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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft strahlungshärtbare Zusammensetzungen und
entsprechende Verfahren zum Zusammenbau und zur Reparatur von optischen
Komponenten, wie optische Fasern bzw. Lichtleitfasern und Photonenvorrichtungen,
sowie Produkte, die unter Verwendung dieser Zusammensetzungen und
Verfahren hergestellt werden.
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Hintergrund der Erfindung
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Der
Zusammenbau und die Reparatur von optischen Komponenten, wie Lichtleitfasern
und Photonenvorrichtungen, umfaßt
wünschenswerterweise
die Verwendung von strahlungshärtbaren
Zusammensetzungen als Beschichtungsmaterialien und Haftmittel. Der
Erfolg dieser Zusammensetzungen über
die Jahre basiert teilweise auf ihrer Härtungsgeschwindigkeit (typischerweise
nicht mehr als wenige Sekunden), den niedrigen Kosten und der Fähigkeit,
bei Raumtemperatur ohne die Anwendung von Wärme zu härten.
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Bei
einem typischen Herstellungsverfahren von optischen Glasfasern werden
zwei oder mehrere überlagerte
bzw. übereinander
angeordnete strahlungshärtbare
Beschichtungen auf eine Glasfaser aufgetragen, die ebenso als ein
Hohlleiter bezeichnet wird, nachdem die Glasfaser durch Ziehen in
einem Ofen hergestellt wird. Zusammen werden diese Beschichtungen
allgemein als eine primäre
Beschichtung bezeichnet. Die erste Beschichtung, die direkt die
Glasoberfläche
kontaktiert, wird innere primäre
Beschichtung genannt. Die zweite, eine darüber liegende Beschichtung,
wird die äußere primäre Beschichtung
genannt. In älteren
Referenzen wurde die innere primäre
Beschichtung oftmals einfach primäre Beschichtung genannt und die äußere primäre Beschichtung
wurde sekundäre
Beschichtung genannt. Diese Terminologie ist in den letzten Jahren
von der Lichtleitfaserindustrie aufgegeben worden. Einzelschichtige
Beschichtungen (Einzelbeschichtung) können ebenso verwendet werden,
um Glasfasern zu beschichten. Einzelbeschichtungen weisen im allgemeinen
Eigenschaften (beispielsweise Härte)
auf, die zu den Eigenschaften der weicheren, inneren, primären und
härteren, äußeren, primären Beschichtungen
intermediär
sind.
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In
den zwei Beschichtungssystemen weist die relativ weiche, innere,
primäre
Beschichtung Beständigkeit
gegen Mikrobiegung auf. Das letztere trägt, wenn es vorliegt, zur unerwünschten
Schwächung
der Signalübertragungsfähigkeit
der Faser bei. Die relativ härtere, äußere, primäre Beschichtung
verfügt über Beständigkeit
gegen Handhabungskräfte,
wie diese, denen man begegnet, wenn die beschichtete Faser zu Bändern und/oder
Kabeln verarbeitet wird.
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Beschichtungszusammensetzungen
von Lichtleitfasern, ob sie innere primäre Beschichtungen, äußere primäre Beschichtungen
oder einzelne primäre
Beschichtungen sind, umfassen im allgemeinen vorm Härten ein
polyethylenisch ungesättigtes
Monomer oder Oligomer, das in einem flüssigen, ethylenisch ungesättigtem
Medium gelöst
oder dispergiert wird, und einen Photoinitiator. Die Beschichtungszusammensetzung
wird typischerweise auf die Faser in flüssiger Form aufgetragen und
dann aktinischer Strahlung ausgesetzt, um das Härten zu bewirken.
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Beschichtete
Lichtleitfasern, ob sie Glas oder, wie es in den letzten Jahren
in Gebrauch kam, Kunststoff enthalten, werden normalerweise gefärbt, um
die Identifikation und Trennung von einzelnen beschichteten Lichtleitfasern
zu erleichtern. Typischerweise werden die Lichtleitfasern mit einer äußeren gefärbten Schicht,
die als eine Tinte bezeichnet wird, beschichtet, um die Färbung bereitzustellen.
Alternativ kann ein Färbemittel
zu der inneren oder äußeren primären Beschichtung
zugegeben werden, um der fertigen Faser die gewünschte Farbe zu verleihen.
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Zur
Mehrkanalübertragung
sind Lichtleitfasereinheiten, die eine Vielzahl an beschichteten
Lichtleitfasern enthalten, verwendet worden. Beispiele von Lichtleitfa sereinheiten
umfassen Bandeinheiten und Kabel. Eine typische Bandeinheit wird
durch das Zusammenbinden einer Vielzahl an parallel-orientierten,
einzeln beschichteten Lichtleitfasern hergestellt, wobei dies im
allgemeinen als ein Matrixmaterial bezeichnet wird. Das Matrixmaterial
weist die Funktion auf, die einzelnen Lichtleitfasern in Anordnung
zu halten und die Fasern während
der Handhabung und Installation zu schützen. Oftmals werden die Fasern
in streifenähnlichen
Bandstrukturen angeordnet, die im allgemeinen eine flache, strangähnliche
Struktur aufweisen, die im allgemeinen etwa 2 bis 24 Fasern enthält. Ein
Beispiel einer Bandeinheit wird in der veröffentlichten europäischen Patentanmeldung
Nr. 194891 beschrieben. In Abhängigkeit
der Anwendung kann eine Vielzahl von Bandeinheiten in einem Kabel
vereinigt werden, wobei das letztere von einigen bis zu eintausend
einzeln beschichteten Lichtleitfasern umfaßt, beispielsweise US-Patent
4,906,067.
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Im
Gebrauch werden Bandeinheiten und Kabel in einer Vielzahl von Stellen
installiert, das geht von unterirdischen Kanälen bis zu elektrischen Leitungen
innerhalb Gebäudewänden. Wenn
die Einheiten gebraucht und installiert werden, können eine
oder mehrere der Beschichtungen Schaden nehmen. Einheiten mit Lichtleitfasern
mit beschädigten
inneren und äußeren primären Beschichtungen
können
inakzeptable Verschlechterung der Datenübertragung aufweisen.
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Außerdem erfordern
viele Lichtleitfaserinstallationen das Spleißen einer (oder mehrerer) einzelner
Fasern innerhalb einer ersten Bandeinheit zu einer (oder mehreren)
einzelnen Fasern in einer zweiten Bandeinheit. Beispielsweise ist
das Spleißen
typischenrweise notwendig, wenn ein neuer Verbraucher oder eine
Gruppe von Verbrauchern zu einem existierenden optischen Kabel hinzukommt,
oder wenn ein beschädigter
Abschnitt einer Einheit, beispielsweise nach einem Arbeitsunfall,
Ausgrabungsfehler, Schaden, der durch Naturgewalt zugefügt wird,
ersetzt wird. Im allgemeinen erfordert das Spleißen die Entfernung der existierenden werksaufgetragenen
Beschichtung auf jeder Faser. Danach werden die Glas- (oder Kunststoff-)
-hohlleiter in den ersten und zweiten Einheiten verschmolzen. Das
Spleißen
wird durch Auftragen einer flüssigen,
strahlungshärtbaren
Spleißzusammensetzung
auf die blanke Glas- (oder Kunststoff-) -Oberfläche, die die angrenzende werksaufgetragene
Beschichtung überlappt,
beendet. Das Ergebnis nach dem Härten
der Beschichtung ist eine „wiederbeschichtete" Lichtleitfaser.
Die strahlungshärtbaren
Zusammensetzungen, die beim Spleißen verwendet werden, werden
daher ebenso als Lichtleitfaserwiederbeschichtungen oder Wiederbeschichtungszusammensetzung
bezeichnet.
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Da
die Wiederbeschichtungszusammensetzungen direkt auf dem Wellenleiter
bzw. Hohlleiter und gehärteten
Beschichtungen aufgetragen werden, müssen sie den minimalen Standards
für innere
primäre
Beschichtungszusammensetzungen entsprechen, die Schutzaspekte der äußeren primären Beschichtung
bieten und sowohl an der Hohlleiteroberfläche als auch der existierenden
werksaufgetragenen Beschichtung kleben. Außerdem müssen, wenn das Spleißen in diesem
Gebiet auftritt, die Wiederbeschichtungen ebenso unter Verwendung
verfügbarer
Handstrahlungsquellen relativ schnell härten, und Eigenschaften aufweisen,
die ein leichtes Auftragen durch einen Techniker zulassen. Während existierende
Wiederbeschichtungszusammensetzungen für die meisten Spleiß- und Reparaturanwendungen
von Lichtleitfasern ausreichend sind, werden Wiederbeschichtungszusammensetzungen
mit verbesserten Eigenschaften und Leistung erwünscht.
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Der
Zusammenbau von Photonenvorrichtungen erfordert Zusammensetzungen,
die fähig
sind, verschiedene Komponenten aneinanderzukleben, und die einen
Grad an Schutz dafür
bereitstellen, wenn sie als eine Beschichtung aufgetragen werden.
Beispielsweise ist es erforderlich, relativ transparente Komponenten, wie
Linsen, Lichtleitfasern, Filter und dergleichen, zu verbinden. Die
Zusammensetzung, die verwendet wird, um diese Komponenten zusammenzubauen,
sollte jedoch schnell und zuverlässig
härten,
nicht teuer sein und sollte sich nicht übermäßig auf die Leistung der Vorrichtung
auswirken.
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Daher
besteht ein Bedarf an strahlungshärtbaren Zusammensetzungen und
entsprechenden Verfahren für
den Zusammenbau optischer Komponenten, wie Lichtleitfasern und Photonenvorrichtungskomponenten,
wobei die Zusammensetzungen und Verfahren erhöhte Leistung und größere Leichtigkeit
in der Verwendung gegenüber
existierenden Zusammensetzungen und Verfahren bereitstellen, wie
hierin nachstehend weiterhin beschrieben.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung stellt verbesserte strahlungshärtbare Zusammensetzungen und
entsprechende Verfahren bereit, die beim Zusammenbau von optischen
Komponenten nützlich
sind. Diese Zusammensetzungen härten
mittels radikalischer bzw. Radikalkettenpolymerisation und umfassen:
etwa 30 bis etwa 70 Gew.-% Oligomer; etwa 10 bis etwa 50 Gew.-%
reaktionsfähiges
Verdünnungsmittel;
und etwa 0,1 bis etwa 40 Gew.-% Adhäsionsbeschleuniger, wobei die
gehärtete
Zusammensetzung einen Modul von weniger als etwa 50 MPa und eine
Trockenadhäsion
von mehr als etwa 50 g Kraft bzw. Pond aufweist. Ein damit zusammenhängender
Aspekt der vorliegenden Erfindung ist eine Zusammensetzung höheren Moduls,
die mittels Radikalkettenpolymerisation härtet und umfaßt: etwa
30 bis etwa 70 Gew.-% Oligomer; etwa 10 bis etwa 50 Gew.-% reaktionsfähiges Verdünnungsmittel;
und etwa 0,1 bis etwa 40 Gew.-% polymeren Adhäsionsbeschleuniger, wobei die
gehärtete
Zusammensetzung einen Modul von größer als etwa 600 MPa aufweist.
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Ein
anderer Aspekt der vorliegenden Erfindung stellt strahlungshärtbare Zusammensetzungen
bereit, die es dem Verbraucher ermöglichen, ohne weiteres zu bestätigen, daß die strahlungshärtbare Zusammensetzung
richtig gehärtet
worden ist. Diese Zusammensetzungen härten ebenso mittels Radikalkettenpolymerisation
und umfassen: ein Oligomer, ein reaktionsfähiges Verdünnungsmittel und einen im wesentlichen
farblosen Farbstoffprecursor bzw. -vorläufer, wobei die härtbare Zusammensetzung,
die im wesentlichen vor dem Härten farblos
ist, beim Härten
durch Bestrahlung gefärbt
wird.
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Die
vorhergehenden erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
zusammen mit dem Zusammenbau von optischen Komponenten, beispielsweise
Spleißen
von Lichtleitfasern, Verbinden verschiedener Komponenten von Photonenvorrichtungen,
Beschichtungen für
Photonenvorrichtungen, verwendet werden. Ein damit zusammenhängender
Aspekt der vorliegenden Erfindung zieht daher Verfahren zum Zusammenbauen
optischer Komponenten unter Verwendung der vorhergehenden Zusammensetzungen
in Betracht. Ein Beispiel eines derartigen Verfahrens, das die Zusammensetzung
verwendet, die einen im wesentlichen farblosen Farbstoff precursor
enthält,
umfaßt:
(a) Einbringen einer strahlungshärtbaren
Zusammensetzung, die mittels Radikalkettenpolymerisation härtet, zwischen
zwei optischen Komponenten, wobei die Zusammensetzung vor dem Härten im
wesentlichen farblos ist und: (i) ein Oligomer; (ii) ein reaktionsfähiges Verdünnungsmittel; und
(üi) einen
im wesentlichen farblosen Farbstoffprecursor umfaßt, und
(b) Aussetzen der Zusammensetzung der Härtungsstrahlung, wobei die
Zusammensetzung beim Härten
durch Bestrahlung gefärbt
wird.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft außerdem als noch einen weiteren
Aspekt zusammengebaute optische Komponenten, welche die hierin beschriebenen
erfindungsgemäßen strahlungshärtbaren
Zusammensetzungen umfassen.
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Die
verschiedenen Aspekte der vorliegenden Erfindung, die in den folgenden
Absätzen
beschrieben werden, werden mit einem Schwerpunkt auf die bevorzugten
Ausführungsformen
dargestellt. Jedoch wird es dem Fachmann offensichtlich sein, daß Veränderungen
der bevorzugten Ausführungsformen
erfolgreich verwendet werden können.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen,
Verfahren und Einheiten sollten daher nicht so verstanden werden,
daß sie
die folgenden bevorzugten Ausführungsformen
einschränken,
sondern Alternativen zu denen hierin speziell beschriebenen umfassen.
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Ausführliche
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen Ein Aspekt der
vorliegenden Erfindung stellt verbesserte strahlungshärtbare Zusammensetzungen
und entsprechende Verfahren, die bei dem Zusammenbau von optischen
Komponenten nützlich
sind, und optische Einheiten, die diese Zusammensetzungen enthalten,
bereit.
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Diese
Zusammensetzungen härten
mittels Radikalkettenpolymerisation und umfassen: etwa 30 bis etwa
70 Gew.-% Oligomer, etwa 10 bis etwa 50 Gew.-% reaktionsfähiges Verdünnungsmittel,
und etwa 0,1 bis etwa 40 Gew.-% Adhäsionsbeschleuniger, wobei die
gehärtete
Zusammensetzung einen Modul von weniger als etwa 50 MPa und eine
Trockenadhäsion
von mehr als etwa 50 Pond aufweist. Ein damit zusammenhängender
Aspekt der vorliegenden Erfindung ist eine Zusammensetzung höheren Moduls,
die mittels Radikalkettenpolymerisation härtet und: etwa 30 bis etwa
70 Gew.-% Oligomer, etwa 10 bis etwa 50 Gew.-% reaktionsfähiges Verdünnungsmittel,
und etwa 0,1 bis etwa 40 Gew.-% polymeren Adhäsionsbeschleuniger umfaßt, wobei
die gehärtete
Zusammensetzung einen Modul von mindestens etwa 600 MPa aufweist.
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Die
vorhergehenden Zusammensetzungen und insbesondere die Zusammensetzung
mit relativ geringem Modul können
beispielsweise als Wiederbeschichtungszusammensetzungen für Lichtleitfasern
verwendet werden. Wenn sie für
diese Zwecke verwendet werden, wird eine verbesserte Leistung in
der gehärteten Zusammensetzung
in bezug auf die existierenden Wiederbeschichtungszusammensetzungen
gezeigt. Beispielsweise wird bei Zusammensetzungen mit relativ geringem
Modul die Trockenadhäsion
(beispielsweise Adhäsion
an eine Glasoberfläche)
der gehärteten
Zusammensetzung in bezug auf die bekannten Wiederbeschichtungszusammensetzungen
verbessert.
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Der
(Elastizitäts-)
-Modul, auf den man sich hierin bezieht, wie er allgemein bekannt
ist, kann aus einem Diagramm der Dehnung in einem gegebenen Material
als eine Funktion der darauf ausgeübten Spannung bestimmt werden.
Spezieller wird der Modul hierin als geradliniger Teil eines Spannungs-Dehnungs-Diagramms
(d.h., in welche der Sekantenmodul im wesentlichen konstant bleibt)
graphisch dargestellt. Der Modul kann durch die Verwendung irgendeines
Gerätes,
das zum Bereitstellen einer Spannungs-Dehnungs-Kurve einer Probe,
in dem vorliegenden Fall eine gehärtete Probe, die aus den hierin
beschriebenen strahlungshärtbaren
Materialien hergestellt wird, geeignet ist, bestimmt werden. Geräte, die
für diese
Analyse geeignet sind, umfassen solche, die von Instron Corporation
(Canton, MA) hergestellt werden, und umfassen Instron 5564, 4442
und 4201.
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Beim
Bestimmen des Moduls der gehärteten
Materialien wird eine Probe eines strahlungshärtbaren Materials auf eine
Platte gezogen, um einen dünnen
Film bereitzustellen. Die Probe wird dann der Strahlung ausgesetzt,
um das Härten
zu bewirken. Eine (oder mehrere, wenn ein Durchschnittswert erwünscht wird) Filmprobe
wird aus dem gehärteten
Film geschnitten. Die Probe(n) sollte(n) frei von signifikanten
Män geln,
beispielsweise Löchern,
gezackten Kanten, im wesentlichen uneinheitlicher Dicke, sein. Die
gegenüberliegenden Enden
der Probe werden dann an dem Gerät
befestigt und der Test beginnt.
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Während des
Testens bleibt ein erstes Ende der Probe stationär, während das Gerät das zweite
Ende weg von dem ersten Ende bewegt (zieht), wobei man dies als
eine Kreuzkopfgeschwindigkeit bezeichnen kann. Die Kreuzkopfgeschwindigkeit,
die sich in Abhängigkeit
des Probentyps, der dem Test unterliegt, verändern kann, sollte anfangs
auf 1 Inch/Minute eingestellt werden. Nachdem das Testen einer Probe
beendet ist, stellt das Gerät
eine Spannungs-Dehnungs-Kurve bereit, bestimmt den Modul (allgemein
mittels dem Softwarepaket, das in dem Gerät eingeschlossen ist) und andere
bereitgestellte Daten.
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Wendet
man sich nun den Komponenten der erfindungsgemäßen strahlungshärtbaren
Zusammensetzungen zu, umfassen die Zusammensetzungen Komponenten,
die eine oder mehrere Funktionalitäten (oder funktionelle Gruppen)
aufweisen, die, wie es ihr Name andeutet, bei der Bestrahlung und
vorzugsweise bei der Bestrahlung mittels Ultraviolettstrahlung (UV)
härten.
Eine allgemeine Klasse der strahlungshärtbaren Funktionalität ist ethylenische
Ungesättigtheit.
Komponenten, die diese Funktionalität umfassen, können im
allgemeinen mittels Radikalkettenpolymerisation härten. Beispiele
von funktionellen Gruppen, die ethylenisch ungesättigt sind, umfassen (Meth)acrylat
(d. h. Methacrylat oder Acrylat), Styrol, Vinylether, Vinylester,
N-substituiertes Acrylamid, N-Vinylamid, Maleatester und Fumaratester.
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Die
Mehrheit der Komponenten, die in den erfindungsgemäßen strahlungshärtbaren
Zusammensetzungen eingeschlossen sind, können günstig als Oligomere, reaktionsfähige Verdünnungsmittel
oder Adhäsionsbeschleuniger
kategorisiert werden.
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Die
Oligomere sind typischerweise von relativ hoher Viskosität und Molekulargewicht,
wobei das letztere vorteilhafterweise über etwa 700, vorzugsweise über etwa
5.000 und stärker
bevorzugt über
etwa 10.000 Dalton liegt. Im Gegensatz dazu bilden die reaktionsfähigen Verdünnungsmittel
allgemein Komponenten mit relativ niedrigem Molekulargewicht, die,
wie es ihr Name andeutet, dahingehend fungieren, zu verdünnen und dadurch
die Viskosität
der Zusammensetzungen auf Niveaus, die für Assembler optischer Komponenten
akzeptabel sind, zu verringern. Beispielsweise kann ausreichend
Verdünnungsmittel
zugegeben werden, um die Viskosität der Zusammensetzungen auf
etwa 500 cP bis etwa 3000 cP (bei 25 °C) einzustellen. Die Adhäsionsbeschleuniger,
die hierin weiter beschrieben werden, sind als polymere und nicht-polymere
Komponenten erhältlich
und stellen die Funktion bereit, für die sie genannt werden.
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Im
Rahmen der Oligomere und reaktionsfähigen Verdünnungsmittel enthalten die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
im allgemeinen etwa 20 Gew.-% bis etwa 60 Gew.-% Oligomere, wobei
die Oligomere wünschenswerterweise
eine Mehrheit der härtbaren
Zusammensetzung bilden. Vorzugsweise umfassen die Oligomere mindestens
etwa 40 Gew.-%, und stärker
bevorzugt mindestens etwa 50 Gew.-%, der härtbaren Zusammensetzung. Die
reaktionsfähigen
Verdünnungsmittel
werden im allgemeinen in Mengen zwischen etwa 10 Gew.-% bis etwa
50 Gew.-% eingeschlossen, aber sind wünschenswerterweise auf etwa
20 Gew.-% bis etwa 50 Gew.-%, und stärker bevorzugt auf etwa 30
Gew.-% bis etwa 40 Gew.-%, der härtbaren
Zusammensetzung begrenzt. Auf Basis des Gewichtsverhältnisses
liegt das Verhältnis
von Oligomer zu reaktionsfähigem Verdünnungsmittel
zwischen etwa 1,5 : 1 und etwa 4 : 1, und vorzugsweise etwa 2 :
1 und etwa 3 : 1.
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Die
vorhergehenden Oligomere und reaktionsfähigen Verdünnungsmittel sind mit einer,
zwei, drei oder mehreren strahlungshärtbaren Funktionalitäten kommerziell
erhältlich.
Im allgemeinen und unter anderen Betrachtungen wird man die Menge
jedes Komponententyps und innerhalb dieser Komponenten die Zahl
der strahlungshärtbaren
Funktionalitäten
einstellen, um die gewünschten
Eigenschaften in der gehärteten
Zusammensetzung bereitzustellen. Beispielsweise verbessern multifunktionelle
Komponenten und insbesondere die Komponenten mit mindestens drei
strahlungshärtbaren
Funktionalitäten
den Modul der gehärteten
Zusammensetzung.
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In
Hinblick auf die Eigenschaften, die in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
mit relativ geringem Modul (unter etwa 50 MPa) erwünscht sind,
sollte die Menge an Komponenten mit mindestens drei Funktionalitäten wünschenswerter weise
sehr begrenzt sein (vorzugsweise weniger als etwa 15 Gew.-% und stärker bevorzugt
weniger als etwa 10 Gew.-% der härtbaren
Zusammensetzung), da überschüssige Anteile an
diesen Komponenten übermäßige Härte fördern können. Im
Vergleich dazu können
die Zusammensetzungen mit relativ hohem Modul mindestens etwa 20
Gew.-%, vorteilhafterweise mindestens etwa 40 Gew.-% und bis zu
etwa 60 Gew.-% dieser multifunktionellen Komponenten umfassen, da
sie das Erhöhen
des Moduls der gehärteten
Zusammensetzung unterstützen.
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Die
Auswahl der Oligomere, die ein relativ niedriges Molekulargewicht
aufweisen, und solchen mit relativ kurzen Hauptketten wird ebenso
gewöhnlich
den Modul einer gehärteten
Zusammensetzung erhöhen.
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Im
Vergleich dazu tragen Komponenten mit zwei strahlungshärtbaren
Funktionalitäten
relativ wenig zu einem erhöhten
Modul bei, aber fördern
weniger Schrumpfung, die mit einem erhöhten Niveau an Adhäsion in der
gehärteten
Zusammensetzung verbunden ist. Monofunktionelle Komponenten stellen
ebenso die Beschichtung mit verbesserter Beständigkeit gegen Schrumpfung
und Aufspaltung bzw. Delaminierung bereit, aber tragen nicht signifikant
zur Erhöhung
des Moduls bei.
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Oligomere,
die in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
nützlich
sind, umfassen eine Kohlenstoff-enthaltende Hauptkettenstruktur,
an die die strahlungshärtbare(n)
funktionelle(n) Gruppe(n) gebunden ist/sind. Die Größe der Kohlenstoff-enthaltenden
Hauptkette wird vorzugsweise ausgewählt, um das gewünschte Molekulargewicht
bereitzustellen, das seinerseits mindestens den Modul der gehärteten Zusammensetzung
beeinflußt.
Das zahlenmittlere Molekulargewicht des Oligomers reicht wünschenswerterweise
von etwa 200 bis etwa 30.000, vorzugsweise von etwa 500 bis etwa
7.000 und am stärksten
bevorzugt von etwa 1.000 bis etwa 5.000.
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Beispiele
der geeigneten Kohlenstoff-enthaltenden, polymeren Hauptketten umfassen
eine Polymerhauptkette eines Polyethers, eines Polyolefins, eines
Polyesters, eines Polyamids, eines Polycarbonats, eines Alkyds oder
Gemischen davon. Die Oligomere werden wünschenswerterweise ausgewählt, um
die Hydrolysestabilität
der gehärteten
Zusammensetzung zu beeinflussen. In dieser Hinsicht werden Oli gomere,
die Polyetherhauptketten enthalten, bevorzugt, da sie hinsichtlich
der Kosten relativ niedrig sind, ohne weiteres erhältlich sind
und vernünftige
Niveaus an Hydrolysestabilität
fördern.
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Die
Hydrolysestabilität
einer gehärteten
Zusammensetzung kann durch Vergleichen des Gewichts eines gehärteten Films
sowohl vor als auch nach dem Aussetzen einer Umgebung von 85 °C/85 % relativer Feuchte
für mindestens
4 Wochen und Berechnen der prozentualen Verringerung des Gewichts,
die sie beim Aussetzen der Umgebung erfährt, bestimmt werden. Wünschenswerterweise
wird der gehärtete
Film weniger als etwa 15 % Gewichtsverlust, und vorzugsweise weniger
als etwa 10 % erfahren, wobei eine niedrige Gewichtsverlustzahl
einem hohen Grad an Hydrolysestabilität entspricht. Die Hydrolysestabilität kann ebenso durch
Bestimmen des Gleichgewichtsmoduls eines gehärteten Films (mittels Durchführung dynamischer
mechanischer Analyse) bewertet werden. Je größer in dieser Analyse der Gleichgewichtsmodul
ist, desto größer ist
die Hydrolysestabilität.
Bevorzugte Zusammensetzungen entsprechen einer Kombination der vorhergehenden
Hydrolysestabilitätstests,
d. h. Gleichgewichtsmodul und Gewichtsverringerung, bei den zuvor
angeführten
Niveaus.
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Hauptketten,
die am wünschenswertesten
sind, umfassen Polyether und Urethanacrylatsysteme, obwohl Systeme
vom Polyester- und Thiol-en- und Epoxytyp ebenso eingesetzt werden
können.
Erhöhungen
der Hydrolysestabilität
können
durch Auswählen
einer stabileren Hauptkette, wie ein Polyether, anstelle von Hauptketten,
die geringere Stabilität
aufweisen, beispielsweise Polyester, oder Systemen, die stabiler
sind, beispielsweise Urethanacrylatsysteme, gegenüber weniger
stabilen Systemen, beispielsweise Thiol-en- oder Epoxysystemen,
erreicht werden.
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Reaktionsfähige Verdünnungsmittel
zur Verwendung in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen umfassen
die Komponenten mit einer C4-C20-Alkyl-
oder Polyetherkomponente. Beispiele von diesen reaktionsfähigen Verdünnungsmitteln
umfassen: Hexylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, Isobornylacrylat, Decylacrylat,
Laurylacrylat, Stearylacrylat, 2-Ethoxyethoxy-ethylacrylat, Laurylvinylether,
2-Ethylhexylvinylether, N-Vinylformamid, Isodecylacrylat, Isooctylacrylat,
Vinyl-caprolactam, N-Vinylpyrrolidon, Acrylamide, Trimethylpropantriacrylat,
Gemische davon und dergleichen.
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Ein
anderer Typ des reaktionsfähigen
Verdünnungsmittels,
der verwendet werden kann, ist eine Verbindung mit einer aromatischen
Gruppe. Spezielle Beispiele von reaktionsfähigen Verdünnungsmitteln mit einer aromatischen
Gruppe umfassen:
Ethylenglykolphenyletheracrylat, Phenoxyethylacrylat,
Polyethylenglykolphenyletheracrylat, Polypropylenglykolphenyletheracrylat
und Alkyl-substituierte Phenylderivate der obigen Monomere, wie
Polyethylenglykolnonylphenyletheracrynm- lat, und Gemische davon.
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Das
reaktionsfähige
Verdünnungsmittel
kann ebenso ein Verdünnungsmittel
mit zwei oder mehreren funktionellen Gruppen, die zur Polymerisation
fähig sind,
umfassen. Spezielle Beispiele dieser Monomere umfassen: C2-C18-Kohlenwasserstoffdioldiacrylate,
C4-C18-Kohlenwasserstoffdivinylether,
C2-C18-Kohlenwasserstoffdioltriacrylate
und die Polyetheranaloga davon und dergleichen, wie 1,6-Hexandioldiacrylat,
Hexandioldivinylether, Triethylenglykoldiacrylat, ethoxyliertes
Bisphenol-Adiacrylat und Tripropylenglykoldiacrylat und Gemische
davon.
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Eine
Adhäsionsbeschleunigungskomponente
ist eine weitere wünschenswerte
Komponente der erfindungsgemäßen härtbaren
Zusammensetzungen. Wie es ihr Name andeutet, fungieren diese Beschleuniger dahingehend,
die Adhäsion
der gehärteten
Zusammensetzung an ein Substrat zu verbessern. Wenn beispielsweise
die Zusammensetzung als ein Wiederbeschichtungsmaterial verwendet
wird, verbessern diese Beschleuniger die Adhäsion der gehärteten Beschichtung
an die Oberfläche
des Hohlleiters und der existierenden werksaufgetragenen Beschichtung.
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Die
Adhäsionsbeschleuniger
können
günstig
in zwei Gruppen getrennt werden: polymere und nicht-polymere Adhäsionsbeschleuniger.
Im allgemeinen werden die polymeren Adhäsionsbeschleuniger einbezogen,
um die Adhäsion
von sowohl Zusammensetzungen mit relativ hohem Modul (über etwa
600 MPa) als auch Zusammensetzungen mit relativ geringem Modul (unter
etwa 50 MPa) zu beschleunigen, während
die nicht-polymeren Beschleuniger verwendet werden, um die Adhäsionsfähig keit
von nur den Zusammensetzungen mit relativ geringem Modul (unter
etwa 50 MPa) zu verbessern. Dieser Unterschied ist signifikant,
da festgestellt wurde, daß die
nicht-polymeren Adhäsionsbeschleuniger
in den Zusammensetzungen mit höherem Modul
weniger effektiv waren. Spezieller und während nicht gewünscht wird,
an eine bestimmte Theorie gebunden zu sein, wird angenommen, daß die Zusammensetzungen
mit höherem
Modul es den nicht-polymeren Adhäsionsbeschleunigern
nicht ermöglichen,
zu der Substratoberfläche
zu migrieren, an der sie die Adhäsion beschleunigen
können.
Es wurde außerdem
bestimmt, daß die
nicht-polymeren, Si-lan-enthaltenden
Adhäsionsbeschleuniger
nicht in Zusammensetzungen einbezogen werden können, die Verbindungen mit
Säurefunktionalitäten umfassen,
da sie ein Gel bilden. Da viele Zusammensetzungen mit relativ hohem
Modul Säuren enthalten,
um die Adhäsion
(beispielsweise an Metalle) zu beschleunigen, sind die nicht-polymeren
Adhäsionsbeschleuniger
und insbesondere die Silane wünschenswerterweise
nicht in diesen Säure-enthaltenden
Zusammensetzungen enthalten.
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Illustrative
polymere Adhäsionsbeschleuniger
umfassen CL1039, 4-HBA (4-Hydroxybutylacrylat), SR9008, SR9011,
SR9012, SR9016, SR9017, CD9009 und CD9050, FX9801, FX9803, NVP (N-Vinyl-2-pyrrolidinon),
PVP (2-Pyrrolidon-1-ethenyl, Homopolymer), organische Säuren, wie
Acrylsäure,
(meth)acrylierte Säureadhäsionsbeschleuniger,
Y-9389, N-Vinylcaprolactam und Gemische davon, 4-HBA und Acrylsäure sind bevorzugte
polymere Adhäsionsbeschleuniger.
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Illustrative
nicht-polymere Adhäsionsbeschleuniger,
die vorzugsweise mit den hierin beschriebenen Zusammensetzungen
mit relativ geringem Modul (nicht größer als etwa 50 MPa) verwendet
werden, umfassen die Silane, vorteilhafterweise Propyltrialkoxysilane.
Bevorzugte Silane sind 3-Mercaptopropyltrimethoxysilan, gamma-Aminopropyltriethoxysilan,
3-Aminopropyltrimethoxysilan und N-(2-Aminoethyl)-3-aminopropyltrimethoxysilan,
wobei das zuvor genannte 3-Mercaptosilan bevorzugt ist. Wenn die
Silane einbezogen werden, ist die Zusammensetzung im wesentlichen
säurefrei,
d. h. die Menge an Komponenten mit Säurefunktionalitäten, wenn
sie vorliegt, ist in der Zusammensetzung nicht ausreichend, um das
Gelieren der Silane zu verursachen.
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Die
Adhäsionsbeschleunigungskomponente
sollte wünschenswerterweise
in einer Menge vorliegen, die ausreichend ist, um das Bereitstellen
der Zusammensetzung nach dem Härten
mit einem angemessenen Adhäsionsgrad
an das Zielsubstratmaterial zu unterstützen. Im allgemeinen liegt
der Adhäsionsbeschleuniger in
einer Menge von zwischen etwa 10 bis etwa 60 Gew.-% der härtbaren
Zusammensetzung vor, aber liegt vorteilhafterweise von etwa 20 bis
etwa 50 Gew.-% vor. Vorzugsweise liegt der Beschleuniger von etwa
25 bis etwa 40 Gew.-% der nicht-gehärteten Zusammensetzung vor.
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Vorteile
werden realisiert, wenn sowohl die polymeren als auch nicht-polymeren
Adhäsionsbeschleuniger
in die erfindungsgemäße Zusammensetzung
einbezogen werden, insbesondere wenn eine einzelne Zusammensetzung
beim Zusammenbau der Komponenten, die aus unterschiedlichen Materialien,
beispielsweise Edelstahl, Glasfasern und Polymeren, wie Polycarbonat,
hergestellt werden, verwendet wird. In dieser Hinsicht sollten die
Polymerbeschleuniger wünschenswerterweise
in größeren Mengen
in bezug auf die Menge des nicht-polymeren Beschleunigers, vorteilhafterweise
mindestens etwa 2 : 1 bis etwa 100 : 1, und vorzugsweise etwa 10
: 1 bis etwa 50: 1, vorliegen. Hinsichtlich der Gewichtsprozentanteile
der nicht-gehärteten
Zusammensetzung kann der polymere Beschleuniger von etwa 10 Gew.-%
bis etwa 60 Gew.-%, vorteilhafterweise etwa 20 Gew.-% bis etwa 50
Gew.-% und stärker
bevorzugt etwa 25 Gew.-% bis etwa 40 Gew.-% vorliegen. Der nicht-polymere
Beschleuniger kann von etwa 0,1 Gew.-% bis etwa 10 Gew.-%, vorteilhafterweise
von etwa 0,5 Gew.-% bis etwa 5 Gew.-%, und vorzugsweise von etwa
1 Gew.-% bis etwa 4 Gew.-% vorliegen. Überschüssige Anteile von nicht-polymeren
Beschleunigern sollten ebenso vermieden werden, da das Härten der Zusammensetzung
gefährdet
werden kann.
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Die
Trockenadhäsion
der gehärteten
Zusammensetzungen wird als ein Mittel zur Bewertung der Haftleistung
der Zusammensetzungen mit relativ geringem Modul verwendet. Wünschenswerterweise
beträgt
die Trockenadhäsion
der gehärteten
Zusammensetzungen mit geringem Modul mehr als etwa 50 Pond, vorzugsweise
mehr als etwa 100 Pond, und stärker
bevorzugt mehr als etwa 150 Pond.
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Die
Trockenadhäsion
der vorhergehenden gehärteten
Zusammensetzung mit geringem Modul kann durch Abziehen und Härten der
Zusammensetzungen, die getestet werden sollen, auf einem Glassubstrat
bestimmt werden, um einen Film bereitzustellen. Der Film wird dann
zerschnitten, um eine Reihe von breiten Streifen von einem Inch
bereitzustellen. Ein Teil jedes Streifens wird manuell zurückgezogen,
wobei der zurückgezogene
Teil jedes Streifens seinerseits an einer Testvorrichtung (beispielsweise
Instron Modell 4201 oder Äquivalent)
befestigt wird. Der Test besteht aus dem Ziehen der Streifen von
dem Glassubstrat, bis der durchschnittliche Kraftwert (in Gramm)
konstant wird. Dieser konstante Wert ist der Pondwert (g Kraft)
für den speziellen
Streifen. Ein Durchschnitt der Werte der Trockenadhäsion von
mindestens vier Streifen, die aus einem einzelnen Film stammen,
wird als Trockenadhäsion
eines speziellen Films verwendet.
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Die
Adhäsion
von gehärteten
Zusammensetzungen mit relativ hohem Modul kann unter Verwendung einer
Gitterschnittprüfung
bestimmt werden. In diesem Test wird ein Film von 25 bis 75 μm über ein
Glassubstrat gezogen. Senkrechte Schnitte werden durch den Film
etwa 1 mm voneinander gemacht, was ein Gitter bildet. Ein klares
Klebeband, wie ScotchTM-Band, wird über das Gitter mit Handdruck
aufgebracht und dann wird das Band entfernt. Die Adhäsion wird
auf Basis der Anzahl an Filmquadraten, die an dem Band kleben, bestimmt.
Auf einer Skala von 0 bis 2 wird eine Adhäsionsbewertung von 2 dahingehend
definiert, daß keine Quadrate
des Films an dem Band kleben, eine Adhäsionsbewertung von 1 dahingehend
definiert, daß weniger als
75 % der durch das Band überdeckten
Quadrate daran kleben, und eine Adhäsionsbewertung von 0 wird dahingehend
definiert, daß mehr
als 75 % der durch das Band überdeckten
Quadrate daran kleben. Die erfindungsgemäßen gehärteten Filme verfügen wünschenswerterweise über eine
Adhäsionsbewertung
von mindestens 1 und vorzugsweise eine Bewertung von mindestens
2.
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Eine
weitere wünschenswerte
Eigenschaft der gehärteten
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen ist
der Brechungsindex (RI). Vorteilhafterweise kann der RI der gehärteten Zusammensetzungen
weniger als etwa 1,54, vorteilhafterweise weniger als etwa 1,535,
und vorzugsweise weniger als etwa 1,53 betragen. Für die Zwecke
der vorliegenden Erfindung kann der RI durch jedes geeignete Mittel,
beispielsweise durch Vergleichen des gehärteten Films mit Brechungsindexölstandards
(beispielsweise unter Verwendung des optischen Phänomens von
Becke, um das Ausmaß und
die Richtung jeder Nichtübereinstimmung
zwischen Öl
und Probe zu bestimmen), bestimmt werden.
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Optische Übertragung
bei 1310 nm und 1550 nm ist ebenso wünschenswert. Die Übertragung
von größer als
90 % von diesen Wellenlängen
durch einen 3 Milli-Inch Film ist bevorzugt, wobei eine Übertragung
von größer als
95 % stärker
bevorzugt und mindestens 99 % am stärksten bevorzugt ist.
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Die
Härtungsgeschwindigkeit
der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
stellt eine weitere vorteilhafte Eigenschaft dar. Die Härtungsgeschwindigkeit
kann durch Analysieren einer Fourier-Transformations-IR- („FTIR"-) -Kurve der Zusammensetzung
bestimmt werden. Die Verfahrensweise zur Erzeugung dieser Kurve wird
auf Seite 915 von Decken, Kinetic Study of Light-Induced Polymerization
by Real-Time UV and IR Spectroscopy, 30 J. Polymer Sci., 913 – 928 (1992)
angegeben. Die Kurve besteht aus einer Wechselbeziehung des Härtungsgrads
pro Zeiteinheit, wie durch die prozentual umgesetzte Acrylatungesättigtheit
(%RAU) für
die Zusammensetzung, die dem Test unterliegt, gemessen, wobei eine
höhere
Zahl einen höheren
Härtungsgrad zeigt.
Wünschenswerterweise
werden die Zusammensetzungen auf 80 % RAU in weniger als 1 Sekunde
und vorzugsweise auf 90 % RAU in weniger als 3 Sekunden härten.
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In
Zusammensetzungen, die keine im wesentlichen farblose Farbstoffprecursor
umfassen, können Färbemittel,
beispielsweise Farbstoffe, Pigmente und dergleichen, für ästhetische
oder Identifikationszwecke einbezogen werden. Wenn sie einbezogen
werden, können
diese Färbemittel
von etwa 0,001 bis etwa 10 Gew.-%, und vorzugsweise etwa 0,1 bis
etwa 5 Gew.-% vorliegen.
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Farbstoffe
werden bevorzugt, da sie Bedenken vermeiden, die mit der Pigmentteilchengröße, Pigmentdispersion
und dergleichen verbunden sind. Wenn jedoch ein Farbstoff verwendet
wird, sollte die Menge begrenzt werden, um so jede wesentliche nachteilige
Wirkung auf die Delaminierung der gehärteten Beschichtung zu vermei den.
Beispiele von geeigneten Farbstoffen sind Polymethinfarbstoffe,
Di- und Trianlmethinfarbstoffe, Azaanaloga von Diarylmethinfarbstoften,
Aza(18)-annulene (oder natürliche
Farbstoffe), Nitro- und Nitrosofarbstoffe, Azofarbstoffe, Anthrachinonfarbstoffe
und Schwefelfarbstoffe. Diese Farbstoffe sind in der Technik allgemein
bekannt.
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Die
Farbstoffe oder Farbstoffprecursor können ebenso in Form von reaktionsfähigen Präpolymeren bereitgestellt
werden. Vorzugsweise ist der Reaktivfarbstoff oder -farbstoffprecursor
selbst UV-härtbar
und wird in der gehärteten
Beschichtung chemisch gebunden. Reaktivfarbstofte oder -farbstoffprecursor
stellen gehärtete
Zusammensetzungen bereit, bei denen die Farbstoffmigration verringert
wird, wodurch die Farbstoffagglomeration in der gehärteten Endbeschichtung
minimiert wird. Reaktivfarbstoffe oder -farbstoffprecursor verringern
ebenso den Farbstoffausbruch und die Extrahierbarkeit in der gehärteten Endbeschichtung.
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Die
Reaktivfarbstoffe und -farbstoffprecursor können durch Umsetzen einer Verknüpfungsverbindung, die
eine strahlungshärtbare
Funktionalität
umfaßt,
mit einem Farbstoff oder Farbstoffprecursor hergestellt werden. Ähnliche
Betrachtungen treffen auf farblose Farbstoffe zu, die sich beim
Aussetzen der UV-Strahlung während
des Härtens
zu einer Farbe ändern.
Die reaktionsfähige
Funktionalität
in dem Farbstoff und Farbstoffprecursor kann irgendeine Gruppe sein,
die zum Umsetzen mit einer Verknüpfungsgruppe,
die verwendet wird, um die Reaktivfarbstoffe oder -farbstoffprecursor
herzustellen, fähig
ist. Beispiele von reaktionsfähigen
Funktionalitäten,
die in Farbstoffen oder Farbstoffprecursorn gefunden werden oder
dazugegeben werden können, umfassen
Hydroxyl, Amino, einschließlich
Sekundäramino,
Thiol, Carboxyl, Mercapto, Vinyl, Acryl, Carbamat oder dergleichen,
sind aber nicht darauf beschränkt.
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Die
Verknüpfungsverbindung
umfaßt
wünschenswerterweise
eine strahlungshärtbare
Funktionalität und
eine zweite Funktionalität,
die zur Reaktion mit der reaktionsfähigen Funktionalität des Farbstoffes
oder Farbstoffprecursors fähig
ist. Vorzugsweise ist die strahlungshärtbare Funktionalität eine,
die durch Radikalkettenpolymerisation polymerisiert werden kann.
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Ein
anderer Aspekt der vorliegenden Erfindung stellt strahlungshärtbare Zusammensetzungen
bereit, die es einem Verbraucher ermöglichen, ohne weiteres zu bestätigen, daß die strahlungshärtbare Zusammensetzung
richtig gehärtet
worden ist. Diese Zusammensetzungen härten ebenso mittels Radikalkettenpolymerisation
und umfassen: ein Oligomer, ein reaktionsfähiges Verdünnungsmittel und einen im wesentlichen
farblosen Farbstoffprecursor, wobei die Zusammensetzung beim Härten durch
Bestrahlung gefärbt
wird.
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Die
vorhergehende Entwicklung der Färbung
während
des Härtens
tritt als Ergebnis einer chemischen Reaktion zwischen dem im wesentlichen
farblosen Farbstoffprecursor und den Säurefunktionalitäten auf.
Aufgrund dieser Reaktion ist die Zusammensetzung vor dem Härten wünschenswerterweise
im wesentlichen frei von Komponenten mit Säurefunktionalität, d. h.,
die Konzentration dieser Funktionalitäten, wenn sie vorliegen, ist
so, daß die
nicht-gehärtete
Zusammensetzung im wesentlichen farblos bleibt. Wenn Härtungsstrahlung
angewendet wird, sollte jedoch eine ausreichende Konzentration an
Säurefunktionalitäten erzeugt
werden, um mit dem Farbstoffprecursor zu reagieren, wodurch die
gewünschte
Farbveränderung
darin hervorgerufen wird.
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Das
farbbildende System, das zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung
geeignet ist, umfaßt
einen im wesentlichen farblosen Farbstoffprecursor. Gemäß der Erfindung
kann der Farbstoffprecursorfeder farblose Farbstoff sein, der zum
Bilden eines Chromophors in Gegenwart von mindestens einem Monomer oder
Oligomer mit einer strahlungshärtbaren
funktionellen Gruppe, die freie Radikale in Gegenwart aktinischer Strahlung
bilden kann, und eines Photoinitiators für das Monomer oder Oligomer
und in Gegenwart eines Kations fähig
ist.
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Es
wird vom Fachmann berücksichtigt
werden, daß die
Auswahl des Farbstoffprecursors von der gewünschten Farbe für die gehärtete Beschichtung
abhängen
wird. Wenn beispielsweise die gehärtete Beschichtung grün sein soll,
wird der Farbstoffprecursor dann so ausgewählt, daß der Chromophor, der während des Härtens gebildet
wird, grün
ist. Ebenso kann mehr als ein Farbstoftprecursor in die Be schichtungszusammensetzung
einbezogen werden. Die Verwendung eines Gemisches ermöglicht ein
breites Spektrum an Farben, die in der gehärteten Beschichtung erreicht
werden sollen.
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Während nicht
gewünscht
wird, an irgendeine Theorie gebunden zu sein, sind geeignete Farbstoffprecursor
solche mit einer Lactonfunktionalität.
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Beispiele
von Farbstoffprecursor, die zur Verwendung in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
geeignet sind, sind Farbstoftprecursor, welche die Fluoranstruktur,
vorzugsweise die Struktur von Formel 1, wie folgt aufweisen:
worin X Sauerstoff oder -NR1
ist,
n 0 oder 1 ist, R Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Alkoxy, Aryloxy,
Amino, Alkylamino, Arylamino oder Amido ist, und R1 Wasserstoff,
Alkyl oder Aryl ist.
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Ar1
und Ar2 können
gleich oder unterschiedlich sein und sind unsubstituiertes oder
substituiertes Aryl oder unsubstituiertes oder substituiertes, heterocyclisches
Aryl. Es wird durch den Fachmann berücksichtigt werden, daß, wenn
n = 0, die Arylgruppen Art und Art miteinander kondensiert sein
können,
oder sie nicht kondensiert sein können.
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Vorzugsweise
ist mindestens eines von Art und Art mit einer Aminogruppe der Formel
-NR2R3 substituiert, worin R2 und R3 gleich oder unterschiedlich
sein können
und Wasserstoff, Alkyl oder Aryl sind. Die Substitution der -NR2R3-Gruppe
an entweder Art oder Ar2 (oder beiden) ist vorzugsweise bei der
3- oder 4-Stellung, und stärker
bevorzugt bei der 4-Stellung jeder der Arylgruppen. CopikemTM-Farb stoffe,
kommerziell erhältlich
von B.F. Goodrich Specialty Chemicals, sind nützliche Farbstoffprecursor.
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Daher
umfassen geeignete Farbstoftprecursor Leukofarbstoffe, wie Isobenzofuranone.
Unter den Isobenzofuranonen, die in der vorliegenden Erfindung nützlich sind,
sind 2'-Phenylamino-3'-methyl-6'(dibutylamino)spiro-(isobenzofuran-1(3H),9'-(9H)xanthen]-3-on;
2'-Di(phenylmethyl)amino-6'-(diethylamino)spiro(isobenzofuran-1(3H),9'-(9H)xanthen)-3-on;
6'-(Diethylamino)-3'-methyl-2'-(phenylamino)spiro(isobenzofuran-1(3H),9'-(9H)xanthen)-3-on;
6-(Dimethylamino)-3,3-bis(4-dimethylamino)phenyl-1(3H)-isobenzofuranon und
3,3-Bis(1-butyl-2-methyl-1 N-indol-3-yl)-1-(3H)-isobenzofuranon.
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Geeignete
Farbstoffprecursor umfassen ebenso Farbbildner vom Phthalidtyp.
Farbbildner vom Phthalidtyp umfassen beispielsweise Diarylmethanphthalide,
wie die der Formel:
Monoanlmethanphthalide, wie
die der Formel:
Alkenyl-substituierte Phthalide,
einschließlich
als Illustration 3-Ethylenylphthalide der Formel:
3,3-Bisethylenylphthalide
der Formel:
und 3-Butadienylphthalide
der Formel:
Verbrückte Phthalide,
einschließlich
Spirofluorenphthalide, wie die der Formel:
und Spirobenzanthracenphthalide,
wie die der Formel:
können ebenso verwendet werden.
Bisphthalide, wie die der Formeln:
können ebenso
verwendet werden.
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Die
Menge an Farbstoffprecursor, die in die Zusammensetzung einbezogen
werden kann, kann gemäß der gewünschten
Farbintensität
in dem Endprodukt variieren. Im allgemeinen kann der Farbstoffprecursor jedoch
von etwa 0,001 bis etwa 5 Gew.-% und vorzugsweise von 0,01 bis etwa
2 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der nicht-gehärteten
Zusammensetzung, vorliegen.
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Die
erfindungsgemäße Zusammensetzung
sollte beim Aussetzen der Härtungsstrahlung
den Farbstoftprecursor in einen gefärbten Farbstoff umwandeln,
der sei nerseits der gehärteten
Zusammensetzung Farbe verleiht. Dies wird wünschenswerterweise durch Bereitstellen
einer Komponente in der härtbaren
Zusammensetzung, die beim Aussetzen der Härtungsstrahlung sauer wird,
erreicht. Während
dies jede geeignete Komponente bilden kann, sollte diese Komponente
und tatsächlich
die härtbare
Zusammensetzung als Ganzes im wesentlichen säurefrei vorm Aussetzen der
Härtungsstrahlung
sein, um die vorzeitige Umwandlung des Farbstoffprecursors zu vermeiden.
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Komponenten,
die zum Einbringen in die vorliegende Erfindung geeignet sind, die
beim Aussetzen der Strahlung, insbesondere UV-Strahlung, sauer werden,
umfassen kationische Photoinitiatoren. Das Einbringen eines kationischen
Photoinitiators als die säurebildende
Komponente ist in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen gegenintuitiv,
da das letztere mittels Radikalkettenpolymerisation härtet, und
kein kationischer Photoinitiator erforderlich ist, um das Härten dieses
Zusammensetzungstyps zu bewirken.
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Kationische
Photoinitiatoren sind allgemein bekannt, typischerweise umfassen
sie Oniumsalze, Ferroceniumsalze oder Diazoniumsalze. Vorzugsweise
werden Arylsulfoniumsalze verwendet, aber Iodoniumsalze werden ebenso
verwendet, beide mit einer Vielzahl an Gegenionen. Bei der Bestrahlung
mit UV-Strahlen erzeugen diese Photoinitiatoren starke Säuren. Beispiele
von kationischen Photoinitiatoren, die zur Verwendung in der vorliegenden
Erfindung geeignet sind, umfassen Diaryliodoniumhexafluorantimonat,
Triarylsulfoniumhexafluorantimonat, Triarylsulfoniumhexafluorphosphat
und Gemische davon.
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Die
Menge an kationischem Photoinitiator sollte die sein, die ausreichend
Säure bereitstellen
wird, um mit dem farblosen Farbstoff zu reagieren, wodurch verursacht
wird, daß der
Farbstoff und dadurch die gehärtete
Zusammensetzung gefärbt
werden. Im allgemeinen wird diese Menge etwa 0,1 bis etwa 10 Gew.-%,
vorteilhafterweise etwa 0,5 bis etwa 5 Gew.-% und vorzugsweise etwa
1 bis etwa 3 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der nicht-gehärteten Zusammensetzung,
betragen.
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Ein
oder mehrere Photoinitiatoren, welche die Radikalhärtung beschleunigen,
werden wünschenswerterweise
in den bevorzugten härtbaren
Zusammensetzungen einbezogen. Illustrative Photoinitiatoren umfassen
2-Hydroxy-2-methyl-1-phenylpropan-1-on, ein 50 : 50-Gemisch aus
2-Hydroxy-2-methyl-1-phenyl-propan-1-on und 2,4,6-Trimethylbenzoyldiphenylphosphinoxid,
1-Hydroxycyclohexyl-phenylketon und 2-Methyl-1-[4-(methylthio)phenyl]-2-morpholinopropan-1-on.
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Die
Menge des Radikalphotoinitiators sollte in bezug auf die Geschwindigkeit,
bei der die säurebereitstellende
Komponente, beispielsweise kationischer Photoinitiator, beim UV-Aussetzen
sauer wird, und daher mit dem im wesentlichen farblosen Farbstoffprecursor
reagiert, eingestellt werden. Es sollte eingeschätzt werden, daß die Menge
dieses Komponententyps so begrenzt werden sollte, daß, wenn
der Farbstoffprecursor reagiert und Farbe zeigt, die Zusammensetzung
ebenso ausreichend gehärtet
wird. In dieser Weise wird eine Person, die die optischen Komponenten,
wie Photonenvorrichtungen oder spleißende Lichtleitfasern, zusammensetzt,
mit einer visuellen Anzeige ausgestattet, wenn die strahlungshärtbare Zusammensetzung
richtig gehärtet
wird. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen ist deren
Fähigkeit,
anzuzeigen, wenn eine Strahlungsquelle nicht richtig funktioniert,
d. h. ein Versagen der Zusammensetzung, den erwarteten Grad an Färbung nach
normalen Aussetzungszeiten aufzuweisen.
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Im
allgemeinen kann der Radikalphotoinitiator in einer Menge zwischen
etwa 0,1 Gew.-% und etwa 15 Gew.-% der härtbaren Zusammensetzung vorliegen,
und liegt vorzugsweise in dem Bereich von etwa 1 Gew.-% bis etwa
10 Gew.-% der Zusammensetzung vor.
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Ungeachtet
dessen, daß sie
im wesentlichen frei von Komponenten mit sauren funktionellen Gruppen vor
dem Härten
sind, stellen die gehärteten
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
akzeptable Adhäsionsgrade
an Glas, Edelstahl und Polycarbonat dar und können in einem bevorzugten Aspekt
beim Zusammenbau von optischen Komponenten, beispielsweise Filtern,
Lichtleitfasern, Linsen und dergleichen, die in Photonenvorrichtungen
eingesetzt werden, verwendet werden. Dieser bevorzugte Aspekt der
vorliegenden Erfindung wird teilweise durch das Einbringen von signifikanten
Mengen an nicht-sauren polymeren Adhäsionsbeschleunigern, beispielsweise
4-HBA (etwa 10 bis etwa 60 Gew.-%, vorzugsweise etwa 15 bis etwa
40 Gew.-%, und am stärksten
bevorzugt etwa 20 bis etwa 50 Gew.-% der nicht-gehärteten
Zusammensetzung) und sehr begrenzten Mengen, wenn sie vorliegen,
an nicht-polymeren Adhäsionsbeschleunigern
(bis zu etwa 5 Gew.-%), bezogen auf die nicht-gehärtete Zusammensetzung,
bereitgestellt. Eine Komponente, die gut an Polycarbonat, beispielsweise
Dimethylacrylamid, haftet, kann ebenso in einer Menge von etwa 1
bis etwa 20 Gew.-%, vorzugsweise etwa 5 bis etwa 15 Gew.-% der härtbaren
Zusammensetzung einbezogen werden. Die Oligomere liegen vorzugsweise
von etwa 30 bis etwa 50 Gew.-%, und vorzugsweise etwa 35 bis etwa
45 Gew.-% der nicht-gehärteten
Zusammensetzung vor.
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In
einem anderen bevorzugten Aspekt wird eine Wiederbeschichtungszusammensetzung,
die den im wesentlichen farblosen Farbstoffprecursor nutzt, bereitgestellt.
In diesem Zusammensetzungstyp braucht man keine hoch adhäsionsfähigen Komponenten
im Gegensatz zu den Komponenten, die in den Haftzusammensetzungen
einbezogen sind, einzubeziehen. Außerdem brauchen ebenso keine
Polycarbonathaftende Komponenten einbezogen werden, da Polycarbonat
in den optischen Fasern nicht vorliegt. Vorzugsweise werden die
Oligomere in leicht erhöhten
Anteilen in Bezug auf ihre Anteile in den Haftzusammensetzungen
bereitgestellt, wobei reaktionsfähige
Verdünnungsmittel
einen wesentlichen Teil der verbleibenden Komponenten bilden. In
dieser Hinsicht bilden die Oligomere vorteilhafterweise etwa 40
bis etwa 70 Gew.-%, und vorzugsweise etwa 50 bis etwa 60 Gew.-%
der nicht-gehärteten
Zusammensetzung. Ein multifunktionelles reaktionsfähiges Verdünnungsmittel,
vorzugsweise ein di- oder trifunktionelles Verdünnungsmittel, wird einbezogen,
um die Härte
der gehärteten
Zusammensetzung zu verbessern. Diese Komponente wird vorteilhafterweise
in einer Menge von etwa 1 bis etwa 20 Gew.-%, und vorzugsweise etwa
5 bis etwa 15 Gew.-% bereitgestellt. Ein monofunktionelles reaktionsfähiges Verdünnungsmittel,
das vorzugsweise aromatisch ist, wird vorzugsweise von etwa 10 bis
etwa 40 Gew.-%, und vorzugsweise von etwa 20 bis etwa 30 Gew.-%
der nicht-gehärteten
Zusammensetzung bereitgestellt.
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Vorzugsweise
sind die erfindungsgemäßen härtbaren
Zusammensetzungen wünschenswerterweise im
wesentlichen frei von Komponenten, die Epoxyfunktionalitäten enthalten,
und anderen kationisch härtenden Komponenten.
Dies ist am meisten in Zusammensetzungen bevorzugt, die einen im
wesentlichen farblosen Farbstoffprecursor enthalten.
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Wie
erwähnt,
können
die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
zusammen mit dem Zusammenbau von optischen Komponenten, beispielsweise
Spleißen
von Lichtleitfasern und Verbinden verschiedener Komponenten von
Photonenvorrichtungen, verwendet werden. Ein damit zusammenhängender
Aspekt der vorliegenden Erfindung stellt daher ein Verfahren zum
Zusammenbauen optischer Komponenten miteinander unter Verwendung
der hierin beschriebenen erfindungsgemäßen Zusammensetzungen bereit.
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Ein
derartiges Verfahren umfaßt:
(a) Einbringen einer strahlungshärtbaren
Zusammensetzung, die mittels Radikalkettenpolymerisation härtet, zwischen
zwei optische Komponenten, wobei die Zusammensetzung: (i) ein Oligomer;
(ii) ein reaktionsfähiges
Verdünnungsmittel;
und (iii) einen im wesentlichen farblosen Farbstoffprecursor umfaßt, und
(b) Aussetzen der Zusammensetzung der Härtungsstrahlung, wobei die
Zusammensetzung beim Härten
durch Bestrahlung gefärbt
wird.
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Die
vorliegende Erfindung stellt außerdem
als noch einen anderen Aspekt zusammengebaute optische Komponenten
bereit, welche die hierin beschriebenen, erfindungsgemäßen strahlungshärtbaren
Zusammensetzungen umfassen.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
gegebenenfalls andere Komponenten enthalten, ohne vom Umfang der
vorliegenden Erfindung abzuweichen. Diese Komponenten können strahlungshärtbar oder
können
nicht strahlungshärtbar
sein. Beispielsweise können
grenzflächenaktive
Mittel (beispielsweise LG-99, geschützt, Estron Chemical), Stabilisatoren
(beispielsweise Hydrochinonmonomethylether, BHT, Tetrakis[methylen-(3,5-di-tertbutyl-4-hydroxy-hydrocinnamat)]-methan)
und Antistatikmittel in die Zusammensetzungen einbezogen werden.
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Das
Härten
der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
kann durch eine Vielzahl an Mitteln von tragbaren „Adhäsionsbeschleunigerstäben" („bond wands"), die UV-Strahlung bei etwa
4 mW/cm2 emittieren, über Vorrichtungen, die UV-Strahlung
bei etwa 20 mW/cm2 emittieren, bis zu Vorrichtungen,
die UV-Strahlung bei einem Niveau von mindestens etwa 100 mW/cm2 emittieren, erreicht werden. Während die
UV-Strahlung variieren kann, ist Strahlung mit relativ hoher Intensität erwünscht, um
relativ schnelles Härten
der Zusammensetzung, beispielsweise unter 30 Sekunden in dem Fall
von Operationen von Einheiten optischer Komponenten, und vorzugsweise
unter 15 Sekunden und stärker
bevorzugt unter 10 Sekunden zu erhalten. Das Härten innerhalb weniger Sekunden
ist für
die Wiederbeschichtungszusammensetzungen bevorzugt.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
sind außerdem
für mindestens
ein Jahr (bei 25 °C)
lagerfähig,
und sind in dem Fall von Haftmitteln fähig, zu härten, selbst wenn sie zwischen
lichtdurchlässigen Komponenten
eingebracht werden. Die Zusammensetzungen sind außerdem nicht
wässerig.
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Die
Gegenstände
und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden außerdem durch
die folgenden Beispiele dargestellt. Die speziellen Materialien
und Mengen davon, die in diesen Beispielen aufgezählt werden, sowie
die Bedingungen und Einzelheiten sollten nicht als eine Einschränkung der
Ansprüche
der Erfindung verstanden werden.
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Beispiel 1
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Dieses
Beispiel zeigt UV-härtbare
Zusammensetzungen mit relativ geringem Modul sowohl mit als auch
ohne Färbemittel,
hergestellt gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung, wobei die Zusammensetzungen (Mengen
werden in Gew.-% der nicht-gehärteten
Zusammensetzung angegeben) als Haftmittel für den Zusammenbau von Photonenkomponenten
nützlich
sind.
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In
der Tabelle umfaßt
die Zusammensetzung A keinen Farbstoff (zu Vergleichszwecken, obwohl
er in den hierin beschriebenen Verfahren erfindungsgemäß und nützlich ist)
und die Zusammensetzungen B und C enthalten unterschiedliche im
wesentlichen farblose Farbstoffprecursor.
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Jede
Zusammensetzung härtete
beim Aussetzen der UV-Strahlung, obwohl die Farbveränderung, aber
kein Härten
in bezug auf die Zusammensetzung B nach dem Aussetzen normaler Raumbeleuchtung
für 30
Minuten (weniger als 1 μW/cm2) bemerkt wurde. Im Gegensatz dazu wird
die Zusammensetzung C nicht gefärbt
oder härtet
unter den vorhergehenden Bedingungen (normaler Raumbeleuchtung für 30 Minuten),
aber wird gefärbt
und härtet
beim Aussetzen der Strahlung bei 1 J und 23 ⎕W/cm2.
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Die
Daten zeigen, daß der
Farbstoffprecursor, der in Zusammensetzung B einbezogen ist, in
der Weise fungieren wird, die durch die vorliegende Erfindung in
Betracht gezogen wird, er aber aufgetragen und relativ schnell (innerhalb
mehrerer Minuten) nach dem Aussetzen von Tageslicht (oder Bürolicht)
gehärtet
werden muß,
um die Vorteile der Färbung
als ein Härtungsinitiator
zu erhalten. Der Farbstoffprecursor, der in Zusammensetzung C einbezogen
ist, ist bevorzugt, wenn er sich nach 30 min Aussetzen dem Tageslicht
oder Bürolicht
nicht färbt,
aber er wird sich färben,
wenn die Zusammensetzung Niveaus an Strahlung, die zum Härten der
Zusammensetzung ausreichend sind, ausgesetzt wird.
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Beispiel 2
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Dieses
Beispiel zeigt UV-härtbare
Zusammensetzungen mit relativ geringem Modul, die sowohl mit als auch
ohne Färbemittel
gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung hergestellt werden, wobei die
Zusammensetzungen (Mengen werden in Gew.-% der nicht-gehärteten Zusammensetzung
angegeben) als Spleißwiederbeschichtungszusammensetzungen
nützlich
sind.
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In
der Tabelle umfaßt
die Zusammensetzung A keinen Farbstoff (zu Vergleichszwecken, obwohl
er in den hierin beschriebenen Verfahren erfindungsgemäß und nützlich ist),
während
die Zusammensetzungen B und C unterschiedliche, im wesentlichen
farblose Farbstoffprecursor enthalten.
-
Jede
Zusammensetzung härtete
beim Aussetzen der UV-Strahlung, obwohl die Farbveränderung, aber
kein Härten
in bezug auf die Zusammensetzung B nach dem Aussetzen normaler Raumbeleuchtung
für 30
Minuten (weniger als 1 μW/cm2) bemerkt wurde. Im Gegensatz dazu wird
die Zusammensetzung C nicht gefärbt
oder härtet
unter den vorhergehenden Bedingungen (normaler Raumbeleuchtung für 30 Minuten),
aber wird gefärbt
und härtet
beim Aussetzen der Strahlung bei 1 J und 23 ⎕W/cm2.
-
Die
Daten zeigen, daß der
Farbstoffprecursor, der in Zusammensetzung B einbezogen ist, in
der Weise fungieren wird, die durch die vorliegende Erfindung in
Betracht gezogen wird, er aber aufgetragen und relativ schnell (innerhalb
mehrerer Minuten) nach dem Aussetzen von Tageslicht (oder Bürolicht)
gehärtet
werden muß,
um die Vorteile der Färbung
als ein Härtungsinitiator
zu erhalten. Der Farbstoffprecursor von Zusammensetzung C ist bevorzugt,
da er nach 30 min Aussetzen dem Tageslicht oder Bürolicht
sich nicht färbt,
aber er wird sich färben,
wenn die Zusammensetzung Niveaus an Strahlung, die zum Härten der
Zusammensetzung ausreichend sind, ausgesetzt wird.
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Beispiel 3
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Dieses
Beispiel zeigt UV-härtbare
Zusammensetzungen, die gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung hergestellt wurden, sowie eine
vergleichbare Zusammensetzung (Zusammensetzung 1), wobei die Zusammensetzungen
als Haftmittel und/oder Wiederbeschichtungszusammensetzungen nützlich sind,
und die keinen im wesentlichen farblosen Farbstoffprecursor als
Härtungsindikator
umfassen.
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In
diesem Beispiel wurde der Modul unter Verwendung eines Instron 4201
bei einer Kreuzkopfgeschwindigkeitseinstellung von 1 Inch/min bestimmt.
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Alle
hierin betreffende Patente und Artikel werden durch Verweis aufgenommen.
Außerdem
beabsichtigt jeder Verweis hierin auf eine Komponente in der Einzahl,
mindestens eine der speziellen Komponenten, d. h. eine oder mehrere,
anzugeben und zu umfassen.
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Neue
und verbesserte Beschichtungszusammensetzungen und Lichtleitfasern,
die mit diesen Zusammensetzungen beschichtet sind, sind durch die
vorliegende Erfindung bereitgestellt worden, die verbesserte Eigenschaften
im Vergleich zu existierenden Zusammensetzungen und beschichteten
Fasern aufweisen. Verschiedene zusätzliche Modifikationen der
Ausführungsformen,
die speziell hierin dargestellt und beschrieben sind, werden dem
Fachmann insbesondere im Lichte der Lehren dieser Erfindung offensichtlich
sein. Die Erfindung sollte daher nicht als auf die spezielle Form
und Beispiele, wie gezeigt und beschrieben, beschränkt verstanden
werden, sondern statt dessen, wie sie in den folgenden Ansprüchen dargestellt
ist.
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Zusammenfassung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft strahlungshärtbare Zusammensetzungen und
entsprechende Verfahren zum Zusammenbau und zur Reparatur von optischen
Komponenten, wie optische Fasern bzw. Lichtleitfasern und Photonenvorrichtungen,
sowie Produkte, die unter Verwendung dieser Zusammensetzungen und
Verfahren hergestellt werden.