-
Automatische Waage mit umlaufender ein- oder melirkammeriger Wiegetrommel
Bekannt sind selbsttätige Waagen mit umlaufender ein- oder mehrteiliger Wiegetrommel.
Diese Waagen arbeiten in der Regel so, daß sie nach Füllung und Erreichen eines
bestimmten Sollgewichtes den Zustrom absperren oder die Zuteilapparatur stillsetzen.
-
Alsdann wird in einer ganzen Drehung oder einer der Zellenzahl entsprechenden
Teil drehung das Gut ausgeschüttet. Der Zeitraum zwischen den einzelnen Schüttungen
ist unterschiedlich, da er sich ja nach dem Zustrom des Gutes richtet. Die Leistung
derartiger Waagen ist daher beschränkt. In der Regel werden bei diesen bekannten
Waagen bis zu 100 bis 120 Schüttungen pro Stunde zugrunde gelegt. Danach richtet
sich auch die Größe der Wiegetrommel.
-
Unterhalb der Waage muß ein Schüttraum von mindestens einer Schüttung
vorhanden sein, aus dem das zu wägende Gut durch eine Transporteinrichtung abgezogen
oder einer Verarbeitungsmaschine zugeführt wird. Oberhalb, also vor dem Einlaufgefäß,
muß, falls nicht direkt aus einem Bunker abgezogen wird, ebenfalls so viel Raum
sein, daß das vom Zuförderer anfallende Gut während der Wägung und Drehung der Trommel
aufgefangen wird. Diese bekannte Bauart erfordert viel Raum und läßt sich dort,
wo Wert auf einen möglichst kontinuierlichen Materialstrom gelegt wird, nicht anwenden.
-
So werden z. B. von der Zementindustrie Waagen verlangt, die mit
einer niedrigen Bauhöhe zwischen Tellerspeiser und Zementinühlen angeordnet werden
können. Diese Waagen haben die Aufgabe, die Vorprodukte, wie Schlacke, Klinker,
Gips u. a möglichst in gleichmäßigem Strom im richtigen Mischungsverhältnis den
Zemeutmühlen zuzuführen. Diese Bedingung hat zur Voraussetzung, daß die Tellerspeiser
ständig fördern und daß die Waagen in möglichst kurzen Abständen wägen und ausschütten.
Mit den eingangs geschilderten Waagenarten lassen sich diese Bedingungen nicht erfüllen,
denn sie haben eine große Bauhöhe und schütten ungleichmäßig in jeweils größeren
Mengen.
-
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die vorstehend angeführten
Mängel zu beseitigen. Dies geschieht dadurch, daß die ein- oder mehrkammerige Wiegetrommel
ständig mit konstanter Geschwindigkeit umläuft und mit einer Steuerwelle gekuppelt
ist, deren Nocken, Knrvenscheibe u. dgl. den periodischein Wiegevorgang derart steuert,
daß in dem Zeitabschnitt nach dem durch die umlaufende Wiegetrommel gesteuerten
Ende des auch von ihr eingeleiteten Einlaufes des zu wägenden Gutes in die Wiegetrommel
und vor Beginn der Entleerung eine mit der Wiegetrommel belastete Neigungswaage
durch Lösen einer Bremseinrichtung für den Wägevorgang entarretiert und hierauf
in der jeweihgen Einspieliage
wieder arretiert wird. Das periodische Entarretieren
und Arretieren einer Neigungswaage mit einem von ihr getragenen Schüttgutaufnehmer
ist zwar bekannt, jedoch handelt es sich hierbei um eine Förderbandwaage, deren
Förderband ständig mit Gut beschickt wird.
-
Da die Wägungen in gleichen zeitlichen Abständen erfolgen, die Neigungswaage
also jeweils das Gewicht des in einem gleichbleibenden Zeitabschnitt geförderten
Gutes anzeigt, kann aus den Wägeergebnissen und der Schüttzahl unmittelbar auf die
Leistung der Waage, beispielsweise in tih geschlossen werden.
-
Um die Wägeergehnisse laufend zu summieren, wird gemäß einem weiteren
Merkmal der Erfindung von der Steuerwelle aus mittels eines Nockens, einer Kurvenscheibe
od. dgl. ein Tastglied derart betätigt, daß es nach Beendigung des Wägevorganges
den Ausschlag des Zeigerhebels abtastet und bei seinem Rüd<-gang in die Nullstellung
mittels eines Nockens, einer Kurvenscheibe od. dgl. der Steuerwelle mit einem Addierwerk
gekuppelt wird.
-
An Hand der Abb. 1 bis 6 sei eine beispielsweise Ausführungsform
des Erfindungsgegenstandes näher erläutert. Die Abb. t bis 5 zeigen schematisch
den Ablauf des Wägevorganges in seinen Hauptphasen während eines Umlaufes der Wiegetrommel,
die hier eine einzige Kammer aufweist. Abb. 6 zeigt die Anwendung einer zweikammerigen
Wiegetrommel.
-
Durch den stetig arbeitenden Förderer 1 gelangt das zu wägende Gut
in den Vorbehälter 2, der durch den Segmentschieber 3 verschließbar ist. An letzterem
befindet sich der Arm 4, der im Zusammenwirken mit der Wiegetrommel 5 das Of3nen
und Schließen des Segmentschiebers 3 bewirkt. Der Schieber 3 kann aber auch durch
hydraulische oder pneumatische Mittel
betätigt werden. Die Wiegetrommel
5 ist mittels der Hängearme 6 und 7 an dem Übertragungshebel 8 aufgehängt, der über
den Zwischenhebel 9 mit der Neigungswaage 10 in Verbindung steht. Am Hängeann 6
ist ferner ein Getriebemotor angeordnet, der die Wiegetrommel 5 ständig mit konstanter
Drehzahl antreibt. Am Wellenende bei Hängearm 7 ist ein Kettenrad 11 angesetzt,
das über die Kette 12 eine Steuerwelle 13 im Wägeapparat antreibt. Bei jeder ganzen
bzw. gemäß Abb. 6 bei jeder halben Um drehung der Wiegetrommel 5 dreht sich die
Steuerwelle 13 einmal herum. An der Trommel 5 befindet sich eiü Anschlag 14, der
im Laufe der Drehbewegung den Arm 4 zeitweilig mitnimmt und hierbei den Ein lauf
öffnet, damit das zu wägende Gut in die gerade oben befindliche Öffnung der Wiegetrommel
ein strömt. Bei Gütern, die trocken sind und nicht an backen, kann die Trommel auch
mehrteilig gemacht werden (s. Abb. 6). Es muß dann ein entsprechendes Übersetzungsverbältnis
für den Antrieb der Steuer welle 13 vorhanden sein.
-
Die Steuerwelle 13 mit den auf ihr angebracllten Kurven 15, 16, 17
bat die Aufgabe, die für die Wägung und Registrierung erforderlichen Bewegungsvorgänge
auszuführen.
-
Kurve 15 steuert den Bremshebel 18, der die Neigungswaage 10 in der
jeweiligen Einspielstellung arretiert. Kurve 16 steuert das Zählwerk (Addierwerk)
19 dessen Reibrad 20 jeweils von der oberen Bahn 21 a des Tastsegments 21 im geeigneten
Augen blick abgehoben oder auf diese aufgesetzt wird. Kurve 17 steuert das Tastsegment
21, dessen Drehpunkt genau in der Schneidenachse der Neigungssvaage 10 liegt.
-
Anschlag 22 trifft bei der Tastbewegung auf den Anzeigehebel 24 der
Neigungswaage, so daß. von der Nullmarke aus gesehen, der Winkelausschlag der Neigullgswaage
und des Tastsegments 21 gleich groß ist. Während jedoch der Anzeigchebel 24 der
Neignngswaage infolge der Bremsung durch Hebel 18 bei jeder Wägung seine Stellung
nur um die Differenz der Gewichtslverte der vorhergehenden und der augenblicklichen
Wägung ändert. macht das Tastsegment 21 jedesmal den vollen Ausschlag der Neignngswaage
und nimmt bei der Rückwärtsbewegung das Reibrad 20 mit. Auf dessen Achse sitzt der
Zeiger 23 des Addierwerkes 19, der sich dann um den Gewichtsbetrag weiterdreht.
Direkt auf dem Anzeigebehel 24 sitzt der Zeiger 25. der an der Skalenteilung 26
das Gewicht des in der Trommel 5 befindlichen Gutes anzeigt.
-
Die einzelnen Bewegungsvorgänge lassen sich an Hand der Abb. 1 bis
5 verfolgen: Bei Abb. 1 steht der Anschlag 14 der Wiegetrommel gerade vor dem Arm
4. Die Neigungswaage ist durch den Bremshebel 18 in der letzten Wiegestellung, z.
B.
-
100 kg, arretiert. Das Addierwerk 19 ist abgehoben.
-
Förderer 1 fördert in den Vorbehälter 2.
-
In Abb. 2 hat der Anschlag 14 den Segmentschieber 3 geöffnet, das
zu wiegende Gut ist in die Wiegetrommel geströmt, und der Förderer 1 fördert weiter
in die Wiegetrommel. Die Neignngswaage ist noch festgehalten.
-
Narh Abb. 3 ist der Segmentschieber 3 geschlossen.
-
Das (5tut kann aber noch nicht auslaufen. Die Kurve
15 hat den Bremshebel
18 angehoben; die Neignngs waage ist somit entarretiert. Der Zeiger spielt auf 69
kg ein.
-
In Abt.4 strömt das Gut bereits aus der Wiegetrommel 1. Vorher bat
sich der Bremshebel 18 auf den Zeigerhebel 24 der Neigungswaage aufgesetzt und sie
in der Stellung 69 kg arretiert. Das Tastsegment 21 ilst dem Abstieg der Kurve 17
gefolgt, und der Anschlag 22 hat sich gegen den Zeigerhebel 24 gelegt.
-
Das Wiegeergebnis 69 kg ist abgetastet. Hierbei ist das Reibrad 20
noch von der Bahn 21 a des Tastsegments 21 abgehoben.
-
Abb.5 zeigt die vollständig entleerte Wiegetrommel 5. Der Abstieg
der Kurve 16 bewirkt, daß sich das Reibrad 20 auf die Segmentbabn 21 a aufsetzte.
-
Der Anstieg der Kurve 17 hat das Tastsegment 21 in die Nullstellung
zurückgedrückt. Das Wiegeergehnis hat sich auf dem Reibrad 20 abgewickelt, und der
Zeiger 23 drehte sich um 69 kg weiter. Der Zählerstand änderte sich von 134659 auf
134728 kg.
-
Bei der erfindungsgemäßen Bauart ändert sich die Stellung des Zeigerhebels
24 jeweils nur um den Differenzbetrag zwischen der augenblicklichen und der vorhergehenden
Wägung. Die Neigungswaage spielt daher besonders schnell auf das Wägeergehnis ein.
Es hat sich erwiesen, daß bis zu 400 Wägungen pro Stunde ausführbar sind. Diese
häufige Wäge-und Schüttfolge erbringt einen nahezu gleichmäßigen Materialstrom.
-
PATENT\XSPRtlCHE 1. Automatische Waage mit umlaufender ein-oder mehrkammeriger
Wiegetrommel, dadurch gekennzeichnet. daß die Wiegetrommel (5) ständig mit konstanter
Geschwindigkeit umläuft und mit einer Steuerwelle (13) gekuppelt ist, deren Nokken,
Kurvenscheibe od. dgl. (15) den periodischen Wiegevorgang derart steuert. daß in
dem Zeitabschnitt nach dem durch die umlaufende Wiegetrommel (5) gesteuerten Ende
des auch von ihr eingeleiteten Einlaufes des zu wägenden Gutes in die Wiegetrommel
(5) und vor Beginn der Entleerung eine mit der Wiegetrommel (5) belastete Neigungsrvaage
(10) durch Lösen einer Breinseinrichtung (18) für den Wägevorgang entarretiert und
hierauf in der jeweiligen Einspiellage wieder arretiert wird.