[go: up one dir, main page]

DE102616C - - Google Patents

Info

Publication number
DE102616C
DE102616C DENDAT102616D DE102616DA DE102616C DE 102616 C DE102616 C DE 102616C DE NDAT102616 D DENDAT102616 D DE NDAT102616D DE 102616D A DE102616D A DE 102616DA DE 102616 C DE102616 C DE 102616C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
peat
solution
alkali
concentration
pct
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT102616D
Other languages
English (en)
Publication of DE102616C publication Critical patent/DE102616C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C5/00Other processes for obtaining cellulose, e.g. cooking cotton linters ; Processes characterised by the choice of cellulose-containing starting materials

Landscapes

  • Paper (AREA)

Description

PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 55: Papierherstellung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. Juli 1897 ab.
Bisher sind schon vielfache Versuche gemacht worden, Torf für die Zwecke der Papierfabrikation geeignet zu machen, indem die in dem Torf enthaltenen Faserstoffe durch Einwirkung von Chemikalien aufgeschlossen werden sollten.
Es hat sich aber gezeigt, dafs bei dieser Behandlung kein brauchbares Product zu erzielen ist, da die Torffaser stets angegriffen oder zerstört wird bezw. in kleinere Fasertheile zerfällt und daher ihre Festigkeit und Haltbarkeit verliert. Als Ursache dieses Nachtheiles hat sich nun ergeben, dafs der Torf — ohne Berücksichtigung der chemischen Natur und Zusammensetzung der von anderen Pflanzenfasern vollständig verschiedenen Torffaser ■—· in allen Fällen einem Kochprocefs mit zur Reinigung bezw. Bleichung bestimmten Agentien unterzogen wurde, welche in concentrirtern Zustande und vielfach unter Druck auf den Torf einwirkten, was den schädlichen Einflufs der hohen Temperatur noch erhöht. Das Endergebnifs derartiger Processe war daher auch nicht eine für die Papierverarbeitung geeignete zusammenhängende gereinigte Torffaser, sondern eine für diesen Zweck ungeeignete Cellulosemasse.
Nach vorliegender Erfindung soll nun dieser Uebelstand beseitigt und aus dem Torf ein als Papierstoff vorzüglich geeignetes festes Fasermaterial dadurch hergestellt werden, dafs der Torf einer chemischen Reinigung in drei auf einander folgenden Stufen unterzogen wird, welche sämmtlich unter möglichst hohem hydrostatischem Drucke bei niederer Temperatur vorgenommen werden, und von denen die erste Stufe eine vorbereitende Extraction, die zweite eine oxydirende Aufschliefsung und die dritte Stufe des Verfahrens eine Lösung der bei der vorhergehenden Aufschliefsung löslich gewordenen Stoffe behufs ihrer Entfernung bezweckt.
Bei der Durchführung des Verfahrens wird der vorher gewaschene Torf mit einer schwachen, am besten zweiprocentigen Alkalilösung (Aetznatronlösung) behandelt, welche bei gewöhnlicher Temperatur unter dem Druck einer möglichst hohen Flüssigkeitssäule auf den Torf einwirken gelassen wird. Dadurch wird das rasche Eindringen der Alkalilösung in die den Torf bildenden Pfianzentheile bewirkt, und gleichzeitig werden Diffusionserscheinungen hervorgerufen, so dafs schon nach kurzer Zeit die in Alkalien löslichen Humusstoffe aus dem Torfe sich abscheiden, ohne dafs eine Zertheilung oder Zerkleinerung der brauchbaren Faser erfolgt.
Diese erste Stufe des Verfahrens kann auch in der Weise ausgeführt werden, dafs der Torf einer wiederholten Einwirkung von auf einander folgend immer schwächeren Alkalilösungen stets unter Anwendung von möglichst hohem hydrostatischen Druck unterworfen wird. Im ersteren Falle entsteht eine dunkelbraune Lauge, im letzteren Falle Laugen von immer leichterer Färbung, welche abgelassen werden.
Das derartig gereinigte Fasermaterial wird nach gründlichem Auswaschen mit Wasser der Behandlung mit in alkalischer Lösung wirkenden Oxydationsmitteln unterworfen, um jene Substanzen, die in dem mit Alkalien behan-
delten Torf noch vorhanden sind, so weit aufzuschliefsen, dafs sie bei möglichster Schonung der Faser in Alkalien löslich werden.
Zu diesem die zweite Stufe des Verfahrens, bildenden Oxydätionsprocesse werden vortheil-^ haft Lösungen von Bleichmitteln verwendet, um neben der Aufschliefsung gleichzeitig auch eine Bleichung der Faser zu erzielen. Dies geschieht am besten mittelst Calcium- oder Natriumhypochlorit, welches in schwacher Concentration (ι bis höchstens B.) bei gewöhnlicher Temperatur und ebenfalls unter möglichst hohem hydrostatischen Druck, in gleicher Weise wie die Alkalilösung, zur Verwendung gelangt.
Nach dem oxydirenden Aufschliefsen und Bleichen wird die Torffaser der nochmaligen Einwirkung einer sehr verdünnten Alkalilösung (von höchstens ι pCt. Concentration) unterzogen. Bei dieser dritten Stufe des Verfahrens, welche ebenfalls unter hohem hydrostatischen Druck bei gewöhnlicher Temperatur ausgeführt wird, erfolgt die Lösung der vorher durch die Oxydationsmittel löslich gemachten Stoffe, welche durch Ablassen der lichter gefärbten Lauge abgeschieden werden.
Je nachdem bei der ersten Stufe eine ein- oder mehrmalige Behandlung mit Alkalilösung stattfindet, wird ein dunkler oder lichter getöntes Fasermaterial erhalten, welches für sich oder gemengt mit anderen Papierrohstoffen im Holländer verarbeitet werden kann.
Das beschriebene Verfahren bietet den Vortheil, dafs es zufolge der geringen Concentration der' Lösungs- und Bleichflüssigkeiten mit sehr .gerirfgen Kosten durchführbar ist, durch Anwendung Hydrostatischen Druckes in kurzer Zeit ■ beendet ist und keinerlei complicirte Anlagen erfordert. „ ·

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zur Herstellung eines für die Papiererzeugung brauchbaren Fasermaterials aus Torf, dadurch gekennzeichnet, dafs der gewaschene Torf unter möglichst hohem hydrostatischen Druck bei gewöhnlicher Temperatur zuerst mit einer schwachen Alkalilösung (nicht über 2 pCt. Concentration) bezw. mehrmals mit immer schwächeren Alkalilösungen ausgelaugt, hierauf nach Abziehen der Lauge und Auswaschen mit einer schwachen Lösung eines gleichzeitig die Bleichung der Torffaser bewirkenden Oxydationsmittels (Calcium- oder Natriumhypochloritlösung von 1 bis B.) aufgeschlossen und schliefslich nochmals mit einer Alkalilösung, die schwächer ist als die zuerst angewendete (etwa 1 pCt. Concentration) ausgelaugt wird.
DENDAT102616D Active DE102616C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE102616C true DE102616C (de)

Family

ID=373193

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT102616D Active DE102616C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE102616C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1021244B (de) * 1953-01-06 1957-12-19 Paul Zschimmer Dr Verfahren zur chemischen Aufbereitung von Torf

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1021244B (de) * 1953-01-06 1957-12-19 Paul Zschimmer Dr Verfahren zur chemischen Aufbereitung von Torf

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE102616C (de)
DE1062101B (de) Verfahren zur Gewinnung von Holzzellstoff fuer Papier
DE2327900C3 (de) Bleichaufschluß von Zellstoff mit erheblich reduziertem Chloreinsatz
DE163660C (de)
DE3227843A1 (de) Verfahren zur herstellung von zellstoffen mit niedrigem ligningehalt
DE1251464B (de) Verfahren zur Behandlung von Flachsfasern
EP0861347A1 (de) Verfahren zur gewinnung von cellulosefasermaterial aus calciumpektinat-haltigem, pflanzlichem substrat
DE106468C (de)
DE533647C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Pflanzenfaserstoffen mittels Chlors
DE1005824B (de) Verfahren zur Erzeugung von alphacellulosereichem, pentosanarmem Zellstoff
DE658703C (de) Verfahren zur Behandlung von Faserstoffen
DE257993C (de)
DE528042C (de) Verfahren zur Herstellung hochviskoser Zellstoffe
DE476583C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus gleichzeitig chemisch und mechanisch behandeltem Faserstoff
DE307063C (de)
DE233492C (de)
DE2718398C3 (de) Verfahren zur Behandlung von lignozellulosehaltigem Material mit Chlor
DE554826C (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfitzellstoff
DE612730C (de) Verfahren zur Herstellung von Halbzellstoff
DE748513C (de) Verfahren zur Herstellung von Zellstoffen aus Kartoffelkraut
DE553840C (de) Verfahren zur Herstellung von Zellstoff fuer die chemische Industrie, insbesondere zur Herstellung von Celluloseloesungen und von Celluloseverbindungen
DE1692857C3 (de) Verfahren zum Herstellen eines Cellulosebreis
DE524298C (de) Verfahren zur Herstellung hochwertiger Faserhalbstoffe
DE514083C (de) Verfahren zur Entfernung von Inkrusten aus Cellulose enthaltenden Stoffen
DE19854324B4 (de) Verfahren zur biologischen Gewinnung von Cellulosefasermaterial aus Calciumpectinat-haltigem, pflanzlichen Substrat