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Verfahren zum Behandeln von radioaktivem Abwasser,
wobei das Abwasser von einem Sammelbehälter kommend in einer Behandlungsstufe
einer Querstromfiltration sowie einer parallel zu dieser geschalteten
Teilstromfiltration zugeführt
wird sowie gegebenenfalls einen Ionenaustauscher durchströmt, wobei
der Teilstromfiltration ein durch die Querstromfiltration aufkonzentrierter
Teil des Abwassers zugeführt
wird.
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Flüssigabfälle insbesondere aus kerntechnischen
Anlagen enthalten suspendierte und gelöste Stoffe mit Radionukliden,
die nicht in die Umwelt gelangen dürfen. Entsprechende Flüssigabfälle fallen zum
Beispiel durch Wässer,
wie beispielsweise Komponentenspülwässer, Laborwasser,
Dekontamination, Sumpfwasser, Harzreinigungswässer, Reinigungswässer, Wäschereiabwässer oder ähnliches an.
Dabei existieren nach dem Stand der Technik verschiedene etablierte
Verfahren, mittels der die Flüssigabfälle möglichst
volumenreduzierend behandelt und so entstehender Rückstand
für ein
Endlager konditioniert werden.
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Relativ große Abwasservolumina werden
im Regelfalle mittels großer
Verdampferanlagen – häufig auch
parallel zueinander geschaltete Verdampferanlagen – auf Feststoffkonzentra tionen
zwischen 20% und 30% aufkonzentriert. Dieses Konzentrat enthält sowohl
gelöste
als auch suspendierte Stoffe. Zur Konditionierung werden diese Konzentrate
im Regelfall in speziellen Konzentrattrocknern ergänzend getrocknet
(Salzblock oder trockenes Pulver) oder mit Zuschlagstoffen (z.B.
Zement oder anderen Verfestigern) in stabile Formen überführt. Eine
Trennung der Nuklide von dem Feststoffgemisch, das häufig große Anteile
an inaktiven Stoffen (z.B. Salze) enthält, erfolgt nicht. Die Verdampfer
werden häufig durch
Mischbettfilter (Anionen und Kationenaustauscher für gelöste Stoffe)
sowie Zentrifugen (suspendierte Stoffe) unterstützt bzw. ergänzt.
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Wässer
aus nuklearen Wäschereien
können mittels
Bakterien biologisch vorbehandelt und die suspendierten Feststoffe
teilweise mittels Zentrifugen abgeschieden werden.
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Bei denen bekannten Verfahren werden
suspendierte Stoffe ohne Vorkonzentration mit verschiedenen Filtern
mit unterschiedlichen Porengrößen abgetrennt.
Zum Einsatz gelangende Filter sind Anschwemmfilter (Kieselgur),
Einwegfilterpatronen, rückspülbare Filterpatronen
und Querstromfiltrationsanlagen, z.B. Nanofiltration oder Ultrafiltration.
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Gelöste Stoffe (Ionen) werden im
Regelfall mittels Umkehrosmose, Ionenaustauschern oder anderen Medien
abgetrennt.
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Organische Stoffe wie Öle können z.B.
mit Aktivkohle abgeschieden werden.
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Einige Verfahren kombinieren die
Abscheidung von suspendierten Stoffen (mittels Filtern) und gelösten Stoffen
(mittels Ionenaustauschern) und setzen zur Unterstützung der
Abscheidung Flockungshilfsmittel ein.
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Um die Abfallvolumina zu reduzieren,
sind weitere Verfahren entwickelt worden, die die inaktiven Salze
(z.B. Borate) chemisch-thermisch von den Radionukliden in den Konzentraten
abtrennen (z.B. Borsäurerückgewinnung)
und rezyklieren, bzw. es gelangen Verfahren zum Einsatz, die erschöpfte Ionenaustauscher
zersetzen (z.B. Pyrolyse). All diese bekannten Verfahren haben erhebliche
Nachteile.
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Die Konzentrierung von radioaktiven
und nicht radioaktiven Stoffen (Verdampfer) ergibt ein relativ hohes
Abfallvolumen im Vergleich zum tatsächlichen radioaktiven Volumen
und erfordert somit größere Abfallbehälter, größere Lager,
aufwendigeren Transport und höhere
Endlagerkosten. Allerdings bilden die inaktiven Salze oft eine feste
(lösliche)
Matrix, die die Radionuklide einschließen und damit immobilisieren.
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Abwässer nuklearer Wäschereien
werden größtenteils
mittels Filterkerzen und Ionenaustauschern gereinigt. In einigen
Anwendungen wird der Inhalt von Waschwasserbehältern auch durch Zugabe von
z.B. Powex-Ionenaustauschern ausgeflockt. Hierdurch fallen ebenfalls
relativ große
Abfallvolumina an. Dies kann zwar aufgrund der bekannten biologischen
Behandlung mit Zentrifugen minimiert werden, zeigt jedoch – bedingt
durch die schlechten Trenneigenschaften der Zentrifuge für kolloidale Feststoffe – eindeutige
Grenzen in ihrer Abscheiderate.
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Einweg- und rückspülbare Filter haben – bedingt
durch die Porengröße – nur unzureichende
Abscheideraten für
kleine kolloidale Partikel. Zusätzlich setzen
sich die Filter durch Aufbau eines Filterkuchens gegebenenfalls
sehr schnell zu. So ist z.B. bei Filtrierung von biologisch behandeltem
Abwaschwasser ein Filter mit 10 μm
Porengröße innerhalb
weniger Minuten verstopft. Gleichzeitig passieren mehr als 50% der
Feststoffe den Filter, da diese eine Größe von weniger als 10 μm aufweisen.
Im Falle von Einwegfiltereinsätzen
werden hohe Mengen an Sekundärabfall
erzeugt. Mehrere hundert verbrauchte Filtereinsätze pro Jahr und Kernkraftwerk
sind erforderlich.
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Querstromfilteranlagen (Nanofiltration,
Ultrafiltration, Umkehrosmose) sind in der Lage Feststoff abzuscheiden,
zeigen jedoch den Nachteil, dass ein relativ hohes Volumen an noch
zu konditionierendem Konzentrat erzeugt wird. Bei Konzentratvolumen
entsprechender Querstromfiltrationsanlagen von bis zu mehreren hundert
Kubikmetern pro Jahr und Kernkraftwerk bereitet dies erhebliche
Probleme.
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Bei einer Abwasserbehandlung der
eingangs genannten Art nach der WO 01/44115 besteht die Möglichkeit,
Ultrafiltrationsanlagen in Kombination mit einer Mikrofilter aufweisen den
Teilstromfiltration so zu betreiben, dass weitere Flüssigabfälle, die
mit einem zusätzlichen
Verfahren konditioniert werden müssten,
grundsätzlich
nicht mehr anfallen.
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Es sind auch Verfahren bekannt, die
die zuvor beschriebenen Maßnahmen
kombinieren. Zum Beispiel werden üblicherweise Abwasserströme mittels
Verdampfer behandelt, die auf andere Weise nicht gereinigt werden
können,
während
andere mittels verschiedener Filtrationsverfahren gereinigt werden.
So werden z.B. Einweg- oder rückspülbare Filter mit
Ionenaustauschern kombiniert. Zur Erhöhung der Effektivität der Filtration
kleiner Partikel werden Flockungshilfsmittel wie z.B. Polyacrylamide
zugegeben. Hierdurch besteht das Problem, dass neben teilweise üblichem
Sekundärabfall
die genaue Dosierung der Flockungshilfsmittel nahezu nicht möglich ist.
Die Passage kleiner Partikel und/oder Flokkungshilfsmittel durch
die Filter ist die Folge. Diese Feststoffe lagern sich auf die Oberfläche der
nachfolgenden Ionenaustauscher an und stellen eine Barriere für einen
effizienten Ionenaustausch dar. Die Ionenaustauscher erschöpfen sich
früher.
Somit ist zusätzlicher
Sekundärabfall
entstanden.
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Der vorliegenden Erfindung liegt
das Problem zu Grunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
so weiterzubilden, dass eine möglichst
vollständige
Separierung von Flüssigkeit
und anderen unschädlichen
Inhaltsstoffen, wie z.B. inaktiven Salzen, von Radionukliden ermöglicht wird,
so dass der Anfall von zu entsorgenden Substanzen minimiert wird.
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Erfindungsgemäß wird das Problem im Wesentlichen
dadurch gelöst,
dass als Sammelbehälter für das Abwasser
ein erster Reaktor verwendet wird, in dem in einer ersten Behandlungsstufe
das Abwasser durch entweder aerob biologische Behandlung oder Oxidation
organischer Bestandteile volumenreduziert wird und dass in einer
nachfolgenden zweiten Behandlungsstufe das Abwasser mittels der
Querstromfiltration und der Teilstromfiltration derart behandelt
wird, dass der Querstromfiltration entnommenes Konzentrat entweder
unmittelbar konditioniert oder dem oder einem weiteren Reaktor zugeführt wird.
Dabei kann der Querstromfiltration gegebenenfalls ein Ionenaustauscher
oder eine Elektrodeionisationsstufe nachgeschaltet werden, um von
diesem gesammelte ionische Radionuklide erneut dem ersten Reaktor
oder einem anderen Reaktor zuzuführen.
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Insbesondere ist vorgesehen, dass
mit Radionukliden angereicherte Feststoffe in der Teilstromfiltration
gravimetrisch abgeschieden werden.
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Die Teilstromfiltration wird in einem
zweiten Behälter
durchgeführt,
in dem in einer bodenseitigen ersten Zone Feststoffe abgeschieden
werden, in einer nachfolgenden über
der ersten Zone verlaufenden zweiten Zone das von der Querstromfiltration stammende
aufkonzentrierte Abwasser über
einen Zulauf zuströmt
und oberhalb der zweiten Zone in oder nach einer dritten Zone über einen
Ablauf abströmt.
Dabei wird die Steiggeschwindigkeit und die Gestaltung des Behälters zwischen
dem Zulauf und dem Ablauf derart eingestellt, dass eine Sedimentation
und teilweise Agglomeration von Partikeln ermöglicht wird. Insbesondere beläuft sich
die Steiggeschwindigkeit V zwischen in etwa 0,1 cm/min bis in etwa
5,5 cm/min, insbesondere in etwa 2 cm/min.
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Die der ersten Zone des zweiten Behälters entnommenen
Feststoffe in Form von Flüssigkeitsschlamm
werden sodann mit H2O2 oxidiert
und – wenn
notwendig – entwässert und
sodann getrocknet. Dabei kann der Flüssigkeitsschlamm zuvor mineralisiert
werden, und zwar dann, wenn in dem Reaktor ein aerober Abbau von
organischen Stoffen erfolgt und mit Radionukliden angereicherte
Biomasse entsteht.
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Zwischen der ersten Zone und dem
Zulauf wird eine Sedimentationstufe ausgebildet, die die zweite
Zone sein kann. Der Bereich zwischen Zulauf und Ablauf ist als Umkehrzone
ausgebildet und kann die dritte Zone oder ein Abschnitt dieser sein.
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Des Weiteren sieht die Erfindung
vor, dass das aufkonzentrierte Abwasser der Teilstromfiltration über einen
parallel zu der Querstromfiltration verlaufenden gegebenenfalls
ein Förderaggregat
aufweisenden Bypass zugeführt
wird, in dem ein Teil des aufkonzentrierten Abwassers unmittelbar
in die Querstromfiltration zurückströmt.
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Erfindungsgemäß wird ein Modularverfahren vorgeschlagen,
das auf die jeweiligen Reinigungsaufgaben in ihrer Gesamtheit durch
Einsatz aller Module oder ausgewählter
sinnvoll kombinierter Einzelmodule ausgelegt werden kann. Dabei
ist eines der Module der Reaktor, in dem eine Volumenreduzierung
des zu behandelnden Abwassers erfolgt, und zwar entweder durch eine
sogenannte kalte Oxidation z.B. mit Ozon oder einem anderen geeigneten Oxidationsmittel
sowie Fällung
oder durch biologischen Abbau. Ein weiteres Modul kann die Ionisierung
von einem die Querstromfiltration verlassendes Filtrat/Permeat bei
noch vorhandenen Radionukliden sein, gleichwenn die erfindungsgemäße Lehre grundsätzlich darauf
abzielt, durch das erste und zweite Modul und gegebenenfalls eine
Kaskadierung dieser oder zumindest eines der Module vollständig gereinigtes
und unmittelbar verwertbares Filtrat bzw. Permeat zu erlangen.
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Erfindungsgemäß ist eine sequentielle Kombination
biologischer, chemischer und physikalischer Effekte gegeben, wodurch
eine klare zielgerichtete verfahrenstechnische Lösung für nahezu alle radioaktiven
Flüssigabfälle ermöglicht wird.
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Ein wesentlicher Vorteil des modularen
Verfahrens ist die verfahrenstechnische Adaptierbarkeit der einzelnen
Module ohne Beeinflussung der anderen. Dies wird durch die Konzentrierung
von verfahrenstechnischen Einzelaufgaben (z.B. Trennen suspendierter
Partikel) auf singuläre
Module erreicht. Die Kombination von mehreren verfahrenstechnischen
Aufgaben (z.B. Trennen von suspendierten Stoffen und gelösten Stoffen)
in einem Modul wird bewusst vermieden.
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Insbesondere durch die Weiterentwicklung der
aus der WO 01/44115 bekannten Teilstromfiltration aus dem Kreislauf
der Querstromfilteranlage erlaubt eine technisch wirtschaftliche
Verknüpfung
der einzelnen biologischen, chemischen und physikalischen Module
und ermöglicht
eine Vielzahl noch zu erläuternder
Vorteile.
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Die sequentiell zu kombinierenden
Einzelmodule und deren Funktionen sollen rein prinzipiell anhand
der 1 erläutert werden.
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In einem ersten Modul 10 erfolgt
eine Zerstörung
bzw. Zersetzung organischer Bestandteile radioaktiver Flüssigkeit,
wobei alternativ eine Oxidation 12 oder eine biologische
Behandlung 14 erfolgen kann. So können z.B. eine Ozonierung bei
Verdampferkonzentraten oder andere kalte Oxidationsmethoden bzw.
eine biologische Behandlung bei sonstigen Abwässern, wie z.B. Dekontaminationsflüssigkeiten oder
Waschwässern
aus der nu klearen Wäscherei, erfolgen.
Die entsprechende Abwasserbehandlung erfolgt dabei in einem Sammelbehälter, der
auch als Reaktor zu bezeichnen ist. Durch die Verfahrensweise in
dem ersten Modul 10 bzw. 12 oder 14 wird
eine Volumenreduktion des Abwassers erzielt und organische Masse,
da diese faulen und gären,
wird entfernt. Mit der Zerstörung
der organischen Bestandteile bzw. komplexer Molekülketten
wird eine bessere Abscheidung der Radionuklide in den nächsten Modulen
vorbereitet, insbesondere in einer mechanischen und gegebenenfalls
einer ionischen Abscheidestufe.
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Bei den biologischen Behandlungen
werden gelöst
vorliegende Radionuklide durch Biosorption an die Biomasse gebunden
und in abscheidbare Formen überführt.
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Im Falle, dass die organischen Bestandteile durch
Oxidation zerstört
werden, ist eine Ausfällung ionisch
vorliegender Radionuklide durch Zugabe von entsprechenden Chemikalien
wie Sulfiden und/oder inaktiven Metallsalzen zur Konzentrationserhöhung von
spezifischen Nukliden (z.B. Kobalt) und/oder pH-Verschiebung (z.B.
pH 8 bis pH 9) möglich.
Falls eine biologische aerobe Behandlungsstufe als Modul 14 vorgesehen
ist, kann dieser Schritt, der in 1 mit
dem Bezugszeichen 16 versehen ist, gegebenenfalls entfallen,
da in der biologischen Vorbehandlung der überwiegende Anteil der gelösten Aktivität durch Biosorption
in die Bakterienmatrix aufgenommen wird und somit mechanisch in
nachfolgenden Modulen abgeschieden werden kann.
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Im Falle einer Oxidation können die
sequentiell aufeinanderfolgenden Verfahrensschritte 12 und 16 auch
insoweit zusammengefasst werden, dass diese in ein- und demselben
Reaktor durchgeführt werden.
Insoweit sind Oxidation und Ausfällung
als ein Modul zu bewerten. Alternativ besteht jedoch auch die Möglichkeit,
dass die Ausfällung
außerhalb des
Reaktors, und zwar während
des Förderns
des Abwassers zu den nachfolgend zu erläuternden Modulen erfolgt.
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Um die Umsetz-/Sorptionsgeschwindigkeit der
radioaktiven Ionen bei einer aeroben Biosorption zu beschleunigen,
kann Ultraschall eingesetzt werden. Im Falle von mit Ozonierung
vorbehandelten Konzentraten liegen die Radionuklide bereits aufkonzentriert
in ioni scher und fester Form vor. Im Vergleich zur Ausfällreaktion
von nicht konzentrierten Abfällen
werden dadurch bessere Fällergebnisse
erzielt.
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In einem nachfolgenden Modul 18 erfolgt eine
mechanische Abscheidung der Feststoffe aus der Suspension, und zwar
bevorzugtervveise mit einer Querstromfiltrationsanlage. Dabei bestimmt
die Porengröße des Filters
die Abscheidequalität,
wobei bevorzugt Ultrafilter zum Einsatz gelangen. Die Porengröße sollte
dabei insbesondere in etwa 0,03 μm betragen,
so dass gelöste
Stoffe hindurchtreten, jedoch feste, insbesondere Bakterien, die
die radioaktiven Stoffe gebunden haben, zurückgehalten werden.
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Die abgeschiedenen bzw. zurückgehaltenen Feststoffe
in der Querstromfiltrationsstufe bzw. dem Modul 18 werden
sodann mittels einer Teilstromabscheidung 20 behandelt,
wobei grundsätzlich
eine Abscheidung mittels Mikrofilter für bestimmte Abwässer erfolgen
kann, wie diese in der WO 01/44115 beschrieben worden ist, auf deren
Offenbarung ausdrücklich
Bezug genommen wird, oder aber bevorzugterweise durch fraktionale
Sedimentation.
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Sofern eine Vorbereitung des Abwassers
auf die mechanische Abscheidung durch eine Biologie erfolgt, wird
eine endlagergerechte Konditionierung der teilstromabgeschiedenen
Feststoffe mittels kalter Oxidation z.B. durch H2O2 zur Zerstörung der Bakterienmasse und
endlagergerechten Mineralisierung des Konzentrats vorgenommen. Entsprechende
Verfahrensschritte werden auch dann durchgeführt, wenn eine Zerstörung sonstiger
abgeschiedener organischer Bestandteile (z.B. Öle, Fette, Haare u.a.) erforderlich
ist.
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Ist eine Vorbehandlung mittels Oxidation durchgeführt worden,
so können
die teilstromabgeschiedenen Feststoffe unmittelbar der nachgeschalteten
Trocknung zugeführt
werden, um endlagergerechte Restwassergehalte einzustellen.
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Alternativ zur Trocknung ist eine
mechanische Entwässung
auf zulässige
Restwassergehalte oder auf Verfestigung (z.B. Zementierung) möglich. Die
entsprechenden Verfahrensschritte und deren Abfolge sind in der 1 mit den Bezugszeichen 22 und 24 verse hen.
Als Ergebnis erlangt man konditionierten endlagergerechten Abfall,
der im Wesentlichen aus den Radionukliden und mineralischen Stoffen
besteht (Bezugszeichen 26).
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Sofern das der Querstromfiltration.
bevorzugt Ultrafiltration, entnommene Filtrat/Permeat noch Radioaktivität aufweisen
sollte, ist eine Trennung der sodann nahezu l00% als Ionen vorliegenden
Radioaktivität
mittels geeigneter Verfahren wie Ionentauscher, Elektrodeionisation,
elektrolytische Abscheidung. Umkehrosmose oder Nanofiltration möglich (Verfahrensschritt 28).
Die in diesem Verfahren anfallenden ionenreichen Konzentrate können dem
Modul 10 bzw. dem Verfahrensschritt Fällung l6 entsprechend
der zuvor erfolgen Erläuterungen
wieder zugeführt
werden. Erfolgt eine biologische Abwasserbehandlung, so wird das
Permeat mit den Radionukliden dem Reaktor unmittelbar zugeführt. Alternativ kann
das Permeat auch einem weiteren Reaktor wie Bioreaktor zugeführt werden.
Unabhängig
hiervon können
bei Einschleusung in den gleichen oder einen weiteren Bioreaktor
weitere z.B. waschaktive Substanzen zugesetzt werden, die radioaktive
Ionen anlagern und anschließend
den Bakterien als Nahrung dienen. Bei der Zersetzung dieser Substanzen
werden die Radionuklide in die Bakterien aufgenommen bzw. angelagert
werden und können
mechanisch mittels Querstromfiltration abgeschieden werden. Mit dieser
Abscheide/Recyclingkaskade lassen sich hohe Abscheideraten ohne
zusätzliche
Komponenten erzielen.
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Die aus dem Ionentauscher, der Elektrodeionisationanlage
etc. austretende Flüssigkeit
ist im Normalfall von allen Radionukliden bis zur technischen Nachweisgrenze
z.B. 2,5 Bq/l für
CO60 befreit und kann somit als industrielles
Abwasser abgegeben werden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die erfindungsgemäße Vorgehensweise
haben folgende wesentlichen Vorteile. Es erfolgt ein Eliminieren
aller organischen Bestandteile, die die mechanische Filtration erschweren
bzw. verhindern und zum Endlagervolumen bzw. mikrobiologischen Zersetzung
im Endlagergebinde beitreten könnten
(Inertisierung). Das Verfahren, d.h. die erfolgte Kombination der
einzelnen Verfahrensschritte gestattet die Separierung der Radionuklide
oder andere anorganische Stoffe und eine volumenminimierende endlagergerechte Konditionierung
von Verdampferkonzentraten, für
die zur Zeit keine Behandlungsmethode bekannt ist. Es erfolgt keine
Zurückhaltung
inaktiver Salze in dem System, die das Endlagervolumen erhöhen. Es
entsteht ein minimales endzulagerndes Abfallvolumen, da das erfindungsgemäße Verfahren
im Wesentlichen auf Metallabscheidung (Radionuklide) ausgelegt ist.
Die Erfindung zeichnet sich durch ein modulares System aus, das
in der Gesamtheit bzw. als Einzelmodule je nach Aufgabenstellung
zusammengestellt bzw. ergänzt
werden kann. Durch die klare Aufgabenzuweisung der einzelnen Funktionseinheiten
können
diese verfahrenstechnisch optimal an die jeweilige Aufgabe angepasst
werden. ohne dass andere Aufgaben negativ beeinflusst werden. Das
Verfahren bzw. die Kombination der Verfahrensschritte kann sowohl
für Betriebsabwässer als
auch für Schlämme und
Wässer
aus dem Rückbau
von kerntechnischen Anlagen eingesetzt werden, um nur einige Beispiele
zu nennen.
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Das erfindungsgemäße Verfahren, soweit das ergänzende Modul
zur mechanischen Querstromabscheidung und die Teilstromfiltration
nach den Verfahrensschritten 18 und 20 der 1 betroffen ist, soll anhand
der 2 bis 4 näher erläutert werden.
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Eine Suspension mit z.B. 0,1 bis
1 Vol.-% Feststoff aus einer aeroben biologischen Waschwasserreinigungsstufe
sedimentiert teilweise in mehreren Stunden. Es verbleibt jedoch
weiterhin ein hoher Feinanteil, der auch nach vielen Tagen nicht
sedimentiert. Dieser hohe Anteil an Kolloidalen verhindert die ausreichende
Abscheidung der Feststoffe/Radionuklide und damit Reinigung der
Flüssigkeit
in einem noch akzeptabel großen
Sedimentationsbehälter. Nach
dem Stand der Technik wird die Feststoffabscheidung üblicherweise
mittels einer Zentrifuge unter Anwendung hoher Zentrifugalkräfte vorgenommen,
wobei z.B. Normalbeschleunigungen zwischen 30.000 m/s2 und
60.000 m/s2 aufttreten. Obwohl hohe Abscheideraten
dabei erzielt werden können,
ist festzustellen, dass besonders kleine Feststoffpartikel (Abscheiderate
ist abhängig
von Größe und Dichte des
Feststoffes) die Zentrifuge durchdringen. Die hohen Scherspannungen
und Kräfte
bewirken ein Auseinanderbrechen in kleinere schlecht abscheidbare Teilchen
bzw. Zerstörung
der Bakterienhüllen
und damit erneutes Freisetzen der durch Biosorption in den Bakterien
aufgenommenen bzw. angelagerten ionischen Radionuklide. Damit wird
bei radioaktiven Abwässern
eine gegebenenfalls unzulässig
hohe Radioaktivität
ausgetragen bzw. es wird verhindert, das höher aktive Wässer auf
diese Weise behandelt werden können.
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Durch die erfindungsgemäß zum Einsatz
gelangende Querstromfiltration 20 können entsprechende Suspensionen
aus der aeroben Behandlung mit z.B. 0,5 bis 1 Vol.-% Feststoffe
auf höhere
Konzentrationen von z.B. 4 Vol.-% Feststoffe aufkonzentriert werden.
Durch Koagulationsmechanismen wie z.B. Van der Waal'sche Kräfte, Brownsche
Molekularbewegung, elektrostatische Anziehung und/oder chemische
Bindung koagulieren kleine kolloidale Teilchen zu größeren Agglomeraten.
Sodann wird ein Teilstrom – beispielhaft 20 des
Anlagendurchsatzes der Querstromfiltrationsanlage – aus dem
Hauptumlaufstrom der Querstromfiltrationsanlage zur Teilstromfiltration
entnommen, unter geringer Scherkraftbeanspruchung der Flüssigkeit
und des Feststoffes gereinigt und nach teilweiser Feststoffabtrennung durch
die Sedimentation ersterer wieder zugeführt. Dies ergibt sich auch
rein prinzipiell aus 2.
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So führt eine Leitung 32,
die von einem nicht dargestellten Reaktor ausgeht, in dem entweder
eine Vorbehandlung des Abwassers durch Biologie oder durch kalte
Oxidation erfolgen kann, zu einem Querstromfilter 34 wie
Ultrafilter, dessen Filtrat/Permeat über eine Leitung 36 entnommen
wird. Aus der Schmutzseite des Querstromfilters 34 wird
somit aufkonzentriertes Abwasser über eine Leitung 36 abgeführt und über eine
Pumpe 42 oder sonstiges Förderaggregat über die
einen Hauptkreislauf bildenden Rohrleitungen 36, 40, 52, 32 zur
Spülung
des Querstromfilters wie insbesondere Ultrafilters umgewälzt. Die
Geschwindigkeit in dem Hauptkreislauf kann 3m/sec oder mehr betragen.
Am Verzweigungspunkt 48 wird durch eine Zweigleitung 50 ein
Teilstrom zur Teilfiltration entnommen und dem Teilstromfilter 46 zugeführt und über die
Leitung 44 im Verzweigungspunkt 38 dem Hauptkreislauf
wieder zu geführt.
In der Leitung 50 oder der Leitung 44 kann zusätzlich ein Förderaggregat
eingebaut sein. Ferner kann im Verzweigungspunkt 48 zusätzlich ein
Zentrifugalabscheider vorgesehen sein, um größere Feststoffe in den Sammelbehälter der
Teilstromabscheidung umzuleiten.
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Durch die Entnahme von Teilmengen
entstehen ausreichend geringe Strömungsgeschwindigkeiten in einem
Sammelbehälter,
der in 3 mit dem Bezugszeichen 54 versehen
ist und prinzipiell dargestellt ist, wohingegen in 4 eine bevorzugte Ausführungsform
wiedergegeben ist. Diese trägt
das Bezugszeichen 56.
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Die über eine Zuleitung 58, 60 dem
Sammelbehälter 54, 56 zugeführte Flüssigkeit
strömt
erwähntermaßen mit
einer ausreichend geringen Strömungsgeschwindigkeit
in den Sammelbehälter 54, 56,
so dass ausreichend koagulierte Feststoffe z.B. > 0.01 mm Korngröße mittels Sedimentation gravimetrisch
abgeschieden werden. Es bildet sich eine Sedimentationszone 62, 63,
die in eine Feststoffzone 64, 66 übergeht.
Der Feinanteil der Suspension, der nicht sedimentiert, wird über Rücklaufleitungen 68, 70 in den
Hauptkreislauf zurückgeführt, d.h. über die
Leitung 44 gemäß 2. Hierdurch kann ein weiteres Wachstum
dieses Feinanteils durch Anlagerung neu durch die Querstromfiltration 34 abgeschiedener Feststoffteilchen
erfolgen. Diese werden sodann in einem späteren Durchfließen der
Teilstromfiltration 46 abgeschieden.
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Der Sammelbehälter 54, 56 ist
dabei vorzugsweise derart geometrisch aufgebaut, dass eine erste
bodenseitig verlaufende trichterförmige Bereich 72 eine
Feststoff- oder Verdichtungszone 64, 66 ist, dass
in einer sich anschließenden
Zone 74 der Zulauf 58, 60 mündet und
dass oberhalb von diesem von einer zweiten Zone 76 der
Rücklauf 68, 70 ausgeht.
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Dabei erfolgt insbesondere die Flüssigkeitszugabe,
also die Mündung
der Leitung 58, 60 im oberen Drittel. Die Länge der
entsprechenden Sammelbehälter 54, 56 sollte
ferner derart sein, dass der Abstand zwischen dem Zulauf 58, 60 und
dem Rücklauf 68, 70 zumindest
im Bereich von 30 cm liegt. Hierdurch bedingt entsteht eine Sedimentationszone 62, 63 unterhalb
des Zulaufs 58, 60. Erfindungsgemäß ist auch
eine horizontale Durchströmung
zur Sedimentation möglich,
d.h. Zu- und Ablauf befinden sich in einer oder in etwa einer gemeinsamen
horizontalen Ebene.
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Unterhalb der Flüssigkeitszugabe 58, 60,
die durch Strömungsvorgänge nicht
oder nicht wesentlich beeinflusst wird, wird eine ungestörte gravimetrische
Sedimentation ermöglicht.
Durch geeignete Behältergeometrie
kann auch eine Konvektionsbeeinflussung innerhalb der Sedimentationszone 62,
vermindert werden.
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Die Flüssigkeitszugabe wird bevorzugt
zum Zentrum des Behälters,
also im Bereich dessen Längsachse 78 und
zum Boden hin gerichtet ausgeführt.
Eine andere wie seitliche Zuführung
ist gleichfalls denkbar. Dadurch wird insbesondere für kleinere Feststoffteilchen
ein Geschwindigkeitsvektor erzeugt, der die Abscheidung verbessert
und zusätzliche
Koagulationseffekte unmittelbar nach dem Austritt in die Sedimentationszone 62 ermöglicht.
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Zwischen dem Zulauf 58, 60 und
dem Rücklauf 68, 70 bildet
sich eine sogenannte Umkehrzone (Zone 78) aus, in der die
Flüssigkeit,
die über
die Zulaufleitung 58, 60 eingespeist wird, zum
Ablauf 68, 70 strömt. In dieser Umkehrzone 78 befinden
sich zum größten Teil
die Feststoffteilchen, die durch die Strömung nach oben getragen werden
können.
Bedingt durch die bewusst niedrig ausgelegte Scherbeanspruchung
der Flüssigkeitsströmung können weitere Kolloide über die
zuvor beschriebenen Anlagerungskräfte in dieser Zone 78 koagulieren
und sich zu Agglomeraten aneinanderreihen. Dadurch wird eine gravimetrische
Richtungsumkehr nach unten bewirkt und damit ein Sedimentieren.
Künstliche
Strömungsbarrieren
und Verzögerungen
unterstützen
die Bildung entsprechender Agglomerationskeime. Diese der allgemeinen
Kolloidströmung
entgegengerichtete Sedimentation bewirkt eine weitere Anlagerung
von Kolloiden und strömungsgetragenen
Feststoffteilchen am Agglomerat und damit zusätzliche Abscheidung bzw. Transport
in die Feststoffzone.
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Stoffe, die leichter als die Suspension
sind, werden die Sedimentationszone 62, 63 entgegen
der Schwerkraft die Umkehrzone 78 durchwandern und im Bereich 80 des
Behälters 56 gesammelt
und dort von Zeit zu Zeit entfernt. Im Kopfbereich sammeln sich
auch Öle
und sonstige Medien, die leichter als die Flüssigkeit sind. Allerdings können die
in den Kopfbereich wandernden Stoffe aufgrund des weiteren Kontaktes
mit dem Bakterienkonzentrat umgesetzt werden und können somit
agglomerieren, so dass diese zum Teil nach unten in die Sedimentationsstufe
bzw. Feststoffzone 64 absinken.
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Die Feststoffe, die schneller sedimentieren als
die vorgegebene Geschwindigkeit der nach oben gerichteten Strömung in
der Umkehrzone 78, können aufgrund
der gewählten
Ausbildung des Behälters 54, 56 ungestört in die
Sedimentationszone 62, 63 gelangen und abgeschieden
werden. Da mit zunehmendem Abstand vom Austritt der Zuführleitung 58, 60 die
Suspension diffus zerstreut wird, werden zu jedem Zeitpunkt auch
kleinste Teilchen in der Sedimentationsstufe 63 abgeschieden.
Hierbei treten ebenfalls Effekte wie in der Umkehrzone beschrieben
auf.
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Unterhalb der Sedimentationszone 62, 63 bildet
sich die Feststoffzone 64, 66 aus, in der die Feststoffe
sich durch immer neu von oben eintreffende Schichten weiter aufgeschichtet
und damit verdichtet werden. Die Verdichtung kann durch geeignete
Maßnahmen
wie z.B. Rütteln
oder niederfrequentes Beschallen mit der Eigenfrequenz der Teilchen verstärkt werden.
Erfindungsgemäß kann aus
dieser Feststoffzone 64, 66 regelmäßig oder
kontinuierlich eine Teilmenge zur weiteren Behandlung entnommen
werden, ohne dass eine Störung
der Teilstromfiltration stattfindet.
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Die durch die bakterielle Aktivität entstehenden
Gase werden in der Regel in der Flüssigkeit gelöst und über die
Querstromfiltrationsanlage ausgetragen.
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Es ist ebenfalls möglich, dass
bei entsprechender Auslegung und Fahrweise in der Feststoffzone 64, 66 die
noch vorhandene bakterielle Aktivität zur vollständigen Mineralisierung
des ursprünglich noch
vorhandenen Nahrungsangebotes und damit Volumenreduktion genutzt
wird. Entstehende Ausscheidungsprodukte der Bakterien wie CO. SO..
werden mit der Flüssigkeit
aus dem System herausgespült.
Es ist ebenso möglich,
dass in dieser Zone, in welcher ein Umschwung von aerober zu anaerober bakterieller
Aktivität
stattfindet, die wieder in Lösung gehenden
Radionuklide und Schwermetalle durch Reaktion wie z.B. durch Bakterienaktivität freigesetzte
Schwefelionen zu unlöslichen
Teilchen reagieren und damit als Feststoff ausfallen.
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Die sich auf der Feststoffzone 64, 66 immer neu
anlagernden aeroben Bakterien- und Feststoffschichten wirken als
Barriere, so dass durch anaerobe Vorgänge gelöste Radionuklide und Schwermetalle
nicht nach oben in die Sedimentationsstufe 62, 63 ausgewaschen
werden können.
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In der Feststoffzone 64, 66 ist
bei entsprechender Verweildauer und geeigneten Lebensbedingungen
für das
Bakterienkonzentrat eine nahezu vollständige Mineralisierung möglich, die
die endlagergerechte Konditionierung und Volumenreduktion unterstützt.
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Die Koagulation kann – falls
erforderlich – durch
andere physikalische (z.B. Distanz des Sammelbehälters der Teilstromfiltration
von der Querstromfiltrationsanlage) oder chemische Mechanismen wie
z.B. elektrische Ionisation, Flockungshilfsmittel usw. verbessert
werden. Es ist ebenso denkbar, einen Teil oder die vollständige Querstromfiltrationsanlage
oder Ladungsträger
erzeugende Materialien (z.B. PVC) zu fertigen oder diese in das
Strömungsfeld
zu geben.
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Durch die immer größer werdende
Feststoffzone kann aus der mittels Teilstromfiltration komplettierten
Querstromanlage ein Konzentrat (Abfall oder Wertstoff) mit relativ
hohem Feststoffanteil und damit geringerem Aufwand in der nachfolgenden
Konditionierung bzw. in der Verwertung abgeschieden werden.
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Durch das Prinzip der wiederholten
Entnahme und Zugabe eines Teilstroms aus dem Hauptstrom ist es nicht
erforderlich, dass eine hohe Abscheiderate durch Sedimentation in
dem Sammelbehälter
erreicht wird. Solange eine Abscheiderate vorliegt, wird sich der
Kreislauf der Querstromfiltration von selbst stabilisieren und einen
bestimmten Wert einnehmen.
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Wird beispielhaft in einer Querstromanlage ein
biologisch vorbehandelter Feststoff auf ca. 2,6 Vol% angereichert
und in einer entsprechend ausgeführten
Teilstromfiltration auf ca. 0,8 Vol% abgereichert, werden in der
Teilstromfiltration etwa 70 Vol% des Feststoffes abgeschieden. Etwa
30 Vol% des Feststoffs wird als kolloidale Teilchen zurück in den Kreislauf
der Querstromfiltration zur weiteren Koagulation und späteren Abscheidung
geführt.
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Es ist ein ähnliches Prinzip aus der WO 01/44115
bekannt. Jedoch wird nach diesem Verfahren zur Abscheidung ein mechanischer
Filter (Mikrofilter) und der entstehende Filterkuchen zur Abscheidung
des Feststoffes in dem Teilstrom vorgeschlagen. Können nach
diesem Verfahren größere Abscheideraten
erreicht werden, so können
nach der erfindungsgemäßen Lehre
weitere Feststoffe aus Querstromfiltrationsanlagen kostengünstig aufkonzentriert
werden.
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Bei Feststoffen, wie sie z.B. aus
aerob biologischen Behandlungsstufen ausgetragen werden, können undurchlässige Filterkuchen
entstehen, die erfindungsgemäß allein
durch die zuvor beschriebene Teilstromfiltration mit Sedimentation
abgeschieden werden können.
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Es sind Ausführungen von Ultrafiltrationsanlagen – auch in
Kombination mit biologischer Vorbehandlung – bekannt, denen ein Vorlagebehälter, in dem
der Rohabfall eingegeben wird, vorgeschaltet ist. Diese Ultrafiltrationsanlagen
recyklieren ihr Konzentrat kontinuierlich zurück in diesen Behälter. Insbesondere
in Kombination mit einer biologischen Vorbehandlung in dem Vorlagebehälter (Reaktor) können die
hohen Verweilzeiten der Biomasse im Reaktor optimal angepasste Bakterienstämme ausbilden,
die Schadstoffe hervorragend mineralisieren können. Allerdings muss aus diesem
System ein Überschussschlamm
abgezogen werden, um eine Blockade des Querstromfilters zu verhindern.
Bei diesem oft auch beheizten und belüfteten Reaktoren finden starke
Durchmischungs- und Konvektionsvorgänge statt, die die oben beschriebene
Sedimentation und Abscheidung kleiner Teilchen verhindern.
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Das Gesamtprinzip der erfindungsgemäßen Lehre
wird auch grundsätzlich
durch 5 verdeutlicht.
In einen als Reaktor zu bezeichnendem Behälter 82 gelangt radioaktives
Abwasser. In dem Reaktor 82 erfolgt entweder eine biologische
Behandlung, also eine aerobe Zersetzung oder eine kalte Oxidation
z.B. mit O3, um einerseits eine Volumenreduzierung
der Flüssigkeit
zu erzielen und andererseits insbesondere langkettige organische
Moleküle
zu zerstören.
Sofern in dem Reaktor 82 eine biologische Behandlung erfolgt,
kann über
eine Leitung 84 Luft bzw. Sauerstoff zugeführt werden.
Im Falle der kalte Oxidation wird O3 zugeleitet.
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Über
eine Leitung 86 wird das vorbehandelte Abwasser von dem
Reaktor 82 einer Querstromfiltration 86 zuvor
beschriebener Art zugeführt.
Die Verbindung zwischen der Querstromfiltration und einer nachgeschalteten
parallel angeordneten Teilstromfiltration erfolgt in zuvor beschriebener
Weise, so dass entsprechende Bezugszeichen in Bezug auf die Verbindungsleitungen
benutzt werden.
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Die Teilstromfiltration 90 weist
dabei einen Behälter
auf, wie dieser in den 3 und 4 erläutert worden ist. Aus der jeweiligen
Feststoff- oder Verdichtungszone 64, 66 werden
die Feststoffe, bei denen es sich vorzugsweise um einen Flüssigschlamm handelt,
einem weiteren Behälter 92 zugeführt, in dem
durch Oxidation eine Mineralisierung erfolgt, sofern dies notwendig
ist. Im Falle, dass eine biologische Vorbehandlung erfolgte, ist
dies grundsätzlich der
Fall. Erfolgte jedoch ausschließlich
eine Vorbehandlung mittels kalter Oxidation, so kann der Behälter 92 eingespart
werden. Sodann gelangen die gegebenenfalls durch Oxidation mineralisierien
Feststoffe in eine Trocknungs- und gegebenenfalls in eine vorgeschaltete
Entwässerungseinrichtung 94,
um hochkonzentrierten endlagerfähigen
Abfall zu erhalten.
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Das über eine Leitung 96 die
Querstromfiltration 86 verlassene Filtrat bzw. Permeat
kann entweder unmittelbar als sauberes Wasser über eine Leitung 98 entnommen
oder aber dann, wenn gelöste Radionuklidionen
in unzulässiger
Konzentration vorhanden sind, einem Ionenaustauscher, einer Elektrodeionisation
oder einem elektrolytischen Abscheider oder einer Umkehrosmose zugeführt werden.
Dies wird in 5 durch
das gestrichelt eingezeichnete Quadrat 100 symbolisiert.
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Die abgeschiedenen ionischen Radionuklide werden
sodann über
eine Leitung 102 entweder dem Reaktor 82 oder
einem weiteren Reaktor zugeführt, um
entsprechend zuvor beschriebener Weise einer Ultraquerstromfiltration
und einer Teilstromfiltration unterworfen zu werden. Entsprechend
kann eine Kaskadierung erfolgen.
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Auch besteht die Möglichkeit,
die von dem Abscheider 100 stammenden und zu recyierenden Stoffe
unmittelbar in die Leitung 84 zurückzuführen, wie durch die Verbindung 104 verdeutlicht
wird.
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Im Falle, dass eine Aufkonzentration
durch Fällung
erforderlich ist, insbesondere bei einer kalten Oxidation des Abwassers,
kann dem Reaktor 82 unmittelbar oder der Leitung 84 vor
der Ultrafiltration 86 Fällmittel zugegeben werden.
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Vorteile und wesentliche Merkmale
der erfindungsgemäßen Lehre
ergeben sich aus nachstehender, allerdings nicht gewichteter Auflistung:
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- – modulares
Verfahren mit Modulen, die bestimmte biologische, chemische und
physikalische Effekte kombinieren. Im Idealfall werden Module in sequentieller
Kombination verbunden: kalte Oxidation, Fällung bzw. biologische Behandlung;
mechanische Abscheidung durch Querstromfiltration sowie Teilstromfiltration;
gegebenenfalls ionische Separierung; Konditionierung der Konzentrate;
- – Auswahl
und verfahrenstechnische Optimierung der Einzelmodule ohne Beeinflussung
der Nachbarmodule;
- – kalte
Oxidation mittels O3 zur Zerstörung komplexer
organischer Moleküle;
- – Aerobe
biologische Behandlung zur Zersetzung organischer Moleküle und Biosorption
von Radionukliden;
- – Beschleunigung
der Zersetzung und Biosorption der Radionuklide durch Einschallen
von Ultraschall in den Reaktor;
- – Rezyklieren
und/oder Hintereinanderschalten von mehreren Bioreaktoren, um alle
ionischen gelösten
Radioaktivitäten
abzuscheiden;
- – Zugabe
von z.B. waschaktiver Lösung
zur Komplexierung, Fällung
und Ionenaustausch in das Filtrat/Permeat der Querstromfilteranlage
wie z.B. Ultrafiltration zur weiteren Anlagerung radioaktiver Ionen
mit der Ermöglichung
im Bioreaktor die Aufnahme in die Bakterien durch deren Nahrungsaufnahme;
- – Wegfall
von ionenselektiven Methoden bei ausreichender Biosorption und mechanischer
Abscheidung der Feststoffe insbesondere der kolloiden Teilchen mittels
Querstromfiltration, bevorzugt Ultrafiltration;
- – Funktionsfähigkeit
und Schutz der nachfolgenden mechanischen Abscheidung durch Oxidierung
bzw. biologische Vorbehandlung komplexer Moleküle;
- – Mechanische
Abscheidung durch Separierung der Feststoffe von biologisch vorbehandelten
radioaktiven Waschwässern
aus Wäscherei.
Boden und anderen Reinigungsaufgaben mittes Querstromfiltration
wie Ultrafiltration zur Vermeidung wesentlich teurerer Zentrifugen;
- – Schonende
Abscheidung/Aulkonzentration der Bakterienmasse mittels einer Querstromanlage, wodurch
eine Zentrifuge vermieden wird, die durch hohe Kräfte die
Zellmembran zerstört
und damit biosorbierte Radionuklide wieder freisetzt;
- – Aufkonzentration
der Bakterien und biologisch aktiven Massen durch die Kombination
Bioreaktor und Querstromfiltration – ohne dass zwingend die Teilstromfiltration
zu betreiben ist – mit
dem Effekt der schnelleren Aufnahme der radioaktiven Stoffe in die
Biomasse;
- – Zersetzung
der Bakterienamatrix z.B. mit N2O2 und damit Inertisierung des Konzentrats
zur sicheren Lagerung;
- – Durch
die Verwendung der Querstromfiltration insbesondere Ultrafiltration
kann inaktives Bor (Natriumborat), das in dem Abwasser gelöst vorliegt,
aus dem System entfernt werden und trägt somit nicht zum Endlagervolumen
bei, wohingegen bei der Verwendung von Verdampfern dieses zurückgehalten
wird;
- – Die
Kombination Querstromfiltration (Ultrafiltration) und Ionenaustauscher
erlaubt es, radioaktive Abwässer
vollständig
bis unter Nachweisgrenze von radioaktiven Stoffen zu befreien. Dies
gelingt insbesondere durch die strikte Trennung von Feststoffen
(Ultrafiltration) und gelösten
Stoffen (Ionenaustauscher) und deren Separierungen. Alternativ kann
eine Aufkonzentration der Nuklide durch Elektrodeionisation anstelle
des Einsatzes von Ionenaustauschern erfolgen. Damit können die
glei chen Ionenaustauscher nahezu unbegrenzt zur Abscheidung/Reinigung
eingesetzt werden;
- – Das
Ionenkonzentrat enthält
alle Radionuklide in gelöster
Form, die problemlos zurück
in die Fällstufe
oberhalb der mechanischen Querstromfiltration geführt werden
können.
Da bei einem Einsatz einer Elektrodeionisation keine Regeneriersalze eingesetzt
werden, gelingt es durch Rezyklierung und fortlaufende Konzentrationserhöhung die
gelösten
Nuklide nach und nach in unlösliche
Metallsulfide auszufällen.
Diese Sulfide können
während
des normalen Betriebs der Querstromfilteranlage wie auch andere
Partikel in der Teilstromfiltration abgeschieden werden;
- – Rezyklierung
des Permeats/Filtrats aus der Querstromfiltrationsanlage in einen
Bioreaktor zur weiteren Abscheidung der radioaktiven Ionen mittels
Biosorption;
- – Rezyklierung,
bis nach der Querstromfiltrationsanlage ausreichend geringe Radioaktivität gemessen
wird;
- – Es
können
Fällmittel
dem Kreislauf der Querstromfiltrationsanlage, bevorzugt in der Zuleitung, zugesetzt
werden. Damit kann durch die innige Vermischung in der turbulenten
Strömung
und bei erfindungsgemäßer Vorbehandlung
durch kalte Oxidation eine ausreichend gute Fällreaktion und damit gute Abscheiderate
für Radionuklide
erzielt werden;
- – Da
das Filtrat/Permeat der Ultrafiltrationsanlage, sofern keine ausreichende
Biosorption für
radioaktive Stoffe erzielt wurde, ausschließlich gelöst (ionische) Stoffe enthält und damit
die Oberflächen
der nachfolgenden Anlageteile nicht zusetzt, erhöht sich die Effektivität der Ionenaustauscher bzw.
Elektrodeionisationsanlage. Somit kann bei entsprechender Vorbehandlung
von radioaktiven Abwässern
auf teuere ionenselektive Ionenaustauscher verzichtet werden;
- – Das
rein ionische Vorliegen der Radionuklide ermöglicht es, dass diese auf Grund
der elektrochemischen Spannungsreihe mittels Opferanoden bzw. Kathoden
abge schieden werden. Dazu wird das Ultrafiltrationseffluent ausreichend
nahe über Oberflächen geleitet,
die an Gleichspannung anliegen. Es entsteht eine Anlagerung und
Konzentrierung der radioaktiven metallischen Ionen. Die Anlagerung
ist allein durch die gewählte
Geometrie und entstehende Dosisleistung begrenzt. Nach Erschöpfung der
Anlagerungsflächen
können
diese im Endlagerbehälter
ohne weitere Konditionierung der Endlagerung zugeführt werden.
Diese Methode erlaubt hohe Aktivitätskonzentrationen auf engstem
Raum und trägt
damit zu einer weiteren Volumenreduktion bei;
- – Teilstromkonzentration,
d.h. Aufkonzentrierung der von der Querstromfiltrationsanlage zurückgehaltenen
Feststoffe in einem Abscheidebehälter oder
in einem als Kaskade aufgebauten Abscheidebehälter, durch den die koagulierenden
Feststoffe mittels Teilstromfiltration geleitet werden. In dem Abscheidebehälter kann
entweder eine mechanische Abscheidung oder eine Sedimentationsabscheidung
stattfinden, wobei letztere bevorzugt ist. Ein Abscheidemechanismus
bei der Sedimentation ist auf Grund der Querstromfiltration aufkonzentrierten
und koagulierten kleinen Feststoffteilchen möglich;
- – Unterstützung der
Koagulation durch elektrische Felder, Magnetfelder, geeignete Werkstoffwahl, z.B.
Kunststoff wie PVC Rohrleitungssysteme zur Ladungsbildung auf Feststoffteilchen
oder ähnlichem;
- – Unterstützung der
Koagulation durch ausreichend lange Zuführstrecken von Querstromfiltrationsanlage
zum Sammelbehälter
der Teilstromfiltrationsanlage;
- – Bildung
von Koagulationskeimen durch z.B. künstliche Strömungsbarrieren
insbesondere in der Umkehrzone der Sammelbehälter;
- – Sedimentation
koagulierter Teilchen als alleiniger Abscheidemechanismus für Konzentrate
aus Querstromfilteranlagen, die Feststoffe aus biologischen Reinigungsstufen
separieren; insbesondere bei Feststoffen, die undurchlässige Filterkuchen
bilden;
- – Schaffung
einer durchströmungsfreien
Sedimentationszone in dem Behälter
der Teilstromfiltration aus der Querstromfiltration (z.B. Ultrafiltration);
- – Schaffung
einer ungestörten
Feststoffzone im Sedimentationsbehälter;
- – Umbildung
des Bakterienkonzentrats innerhalb des Feststoffzone von aerob zu
anaerob wirkenden Bakterienstämmen;
- – Mineralische
Umsetzung der verbliebenen Nährstoffe
in der anaeroben Zone zur weiteren Volumenreduktion und Inertisierung
als Teil des endlagergerechten Konditionierens;
- – Reaktion
der durch die anaeroben Vorgänge
als Ionen freigesetzten Radionuklide und gegebenenfalls Schwermetalle
mit ebenfalls freigesetzten Schwefelionen in unlösliche Sulfide;
- – Unterstützung der
Verdichtung durch mechanische Hilfen wie z.B. Rütteln oder niederfrequente Beschallung;
- – Sedimentation
zur nicht thermischen Konzentration von nicht radioaktiven Feststoffen
wie z.B. Gefahrstoffen oder auch zum Gewinnen und Recycling von
Wertstoffen aus Lösungen
wie z.B. Bakterien zur pharmazeutischen Wirkstoffherstellung. Keramiken,
Edelmetallen, Polymeren usw. als Konzentrierungsschritt vor der
Weiterverarbeitung;
- – Ausbildung
und Funktion des Sedimentationsbehälters als Ölabscheider und andere Stoffe,
deren Dichte geringer als Wasser ist;
- – Teilweise
oder vollständige
Entnahme der Sediments zur Zuführung
zu einer kalten Oxidation, Entwässerung,
Trocknung, Zementierung oder sonstigen Konditioniermöglichkeit;
- – Bewußtes Belassen
der Feststoffe in der Feststoffzone als Nahrung für sich neu
entwickelnde Bakterienstämme
(von anaerob im unteren Bereich und aerob im oberen Bereich der
Feststoffzone des Behälters).
Diese Bakterien bauen sowohl kohlenstoffhaltige, schwefelhaltige
(z.B. aus Dekontmitteln stammend) und anderen Verbindungen mineralisch
ab. Es verbleiben ausschließlich
die metallischen Nuklide und mineralischen Feststoffe in der unteren
Feststoffzone;
- – Schutz
der nachfolgenden ionischen Abscheidestufen durch vollständige mechanische
Abtrennung der Feststoffe in der mechanischen Querstromfiltration;
- – Ionenabscheidung
mittels Ausfällung
wie z.B. Überführung in
unlösliche
Sulfide, pH-Anpassung und/oder Zugabe von inaktiven Metallsalzen;
- – Ionenabscheidung
mittels Ausnutzung des elektrochemischen Potentials der Radionuklide
vor oder bevorzugt nach der vollständigen Separierung der Feststoffe
durch Querstromfiltration (bevorzugt Ultrafiltration);
- – Rezyklierung
der mittels Umkehrosmose oder Elektrodeionisation abgeschiedenen
Ionen in das Modul Fällung
und Erhöhung
der Abscheiderate;
- – Kaskadenartige
Kombination der Verfahren mit Rezyklierung der konzentrierten Nuklide
in vorgeschalteten Verfahrensstufen;
- – Duplizierung
einzelner Verfahrensmodule zur Erhöhung der Abscheideraten;
- – Aufkonzentrierung
des Teilstroms zur Teilstromfiltration durch Gestaltung der Entnahmestelle
unter Ausnutzung der Zentrifugalkräfte.