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TECHNISCHES GEBIET
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung
für die Montage
eines Dichtringes in einer Ringnut eines Maschinenteiles, insbesondere
eines Schließgliedes eines
Ventils, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 7 .
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Die in Rede stehende Dichtringgeometrie und
Ringnutausgestaltung und -anordnung ist beispielsweise aus der Firmendruckschrift
GEA Tuchenhagen, VA-RIVENT-Ventile,
020/0d-99, ersichtlich. Diese Ventile besitzen wenigstens ein als
Sitzteller ausgebildetes Schließglied,
an dessen Umfang wenigstens eine Sitzdichtung in Gestalt eines in
eine Ringnut eingelegten Dichtringes angeordnet ist. Diese Sitzdichtung
wirkt mit einer konischen Sitzfäche zusammen,
wobei die jeweilige Sitzdichtung in der Schließlage des zugeordneten Schließgliedes
dadurch druckentlastet wird, dass dann der Sitzteller auf der zugeordneten
Sitzfläche
metallisch zur Anlage kommt. Dabei muss, wie dies auf Seite 5 der
vorgenannten Firmendruckschrift ersichtlich ist, die Dichtlippe
des als sog. V-Ring ausgebildeten Dichtringes asymmetrisch zur Mittelsenkrechten
der Basislinie ausweichen können.
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Bei den sog. Doppelsitzventilen,
ebenfalls beschrieben in der oben erwähnten Firmendruckschrift, verfügt der Sitzteller
neben dem vorgenannten Sitzdichtring über einen weiteren Dichtring,
der an einer Stirnfläche
des Sitztellers in Form eines sog. Mitteldichtringes in einer Ringnut
angeordnet ist und der in der Offenstellung des Doppelsitzventils
eine Abdichtung eines zwischen den beiden Schließgliedern eingeschlossenen
Leckagehohlraumes gegenüber
dem Außenbereich
der Schließglieder
sicherstellt.
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Ein weiteres Doppelsitzventil, das
leckagefrei schaltet, wie es auf Seite 3, rechts, der vorgenannten
Firmendruckschrift ersichtlich ist, besitzt neben dem vorstehend erwähnten Sitzteller
mit dem Sitzdichtring und dem Mitteldichtring ein als Schieberkolben
ausgebildetes zweites Schließglied,
das an seiner zylindrischen Umfangsfläche einen ausschließlich in
radialer Richtung wirkenden Dichtring, einen sog. Radialdichtring,
besitzt.
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Die Montage des letztgenannten Radialdichtringes
in einer Ringnut eines als Schieberkoiben ausgebildeten Schließgliedes
ist relativ unproblematisch, weil dieser Dichtring durch axiales
Zusammenpressen seiner Flanken so weit verjüngt werden kann, dass er in
die zugeordnete Umfangsnut unter Wirkung seiner radialen Eigenspannung
fast von selbst hineingleitet. Eine mögliche Lösung für eine diesbezügliche Dichtungsmontage
ist aus der
DE 199
53 475 A1 , insbesondere
1 bis
3, bekannt. Dort ist ein
Montagewerkzeug für
die Montage eines Dichtringes in einer Ringnut eines radial nach
außen ragenden
Dichtungsabschnittes eines Maschinenteils, insbesondere Ventiltellers,
beschrieben, das eine pneumatische Kolben-Zylinder-Einheit zum gleichmäßigen Einpressen
des Dichtringes in die Ringnut umfasst. In diesem Zusammenhang wird weiter
vorgeschlagen, dass die pneumatische Kolben-Zylinder-Einheit einen
Arbeitskolben mit einem axial vorspringenden, ringförmigen Montageabschnitt
aufweist, der durch Beaufschlagung der Kolben-Zylinder-Einheit mit
Pressluft den Dichtring gleichmäßig in die
Ringnut hineinpresst.
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Wie leicht ersichtlich ist, lässt sich
mit dem bekannten Montagewerkzeug der in der Stirnfläche des
Sitztellers eines Doppelsitzventils angeordnete Mitteldichtring
nicht montieren. Darüber
hinaus hat sich gezeigt, dass die vorgeschlagene Montage des Sitzdichtringes äußerst problematisch
ist. Das gleichzeitige, vollumfängliche
Einpressen dieses Sitzdichtringes erfordert einerseits eine relativ
große
Kraft, andererseits kommt es bei nicht ausreichender Schmierung
zu Beschädigungen
an dem Dichtring, wobei dieser beim Zusammenpressen durch die in Frage
kommenden Bauteile regelrecht zerschnitten werden kann. Gemäß der
DE 199 53 475 A1 wird
dieses Problem dadurch gelöst,
dass speziell für
die automatische Montage mit diesem Montagewerkzeug ausgestaltete
Ringdichtungen verwendet werden.
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Aus den vorgenannten Gründen wurden
bislang die Sitz- und die Mitteldichtringe manuell montiert, wobei
diese manuelle Montage nicht nur den Austausch von Dichtungen im
Zuge der Wartung verschlissener Dichtungen sondern auch generell
die erstmalige Bestückung
der Schließglieder
im Zuge der Serienfertigung derartiger Ventile betrifft. Als Montagewerkzeug
wird in diesem Zusammenhang eine messerartige, gut gerundete Klinge
verwendet, die in einem Griffstück
befestigt ist. Der Umgang mit diesem sog. „Kartoffelmesser" erfordert viel Kraft
und Geschicklichkeit, damit einerseits der Dichtring oder das Schließglied nicht
beschädigt
werden und andererseits das bestehende Verletzungsrisiko für den Monteur
minimiert wird.
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Da die vorstehend beschriebene Praxis
erkennbar unbefriedigend ist, hat es bislang nicht an weiteren Versuchen
gefehlt, den Vorgang der Montage der in Frage kommenden Dichtringe
maschinell und automatisiert zu verwirklichen. Es wurde beispielsweise
in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, den Dichtring mittels einer
drehbar gelagerten Messerrolle in die zugeordnete Ringnut hinein
zu drükken.
Dabei wurde der Sitzteller in Drehung versetzt und die Messerrolle
wurde unter radialer Vorspannung auf den in der Ringnut vormontierten
Dichtring aufgesetzt. Durch diese Vorgehensweise gelingt es zwar,
den Dichtring an der jeweiligen Einpressstelle in die zugeordnete
Nut hinein zu verbringen, jedoch zeigt sich nach einem Umlauf des
Sitztellers, dass der Dichtring insgesamt gereckt wird und dadurch
am Ende des Umlaufs eine Schlaufe bildet, sodass er im Bereich dieser
Schlaufe nicht mehr in die Ringnut eingezogen werden kann.
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Es wurde weiterhin versucht, sowohl
den Sitzdichtring (ähnlich
wie beim Montagewerkzeug gemäß
DE 199 53 475 A1 )
als auch den Mitteldichtring jeweils mit einer sog. Einpressbuchse
mittels einer pneumatischen oder hydraulischen Presse in die zugeordnete
Ringnut einzupressen. Dabei erfasst die Einpressbuchse den Dichtring über dessen
gesamtem Umfang, so dass ein relativ großer Kraftaufwand erforderlich
ist. Darüber
hinaus wurde der Dichtring in vielen Fällen durch die Einpressbuchse
regelrecht zerteilt oder zumindest stark beschädigt. Darüber hinaus wurde beobachtet,
dass die beim Einpressen des Dichtringes in die Ringnut komprimierte
Luft den Dichtring nach Entfernen der Einpressbuchse regelrecht
aus der Ringnut herauskatapultiert. Hierfür ist u.a. auch die Notwendigkeit
verantwortlich, dass der Dichtring vor der Montage thermisch und/oder
mit einem Gleitmittel behandelt wird, damit er sich überhaupt
unter vertretbarem Kraftaufwand und ohne die Gefahr einer Zerstörung in
die Ringnut einpressen lässt.
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Für
die in Rede stehenden Dichtringe wird als Werkstoff vorzugsweise
FKM (Fluorkautschuk) oder EPDM (Ethylene Propylene Diene Monomer) verwendet.
Die Dichtringe aus EPDM werden vor der Montage mit einer Spülmittellösung benetzt,
damit sie besser in die Nut gleiten und sich dort gleichmäßig verteilen.
Die Dichtringe aus FKM sind sehr zäh und hart. Diese Dichtringe
werden vor der Montage in kochendes Wasser gelegt und mit Lebensmittelfett behandelt.
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Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Vorrichtung der gattungsgemäßen Art
zu schaffen, die automatisch, zuverlässig und dichtungsschonend
arbeitet und darüber
hinaus einfach und sicher in der Handhabung ist.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Vorrichtung sind Gegenstand der Unteransprüche. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
findet Anwendung auf Dichtringe mit den Merkmalen des Anspruchs
18. Ein vorteilhaftes Verfahren zur Montage eines Dichtringes nach
Anspruch 18 in einer umfangsseitigen ersten Ringnut oder in einer
stirnseitigen zweiten Ringnut eines Dichtungsabschnittes eines Maschinenteils
ist durch die Merkmale des Anspruchs 19 bzw. 20 gegeben.
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Durch die vorgeschlagene Vorrichtung
wird die manuelle Montage eines Dichtringes der in Rede stehenden
Art sowohl hinsichtlich der Ausgestaltung des bislang manuell betätigten Werkzeuges
als auch hinsichtlich der bislang manuell ausgeführten Werkzeugkinematik maschinell „nachempfunden". Zu diesem Zweck
sind eine drehbar gelagerte Spanneinrichtung zur Aufnahme und Festlegung
des Ma schinenteils sowie eine Antriebsvorrichtung zur Drehung des
Maschinenteils um die Rotationsachse vorgesehen. Das sog. „Kartoffelmesser" wird durch ein eine Messerscheibe
tragendes Werkzeug nachgebildet. Diese Messerscheibe ist hinsichtlich
ihrer Dickenbemessung annähernd
wie das Kartoffelmesser ausgeführt.
Die Messerscheibe greift mit ihrem Umfang in die erste Ringnut für den Sitzdichtring
ein und führt dort
einen zur Rotationsachse gerichteten radialen ersten Pendelhub aus.
Für die
in der Stirnfläche
des Dichtungsabschnittes des Maschinenteils angeordnete Ringnut
wird ebenfalls ein mit einer Messerscheibe bestücktes Werkzeug verwendet, das
in gleicher Weise in die zweite Ringnut eingreift und dort zeitgleich
einen zur Rotationsachse gerichteten radialen zweiten Pendelhub
sowie einen zur Rotationsachse parallelen axialen Pendelhub ausführt.
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Um den Verschleiß und die Beschädigungsgefahr
an dem Dichtring zu minimieren wird vorgeschlagen, dass die Messerscheibe
jeweils rotationssymmetrisch ausgebildet und jeweils um diese Symmetrieachse
drehbar gelagert ist.
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Die Pendelhübe der beiden zur Anwendung kommenden
Werkzeuge werden jeweils durch eine Antriebsvorrichtung erzeugt.
Dabei ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass mehrere, zeitlich aufeinander folgende Pendelhübe den gesamten
Umfang der jeweiligen Ringnut in Form von Eingriffsbereichen abschnittsweise
und in Umfangsrichtung fortschreitend erfassen und dadurch den jeweiligen
Dichtring in die zugeordnete Ringnut einpressen.
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Da die maschinelle Montagebewegung
unter definierten, reproduzierbaren Bedingungen erfolgt, wird die
Montage des Dichtringes zuverlässig
und in jedem Falle dichtungsschonend durchgeführt. Die Handhabung der vorgeschlagenen
Vorrichtung ist denkbar einfach und kann daher auch von weniger qualifiziertem
Personal durchgeführt
werden. Der apparative Aufwand hält
sich in Grenzen und der Antrieb der Vorrichtung erfolgt elektrisch,
so dass die vorgeschlagene Vorrichtung nicht nur in der Serienfertigung
bei großen
Stückzahlen,
sondern ohne weiteres auch am Einsatzort der mit Dichtringen auszustattenden
Maschinenteile im Rahmen von Wartungsarbeiten zur Anwendung kommt.
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Die vorgeschlagene Vorrichtung vereinfacht sich,
wenn, wie dies vorgeschlagen wird, die Antriebsvorrichtungen für die Drehbewegung
des Maschinenteils und für
die jeweiligen Pendelhübe
kinematisch gekoppelt sind.
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Es ist weiterhin vorgesehen, dass
sich die durch die jeweiligen Pendelhübe abgedeckten Eingriffsbereiche
in die Ringnut mit oder alternativ auch entgegen der Antriebsrichtung
des Maschinenteils anordnen. Bei der kinematischen Kopplung der
Antriebsvorrichtungen ist der gegenüber der Antriebsrichtung vor-
oder nacheilende Werkzeugeingriff ohne großen Steuerungsaufwand zu realisieren.
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Eine einwandfreie Einbettung des
Dichtringes in die jeweilige Ringnut wird dann in besonderer Weise
sichergestellt, wenn, wie dies weiterhin vorgesehen ist, die Eingriffsbereiche
den Umfang der Ringnut lückenlos
abdecken. In diesem Zusammenhang hat es sich als besonders vorteilhaft
herausgestellt, wenn sich der jeweilige Eingriffsbereich über ein Zwölftel des
Umfangs der Ringnut, dementsprechend jeweils über einen Eingriffswinkel von
30 Grad, erstreckt.
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Die Vorrichtung ist hinsichtlich
ihrer Arbeitsweise zuverlässig
und hinsichtlich ihrer konstruktiven Ausgestaltung gleichermaßen einfach,
wenn sie gemäß einer
weiteren Ausgestaltung derart beschaffen ist, dass jede volle Umdrehung
des Maschinenteiles jeweils einen Pendelhub generiert.
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Eine weitere Ausgestaltung der vorgeschlagenen
Vorrichtung gemäß der Erfindung
sieht vor, dass die Werkzeuge in Bezug auf die Rotationsachse des
Dichtungsabschnittes diametral einander gegenüberliegend angeordnet sind.
Durch diese Ausgestaltung können
in einem Arbeitsgang sowohl der Sitzdichtring als auch der Mitteldichtring
in die jeweilige Nut eines sog. Doppeltellers eines Doppelsitzventils eingepresst
werden.
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Die notwendigen Pendelhübe zum Einpressen
der Dichtringe in die zugeordnete Ringnut stellen relativ einfache
kinematische Bewegungsformen dar, die mit han delsüblichen
Vorrichtungskomponenten realisiert werden können. So wird vorgeschlagen, dass
das erste Werkzeug, das den radialen ersten Pendelhub ausführt, in
einem Querschlitten angeordnet ist, der von einem auf einer ersten
Welle angeordneten ersten Exzenter gegen die Rückstellkraft einer ersten Feder
in Richtung des radialen ersten Pendelhubes angetrieben ist. Da
die erste Welle parallel zur Rotationsachse des Maschinenteils verläuft, lässt sich
diese denkbar einfach über
ein erstes Zahnradgetriebe, beispielsweise mittels eines einfachen
einstufigen Stirnradgetriebes, durch die Antriebsvorrichtung antreiben.
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Gemäß einem weiteren Vorschlag
ist das zweite Werkzeug, das den radialen zweiten Pendelhub und,
diesem zeitgleich überlagert,
den axialen Pendelhub ausführt,
auf einem Stößel drehbeweglich gelagert.
Dieser Stößel ist
von einem auf einer zweiten Welle angeordneten zweiten Exzenter
gegen die Rückstellkraft
einer zweiten Feder in Richtung des radialen zweiten Pendelhubes
angetrieben. Der Stößel ist
in einer Lagerbohrung eines Vertikalschlittens in Richtung des radialen
zweiten Pendelhubes axial geführt,
wobei der Stößel zusammen
mit dem Vertikalschlitten, letzterer angetrieben von einem mit der zweiten
Welle umlaufenden Nocken, gegen die Rückstellkraft einer dritten
Feder den axialen Pendelhub ausführt.
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Auch die zweite Welle wird in vorteilhafter Weise über ein
zweites Zahnradgetriebe, beispielsweise mittels eines einstufigen
Stirnradgetriebes, durch die Antriebsvorrichtung angetrieben.
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Die Vorrichtung ist in vorteilhafter
Weise so konstruktiv ausgestaltet, dass die Spanneinrichtung auf
Maschinenteile unterschiedlicher Nennweite umrüstbar ist. Dies erfordert jeweils
andere Werkzeugpositionen in deren jeweiliger Eingriffslage. Um
dies mit minimalem Aufwand zu realisieren wird vorgeschlagen, dass
die Vorrichtung durch Austausch des Querschlittens auf erste Werkzeuge
oder durch Austausch des Stößels auf
zweite Werkzeuge jeweils für Maschinenteile
unterschiedlicher Nennweite umrüstbar
ist.
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Um den Mitteldichtring in der zugeordneten Ringnut
innerhalb der in der Regel glattflächigen Stirnfläche des
Sitztellers sicher vorzumontieren, damit das zweite Werkzeug zum
Eingriff gebracht werden kann, sieht eine weitere Ausführungsform
der vorgeschlagenen Vorrichtung gemäß der Erfindung vor, dass die
zweite Ringnut inenseits von der äußeren Mantelfläche einer
Trägerhülse koaxial
und bündig
berandet ist, die sich mit ihrem stirnseitigen Ende unter der Wirkung
einer vorgespannten Niederhalterfeder auf der Stirnfläche abstützt und
innerhalb einer bis an die Ringnut heranführ- und dort festlegbaren Niederhalterhülse verschieblich
ist.
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Im Gegensatz zum Montagewerkzeug
gemäß
DE 199 53 475 A1 ,
bei dem speziell für
die automatische Montage mit diesem Montagewerkzeug ausgestaltete
Ringdichtungen verwendet werden, kommt bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung
ausschließlich
ein Dichtring zur Verwendung, der allein nach den Anforderungen
für Ventile
in modernen Prozessanlagen zur Flüssigkeitsverarbeitung, insbesondere
Anlagen der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, optimiert ist.
Dieser Dichtring, der gleichermaßen geeignet ist als Sitzdichtring
und als Mitteldichtring, weist eine diesen Dichtring durch Rotation um
die Rotationsachse erzeugende Querschnittsfläche auf, die begrenzt ist durch
eine Basislinie, durch Flankenlinien, die im Wesentlichen symmetrisch
zur Mittelsenkrechten der Basislinie orientiert sind und die Querschnittsfläche, ausgehend
von der Basislinie, verjüngen,
sowie durch eine konvexe Dichtlippe, die ihren Scheitelpunkt auf
der der Rotationsachse abgewandten Seite der Mittelsenkrechten und
im Abstand von dieser hat. Die konvexe Dichtlippe wird mit der ersten
Flankenlinie mittels einer ersten Übergangslinie verbunden, wobei
diese im Wesentlichen parallel zur Mittelsenkrechten verläuft und
einerseits tangential an die konvexe Dichtlippe anschließt und andererseits
mit einer Rundung in die erste Flankenlinie übergeht. Für den Übergang von der konvexen Dichtlippe
zur zweiten Flankenlinie ist eine zweite Übergangslinie vorgesehen, die
eine geringere Neigung als die zweite Flankenlinie aufweist, die
einerseits tangential an die Dichtlippe anschließt und andererseits gerundet
in die zweite Flankenlinie übergeht.
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In einem vorteilhaften Verfahren
zur Montage eines ersten Dichtringes in einer umfangsseitigen ersten
Ringnut eines Dichtungsabschnittes eines Maschinenteils, insbesondere
eines Sitztellers eines Schließgliedes
eines Ventils, unter Verwendung einer Vorrichtung der vorbeschriebenen
Art sind folgende Vertahrensschritte vorgesehen:
- – Das Maschinenteil
wird an einem Schaft aufgenommen,
- – dabei
wird die Messerscheibe des Werkzeuges auf die Position der ersten
Ringnut ausgerichtet und
- – der
Schaft wird in der Spanneinrichtung festgelegt;
- – der
erste Dichtring wird auf der Mantelfläche des Dichtungsabschnittes
derart vormontiert, dass der zwischen der Basislinie und der zweiten
Flankenlinie gebildete Vorsprung des ersten Dichtringes in die erste
Ringnut eingreift und sich dort verkeilt;
- – die
Spanneinrichtung wird durch die Antriebsvorrichtung in Drehung versetzt;
- – die
zweite Messerscheibe des Werkzeuges führt eine vorgegebene Anzahl
von Pendelhüben
aus, die den ersten Dichtring vollständig in die erste Ringnut einpressen;
- – die
Antriebsvorrichtung wird stillgesetzt, die Spanneinrichtung wird
gelöst
und der Schaft wird aus dieser entnommen.
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In einem weiteren vorteilhaften Verfahren
zur Montage eines zweiten Dichtringes in einer stirnseitigen zweiten
Ringnut eines Dichtungsabschnittes eines Maschinenteils, insbesondere
eines Sitztellers eines Schließgliedes
eines Ventils, unter Verwendung einer Vorrichtung der vorbeschriebenen
Art sind folgende Verfahrensschritte vorgesehen:
- – Das Maschinenteil
wird ggf. an dem Schaft aufgenommen,
- – dabei
wird die zweite Messerscheibe des Werkzeuges auf die Position der
zweiten Ringnut ausgerichtet und
- – der
Schaft wird ggf. in der Spanneinrichtung festgelegt;
- – der
zweite Dichtring wird auf die Trägerhülse derart
aufgeschoben, dass die zweite Flankenlinie letztere berührt;
- – die
Trägerhülse wird
mit ihrem stirnseitigen Ende unter der Wirkung der Vorspannkraft
einer Niederhalterfeder so auf die Stirnfläche aufgesetzt, dass die äußere Mantelfläche der
Trägerhülse die
zweite Ringnut innenseits koaxial und bündig berandet;
- – die
Niederhalterhülse
wird gegen die Vorspannkraft der Niederhalterfeder so weit auf der äußeren Mantelfläche der
Trägerhülse in Richtung
der zweiten Ringnut koaxial verschoben, dass der zweite Dichtring
teilweise von der Trägerhülse abgestreift
wird, dadurch mit seinem zwischen der Basislinie und der zweiten
Flankenlinie gebildeten Vorsprung in die zweite Ringnut eingreift
und sich dort verkeilt;
- – die
Niederhalterhülse
wird in dieser axialen Position arretiert;
- – die
Spanneinrichtung wird ggf. durch die Antriebsvorrichtung in Drehung
versetzt;
- – die
zweite Messerscheibe des Werkzeuges führt eine vorgegebene Anzahl
von radialen zweiten Pendelhüben
in Verbindung mit axialen Pendelhüben aus, die den zweiten Dichtring
vollständig
in die zweite Ringnut einpressen;
- – ggf.
werden die Antriebsvorrichtung stillgesetzt, der Niederhalter nach
oben verschoben, die Spanneinrichtung gelöst und der Schaft aus dieser
entnommen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung
gemäß der Erfindung
sowie Darstellungen ihrer Wirkungsweise in Bezug auf den zur Verwendung
kommenden Dichtring sind in der Zeichnung dargestellt und werden
nachfolgend beschrieben. Es zeigen 1 einen
Mittelschnitt durch ein als Doppelteller ausgebildetes Schließglied für ein Doppelsitzventil mit
einer umfangsseitig angeordneten ersten Ringnut für einen
Sitzdichtring und mit einer stirnseitig angeordneten zweiten Ringnut
für einen
Mitteldichtring;
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2 in
vergrößerter Darstellung
die Anordnung eines ersten Werkzeuges in seiner Eingriffsposition
in die erste Ringnut;
-
2a in
vergrößerter Darstellung
einen in der ersten Ringnut vormontierten Sitzdichtring in Verbindung
mit einer am ersten Werkzeug angeordneten ersten Messerscheibe gemäß 2;
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3 in
vergrößerter Darstellung
die Anordnung eines zweiten Werkzeuges in seiner Eingriffsposition
in die stirnseitige zweite Ringnut;
-
3a vergrößerter Darstellung
einen in der zweiten Ringnut vormontierten Mitteldichtring im Zusammenwirken
mit einer Träger-,
einer Niederhalterhülse
und einer am zweiten Werkzeug angeordneten zweiten Messerscheibe
gemäß 3;
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4 in
schematischer Darstellung die durch die jeweiligen Pendelhübe abgedeckten
Eingriffsbereiche in die Ringnut, die sich über deren Umfang mit der Antriebsrichtung
des Schließgliedes
anordnen;
-
5 eine
Perspektive des oberen Bereichs der Vorrichtung gemäß der Erfindung
und
-
6 gleichfalls
in perspektivischer Darstellung die Vorrichtung gemäß
-
5,
wobei das Schließglied,
die im Eingriff befindlichen Werkzeuge sowie deren wesentliche Antriebseinrichtungen
geschnitten dargestellt sind.
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- 1
- Maschinenteil/Schließglied
- 1a
- Schaft
- 1b
- Dichtungsabschnitt/Sitzteller
- 1c
- Stirnfläche
- 1d
- (sitzseitige)
erste Ringnut
- 1e
- (stirnseitige)
zweite Ringnut
- 1f
- Mantelfläche
- 1
g
- zylindrischer
Ansatz
- 2
- erster
Dichtring (Sitzdichtring)
- 3
- zweiter
Dichtring (Mitteldichtring)
- 4
- erstes
Werkzeug
- 4a
- erste
Messerscheibe
- 4b
- erster
Schaft
- 4c
- erste
Lagerachse
- 5
- zweites
Werkzeug
- 5a
- zweite
Messerscheibe
- 5b
- zweiter
Schaft
- 5c
- zweite
Lagerachse
- 6
- Spanneinrichtung
- 7
- Klemmhebel
- 8
- Distanzscheibe
- 9
- Tisch
- 10
- Tischplatte
- 11
- Querschlitten
- 11a
- Lagerbohrung
- 12
- Vertikallager
- 13
- erster
Exzenter
- 14
- erste
Welle
- 15
- Radialführung
- 16
- erste
Feder
- 17
- Stößel
- 18
- zweiter
Exzenter
- 19
- zweite
Welle
- 20
- Nockenscheibe
- 21
- Nocken
- 22
- Vertikalschlitten
- 22a
- Führungsbohrung
- 23
- Vertikalführung
- 24
- Rolle
- 25
- Werkzeuglagerung
- 26
- zweite
Feder
- 27
- dritte
Feder
- 28
- Niederhalter
- 29
- Deckel
- 30
- Traverse
- 31
- Radiallager
- 32
- Axiallager
- 33
- erste
Führungsstange
- 34
- zweite
Führungsstange
- 35
- Lagerteil
- 36
- Niederhalterhülse
- 37
- Trägerhülse
- 38
- Niederhalterfeder
- 39
- Rastriegel
- a1
- erste
Antriebsvorrichtung
- a2
- zweite
Antriebsvorrichtung
- e1, e2,
-
- ...,
en
- Eingriffsbereiche
- h1
- radialer
erster Pendelhub
- h2
- radialer
zweiter Pendelhub
- h3
- axialer
Pendelhub
- I1
- erste
Drehachse
- I2
- zweite
Drehachse
- q
- Querschnittsfläche
- r1
- erste
Drehrichtung
- r2
- zweite
Drehrichtung
- s1
- erste
Symmetrieachse
- s2
- zweite
Symmetrieachse
- A
- Antriebsvorrichtung
- B
- Basislinie
- F1
- erste
Flankenlinie
- F2
- zweite
Flankenlinie
- K
- Dichtlippe
- L
- Rotationsachse
- R
- Antriebsrichtung
- S
- Scheitelpunkt
- SM
- Mittelsenkrechte
- U1
- erste Übergangslinie
- U2
- zweite Übergangslinie
- Z1
- erstes
Zahnradgetriebe
- Z2
- zweites
Zahnradgetriebe
- α
- Winkel
der ersten Ringnut gegen die Rotationsachse L
- ε
- Eingriffswinkel
-
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
-
Ein Schließglied 1 (1), ein sog. Doppelteller
eines Doppelsitzventils, besteht aus einem Sitzteller 1b und
einem sich an diesen anschließenden Schaft 1a.
1m Bereich einer Mantelfläche 1f des
Sitztellers 1b ist eine erste Ringnut 1d angeordnet,
die einen ersten Dichtring 2, einen sog. Sitzdichtring,
aufnimmt. Eine erste Symmetrieachse s, (s. 2 und 3)
des Nutquerschnittes der ersten Ringnut 1d ist unter einem
spitzen Winkel a zur Rotationsachse L des Schließgliedes 1 orientiert.
-
In einer Stirnfläche 1c (1) eines zylindrischen Ansatzes
1 g am Sitzeeller 1b ist in einer zweiten Ringnut 1e ein
zweiter Dichtring 3, ein sog. Mitteldichtring, angeordnet,
wobei eine zweite Symmetrieachse s2 (s. 2 und 3) des Nutquerschnittes der zweiten Ringnut 1e parallel
zur Rotationsachse L der Mantelfläche 1f orientiert
ist.
-
In die erste Ringnut 1d (2) greift eine an einem
ersten Werkzeug 4 endseitig angeordnete erste Messerscheibe 4a ein,
die um eine erste Lagerachse 4c eines ersten Schaftes 4b eine
Drehrichtung ausführen
kann. Darüber
hinaus vollzieht das erste Werkzeug 4 einen zur ersten
Lagerachse 4csenkrecht orientierten radialen ersten Pendelhub h1. Dieser ist derart bemessen, dass durch
ihn der in der ersten Ringnut 1d vormontierte Sitzdichtring 2 (2a) im jeweiligen Eingriffsbereich
e1, e2 bis en (4)
in die erste Ringnut 1d vollständig eingepresst wird.
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Bei der Vormontage des ersten Dichtringes 2 wird
dieser teilweise derart in die zugeordnete erste Ringnut 1d eingeführt, dass
sich der zwischen einer Basislinie B und einer zweiten Flankenlinie
F2 gebildete Vorsprung dort verkeilt (2a).
-
Im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die Hubfrequenz des radialen ersten Pendelhubes h1 derart
auf die Umfangsgeschwindigkeit des Schließgliedes 1 (s. auch 4) abgestimmt, dass die
durch die radialen ersten Pendelhübe h1 abgedeckten
Eingriffsbereiche e1, e2 ...
bis en in die erste Ringnut 1d sich
mit einer Antriebsrichtung R des Schließgliedes 1 anordnen
und dabei den Umfang der ersten Ringnut 1d lückenlos
abdecken. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn sich
der jeweilige Eingriffsbereich e1 bis en über
ein Zwölftel
des Umfangs der ersten Ringnut 1d erstreckt, was einem Eingriffswinkel ε = 30 Grad
entspricht. Die zwangsweise kinematische Kopplung zwischen dem radialen
ersten Pendelhub h1 und der Drehbewegung
des Schließgliedes 1 in Antriebsrichtung
R wird so gewählt,
dass jede volle Umdrehung des Schließgliedes 1 jeweils
einen radialen ersten Pendelhub h1 generiert,
und dass der nachfolgende Pendelhub h1 bereits
dann in die erste Ringnut 1d eingreift, wenn das Schließglied 1 eine Drehung
um vorzugsweise 330 Grad ausgeführt
hat.
-
Die Kopplung des radialen ersten
Pendelhubes h1 und die Drehung des Schließgliedes 1 in
Antriebsrichtung R lässt
sich alternativ auch derart ausgestalten, dass der jeweils nachfolgende
radiale erste Pendelhub h1 dann in die erste
Ringnut 1d eingreift, wenn das Schließglied eine Umdrehung von 390
Grad ausgeführt
hat. In diesem Falle sind die Eingriffsbereich e1,
e2 bis en in die
erste Ringnut 1d entgegen der Antriebsrichtung R des Schließgliedes 1 lückenlos
angeordnet.
-
Das Einpressen des Mitteldichtringes 3 in
die stirnseitige zweite Ringnut 1e ( 3 und 3a)
erfolgt über
ein mit einer zweiten Messerschneide 5a ausgestattetes
zweites Werkzeug 5. Dieses führt einen in Richtung einer
zweiten Lagerachse 5c eines zweiten Schaftes 5b und
damit senkrecht zur Rotationsachse L gerichteten radialen zweiten
Pendelhub h2 sowie einen zur Rotationsachse
L parallelen axialen Pendelhub h3 aus. Der
radiale zweite Pendelhub h2 wird in Richtung
zur Rotationsachse L hin durch eine Niederhalterhülse 36,
die koaxial eine Trägerhülse 37 umschließt (s. auch 6), begrenzt. Auch die an
dem zweiten Werkzeug 5 angeordnete zweite Messerscheibe 5a ist
rotationssymmetrisch ausgebildet und um die zweite Lagerachse 5c drehbar
gelagert. Auch für
die durch die jeweiligen Pendelhübe
h2 und h3 abgedeckten Eingriffsbereiche e1,
e2 bis en in die zweite
Ringnut 1e gelten die vorstehend im Zusammenhang mit dem
radialen ersten Pendelhubs h1 bereits beschriebenen
kinematischen Zusammenhänge uneingeschränkt.
-
Die Pendelhübe h2,
h3 der zweiten Messerscheibe 5a sind
derart bemessen, dass der in der zweiten Ringnut 1e vormontierte
Mitteldichtring 3 (3a)
im jeweils durch diese Pendelhübe
h2, h3 abgedeckten Eingriffsbereiche e1,
e2 bis en in die zweite
Ringnut 1e vollständig
in letztere eingepresst wird. Zur Vormontage des Mitteldichtrings 3 wird
dieser auf die Trägerhülse 37 derart
aufgeschoben, dass seine zweite Flankenlinie F2 letztere berührt. Alsdann
wird die Trägerhülse 37 mit
ihrem stirnseitigen Ende unter der Wirkung der Vorspannkraft einer Niederhalterfeder 38 (s. 6) so auf die Stirnfläche 1c aufgesetzt,
dass die äußere Mantelfläche der
Trägerhülse 37 die
zweite Ringnut 1e innenseits koaxial und bündig berandet.
Anschließend
wird die Niederhalterhülse 36 gegen
die Vorspannkraft der Niederhalterfeder 38 so weit auf
der äußeren Mantelfläche der
Trägerhülse 37 in
Richtung der zweiten Ringnut 1e koaxial verschoben, dass
der Mitteldichtring 3 teilweise von der Trägerhülse 37 abgestreift
wird, dadurch mit seinem zwischen der Basislinie B und der zweiten
Flankenlinie F2 gebildeten Vorsprung in die zweite Ringnut 1e eingreift
und sich dort verkeilt. Die Niederhalterhülse 36 wird in dieser
axialen Position arretiert, anschließend wird eine Spanneinrichtung 6 ( 5 und 6) durch eine Antriebsvorrichtung A in Drehung
versetzt. Die zweite Messerscheibe 5a führt vorzugsweise zwölf radiale
zweite Pendelhübe
h2 in Verbindung mit der gleichen Anzahl
axialer Pendelhübe
h3 aus, die den Mitteldichtring 3 vollständig in die
zweite Ringnut 1e einpressen. Anschließend wird die Antriebsvorrichtung
A stillgesetzt, die Spanneinrichtung 6 wird gelöst und der
Schaft 1a des Schließgliedes 1 wird
aus letzterer entnommen.
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Die 2a und 3a zeigen eine Dichtungsgeometrie,
die an die Erfordernisse optimal angepasst wurden, denen Ventile
in modernen Prozessanlagen zur Flüs sigkeitsverarbeitung, insbesondere
in Anlagen der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, ausgesetzt sind.
Ein derartiger Dichtring 2, 3 weist eine diesen
durch Rotation um die Rotationsachse L erzeugende Querschnittsfläche q auf,
die begrenzt ist durch die Basislinie B, durch Flankenlinien F1,
F2, die im Wesentlichen symmetrisch zur Mittelsenkrechten SM der
Basislinie B orientiert sind und die Querschnittfläche q, ausgehend
von der Basislinie B, verjüngen,
sowie durch eine konvexe Dichtlippe K, die ihren Scheitelpunkt S
auf der der Rotationsachse L abgewandten Seite der Mittelsenkrechten
SM und im Abstand von dieser hat. Die Querschnittsfläche q wird
weiterhin begrenzt durch eine im Wesentlichen parallel zur Mittelsenkrechten
SM verlaufende, einerseits tangential an die konvexe Dichtlippe
K anschließende
und andererseits mit einer Rundung in die erste Flankenlinie F1 übergehende
erste Übergangslinie U1
und durch eine zweite Übergangslinie
U2, die eine geringere Neigung als die zweite Flankenlinie F2 aufweist,
einerseits tangential an die konvexe Dichtlippe K anschließt und andererseits
gerundet in die zweite Flankenlinie F2 übergeht.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung (5 und 6) nimmt in nicht näher bezeichneten Tragteilen eines
Rahmens die Spanneinrichtung 6 mit einem Klemmhebel 7,
eine Distanzscheibe 8 zur Justierung von Schließgliedern 1 unterschiedlicher
Nennweite, einen Tisch 9, auf dem die Distanzscheibe 8 aufliegt, sowie
eine die Distanzscheibe 8 und den Tisch 9 tragende
Tischplatte 10 auf. Das erste Werkzeug 4 ist in einer
Lagerbohrung 11a eines Querschlittens 11 angeordnet,
der von einem auf einer ersten Welle 14 angeordneten ersten
Exzenter 13 gegen die Rückstellkraft
einer ersten Feder 16 in Richtung des radialen ersten Pendelhubes
h1 angetrieben ist. Der erste Exzenter 13 überträgt seine
Antriebskraft über
ein Vertikallager 12 auf den in einer Radialführung 15 geführten Querschlitten 11.
Die erste Welle 14 dreht sich beispielsweise in der dargestellten
ersten Drehrichtung r1 um ihre erste Drehachse
I1. Sie wird von einem ersten Antrieb a1 angetrieben, wobei im vorliegenden Falle
eine kinematische Kopplung zwischen der Antriebsvorrichtung A für das Schließglied 1 mit seiner
Rotationsachse L und dem ersten Antrieb a1 vorgesehen
ist. Hier wird vorzugsweise ein erstes Zahnradgetriebe Z1, in der
Regel ein einstufiges Stirnradgetriebe, vorgesehen. In gleicher Weise
wird eine zweite Welle 19 über eine zweite Antriebsvorrichtung
a2 angetrieben, wobei die zweite Welle 19 um
eine zweite Drehachse 12 in der
zweiten Drehrichtung r2 umläuft. Auch
in diesem Falle sind die Antriebsvorrichtung A und die zweite Antriebsvorrichtung
a2 kinematisch über ein zweites Zahnradgetriebe
Z2, welches vorzugsweise als einstufiges Stirnradgetriebe ausgeführt ist,
gekoppelt.
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Das zweite Werkzeug 5 ist
auf einem Stößel 17 mittels
einer Werkzeuglagerung 25 drehbeweglich gelagert. Er wird
von einem auf der zweiten Welle 19 angeordneten zweiten
Exzenter 18 gegen die Rückstellkraft
einer zweiten Feder 26 in Richtung des radialen zweiten
Pendelhubes h2 angetrieben. Der Stößel 17 ist
in einem Vertikalschlitten 22 innerhalb einer Führungsbohrung 22a axial
in Richtung des radialen zweiten Pendelhubes h2 geführt, wobei
der Vertikalschlitten 22, angetrieben von einem mit der
zweiten Welle 19 umlaufenden Nocken 21, gegen
die Rückstellkraft
einer dritten Feder 27 den axialen Pendelhub h3 ausführt und
somit den Stößel 17 zwangsweise
auch in Richtung des axialen Pendelhubs h3 mitnimmt.
Der Vertikalschlitten 22 besitzt eine Vertikalführung 23 und
der Nocken 21 ist auf einer Nockenscheibe 20,
die auf der zweiten Welle 19 befestigt ist und mit dieser
umläuft,
angeordnet und betätigt
eine am Vertikalschlitten 22 vorgesehene Rolle 24.
Die Darstellung verdeutlicht, dass bei jeder Umdrehung der zweiten
Welle 19 der zweite Exzenter 18 den Stößel 17 betätigt und
zeitgleich der Nocken 21 die Rolle 24 nach unten
drückt
und damit den Vertikalschlitten 22 zusammen mit dem in
ihm axial geführten
Stößel 17 nach
unten mitnimmt. Die zweite Messerschneide 5a des zweiten
Werkzeuges 5 vollzieht dadurch eine aus den beiden Pendelhüben h2 und h3 zusammengesetzte
Bewegung.
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An der Tischplatte 10 sind
eine erste und eine zweite Führungsstange 33, 34 befestigt,
die sich im Bezug auf die Rotationsachse L diametral einander gegenüber stehen
und parallel zueinander und zur Rotationsachse L verlaufen. Die
erste und die zweite Führungsstange 33, 34 führen in
Richtung der Rotationsachse L eine Traverse 30, an der
ein Niederhalter 28 angeordnet ist. Dieser besteht in der Hauptsache
aus einem Deckel 29, der in Verbindung mit der Traverse 30 ein
Radiallager 31 und ein Axiallager 32 für ein Lagerteil 35 aufnimmt.
Das Lagerteil 35 ist derart angeordnet, dass es eine Drehbewegung
koaxial zur Rotationsachse L ausführen kann. Am Lagerteil 35 ist
eine Niederhalterhülse 36 befestigt,
in der koaxial die Trägerhülse 37 angeordnet
ist. Letztere wird mittels eines nicht näher bezeichneten radialen Vorsprunges
mittels der vorgespannten Niederhalterfeder 38, die sich
andererseits am Lagerteil 35 abstützt, gegen einen an der Niederhalterhülse 36 ausgebildeten,
nicht näher
bezeichneten radialen Rücksprung
angepresst.
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6 zeigt,
dass bei der Montage des Mitteldichtringes 3 in der stirnseitigen
zweiten Ringnut 1e des Sitztellers 1b der Niederhalter 28 so
weit nach unten abgesenkt ist, dass die Trägerhülse 37 mit ihrem stirnseitigen
Ende unter der Wirkung der Vorspannkraft der Niederhalterfeder 38 auf
der Stirnfläche 1c aufsitzt,
wobei die äußere Mantelfläche der Trägerhülse 37 die
zweite Ringnut 1e innenseits koaxial und bündig berandet.
Dabei ist die Niederhaltehülse 36 gegen
die Vorspannkraft der Niederhalterfeder 38 so weit auf
der äußeren Mantelfläche der
Trägerhülse 37 in
Richtung der zweiten Ringnut 1e koaxial verschoben, dass
der Mitteldichtring 3 teilweise von der Trägerhülse 37 abgestreift
wird (vergleiche auch 3a),
dadurch mit seinem zwischen der Basislinie B und der zweiten Flankenlinie
F2 gebildeten Vorsprung in die zweite Ringnut 1e eingreift
und sich dort verkeilt. Der Niederhalter 28 wird in dieser
axialen Position mittels eines Rastriegels 39 (5) arretiert.
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Die Antriebsvorrichtung A wird in
Antriebsrichtung R in Bewegung gesetzt; sie führt vorzugsweise zwölf volle
Umdrehungen aus. Dabei vollziehen das erste Werkzeug 4 vorzugsweise
zwölf radiale
erste Pendelhübe
h1 und das zweite Werkzeug 5 zeitgleich
zwölf radiale
zweite Pendelhübe
h2 sowie zwölf axiale Pendelhübe h3. Dadurch werden beide Dichtungen 2, 3 vollständig in
die zugeordneten Ringnuten 1d, 1e eingepresst.
Die Antriebsvorrichtung A wird anschließend automatisch stillgesetzt,
der Niederhalter 28 wird nach oben geschoben, die Spanneinrichtung 6 wird
gelöst
und der Schaft 1a des Schließgliedes 1 wird aus
dieser entnommen.