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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Vermittlungseinheit und ein Vermittlungsverfahren für ein Fernmeldenetz,
insbesondere ein SDH-Netz.
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Ein solches Fernmeldenetz umfasst
eine Anzahl von Knoten, die untereinander durch Übertragungsstrecken verbunden
sind. Die Übertragungsstrecken
können
z. B. elektrische Leitungen, optische Fasern oder Funkstrecken sein.
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Vermittlungseinheiten sind an den
Knoten des Fernmeldenetzes angesiedelt und dienen dazu, die Nachrichtensignale
einzelner Verbindungen, die jeweils im Multiplex über eine
erste Übertragungsstrecke
am Knoten eintreffen, auf eine entsprechend einem Ziel des Nachrichtensignals
ausgewählte
Ausgangs-Übertragungsstrecke
umzuschalten. Der auf jeder Übertragungsstrecke
eingesetzte Signalmultiplex umfasst eine Mehrzahl von Kanälen, die
jeweils in der Lage sind, ein Nachrichtensignal zu übertragen, von
denen aber zu einem gegebenen Zeitpunkt unter normalen Betriebsbedingungen
nur ein Teil für
die Übertragung
von Nachrichtensignalen genutzt wird, die an ihrem Ziel tatsächlich ausgewertet
werden; ein anderer Teil der Kanäle
wird freigehalten, um im Falle einer Übertragungsstörung auf
einem der genutzten Kanäle
das darauf beförderte
Nachrichtensignal instantan auf den freien Kanal umschalten zu können, oder
er wird dazu benutzt, jeweils Kopien der Nachrichtensignale zu übertragen,
so dass am Ziel jeweils zwei Fassungen des Nachrichtensignals eintreffen, von
denen die jeweils bessere am Ziel ausgewertet wird.
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Herkömmlicherweise haben die in
einem SDH-Fernmeldenetz
verwendeten Vermittlungseinheiten die in 1 gezeigte mehrstufige Struktur. Eine
Eingangsstufe der Vermittlungseinheit ist gebildet durch ein als
MSP-Switch 1 bezeichnetes Koppelfeld mit m Eingängen, darunter
k bei störungsfreiem
Betrieb tatsächlich
für Nachrichtensignale
genutzten Eingängen
und 1 Reserveeingängen,
die im Allgemeinen genutzt werden, wenn die anderen Eingänge aufgrund
einer Störung
kein oder ein qualitativ schlechtes Signal empfangen, und m Ausgängen. Jedem
der k normalerweise genutzten Eingänge ist eine von k Übertragungsstrecken
zugeordnet, über die
der Knoten Multiplex-Signale empfängt. Der MSP-Switch 1 ist
ausgelegt, um jeden seiner Ausgänge
mit einem beliebigen seiner Eingänge
gemäß einer
in einem zugeordneten Konfigurationsregister 2 gespeicherten
Konfiguration zu verbinden. Auf den Ein- und Ausgängen des
MSP-Switch 1 werden jeweils Multiplex-Signale übertragen, die sich aus Daten
einer Mehrzahl von zwischen unterschiedlichen Endgeräten be stehenden
Kommunikationsverbindungen zusammensetzen können. Der MSP-Switch 1 kann
zwar ein solches Multiplex-Signal jedem seiner Ausgänge von
einem beliebig wählbaren
Eingang aus zuführen,
er ist aber nicht in der Lage, ein Multiplex-Signal, das er an einem
seiner Eingänge empfängt, in
jeweils Verbindungen zwischen unterschiedlichen Endgeräten entsprechende
Komponenten zu zerlegen und diese Komponenten unabhängig voneinander
in verschiedene Ausgangs-Multiplex-Signale einzufügen. Der
MSP-Switch hat somit nur einen einzigen, räumlichen Vermittlungsfreiheitsgrad.
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Eine zweite Stufe der Vermittlungseinheit
ist durch ein als Virtual Container Switch VCS 3 bezeichnetes
Koppelfeld gegeben, dessen m Eingänge jeweils an einen der m
Ausgänge
des MSP-Switch 1 angeschlossen sind. Der VCS 3 ist
ausgelegt, um ein an einem seiner Eingänge eintreffendes Multiplex-Signal
in dessen jeweils zu unterschiedlichen Kommunikationen gehörende Komponenten
zu zerlegen und diese Komponenten auf jeweils unterschiedliche Ausgangsanschlüsse des
VCS 3 weiterzuschalten. Um eine solche Weiterschaltung
ohne Kollisionen mit anderen, gleichzeitig vom VCS 3 verarbeiten
Multiplex-Signalen
durchführen
zu können,
muss der VCS 3 zusätzlich
auch in der Lage sein, die zeitliche Position der einzelnen Signalkomponenten
in den Multiplex-Signalen, d.h. die Platzierung der Signalkomponenten
in den einzelnen Zeitschlitzen des Multiplex-Signals, zu verändern. Der
VCS 3 verfügt
also für jede
Signalkomponente über
zwei Freiheitsgrade der Vermittlung, einen räumlichen und einen zeitlichen.
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Auch dem VCS 3 ist ein Konfigurationsregister 4 zugeordnet,
in welchem für
jeden Zeitschlitz eines jeden Ausgangs-Multiplex-Signals spezifiziert
ist, als welcher Zeitschlitz welches Eingangs-Multiplex-Signals er vom VCS 3 empfangen
wird. Wenn n die Anzahl der Zeitschlitze im Multiplex ist, so ist
die Zahl der Einträge
des Konfigurationsregisters 4 n-mal so groß wie die der Einträge des Konfigurationsregisters 2,
und der Speicherbedarf eines jeden Eintrags ist größer, da
er nicht nur den Eingangsanschluss, an dem die dem Eintrag zugeordnete
Signalkomponente empfangen wird, sondern außerdem noch den Zeitschlitz
des Eingangsmultiplex spezifiziert, der diese Signalkomponente enthält. Infolgedessen
braucht eine Steuerlogik 5 zum Überschreiben des Inhaltes des
Konfigurationsregisters 4 mit einer neuen Konfiguration
mehr als n-mal so lange wie zum Überschreiben
des Konfigurationsregisters 2.
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Um diesen Zeitaufwand zu reduzieren
und die Arbeit der Steuerlogik 5 zu vereinfachen, ist ein so
genannter Bypass 6 vorgesehen. Dieser Bypass 6 umfasst
zu jedem Ausgang des MSP-Switch 1 einen Umgehungspfad,
auf welchem die vom MSP-Switch 1 gelieferten Ausgangs-Multiplex-Signale
ohne Veränderung
ihrer zeitlichen Struktur und ohne räumliche Vertauschung um den
VCS 3 herumgeführt
werden. Jeder Umgehungspfad enthält
eine Verzögerungsschaltung 7,
die die Multiplexsignale jeweils um die Verweilzeit der Signale
im VCS 3 verzögert.
Die Umgehungspfade und die Ausgänge
des VCS 3 treffen jeweils an Schaltern 8 des Bypass 6 aufeinander, die
jeweils entweder ein von der Verzögerungsschaltung 7 kommendes
Multiplex-Signal oder das entsprechende vom VCS 3 kommende
Multiplex-Signal an einen Ausgang durchlassen. Die Stellung der Schalter 8 ist
durch ein weiteres Konfigurationsregister 9 gesteuert.
Das Konfigurationsregister 9 ist deutlich kleiner als das
Konfigurationsregister 2. Während Letzteres für jeden
Eingang des MSP-Switch 1 den jeweils zugeordneten Ausgang
angeben muss, also mindestens m(log2 m)
Bits enthalten muss, kommt das Konfigurationsregister 9 zum
Spezifizieren der Stellung eines jeden der Schalter 8 mit
m Bits aus.
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Die m Ausgänge des Bypass 6 sind
wiederum mit m Eingängen
eines als MSP-Bridge 10 bezeichneten Koppelfeldes bezeichnet,
dessen Struktur der des MSP-Switch 1 entspricht
und dessen Schaltzustand durch ein weiteres Konfigurationsregister 11 gesteuert
ist.
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Grund für diese komplizierte Struktur
der Vermittlungseinheit ist die Notwendigkeit, den Umfang des Steuerdatenverkehrs
zwischen der Steuerlogik 5 und den diversen Vermittlungsmatrizen 1, 3, 10 bzw.
deren Konfigurationsregistern 2, 4, 9, 11 gering
zu halten. Theoretisch wäre
es zwar möglich, den
MSP-Switch 1,
den Bypass 6 und die MSP-Bridge 11 fortzulassen
und die Ein- und Ausgänge
der Vermittlungseinheit direkt an die Ein- und Ausgänge des VCS 3 anzuschließen. Dies
hätte jedoch
zur Folge, dass der Steuerdatenverkehr zwischen der Steuerlogik 5 und
dem einzig verbleibenden Konfigurationsregister 4 des VCS 3 auf
ein Vielfaches des herkömmlicherweise
zwischen der Steuerlogik 5 und sämtlichen Konfigurationsregistern stattfindenden
Verkehrs zunehmen würde.
Wenn zum Beispiel in dem MSP-Switch 1 die Verbindung zwischen
zwei Eingängen
und zwei Ausgängen über Kreuz
vertauscht werden soll, so ist es bei der Vermittlungseinheit aus 1 ausreichend, wenn die den
betroffenen Eingängen
entsprechenden Einträge im
Konfigurationsregister 2 überschrieben werden. Eine gleichwirkende Änderung über das
Konfigurationsregister 4 des VCS 3 vorzunehmen,
ist ungleich aufwändiger,
da eine Vielzahl von Ausgängen
gleichzeitig betroffen sein kann. Dabei ist die Zunahme des Datenverkehrs
um so stärker,
je größer die
Zahl m der Ein- und Ausgänge
der verschiedenen Matrizen und die Zahl n der Komponenten des Signal-Multiplex
ist.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist, eine Vermittlungseinheit für
ein Fernmeldenetz anzugeben, die hinsichtlich ihrer Steuerung mit
der oben beschriebenen herkömmlichen
Vermittlungseinheit kompatibel ist, und die eine erhebliche vereinfachte Vermittlungsmatrixstruktur
ermöglicht,
ohne dass die Vereinfachung durch eine Zunahme des Steuerdatenverkehrs
zwischen Steuerlogik und Vermittlungsmatrix erkauft ist.
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Die Aufgabe wird gelöst durch
eine Vermittlungseinheit mit den Merkmalen des Anspruches 1. Die
Wandlerschaltung der erfindungsgemäßen Vermittlungseinheit dient
gegenüber
der Steuerlogik als Empfänger
für sämtliche
eine Konfiguration betreffenden Steuerbefehle, die diese ausgibt,
egal, ob diese bei einer herkömmlichen
Vermittlungseinheit vom in 1 beschriebenen
Typ an den MSP-Switch, den VCS, den Bypass oder die MSP-Bridge zu
richten gewesen wären.
Die Datenmenge der Steuerbefehle, die die Steuerlogik der erfindungsgemäßen Vermittlungseinheit
an die Wandlerschaltung sendet, kann somit genauso gering gehalten
werden wie bei dem herkömmlichen
System aus 1. Da die
Wandlerschaltung in enger räumlicher
Nachbarschaft zu der Vermittlungsmatrix angebracht sein kann, sind
hohe Datenraten für
die Übertragung
von Steuerbefehlen zwischen der Wandlerschaltung und der Vermittlungsmatrix
leichter realisierbar als zwischen der Steuerlogik und der Wandlerschaltung.
Da außerdem die
Wandlerschaltung in der Lage ist, unterschiedliche Typen von Steuerbefehlen
der Steuerlogik zu verarbeiten, insbesondere die bei der herkömmlichen Vermittlungseinheit
an den MSP-Switch, den VCS, den Bypass oder die MSP-Bridge gesendeten
Steuerbefehle, kann im Rahmen der Erfindung eine völlig herkömmliche
Steuerlogik zum Einsatz kommen. Das heißt, dass das Steuerprogramm,
das von der Steuerlogik 5 abgearbeitet wird, mit einem
herkömmlichen,
für eine
Vermittlungseinheit mit dem in 1 gezeigten
Aufbau verwendeten Steuerprogramm identisch sein kann. Dadurch vereinfacht
sich die Entwicklung der erfin dungsgemäßen Vermittlungseinheit, und
Kosten werden eingespart.
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Bei Verwendung in einem SDH-Fernmeldesystem
wird der erste Freiheitsgrad der Vermittlung im Allgemeinen ein
räumlicher
Freiheitsgrad sein, d.h., der erste Freiheitsgrad legt fest, an
welchem Ausgangsanschluss der Vermittlungsmatrix eine gegebene Signalkomponente
eines an einem gegebenen Signaleingang eintreffenden Multiplex-Signals ausgegeben
wird. Der zweite Freiheitsgrad ist im Allgemeinen bei einem solchen
System ein zeitlicher Freiheitsgrad, d.h., er legt den Zeitschlitz
(oder die Zeitschlitze) fest, in denen eine gegebene Komponente
eines Multiplex-Eingangssignals am Ausgang der Vermittlungsmatrix
erscheint.
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Bei Zugrundelegung eines anderen
Typs von Multiplexübertragung,
z.B. Frequenzmultiplex, kann der zweite Freiheitsgrad der Vermittlung
auch ein Frequenzfreiheitsgrad sein.
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Vorzugsweise ist die Steuerlogik
auch ausgelegt, Steuerbefehle eines dritten Typs zu erzeugen, die
für eine
Gruppe von Verbindungen, genauer gesagt für die Gesamtheit der in einem
Multiplex-Signal enthaltenen Verbindungen, die Vermittlung der einzelnen
Verbindungen im zweiten Freiheitsgrad zulassen oder sperren.
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Um die Weiternutzung existierender
Steuerlogiken in einer erfindungsgemäßen Vermittlungseinheit zu
vereinfachen oder die Aufrüstung
bestehender Vermitt lungseinheiten in erfindungsgemäße Vermittlungseinheiten
zu erleichtern, ist es zweckmäßig, dass
jedem Typ von Steuerbefehl, den die Steuerlogik senden kann, eine
eigene Schnittstelle der Wandlerschaltung zum Empfang dieser Steuerbefehle, entsprechend
den diversen Konfigurationsregistern der herkömmlichen Vermittlungseinheit,
zugeordnet ist.
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Um Steuerbefehle schnell und effizient
in großer
Menge zwischen der Wandlerschaltung und der Vermittlungsmatrix übertragen
zu können,
ist es wünschenswert,
dass die Vermittlungsmatrix und die Wandlerschaltung in einer gemeinsamen
Baueinheit, z.B. einer gemeinsamen Leiterplatte, implementiert sind.
Die Steuerlogik hingegen kann in einer zweiten Baueinheit, z.B.
auf einer zweiten Leiterplatte implementiert sein, die mit der ersten
Leiterplatte über
ein Bus-System verbunden ist. Eine solche Steuerlogik kann auch
vorgesehen sein, um damit neben der Vermittlungsmatrix noch weitere
Komponenten der Vermittlungseinheit zu steuern.
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Gegenstand der Erfindung ist auch
ein mit der oben beschriebenen Vermittlungseinheit ausführbares
Vermittlungsverfahren, wie in Anspruch 11 definiert.
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Weitere Merkmale und Vorteile der
Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die beigefügten
Figuren. Es zeigen:
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1,
bereits behandelt, ein Blockdiagramm einer herkömmlichen Vermittlungseinheit;
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2 ein
Blockdiagramm einer Vermittlungseinheit mit einer Vermittlungsmatrix
und anderen Komponenten, die durch eine gemeinsame Steuerlogik gesteuert
sind;
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3 ein
Blockdiagramm einer eine Vermittlungsmatrix enthaltenden Baugruppe;
und
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4 schematisch
den Ablauf der Verarbeitung in der Wandlerschaltung gemäß der Erfindung.
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2 zeigt
ein stark schematisiertes Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Vermittlungseinheit
für ein
Fernmeldenetz. Die Vermittlungseinheit ist aufgebaut auf einer Mehrzahl
von Leiterplatten 12, 13, 17, die an
einer gemeinsamen Backplane montiert sind und über ein auf dieser Backplane
geführtes Bus-System 14 kommunizieren.
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Auf der Leiterplatte 12 ist
eine Steuerlogik 5 aufgebaut, die in Aufbau und Funktion
der Steuerlogik 5 aus 1 entsprechen
kann. Die Steuerlogik 5 ist als ein Mikrocontrollersystem
implementiert, welches Leitweglenkungsinformation der verschiedenen über die
Vermittlungseinheit zu führenden
Verbindungen empfängt
und anhand dieser Information eine Vermittlungsmatrixanordnung auf
der Leiterplatte 13 ansteuert.
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Die Leiterplatten 17 sind
so genannte Traffic-Karten,
die dazu dienen, von außen
eintreffende Nachrichtensignale zu terminieren und in ein in der Vermittlungseinheit
verarbeitbares Foramt umzuset zen, Störungen in den Nachrichtensignalen
zu erfassen etc..
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Das Blockdiagramm einer solchen Vermittlungsmatrixanordnung
ist in 3 gezeigt. Sie
umfasst vier Konfigurationsregister, die in Funktion und Größe jeweils
den Konfigurationsregistern 2, 4, 9 und 11 aus 1 entsprechen und daher
mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet sind und an dieser Stelle
nicht erneut im Detail erläutert
werden. Anders als bei dem Aufbau der 1 steuern
diese Register jedoch nicht direkt Vermittlungsmatrizen oder Schalter,
sondern sie sind mit einer Wandlerschaltung 15 verbunden,
die auf die Inhalte dieser Register zugreift, um sie in eine Gesamtkonfiguration
umzurechnen, die den Schaltzustand eines einzigen VCS 3 definiert,
dessen m Ein- und Ausgänge
jeweils unmittelbar die Ein- und Ausgänge der Vermittlungsmatrixanordnung
darstellen. Dies bedeutet, dass die von der Wandlerschaltung 15 ermittelte
Gesamtkonfiguration für
jeden Zeitschlitz des Multiplex-Signals an jedem Ausgang des VCS 3 einen
zugeordneten Eingang und Eingangszeitschlitz spezifiziert. Die Steuerdatenrate
zwischen Wandlerschaltung 15 und VCS 3, die erforderlich
ist, um die Konfiguration des VCS 3 aktuell zu halten,
muss im Allgemeinen größer sein als
die von der Steuerlogik 5 an die Wandlerschaltung 15 gesendete
Datenrate, doch ist diese Anforderung ohne Weiteres zu erfüllen, da
sich Wandlerschaltung 15 und VCS 3 auf der gleichen
Leiterplatte 13 befinden, so dass die Steuerdatenleitung 16 zwischen
beiden kurz ist und mit hoher Rate betrieben werden kann. Außerdem steht
die Steuerdatenleitung 16 ausschließlich für die Kommunikation zwischen
Wandlerschaltung 15 und VCS 3 zur Verfügung, wohingegen über das
Bus-System 14 gegebenenfalls mehrere Leiterplatten 13, 17 mit
jeweils für sie
spezifischen Steuerinformationen versorgt werden müssen.
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Während
die Steuerlogik 5 durch einen Mikroprozessor oder Mikrocontroller
und ein entsprechendes Steuerprogramm dafür realisiert sein kann, ist
für die
Wandlerschaltung 15 eine fest verdrahtete Logik bevorzugt,
um höchstmögliche Verarbeitungsgeschwindigkeiten
zu erreichen.
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Die von der Wandlerschaltung 15 durchzuführende Verarbeitung
ist theoretisch nicht weiter kompliziert, sie ist lediglich rechenintensiv
und unterliegt engen zeitlichen Randbedingungen, da zum Umrechnen
einer geänderten
MSP-Switch-Konfiguration, VCS-Konfiguration, Bypass-Konfiguration oder
MSP-Bridge-Konfiguration,
die die Steuerlogik 5 an die Wandlerschaltung 15 liefert,
in eine Gesamtkonfiguration für
den VCS 3 weniger als 50 ms, zur Verfügung stehen.
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Wenn m = k + 1 die Zahl der Eingänge (und der
Ausgänge)
der Vermittlungseinheit ist, und jeder Rahmen nach der SDH-Norm
n = 63 unabhängig voneinander
zu vermittelnde Kanäle
enthält,
so kann eine MSP-Switch-Konfiguration
(in 4 mit CMSP-S bezeichnet)
als ein m-komponentiger Vektor aufgefasst werden, dessen Komponenten
jeweils unter den Zahlen 1 bis m ausgewählt sind, wobei die i-te Zahl
des Vektors die Nummer des Eingangs des MSP-Switch angibt, der auf
den i-ten Ausgang durchgeschaltet wird; eine VCS-Konfiguration (in 4 mit CVCS bezeichnet)
kann aufgefasst werden als eine Matrix mit m Zeilen und n = 63 Spalten,
deren Elemente jeweils Zahlenpaare sind, wobei das Element in Zeile
i, Spalte j die Nummer ini,j des Eingangs
und die Nummer si,j des Zeitschlitzes auf
diesem Eingang spezifiziert, auf dem ein im j-ten Zeitschlitz des
i-ten Ausgangs des VCS ausgegebenes Nachrichtensignal empfangen
wird. Die m Bits der Bypass-Konfiguration CB spezifizieren,
welche der m Eingänge
des VCS – unter
Umgehung des VCS – direkt
und ohne eine Vertauschung von Zeitschlitzen innerhalb des Multiplex-Signals
des entsprechenden Eingangs – an den
entsprechend nummerierten Ausgang durchgeschaltet werden. Struktur
und Funktion der MSP-Bridge-Konfiguration CMSP-
B sind analog zur MSP-Switch-Konfiguration
CMSP-S
.
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In den Vektoren CMSP-S,
CMS
P-B und der Matrix CVCS kann es jeweils Komponenten geben, die
gleiche Zahlen bzw. Zahlenpaare enthalten; dies entspricht der Durchschaltung
eines Signalmultiplex bzw. einer Signalkomponente von einem Eingang
an mehrere Ausgänge.
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Um aus diesen vier Konfigurationen
eine Gesamtkonfiguration für
den VCS 3 der erfindungsgemäßen Vermittlungseinheit zu
berechnen, verknüpft die
Wandlerschaltung 15 zunächst
die VCS-Konfiguration CVCS und die Bypass-Konfiguration
CB, wie in 4 ge zeigt,
indem sie in jeder Zeile i der Matrix CVCS,
(der zweiten Zeile im Beispiel der 4),
für die ein
Bit mit Wert 1 in der Bypass-Konfiguration CB anzeigt,
dass ein Bypass geschaltet werden soll, die Elemente der Zeile mit
Zahlenpaaren i, j überschreibt,
wobei j jeweils die Nummer der Spalte ist, an der sich das betreffende
Element in der Konfigurationsmatrix CVCS befindet.
Die so geänderte
Zeile entspricht – an
einer Vermittlungseinheit mit dem in 1 gezeigten
herkömmlichen
Aufbau- einer Durchschaltung des Multiplex-Signals vom Eingang i =
2 zum Ausgang i = 2 des VCS 3 unter Beibehaltung seiner
zeitlichen Struktur.
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Die so erhaltene intermediäre Matrix
CINT muss noch mit den Konfigurationen CMSP-S von MSP-Switch und CMSP-
B von MSP-Bridge zur Gesamtkonfiguration
verknüpft
werden. Die Reihenfolge, in der dies geschehen kann, ist im Prinzip
beliebig. Die MSP-Bridge-Konfiguration
CMSP-B ist ein m-komponentiger Vektor, dessen
i-te Komponente jeweils die Nummer des Eingangs der MSP-Bridge angibt,
der zu ihrem i-ten Ausgang durchgeschaltet wird. Dies bedeutet:
Wenn wie im Beispiel der 4 die
erste Komponente von CMSP-B 2,
die zweite 1 und die m- te p ist, so wird dem ersten Ausgang der
durch die Komponenten der zweiten Zeile von CINT definierte
Signalmultiplex, dem zweiten Ausgang der Signalmultiplex der ersten
Zeile und dem m-ten Ausgang der der p-ten Zeile zugeführt. Dies
spiegelt sich in der in 4 gezeigten
Struktur der durch Verknüpfung
von CINT und CMSP-B erhaltenen
Matrix CINT' wider.
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Die MSP-Switch-Konfiguration CMSP-S ist ein m-komponentiger Vektor, desen i-te Komponente
ci bei dem herkömmlichen Aufbau der 1 jeweils die Nummer des
Eingangs des MSP-Switch angibt, der zu dessen i-tem Ausgang durchgeschaltet
wird. Durch Verknüpfung
dieses Vektors mit CINT' wird die Gesamtkonfiguration C wie
in 4 gezeigt erhalten, mit
der die Wandlerschaltung 15 den VCS 3 der erfindungsgemäßen Vermittlungseinheit
ansteuert.