neu begonnen werden muss. Als Nachteil wirkt sich auch aus, dass
die zu verbindenden Spitzenden ein Rastmittel aufweisen müssen, das
z. B. nach Ablängarbeiten
stets neu einzubringen ist.
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Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen
Rohrverbinder zum lösbaren
Halten des Spitzendes eines Rohres, das eine im Wesentlichen glatte
Oberfläche
besitzt, bereitzustellen, der eine einfache Lösbarkeit des Spitzendes aus
dem Rohrverbinder ermöglicht
und eine einfache Konstruktion besitzt.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den
Rohrverbinder gemäß Anspruch
1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Rohrverbinders sind in
den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
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Der vorliegenden Erfindung liegt
der Gedanke zugrunde, mit einfachen und entsprechend kostengünstigen
Mitteln bzw. aus wenigen Komponenten einen Rohrverbinder zu verwirklichen,
der derart ausgelegt ist, dass er ein problemloses Verbinden zweier
Rohre, ein stabiles Halten und Abdichten zweier verbundener Rohre
sowie ein zügiges
Lösen der
Verbindung ermöglicht.
Zu diesem Zweck umfasst der Rohrverbinder eine Muffe, die mindestens eine
umlaufende Sicke mit jeweils einem Dichtring und mindestens einen
umlaufenden Muffenring aufweist, und ein Krallenteil zum axialen
Halten des Spitzendes, das einen Krallenkranz mit zumindest einer sich
radial nach innen erstreckenden Kralle aufweist und das unmittelbar
an dem Muffenring und/oder der Sicke angebracht ist. Darüber hinaus
ist das freie Ende der mindestens einen Kralle derart ausgebildet, besitzt
insbesondere eine derartige Härte
und/oder Form, dass es in die im Wesentlichen glatte Oberfläche des
Spitzendes des Rohres auch formschlüssig einsenkbar ist.
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Die mit der Erfindung erzielten Vorteile
bestehen insbesondere darin, dass der erfindungsgemäße Rohrverbinder
eine einfache, nur aus wenigen Komponenten bestehende und materialsparende Konstruktion
der Muffe und der Kralle bei kompakten Abmessungen dieser Bauteile
ermöglicht.
Darüber hinaus
stellt das Krallenteil eine stabile und gleichzeitig variable Halterung
des Spitzendes eines Rohres mit im Wesentlichen glatter Oberfläche bereit,
da der Formschluss an einem beliebigen Ort entlang der Oberfläche des
Spitzendes erzielbar ist.
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Gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden
Erfindung ist das mindestens eine freie Krallenende beim Einführen des
Rohres in den Rohrverbinder mittels der elastischen Reaktionskraft
der Krallen in die im Wesentlichen glatte Oberfläche einsenkbar. Auf diese Weise
wird erreicht, dass das Festsetzen des Spitzendes in den Rohrverbinder
ohne zusätzliche
Werkzeuge oder Hilfsmittel möglich
ist, und der Rohrverbinder somit einfach und variabel einsetzbar ist.
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Um einen sicheren Halt und Eingriff
zwischen dem Rohrverbinder bzw. dem Krallenteil und dem Spitzende
des Rohres sicherzustellen, ist es gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden
Erfindung bevorzugt, dass das mindestens eine freie Krallenende
gehärtet
und/oder beschichtet und/oder mit Hartmetall bestückt ist.
Hierdurch kann das Krallenteil bzw. das mindestens eine freie Krallenende
derart auf das Spitzende des zu haltenden Rohres abgestimmt werden,
dass das gewünschte
formschlüssige
Einsenken des Krallenendes und somit das axiale Halten des Rohres
zuverlässig
erreicht wird.
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Um beim Einsenken des mindestens
einen freien Krallenendes in die Oberfläche des Spitzendes eine übermäßige Beschädigung der
Oberfläche
(insbesondere bei Kunststoffrohren und dergleichen) bzw. Schwächung des
Rohres zu verhindern, ist es gemäß einer
Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, dass die mindestens
eine Kralle ein Anschlagelement, insbesondere einen Vorsprung besitzt,
der die Eindringtiefe des mindestens einen Krallenendes in die Oberfläche begrenzt.
Dabei ist die Lage des Anschlagelements bevorzugt derart abgestimmt,
dass der Eingriff zwischen dem mindestens einen Krallenende und
der Rohroberfläche
einerseits eine ausreichende axiale Haltekraft gewährleistet
und andererseits eine übermäßige Schädigung der
Rohroberfläche
ausgeschlossen ist.
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Im Hinblick auf eine kompakte Bauform
des Rohrverbinders ist es gemäß einer
Weiterbildung der vorliegenden Erfindung bevorzugt, dass das mindestens
eine Krallenende in das innere des Muffenrings hineinreicht.
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Die Krallen selbst können prinzipiell
eine beliebige Form besitzen. Im Hinblick auf das später zu beschreibende
Lösen der
Verbindung sowie die Steifigkeit der Kralle ist es gemäß einer
Weiterbildung der vorliegenden Erfindung jedoch bevorzugt, dass
die mindestens eine Kralle zumindest abschnittsweise einen V-förmigen oder
bogenförmigen
Querschnitt besitzt, der sich besonders bevorzugt zum Krallenende
hin verjüngt.
Die V-Form bzw. Bogenform der Kralle ermöglicht somit eine günstige Biegesteifigkeit
der Kralle, die beim Herstellen des Formschlusses vorteilhaft ist,
und das Tal der Kralle kann gleichzeitig als Führung für später zu beschreibende Löseelemente dienen.
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Gemäß einer weiteren Zielrichtung
der vorliegenden Erfindung weist der Muffenring einen ersten Abschnitt
auf, dessen Innenkontur, insbesondere Innendurchmesser, im Wesentlichen
der Außenkontur
des Spitzendes entspricht. Der Muffenring ist daher in der Lage,
das Spitzende des Rohres in Querrichtung sicher zu halten, sodass
das Rohr insgesamt stabil gelagert wird und das Krallenteil im Wesentlichen
nur in axialer Richtung beansprucht wird. Hierdurch werden übermäßige Beanspruchungen
des Krallenteils vermieden, sodass das Krallenteil einfacher und
kostengünstiger
herzustellen ist.
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Darüber hinaus stellt der erste
Abschnitt des Muffenrings einen Schutz des Rohrverbinders bzw. des
Rohrinneren, insbesondere des Dichtelementes gegenüber Fremdeinflüssen wie
Schmutz, UV-Strahlung und dergleichen bereit.
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Gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden
Erfindung weist der Muffenring ferner einen zweiten Abschnitt auf,
der das Krallenteil unmittelbar trägt, wobei sich zumindest die
Innenkontur des zweiten Abschnitts zu dem Krallenteil hin trichterförmig erweitert.
Hierdurch ist ein problemloses Einführen des Spitzendes in den
Rohrverbinder gewährleistet,
da durch die Trichterform das Spitzende in die richtige Position
gelenkt wird. Darüber
hinaus kann dank der trichterförmigen
Ausbildung des zweiten Abschnitts des Krallenteils das Spitzende
auf besonders einfache und zügige
Weise aus dem erfindungsgemäßen Rohrverbinder
gelöst
werden. So ist es nämlich
problemlos möglich,
mit einem geeigneten Gegenstand in den trichterförmigen zweiten Abschnitt einzudringen
und dort den Eingriff des mindestens einen Krallenendes mit der
Oberfläche
des Spitzendes zu lösen,
sodass das Spitzende in axialer Richtung freigegeben wird und herausgezogen
oder feinjustiert werden kann. In jedem Falle kann das Rohr problemlos von
dem Rohrverbinder gelöst
werden und der Rohrverbinder bleibt als Einheit bestehen.
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Gemäß einer weiteren Zielrichtung
der vorliegenden Erfindung ist das Krallenteil formschlüssig und/oder
materialschlüssig
an den Muffenring angebracht, insbesondere mittels einer Nut- und Federverbindung.
Auf diese Weise ist das Krallenteil nicht nur sicher an dem Rohrverbinder
angebracht, sodass es sich beispielsweise unter Axialbelastung des
Rohres oder beim Herausziehen des Rohres nicht von der Muffe löst, sondern
ist auch leicht beispielsweise durch Aufschieben und Einrasten des
Krallenteils auf den Muffenring befestigbar.
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Besonders vorteilhaft ist das Krallenteil
an dem Muffenring befestigbar, wenn der Muffenring an seinem freien
Ende aufgebördelt
ist. In diesem Fall kann das Krallenteil im Bereich der Aufbördelung form-
und/oder kraftschlüssig
angebracht sein.
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In einer weiteren Zielrichtung stellt
die vorliegende Erfindung einen Rohrverbinder in Kombination mit
einem Lösewerkzeug
bereit, das in den Rohrverbinder derart einführbar ist, dass das mindestens eine
Krallenende aus dem Eingriff mit der Oberfläche lösbar ist, sodass jederzeit
ein Nachjustieren oder Entnehmen des Spitzendes aus dem Rohrverbinder problemlos
möglich
ist. Dabei ist es erfindungsgemäß bevorzugt,
dass das Lösewerkzeug
die Form einer ein- oder mehrteiligen Hülse besitzt, deren Querschnitt
sich zu einem Ende hin verjüngt.
Diese Hülse ermöglicht ein
besonders einfaches Lösen
der Verbindung, wenn sie mit dem verjüngten Ende voraus in den Bereich
des Eingriffs zwischen Oberfläche
des Spitzendes und Krallenteil eingeführt wird, sodass die Krallenenden
das Spitzende freigeben.
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Alternativ oder zusätzlich kann
das Lösewerkzeug
gemäß einer
Weiterbildung der vorliegenden Erfindung auf seinem äußeren Umfang
mindestens einen Vorsprung aufweisen, der durch Verschieben und/oder
Verdrehen zwischen das mindestens eine Krallenende und die glatte
Oberfläche
einführbar
und von dort auch wieder entfernbar ist. Mittels dieser Vorsprünge kann
besonders gezielt und wirkungsvoll ein Lösen des Eingriffs der Krallenenden und
des Spitzendes erzielt werden, wobei die Form der Krallen und der
Vorsprünge
vorteilhaft derart aufeinander abgestimmt werden kann, dass die
Vorsprünge
entlang der Krallen in axialer und/oder tangentialer Richtung keilartig
gleiten können,
sodass durch Verschieben und/oder Verdrehen des Lösewerkzeugs
die Krallen ausgelenkt und aus dem Eingriff mit dem Spitzende herausgeführt werden.
Dabei ist es besonders bevorzugt, dass der mindestens eine Vorsprung
pyramiden- oder kuppelartig ausgebildet ist, da hierdurch ein Verkanten
des Vorsprungs mit der entsprechenden Kralle vermieden und ein kontinuierliches
Auslenken der Krallen erzielt wird.
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Im Hinblick auf die Wiederverwendbarkeit und
Variabilität
des Lösewerkzeugs
ist es gemäß einer
Weiterbildung der vorliegenden Erfindung bevorzugt, dass dieses
zweiteilig ausgebildet ist, wobei die beiden Teile besonders bevorzugt
verschwenkbar miteinander verbunden sind. Auf diese Weise kann das
Lösewerkzeug
auf ein beliebiges Rohr aufgesetzt werden, um anschließend das
Rohr aus einem entsprechenden Rohrverbinder zu lösen, woraufhin das Lösewerkzeug
durch Ausschwenken der beiden Teile von dem Rohr gelöst und beliebig
weiterverwendet werden kann.
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Im Hinblick auf die Bediensicherheit
und den Bedienkomfort des Lösewerkzeugs
ist es gemäß einer
Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, dass das Lösewerkzeug
mit einer Markierung versehen ist, beispielsweise einer Skalierung
oder einer farblichen Markierung, welche das Lösen des mindestens einen Krallenendes
von der glatten Oberfläche
erkennen lässt.
Hierdurch werden mögliche
Beschädigungen
der mindestens einen Kralle oder des Rohres verhindert, da der Benutzer
klar erkennen kann, ob das mindestens eine Krallenende und das Rohr
noch in Eingriff sind oder nicht.
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1 zeigt
eine schematische Schnittansicht einer ersten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Rohrverbinders;
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2a zeigt
den Rohrverbinder aus 1 zusammen
mit einem erfindungsgemäßen Löseelement
zu Beginn eines Lösevorganges;
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2b zeigt
den Rohrverbinder aus 1 zusammen
mit dem erfindungsgemäßen Löseelement
während
des Lösevorganges;
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3 ist
eine Schnittansicht, die entlang der Linie A-A in 2a geführt ist;
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4 entspricht
der Ansicht aus 3, wobei
eine zweite Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Lösewerkzeugs
gezeigt ist;
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5 zeigt
eine schematische, teilweise Schnittansicht einer zweiten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Rohrverbinders;
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6 bis 8 zeigen jeweils schematische Schnittansichten
weiterer Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Rohrverbinders.
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Ausführliche
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
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Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung werden nachfolgend ausführlich unter Bezugnahme auf
die begleitenden Zeichnungen beschrieben.
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1 bis 3 zeigen schematische Ansichten einer
ersten bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Rohrverbinders 1,
der zum lösbaren Halten
eines Spitzendes 2 eines Rohres, das eine im Wesentlichen
glatte Oberfläche 2' besitzt, dient.
Der Rohrverbinder 1 umfasst eine Muffe 4, die
eine umlaufende Sicke 6 mit einem Dichtring 8 und
daran anschließend
einen umlaufenden Muffenring 10 aufweist. Der umlaufende
Muffenring 10 besitzt im vorliegenden Ausführungsbeispiel
einen ersten Abschnitt 10' und
einen zweiten Abschnitt 10'', wobei der
Innendurchmesser 11 des ersten Abschnitts im Wesentlichen
der Außenkontur
des Spitzendes 2 entspricht, d.h. nur um einen bestimmten
Toleranzbetrag von diesem abweicht. Der zweite Abschnitt 10'' des Muffenringes 10 schließt sich
an den ersten Abschnitt 10' an
und trägt
das Krallenteil. Darüber
hinaus ist der zweite Abschnitt 10'' zum
Krallenteil hin aufgebördelt
und somit trichterförmig
erweitert. Ferner besitzt die Muffe 4 einen Anschlag 26 für das Spitzende 2.
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Darüber hinaus umfasst der Rohrverbinder 1 ein
Krallenteil 12 zum axialen Halten des Spitzendes 2, das
einen Krallenkranz mit sich radial nach innen erstreckenden Krallen 14 aufweist
und im vorliegenden Ausführungsbeispiel
unmittelbar auf den zweiten Abschnitt 10'' des
Muffenringes 10 aufgesetzt ist. Die Anzahl an Krallen 14 des
Krallenteils 12 ist prinzipiell beliebig und orientiert
sich in erster Linie an den erwarteten Beanspruchungen, die auf
den Rohrverbinder 1 in axialer Richtung wirken. Jede Kralle 14 besitzt
ein freies Ende 16, das im vorliegenden Ausführungsbeispiel
scharfkantig ausgebildet ist und darüber hinaus gehärtet oder
alternativ mit Hartmetall bestückt
oder entsprechend beschichtet ist. Wie in 1 und 2 zu
erkennen ist, reicht das Krallenende 16 in das Innere des
Muffenrings 10, genauer gesagt in das Innere des zweiten
Abschnitt 10'' des Muffenrings 10 hinein.
Das Krallenteil 12 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel
formschlüssig
auf dem Muffenring 10 des Rohrverbinders 1 befestigt,
wobei die Aufbördelung
des zweiten Abschnitts 10'' dazu beiträgt, einen
festen Halt zwischen Krallenteil 12 und Rohrverbinder 1 zu
ermöglichen.
Weiters ist der Abstand zwischen den Krallen 14 bzw. Krallenende 16 und
dem Muffenring 10 derart ausgelegt, dass zum einen ein Öffnen bzw.
Auslenken der Krallen 14 möglich ist, andererseits aber
verhindert wird, dass durch mechanische Einwirkung wie z. B. nicht
fachgerechtes, gewaltsames Einführen
des Spitzendes die Krallen 14 nicht derart verbogen werden
können,
dass deren Elastizitätsgrenze überschritten
wird und die notwendige Krallenwirkung nicht mehr erreicht wird.
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2 und 3 zeigen darüber hinaus
eine Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Lösewerkzeugs 20,
das zum Lösen
des Spitzendes 2 des Rohres aus dem Rohrverbinder 1 dient
und in der vorliegenden Ausführungsform
durch eine zweiteilige Hülse
gebildet ist, die einen vorderen Abschnitt 21 besitzt,
dessen freies Ende keilförmig
ausgebildet ist, d.h. dessen Querschnitt sich zum Ende hin verjüngt.
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Das Verbinden und Lösen des
erfindungsgemäßen Rohrverbinders 1 mit
bzw. von dem Spitzende 2 eines Rohres vollzieht sich beispielsweise
wie folgt. Zum Einsetzen des Spitzendes 2 in den Rohrverbinder 1 wird
dieses mit seinem freien Ende an die Öffnung des Rohrverbinders 1 herangeführt, die durch
das Krallenteil 12 bzw. die freien Krallenenden 16 definiert
ist. Sobald die im Wesentlichen glatte Oberfläche 2' des Spitzendes 2 mit
den freien Krallenenden 16 in Anlage kommt, werden diese
derart ausgelenkt, dass das Spitzende 2 weiter in den Rohrverbinder 1 eingeführt werden
kann, sodass die Krallenenden 16 an der im Wesentlichen
glatten Oberfläche 2' zur Anlage
kommen. Dabei passiert das Spitzende 2 das Dichtelement 8,
das sich abdichtend an die Oberfläche 2' des Spitzendes 2 anlegt,
und trifft schließlich
auf den Anschlag 26, sodass die Endposition des Spitzendes 2 in
dem Rohrverbinder 1 erreicht ist. Gleichzeitig senken sich
die einzelnen Krallenenden 16 aufgrund der Federwirkung
der Krallen 14 in die im Wesentlichen glatte Oberfläche 2' des Spitzendes 2 ein,
wodurch eine formschlüssige
Verbindung zwischen den Krallen 14 und dem Spitzende 2 erzielt
wird. Auf diese Weise ist das Spitzende 2 in Axialrichtung
sicher durch die Krallen 14 des Rohrverbinders 1 gehalten.
Diese Wirkung wird aufgrund der Neigung der Krallen 14 noch
dadurch verstärkt, dass
sich die Krallenenden 16 beim Aufbringen einer Axialzugkraft
auf das Spitzende 2 noch tiefer in die Oberfläche 2' einsenken,
sodass der Formschluss entsprechend verstärkt bzw. verbessert wird.
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Das Lösen der Verbindung zwischen
dem Rohrverbinder 1 und dem Spitzende 2 vollzieht
sich unter Einsatz des Lösewerkzeuges 20 beispielsweise
wie folgt. Das Lösewerkzeug 20 wird
zunächst derart
von außen
auf das Rohr aufgesetzt, dass seine innere Umfangsfläche auf
der äußeren Umfangsfläche bzw.
Oberfläche
des Rohres anliegt und das freie Ende 22 zu dem Rohrverbinder 1 gerichtet
ist. Nun wird das Lösewerkzeug 20 in
Richtung des Rohrverbinders 1 verschoben, sodass das keilförmige, freie
Ende 22 mit den Krallen 14 zur Anlage kommt. Bei
einem weiteren Verschieben des Lösewerkzeugs 20 in
Richtung des Rohrverbinders 1 werden die Krallen 14 jeweils
ausgelenkt, sodass sich die Krallenenden 16 aus dem Eingriff
mit der Oberfläche 2' des Spitzendes 2 lösen. Daher
wird das Spitzende 2 freigegeben und kann nun problemlos
aus dem Rohrverbinder 1 herausgezogen werden. Dabei verbleibt
das Krallenteil 12 an der Muffe 4, sodass der Rohrverbinder 1 unmittelbar
wieder zum Einsetzen eines neuen Rohres, das beispielsweise abgeschnitten
oder repariert worden ist, zur Verfügung steht. Gleichzeitig ist
auch an dem aus dem Rohrverbinder 1 entnommenen Rohr bzw.
Spitzende 2 keine Nachbearbeitung erforderlich, sodass
das Rohr sofort weiterverarbeitet oder anderweitig verwendet werden kann.
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Darüber hinaus kann das Lösewerkzeug 20 auch
unterstützend
beim Einsetzen des Spitzendes 2 in den Rohrverbinder 1 verwendet
werden. Zu diesem Zweck wird zunächst
das Lösewerkzeug 20 mit dem
freien Ende 22 voraus in die durch das Krallenteil 12 definierte Öffnung des
Rohrverbinders 1 eingesetzt, sodass die Krallen 14 mit
Ihren Krallenenden 16 ausgelenkt werden. Alternativ kann
das Lösewerkzeug 20 auch
bereits bei der Lieferung des Rohrverbinders 1 entsprechend
in diesen eingesetzt sein.
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In dieser Stellung kann nun das Spitzende 2 durch
das Lösewerkzeug 20 hindurch
in den Rohrverbinder 1 eingeschoben werden, ohne dass die Krallenenden 16 mit
der Oberfläche 2' des Spitzendes 2 in
Berührung
kommen. Sobald das Spitzende 2 die gewünschte Position innerhalb des
Rohrverbinders 1 erreicht hat, kann das Lösewerkzeug 20 aus dem
Rohrverbinder 1 herausgezogen werden, sodass die Krallenenden 1 in
die Oberfläche 2' des Spitzendes 2 eingreifen
und das Rohr insgesamt wieder stabil in den Rohrverbinder eingelagert
ist. Diese Vorgehensweise besitzt unter anderem den Vorteil, dass die
Krallenenden 16 während
des Einführens
des Spitzendes 2 nicht entlang der Oberfläche 2' des Spitzendes 2 gleiten,
sodass mögliche
Beschädigungen
der Oberfläche
während
des Einsetzens ausgeschlossen sind.
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Um sicherzustellen, dass das Lösewerkzeug 20 nach
dem Einsetzen eines Spitzendes 2 nicht versehentlich in
dem Rohrverbinder 1 verbleibt und eine ordnungsgemäße Verbindung
verhindert, ist es erfindungsgemäß bevorzugt,
dass das Lösewerkzeug 20 eine
Signalfarbe besitzt, die sich von dem Rohrverbinder optisch klar
abhebt.
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Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Rohrverbinders 1 sowie
des erfindungsgemäßen Lösewerkzeugs 20 ist
in 4 in einer Teilansicht
schematisch dargestellt. Die in 4 gezeigte
Ausführungsform
unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform zunächst dadurch, dass
die Krallen 14 einen V-förmigen Querschnitt besitzen.
Darüber
hinaus weist der vordere Abschnitt 21 des Lösewerkzeugs 20 auf
seiner Oberseite pyramidenartige Vorsprünge 24 auf, deren
Lage bzw. Anordnung derjenigen der Krallen 14 im Wesentlichen entspricht.
Genauer gesagt fluchten die Spitzen der pyramidenartigen Vorsprünge 24 im
Wesentlichen mit den Tälern
der V-förmigen
Krallen 14. Durch die beschriebene Ausbildung der Krallen 14 und
der Vorsprünge 24 wird
nicht nur eine bessere Führung
des Lösewerkzeugs 20 entlang
der Krallen 14 erzielt, sondern es wird auch der zum Einführen bzw.
Herausziehen des Lösewerkzeugs 20 erforderliche Kraftaufwand
vermindert.
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Eine dritte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Rohrverbinders
ist in 5 schematisch
in einer Teilansicht gezeigt. Die dritte Ausführungsform unterscheidet sich
von der in den 1 bis 3 gezeigten ersten Ausführungsform
dadurch, dass jede Kralle 14 einen Vorsprung 18 als
Anschlagelement besitzt, der die Eindringtiefe des jeweiligen Krallenendes 16 in
die Oberfläche 2' des Spitzendes 2 begrenzt.
Auf diese Weise wird der Eingriff zwischen dem Krallenende 16 und
der Oberfläche 2' auf ein notwendiges
Maß begrenzt,
das zum axialen Halten des Spitzendes 2 in dem Rohrverbinder 1 erforderlich ist.
Hierdurch werden mögliche
Beschädigungen bzw.
Schwächungen
des Spitzendes 2 minimiert, was insbesondere bei Kunststoffrohren
von Vorteil ist.
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Die 6 bis 8 zeigen jeweils schematische Schnittansichten
weiterer Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Rohrverbinders.
Die in 6 bis 10 gezeigten Ausführungsformen unterscheiden
sich von der in 1 gezeigten
Ausführungsform
im wesentlichen durch die Art des Anbringens der Kralle 12 an
der Muffe 4, so dass auf eine wiederholte Beschreibung
gleicher Komponenten verzichtet wird. Dabei sind gleiche oder entsprechende
Komponenten in den Figuren jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.
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In 6 ist
der zweite Abschnitt 10'' des Muffenringes 10 nicht
aufgebördelt,
sondern trichterförmig
ausgebildet. Darüber
hinaus besitzt der erste Abschnitt 10' des Muffenrings 10 Eingriffsvertiefungen 10''',
die zur Befestigung des Krallenteils 12 dienen. Zu diesem
Zweck besitzt das Krallenteil 12 in der vorliegenden Ausführungsform
Vorsprünge 12', welche in
die Aufnahmevertiefungen 10''' eingreifen und so das Krallenteil 12 sicher
an der Muffe 4 halten. Die in 6 gezeigte Ausführungsform besitzt insbesondere
den Vorteil, dass die Herstellung der Muffe 4, insbesondere
des Muffenrings 10 gegenüber der ersten Ausführungsform
weiter vereinfacht ist.
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Die in 7 gezeigte
Ausführungsform zeichnet
sich dadurch aus, dass der Muffenring 10 nicht als von
der Sicke 6 nach vorne überstehendes Teil,
sondern unmittelbar durch die Endabschnitte der Sicke 6 gebildet
ist. Dabei ist der Muffenring 10 bevorzugt trichterförmig ausgebildet.
Bei der vorliegenden Ausführungsform
ist das Krallenteil 12 an der Sicke 6 angebracht,
wobei wiederum das Krallenteil 12 derart auf die Sicke 6 abgestimmt
ist, dass es formschlüssig
darauf gehalten ist. Die in 7 gezeigte Ausführungsform
besitzt insbesondere den Vorteil, dass sie besonders kompakte Abmessungen
besitzt und ferner Material- und Kosteneinsparungen bei der Muffe 4 ermöglicht.
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Die in 8 gezeigte
Ausführungsform zeichnet
sich dadurch aus, dass das Krallenteil vollständig innerhalb des Muffenrings 10 angeordnet
ist und dabei in einen Vorsprung am freien Ende des zweiten Abschnitts 10'' des Muffenrings eingreift. Hierdurch
kann ein besonders einfaches und kompaktes Krallenteil 12 zum
Einsatz kommen, das technisch sehr einfach herzustellen ist, beispielsweise durch
einfache Blechstanzung, und entsprechende Kostenvorteile ermöglicht.
Darüber
hinaus ist die Kralle in der in 8 gezeigten
Ausführungsform weitgehend
vor mechanischen Einflüssen
geschützt.