DE10260310B3 - Mikrostrukturierte Anordnung zur Behandlung eines Fluids - Google Patents
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Abstract
Eine mikrostrukturierte Anordnung zur Behandlung eines Fluids weist ein Reservoir auf, das das Fluid enthält und in dem eine Elektrode angeordnet ist. Von dem Reservoir zweigt ein Kanal ab, der zu einer weiteren Elektrode führt. Durch Anlegen einer elektrischen Spannung an die Elektroden wird eine elektrokinetische Förderung eines Teils des Fluids aus dem Reservoir in den Kanal bewirkt.
Um die Anordnung für eine kontinuierliche Fluidzufuhr zu ertüchtigen, ist vorgesehen, dass das Fluid (25) das Reservoir (2) kontinuierlich durchströmt und dass der Abzweig des Kanals (7) von dem Reservoir (2), bezogen auf die Strömungsrichtung des Fluids (25), vor der Elektrode (12) in dem Reservoir (2) liegt.
Um die Anordnung für eine kontinuierliche Fluidzufuhr zu ertüchtigen, ist vorgesehen, dass das Fluid (25) das Reservoir (2) kontinuierlich durchströmt und dass der Abzweig des Kanals (7) von dem Reservoir (2), bezogen auf die Strömungsrichtung des Fluids (25), vor der Elektrode (12) in dem Reservoir (2) liegt.
Description
- Die Erfindung betrifft eine mikrostrukturierte Anordnung zur Behandlung eines Fluids nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Unter Behandlung sind hier die Durchführung von Reaktionen, insbesondere aber die Analyse, beispielsweise durch Kapillarelektrophorese, zu verstehen.
- Eine Anordnung der oben genannten Art ist beispielsweise aus der
EP 1 162 455 A1 oder derUS 6 337 740 B1 bekannt. Dort weist ein Mikrochip-Laborsystem mehrere Reservoirs auf, die zusammen mit einem Kanalsystem auf mikromechanischem Wege in einem Substrat ausgebildet sind. Einige der Reservoirs enthalten zu bearbeitende Fluide, die nach ihrer Bearbeitung in dem Kanalsystem als Abfallprodukte in anderen Reservoirs gesammelt werden. Die Förderung der Fluide von einem Reservoir zu einem anderen erfolgt elektrokinetisch durch Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen den betreffenden Reservoirs, wozu in diesen Elektroden angeordnet sind, die an eine Spannungsquelle schaltbar sind. Die behandelnden Fluide strömen somit elektrokinetisch getrieben aus dem sie enthaltenden Reservoirs heraus und über das Kanalsystem in die sie aufsammelnden Reservoirs herein. Wie die die zu behandelnden Fluide enthaltenden Reservoirs mit den Fluiden gefüllt werden, ist jedoch nicht angegeben. - Bisher wurden die Reservoirs diskontinuierlich mit den zu behandelnden Fluiden gefüllt, so wie dies im Laborbetrieb üblich ist.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die mikrostrukturierte Anordnung der eingangs angegebenen Art für eine kontinuierliche Fluidzufuhr zu ertüchtigen.
- Gemäß der Erfindung wird die Aufgabe durch die in Anspruch 1 angegebenen Anordnung gelöst, von der vorteilhafte Weiterbildungen in den Unteransprüchen angegeben sind.
- Bei der erfindungsgemäßen Anordnung wird das Reservoir kontinuierlich von dem Fluid durchströmt, welches dazu beispielsweise kontinuierlich aus einem industriellen oder sonstigen Prozess entnommen und druckgetrieben durch das Reservoir gefördert wird. Die Verweildauer des Fluids von dem Zeitpunkt seiner Entnahme aus dem Prozess bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Teil von ihm zur weiteren Bearbeitung elektrokinetisch aus dem Reservoir abgezweigt und in den Kanal gefördert wird, ist daher bei entsprechend hohem Volumenstrom des durch das Reservoir strömenden Fluids sehr kurz und von dem Zeitpunkt oder den Zeitpunkten der Abzweigung unabhängig. Da die Abzweigung eines Teils des Fluids aus dem Reservoir in den Kanal in Strömungsrichtung gesehen vor der in dem Reservoir angeordneten Elektrode erfolgt, können durch Elektrolyse an der Elektrode entstehende Glasblasen nicht in den Kanal gelangen und diesen oder ein nachfolgendes Reaktions- oder Analysesystem blockieren.
- Vorzugsweise zweigt der Kanal von der Elektrode aus gesehen unter einem Winkel ≥ 90° von dem Reservoir ab, so dass das Fluid, welches das Reservoir durchströmt, nicht in den Kanal gedrückt wird.
- Da für die Behandlung des Fluids jedes Mal nur ein Teil davon aus dem Reservoir in den Kanal abgezweigt wird, ist der Strömungsquerschnitt des Reservoirs größer als der des Kanals. Dabei ist das Reservoir vorzugsweise ebenfalls als Kanal ausgebildet, durch den das Fluid druckgetrieben strömt.
- Bevorzugt ist die Elektrode derart angeordnet, dass sie in den Strömungsweg des Fluids durch das Reservoir hineinragt und von dem Fluid umströmt wird. Das ermöglicht es, die Elektrode als robuste Drahtelektrode auszubilden, die durch Elektrolyse weniger schnell abgebaut wird, als beispielsweise eine Dünnfilmelektrode. Damit die Strömung des Fluids durch die Elektrode nicht gestört wird, kann das Innere des Reservoirs im Bereich der hineinragenden Elektrode aufgeweitet sein, so dass der Strömungsquerschnitt des Reservoirs zumindest annähernd konstant bleibt.
- Der Kanal und das Reservoir können in unterschiedlicher Weise als mikrofluidische Strukturen ausgebildet sein, wobei sie vorzugsweise in Form von grabenförmigen Vertiefungen auf einer Seite einer Platte ausgebildet und durch eine darauf aufliegende Deckelplatte abgedeckt sind.
- Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird im Folgenden auf die Figuren der Zeichnung Bezug genommen; im Einzelnen zeigen:
-
1 ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen mikrostrukturierten Anordnung zur Analyse eines Fluids und die -
2 und3 ein Beispiel für ein von dem Fluid durchströmtes Reservoir mit einem davon abzweigenden Kanal in zwei unterschiedlichen Schnittdarstellungen. -
1 zeigt eine mikrostrukturierte Anordnung bestehend aus einem Träger, hier einer Platte1 , auf dem Reservoirs2 ,3 ,4 und5 für Fluide und ein Kanalsystem6 mikromechanisch ausgebildet sind. Die Reservoirs2 bis5 und das Kanalsystem6 sind hier als grabenförmige Vertiefungen auf einer Seite der Platte1 ausgebildet und durch eine, hier nicht gezeigte, aufliegende Deckelplatte abgedeckt. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel besteht das Kanalsystem6 aus vier Kanälen7 ,8 ,9 und10 , die von jeweils einem der vier Reservoirs2 bis5 abzweigen und an einer Kreuzungsstelle11 miteinander verbunden sind. In den Reservoirs2 bis5 sind Elektroden12 ,13 ,14 und15 angeordnet, die an einer vierpoligen Spannungsquelle16 angeschlossen sind, über die zwischen den Elektroden12 bis15 unterschiedliche Hochspannungen einstellbar sind. In Abhängigkeit von den eingestellten Hochspannungen werden Fluide aus vorgebbaren Reservoirs, z. B.2 und3 , über das Kanalsystem6 in andere Reservoirs, z. B.4 und5 , elektrokinetisch gefördert. - Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel werden beispielsweise zunächst ein Puffer-Fluid aus dem Reservoir
3 über die Kanäle8 und9 in das Reservoir4 und gleichzeitig ein Proben-Fluid aus dem Reservoir2 über die Kanäle7 und10 in das Reservoir5 gefördert. Durch Verändern der Hochspannungen an den Elektroden12 bis15 wird das Proben-Fluid an der Kreuzungsstelle11 für eine vorgegebene Zeit und damit in einer vorgegebenen Menge in den Kanal9 eingeleitet, bevor es anschließend wieder in den Kanal10 umgeleitet wird. Das in den Kanal9 eingeleitete und anschließend durch das nachfolgende Puffer-Fluid durch den Kanal9 hindurch geförderte Proben-Fluid wird in dem Kanal9 elektrophoretisch in seine Bestandteile getrennt, die mittels einer Detektoreinrichtung17 detektiert werden; eine der Detektoreinrichtung17 nachgeordnete Auswerteeinrichtung18 bestimmt die detektierten Bestandteile des Proben-Fluids qualitativ und quantitativ. - Alternativ zu dem gezeigten Ausführungsbeispiel kann aus dem Reservoir
3 ein Proben-Fluid über die Kanäle8 und10 und aus dem Reservoir2 ein Puffer-Fluid über die Kanäle7 und10 in das Reservoir5 gefördert werden. Durch Verändern der Hochspannungen an den Elektroden12 bis15 wird das Puffer-Fluid an der Kreuzungsstelle11 in den Kanal9 umgeleitet und injiziert dabei das sich im Bereich der Kreuzungsstelle11 befindende Proben-Fluid in den Kanal9 . Dort wird das Proben-Fluid elektrophoretisch in seine Bestandteile getrennt, die mittels der Detektoreinrichtung17 detektiert werden. Die Menge des in den Kanal9 injizierten Proben-Fluids entspricht dem Volumen der Kreuzungsstelle11 und kann dadurch vergrößert werden, dass der Kanal10 gegenüber dem Kanal8 in Richtung auf die Detektoreinrichtung17 zu versetzt in den Kanal9 einmündet. - Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Reservoirs
2 bis5 in Form von weiteren Kanälen mit Fluid-Anschlüssen19 ,20 ,21 ,22 ,23 und24 ausgebildet. Dabei weisen die zur Fluid-Einspeisung in das Kanalsystem6 dienenden Reservoirs2 und 3 jeweils zwei Fluid-Anschlüsse19 und20 bzw.21 und22 auf, wobei die Kanäle7 und8 jeweils im Bereich zwischen den beiden Fluid-Anschlüssen19 und20 bzw.21 und22 von den Reservoirs2 bzw.3 abzweigen. Wie am Beispiel des Reservoirs2 gezeigt ist, wird das Proben-Fluid25 kontinuierlich aus einem industriellen Prozess, hier einer Rohrleitung26 , entnommen und nach Aufbereitung, beispielsweise Filterung und Pufferung, in einer Probenaufbereitungseinrichtung27 durch eine Pumpe oder ähnliches druckgetrieben über den Fluid-Anschluss19 in das Reservoir2 eingespeist. Das Proben-Fluid25 durchströmt das Reservoir2 und wird über den Fluid-Anschluss20 entsorgt. - Die
2 und3 zeigen jeweils in unterschiedlichen Schnittdarstellungen einen Ausschnitt aus dem Reservoir2 im Bereich zwischen den beiden Fluid-Anschlüssen19 und20 . Das Reservoir2 ist in Form eines weiteren Kanals28 in der Platte1 ausgebildet und von einer Deckelplatte29 abgedeckt. Die Elektrode12 ist zumindest in ihrem Endbereich drahtförmig ausgebildet und durchdringt die Platte1 von der der Seite mit den Kanälen7 ,28 abgewandten Seite kommend. Im Weiteren verläuft die Elektrode12 quer durch das Reservoir2 bis zu der Deckelplatte29 , so dass sie beidseitig von dem Proben-Fluid25 umströmt wird. Im Bereich der Elektrode12 ist das Reservoir2 auf geweitet, so dass sich an dieser Stelle sein Strömungsquerschnitt nur gering oder überhaupt nicht verengt. Der Abzweig des Kanals7 von dem Reservoir2 ist, bezogen auf die Strömungsrichtung des Proben-Fluids25 , vor der Elektrode12 angeordnet, so dass durch Elektrolyse an der Elektrode12 entstehende Gasblasen30 von dem strömenden Proben-Fluid25 von dem Abzweig weg transportiert und ausgetragen werden und somit nicht in den Kanal7 gelangen. Außerdem zweigt der Kanal7 , von der Elektrode12 aus gesehen, unter einem Winkel α ≥ 90° von dem Reservoir2 ab, so dass das druckgetrieben durch das Reservoir2 strömende Proben-Fluid25 nicht in den Kanal7 gedrückt wird. Das kanalförmige Reservoir2 und der davon abzweigende Kanal7 weisen jeweils einen rechteckförmi gen, hier quadratischen Strömungsquerschnitt auf, wobei der Strömungsquerschnitt des Reservoirs2 mit beispielsweise 0,3 × 0,3 mm größer als der des Kanals7 mit beispielsweise 0,1 × 0,1 mm ist. In jedem Fall ist der Querschnitt des Kanals7 ausreichend klein, um eine elektrokinetische Förderung des Proben-Fluids25 zu ermöglichen.
Claims (7)
- Mikrostrukturierte Anordnung zur Behandlung eines Fluids (
25 ) mit einem das Fluid (25 ) enthaltenden Reservoir (2 ), in dem eine Elektrode (12 ) angeordnet ist, mit einem von dem Reservoir (2 ) abzweigenden Kanal (7 ), der zu einer weiteren Elektrode (13 ,14 ,15 ) führt, und mit einer an die Elektroden (12 bis15 ) schaltbaren Spannungsquelle (16 ) zur elektrokinetischen Förderung eines Teils des Fluids (25 ) aus dem Reservoir (2 ) in den Kanal (7 ) , dadurch gekenn zeichnet, dass das Fluid (25 ) das Reservoir (2 ) kontinuierlich durchströmt und dass der Abzweig des Kanals (7 ) von dem Reservoir (2 ), bezogen auf die Strömungsrichtung des Fluids (25 ), vor der Elektrode (12 ) in dem Reservoir (2 ) liegt. - Mikrostrukturierte Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (
7 ) von der Elektrode (12 ) aus gesehen unter einem Winkel (a) ≥ 90° von dem Reservoir (2 ) abzweigt. - Mikrostrukturierte Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungsquerschnitt des Reservoirs (
2 ) größer als der des Kanals (7 ) ist. - Mikrostrukturierte Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservoir (
2 ) in Form eines weiteren Kanals (28 ) ausgebildet ist, durch den das Fluid (25 ) von einer Druckdifferenz getrieben strömt. - Mikrostrukturierte Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrode (
12 ) in den Strömungsweg des Fluids (25 ) durch das Reservoir (2 ) hineinragt und von dem Fluid (25 ) umströmt wird. - Mikrostrukturierte Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Innere des Reservoirs (
2 ) im Bereich der hineinragenden Elektrode (12 ) aufgeweitet ist, so dass der Strömungsquerschnitt des Reservoirs (2 ) zumindest annähernd konstant bleibt. - Mikrostrukturierte Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservoir (
2 ) und der Kanal (7 ) in Form von grabenförmigen Vertiefungen auf einer Seite einer Platte (1 ) ausgebildet und durch eine darauf aufliegende Deckelplatte (29 ) abgedeckt sind.
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