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Ankerausbau Es ist ein Ankerausbau bekannt, bei welchem die das Hangende
unterfangenden Unterzüge von mehreren Ankern getragen sind. Der Unterzug besteht
aus einem U-Eisen. Der Anker selbst kann als Schlitzkeilanker, Spreizhülsenanker,
Doppelkeilanker oder in ähnlicher Weise ausgebildet sein. Die Verspannung des Ankers
in den Gebirgsschichten kann durch axiales Eintreiben oder durch Drehen des Ankers
erfolgen. Bei diesem Ausbau hat man das U-Eisen mit Löchern versehen, durch welche
die aus den Bohrlöchern herausragenden Enden der Anker hindurchgeführt und mit Schrauben
oder anderen Hilfsmitteln gegen die Unterseite des Unterzuges verspannt sind. Die
Montage eines solchen Unterzuges ist schwierig, weil in vielen Fällen die in den
Unterzügen vorgesehenen Löcher mit der Lage der Anker nicht genau übereinstimmen.
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Bei einem bereits vor Jahrzehnten bekanntgewordenen Ankerausbau sollen
die aus den Bohrlöchern herausragenden Enden der Anker mit haken- oder ösenartigen
Befestigungskörpern ausgerüstet werden oder verdickt sein. Von diesen Befestigungskörpern
mehrerer Ankerbolzen soll ein durch Spannvorrichtungen (z. B. Keil) gegen das Hangende
verspannbarer Unterzug getragen werden. Als Unterzüge werden Ketten, Seile od. dgl.
verwendet. Bei diesem Ankerausbau werden zu beiden Seiten des abzufangenden Gebirgsteils
je ein Bohrloch in das feste Gebirge gestoßen und in jedem der beiden Bohrlöcher
ein Anker eingesetzt und befestigt. Die Enden der beiden Anker sollen dann durch
die als Unterzug dienende Kette oder durch ein Seil so verbunden werden, daß sich
die Kette bzw. das Seil gegen die abzufangenden losen Gebirgsteile legt. Die Ketten
oder Seile sind hierbei zwischen den Enden der im Abstand voneinander angeordneten
Anker verspannt, und die Haken bzw. Ösen bilden damit nur Anschlußglieder für die
Ketten bzw. Seilenden. Dieser Ankerausbau unterscheidet sich von dem eingangs beschriebenen
nur durch die Verwendung von Seilen oder Ketten als Unterzüge und ist für eine praktisch
brauchbare Befestigung von aus Profilsegmenten bestehenden, d. h. im wesentlichen
starren Unterzügen nicht geeignet. Wie bereits erwähnt, hat man bei diesen aus Profilsegmenten
bestehenden Unterzügen die Ankerenden durch Löcher der Unterzüge hindurchgeführt.
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Erfindungsgemäß wird bei dem Ankerausbau eine wesentliche Verbesserung
dadurch erzielt, daß die an den Ankerenden vorgesehenen Befestigungskörper als gleichachsig
zum Unterzug gerichtete Führungen ausgebildet sind, die einen in an sich bekannter
Weise aus einem geraden oder gebogenen Profilsegment bestehenden Unterzug umgreifen
und für diesen ein mindestens dessen Längsverschiebung zulassendes Führungslager
bilden. Zunächst wird hierdurch erreicht, daß man diese im wesentlichen starren
Unterzüge ohne Schwierigkeiten mit den Ankern verbinden kann, weil dieser Unterzug
in dem Führungslager des Ankerendes verschieblich ist und dieses Führungslager den
Unterzug an jeder beliebigen Stelle Untergreifen kann. Trotz dieser nicht mit einer
starren Verbindung zu vergleichendenUnterstützungsartwird der Unterzug sicher in
seiner Lage am Hangenden festgehalten und gut unterstützt. Ein besonderer Vorteil
liegt darin, daß bei der Montage das den Unterzug bildende steife Segment durch
das Führungslager durchgeschoben werden kann und daß später, d. h. nach der Montage,
bei einsetzenden Gebirgsbewegungen gleichfalls eine Längsverschiebung des Unterzuges
in den Führungslagern erfolgen kann, ohne daß Zerstörungen am Anker bzw. seinen
Führungslagern oder am Unterzug auftreten können. Die Lage des Unterzuges am Hangenden
bleibt auch hierbei unverändert beibehalten. Die Führungslager können im übrigen
einen solchen Querschnitt erhalten, daß bei der Montage keine Verklemmungen möglich
sind und daß selbst bei den fest im Bohrloch sitzenden Ankern mit Hilfe zusätzlicher
Spannvorrichtungen der Unterzug entweder gegen das Hangende oder gegen den Boden
des Führungslagers, z. B. den Haken, verspannbar ist. Die Möglichkeit zur Längsverschiebung
des Unterzuges im Führungslager bleibt erhalten.
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An Stelle der bisher benutzten geraden Unterzüge können nunmehr mit
Vorteil auch gebogene Ausbausegmente, insbesondere die des Gleitbogenausbaus, Verwendung
finden, und zwar auch dann, wenn eine größere Anzahl von Ankern mit einem solchen
Segment verbunden wird. Man kann nämlich die Anker in jedem Fall ordnungsmäßig verspannen
und anschließend den gebogenen Unterzug in die an den
Ankern befindlichen
Führungslager einlegen oder einschieben.
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In manchen Fällen wird eine weitere Verbesserung erzielt, wenn die
zum Verspannen des Unterzuges dienenden Spannvorrichtungen den an denAnkerenden
vorgesehenen Führungslagern des Unterzuges zugeordnet sind, um nach der Montage
den Unterzug gegen das Hangende bzw. gegen das Hakenende anzupressen.
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Der Erfindungsgedanke ist auch beim eisernen Polygonausbau sowie beim
starren Ring- oder Bogenausbau anwendbar.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgedanke an verschiedenen Ausführungsformen
dargestellt. Gemäß Fig. 1 wird ein gerader Unterzug 1 durch drei Anker 2 gehalten.
Bei Fig. 2 wird das obere bogenförmige Segment 1 a eines Gleitbogenausbaues von
den Ankern gehalten. Fig. 3 zeigt einen gebogenen eisernen Unterzug 1 b, der durch
fünf Anker gehalten ist.
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Fig.4 und 5 zeigen verschiedene Ausführungsformen für den an den Ankerenden
vorgesehenen, als Führungslager ausgebildeten Befestigungskörper. Bei Fig. 4 ist
das Ende 3 des Ankers 2 hakenartig ausgebildet und umgreift also teilweise den Unterzug
derart, daß dieser nach der Montage des Ankers eingelegt werden kann. Fig. 5 zeigt
eine andere Ausführungsform des Hakens 3 a. Bei Fig. 4 und 5 werden noch Unterzugselemente
4 benutzt.
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Fig. 6 zeigt eine schlaufenförmige Ausbildung des Ankerendes 3 b unter
entsprechender Teilung dieser Schlaufe, deren Teile durch Schrauben verbunden sind.
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Selbstverständlich kann auch eine andere Ausbildung der Ankerenden
gewählt werden. Ferner kann statt der dargestellten unmittelbaren Führung der Ankerenden
oder Unterzüge eine mittelbare Verbindung bzw. Führung durch Einschaltung von Zwischengliedern
vorgesehen werden. Die Erfindung eignet sich insbesondere für die Verwendung bei
rinnenförmigen Profilen, insbesondere mit Flanschen versehenen Rinnenprofilen.