-
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung
zum Anziehen von Strümpfen,
insbesondere Kompressionsstrümpfen,
mit einer Aufspanneinrichtung zum Aufnehmen und Aufdehnen des Strumpfes,
wobei die Aufspanneinrichtung mit Griffstangen versehen ist.
-
Solche Anziehhilfen sind aus der
DE 38 10 047 und der
DE 297 17 153 bekannt.
Anziehhilfen zum Anziehen von Strümpfen werden insbesondere von älteren oder
körperbehinderten
Menschen verwendet, denen beispielsweise das Bücken schwer fällt. Insbesondere
das Anziehen von Kompressionsstrümpfen
stellt eine Schwierigkeit dar, da diese dem Komprimieren der Beine
dienen und demzufolge beim Anziehen entgegen einer Kompressionskraft aufgedehnt
werden müssen.
Außerdem
können
die Kompressionsstrümpfe
leicht an Körperteilen,
wie beispielsweise Fußnägeln hängen bleiben
oder beim Anziehen Schmerzen verursachen.
-
Aus diesen Gründen ist das Anziehen der Kompressionsstrümpfe für die vorgenannte
Personengruppe sehr viel schwieriger als das Anziehen eines normalen
Strumpfes, zumal das Anziehen in gebückter Haltung erfolgt. Bei
Benutzung einer Anziehhilfe wird der Kompressionsstrumpf zunächst in
auf die Anziehhilfe aufgezogen. Anschließend wird der Strumpf mit Hilfe
der Anziehhilfe angezogen.
-
Der oben genannte Stand der Technik
weist jedoch sowohl in der Herstellung als auch in der Handhabung
Nachteile auf. Vor dem Anziehen muss der Strumpf auf die Aufspanneinrichtung
der Anziehhilfe aufgezogen werden. Bei der Aufspanneinrichtung aus
dem Stand der Technik ist der Bewegungsspielraum der Hände eines
Benutzers durch die Griffstangen begrenzt. Gerade ältere Menschen,
die oft zittrige und schwache Hände
besitzen, haben deshalb Probleme den Strumpf auf die Aufspanneinrichtung
aufzuziehen. Des weiteren sind die Vorrichtungen aus dem Stand der
Technik mit einem Grundrahmen zur Stabilisierung der Vorrichtung
versehen, der die Herstellung der Anziehhilfe aufwendig macht.
-
Die Aufgabe der Erfindung ist es
deshalb, eine Vorrichtung zu schaffen, die in ergonomischer Hinsicht
vorteilhafter ausgebildet ist und eine einfache und kostengünstige Herstellung
ermöglicht.
-
Die Lösung der Aufgabe ergibt sich
aus den Merkmalen des Anspruchs 1, insbesondere aus denen des Kennzeichenteils,
wonach die Aufspanneinrichtung im Wesentlichen außerhalb
einer durch die Griffstangen aufgespannten Ebene angeordnet ist.
-
Der Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung
besteht darin, dass das Aufziehen des Strumpfes auf die Aufspanneinrichtung
aufgrund eines großen
Freiraums für
die Hände
des Benutzers in besonders einfacher Weise durchzuführen ist.
Der Freiraum ist dadurch gewährleistet,
dass die Griffstangen weit von dem Bereich der Aufspanneinrichtung
beabstandet sind, an dem der Strumpf aufgezogen wird. Diese ergonomisch
besonders vorteilhafte Gestaltung erleichtert nicht nur das Aufziehen
des Strumpfes auf die Aufspanneinrichtung, sondern auch das Anziehen
des Strumpfes, da hierdurch eine bequeme Sitzhaltung eingenommen
werden kann. Auch für körperbehinderte
oder ältere
Menschen oder solche mit einer Behinderung der Hände ist die Vorrichtung deshalb
besonders einfach zu benutzen.
-
In einer ersten Ausführungsform
ist die Aufspanneinrichtung aus einem oberen und einem unteren,
voneinander beabstandeten Bogenelement sowie zwischen diesen verlaufenden
Längsstreben
gebildet. Diese geschlossen rahmenartige Ausbildung der Aufspanneinrichtung
gewährleistet
einerseits ein geringes Gewicht der Anziehhilfe und andererseits einen
geringen Materialverbrauch und eine einfache Herstellung, denn der
aufwendige Grundrahmen wird durch diese stabile Konstruktion überflüssig.
-
In einer weiteren Ausführungsform
sind die Griffstangen sowie mindestens ein Bogenelement und zwei
Längsstreben
der Aufspanneinrichtung aus einem durchlaufend gebogenen Draht gebildet.
Da bei dieser Herstellung ein großer Teil der Vorrichtung lediglich
durch Biegen einstückig
hergestellt ist, kommt man bei der Produktion mit wenigen Fügeverbindungen,
insbesondere Schweißverbindungen aus,
wodurch die Herstellung wesentlich vereinfacht wird.
-
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht
vor, dass die Griffstangen etwa in einem Winkel von 20° zu einer
Längsmittelachse
der Aufspanneinrichtung angeordnet sind. Es hat sich gezeigt, dass bei
diesem Winkel der Griffstangen zur Aufspanneinrichtung das Aufziehen
des Strumpfes auf die Aufspanneinrichtung in sitzender Position
ergonomisch besonders vorteilhaft ist und dazu der Strumpf einfach
auf die Aufspanneinrichtung aufgezogen werden kann. Die Anziehhilfe
mit dem unteren Bogenelement auf den Boden gestellt, kann der Fuß bequemer
in die Strumpföffnung
eingeführt
werden.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform, sind
die Griffstangen und die Aufspanneinrichtung von einem Draht mit
im Wesentlichen gleichmäßigem Durchmesser
gebildet sind. Diese Ausführungsform ist
einfach in der Herstellung und damit kostengünstiger.
-
In einer weiteren Ausführungsform
sind die Griffstangen flexibel beweglich quer zur Längsmittelachse
der Aufspanneinrichtung ausgebildet. Hierdurch lassen sich die Griffstangen
je nach Benutzer ergonomisch optimal positionieren, wobei die Griffstangen
nach der Benutzung immer wieder in die Ausgangsposition zurückfedern.
Zusätzlich
kann bei der Benutzung der Anziehhilfe durch das Auseinanderbewegen
der Griffstangen ein größerer Freiraum für das Bein
geschaffen werden.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform
sind die Griffstangen zweiteilig ausgebildet und beide Teile mittels
einer Verbindungseinrichtung aneinander befestigbar. Insbesondere
beim Transport sind die Griffstangen somit abnehmbar und die Vorrichtung lässt sich
auf geringem Raum verstauen, ohne dass hierdurch ein Stabilitätsverlust
entsteht. Verpackung, Lagerhaltung und Versand der Vorrichtung werden auf
diese Weise ökonomisch
optimiert. Darüber
hinaus ist es durch die Trennbarkeit der Griffstangen beispielsweise
möglich,
unterschiedlich lange Griffstangen für die Anziehhilfe vorzusehen.
-
In einer weiteren Ausführungsform
weist die Verbindungseinrichtung eine mit einem Innengewinde versehene
Hülse auf,
die fest mit einem Teil der Griffstange verbunden ist und mit einem
Außengewinde
des zweiten Teils der Griffstange kooperiert. Auf diese Weise lassen
sich die Griffstangen auf einfache Weise trennen und wieder zusammenfügen.
-
Die Verbindungseinrichtung kann gemäß einer
weiteren Ausgestaltung der Erfindung aber auch eine mit dem einen
Teil der Griffstange fest verbundene Hülse aufweisen, in der ein Endbereich
des zweiten Teils der Griffstange lösbar angeordnet ist, wobei die
Verbindung mittels eines Splintes mit einem Splintkopf und zwei
Splintarmen erfolgt, die fluchtende Bohrungen in beiden Teilen durchgreifen
und auf einer dem Splintkopf gegenüber liegenden Seite der Bohrungen
aufgespreizt sind. In diesem Fall lässt sich der abnehmbare Teil
der Griffstange auf den Rest der Griffstange aufstecken und mittels
eines Splintes sichern, wodurch ein schnelles Teilen und Verbinden
der Griffstangen ermöglicht
wird.
-
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie den nachfolgenden Ausführungsbeispielen.
Es zeigen:
-
1 eine
Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung
mit aufgezogenen Strumpf während
der Benutzung,
-
2 eine
Unteransicht der Vorrichtung gemäß 1 ohne Strumpf und
-
3 eine
Stirnansicht der Vorrichtung gemäß 1 ohne Strumpf.
-
In den Zeichnungen wird eine Vorrichtung zum
Anziehen von Strümpfen
insgesamt mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet.
-
Eine solche Anziehhilfe 10 weist
gemäß 1 eine Aufspanneinrichtung 11 sowie
Griffstangen 12 auf. Die Aufspanneinrichtung 11 ist
mit einem oberen Bogenelement 13 sowie einem unteren Bogenelement 14 versehen,
die voneinander beabstandet angeordnet und durch Längsstreben 15 miteinander
verbunden sind. Die Griffstangen 12, die Längsstreben 15a und 15d (nur
andeutungsweise in 3 dargestellt)
sowie das obere Bogenelement 13 sind aus einem durchlaufenden
Draht gebogen. Das untere Bogenelement 14 ist mit den Längsstreben 15a und 15d schweißverbunden.
Zwischen dem oberen Bogenelement 13 und dem unteren Bogenelement 14 sind
die Längsstreben 15b und 15c eingeschweißt.
-
Die Griffstangen 12 weisen
einen oberen Griffbereich 16 sowie einen unteren Bereich 17 auf. Eine
Verbindungseinrichtung 18 ermöglicht es die Griffstangen 12 zwischen
dem oberen Griffbereich 16 und dem unteren Bereich 17 zu
trennen, so dass die Anziehhilfe 10 weniger Raum einnimmt
und auf diese Weise leichter beispielsweise in einem Koffer zu verstauen
ist. Die Griffstangen 12 sind flexibel beweglich ausgebildet,
so dass sie sich gemäß 2 leicht quer zu einer Längsmittelachse
Y der Aufspanneinrichtung 11 in Richtung X auseinander
bewegen lassen.
-
Auf der in 1 dargestellten Aufspanneinrichtung 11 ist
ein Strumpf 19 angeordnet. Der Strumpf 19 ist
derart auf die Aufspanneinrichtung 11 aufgezogen, dass
seine Innenseite I nach außen weist.
Das Aufziehen des Strumpfes 19 auf die Aufspanneinrichtung 11 erfolgt,
indem der obere Rand des Strumpfes 19 zunächst auf
links umgeschlagen wird. Danach wird der Strumpf 19 mit
seiner Öffnung O über das
obere Bogenelement 13 gezogen und anschließend in
Richtung des unteren Bogenelements 14 auf die Aufspanneinrichtung 11 geschoben.
Der Strumpf 19 umschließt hiernach die Aufspanneinrichtung 11.
Lediglich eine Strumpfspitze S befindet sich gemäß 1 innerhalb der Aufspanneinrichtung 11.
-
Der Benutzer der Anziehhilfe 10 hat
für das Aufspannen
des Strumpfes 19 auf die Aufspanneinrichtung 11 genügend Bewegungsspielraum,
da die Griffstangen 12 mit einem Winkel α von der
Aufspanneinrichtung 11 abgewinkelt sind. Aus diesem Grunde
ist beim Aufziehen des Strumpfes 19 auf die Aufspanneinrichtung 11 ein
großer
Freiraum für
die Hände
des Benutzers vorhanden.
-
Die Griffstangen 12 sind
gemäß 2 in einem dem unteren Bogenelement 14 nahen
Bereich parallel zu der Aufspanneinrichtung 11 geführt, wobei sie
durch einen Kurvenbereich 20 ausreichend seitlich beabstandet
von der Aufspanneinrichtung 11 verlaufen. Aus diesem Grunde
kann auch in diesem dem unteren Bogenelement 14 nahen Bereich
der Aufspanneinrichtung 11 das Aufziehen des Strumpfes 19 leicht
erfolgen.
-
In diesem Bereich ist die Bewegungsfreiheit ohnehin
nicht so wesentlich, da sich der Strumpf 19 nachdem er über das
obere Bogenelement 13 gezogen wurde, relativ leicht in
Richtung des unteren Bogenelements 14 schieben lässt. Selbstverständlich ist
es aber entgegen der Darstellung in 1 auch möglich, die
Griffstangen 12 bereits vom Kurvenbereich 20 aus
in einem Winkel zur Aufspanneinrichtung 11 anzuordnen,
so dass sich auch in diesem Bereich der Aufspanneinrichtung 11 eine
größtmögliche Bewegungsfreiheit
für die
Hände des
Benutzers ergibt.
-
Zum Anziehen des Strumpfes 19 wird
die Anziehhilfe 10 an den Griffbereichen 16 gehalten
und das untere Bogenelement 14 der Aufspanneinrichtung 11 auf
dem Boden aufgesetzt. Der Fuß F
taucht dann mit den Zehen Z in die Strumpfspitze S des Strumpfes 19 ein
und bewegt sich in Richtung des unteren Bogenelements 14.
Dabei wird der auf der Aufspanneinrichtung 11 aufgezogene
Strumpf 19 kontinuierlich auf den Fuß F bzw. einen Unterschenkel
U abgestreift.
-
Damit eine Ferse R des Fußes F beim
Bewegen durch die Aufspanneinrichtung 11 genügend Bewegungsfreiheit
hat, sind gemäß 2 die Längsstreben 15b und 15c direkt
unterhalb der Längstreben 15a und 15d angeordnet.
Seitlich der Bewegungsbahn des Fußes F verbleibt deshalb genügend Raum,
um zwischen den Längstreben 15b und 15c hindurchzutauchen.
Darüber
hinaus ist gemäß 3 das untere Bogenelement 14 größer ausgebildet
als das obere Bogenelement 13, damit auch an dieser Stelle
für die
Ferse R genügend
Bewegungsspielraum vorhanden ist.