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Die Erfindung betrifft eine Einrichtung
zum Anschließen
elektronischer Bauteile zur Steuerung eines Elektromotors. Eine
solche Einrichtung umfaßt ein
Anschlußbauteil,
z.B. in der Form eines Stanzgitters, welches Leiterbahnen zum Anschließen von Versorgungsleitungen
und Phasenwicklungen des Elektromotors umfaßt.
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Die Erfindung ist insbesondere anwendbar auf
dem Gebiet der elektronisch kommutierten, bürstenlosen Gleichstrommotoren,
sie ist jedoch nicht auf Gleichstrommotoren beschränkt. Solche
Motoren können
in unterschiedlichsten Bereichen zur Anwendung kommen, beispielsweise
in der Automobiltechnik für
Gebläse,
Kühlpumpen
oder zur Unterstützung des
Lenksystems. Andere Bereiche sind z.B. Lüftergebläse in Netzteilen, oder Spindelmotoren
in Plattenlaufwerken für
Datenverarbeitungsanlagen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
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Ein elektronisch kommutierter, bürstenloser Motor
umfaßt
grundsätzlich
eine Welle, eine Rotorbaugruppe, die einen oder mehrere auf der
Welle angeordneten Permanentmagneten aufweist, und eine Statorbaugruppe,
die einen Statorkörper
und Phasenwicklungen umfaßt.
Zwei Lager sind mit axialem Abstand an der Welle angeordnet, um
die Rotorbaugruppe und die Statorbaugruppe relativ zueinander zu
lagern.
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1 zeigt
schematisch ein Schaltbild einer Schaltung zur Ansteuerung eines
dreiphasigen Motors. Die Ansteuerschaltung umfaßt bei dem gezeigten Beispiel
sechs Leistungstransistoren sowie weitere, in der Figur nicht gezeigte
Ansteuerelektronik, die den Betrieb des Motors kontrollieren. Im
Stand der Technik ist es üblich,
die Ansteuer-elektronik für den
Motor auf einer gedruckten Leiterplatte als eine in sich abgeschlossene
Einheit aufzubauen, die an den Motor angesteckt oder auf andere
Weise mit dem Motor verbunden wird. Die Verbindung zwischen der
Elektronik-Leiterplatte und dem Motor wird über Anschlußdrähte und Leitungen hergestellt,
die mit der Leiterplatte durch Löten,
Stecken oder dergleichen verbunden werden. Steck- und Lötverbindungen
sowie die Leitungslängen
zwischen dem Motor und der Elektronik-Leiterplatten erhöhen den elektrischen
Widerstand des Motors und reduzieren dadurch die an den Motorwicklungen
zur Verfügung stehende
elektrische Spannung.
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Innerhalb und außerhalb eines Motors kommen
derartige Verbindungen, die sich negativ auf den elektrischen Widerstand
des Motors auswirken können,
z.B. in folgenden Bereichen vor: die Verbindung der Wicklungsenden
der Phasenwicklungen des Motors mit einem Sternpunkt bei einem dreiphasigen Motor;
die Verbindung von Wicklungen, welche zu einer Phase gehören; die
Verbindung der Wicklungsenden einer Phase mit einer Steckverbindung,
die an dem Motorgehäuse
oder an einem Kabel angebracht ist; oder die Kabelverbindung zwischen
einer solchen Steckverbindung und der Elektronik über einen
weiteren Stecker oder über
eine weitere Lötverbindung an
der Elektronik, um nur einige Beispiele zu nennen.
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Aus einer früheren deutschen Patentanmeldung
derselben Anmelderin vom 22. Juni 2001, mit dem Aktenzeichen 101
30 117.0, ist es grundsätzlich bekannt,
innerhalb des Motors die Wicklungsenden der Phasenwicklungen über Stanzgitter,
oder sogenannte lead frames, anzuschließen. Solche Stanzgitter bilden
aus einem Blech ausgestanzte Leiterbahnen, die durch elektrisch
isolierende Materialien voneinander getrennt sind. Stanzgitter können z.B.
in ein Trägerbauteil
aus Kunststoff eingelegt sein. Die von dem Motor wegführenden
Phasenwicklungen werden durch Löten,
Schweißen
oder Stecken mit dem Stanzgitter verbunden. In dieser Anmeldung
ist auch beschrieben, daß die
Signalleitungen zur Verbindung mit der Steuerelektronik des Motors über einen
Stecker/Buchsenabschnitt aus dem Motor herausgeführt sind. Relais sind in einem
hierfür
vorgesehenen Trägerbauteil
aus Kunststoff gehalten. Die Elektronik zur Ansteuerung des Motors
ist auf einer eigenen Leiterplatte angeordnet, welche mit diesen
Signalleitungen verbunden ist. Dadurch ergibt sich der oben beschriebene
Nachteil des erhöhten
Widerstands aufgrund von Steck- oder Lötverbindungen und zusätzlichen
Leitungslängen.
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Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine
Einrichtung zum Anschließen
elektronischer Bauteile zur Steuerung eines Elektromotors anzugeben,
die Verluste aufgrund von Steck- oder Lötverbindungen und Leitungslängen minimiert
und insbesondere die Anzahl der Verbindungen und die Leitungslängen auf
ein Minimum reduziert.
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Diese Aufgabe wird durch eine Einrichtung mit
den Merkmalen von Patentanspruch 1 gelöst.
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Erfindungsgemäß ist eine Einrichtung zum Anschließen elektronischer
Bauteile zur Steuerung des Elektromotors vorgesehen, die ein Anschlußbauteile
aufweist, das als ein Stanzgitter ausgebildet ist, welches Leiterbahnen
zum Anschließen
von Versorgungsleitungen und Phasenwicklungen des Motors umfaßt. Die
Leiterbahnen des Stanzgitters sind so eingerichtet, daß die elektronischen
Bauteile direkt an das Stanzgitter angeschlossen werden können. Vorzugsweise
ist das Stanzgitter so gestaltet, daß es mittelbar oder unmittelbar
als Träger
der elektro nischen Bauteile verwendet werden kann. Insbesondere
ist vorgesehen, das Stanzgitter unmittelbar als Träger der
Leistungstransistoren zum Ansteuern des Motors zu nutzen, oder die
Leistungstransistoren so anzuordnen, daß deren Anschlüsse direkt
mit dem Stanzgitter verbunden werden können. Auf diese Weise können Leitungslängen zwischen
Motor und Elektronik minimiert werden und Widerstände an den Verbindungsstellen
reduziert werden.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist das Stanzgitter rotationssymmetrisch ausgebildet,
und die elektronischen Bauteile sind auf dem Stanzgitter rotationssymmetrisch
angeordnet. Dadurch ist es möglich,
die Leiterbahnen des Stanzgitters und die elektronischen Bauteile
auf kürzestem Wege
mit den zugehörigen
Phasenwicklungen des Motors zu verbinden und so Verluste aufgrund
von Leitungslängen
zu minimieren. Das Stanzgitter kann flach, in einer Ebene oder dreidimensional
ausgebildet sein. Bei einer dreidimensionalen Ausbildung des Stanzgitters,
beispielsweise mit von den Leiterbahnen abstehenden, gekröpften Stanzbiegeteilen,
kann dieses von den elektronischen Bauteilen erzeugte Wärme besser
ableiten. Zusätzlich
kann zwischen dem Stanzgitter und den elektronischen Bauteilen ein
Trägerbauteil
eingefügt
werden. Dieses hat vorzugsweise die Funktion eines Kühlkörpers und
ist beispielweise in Form einer Metallplatte ausgebildet.
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Die Erfindung betrifft auch einen
Elektromotor mit den Merkmalen von Anspruch 12.
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Weitere bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen
angegeben.
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Die Erfindung ist im folgenden anhand
bevorzugter Ausführungsformen
mit Bezug auf die Zeichnungen näher
erläutert.
In den Figuren zeigen:
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1 zeigt
ein schematisches Schaltbild einer Ansteuerelektronik eines dreiphasigen
Motors;
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2 zeigt
eine schematische Draufsicht auf eine Einrichtung zum Anschließen elektronischer Bauteile
gemäß der Erfindung;
und
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3 zeigt
die Anordnung von mehreren Leistungstransistoren auf einer Trägerplatte.
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1 zeigt
ein schematisches Schaltbild einer Ansteuerelektronik für einen
dreiphasigen Motor. Der Motor umfaßt drei Phasenwicklungen U,
12; V, 14; W, 16, die in
1 schematisch
in Sternschaltung
10 dargestellt sind. Die drei Wicklungen
12,
14,
16 sind
zwischen einer positiven Versorgungsschiene
18 und einer
negativen Versorgungsschiene
20 angeschlossen. Die positive
Versorgungsschiene
18 führt
das Potential +U
BAT, und die negative Versorgungsschiene
20 führt das
Potential –U
BAT. Die Phasenwicklungen
12,
14,
16 werden über sechs
Leistungs-Schaltbauteile T1, 22; T2, 24; T3, 26; T4, 28; T5, 30;
T6, 32 nach Maßgabe
von Steuersignalen mit den Versorgungsschienen
18,
20 verbunden.
Die Leistungs-Schaltbauteile
22 bis
32 sind
vorzugsweise Leistungstransistoren. Sie weisen Steueranschlüsse auf,
die in
1 mit G1 bis
G6 bezeichnet sind. Die Steueranschlüsse entsprechen insbesondere
den Gates der Leistungstransistoren. Durch Anlegen geeigneter Steuersignale
an die Gates der Leistungstransistoren werden die Phasenwicklungen
12 bis
16 des
Motors bestromt, um dessen Betrieb zu steuern. Verfahren zum Steuern
eines bürstenlosen elektronisch
kommutierten Motors sind beispielsweise beschrieben in
DE 100 33 561 A1 und
U.S. 6,400,109 B1 ,
auf die Bezug genommen wird.
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Erfindungsgemäß sind die Schaltbauteile 22 bis 32 sowie
die Versorgungsschienen 18, 20 und die Phasenwicklungen 12, 14, 16 des
Motors direkt an ein Stanzgitter angeschlossen, welches die notwendigen
Leiterbahnen zur Realisierung der Schaltung gemäß 1 umfaßt. Ein Beispiel eines solchen Stanzgitters,
oder lead frame, ist in 2 gezeigt.
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Das in 2 gezeigte
Stanzgitter verwirklicht die Schaltung der 1, wobei entsprechende Bauteile und Verbindungsleitungen
mit entsprechenden Bezugszeichen versehen sind, die mit einem Strich
(') gekennzeichnet
sind.
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Das in 2 gezeigte
Stanzgitter weist eine Leiterbahn 18' zu Verbindung mit der positiven
Versorgungsspannung +UBAT und eine Leiterbahn 20' zur Verbindung
mit der negativen Versorgungsspannung –UBAT auf.
Ferner sind Leiterbahnen 12', 14' und 16' zur Verbindung
mit den Phasenwicklungen U, V und W vorgesehen. Leistungstransistoren
T1 bis T6, 22' bis 32', sind direkt
auf dem Stanzgitter elektrisch angeschlossen, wobei das Stanzgitter
als ein Träger der
Leistungstransistoren dient und so Widerstände aufgrund von zusätzlichen
Leitungslängen
und Steck- oder Lötverbindungen
minimiert werden.
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2 zeigt
insbesondere eine mögliche kreisförmige, symmetrische
Anordnung der Leistungstransistoren T1 bis T6, 22' bis 26' sowie der zugehörigen Leiterbahnen 12' bis 20'. Die Drain-Anschlüsse der
Transistoren T1 bis T3, 22' bis 26', sind gemeinsam
mit der Leiterbahn 18' verbunden,
welche die positive Batteriespannung +UBAT führt. Die Source-Anschlüsse der
Transistoren T4 bis T6, 28' bis 32', sind mit der
Leiterbahn 20' verbunden,
an der die negative Versorgungsspannung –UBAT anliegt. Source-
und Drain-Anschlüsse
der Transistoren T1 und T4, T2 und T5 bzw. T3 und T6 sind jeweils
miteinander verbunden und führen
an jeweils einen Anschluß 12', 14', 16' für die Phasen
U, V bzw. W. Die Gate-Anschlüsse
G1 bis G6 der Transistoren 22' bis 32' sind über getrennte Anschlußleitungen 34, 36, 38,
von denen in 2 nur drei
gezeigt sind, vom Motor weg zu einer Ansteuerelektronik geführt, welche
die Leistungsschalter oder Leistungstransistoren T1 bis T6 ansteuert.
Die Verbindung der Gates G1 bis G6 der Leistungstransistoren T1
bis T6 über
separate Leitungen mit der Ansteuerelektronik ist unkritisch, weil
die Ansteuerelektronik nur relativ kleine Ströme führt, so daß der sich durch diese Verbindung
ergebende zusätzliche
Widerstand in Bezug auf die Verlustleistung des Motors vernachlässigbar
ist.
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Die in 2 gezeigte
Anordnung des Stanzgitters hat den Vorteil, daß durch die symmetrische Verteilung
der Leiterbahnen 12', 14', 18', sowie der Leistungstransistoren
T1 bis T6, 22' bis 32', die Phasenwicklungen
des Motors auf kürzestem
Wege zu dem Stanzgitter geführt
und angeschlossen werden können,
wobei die Stromverteilung innerhalb des Stanzgitters symmetrisch
ist, so daß Verluste
minimiert werden und eine gleichmäßige Ansteuerung der einzelnen
Phasen des Motors gewährleistet
ist. Mit dem erfindungsgemäßen Stanzgitter
wird somit eine gleichmäßige, verlustarme
Stromführung
bei absoluter Symmetrie sowohl der Leiterbahnen, welche hohe Ströme führen, als
auch der Leistungsschaltbauteile gewährleistet, die ohne Steckverbindungen auskommt.
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Erfindungsgemäß ist insbesondere vorgesehen,
die Phasenwicklungen, welche zum Motor führen, durch Löten oder
Schweißen
mit dem Stanzgitter zu verbinden. Der Querschnitt der einzelnen
Leiterbahnen des Stanzgitters kann so optimiert werden, daß diese
eine in der Praxis vernachlässigbaren
Widerstand haben und sich während
des Betriebs nicht erwärmen.
Zusätzlich
kann vorgesehen sein, an dem Stanzgitter 12' bis 20' von den Leiterbahnen abstehende,
gekröpfte
Stanz-Biegeteile vorzusehen, die der Ableitung von Wärme dienen.
Die einzelnen Leiterbahnen des erfindungsgemäßen Stanzgitters können in
einer oder mehreren Ebenen liegen.
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Das in 2 gezeigte
Stanzgitter kann bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung in einem
Trägerbauteil
gehalten sein, das die Leiterbahnen relativ zueinander positioniert
isoliert, und in ihrer Position hält. Das Stanzgitter kann in
das Trägerbauteil
z.B. eingelegt oder eingespritzt werden. Die Versorgungsleitungen
und Phasenwicklungen können an
die flachen Leiterbahnen des Stanzgitters angelötet oder angeschweißt werden.
Alternativ können
die Anschlüsse
für Leiterbahnen,
Phasenwicklungen und/oder Leistungstransistoren durch abgekröpfte Stege
oder Lappen gebildet werden.
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3 zeigt
die Anordnung der Transistoren 22' bis 32' auf einer Trägerplatte 40. Die
Trägerplatte 40 dient
zum Halten der Transistoren 22' bis 32' und kann erfindungsgemäß auch als
Kühlkörper ausgebildet
werden. Auch bei der Anordnung der Transistoren 22' bis 32' der 3 können die Transistoren über eine
entsprechende Ausbildung des Stanzgitters angeschlossen werden.
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Die in der vorstehenden Beschreibung,
den Ansprüchen
und den Zeichnungen offenbarten Merkmale können sowohl einzeln als auch
in beliebiger Kombination für
die Verwirklichung der Erfindung in den verschiedenen Ausgestaltungen
von Bedeutung sein.
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- 10
- Sternschaltung
- 12,
14, 16
- Wicklungen
- 18,
20
- Versorgungsschiene
- 22–32
- Leistungs-Schaltbauteile
- 34,
36, 38
- Anschlußleitungen
- 40
- Trägerplatte