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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf Audiowiedergabesysteme und
insbesondere auch auf Audiowiedergabesysteme in Live-Umgebungen.
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In
typischen Rockkonzerten existiert eine hohe Dynamik dahin gehend,
daß sich
z.B. der Sänger
auf der Bühne
sehr viel bewegt. Dasselbe trifft oftmals für den Gitarristen zu. Andererseits
sind jedoch die Lautsprecher in einer solchen Vorführungsumgebung
statisch angeordnet. Daher bleibt es nicht aus, daß der Sänger samt
seines Mikrophons, wie auch z.B. der Gitarrist samt seines an der
Gitarre angebrachten Mikrophons manchmal etwas näher an Lautsprecher gerät und manchmal
etwas weiter von Lautsprechern weg angeordnet ist. Während der
Fall unproblematisch ist, in dem ein Mikrophon von einem Lautsprecher
weit entfernt ist, ist der Fall, in dem ein Mikrophon sehr nahe
an einem Lautsprecher angeordnet ist, sehr problematisch. Nachdem
in dem Signalpfad vom Mikrophon zum Lautsprecher eine hohe Verstärkung vorhanden
ist, führt
eine Einkopplung des Lautsprechersignals in das Mikrophon dazu,
daß das
Mikrophon/Lautsprecher-System zu schwingen beginnt. Eine solche
Schwingung äußert sich
als Rückkopplung
bei einer bestimmten Frequenz. Sie tritt immer dann auf, wenn die
Amplituden- und die Phasenbedingung erfüllt ist. Die spezielle Phasenbedingung,
die aktuell am besten erfüllt
ist, legt die Frequenz fest, die typischerweise relativ hoch ist,
so daß sich
eine Rückkopplung
als lautes Pfeifen bemerkbar macht. Dieses Pfeifen ist nicht nur
für die
Zuhörer
unangenehm, sondern auch für
die Künstler.
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Signaltheoretisch
ausgedrückt
existiert ein stark zeitlich variabler Kanal von einem oder mehreren
Lautsprechern zu einem oder mehreren Mikrophonen.
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Bekannte
Rückkopplungsunterdrückungstechniken
mischen hörbare
Rückkopplungstöne in das
Mikrophon ein und verwenden Filter, um eine angehende Rückkopplung
zu unterdrücken.
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Alternative
Rückkopplungsunterdrückungstechniken
verwenden eine sogenannte Pitch-Shifting-Technik, um die Rückkopplung
in unhörbare
Teile des Spektrums zu verschieben, so daß stabile Rückkopplungstöne vermieden
werden.
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Während die
erste Lösung
eine kurze Rückkopplung
benötigt,
um eine Unterdrückung
auszulösen,
bewirkt die andere Lösung
in manchen Fällen
einen seltsamen Ton, der z.B. das Singen und Intonieren für Artisten
schwierig macht.
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Insbesondere
in Mehrkanalsystemen sind die beiden genannten Rückkopplungsunterdrückungslösungen sehr
problematisch wenn nicht gar undurchführbar.
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Die
EP 0 581 261 A1 offenbart
eine Hörprothese
mit einer vom Benutzer gesteuerten Rückkopplungs-Unterdrückung. Einem Mikrophon ist
ein Summierer nachgeschaltet, der von dem Mikrophonsignal ein Ausgangssignal,
das von einem adaptiven Filter geliefert wird, subtrahiert. Das
Ausgangssignal des Summierers wird in einem Signalprozessor verarbeitet
und zu einem Lautsprecher geliefert. Das Signal nach dem Signalprozessor
und das Signal vor dem Signalprozessor werden dem adaptiven Filter
zugeführt,
um die Filtercharakteristik des adaptiven Filters zu adaptieren.
Der Benutzer ist in der Lage, das adaptive Filter in verschiedene
Adaptionsmodi durch eine manuelle Steuerung zu bringen. Ferner sind
ein Rausch-Generator sowie ein weiterer Summierknoten vorgesehen.
Um eine bessere Adaption zu erreichen, wird in Perioden relativer
Ruhe, oder wenn die Umgebung gerade ein sehr leises akustisches
Signal liefert, ansprechend auf eine Benutzersteuerung ein Testsignal
für den
zusätzlichen
Summierer in das Lautsprechersignal eingebracht. Die Anwesenheit des
eingebrachten Signals im Rückkopplungssignal hilft
dann, wenn gerade kein akustisches Signal aus der Umgebung vorhanden
ist, bei der Adaptierung des adaptiven Filters.
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Das
US-Patent Nr. 6,386,039 offenbart Konzepte zum Bestimmen der akustischen
Raumcharakteristika eines Fahrzeuginnenraums, wobei diese Raumcharakteristika
zwar durch den Fahrzeuginnenraum bestimmt sind, sich jedoch durch
die Anzahl und die Bewegungen von Fahrzeuginsassen, Umgebungseinflüsse, die
Geräusche
bewirken (Wind), Temperaturfluktuationen, Straßenbedingungen oder Betriebsparameter
(Fahrgeschwindigkeit oder Motordrehzahl) ändern können.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes
Konzept zum Unterdrücken
einer Rückkopplung
zu schaffen.
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Diese
Aufgabe wird durch eine Vorrichtung nach Patentanspruch 1 oder ein
Verfahren nach Patentanspruch 14 gelöst.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß eine wirksame
Rückkopplungsunterdrückung dadurch
erreicht werden kann, daß ein Mikrophonsignal,
das eine Überlagerung
eines Nutzsignals und eines von einem Lautsprecher oder mehreren
Lautsprechern stammenden Rückkopplungssignals
ist, vor der Mischung bzw. Verstärkung
dahin gehend verarbeitet wird, daß der Rückkopplungsanteil von dem Mikrophon signal
subtrahiert wird, so daß nach
der Subtraktion lediglich das Nutzsignal verbleibt.
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Unabhängig davon,
ob die Rückkopplungssignalkomponente
im Falle eines ungünstigen
Kanals, also wenn sich das Mikrophon sehr nahe am Lautsprecher befindet,
groß ist
oder im Falle eines günstigen
Kanals, also wenn das Mikrophon relativ weit vom Lautsprecher entfernt
ist, klein ist, wird die Rückkopplungssignalkomponente
vorzugsweise durchgehend von dem Mikrophonsignal entfernt. Hierzu
ist es nötig,
die Rückkopplungssignalkomponente
am Mikrophon synthetisch zu bestimmen.
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Erfindungsgemäß wird hierzu
eine Markierungsoperation dahin gehend vorgenommen, daß das Signal,
das von dem Lautsprecher ausgestrahlt wird, erkannt werden kann.
Dies wird dadurch erreicht, daß entweder
in das Mikrophonsignal nach der Subtraktion oder in das Mikrophonsignal
vor der Subtraktion oder in das Signal nach Mischung und Verstärkung, also
in das z.B. noch digital vorliegende Wiedergabesignal für einen
Lautsprecher, ein Testsignal eingebettet wird.
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Ferner
wird gemäß der vorliegenden
Erfindung eine Einrichtung zum Ermitteln einer Eigenschaft eines Übertragungskanals
von dem Lautsprecher zu dem Mikrophon bzw. direkt für einen
Rückkopplungsumlauf
von einem Mikrophon wieder zu sich selbst zurück unter Verwendung des empfangenen
Mikrophonsignals, das eine Überlagerung
des Rückkopplungssignals
und des Nutzsignals ist, und unter Verwendung des bekannten Testsignals,
das eingebettet worden ist, eingesetzt.
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Eine
bevorzugte Vorgehensweise zur Ermittlung der Eigenschaft des Übertragungskanals
in der Umgebung zwischen dem Lautsprecher und dem Mikrophon besteht
darin, eine Kreuzkorrelation zwischen dem Mikrophonsignal und dem
Testsignal durchzuführen.
Die Kreuzkorrelation beispielsweise liefert direkt die Impulsantwort
des Kanals zwischen dem betrachte ten Lautsprecher und dem betrachteten
Mikrophon. Alternative Kanalbestimmungsverfahren sind ebenfalls
einsetzbar.
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Unter
Verwendung der ermittelten Eigenschaft des Übertragungskanals wird ein
Filter eingestellt, der das Lautsprechersignal filtert, um ein gefiltertes
Lautsprechersignal zu erhalten. In anderen Worten ausgedrückt wird
der zeitvariante Kanal vom Lautsprecher zum Mikrophon gewissermaßen „simuliert", um das in das Mikrophon
eingespeiste Rückkopplungssignal
synthetisch zu berechnen, so daß es
für die
Subtraktionseinrichtung bereitsteht.
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Die
vorliegende Erfindung führt
eine optimale Rückkopplungsunterdrückung durch,
wenn der Kanal sich lediglich langsam ändert. Dies ist bei Konzerten
in Anbetracht der durch menschliche Artisten bewirkten Bewegungen
sehr oft der Fall. Auch wenn ein Künstler eine sehr schnelle Bewegung
durchführt,
so dauert diese schnelle Bewegung nicht besonders lang, derart,
daß auf
eine kurze schnelle Bewegung wieder eine langsamere Bewegung oder
sogar eine Pause folgt. Das erfindungsgemäße System ist in der Lage,
eine Rückkopplung
nicht nur neu am Anfang des „Einschwingens" zu unterdrücken, sondern
auch während
des Einschwingens, dahin gehend, daß eine möglicherweise bereits begonnene
Rückkopplung
noch im Entstehen wieder unterdrückt,
d.h. heraussubtrahiert, werden kann.
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Andererseits
führt eine
schnelle Bewegung oftmals auch dazu, daß sich der Kanal wieder zum „Guten" ändert, so daß sich das
Mikrophon wieder vom Kanal etwas weiter entfernt, was wiederum dazu führt, daß eine vielleicht
im Entstehen befindliche Rückkopplung
auch ohne Rückkopplungsunterdrückung wieder
abflaut. Die Anforderung an einen zeitlich konstanten Kanal ist
bei dem Unterdrückungskonzept
der vorliegenden Erfindung daher sehr gering.
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Bei
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung ist das Testsignal eine Pseudorauschsequenz,
die mit geringem Aufwand beispielsweise unter Verwendung rückgekoppelter Schieberegister
leicht, schnell und preisgünstig
erzeugt werden kann und, wenn ein solches Schieberegister an mehreren
Stellen zur Verfügung
gestellt wird, ohne weiteres reproduzierbar ist. Insbesondere können mehrere
Schieberegistereinrichtungen, die eine solche Pseudozufallsfolge
erzeugen sollen, mit dem gleichen Startwert oder "Keim" initialisiert werden.
Es ist bekannt, daß Pseudo-Noise-Folgen rauschartig
aussehen, jedoch eine üblicherweise
relativ große
Periodendauer haben. Das rauschhafte Aussehen einer Pseudo-Noise-Folge äußert sich
im Frequenzbereich betrachtet dadurch, daß das Pseudo-Rausch-Signal
ein weißes
Spektrum hat, derart, daß alle
Frequenzen gleichermaßen
stark vorkommen. Wenn die Dynamik des Mikrophonsignals einigermaßen bekannt
ist, so kann dieses weiße
Pseudo-Noise-Signal
unmittelbar eingemischt werden, wenn sichergestellt wird, daß der Pegel
des eingemischten Pseudo-Noise-Signals
relativ klein ist und nicht zu hörbaren
Störungen
führt,
bzw. zu lediglich geringfügigen
hörbaren
Störungen
führt.
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Um
die Wirksamkeit der Rückkopplungsunterdrückung, d.h.
die Kanalsimulation zu verbessern, wird es bevorzugt, das Test-
signal, unabhängig
davon, ob es ein Pseudo-Noise-Signal ist oder nicht, unter Verwendung
einer vorzugsweise aus dem bereits um seinen Rückkopplungsanteil befreiten
Mikrophonsignal oder unter Verwendung einer aus dem verstärkten Mikrophonsignal,
also dem Lautsprechersignal, abgeleiteten psychoakustischen Maskierungsschwelle
zu bewerten.
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Eine
Addition des solchermaßen
bewerteten Testsignals zum Mikrophonsignal bzw. zum Lautsprechersignal
führt dazu,
daß das
eingebettete Testsignal für
den Zuhörer
nicht hörbar
sein wird, so daß der
Zuhörer
von der ständig
laufenden Rückkopplungsunterdrückungsprozedur
nichts merkt.
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Anders
ausgedrückt,
hat in diesem Fall die Rückkopplungsunterdrückung keine
negativen Konsequenzen hinsichtlich der vom Zuschauer wahrgenommenen
Wiedergabequalität.
Andererseits ist für eine
wirksame Unterdrückung,
also für
eine möglichst
genaue Bestimmung der Impulsantwort des Kanals zwischen dem Lautsprecher
und dem Mikrophon, also zur genauen Simulation des Rückkopplungsanteils,
ein Testsignal mit möglichst
hoher Energie im Lautsprechersignal erstrebenswert. Die maximale
Energie wird ohne Einbußen
hinsichtlich der Audioqualität
dann erreicht, wenn das Testsignal ein Pseudo-Noise-Signal ist,
also sich über
den gesamten relevanten Frequenzbereich erstreckt, und derart psychoakustisch
gewichtet ist, daß es
unter der Markierungsschwelle des Lautsprechersignals ist. In Signalanteilen
des Lautsprechersignals mit hoher Maskierungswirkung ist das Testsignal
daher mit einer hohen Energie vertreten, während in Signalanteilen des
Lautsprechersignals mit geringer Maskierungswirkung, beispielsweise
in tonalen Audioanteilen, das Testsignal mit relativ wenig oder
gar keiner Energie vertreten ist, dahin gehend, daß keine
Audioqualitätseinbußen für den Zuhörer entstehen.
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An
dieser Stelle sei angemerkt, daß in
dem Fall, in dem das Mikrophon nicht unmittelbar vor dem Lautsprecher
ist, eher laute Lautsprechersignalpassagen problematisch sind. Aufgrund
der Tatsache, daß in
solchen lauten Lautsprecherpassagen normalerweise die akustischen
Maskierungsschwelle relativ hoch ist, ist in solchen problematischen
Lautsprechersignalanteilen auch eine beträchtliche Testsignalenergie
enthalten, was unmittelbar dazu führt, daß die Kanalbestimmung und damit
die Rückkopplungsunterdrückung genauer
und damit wirkungsvoller stattfindet. Das für die vorliegende Erfindung
bevorzugte Konzept der Verwendung von Pseudo-Noise-Testsignal in
Verbindung einer psychoakustischen Gewichtung bzw. Färbung des
Pseudo-Neuseh-Testsignals führt
somit dazu, daß genau
in dem Fall, in dem eine gut funktionierende Rückkopplungsunterdrückung gebraucht
wird, als im Falle lauter Signale, auch eine gute Kanalbestimmung
mit hohem Signal/Rausch-Verhältnis
durchgeführt
werden kann. Die in einem solchen Fall dringend benötigte gute Rückkopp- lungsunterdrückung wird
erfindungsgemäß auch bereitgestellt.
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Die
vorliegende Erfindung eignet sich besonders für Mehrkanal-Umgebungen, bei
denen mehrere Mikrophone und mehrere Lautsprecher vorhanden sind.
Die Verwendung von in die einzelnen Mikrophonsignale eingebetteten
unterschiedlichen Testsignalen, die vorzugsweise zueinander orthogonal sind,
und die Verwendung einer Kreuzkorrelationseinrichtung für die Bestimmung
jedes relevanten Kanals führen
dazu, daß für jedes
Mikrophon der optimale Rückkopplungsanteil
berechnet werden kann. Damit findet eine flexible und an die einzelnen
Mikrophonsignale genau angepaßte
Rückkopplungsunterdrückung statt,
da jeder Kanal einzeln simuliert wird.
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Es
ist zu sehen, daß für den Fall,
bei dem mehrere Mikrophone und mehrere Lautsprecher an verschiedenen
Orten vorgesehen sind, die Rechenleistung zur Kanalbestimmung vorzugsweise
unter Verwendung einer Kreuzkorrelation beträchtlich werden kann. Dies ist
jedoch nicht weiter problematisch, da eine typische Verstärkeranlage,
wie z.B. ein PA-System,
ein Mischpult mit beträchtlichen
Ausmaßen
und beträchtlichen
Kosten umfaßt,
wobei in einem solchen Setting einige digitale Signalprozessoren
zum Berechnen der Kanaleigenschaften und zum Unterdrücken der
Rückkopplungsanteile
im Hinblick auf die Gesamtkosten der Anlage nicht wesentlich ins Gewicht
fallen werden.
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Andererseits
bewirkt die vorliegende Erfindung eine effiziente Rückkopplungsunterdrückung ohne
negative Konsequenzen für
die Zuhörer
einerseits und insbesondere auch für die Artisten andererseits
mit typischerweise nahezu vernachläßigbaren Kosten bezogen auf
das Gesamtsystem. Insbesondere wird Wert gelegt darauf, daß die Artisten
nicht in ihrem künstlerischen
Ausdruck gestört
werden, derart, daß sie
z.B. "eingetunte" hörbare Rückkopplungsunterdrückungstöne hören oder
daß im
Falle eines Pitch-Shifting die von dem Artisten wahrgenommenen Signale
eine andere Tonhöhe haben
als sie vom Artisten beispielsweise gesungen worden sind. Obgleich
zu dieser bekannten Rückkopplungsunterdrückung bereits
Nuancen hinsichtlich der Tonhöhenverschiebung
ausreichen werden, sind dies dennoch Belästigungen für den Künstler, die ihn in seinem künstlerischen
Ausdruck einschränken
dürften.
Andererseits ist es jedoch gerade der Künstler, der letztendlich bestimmt,
welche Anlage für
ihn bereitgestellt werden muß.
Eine Marktakzeptanz des erfindungsgemäßen Konzepts ist daher zu erwarten,
da das erfindungsgemäße Rückkopplungsunterdrückungskonzept
den Artisten nicht weiter belästigt
und ihm sogar eine maximale Bewegungsfreiheit gestattet, so daß er ohne
unerwünschte
Rückkopplungstöne befürchten zu
müssen,
den gesamten Bühnenraum zum
künstlerischen
Ausdruck benutzen kann, unabhängig
davon, ob er in die Nähe
einer Rückkopplungs-gefährdeten
Lautsprecherkomponente kommt oder nicht.
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Je
nach Ausführungsform
kann das Testsignal unmittelbar in die Lautsprechersignale, also
vor der Analog/Digital-Wandlung
und akustischen Wiedergabe, eingebettet werden. In diesem Fall wird
die Anpassung an die psychoakustischen Eigenschaften des Lautsprechersignals
am besten sein, da das psychoakustische Modell des Lautsprechersignals
unmittelbar dafür
aussagekräftig
sein wird, was ein Zuschauer hört
oder nicht.
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Eine
Einbettung im Lautsprechersignal hat ferner den Vorteil, daß tatsächlich Übertragungsfunktionen
von jedem Lautsprecher zu jedem Mikrophon einzeln simuliert und
zur Rückkopplungsunterdrückung eingesetzt
werden können.
Diese erfindungsgemäße Alternative
führt zu
einer besseren Tonqualität
für den
Zuhörer,
erfordert jedoch höhere
Rechenleistungen dahingehend, daß wenn beispielsweise drei
Mikrophone und drei Lautsprecher vorhanden sind, bereits neun unterschiedliche Übertragungskanäle hinsichtlich
der Eigenschaften bestimmt, mit typischerweise FIR-Filtern nachgebildet
und zur Subtraktion eingesetzt werden müssen, wobei vor der tatsächlichen
Subtraktion des insgesamten Rückkopp- lungssignals noch
eine Addition der im beschriebenen Fall von drei Lautsprechern gelieferten drei
einzelnen simulierten Rückkopplungssignale durchgeführt werden
muß.
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Eine
andere Alternative der vorliegenden Erfindung besteht darin, das
Testsignal in das modifizierte Mikrophonsignal, also nach der Subtraktion einzubetten,
also noch bevor die Mikrophonsignale gemischt und verstärkt werden,
um ein Einbettungssignal zu erhalten. Das Einbettungssignal wird gleichzeitig
dazu verwendet, um gefiltert zu werden und um das gefilterte Signal
der Subtraktionseinrichtung zuzuführen. Das psychoakustische
Modell wird hier vorzugsweise auf der Basis des modifizierten Mikrophonsignals
gerechnet, um die Maskierungsschwelle zum optimalen Einbetten zu
erhalten.
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Die
Informationen über
die psychoakustische Maskierungsschwelle können jedoch auch von den einzelnen
Lautsprechersignalen abgeleitet und der entsprechenden Einbettungseinrichtung,
die vor der Mischung/Verstärkung
liegt, zugeführt
werden, so daß sich
eine bessere Kontrolle des Testsignals ergibt.
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Wie
es ausgeführt
worden ist, soll das Testsignal einerseits nicht hörbar sein
und andererseits mit möglichst
hoher Energie vorhanden sein. Wird ein psychoakustisches Model von
einem Signal abgeleitet, das dem Lautsprechersignal nicht unmittelbar entspricht,
sondern nur näherungsweise
entspricht, so wird die Energie des eingebetteten Testsignals um einen
bestimmten Sicherheitsabstand unterhalb der psychoakustischen Maskierungsschwelle
gehalten, was zwar die Verschlechterung der Audioqualität unterbindet,
jedoch zu einem schlechteren Signal/Rausch-Verhältnis bei der Übertragungskanalbestimmung
und damit zu einer schlechteren Rückkopplungsunterdrückung führen könnte.
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Andererseits
sind in diesem Fall nicht so viele Kanäle zu berechnen, so daß diese
Alternative rechenzeitärmer
ausge bildet werden kann und somit insbesondere bei kleineren Wiedergabeanlagen
oder Minimal-Wiedergabeanlagen preisgünstig eingesetzt werden kann.
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Wieder
alternativ kann das Testsignal in das Mikrophonsignal vor der Rückkopplungsanteil-Subtraktion
eingefügt
werden. Wenn der Rückkopplungsanteil
genau berechnet wird, so wird das eingebettete Testsignal die Rückkopplungsanteil-Subtraktion relativ "unbeschadet" überstehen, derart, daß dieser
Fall ähnlich
zu dem Fall betrachtet werden kann, bei dem das Testsignal bereits
in das modifizierte Mikrophonsignal eingebettet wird.
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Bevorzugte
Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend bezugnehmend auf die
beiliegenden Zeichnungen detailliert erläutert. Es zeigen:
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1a eine
bevorzugte Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung in einer Mehrkanalumgebung mit Einbettung
auf der Mikrophonseite;
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1b eine
alternative Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Rückkopplungsunterdrückungskonzepts
mit Einbettung auf der Mikrophonseite;
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2 eine
alternative Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung mit Einbettung auf der Lautsprecherseite;
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3 ein
Prinzipdiagramm eines Übertragungskanals;
und
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4 eine
schematische Zusammenfassung der Vorgehensweise zur Berechnung einer
Impulsantwort des in 3 gezeigten. Übertragungskanals
unter Verwendung einer Kreuzkorrelation.
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1 zeigt ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung in einem Mehrkanal-Setting, bei dem mehrere
Mikrophone 10, 11, 12 sowie mehrere Lautsprecher 13, 14, 15 angeordnet sind.
Zwischen den Mikrophonen auf der Mikrophonseite und den Lautsprechern
auf der Lautsprecherseite ist eine Signalverarbeitungs-Vorrichtung 16 angeordnet,
die irgend eine Sound-Anlage ist, die neben anderen Dingen auch
eine Mischung oder Verstärkung
des Tonsignals, das von den Mikrophonen eingespeist wird, durchführen kann.
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Signale
von den drei Lautsprechern 13, 14, 15 überlagern
sich an jedem Mikrophon und bilden ein Rückkopplungssignal fi(t) für
jedes Mikrophon. Die Lautsprechersignale der Lautsprecher 13, 14, 15 werden über einen
Freiraum-Übertragungskanal 17 übertragen,
der derart definiert werden kann, daß von den drei Lautsprechern
zum ersten Mikrophon ein erster Übertragungskanal
h1 definiert wird, daß von den drei Lautsprechern
zum zweiten Mikrophon 11 ein zweiter Übertragungskanal h2 definiert
wird, daß von
den drei Lautsprechern zum dritten Mikrophon 12 ein dritter Übertragungskanal
h3 definiert wird.
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Bei
dem in 1a gezeigten Ausführungsbeispiel
wird in ein modifiziertes Mikrophonsignal jeweils ein Testsignal
unter Verwendung einer Einbettungseinrichtung 20, 21, 22 eingebettet,
um für
jeden Mikrophonkanal am Ausgang der Einrichtung 21, 21 bzw. 22 ein
jeweiliges Einbettungssignal zu erhalten. Insbesondere wird in das
modifizierte Mikrophonsignal des ersten Mikrophons 10 ein
erstes Testsignal p1 eingebettet, um ein
erstes Einbettungssignal zu erhalten. In das modifizierte Mikrophon
des Signals des zweiten Mikrophons 11 wird ein zweites
Testsignal p2 eingebettet, um ein zweites
Einbettungssignal zu erhalten. Schließlich wird in das modifizierte
Mikrophonsignal des dritten Mikrophons 12 ein drittes Testsignal
p3 eingebettet, um ein drittes Einbettungssignal
zu erhalten.
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Um
von einem Mikrophonsignal am Ausgang des jeweiligen Mikrophons 10, 11, 12 zu
einem jeweiligen modifizierten Mikrophonsignal zu kommen, ist ferner
jedem Mikrophon eine Subtrahiereinrichtung 30, 31, 32 zugeordnet.
Die Subtrahiereinrichtung ist ausgebildet, um einen simulierten
Rückkopplungsanteil,
der im idealen Fall gleich dem von einem Mikrophon empfangenen Rückkopplungsanteil
fi(t) ist, von dem Mikrophonsignal zu subtrahieren.
Damit ist im idealen Fall am Ausgang der jeweiligen Subtrahiereinrichtung 30, 31, 32 ein
modifiziertes Mikrophonsignal vorhanden, das dem ursprünglichen
Nutzsignal s1(t), s2(t)
bzw. s3(t) entspricht.
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Zur
Simulation der Rückkopplungsanteile
ist jedem Mikrophon ein eigenes Kanalsimulationsfilter 40, 41, 42 zugeordnet,
wobei das erste Simulationsfilter 40 ausgebildet ist, um
die gleiche Kanalimpulsantwort h1(t) zu
haben, wie sie im Block 17 dargestellt ist, wobei in 1b der
Darstellung im Block 17 nicht nur der Freiraumkanal zugeordnet
ist, sondern auch die Übertragungsfunktion
durch den Block Mischung/Verstärkung 16.
An dieser Stelle sei ferner drauf hingewiesen, daß die simulierte
Kanalimpulsantwort ferner auch bereits die nötige Verzögerung umfaßt.
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Analog
ist das zweite Kanalsimulationsfilter 41 ausgebildet, um
dieselbe Kanalimpulsantwort h2(t) zu haben,
wie sie im Block 17 (einschließlich Mischung/Verstärkung) skizziert
ist. Schließlich
ist das dritte Simulationsfilter 42 ausgebildet, um dieselbe Kanalimpulsantwort
h3(t) zu haben, wie sie im Block 17 (einschließlich Mischung/Verstärkung) angedeutet
ist.
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Die
Kanalimpulsantworten zum Einstellen der Simulationsfilter 40, 41, 42 werden
in jeweiligen Einrichtungen 50, 51, 52 zum
Ermitteln einer Eigenschaft eines Übertragungskanals ermittelt.
Hierzu erhält
die erste Einrichtung 50 zum Ermitteln das Testsignal,
das in das modifizierte Mikrophonsignal des Mikrophons 10 eingespeist
worden ist. Analog hierzu erhält
die zweite Einrichtung 51 zum Ermitteln das Testsignal
p2, das in der Einrichtung 21 zum
Einbetten verwendet worden ist. Schließlich erhält die Einrichtung 52 zum
Ermitteln für
das dritte Mikrophon dasselbe Testsignal p3,
das in das modifizierte Mikrophonsignal des dritten Mikrophons eingespeist
worden ist.
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Bei
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung sind die drei Testsignale p1,
p2, p3 jeweils Pseudo-Noise-Sequenzen,
die zueinander orthogonal sind, so daß sie durch eine in den Einrichtungen 50, 51, 52 zum
Ermitteln durchgeführte
Kreuzkorrelation mit dem jeweiligen Testsignal p1,
P2, P3 von den mit
den anderen Testsignalen versehenen modifizierten Mikrophonsignalen
und damit ausgestrahlten Lautsprechersignalen unterschieden werden
können.
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Eine
Kreuzkorrelation z.B. des Mikrophonsignals des ersten Mikrophons 10 mit
der Pseudo-Noise-Folge p1 wird dazu führen, daß die mit
den Pseudo-Noise-Folgen versehenen modifizierten Mikrophonsignale
vom zweiten und vom dritten Mikrophon herauskorreliert werden, so
daß lediglich
der tatsächlich
vom ersten Mikrophonsignal zu subtrahierende Rückkopplungsanteil, der problematisch
hinsichtlich der Erzeugung einer Rückkopplung ist, subtrahiert wird.
Es sei darauf hingewiesen, daß typischerweise, wenn
in der Einrichtung 16 nicht erhebliche Mikrophon/Lautsprecher-Zuordnungsveränderungen
in kurzen Zeitabständen
durchgeführt
werden, Rückkopplungssignale
von den beiden anderen Mikrophonen 11, 12 hier
unkritisch sind, da solche Rückkopplungssignale
in dem Signalverarbeitungspfad, der vom ersten Mikrophon zu den
drei Lautsprechern 13, 14, 15 führt, hinsichtlich
einer Rückkopplungserzeugung
unkritisch sind.
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Bei
dem in 1a gezeigten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung wird ferner zur Filterparameterberechnung
für jeden
Mikrophonkanal das Einbettungssignal dieses Mikrophonkanals verwendet
und gefiltert. Insbesondere wird dem Filter 40 zum Erzeugen
des gefilterten Signals, das der Einrichtung 30 zuzuführen ist,
das Einbettungssignal am Ausgang der Einrichtung 20 zugeführt. Entsprechend
wird das Filter 41 mit dem Einbettungssignal aus der Einrichtung 21 gespeist.
Darüber
hinaus wird das Filter 42 mit dem Einbettungssignal aus
der Einrichtung 22 gespeist.
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An
dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß die in 1a gezeigte
Ausführungsform
lediglich das Signal subtrahiert, das für ein Rückkopplung problematisch ist.
Insofern problematisch für
ein Rückkopplung über das
erste Mikrophon ist nur das (frühere) Signal
aus dem ersten Mikrophon, das (später) wieder eingekoppelt wird.
So ist es in diesem Fall egal, von welchem(n) Lautsprecher(n) das
erste Mikrophonsignal wiedergegeben wird. Der durch Korrelation
des ersten Mikrophonsignals mit dem ersten Testsignal berechnete
Kanal entspricht einem „Rückkopplungsumlauf", also einem Umlauf
vom Mikrophon, über
die Mischung/Verstärkung,
einen bzw. mehrere Lautsprecher und den Freiraumkanal zurück zum Mikrophon
(einschließlich
der Übertragungscharakteristik
des tatsächlich
verwendeten Mikrophons). Ferner sei darauf hingewiesen, daß die ermittelte
Impulsantwort h1 „automatisch" auch die in dem
Rückkopplungsumlauf
aufgetretene Verzögerung
beinhaltet, so daß hierfür keine
weiteren Vorkehrungen getroffen werden müssen. Ferner ist in diesem
Fall die Situation dahingehend transparent, daß zur spektralen Färbung die
psychoakustische Maskierungsschwelle des in die Einbettungseinrichtung
eingespeisten Signals herangezogen werden kann.
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Alternativ
könnte
auch ein Lautsprechersignal zurückgeführt werden
und in das Filter eingespeist werden. Je nach hauptsächlicher
Abbildung eines Mikrophons auf einen Lautsprecher ist die Zuordnung
derart, daß das
Lautsprechersignal 13 gefiltert und zum ersten Mikrophon 10 zurückgeführt wird, prinzipiell
beliebig. Wenn die dominante Zuordnung des ersten Mikrophons eher
zum Lautsprecher 2 ist, so würde das Lautsprechersignal
des Lautsprecher 14 über
das Simulationsfilter 40 zum ersten Mikrophon zurückgeführt werden.
Die Zuordnung der Lautsprechersignale zu den Mikrophonen ist somit
in 1a lediglich beispielhaft zu sehen und kann auch von
Zeit zu Zeit je nach Mischung in der Signalverarbeitungsvorrichtung 16 variieren.
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Das
in 1b gezeigte zu 1a alternative Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung unterscheidet sich von dem in 1a gezeigten
Ausführungsbeispiel
dahingehend, daß Lautsprechersignale
zurückgeführt werden,
und nicht Einbettungssignale, und daß die Signale der verschiedenen
Lautsprecher 13, 14, 15 in einer Summationseinrichtung 23 aufsummiert
werden, und daß dann
das Lautsprecher-Summensignal
mit den entsprechenden unterschiedlichen Simulationsfiltern 40, 41, 42 gefiltert wird,
um die drei synthetisierten Rückkopplungsanteile
zu erzeugen, die den entsprechenden Subtraktionseinrichtungen 30, 31, 32 zugeführt werden,
wie es in 1b gezeigt ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel
wird davon ausgegangen, daß sich
im Übertragungskanal 17 die
Lautsprechersignale sämtlicher Lautsprecher überlagern
und zu beispielsweise einem resultierenden Rückkopplungssignal f1(t) führen, das
aus Signalanteilen des ersten, zweiten und dritten Lautsprechers
modifiziert um eine entsprechend definierbare Übertragungsfunktion besteht.
Für die Übertragung
des Summensignals der drei Lautsprecher, die sich im Freiraumübertragungskanal überlagern,
zum ersten Mikrophon wird eine erste Übertragungsfunktion h1 definiert. Für die Übertragung des Summensignals
zum zweiten Mikrophon 11 wird eine Übertragungsfunktion h2 definiert und schließlich wird für die Übertragung
des Summensignals zum dritten Mikrophon 12 eine resultierende Übertragungsfunktion
h3 definiert.
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Diese Übertragungsfunktionen
h1, h2, h3 werden in den Einrichtungen 50, 51, 52 wieder
vorzugsweise durch Kreuzkorrelation mit der entsprechenden, einem
bestimmten Mikrophon zugeordneten Pseudo-Neuseh-Folge p1,
p2 bzw. p3 ermittelt.
Die Ausführung
der Subtraktionseinrichtungen 30, 31, 32,
der Einbettungseinrichtungen 20, 21, 22 sowie der
Simulati onsfilter 40, 41, 42 ist wie
in dem anhand von 1a beschriebenen Ausführungsbeispiel
gestaltet.
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Nachfolgend
wird auf das in 2 schematisch dargestellte weitere
Ausführungsbeispiel
eingegangen. Im Unterschied zu den in 1a und 1b gezeigten
Ausführungsbeispielen
findet die Einbettung des Testsignals nicht auf der Mikrophonseite,
sondern auf der Lautsprecherseite statt. Damit können nicht nur drei verschiedene
Kanäle,
sondern n × m
verschiedene Kanäle
definiert werden, wobei n eine Anzahl der Lautsprecher größer oder
gleich 1 ist, und wobei m eine Anzahl der Mikrophone größer oder
gleich 1 ist. Durch Korrelieren des Ausgangssignals des ersten Mikrophons 10 mit
dem ersten Testsignal p1 kann der Kanal
vom Lautsprecher 1 zum ersten Mikrophon M1 berechnet werden,
der mit h11 bezeichnet ist. Durch Korrelieren
des Ausgangssignals des ersten Mikrophons 10 unter Verwendung
der zweiten Pseudo-Noise-Sequenz
p2 kann der Kanal vom zweiten Lautsprecher 14 zum
ersten Mikrophon 10, der mit h12 bezeichnet
ist, berechnet werden. Analog hierzu kann durch Korrelation des
Mikrophonsignals des ersten Mikrophons 10 mit der dritten Pseudo-Noise-Sequenz p3 der Kanal vom Lautsprecher LS3 zum ersten
Mikrophon M1 simuliert werden, der mit h13 bezeichnet
ist.
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Analog
hierzu kann für
die Ausgangssignale der Mikrophone 11 und 12 vorgegangen
werden, wie es anhand der Einrichtungen 50, 51, 52 zum
Ermitteln angedeutet ist. Die Einrichtungen 50, 51, 52 sind somit
in der Lage, für
den Kanal von jedem Lautsprecher zu jedem Mikrophon eine eigene
Kanalübertragungsfunktion
zu berechnen, mit der jedes einzelne Lautsprechersignal gefaltet
werden kann, was in den Simulationsfiltern 40, 41, 42 stattfindet,
um dann z.B. innerhalb der Subtraktionseinrichtung 30, 31 bzw. 30 oder
in einem vorgeschalteten Block aus den drei Kanalausgangssignalen
für jedes
Mikrophon den resultierenden Rückkopplungsanteil
durch Addition zu berechnen, um zu einem resultierenden Rückkopplungsanteil
zu kommen. Dies wird dann von dem in ein jeweiliges Mikrophon eingespeisten
Rückkopplungssignal fi(t) subtrahiert, um zu einem modifizierten
Mikrophonsignal für
jedes Mikrophon zu gelangen, bei dem jeder Kanal selektiv berücksichtigt
worden ist.
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Je
nach Ausführungsform
kann eine Einrichtung 50 zum Ermitteln vollständig parallel
ausgeführt sein,
um gewissermaßen
gleichzeitig die Kanalimpulsantworten h11,
h12 und h13 zu berechnen.
Die entsprechende Einrichtung könnte
jedoch auch seriell ausgeführt
sein, wobei dann im Hinblick auf eine optimale zeitliche Synchronität der drei
Kanäle
h11,h12 h13 untereinander ein Zwischenspeicher bevorzugt wird.
Unter Inkaufnahme eines gewissen Fehlers könnte jedoch auf eine solche
Zwischenspeicherung verzichtet werden, derart, daß die drei
zueinander gehörigen
Impulsantworten von jedem der Lautsprecher 13, 14, 15 zu
dem ersten Mikrophon 10 zwar nicht auf denselben Zeitraum,
sondern auf aufeinanderfolgende Zeiträume bezogen sind, was jedoch dann
unschädlich
ist, wenn sich die Signale in einer Umgebung nicht all zu schnell ändern, und
zwar bezogen auf die zur Korrelation benötigte Zeit.
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Ebenso
können
die Filtereinrichtungen 40, 41, 42 seriell
oder parallel ausgeführt
sein, wobei eine parallele Ausführung
die, besten Ergebnisse liefert, derart, daß für jeden möglichen Kanal der in 2 möglichen
Kanäle
ein eigenes einzelnes Simulationsfilter vorgesehen wird, derart,
daß die
Filtereinrichtung 40 beispielsweise eigentlich drei einzelne
Simulationsfilter umfaßt,
deren Filterkoeffizienten unter Verwendung der entsprechenden Kanalimpulsantwort
h11, h12, h13 eingestellt werden. Die Aufaddition der
drei simulierten Rückkopplungsanteile von
jedem Lautsprecher in einen resultierenden Rückkopplungsanteil könnte daher
auch in der Filtereinrichtung 40 unmittelbar im Anschluß an die
Berechnung der entsprechenden Impulsantworten und die Faltung der
Lautsprechersignale mit diesen Impulsantworten vonstatten gehen.
Bei dem in 2 gezeigten Ausführungsbeispiel
sollte ebenso wie bei dem in den 1a und 1b gezeigten
Ausführungsbeispielen
die drei Testsignale p1, p2,
p3 möglichst
gut orthogonal zueinander sein. Diese Bedingung ist durch Pseudo-Noise-Sequenzen
einfach und sicher zu erreichen, wobei diese Eigenschaft auch nicht
durch eine psychoakustische Filterung der Testsignale vor dem Einbetten
verlorengeht.
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Bei
dem in 2 gezeigten Ausführungsbeispiel sei angemerkt,
daß ein
Lautsprechersignal das Signal ist, das ein Zuhörer tatsächlich hört. Im Hinblick auf eine nichthörbare Einbettung
der Testsignale in die Lautsprechersignale wird die Einbettung daher
am besten durchgeführt
werden können,
wenn die Lautsprechersignale zur Berechnung der psychoakustischen
Maskierungsschwellen herangezogen werden.
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So
könnte
auch bei dem in 1b gezeigten Ausführungsbeispiel
ein psychoakustisches Modell auf der Basis der jeweiligen Lautsprechersignale 13, 14, 15 berechnet
werden und zum Einbetten in die entsprechenden Mikrophonsignale
in den Einrichtungen 20, 21 bzw. 22 herangezogen
werden. So können
im psychoakustischen Modell ohne weiteres Verstärkungen berücksichtigt werden, die zwischen
einem Mikrophon und einem Lautsprecher in der Einrichtung 16 stattfinden.
Wird jedoch in der Einrichtung 16z.B. im Falle eines Mischvorgangs
eine erhebliche Addition/Subtraktion bzw. sonstige Verarbeitung
der Mikrophonsignale durchgeführt,
so daß ein
Lautsprechersignal nicht nur im wesentlichen das Ausgangssignal
eines einzigen Mikrophons wiedergibt, sondern Ausgangssignale mehrerer
Mikrophone wiedergibt, so wird eine Einbettung eines Testsignals
unter Verwendung der psychoakustischen Maskierungsschwelle ungenauer.
Dies liegt daran, daß einerseits nicht
unmittelbar ein einziges Lautsprechersignal zur Berechnung der psychoakustischen
Maskierungsschwelle hergenommen werden kann, und andererseits auch
nicht unmittelbar ein Mikrophon zur Berechnung der psychoakustischen
Maskierungsschwelle hergenommen werden kann. Nachdem die Mischung
im Mischpult 16 jedoch deterministisch erfolgt, wird es
in einem solchen Fall bevorzugt, eine psychoakustische Maskierungsschwelle
eines entsprechend dem Mischvorgang nachgebildeten Signals zu berechnen,
um ein Lautsprechersignal zu erhalten, in dem, wenn das Lautsprechersignal
die Kombination mehrerer Mikrophonsignale ist, die Testsignale mehrerer
Mikrophone unterschiedlich stark oder gleich stark eingebettet sind,
wobei die Testsignale insgesamt gesehen jedoch der psychoakustischen
Maskierungsschwelle eines Lautsprechersignals im wesentlichen folgen,
so daß eine
Einbettung mit maximaler Energie erreicht wird, während gleichzeitig
keine oder nur vernachlässigbar kleine
Audioqualitätseinbußen bewirkt
werden.
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Nachfolgend
wird zusammengefaßt,
wie die Impulsantwort h(t) eines Kanals durch Kreuzkorrelation bestimmt
wird. Hierzu wird der Kanal mit einem zeitdiskreten Testsignal p(t)
beaufschlagt. Der Kanal gibt ausgangsseitig ein Empfangssignal y(t)
aus, das, wie es bekannt ist, der Faltung des Eingangssignals und
mit der Kanalimpulsantwort entspricht. Zur nachfolgenden Erläuterung
einer Vorgehensweise zur Bestimmung der Kreuzkorrelation anhand
von 4 wird auf eine Matrixschreibweise übergegangen.
Beispielhaft wird eine Kanalimpulsantwort mit lediglich zwei Werten
h0 und h1 ohne Einschränkung der
Allgemeinheit angenommen. Die Kanalimpulsantwort h0, h1 kann als Kanalimpulsantwortmatrix H(t)
geschrieben werden, die die in 4 gezeigte
Bandstruktur hat, wobei die restlichen Elemente der Matrix mit Nullen
aufgefüllt
werden. Darüber
hinaus wird das Anregungssignal p(t) als Vektor geschrieben, wobei
hier angenommen wird, daß das
Anregungssignal ohne Einschränkung
der Allgemeinheit lediglich drei Samples p0,
p1, p2 hat.
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Es
kann gezeigt werden, daß die
in 3 dargestellte Faltung der in 4 dargestellten
Matrix-Vektor-Multiplikation
entspricht, so daß sich
ein Vektor y für
das Ausgangssignal ergibt. Die Kreuzkorrelation kann als Erwartungswert
E{...} der Multiplikation des Ausgangssignals y(t) mit dem konjugiert-komplex-transponierten
Anregungssignal p*T geschrieben werden.
Der Erwartungswert berechnet sich als Grenzwert für N gegen
unendlich über
die in 5 dargestellte Aufsummation
von einzelnen Produkten für
verschiedene Anregungssignale pi. Die Multiplikation
und anschließende
Aufsummation ergibt die Kreuzkorrelationsmatrix, die in 4 links oben
dargestellt ist, wobei dieselbe gewichtet mit dem Effektivwert des
Anregungssignals p ist, der mit σp 2 dargestellt ist.
Zum unmittelbaren Erhalten der Kanalimpulsantwort h(t) wird beispielsweise
die erste Zeile der Kanalimpulsantwortmatrix genommen, woraufhin
die einzelnen Komponenten durch σp 2 geteilt werden,
um unmittelbar die einzelnen Komponenten der Kanalimpulsantwort
h0, h1 zu erhalten.
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Wird
anstatt eines weißen
Anregungssignals p(t) ein spektral gefärbtes Anregungssignal verwendet,
so kann die spektrale Färbung
durch eine digitale Filterung dargestellt werden, wobei das Filter
durch eine Filterkoeffizientenmatrix Q beschrieben wird. In der
in 4 in der letzten Zeile dargestellten Gleichung
ergibt sich ebenfalls ausgangsseitig die Korrelationsmatrix H, nun
jedoch noch gewichtet mit dem Erwartungswert über Q × QH.
Durch Division der einzelnen Impulsantwortkoeffizienten h0, h1 durch den Erwartungswert über Q × QH, also durch Berücksichtigung des Färbungsfilters
beispielsweise in der Einrichtung 50 zum Ermitteln einer
Eigenschaft des Übertragungskanals
von 1a, 1b oder 2 kann unmittelbar
die Kanalimpulsantwort hinsichtlich ihrer einzelnen Komponenten
bestimmt werden.
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Es
sei darauf hingewiesen, daß das
Kreuzkorrelationskonzept zum Berechnen der Impulsantwort ein iteratives
Konzept ist, wie es aus dem in 4 dargestellten
Summationsansatz für
den Erwartungswert ersichtlich ist. Die erste Multiplikation des
Reaktionssignals mit dem konjugiert-komplextransponierten Anregungssignal
liefert bereits einen ersten noch sehr groben Schätzwert für die Kanalimpulsantwort,
der mit jeder weiteren Multiplikation und Aufsummation immer besser
wird. Wird die gesamte Matrix H(t) durch den iterativen Summationsansatz berechnet,
so stellt sich heraus, daß die
in 4 links oben zu Null gesetzten Elemente der Bandmatrix
H(t) nach und nach gegen Null gehen, während in der Mitte, also dem
Band der Matrix, die Koeffizienten der Kanalimpulsantwort h(t) verbleiben
und bestimmte Werte annehmen. Noch einmal sei darauf hingewiesen,
daß es
nicht erforderlich ist, die gesamte Matrix zu berechnen. Es genügt, lediglich
z.B. eine Zeile der Matrix H(t) zu berechnen, um die gesamte Kanalimpulsantwort
zu erhalten.
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An
dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß das erfindungsgemäße Konzept
nicht auf die anhand von 4 beschriebene Vorgehensweise
zur Berechnung der Kreuzkorrelation beschränkt ist. Sämtlichen anderen Verfahren
zum Berechnen der Kreuzkorrelation zwischen einem Meßsignal
und einem Reaktionssignal sind ebenfalls einsetzbar. Andere Verfahren
zur Bestimmung einer Impulsantwort anstelle der Kreuzkorrelation
können
ebenfalls verwendet werden.
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An
dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß die verwendeten Pseudo-Noise-Sequenzen
hinsichtlich ihrer Länge
abhängig
von der zu erwartenden Impulsantwort des betrachteten Kanals dimensioniert sein
sollten. So sind für
größere akustische
Umgebungen durchaus Impulsantworten mit der Länge von einigen wenigen Sekunden
denkbar. Dieser Tatsache muß durch
Auswahl einer entsprechenden Länge
der Pseudo-Noise-Sequenzen
zur Korrelation Rechnung getragen werden.
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Abhängig von
den Gegebenheiten kann das erfindungsgemäße Verfahren in Hardware oder
in Software implementiert werden. Die Implementierung kann auf einem
digitalen Speichermedium, insbesondere einer Diskette oder CD mit
elektronisch auslesbaren Steuersignalen erfolgen, die so mit einem
programmierbaren Computersystem zusammenwirken können, daß das Verfahren ausgeführt wird.
Allgemein besteht die Erfindung somit auch in einem Computerprogrammprodukt
mit auf einem maschinenlesbaren Träger gespeicherten Programmcode
zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
wenn das Computerprogrammprodukt auf einem Rechner abläuft. In
anderen Worten ausgedrückt
kann die Erfindung somit als ein Computerprogramm mit einem Programmcode
zur Durchführung des
Verfahrens realisiert werden, wenn das Computerprogramm auf einem
Computer abläuft.
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An
dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, daß das erfindungsgemäße Konzept
für beliebige
Anzahlen von Mikrophonen und beliebige Anzahlen von Lautsprechern
eingesetzt werden kann. Dies bedeutet selbstverständlich auch,
daß das
erfindungsgemäße Konzept
bereits für
einen Lautsprecher und ein Mikrophon vorteilhaft eingesetzt werden
kann. Dies ergibt sich unmittelbar aus den 1a, 1b und 2,
wenn das zweite und das dritte Mikrophon 11, 12 sowie
der zweite und der dritte Lautsprecher 14, 15 ignoriert
werden und ebenfalls die von diesen Signalen angesprochenen Blöcke weggedacht
werden.
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An
dieser Stelle sei ferner darauf hingewiesen, daß die Einbettung des Testsignals
nicht unbedingt in das modifizierte Mikrophonsignal oder das Lautsprechersignal
zu erfolgen hat, sondern daß auch
eine Einbettung des Testsignals in das Mikrophonsignal vor der entsprechenden
Subtraktionseinrichtung erfolgen kann, obgleich das Einbetten des Testsignals
nach der Subtraktionseinrichtung bevorzugt wird. Dies liegt daran,
daß im
Falle einer nicht so günstigen
Kanalimpulsantwortberechnung und damit im Falle eines nicht besonders
präzise
synthetisierten Rückkopplungsanteils
das eingebettete Testsignal durch die Subtraktion eines nicht genau
passenden Rückkopplungsanteils
u. U. beschädigt
werden könnte,
was zu einer weiteren Erschwerung der Kanalsimulation durch die
Einrichtungen 50, 51, 52 führen dürfte.
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Bei
bevorzugten Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung in einem Mehrkanal-Setting wird somit
in jedes Mikrophonsignal ein nicht-hörbares Breitbandsignal eingebettet.
Dieses Signal wird hinsichtlich seiner spektralen Einhüllenden
adaptiv an den aufgezeichneten Ton angepaßt, wobei ein psychoakustisches
Modell eingesetzt werden kann, welches prinzipiell beliebig sein
darf und basierend auf Zeitbereichsdaten oder aber auch basierend
auf Frequenzbereichsdaten berechnet werden kann. Als Breitbandsignal
wird eine Pseudo-Rausch-Sequenz bevorzugt, da bei einer solchen
Sequenz eine Orthogonalität
zwischen mehreren Sequenzen ohne weiteres erreicht werden kann.
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Für jedes
Mikrophon wird das aufgezeichnete Signal vor dem Einbetten mit dem
Pseudo-Rausch-Signal verglichen und verwendet, um die akustischen
Eigenschaften von allen Lautsprechern zu dem entsprechenden Mikrophon
zu berechnen. Als Vergleichsoperation wird eine Kreuzkorrelation bevorzugt,
die, wenn der in 4 dargestellte iterative Algorithmus
eingesetzt wird, Rechenzeit-unaufwendig mit einer beliebig skalierbaren
Genauigkeit berechnet werden kann. Die Skalierbarkeit liefert insbesondere
die Möglichkeit,
für spezielle
Situationen eine schnelle, jedoch gröbere Berechnung vorzusehen,
beispielsweise bei einer Rockgruppe, bei der sehr viel Bewegung
auf der Bühne
herrscht, während für andere
Anwendungsszenarien, wie z.B. eine Rockgruppe, bei der die Artisten
eher statisch sind, z.B. eine Skalierung hin zu einer größeren Anzahl von
Iterationswerten durchgeführt
werden könnte,
da die einzelnen Kanäle
weniger zeitvariant sind.
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Unter
Verwendung eines entsprechenden Kanals wird ein inverses Filter
angelegt, um unerwünschte
Komponenten zu unterdrücken.
Das inverse Filter wird gemäß der vorliegenden
Erfindung durch die Simulationsfilter und die entsprechenden zugeordneten
Subtraktionseinrichtungen realisiert. Die Verwendung von Mikrophonsignalen
ermöglicht eine
Speicherung von spektral geformten PNS-Signalen, so daß eine Interferenz
mit ursprünglichen Schallsignalen
vermieden wird, und daß ein
psychoakustisches Modell zur Berechnung der spektralen Formung lediglich
einmal berechnet werden muß, und
nicht in der entsprechenden Einrichtung zum Ermitteln noch einmal
berechnet werden muß.
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Alternativ
wird, wie es anhand von 2 dargestellt worden ist, ein
eindeutiges PNS-Signal in das Signal von jedem Lautsprecher eingebettet.
Diese Vorgehensweise der Einbettung auf Lautsprecherseite ermöglicht die
Messung eines Pfades von jedem Lautsprecher zu jedem Mikrophon.
Ein Unterdrückungsfilter
wird verwendet, und zwar separat für jeden Lautsprecher, wodurch
eine bessere Tonqualität erreicht
wird, jedoch auf Kosten höheren
Rechenaufwands, der jedoch im Hinblick auf die Gesamtkosten von
mittleren bis größeren Tonanlagen
nicht besonders ins Gewicht fallen dürfte.