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Die Erfindung bezieht sich auf ein
Verfahren zur Übertragung
von Datenpaketen zwischen einem Sender und einem Empfänger sowie
ein entsprechendes Datenübertragungssystem.
Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise aus den Dokumenten 3GPP
TS 25.308 V5.2.0 (2002-03), Technical Specification, 3rd Generation
Partnership Project; Technical Specification Group Radio Access
Network; High Speed Downlink Packet Access (HSDPA);Overall description;
Stage 2 (Release 5) sowie 3GPP TS 25.321 V5.2.0 (2002-09) Technical Specification3rd
Generation Partnership Project; Technical Specification Group Radio
Access Network; MAC protocol specification (Release 5) bekannt,
in dem im Downlink über
den High Speed Downlink Shared Channel (HS-DSCH) Daten mit hoher
Geschwindigkeit übertragen
werden.
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Dieses bekannte Übertragungsverfahren auf dem
HS-DSCH (High Speed Downlink Shared Channel) sieht vor, dass Daten
im sog. Acknowledged Mode (AM, d.h. mit Übertragungswiederholungen und
mit Folgenummern, die die Werte von 0 bis 4095 (12-bit-Folgenummer) annehmen
können)
oder im sog. Unacknowledged Mode (UM, d.h. ohne Übertragungswiederholungen und
mit Folgenummern, die die Werte von 0 bis 127 (7-bit-Folgenummer) annehmen
können) übertragen
werden können.
AM und UM stellen zwei der insgesamt drei möglichen Konfigurationen des
RLC-Protokolls (d.h. des Protokolls das Segmentierung und Übertragungswiederholungen
steuert) dar, und es kommen nur diese beiden Modi zur Anwendung,
weil die Nutzdaten nur dann verschlüsselt werden können.
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Für
den HS-DSCH sind (wie auch für
andere Transportkanäle
des UMTS) unterschiedliche Transportblockgrößen definiert, d.h. die Anzahl
der Bits, die die physikalische Schicht von der MAC-Schicht erhält und nach
fehlerkorrigierender Kodierung mit Ergänzung von CRC-Bits und Puncturing
überträgt. Bei
sehr guten Kanalbedingungen kann ein sehr großer Transportblock mit einer
hohen Wahrscheinlichkeit erfolgreich übertragen werden, bei schlechten
Kanalbedingungen muss eine kleine Transportblockgröße gewählt werden,
um die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Übertragung zu maximieren.
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Im RLC-Protokoll auf dem SRNC (Serving
Radio Network Controller) werden Datenpakete (RLC SDUs
),
die von den höheren
Schichten erhalten wurden, in Teile einer vorgegebenen Segmentierungsgröße segmentiert.
Diese mit RLC-Header versehenen Teile bilden dann den Inhalt der
RLC PDUs
. Diese RLC PDUs durchlaufen die
MAC-d Schicht, in der ggfs. ein MAC-Header ergänzt wird, und erreichen dann
(mit oder ohne MAC-Header) als MAC-d PDUs die darunterliegende Protokoll-Teilschicht.
Im Falle der Datenübertragung über den
HS-DSCH ist das die MAC-hs Schicht, die sich auf dem NodeB befindet.
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Die MAC-hs Teilschicht verarbeitet
die erhaltenen MAC-d PDUs, die jeweils genau eine RLC-PDU enthalten,
und fügt
sie in MAC-hs PDUs ein, um sie dann über den HS-DSCH (d.h. über die Funkschnittstelle)
zu übertragen.
MAC-hs PDUs werden mittels der 6-bit großen TSN (Transmission Sequence-Number)
nummeriert. Beispielsweise entscheidet die MAC-hs Schicht auf der
Basis von Kanalschätzungen
darüber,
welche Transportblockgröße für die nächste auf
dem HS-DSCH über
die Luftschnittstelle zu sendende MAC-hs PDU zu wählen ist.
Bei einer vorgegebenen RLC-PDU-Größe (und der daraus resultierenden
vorgegebenen Größe der sie
befördernden
MAC-d PDU) kann daher eine MAC-hs PDU, je nachdem wie groß die Transportblockgröße gerade
gewählt
wurde, mehrere MAC-d PDUs (und damit RLC-PDUs) aufnehmen. Die Segmentierungsgröße ist gegeben
durch die sog. RLC size, die die Größe der RLC PDU angibt, abzüglich der
Bits für den
Header der RLC PDU. Die Größe der MAC-d
PDU ergibt sich als Summe aus der RLC size, der Größe des RLC
PDU Header und der Größe des MAC
Header. Bei anderen Kanälen
als dem HS-DSCH ist die Größe der MAC-d
PDU identisch mit der Transportblockgröße, während im Falle des HS-DSCH
dieser Zusammenhang nicht besteht, sondern die Größe der MAC-hs
PDU mit der Transportblockgröße übereinstimmt.
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Bei AM-Datenübertragung kann die Größe der RLC
PDU nur durch eine vergleichsweise zeitaufwendige Rekonfigurierung
der sende- und empfangsseitigen RLC-Maschinen geändert werden (100–200ms).
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Bei UM-Datenübertragung kann die Größe der RLC
PDU ohne Rekonfigurierung modifiziert werden.
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Das RLC-Protokoll im UTRAN ist jedoch
auf dem RNC angesiedelt, der im allgemeinen über einen DRNC
mit dem NodeB
verbunden ist (d.h. zwei Interfaces müssen passiert werden: Iur,
zwischen SRNC und DRNC, bzw. Iub zwischen DRNC und NodeB). Weiterhin
ist für
die Beförderung
von Daten vom RNC zum Node B etwa die halbe Round Trip Time anzusetzen.
Die volle Round Trip Time bezeichnet die Dauer, die nach dem Senden
von Daten vom RNC zum UE bis zum Erhalt einer Antwort im RNC vergeht,
und wird üblicherweise
mit ca. 100ms (worst case) angegeben. D.h. bis zu ca. 50ms kann
diese Übertragung
zwischen SRNC und NodeB dauern. Daher kann die RLC PDU size auch
im Falle von UM Datenübertragung
nicht sehr schnell verändert
werden: Eine Steuerungsnachricht vom NodeB zum SRNC, die der betroffenen
RLC-Maschine auf dem SRNC anzeigen würde, dass von nun ab z.B. die
doppelte RLC PDU Größe möglich ist,
würde erst
nach bis zu 50 ms die RLC Maschine erreichen, und es würde noch
bis zu 50ms dauern, bis RLC PDUs (eingepackt in MAC-d PDUs) mit
dieser veränderten
Größe auf MAC-hs
eintreffen. Da aber der Funkkanal sich in viel kürzeren Abständen drastisch ändern kann,
muss zur Anpassung an die tatsächlichen
Kanalbedingungen die Transportblockgröße in diesen kurzen Abständen geändert werden
können, will
man vermeiden, dass die Zahl der Übertragungswiederholungen auf
MAC-hs-Ebene deutlich ansteigt, weil der Transportblock (wegen einer
zu großen
RLC PDU) zu groß gewählt war.
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Aus den genannten Gründen muss
also die Größe einer
RLC PDU sowohl bei AM als auch bei UM so klein gewählt werden,
dass eine RLC PDU im kleinsten Transportblock aufgenommen werden
kann, der bei den vorliegenden Kanalbedingungen zu unterstützen ist.
Nur dann ist es möglich,
bei sehr schlechten Kanalbedingungen Nutzdaten im kleinsten Transportblock
zu übertragen,
der den robustesten Fehlerschutz bietet.
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Bei den in TS 25.321v520 vorgesehenen
Transportblockgrößen, wären etwa
70 Transportblöcke
der kleinsten Größe in einem
Transportblock der größten Ausdehnung
enthalten.
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Bei der gegenwärtigen Gestaltung des HARQ-Protokolls
ist es nicht möglich,
dass nach Abbruch der Übertragung
einer MAC-hs PDU (wegen des Erreichens der vorgesehenen Maximalzahl
an Übertragungswiederholungen)
diese MAC-hs PDU in zwei oder mehr kleinere MAC-hs PDUs zerlegt
wird, und dann diese kleineren MAC-hs PDUs nacheinander gesendet
werden. Dieses ist i. a. unmöglich,
weil MAC-hs PDUs fortlaufend nummeriert werden und dann quasi-parallel
auf mehreren, z.B. 4, HARQ-Prozessen übertragen werden. Benötigt z.B.
die MAC-hs PDU (die beispielsweise die Folgenummer 11 hat und auf
dem zweiten HARQ-Prozess übertragen
wird) mehr als 2 Übertragungswiederholungen,
während
die auf den drei anderen HARQ Prozessen übertragenen MAC-hs PDUs jeweils
immer erfolgreich übertragen
werden, so erhält
man folgende Abfolge der Folgenummern:
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Würde
die Übertragung
der MAC-hs PDU 11 nach der zweiten Übertragungswiederhoung endgültig abgebrochen,
so kann ihr Inhalt nicht in mehrere kleinere Fragmente zerlegt werden
und in mehreren MAC-hs PDUs erneut auf HARQ-Ebene übertragen
werden, da es zwischen 10 und 12 nur eine einzige Folgenummer gibt.
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Der Grund für die endgültig erfolglose Übertragung
auf MAC-hs Ebene liegt in der zu groß gewählten MAC-hs PDU. Bei kleinerer
Größe der MAC-hs
PDU würde
die Erfolgswahrscheinlichkeit erheblich vergrößert.
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Daher ist bisher vorgesehen, dass
eine MAC-hs PDU nach Erreichen einer Maximalzahl von Übertragungswiederholungen
vollständig
gelöscht
wird (Abortion), und alle darin enthaltenen MAC-d PDUs auf RLC-Ebene
erneut übertragen
werden. Das hat verschiedene Nachteile:
- – Für AM:
– Durch
die Übertragungswiederholung
auf RLC-Ebene entstehen größere Verzögerung,
die insbesondere für
Streaming-Dienste ungünstig
sind.
– Die Übertragungswiederholung
auf RLC-Ebene ist weniger effektiv als diejenige auf HARQ-Ebene
- – Für UM:
– Durch
das Löschen
aller MAC-d PDUs, die in einer endgültig nicht zu übertragenden
MAC-hs PDU enthalten sind, werden u.U. auch RLC-PDUs gelöscht, die
auf der Empfangsseite noch benötigt
werden, um eine RLC-SDU aus den schon vorhandenen RLC-PDUs zu assemblieren.
Damit sind diese schon übertragenen
RLC-PDUs wertlos und die resultierende Störung ist größer als die Störung, die
nur durch den Verlust der tatsächlich
noch nicht übertragenen
RLC-PDUs entstünde.
– Beim Verlust
mehrerer großer
MAC-hs PDUs hintereinander kann es dazu kommen, dass die Synchronität der HFNs
auf Sende- und Empfangsseite verloren geht wie in [1] beschrieben.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, diese
Nachteile so weit wie möglich
auszugleichen, ohne das bisherige HARQ-Protokoll zu verändern.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
ein Verfahren zur Übertragung
von nummerierten Datenpaketen zwischen einem Sender und einem Empfänger, insbesondere
von Datenpaketen, die durch Segmentierung von Meta-Datenpaketen,
die von der höheren
Schicht empfangen wurden, hervorgegangen sind und verschiedenen
Verbindungen angehören,
wobei die Datenpakete einzeln oder zu mehreren in einem mittels
Folgenummern ebenfalls nummerierten Container befördert werden,
wobei ein Container nach Empfang einer negativen Bestätigungsnachricht
erneut gesendet werden kann und nach einer vorgebbaren Anzahl von
erfolglosen Übertragungsversuchen
für diesen
Container dessen Übertragung
endgültig
abgebrochen werden kann, wobei vorgesehen ist, im Falle des Abbruchs
der Übertragung
eines Containers eine Auswahl der Datenpakete, die in diesem Container
enthalten sind, in einem neu zu bildenden Container, insbesondere einem
kleineren Container mit derselben Folgenummer wie die des ursprünglichen
Containers und mit besserem Fehlerschutz, erneut zu übertragen.
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Der Erfindung liegt die Idee zugrunde,
im Falle des Abbruchs der Übertragung
eines Containers nach mehreren erfolglosen Übertragungsversuchen, einen
Teil der Datenpakete, die in diesem Container übertragen werden sollten, dadurch
erfolgreich zu übertragen,
dass ein kleinerer Container mit derselben Folgenummer wie die des
ursprünglichen
Containers und mit besserem Fehlerschutz gesendet wird. Dies ist
insbesondere deshalb vorteilhaft, weil der ursprüngliche Container deshalb nicht
erfolgreich übertragen
werden konnte, weil infolge seiner Größe der vorhandene Fehlerschutz
durch fehlerkorrigierende Kodierung nicht ausreichend war.
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Ein Container bezeichnet hier eine
Folge von Nutz-Bits, die die physikalische Schicht unter Anwendiung
fehlerkorrigierender Kodierung innerhalb eines Funkrahmens vorgegebener
Länge überträgt. In UMTS wird
für einen
solchen Funkrahmen der Begriff Transmission Time Interval (TTI)
benutzt, während
der Container als Transport Block bezeichnet wird. Ein TTI des HS-DSCH
dauert 2ms. Bei einer großen
Zahl der Nutz-Bits, die ein solcher Container übertragen kann, ist die Leistungsfähigkeit
der fehlerkorrigierenden Codierung in der Regel schwächer als
bei einer kleinen Zahl an Nutz-Bits. Bei einer kleineren Anzahl
von Nutz-Bits kann die fehlerkorrigierende Kodierung beispielsweise
dadurch verbessert werden, dass das Puncturing reduziert wird oder
die Anzahl der zur Übertragung
verwendeten CDMA-Codes vergrößert wird.
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Im UMTS sind die nummerierten Datenpakete
MAC-d PDUs, während
der Container einer MAC-hs PDU entspricht.
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Gemäß der vorteilhaften Ausgestaltung
der Erfindung nach Anspruch 2 werden die Datenpakete zur Übertragung
in dem kleineren Container so ausgewählt, dass die Anzahl der Verbindungen,
die Daten verlieren minimiert wird. Eine andere günstige Auswahl
kann darin bestehen, dass gerade solche Datenpakete berücksichtigt
werden, die der Empfänger
noch benötigt,
um die ursprünglichen
Meta-Datenpakete wieder zusammenzusetzen. Hierbei ist zu beachten,
dass ein Meta-Datenpaket aus mehreren Segmenten besteht, die einzeln
in den Datenpaketen übertragen
werden, und dass ein Meta-Datenpaket empfangsseitig nur dann wieder
zusammengesetzt werden kann, wenn alle Segmente vorliegen. Fehlt
ein Segment endgültig,
so sind alle schon vorhandenen Segmente nutzlos. Eine dritte günstige Auswahl
ist schließlich
durch die Priorität
der Verbindungen gegeben, denen die Datenpakete angehören, da
Daten höherer
Priorität
wichtiger sind als solche niedrigerer Priorität.
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Im UMTS entsprechen die Meta-Datenpakete
den RLC-SDUs, und die Datenpakete den RLC-PDUs, die nach Ergänzung eines
MAC-Header, der die Verbindungskennzeichnung enthält, als
MAC-d PDUs an die MAC-hs Teilschicht weitergereicht werden. Die
RLC-PDUs enthalten
im Length-Indicator-Feld Segmentierungsinformation, die Auskunft
darüber
gibt, ob eine RLC-PDU das letzte oder ein anderes Segment einer RLC-SDU
enthält.
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Die vorteilhafte Ausgestaltung der
Erfindung nach Anspruch 3 benennt die Informationen, die der Sender
aus den Datenpaketen entnehmen muss, um sie derjeweiligen Verbindung
zuordnen zu können.
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Die vorteilhafte Ausgestaltung der
Erfindung nach Anspruch 4 benennt die Informationen, die der Sender
aus den Datenpaketen entnehmen muss, um diejenigen Datenpakete zu
ermitteln, die der Empfänger
benötigt,
um Meta-Datenpakete wieder zusammensetzen zu können, damit die schon vorhandenen
Segmente der Meta-Datenpakete nicht nutzlos übertragen wurden.
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Die vorteilhafte Ausgestaltung der
Erfindung nach Anspruch 5 bzw. 6 benennt die Informationen, die dem
Sender durch die konfigurierende Netzeinheit bereitgestellt werden
müssen,
damit er die Segmentierungsinformation in den Datenpaketen richtig
interpretieren kann bzw. Eigenschaften der einzelnen Verbindungen
erfährt,
die er für
die möglichst
günstige
Auswahl der Datenpakete benötigt.
Im UMTS können
die Verbindungen im AM oder UM betrieben werden. Da AM-Verbindungen Übertragungswiederholungen
auf RLC-Ebene erlauben, UM Verbindungen jedoch nicht, kann es günstig sein,
Datenpakete von UM-Verbindungen bevorzugt auszuwählen. Diese Eigenschaft einer
jeden Verbindung muss der Sender (im UMTS ist das der Scheduler
im NodeB) von der konfigurierenden Netzeinheit mitgeteilt bekommen.
Eine weitere Eigenschaft ist die Priorität der Verbindung (in UMTS die
sog. MAC Layer Priroity), die nicht als Teil der Verbindungsinformation
in einem Datenpaket übertragen
wird.
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Im UMTS würde die Erfindung folgendermaßen realisiert:
- 1. Muss die Übertragung einer MAC-hs PDU
abgebrochen werden (Abortion), so setzt der Scheduler eine kleinere
MAC-hs PDU aus den in der ursprünglichen
MAC-hs PDU enthaltenen MAC-d PDUs zusammen, die dann nur eine (möglichst
günstige)
Auswahl dieser MAC-d PDUs enthält,
beispielsweise die erste Hälfte der
in der ursprünglichen
MAC-hs PDU enthaltenen MAC-d PDUs, und sendet die kleinere MAC-hs
PDU mit derselben MAC-hs Folgenummer wie die ursprüngliche
MAC-hs PDU. Dies ist möglich,
weil durch den Abbruch der Übertragung
der ursprünglichen
MAC-hs PDU der Softbuffer auf der Empfangsseite geleert wurde. Die übrigen MAC-d PDUs müssen gelöscht werden,
weil sie nur mit einer höheren
MAC-hs Folgenummer gesendet werden könnten und daher dann in der
Regel die Reihenfolge durchbrechen, da sie für diese Folgenummer „zu alt" sind. Sie müssen dann
im Falle von AM auf RLC-Ebene erneut übertragen werden, während sie
bei UM endgültig
verloren sind, und ggfs. auf Applikationsebene erneut übertragen
werden müssen.
Durch die kleiner gewählte
MAC-hs PDU, wird die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Übertragung
vergrößert.
- 2. Der Scheduler kann die Auswahl der für die verkleinerte MAC-hs PDU
vorgesehenen MAC-d PDUs nach verschiedenen Kriterien treffen, beispielsweise:
a.
Nach der Reihenfolge, in der sie in der ursprünglichen MAC-hs PDU enthalten
waren, d.h. wenn m MAC-d PDUs in der kleineren zu bildenden MAC-hs
PDU enthalten sein können,
dann werden die ersten m MAC-d PDUs aus der ursprünglichen
MAC-hs PDU ausgewählt,
b.
zufällig,
c.
nach dem Kriterium, welche MAC-d PDUs die Empfangsseite am dringendsten
erwartet.
(i) Dieses sind zum einen die MAC-d PDUs, die RLC-PDUs
enthalten, die zu RLC-SDUs gehören,
für die die
Empfangsseite schon RLC-PDUs empfangen hat und somit benötigt, um
die RLC SDU wieder zusammenzusetzen. Werden solche MAC-d PDUs ausgewählt, so
kann der Durchsatz maximiert werden. Der Scheduler kann erkennen,
welche MAC-d PDUs dies sind, indem er für jeden logischen Kanal die
in den RLC PDUs enthaltenen Length Indicators zusammen mit der RLC-Folgenummer
analysiert. Dazu muss der Scheduler die Bedeutung der Length Indicators
kennen. Da bei UM bei Verlust einer RLC-PDU empfangsseitig die RLC-SDU
gelöscht
wird, für
die Fragmente in der verlorenen RLC-SDU enthalten waren, sollten hierbei
logische Kanäle,
die im UM Daten übertragen,
gegenüber
AM bevorzugt werden, selbst wenn sie eine niedrigere MLP (MAC Layer
Priority) aufweisen.
Hierfür
muss der Scheduler durch eine Konfigurierungsnachricht von der konfigurierenden
Netzeinheit mitgeteilt bekommen, welcher logische Kanal im UM und
welcher in AM betrieben wird, da die Anzahl der Bits der RLC Folgenummer
für UM
(7-bit) und AM (12 bit) verschieden ist.
(ii) Bei UM sind dieses
zum anderen solche MAC-d PDUs, deren Verlust dazu führen würde, dass
eine RLC-Maschine die HFN-Synchronität endgültig verliert, beispielsweise
weil durch die teilweise Übertragung (nach
dem unter 1 beschriebenen Verfahren) einer vorangegangenen MAC-hs
PDU schon eine sehr große Anzahl
von RLC-PDUs (nahe 128) eines bestimmten logischen Kanals verloren
ging.
Welche RLC-PDUs zum selben logischen Kanal gehören, erfährt der
Scheduler, indem er den MAC-Header der jeweiligen MAC-d PDU liest.
Dazu muss der Scheduler durch eine Konfigurierungsnachricht von
der konfigurierenden Netzeinheit mitgeteilt bekommen, welcher logische
Kanal im UM betrieben wird. Welche MAC-d PDUs eines logischen Kanals
im Sinne von (i) am dringendsten zu übertragen sind, ermittelt der Scheduler
durch Lesen des RLC-Headers jeder RLC-PDU (innerhalb einer MAC-d
PDU).
d. Bei AM und UM: Minimierung der Zahl der logischen
Kanäle,
die durch den Verlust einer MAC-hs PDU dadurch betroffen sind, weil
sie dadurch eine oder mehrere RLC-PDUs verlieren. Kann z.B. durch
geeignete Auswahl der MAC-d PDUs erreicht werden, dass nicht zwei
sondern nur ein logischer Kanal RLC-PDUs verliert, so kann es günstiger
sein, diese Auswahl zu treffen.
Dazu muss der Scheduler wissen,
ob ein oder mehrere logische Kanäle
in der MAC-hs PDU gemultiplext übertragen
werden. Das kann ihm in einer Konfigurierungsnachricht der konfigurierenden
Netzeinheit mitgeteilt werden.
e. Bei AM und UM: MAC Layer
Logical Priority (MLP), die einem logischen Kanal zugeordnet ist.
Diese wird nicht als Teil des MAC-Headers in der MAC-d PDU übertragen.
- 3. In manchen Fällen,
können
sogar alle MAC-d PDUs der ursprünglichen
MAC-hs PDU, deren Übertragung
abgebrochen werden musste, in kleineren neu zu bildenden MAC-hs
PDUs übertragen
werden, nämlich
dann, wenn die dafür
erforderlichen MAC-hs Folgenummern noch nicht in erfolgreichen Übertragungen von
anderen MAC-hs PDUs auf anderen HARQ-Prozessen benutzt wurden. In
der Regel wird dann aber auf einem oder mehreren der anderen HARQ-Prozesse
ein Abbruch der Übertragung
stattgefunden haben. Dieses kann der Scheduler planvoll ausnutzen,
um beispielsweise zu verhindern, dass zu viele MAC-d PDUs desselben
logischen Kanals verloren gehen und dadurch die HFN Synchronität auf Sende-
und Empfangsseite nicht weiter gegeben ist, wie in [1] beschrieben.
- 4. Dem Scheduler wird bekannt gemacht:
– die Struktur des Length Indicator,
zur Ermittelung der MAC-d PDUs, deren Übertragung am dringensten ist.
– die logischen
Kanäle,
die im UM betrieben werden (damit sind die übrigen logischen Kanäle alle
als AM-Kanäle
bekannt).
– die
Zuordnung der MLP zu den logischen Kanälen.
Dies kann folgendermaßen geschehen:
Beim Aufbau eines logischen Kanals der im UM Daten über den HS-DSCH übertragen
soll, teilt der SRNC über
eine RNSAP-Prozedur
dem DRNC alle oder einige dieser Parameter mit, die der DRNC dann
an den Node B mittels einer NBAP-Prozedur weiterleitet. Die dafür in Frage
kommenden RNSAP- und NBAP-Prozeduren haben jeweils denselben Namen;
es sind die
Radio Link Setup5 Prozedur (die verwendete Nachricht
heisst RADIO LINK SETUP)
Synchronised Radio Link Reconfiguration
Preparation Prozedur (die verwendete Nachricht heisst RADIO LINK
RECONFIGURATION PREPARE) wobei der sog. Radio Link mehrere logische
Kanäle
umfassen kann, d.h. zum Aufbau eines weiteren logischen Kanals,
der über
den HS-DSCH Daten überträgt, würde die
Reconfiguration-Nachricht verwendet werden.
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References
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- [1] 3GPP TS 25.308 V5.2.0 (2002-03), Technical Specification,
3rd Generation Partnership Project; Technical Specification Group
Radio Access Network; High Speed Downlink Packet Access (HSDPA);Overall
description; Stage 2 (Release 5)
- [2] 3GPP TS 25.321 V5.2.0 (2002-09) Technical Specification3rd
Generation Partnership Project; Technical Specification Group Radio
Access Network; MAC protocol specification (Release 5)
- [3] 3GPP TS 25.433 V5.2.0 (2002-09)Technical Specification3rd
Generation Partnership Project;Technical Specification Group Radio
Access Network;UTRAN Iub interface NBAP signalling(Release 5)