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Technisches Gebiet
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Die Erfindung betrifft Bürstenhalter
bzw. Bürstenblöcke für Schleifkontakte
bzw. Schleifkohlen, insbesondere für Bürsten für Schleifringe.
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Stand der
Technik
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Bei Schleifkontakten, insbesondere
bei Bürsten
von Schleifringen bzw. Kollektoren, wie beispielsweise in der
DE 198 32 617 angegeben,
ist es wichtig, sicherzustellen, dass ein einwandfreier elektrischer
Kontakt zwischen Bürste
und Schleifbahn besteht. Wesentlich für den Kontakt ist die Anpresskraft der
Bürste
an die Schleifbahn. Üblicherweise
werden zur Erzeugung der Anpresskraft Federn eingesetzt. Der Begriff
der Bürste
bezieht sich hier Vorzugsweise auf Bürsten aus Kohlematerial, selbstverständlich ist die
Erfindung auch auf Bürsten
aus anderen Materialien anwendbar. Eine neue Bürste weist noch eine sehr große Länge auf.
Daher ist die Andruckfeder stark komprimiert und übt eine
hohe Andruckkraft aus. Mit zunehmendem Abrieb der Bürste reduziert sich
deren Länge
und somit auch die Andruckkraft der Feder. Bei üblichen Anordnungen wird auf
eine Bürste
gegen Ende deren Lebensdauer nur noch die halbe Andruckkraft im
Vergleich zu Andruckkraft einer neuen Bürste ausgeübt. Diese reduzierte Andruckkraft
führt zu
einem erhöhten Übergangswiderstand
zwischen Bürste
und Schleifbahn und somit zu einer erhöhten Erwärmung. Weiterhin führt sie
zu einer erhöhten
Funkenbildung und damit zu einem verstärkten Verschleiß von Bürste und Schleifbahn.
Bei der Dimensionierung von Bürsten
bzw. den zugehörigen
Federmechanismen steht die Lebensdauer der Bürste im Vordergrund. So ist
bei einer anfänglich
hohen Anpresskraft der hierdurch hervorgerufene Abrieb relativ hoch,
während
gegen Ende der Lebensdauer mit niedriger Anpresskraft der Verschleiß durch
Funkenbildung überwiegt.
Normalerweise werden Bürsten
daher mit der maximal möglichen
anfänglichen
Anpresskraft betrieben. Eine solche Dimensionierung ist aber nur
dann sinnvoll realisierbar, wenn eine präzise Justierung der Bürste bzw.
der Bürstenhalterung
in Bezug auf die Schleifbahn erfolgt. Wird die Bürste anfänglich zu nahe an der Schleifbahn
justiert, so ergibt sich ein zu hoher Abrieb. Bei einer Justage
zu weit von der Schleifbahn entfernt, kann es vorkommen, dass gegen
Ende der Lebensdauer kein sicherer Kontakt mehr gewährleistet
ist. Um die Bürsten
optimal auszunutzen, sind häufig
Verschleißindikatoren
vorgesehen. Hierzu gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Lösungen.
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So sind beispielsweise mechanische
Schalter, welche die Position des Bürstenendes erkennen aus der
DE 199 32 024 A1 ,
der
DE 196 49 212
A1 bekannt. In der
US
4,918,348 ist eine Kontaktanordnung beschrieben, bei der
die Andruckfeder einen Kontaktteil darstellt. Diese Vorrichtungen
mit mechanischen Kontakten zeichnen sich dadurch aus, dass sie relativ
preiswert und einfach herstellbar sind. Allerdings sind Sie nicht
besonders robust, da hier aufgrund der Anforderungen an die Baugröße nur relativ kleine
und damit filigrane Kontakte verwendet werden können. Damit besteht die Gefahr,
dass diese Kontakte insbesondere beim Auswechseln der Kohlebürsten mechanisch
beschädigt
werden und eine abgeriebene Bürste
nicht mehr sicher anzeigen. Weiterhin können diese Kontakte durch Kohlestaub
beziehungsweise anderes Abriebmaterial verschmutzt und damit in
ihrer elektrischen bzw. mechanischen Funktion gestört werden.
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Weitere Lösungen beschäftigen sich
mit relativ komplexen mechanischen Vorrichtungen, welche im Falle
eines fortgeschrittenen Kontaktabriebs einen Schaltkontakt betätigen. Derartige
Vorrichtung sind beispielsweise in der
DE 82 11 804 , der
DE 198 32 617 A1 oder auch
in der
DE 89 13 117 offenbart.
Diese Vorrichtungen zeichnen sich gegenüber dem zuvor genannten Vorrichtungen
dadurch aus, dass sie mechanisch wesentlich robuster sind und damit
insbesondere beim Austausch der Bürsten nur schwer beschädigt werden
können.
Weiterhin ist das elektrische Kontaktsystem von der mechanischen
Betätigungseinrichtung
getrennt. Damit reduziert sich die Gefahr einer Funktionsstörung durch
Abriebpartikel wesentlich. Allerdings sind diese Lösungen aufgrund der
hohen Komplexität
sehr teuer und in der Bauform groß. Daher eignet sich diese
Vorzugsweise für
große
elektrische Maschinen, nicht aber für moderne Schleifringsysteme,
welche meist in einen äußerst beengten
Einbauraum zu integrieren sind.
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Eine Verbesserung gegenüber diesen
bieten elektrische Systeme, wie sie beispielsweise in der
DE 84 33 023 , der
US 5,509,625 und in der
US 5,870,026 beschrieben
sind. Hierbei ist ein Leiter isoliert in der Bürste angebracht. Bei fortgeschrittenem Abrieb
der Bürste wird
die Isolation des Leiters abgerieben und der Leiter selbst kommt
in Kontakt mit der Schleifbahn. Die nun geschlossene elektrische
Verbindung zwischen dem Leiter und der Schleifbahn kann zur Anzeige
eines bestimmten Abriebszustandes herangezogen werden. Diese Systeme
zeichnen sich durch relativ einfache mechanische Gestaltung aus,
allerdings ermöglichen
Sie keine Potentialtrennung.
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Eine weitere Verbesserung stellen
kontaktlose optische Systeme wie in der
US 4,761,594 dar. Hiermit kann eine
bestimmte Position der Bürstenrückseite
erkannt werden. Durch die optische Abtastung ergibt sich eine Potenzialtrennung.
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Eine kontinuierliche Anzeige ist
beispielsweise in der
US 6,359,690 offenbart.
Darin wird die Abriebslänge
mittels eines Interferometers gemessen. Eine solche Vorrichtung
ist allerdings für
die Praxis nicht relevant, da alleine die Kosten eines optischen Interferometers
den Kostenrahmen eines Schleifringsystems wesentlich übersteigen.
Da alleine schon die Überwachung
einer einzigen Bürste
zu teuer wäre,
ist es indiskutabel, mehrere oder sogar alle Bürsten eines Schleifringsystems
gleichzeitig zu überwachen.
Weiterhin wird dieses System auf dem Stand der Technik entsprechenden
Schleifbahnen nicht funktionieren, da diese im Sub-mm Bereich Schwankungen
und eine meist gezielt hergestellte Rauhtiefe aufweisen, welche
aufgrund der steilen geometrischen Flanken und der hohen Bewegungsgeschwindigkeit
von Schleifbahnen extreme Anforderungen an die Auflösung und
Bandbreite des Interferometers stellen.
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Alle bisher beschriebenen Vorrichtungen sind
ausschließlich
zur Erkennung eines bestimmten Abriebszustandes der Bürste ausgelegt.
Somit erfüllen
diese Vorrichtungen primär
eine Sicherheitsfunktion. Sie lösen
allerdings das Problem eines hohen Bürstenverschleißes zu Beginn
und am Ende der Lebensdauer einer Bürste nicht.
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Darstellung der Erfindung
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Vorrichtung zur Aufnahme von Bürsten
für Schleifbahnen
derart weiterzubilden, dass er die zuvor genannten Nachteile vermieden
werden und insbesondere eine höhere
Lebensdauer erreicht wird.
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Eine erfindungsgemäße Lösung dieser
Aufgabe ist in den unabhängigen
Patentansprüchen
angegeben. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
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In den nachfolgenden Ausführungen
wird zwischen den Begriffen Bürstenhalter
und Bürstenblock
nicht weiter unterschieden, da es für die Erfindung nicht wesentlich
ist, ob diese auf die Halterung einer einzigen Bürste oder auf ein Bürstenblock,
welcher mehrere Bürsten
trägt,
angewendet wird.
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Eine erfindungsgemäße Vorrichtung
umfasst eine zumindest senkrecht zur Bahn der Bewegung zwischen
Bürsten
Schleifbahn justierbare Aufnahme für den Bürstenblock, mit der die Höhe des Bürstenblocks über der
Schleifbahn justierbar ist. Weiterhin sind Sensoren vorgesehen,
welche wahlweise die Höhe
des Bürstenblocks über der
Schleifbahn, die Bürstenlänge, den
Federweg bzw. die Andruckkraft der Bürsten ermitteln. Eine Auswerteeinheit
erhält
die Signale der Sensoren und ermittelt daraus wenigstens einem Betriebsparameter.
Dieser Betriebsparameter dient zur Einstellung der Höhe über der Schleifbahn.
So kann beispielsweise aus der Messung der Bürstenlänge auch die Länge des
Federweges bei vorgegebener Geometrie der Anordnung ermittelt werden.
Umgekehrt kann aus der Länge
des Federweges (die Länge
der Feder in aktuellen Zustand) auch auf die Bürstenlänge geschlossen werden. Ebenso
kann aus der Messung der Andruckkraft auf eine der zuvor genannten
Längen
geschlossen werden. Auch kann aus den Längen näherungsweise eine Andruckkraft
ermittelt werden. Diese ergibt sich daraus, dass mit zunehmender
Verringerung des Abstands zwischen Bürstenblock und Schleifbahn
die Andruckkraft durch Verkürzung
des Federweges erhöht
wird. Vorzugsweise wird der Betriebsparameter derart ermittelt,
dass er einer Andruckkraft entspricht.
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Wird nun eine Justage entsprechend
dem Betriebsparameter vorgenommen, so ergibt sich eine weitgehend
konstante Andruckkraft. Allerdings kann es sinnvoll sein, bei neuen
Bürsten
zumindest eine geringfügige
höhere
Andruckkraft zu wählen,
damit der Abstand des Bürstenblock
von der Schleifbahn nicht zu groß wird und damit die Gefahr
des Abbrechens von Bürsten
auf Grund zu kurzer Führungen besteht.
Ebenso kann bei stark abgerieben Bürsten ein etwas größerer Abstand
gewählt
werden, um die Kollisionsgefahr des Bürstenblocks mit den Schleifbahnen
zu verringern. Dieser Abstand kann beispielsweise auch Geschwindigkeitsabhängig eingestellt
werden.
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Die Justage der Höhe des Bürstenblocks über der
Schleifbahn kann wahlweise manuell oder automatisch erfolgen. Diese
kann beispielsweise bei der ersten Montage des Bürstenblocks bzw. bei späteren Wartungsarbeiten
vorgenommen werden.
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In einer besonders vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung ist die automatische Justierung des
Bürstenblocks
auf eine vorgegebene Höhe
während
des Betriebs bzw. in Betriebspausen entsprechend der durch den Abrieb
verkürzten
Bürstenlänge durch
eine automatische Regelung vorgesehen. Hierdurch wird sichergestellt,
dass immer ein konstanter Federweg und somit eine konstante Andruckkraft
an den Bürsten
anliegt.
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Neben der Ermittlung des Kohleabriebs
kann auch durch eine dynamische Messung auf Rundlauftoleranzen bei
Schleifringen geschlossen werden. So sind die Bürsten im Idealfall in kontinuierlichem
Kontakt mit der Schleifbahn. Durch Messung der Bürstenhöhe kann nun die Bahnhöhe bzw.
Schwankungen der Bahnhöhe
ermittelt werden. Zudem kann die Regelung so schnell gestaltet werden,
dass eine Kompensation von Höheschwankungen
bzw. Rundlauftoleranzen dynamisch während des Betriebs möglich ist.
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Durch die Messung der Bürstenhöhe kann auch
eine einfache Anzeige der exakten Justage bzw. Ausrichtung von Bürstenblöcken mit
einer Vielzahl von Bürsten
erfolgen. So kann beispielsweise bei einem großen Bürstenblock an jedem Ende eine Bürste mit
Längenmessung
vorgesehen sein. Bei der Montage bzw. Justage des Bürstenblocks
können
die Messwerte oder Grenzwerte angezeigt werden. Damit kann der Bürstenblock
exakt parallel zur Bahn justiert werden. Somit ergeben sich gleichmäßige Anpresskräfte und
eine höhere
Lebensdauer.
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Weiterhin kann entsprechend den Messwerten
der Bürstenabriebsmessung
eine Nachstellung einzelner Bürsten
oder eines ganzen Bürstenblockes mit
einer Vielzahl von Bürsten
erfolgen. Damit ist der Federweg und folglich _ auch der Anpressdruck
einzelner Bürsten
immer konstant. Die Verstellung kann beispielsweise durch verschieben
zweier keilförmiger Teile
gegeneinander oder durch einen an zwei parallelen Balken aufgehängten Bürstenblock
erfolgen. Der Antrieb zu Verstellung erfolgt hier vorteilhafterweise
mittels einer Spindel. Hier sind keine hohen Verstellgeschwindigkeiten
notwendig, aber eine Beibehaltung der Position ohne Speisung eines
Antriebsmotors ist vorteilhaft.
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Weiterhin kann mittels einer Auswerteeinheit eine
Auswertung der Sensorsignale erfolgen. Als Ergebnis dieser Auswertung
kann beispielsweise die noch verbleibende Betriebsdauer bzw. Weglänge bei Schleifbahnen
oder auch Anzahl von Umdrehungen im Falle von Schleifringen ausgegeben
werden. Ebenso kann auch die relative Abnutzung der Bürsten angezeigt
werden.
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Zur Ermittlung der Bürstenlänge dient
vorteilhafterweise ein induktiver Sensor. Dieser Sensor ist mit
einer Auswerteeinheit zu Ermittlung eines der Bürstenlänge entsprechenden Wertes verbunden. Dieser
Sensor umfasst eine Induktivität,
welche in der Nähe
der Bürsten
angeordnet ist. Vorteilhafterweise ist eine Sensorspule um die Bürste angeordnet.
Hierdurch lässt
sich ein besonders großes
Messsignal erzielen. Entsprechend der noch verbliebenen Länge der
Bürste
taucht diese mehr oder weniger in die Spule ein bzw. ist mehr oder
weniger von dieser entfernt. Hierdurch ändern sich die elektrischen
Eigenschaften der Spule. Diese können
durch eine entsprechende Auswerteeinheit ausgewertet werden. Da
zwischen der Spule und der Bürste
kein Kontakt notwendig ist, lässt
sich mit dieser Messeinrichtung auch eine Potenzialtrennung erreichen.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der ' Erfindung ist der
Sensor als Wirbelstromsensor ausgebildet. Entsprechend der Annäherung der Bürste zur
Spule treten unterschiedliche Wirbelstromverluste in der Bürste auf.
Diese können
durch eine Auswerteschaltung ermittelt werden.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung weist der Sensor wenigstens eine Spule auf, die um die
Bürste
angeordnet ist. Hierdurch lässt
sich eine besonders gute Verkoppelung und damit ein besonders hohes
Messsignal erreichen. Vorzugsweise werden Induktivität bzw. Verlustfaktor
der Spule ausgewertet. Dieses erfolgt vorzugsweise mit Hilfe einer
Wechselspannung.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung weist der induktive Sensor mehrere Spulen um die Bürste auf.
Zur Messung wird die Verkoppelung der Spulen untereinander mittels
der Bürste
ermittelt.
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Zur Auswertung der Bürstenlänge kann
auch ein kapazitiver Sensor vorgesehen sein. Ein solcher kapazitiver
Sensor ermittelt die Kapazität
wenigstens einer Sensorfläche
zur Bürste.
Entsprechend der Annäherung
der Bürste
an die Sensorfläche ändert sich die
Kapazität.
Durch Kapazitätsmessung
kann nun ein Ausgangssignal entsprechend des Abstandes und somit
entsprechend der Bürstenlänge ermittelt werden.
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In einer weiteren vorteilhaft Ausgestaltung der
Erfindung ist der kapazitive Sensor als Differenzsensor ausgebildet.
Wird nur eine einzige Sensorfläche
eingesetzt, so muss die Kapazität
zwischen der Bürste
und der Sensorfläche
ermittelt werden. Hierzu ist eine elektrische Kontaktierung der
Bürste
notwendig. Damit lässt
sich keine Potenzialtrennung erreichen. Wird nun ein Differenzsensor,
welcher wenigstens zwei kapazitive Flächen umfasst eingesetzt, so kann
die kapazitive Verkoppelung zwischen den beiden Flächen über die
Bürste
ausgewertet werden. Hierdurch ist keine direkte Kontaktierung der
Bürste notwendig.
Somit lässt
sich auf einfache Weise eine Potenzialtrennung erreichen.
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Eine andere Ausgestaltung der Erfindung sieht
einen optische Indikator zu Ermittlung der Bürstenlänge vor. Dieser Indikator ist
fest mit der Bürste verbunden.
Der zur Indikator kann beispielsweise ein stabförmiges Gebilde sein, welches über die
Bürste hinausragt.
Anhand dieses Indikators kann nun die Bürstenhöhe wahlweise mittels eines
zusätzlichen Sensors
oder visuell durch das menschliche Auge ermittelt werden.
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Eine andere Ausgestaltung der Erfindung zeichnet
sich dadurch aus, dass der Indikator zu Ermittlung der Bürstenlänge eine
Längenskala
mit Längenmarkierungen
umfasst. Hierdurch wird eine leichtere Auswertung mittels eines
Sensors oder eine leichtere Erkennbarkeit durch das menschliche
Auge erreicht
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In einer weiteren Ausgestaltung der
Erfindung ist ein optischer Sensor, insbesondere eine Lichtschranke
zur Ermittlung der Länge
des optischen Indikators vorgesehen.
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Zur Ermittlung des Abriebes bzw.
der aktuellen Fläche
der Bürste
kann auch ein optisches Sensor eingesetzt werden, welcher Licht
auf eine Bürstenfläche aussendet
und das von dieser Fläche
reflektierten Licht auswertet. Die Fläche ist vorzugsweise die der
Schleifbahn abgewandte Rückseite
der Bürste.
Die optische Erkennung kann beispielsweise mit Hilfe eines stark
gebündelten
Lichtstrahls, wie beispielsweise von einem Laser durch Auswertung des
Auftreffpunktes im Sensor erfolgen. Hierzu ist beispielsweise ein
CCD Sensor geeignet. Ebenso könnte
der Abstand auch über
eine Dämpfungsmessung
ermittelt werden.
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Weiterhin kann ein optischer Sensor
zur Ermittlung der Bürstenlänge durch
Auswertung von längenabhängigen Markierungen
bzw. einer längenabhängigen Geometrie
der Bürste
vorgesehen sein. Längenabhängige Markierungen
können
beispielsweise eingravierte oder farbige Striche an vorgegebenen
Positionen sein. Eine längenabhängige Geometrie
kann beispielsweise durch eine Abschrägung von Teilen der Bürste wie
z. B. des Bürstenendes
erreicht werden. Wird nun parallel zur Fläche der Abschrägung mittels
einer Lichtschranke abgetastet, so ergibt sich bei voller Bürstenlänge eine
sehr hohe Durchgangsdämpfung,
welche mit zunehmendem Abrieb geringer wird.
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Alternativ hierzu kann zur Erkennung
des Abriebes ein elektrischer Sensor eingesetzt werden. Ein solcher
Sensor umfasst mehrere Kontaktflächen, welche
Vorzugsweise auf einer Leiterplatte angeordnet sind. Diese Kontaktflächen stehen
nun in Kontakt mit der Bürste,
wobei entsprechend der Länge
der Bürsten
eine bestimmte Anzahl von Kontaktflächen kontaktiert wird. Der
maximale Bürstenlänge mit
einem maximale Anzahl von Kontaktflächen kontaktiert, bei zunehmendem
Abrieb nimmt die Anzahl der kontaktierten Kontaktflächen ab.
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Weiterhin kann zu Abriebserkennung
ein optischer oder elektrischer Leiter in eine Bürste integriert werden. Dieser
Leiter wird durch die Bürste durchgeschleift
und ist an wenigstens zwei Enden kontaktierbar. Bei zunehmendem
Abrieb wird auch der Leiter mit abgerieben und verringert seinen
Querschnitt. Dadurch steigt die Durchgangsdämpfung bzw. der Durchgangswiderstand
an. Dies kann mittels einer einfachen optischen Strecke zur Dämpfungsmessung
bzw. eine Widerstandsmessung ausgewer tet werden. Der Leiter kann
vorteilhafterweise so ausgestaltet werden, dass er über einen
längeren Weg
abgerieben werden kann. So kann er beispielsweise zur Kohlemitte
hin eine größere Fläche aufweisen.
Um einen ausgeprägter
Messeffekt zu erreichen, wird vorzugsweise ein Leitermaterial mit
höherer
Durchgangsdämpfung
eingesetzt.
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Auch durch Temperaturmessung, mit
einem Temperaturfühler,
welcher vorzugsweise ein NTC, ein PTC oder ein Thermoelement ist,
kann der Abriebszustand ermittelt werden. So kann bei abgerieben
Bürsten
die Temperaturerhöhung
an einer Messstelle, welche proportional zum Abrieb in Richtung Schleifbahn
wandert, ausgewertet werden. Messungen haben gezeigt, dass bei zunehmendem
Bürstenverschleiß die Andruckkraft
aufgrund der Federkennlinie geringer wird. Dadurch entsteht ein
erhöhter Übergangeswiderstand
mit zunehmender Funkenbildung zwischen Schleifkontakt und Bürste. Dadurch entsteht
an der Kontaktstelle eine zunehmende Wärme, welche mit dem Temperatursensor
ermittelt werden kann.
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Weiterhin kann zur Erkennung des
Bürstenabriebes
ein optischer Sensor eingesetzt werden, welcher eine zunehmende
Funkenbildung erkennt. Der Vorteil eines solchen optischen Sensors
ist, dass er mehrere Bürsten
bzw. alle Bürsten
eines Bürstenblocks
gleichzeitig überwachen
kann. Da die Funken nur kurzzeitig auftreten, enthält die Auswerteschaltung
vorzugsweise ein Hochpassfilter oder Bandpassfilter. Dadurch lässt sich
vorteilhafterweise Umgebungslicht, welches konstant bzw. durch die
Netzfrequenz moduliert ist, unterdrücken.
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Alternativ hierzu kann auch ein elektrischer Sensor
eingesetzt werden, der die bei der Funkenbildung auftretenden hochfrequenten
Signalanteile erkennt. Die bei zunehmendem Bürstenabrieb auftretenden Funken
bzw. kleinen Lichtbogen weisen einen differentiell negativen Innenwiderstand
auf. Durch diese können
hochfrequente Schwingungen angeregt werden. Derartige Schwingungen
können relativ
einfach mittels einer kapazitiven Sensorfläche oder einer kleinen Koppelkapazität an eine
Auswerteeinheit ausgekoppelt werden. Hierdurch lässt sich auf einfache Weise
eine Potenzialtrennung erreichen. Auch durch diese Vorrichtung lässt sich
eine Gruppe aus unterschiedlichen Bürsten bzw. ein ganzer Bürstenblock
auf einfache Weise überwachen. Zugelegt
der Anschluss eines solchen Sensors an eine Sammelleitung für mehrere
Bürsten.
Ebenso können
die Koppelkapazitäten
mehrerer Bürsten
problemlos zusammengeschaltet werden.
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Beschreibung
der Zeichnungen
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Die Erfindung wird nachstehend ohne
Beschränkung
des allgemeinen Erfindungsgedankens anhand von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen exemplarisch beschrieben.
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1 zeigt
in allgemeiner Form schematisch eine erfindungsgemäße Anordnung.
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2 zeigt
eine weitere Ausgestaltung der Erfindung.
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3 zeigt
eine induktive Messeinrichtung.
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4 zeigt
eine induktive Messeinrichtung mit einseitiger Anordnung der Spulen.
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5 zeigt
eine induktive Messeinrichtung mit beidseitige Anordnung von Spulen.
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6 zeigt
eine Vorrichtung mit optischem Indikator.
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7 zeigt
eine Vorrichtung mit einem optischen Indikator, welcher mittels
einer Lichtschranke abgetastet wird.
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8 zeigt
einen weiteren optischen Sensor.
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9 zeigt
einen optischen Sensor zur Erkennung von Variationen in der Kohlegeometrie.
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10 zeigt
einen elektrischen Sensor.
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11 zeigt
einen elektrischen Sensor mit einem Leiter, der bei Abrieb angeschliffen
wird.
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12 zeigt
einen optischen Sensor mit einem Lichtwellenleiter, der bei Abrieb
angeschliffen wird.
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1 zeigt
in schematischer Form eine erfindungsgemäße Vorrichtung. Diese umfasst
eine Verstelleinrichtung mit zwei keilförmigen Flächen zur Justage des Bürstenabstands
zur Schleifbahn. Eine erste keilförmige Fläche (7) ist an einem
Träger
des Bürstenblocks
befestigt und als Trägerplatte
ausgebildet. Darauf ist ein Bürstenblock
(8) mit keilförmiger Rückseite
verschiebbar angeordnet. Zur Führung und
Befestigung dient beispielsweise eine Schwalbenschwanzförmige Nut.
Durch eine horizontale Verschiebung des Bürstenblocks über ein
Stellglied (33) mittels einer Schubstange (32),
lässt sich
eine Variation in der Höhe
erreichen. Die Bürsten
(5) ragen hier nach unten aus dem Bürstenblock und kontaktieren die
Schleifbahn (29), welche auf dem Träger (30) befestigt
ist.
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2 zeigt
eine weitere Verstelleinrichtung, bei der der Bürstenblock (8) mittels
zweier an ihren Enden drehbar gelagerter Balken gegenüber der
Trägerplatte
(7) verschiebbar angeordnet ist. Auch hier sind die Bürsten nicht
dargestellt, die aus dem Bürstenblock
nach unten herausragen. Die Schleifbahn befindet sich in der Darstellung
der Zeichnung unterhalb des Bürstenblocks.
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3 zeigt
eine induktive Messeinrichtung. Die Bürste (5) wird mittels
einer Feder (13) an die Schleifbahn (29) angedrückt. Zur
Steuerung der magnetischen Felder ist ein Schirm aus magnetisch
leitfähigem
Material, wie beispielsweise Ferrit vorgesehen. Die Verkoppelung
zwischen den Spulen wird nun durch die Eintauchtiefe der Bürste in
der Anordnung bestimmt.
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4 zeigt
in schematischer Form eine andere induktive Messeinrichtung mit
einseitiger Anordnung der Spulen.
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5 zeigt
eine induktiver Messeinrichtung mit beidseitiger Anordnung der Spulen
zur Differenzmessung.
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In 6 ist
eine Vorrichtung mit optischem Indikator dargestellt. Hierzu ist
ein Indikatorstift (16) in die Bürste (5) integriert
und ragt über
deren oberes Ende hinaus. Die Länge
des hervorstehenden Endes kann nun mittels verschiedener elektrischer
oder optischer Abtastmethoden oder visuell mittels des menschlichen
Auges ausgewertet werden.
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7 zeigt
einen Auswertung der Länge
des Indikatorstiftes (16) mittels einer Lichtschranke (15). Durch
zusätzliche
Markierungen (14) kann eine höhere Ortsauflösung erreicht
werden.
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8 zeigt
einen optischen Sensor, der Licht von einem optischen Sender (10)
in Richtung der Bürste
(5) aussendet. Das Licht wird an der Rückseite der Bürste reflektiert
und vom optischen Empfänger
(12) ausgewertet. Vorteilhafterweise sind an der Rückseite
der Kohleführung
Fenster (17) vorgesehen.
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In 9 ist
ein optischer Sensor zur Erkennung von Variationen in der Kohlegeometrie
dargestellt. Es wird Licht von einem Sender (S) in Richtung des
Empfängers
(E) ausgesandt. Dieser Lichtstrahl wird nun durch die Bürste entsprechend
ihres Abriebes mehr oder weniger gedämpft bzw. unterbrochen. Der
Schnitt A-A ist in 7 rechts
dargestellt. Dort ist auf einer Leiterplatte oder Trägerplatte
(4) die Führung
(3) der Bürste
(5) mit einem Durchbruch für den Lichtdurchtritt am oberen
Ende zu erkennen. Die angeschrägte
Fläche
(6) der Bürste
tritt nun in den Lichtstrahl ein und unterbricht den Lichtstrahl
bei langer Bürste
nahezu vollständig,
während
bei einer kurzen und damit schon stark abgerieben Bürste das Licht
fast ungehindert durchtreten kann. Der Messbereich und die Steilheit
des Signals ergibt sich aus der Anschrägung (6).
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10 zeigt
einen elektrischen Sensor. Hierzu sind auf einer Leiterplatte (4)
mehrere elektrischer Kontakte (1) vorgesehen. Eine nicht
dargestellte Bürste
läuft in
der Führung
(3) und kontaktiert entsprechend ihrer Länge einer
oder mehrere der Kontakte (1).
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In 11 ist
ein elektrischer Sensor dargestellt, welcher bei zunehmendem Abrieb
angeschliffen wird, sodass sich der elektrische Durchgangswiderstand
erhöht.
Hierzu ist ein Leiter (25) in Form eine Schleife in eine
Bürste
(5) integriert. Eine Auswerteeinheit (620) ermittelt
den Durchgangswiderstand des Leiters. Um den Messbereich zu erhöhen kann
der Leiter an der untersten Stelle, welche der Schleifbahn am nächsten zugewandt
ist und in der Darstellung dem tiefsten Punkt der Leiterschleife
entspricht, mit größerem Querschnitt
bzw. flächig
ausgebildet werden.
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12 zeigt
einen optischen Sensor mit einem Lichtleiter (11), der
bei Abrieb angeschliffen wird. Zur Messung der Durchgangsdämpfung wird Licht
von einem optischen Sender (10) durch den Lichtleiter (11)
zu einem optischen Empfänger
(12) geleitet. Zur Vergrößerung des Messbereich kann auch
hier der Querschnitt des Lichtleiters an der tiefsten Stelle vergrößert werden.
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- 1
- Elektrische
Kontakte
- 2
- Anlagefläche der
Bürste
- 3
- Führung der
Bürste
- 4
- Leiterplatte
- 5
- Bürste
- 6
- Anschrägung an
der Bürste
- 7
- Trägerplatte
für Bürstenblock
- 8
- Bürstenblock
- 9
- Balken
- 10
- optischer
Sender
- 11
- Lichtleiter
- 12
- optischer
Empfänger
- 13
- Feder
- 14
- Markierung
- 15
- Lichtschranke
- 16
- Indikator
- 20
- Führungshülse für Bürste
- 21
- erste
Spule
- 22
- zweite
Spule
- 23
- Ferritmaterial
- 29
- Schleifbahn
- 30
- Träger der
Schleifbahn
- 31
- Träger des
Bürstenblocks
- 32
- Schubstange
- 33
- Stellglied