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Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Herstellung einer Transistorstruktur, bestehend
aus mindestens einem ersten und einem zweiten Bipolartransistor
mit unterschiedlichen Kollektorweiten. Solch ein Verfahren ist beispielsweise
aus der
DE 100 44
838 C2 bekannt.
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Bei Bipolartransistoren wird üblicherweise der
Kollektor durch eine hochdotierte vergrabene Schicht (Buried Layer)
abgeschlossen. Die vergrabene Schicht wird dadurch erzeugt, dass
das Substrat eine Ionen-Implantation an der gewünschten Stelle erfährt. Im
Anschluss wird eine niedrig dotierte Epitaxieschicht aufgebracht
und die Wannen für
Basis, Emitter und Kollektor erzeugt. Eine mögliche Prozessfolge ist beispielsweise
in dem Lehrbuch „Technologie
hochintegrierter Schaltungen" von
D. Widmann, H. Mader, H. Friedrich, Springer Verlag, 2. Auflage,
Tabelle 8.13 , S. 326–334
beschrieben.
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Für
integrierte Hochfrequenzschaltungen im GHz-Bereich ist es günstig, sowohl
Hochvolt-Transistoren (HV-Transistor) mit einer hohen Durchbruchspannung
als auch Hochfrequenz-Transistoren (HF-Transistors)
mit einer kurzen Kollektortransitzeit und somit hoher Grenzfrequenz
Ft zu integrieren. Aufgrund der bisher bekannten
Herstellungsverfahren muss bei der Integration von Bipolartransistoren mit
unterschiedlichen Grenzfrequenzen und Bipolartransistoren mit unterschiedlichen
Durchbruchspannungen in Hochfrequenzschaltungen ein Kompromiss bezüglich der
Eigenschaften gefunden werden. Hierdurch kann die Leistung solch
einer Hochfrequenzschaltung nicht optimal ausgenutzt werden.
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Bislang wurde solch eine Integration
z. B. durch eine unterschiedlich hohe Dotierstoffkonzentration des
Kollektorbereichs realisiert. Je geringer die Dotierung, desto höher ist die
Kollektor-Basis-Durchbruchspannung. Die Kollektortransitzeit wird
hierdurch jedoch größer und
somit Grenzfrequenz Ft niedriger. Je höher die Dotierung, desto kürzer die Kollektortransitzeit
aber desto kleiner die Kollektor-Basis-Durchbruchspannung des Transistors.
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Aus M. Racanelli et. al. "Ultra High Speed SiGe
NPN for Advanced BiCMOS Technology", 2001 IEEE ist es bekannt, die Dotierung
eines Kollektorbereichs eines Transistors so zu skalieren, dass
die Dotierstoffkonzentration innerhalb des Kollektorbereichs einen
Gradienten aufweist. Diese Lösung
ermöglicht
zwar eine Erhöhung
der Durchbruchspannung von HF-Transistoren,
stellt jedoch immer noch einen Kompromiss dar.
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Neben der Dotierstoffkonzentration
bestimmt auch die Dimensionierung der Kollektorweite die Eigenschaften
eines Bipolartransistors. Als Kollektorweite wird derjenige Bereich
der Epitaxieschicht bezeichnet, der zwischen der in der Epitaxieschicht
gelegenen Wanne der Basis und der vergrabenen Schicht gelegen ist.
HF-Transistoren, die auf hohe Grenzfrequenzen optimiert werden sollen,
müssen eine
kleine Kollektorweite, HV-Transistoren, die auf hohe Durchbruchspannungen
hin optimiert sind, eine große
Kollektorweite aufweisen.
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Die
DE 100 44 838 C2 beschreibt ein Halbleiterbauelement
sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung, bei dem bipolare Bauelemente
mit unterschiedlichen Kollektorweiten realisiert werden. Hierbei
wird in eine vergrabene Schicht eines bipolaren Bauelementes ein
zusätzlicher
Stoff eingebracht, der die Diffusion eines Dotierstoffes der vergrabenen Schicht
und somit die Kollektorweite dieses bipolaren Bauelementes beeinflusst.
Allerdings ergibt sich durch dieses Verfahren kein scharfer Übergang
zwischen den unterschiedlich dotierten vergrabenen Schichten und
Kollektoren. Die Kollektorweite lässt sich somit nicht exakt
und mit scharfem Profil einstellen, sondern zeigt ein „verschmiertes" Profil mit flachem
Gradienten.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist demnach, ein optimiertes Verfahren zur Herstellung einer Transistorstruktur
anzugeben, bei dem die Ausbildung von Kollektorbereichen mit unterschiedlichen Kollektorweiten
ermöglicht
werden, wobei die Kollektorbereiche eine scharfe Grenze zu den vergrabenen Schichten
aufweisen.
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Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein
Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, bei dem mindestens ein
erster Kollektorbereich mit einer ersten Kollektorweite C1 auf einer
ersten vergrabenen Schicht und ein zweiter Kollektorbereich mit
einer zweiten Kollektorweite C2 auf einer zweiten vergrabenen Schicht
erzeugt werden, wobei für
die Erzeugung der zweiten Kollektorweite C2 eine erste Kollektorzone
mit einer ersten Dicke C3 auf der zweiten vergrabenen Schicht und
eine zweite Kollektorzone mit einer zweiten Dicke C4 auf der ersten
Kollektorzone erzeugt werden und mindestens ein Isolationsbereich
erzeugt wird, der zumindest die Kollektorbereiche voneinander trennt.
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Hierdurch wird erreicht, dass die
Kollektorweite der beiden Bipolartransistoren der Transistorstruktur
unterschiedlich ist, und die Kollektorbereiche einen scharfen bzw.
abrupten Übergang
mit steilem Gradienten zu den benachbarten Bereichen, wie den vergrabenen
Schichten, aufweisen. Die Kollektorweite C1 des ersten Bipolartransistors
entspricht vorzugsweise der ersten Dicke C3 des zweiten Kollektorbereiches.
Die Kollektorweite C2 des zweiten Bipolartransistors setzt sich
aus den Dicken C3 sowie C4 der Kollektorzonen des zweiten Kollektorbereiches
zusammen. Je dicker demnach die zweite Dicke C4 ist, desto größer ist
auch der Unterschied der Kollektorweiten beider Bipolartransistoren.
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Der Erfindung liegt die Erkenntnis
zugrunde, dass eine scharfe Grenze bzw. ein abrupter Übergang
von dem niedrigdotierten Kollektor zu der hochdotierten vergrabenen
Schicht das Ver halten eines Transistors wesentlich verbessert, da
ein abruptes Profil mit steilem Gradienten bei einem gleichbleibenden
Schichtwiderstand kleinere Randkapazitäten besitzt als ein Profil
mit flachem Gradienten. Ebenso wird durch das erfindungsgemäße Verfahren
das Hochstromverhalten des Transistors verbessert, da sich in dem
mit Ladungsträgern überschwemmten Teil
des Kollektors kein unnötiger
Dotierstoff befindet und dafür
der Durchlass der vergrabenen Schicht erniedrigt ist.
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Erfindungsgemäß wird das Verfahren der eingangs
genannten Art dahingehend weiterentwickelt, dass mindestens eine
erste Zone einer ersten vergrabenen Schicht von einem ersten Leitfähigkeitstyp
des ersten Bipolartransistors und eine erste Zone einer zweiten
vergrabenen Schicht von einem ersten oder einem zweiten Leitfähigkeitstyp
des zweiten Bipolartransistors in das Halbleitersubstrat eingebracht
werden, eine erste epitaktische Schicht erzeugt wird, die ganzflächig zumindest
die erste Zone der vergrabenen Schichten bedeckt, zumindest eine
zweite Zone von dem ersten Leitfähigkeitstyp
innerhalb der ersten epitaktischen Schicht erzeugt wird, wobei die
zweite Zone an die erste Zone der ersten vergrabenen Schicht angrenzt,
eine zweite epitaktische Schicht erzeugt wird, die ganzflächig zumindest
die erste epitaktische Schicht und die zweite Zone der ersten vergrabenen
Schicht bedeckt, mindestens ein Isolationsbereich erzeugt wird,
der zumindest die Kollektorbereiche voneinander trennt, wobei die
zweite Zone der ersten vergrabenen Schicht an den ersten Kollektorbereich
und die erste Zone der zweiten vergrabenen Schicht an den zweiten
Kollektorbereich angrenzen.
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Hierdurch werden vergrabene Schichten
mit unterschiedlichen Dicken erzeugt, wobei sich die Dicke der ersten
vergrabenen Schicht aus einer ersten Zone, die in das Halbleitersubstrat,
und einer zweiten Zone, die in die erste epitaktische Schicht eingebracht
ist, zusammensetzt. Die zweite vergrabene Schicht und die erste
Zone der ersten vergrabenen Schicht sind hierbei vorzugsweise gleich
dick. Die Dicken der ersten und zwei ten vergrabenen Schichten unterscheiden
sich also um die Dicke der zweiten Zone der zweiten vergrabenen
Schicht. Da die Kollektorweite, wie eingangs erwähnt, von der Dicke der Epitaxieschicht,
abzüglich
der in die Epitaxieschicht reichenden vergrabenen Schicht abhängt, können die
Kollektorweiten C1 und C2 auf einfache Weise variiert werden und
haben doch, anders als bei bislang bekannten Ausführungen,
einen scharfen Übergang
zwischen den hochdotierten vergrabenen Schichten und den niedrig
dotierten Kollektorbereichen.
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Darüber hinaus schlagen die Erfinder
vor, das Verfahren der eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln,
dass mindestens eine erste Zone einer ersten vergrabenen Schicht
von einem ersten Leitfähigkeitstyp
des ersten Bipolartransistors und eine zweite vergrabene Schicht
von einem ersten oder einem zweiten Leitfähigkeitstyp des zweiten Bipolartransistors
in das Halbleitersubstrat eingebracht werden, mindestens eine erste
Kollektorzone des ersten Bipolartransistors und eine erste Kollektorzone
des zweiten Bipolartransistors erzeugt werden, wobei die erste Kollektorzone
des ersten Bipolartransistors an die erste Zone und die erste Kollektorzone
des zweiten Bipolartransistors an die zweite vergrabene Schicht
angrenzt, die erste Kollektorzone als erster Leitfähigkeitstyp
ausgebildet wird, eine zweite Kollektorzone auf der ersten Kollektorzone des
zweiten Bipolartransistors und eine zweite Kollektorzone auf der
ersten Kollektorzone des ersten Bipolartransistors erzeugt werden
und mindestens ein Isolationsbereich erzeugt wird, der zumindest
die Kollektorzonen voneinander trennt.
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Auch hierdurch wird auf einfache
weise erreicht, dass Kollektorbereiche hergestellt werden, die sowohl
unterschiedliche Dicken als auch scharfe Profile mit steilem Gradienten
zu den benachbarten vergrabenen Schichten aufweisen und somit eine Transistorstruktur
ausgebildet wird, die sowohl die Eigenschaften eines HV-Transistors
als auch die eines HF-Transistors
beinhaltet.
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Eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Verfahren
sieht vor, dass die dritte Kollektorzone abgeschieden wird.
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In einer bevorzugten Weiterbildung
der erfindungsgemäßen Verfahren
wird die dritte Kollektorzone epitaktisch abgeschieden. Hierdurch
wird die Kollektorzone mit möglichst
wenig Kristalldefekten aufgewachsen, was für die Funktionseigenschaften
eines Bipolartransistors sehr wichtig ist.
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Eine andere Ausgestaltung sieht vor,
dass eine Isolierschicht (SOI-Schicht, SOI = Silicon On Insulator
= Silizium auf Isolator) zwischen den vergrabenen Schichten und
dem Halbleitersubstrat vorgesehen ist. Hierdurch werden die Kollektorbereiche vom
Substrat elektrisch isoliert und kapazitiv entkoppelt, ohne dass
eine zusätzliche
Isolation notwendig ist.
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Typischerweise wird der Isolationsbereich, der
zumindest die Kollektorbereiche voneinander trennt, mit Hilfe von
Shallow-Trench-Isolationstechnik (STI-Technik)
voneinander getrennt. Der Isolationsbereich kann mit einem elektrisch
isolierenden Material, wie beispielsweise einem CVD-Oxid (CVD = Chemical
Vapour Deposition) gefüllt
sein. Vorzugsweise werden hierdurch die zwei lateral benachbarten
hochdotierterten vergrabenen Schichten zweier Bipolartransistoren
elektrisch voneinander isoliert. Dieser Isolationsbereich kann beispielsweise
als Full Trench (vollständiger
Graben) oder als Deep Trench (tiefer Graben) ausgeführt sein.
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Ein Full Trench ist ein Graben, beispielsweise
zwischen Bauelementen eines Chips, bei dem das Silizium bis zu den
vergrabenen Schichten geätzt oder
unterbrochen ist, so dass Strompfade zwischen den Bauelementen vollständig unterbrochen
sind. Ein Full Trench kann größere Transistorbereiche
voneinander trennen, wie es auch in einem Artikel von S. Maeda, "Impact of 0,18 μm SOI CMOS
Technology using Hybrid Trench Isolation with High Resistivity Substrat
on Embedded RF/Analog Applications", 2000 Symp. on VLSI Technology – Digest
of Technical Papers (CAT. No. 00CH37104), Seite 154 bis 155 beschrieben
ist.
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Ein Deep Trench wird beispielsweise
in dem Artikel "An
SOI-Based High Performance
Self-Aligned Bipolar Technology Featuring 20 ps Gate-Delay and a
8.6 fJ Power Delay Product" von
E. Bertagnolli et al., 1993, Symp. on VLSI-Technologie, Digest of Technical
Papers (CAT.No. 93CH3303-5), Seite 63 bis 64 beschrieben. Im Gegensatz
zum Full Trench ist der Deep Trench nicht breit genug, um darüber passive
Bauelementen in ihren vollen Abmessungen integrieren zu können. Vielmehr
dient der Deep Trench zur dielektrischen Bauelementeisolation.
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Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden
Erfindung werden nachfolgend bezugnehmend auf die beiliegenden Zeichnungen
im Detail erläutert.
Es zeigen
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1a bis 1d in schematischer Querschnittsansicht
ein erstes erfindungsgemäßes Verfahren zur
Erzeugung einer erfindungsgemäßen Transistorstruktur
mit zwei Kollektorbereichen unterschiedlicher Kollektorweite mittels
selektiver Epitaxie,
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2a bis 2e in schematischer Querschnittsansicht
ein zweites erfindungsgemäßes Verfahren zur
Erzeugung einer Transistorstruktur mit zwei Kollektorbereichen unterschiedlicher
Kollektorweite mittels ganzflächiger
Epitaxie,
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3a bis 3c in schematischer Querschnittsansicht
ein drittes erfindungsgemäßes Verfahren zur
Erzeugung einer Transistorstruktur mit zwei Kollektorbereichen unterschiedlicher
Kollektorweite,
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4 in
schematischer Querschnittsansicht eine alternative Ausgestaltung
zur Erzeugung einer Transistorstruktur mit zwei Kollektorbereichen
unterschiedlicher Kollektorweite mit SOI-Struktur.
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Das anhand der 1a bis 1d im
folgenden beschriebene erste erfindungsgemäße Verfahren zur Erzeugung
einer erfindungsgemäßen Transistorstruktur
mit zwei Kollektorbereichen unterschiedlicher Kollektorweite erfolgt
mittels selektiver Epitaxie.
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In der 1a sind
bereits die, beispielsweise n+-dotierten, vergrabenen
Schichten 5.1 und 5.2 in das Halbleitersubstrat 1 eingebracht
und durch Isolationsbereiche 4, hier als Tiefe Trenche 4 realisiert, voneinander
isoliert worden. Das Halbleitersubstrat 1 besteht z. B.
aus einkristallinem Silizium, das p-dotiert ist.
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Weiterhin sind eine erste Hilfsschicht 6 und eine
zweite Hilfsschicht 7 vorgesehen, die den Isolationsbereich 4 von
dem Halbleitersubstrat 1 und den vergrabenen Schichten 5.1 und 5.2 trennen.
Hierbei grenzt die zweite Hilfsschicht 7 an den Isolationsbereich 4 an
und die erste Hilfsschicht 6 an die zweite Hilfsschicht 7 sowie
an das Halbleitersubstrat 1 und die vergrabenen Schichten 5.1 und 5.2.
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Die zweite Hilfsschicht 7 besteht
vorzugsweise aus einem Material, das beständig gegen Oxidation und selektiv
zu Oxid ätzbar
ist, wie beispielsweise Siliziumnitrid Si3N4. Hierdurch können Seitenwanddefekte vermieden
werden, also Kristallfehler, die an der Grenzfläche zwischen einem dielektrischen
Material und Silizium beim epitaktischen Aufwachsen des Siliziums
entstehen. In einer anderen Variante kann die zweite Hilfsschicht 7 aus
Polysilizium gebildet werden. Die Dicke dieser zweiten Hilfsschicht 7 liegt
im Bereich zwischen 3 nm bis 60 nm. Ein Vorteil dieser dünnen Nitridauskleidung
besteht darin, dass sie die Wand des, beispielsweise mit CVD- Oxid gefüllten, Isolationsbereiches 4 vor
Oxidationen schützt und
so Defektbildungen verhindert.
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Die erste Hilfsschicht 6 besteht
vorzugsweise aus einem Material, welches selektiv zur Schicht 7 ätzbar ist
und große
mechanische Spannungen auf dem Halbleitersubstrat 1 vermeidet,
wie beispielsweise einem Oxid. Weiterhin kann die Hilfsschicht 6 bis zur
Epitaxie die empfindliche Silizium-Oberfläche der vergrabenen Schichten 5.1 und 5.2 vor
Oxidation schützen.
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Die Öffnungen
12 werden
bis zu der zweiten Hilfsschicht
7 in eine STI-Oxidschicht
13 geätzt, die vorzugsweise
ganzflächig
das Halbleitersubstrat
1 mit den darauf befindlichen Hilfsschichten
6 und
7 bedeckt.
Wie aus der
EP 0 600
276 B1 bekannt ist, kann die Ätzung durch anisotropes Trockenätzen erfolgen, das
selektiv auf Siliziumnitrid, und damit auf der zweiten Hilfsschicht
7,
stoppt.
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Im anschließenden Verfahrensschritt gemäß der
1b erfolgt eine laterale
Unterätzung
14 der Hilfsschichten
6 und
7.
Die Unterätzung
14 wird
genauer in der
EP 0
600 276 B1 beschrieben. Da sich Seitenwanddefekte, ausgehend
von den Grenzflächen
zwischen den Hilfsschichten
6 und
7 und der Oberfläche der
vergrabenen Schichten
5.1 und
5.2, bilden und
unter einem Winkel von etwa 52° entlang von
(111)-Kristallflächen,
also beispielsweise entlang der Seitenwand der STI-Oxidschicht,
hochwachsen, kann dieses Wachstum der Seitenwanddefekte durch den Überhang,
der von den Unterätzungen
14 der STI-Oxidschicht
13 gebildeten
wird, unterbrochen werden.
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Im Anschluss wird ein erster Kollektorbereich 2.1 mit
einer Dicke C1 sowie eine Kollektorzone 2.2.1 mit
einer Dicke C3 epitaktisch abgeschieden, wobei der erste Kollektorbereich 2.1 an
die erste vergrabene Schicht 5.1 und die Kollektorzone 2.2.1 an
die zweite vergrabene Schicht 5.2 angrenzt. Die Kol lektorzone 2.2.1 ist
hierbei für
den zweiten Kollektorbereich eines zweiten Bipolartransistors vorgesehen. Die
Dicken C1 und C3 des Kollektorbereiches 2.1 und der Kollektorzone 2.2.1 sind
annähernd
gleich und liegen vorzugsweise zwischen 50 nm und 300 nm.
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Nach Abdeckung des ersten Kollektorbereiches 2.1 mit
einer maskierenden Schicht 8 wird in der 1c auf der Kollektorzone 2.2.1 eine
weitere Kollektorzone 2.2.2 epitaktisch aufgebracht.
Diese Kollektorzone 2.2.2 hat vorzugsweise eine
Dicke C4, die zwischen 100 nm und 200 nm beträgt. Damit liegt die Kollektorweite
C2 des zweiten Kollektorbereiches 2.2, der sich aus den
Kollektorzonen 2.2.1 und 2.2.2 zusammensetzt,
im Bereich zwischen 150 nm und 500 nm.
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Im vorliegenden Beispiel schließt der zweite Kollektorbereich 2.2 auf
annähernd
gleicher Höhe
mit der Oberfläche
der STI-Oxidschicht 13 ab.
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Typischerweise stehen die Kollektorweite
C1 des ersten Kollektorbereiches 2.1 und die Kollektorweite
C2 des zweiten Kollektorbereiches 2.2 zueinander in einem
Verhältnis,
das zwischen 0,05 und 0,9 liegt. Typische Werte liegen bei 100 nm
für die
Kollektorweite C1, sowie 250 nm für die Kollektorweite C2. Durch
die unterschiedlichen Kollektorweiten C1 und C2 der zwei Kollektorbereiche 2.1 und 2.2 auf
demselben Halbleitersubstrat 1 wird erreicht, dass sowohl die
Eigenschaften eines HF-Transistors als auch eines HV-Transistors
optimiert werden.
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Sollen noch größere Unterschiede zwischen den
Kollektorweiten des ersten und zweiten Kollektorbereiches 2.1 und 2.2 erzielt
werden, so wird im Verfahrensschritt der 1b die Kollektorweite C1 und die Dicke
C3 relativ gering gehalten und im darauf folgenden Verfahrensschritt
der 1c die Abscheidung
der Kollektorzone 2.2.2 mit einer zweiten Dicke
C4 entsprechend häufig
wiederholt.
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In der Transistorstruktur der 1d wurde die maskierende
Schicht über
dem Kollektorbereich 2.1 entfernt und Kollektoranschlussbereiche 11 eingefügt. Nach
Auffüllung
mit beispielsweise Wolfram, können
die Kollektoren zur Oberfläche
elektrisch herausgeführt
werden, wodurch die Integration der Transistorstruktur in einen
integrierten Schaltkreis ermöglicht
wird.
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Das anhand der 1a bis 1d beschriebene erfindungsgemäße Verfahren
zur Herstellung einer Transistorstruktur für zwei Bipolartransistoren
mit Hilfe der selektiven Epitaxie ist besonders einfach. Es werden
die verschiedenen Kollektorbereiche in jeweils aufeinanderfolgenden
Epitaxieschritten mit der benötigten
Dicke in der STI-Oxidschicht 13 abgeschieden, wobei der
schon fertig gestellte Kollektorbereich 2.1 durch eine
maskierende Schicht 8 abgedeckt wird, um eine weitere epitaktische
Abschneidung zu verhindern. Die für eine epitaktische Abscheidung
benötigten
Bereiche in der STI-Oxidschicht 13 werden
also jeweils nur für
den entsprechenden Epitaxieschritt geöffnet.
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Auch mit Hilfe von ganzflächiger Epitaxie
ist es möglich,
Kollektorbereiche 2.x mit unterschiedlichen Kollektorweiten
und scharfen Übergängen zu den
hochdotierten vergrabenen Schichten zu realisieren, wie anhand der 2a bis 2e nachfolgend erläutert. Hierbei schließen die
Kollektorbereiche 2.x nach oben planar auf gleicher Höhe mit der
Oberfläche
der STI-Oxidschicht 13 ab, wobei die Dicken D1 und D2 der
vergrabenen Schichten 5.1 und 5.2 variiert werden.
Dieser planare Abschluss ist besonders vorteilhaft, da für anschließende Fotoschritte
(hier nicht beschrieben), mit Strukturgrößen kleiner als 0.35 μm, planare
Oberflächen
benötigt
werden.
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Gemäß der 2a wird über die ganze Fläche des
Halbleitersubstrats 1, in das eine erste Zone 5.1.1 einer
ersten vergrabenen Schicht und eine weitere erste Zone 5.2.1 einer zweiten
vergrabenen Schicht bereits implantiert wurden, eine epitaktische Schicht 9 mit
einer Dicke E1 abgeschieden. Die ersten Zonen 5.1.1 und 5.2.1 sind
vorzugsweise n+-dotiert.
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Im Anschluss wird in 2b in die epitaktische Schicht 9 eine
zweite Zone 5.1.2 der vergrabenen Schicht 5.1 und
eine zweite Zone 5.2.2 der vergrabenen Schicht 5.2 eingebracht,
wobei auch diese zweiten Zonen 5.x.2. n+-dotiert
sind. Die zweite Zone 5.1.2 erstreckt sich hierbei
annähernd über die
Fläche
der ersten Zone 5.1.1, die zweite Zone 5.2.2 der vergrabenen
Schicht 5.2 dagegen lediglich über einen Teilbereich der ersten
Zone 5.2.1 der vergrabenen Schicht 5.2.
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Im darauffolgenden Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens
in der 2c wird eine
zweite epitaktische Schicht 10 ganzflächig über die epitaktische Schicht 9,
sowie die zweiten Zonen 5.x.2 der vergrabenen Schichten 5.1 und 5.2 in
einer Dicke E2 abgeschieden. Hierbei kann diese zweite epitaktische
Schicht 10 aus einer einzigen oder mehreren Abscheidungen
hintereinander resultieren. Durch die Dicke E2 dieser epitaktischen
Schicht 10 kann die Kollektorweite C1 eines ersten Kollektorbereiches festgelegt
werden, wobei die Kollektorweite C1 der Dicke E2 der epitaktischen
Schicht 10 entspricht. Die Kollektorweite C2 des zweiten
Kollektorbereiches entspricht dagegen der Summe der Dicken E1 der epitaktischen
Schicht 9 sowie der Dicke E2 der epitaktischen Schicht 10.
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Die vergrabenen Schichten 5.1 und 5.2 werden
in der 2d über Isolationsbereiche 4,
im vorliegenden Beispiel als tiefe Gräben ausgeführt, voneinander isoliert.
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Anschließend wird in der 2e die STI-Oxidschicht 13 in
die epitaktische Schicht 10 gemäß der 2d geätzt
und vorzugsweise mit STI-Oxid aufgefüllt, wobei Bereiche für den Kollektoranschlussbereich 11 sowie
den ersten und zweiten Kollektorbereich 2.1 und 2.2 frei
gelassen werden. Danach werden die Kollektoranschlussbereiche 11 über den
zweiten Zo nen 5.2.2 und 5.1.2 geätzt, um hierdurch
eine elektrische Anbindung des Kollektors zu ermöglichen.
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Der erste Kollektorbereich 2.1 hat
somit eine erste Kollektorweite C1, der zweite Kollektorbereich eine
größere Kollektorweite
C2. Beide Kollektorbereiche 2.1 und 2.2 schließen planar
mit der Oberfläche der
STI-Oxidschicht 13 ab und besitzen beide scharfe Übergänge zwischen
den stark dotierten Bereichen der vergrabenen Schichten 5.x und
den geringer dotierten Kollektorbereichen 2.x. Hierdurch
erhält die
Transistorstruktur definierte und exakt bestimmbare Eigenschaften.
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Ein weiteres erfindungsgemäßes Verfahren zur
Herstellung einer erfindungsgemäßen Transistorstruktur
mit zwei Kollektorbereichen unterschiedlicher Kollektorweite wird
anhand der 3a bis 3c näher beschrieben.
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In der 3a wird
analog zu der 1b eine Struktur
zur Verfügung
gestellt, mit einem, vorzugsweise p-dotierten, Halbleitersubstrat 1,
einer in das Halbleitersubstrat 1 implantierten ersten
Zone 5.1.1 einer ersten vergrabenen Schicht und einer implantierten
zweiten vergrabenen Schicht 5.2, mit einer Dicke D2, Isolationsbereichen 4,
einer ersten Hilfsschicht 6 und einer zweiten Hilfsschicht 7,
einer STI-Oxidschicht 13 und
den Kollektorzonen 2.1.1 und 2.2.1.
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Wie in der 1b sind in der 3a die Hilfsschichten 6 und 7 unter
die STI-Oxidschicht 13 unterätzt, so dass die Kollektorzonen 2.1.1 und 2.2.1 im
Querschnitt einen stufenförmigen
Verlauf aufweisen. Durch diese Unterätzung 14 zeigt die
STI-Oxidsschicht 13 einen Überhang über einen Teil der Kollektorzonen 2.1.1 und 2.2.1.
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Die Dicke C3 dieser Kollektorzonen 2.1.1 und 2.2.1 kann
zwischen 5nm und 300nm variieren.
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Nach Aufbringen einer maskierenden Schicht 8 auf
den Bereich der Kollektorzone 2.2.1 wird die Kollektorzone 2.1.1,
wie anhand der Pfeile 15 in der 3b gezeigt, derart dotiert, dass sie
die selbe Dotierung wie die erste Zone 5.1.1 der
ersten vergrabenen Schicht 5.1 aufweist. Vorzugsweise ist dies
eine n+-Dotierung. Diese neu gebildete zweite Zone 5.1.2 und
die erste Zone 5.1.1 bilden nun die vergrabene
Schicht 5.1 mit einer Dicke D1 aus.
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Nach Entfernen der maskierenden Schicht 8 wird
in der 3c ein erster
Kollektorbereich 2.1 auf der ersten vergrabenen Schicht 5.1 mit
einer Kollektorweite C1 und auf der Kollektorzone 2.2.1 eine
weitere Kollektorzone 2.2.2 mit einer Dicke C4
epitaktisch abgeschieden. Der zweite Kollektorbereich 2.2 bildet
sich nun aus den beiden Kollektorzonen 2.2.1 und 2.2.2 und
hat eine Kollektorweite C2, die die Summe der Dicken C3 und C4 darstellt.
Beide Kollektorbereiche 2.1 und 2.2 schließen planar
mit der Oberfläche
der STI-Oxidschicht 13 ab.
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Nach Einfügen der Kollektoranschlussbereiche 11 und
Füllen
mit beispielsweise Wolfram ist die Transistorstruktur der 3c für eine Verwendung in Bipolartransistoren
geeignet.
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In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform
der 4 wird zwischen
dem Halbleitersubstrat 1 und den vergrabenen Schichten 5.1 und 5.2 eine
Isolierschicht 3 erzeugt.
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Die Erzeugung der Kollektorbereiche 2.1 und 2.2 mit
unterschiedlichen Kollektorweiten C1 und C2 und scharfen Übergängen zwischen
den Kollektorbereichen und den vergrabenen Schichten kann dem erfindungsgemäßen Verfahren
aus den 3a bis 3c entsprechen. Darüber hinaus
sind auch die erfindungsgemäßen Verfahren,
die anhand der 1a bis 1d und 2a bis 2e erläutert sind,
denkbar.
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Vorzugsweise werden in den erfindungsgemäßen Verfahren
der 1 bis 4 die erste vergrabene Schicht 5.1 und
die zweite vergrabene Schicht 5.2 als gleicher Leitfähigkeitstyp
ausgestaltet. Diese Ausgestaltung ermöglicht die Ausbildung zweier gleichartiger
Transistorstrukturen nebeneinander, also beispielsweise zweier npn-Transistoren
bzw. zweier pnp-Transistoren.
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In einer alternativen Ausführungsform
sind die erste vergrabene Schicht 5.1 und die zweite vergrabene
Schicht 5.2 als unterschiedlichen Leitfähigkeitstypen ausgestaltet.
Hierdurch wird es ermöglicht,
auf demselben Halbleitersubstrat 1 einen npn-Transistor
neben einen pnp-Transistor auszubilden.
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In einer besonders vorteilhaften
Weiterbildung der erfindungsgemäßen Verfahren
werden die Kollektorbereiche mit einem Dotierstoffgradienten ausgebildet,
wobei die Konzentration des Dotierstoffes in horizontaler Richtung
variiert. Diese Weiterbildung ermöglicht es beispielsweise, im
mittleren Kollektorbereich eine erhöhte Dotierstoffkonzentration auszubilden.
Diese Weiterbildung, insbesondere mit einer geringen Dicke des Kollektorbereiches,
verringert die Basis-Kollektor-Raumladungszone
und verringert somit die Kollektortransitzeit. Vor allem bei sehr
kleinen Transistorstrukturen, bei denen der Emitterbereich oberhalb
des Kollektorbereiches zentriert angeordnet ist, ist diese Weiterbildung
besonders vorteilhaft.
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Es versteht sich, dass anstelle der
Deep Trenches auch Full Trenches als Isolationsbereiche 4 verwendet
werden können.
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Insgesamt ermöglichen die erfindungsgemäßen Verfahren,
wie anhand der 1 bis 4 erläutert, die Herstellung von
Transistorstrukturen, mit einem ersten Kollektorbereich 2.1,
mit einer ersten Kollektorweite C1, sowie einem zweiten Kollektorbereich 2.2,
mit einer größeren Kollektorweite
C2, auf demselben Halbleitersubstrat 1, wobei alle Übergänge zwischen unterschiedlich
dotierten Bereichen eine scharfe Grenzfläche aufweisen. Hierbei ist
beispielsweise der erste Kollektorbereich 2.1 für einen
Hochfrequenztransistor mit hohen Grenzfrequenzen fT,
der zweite Kollektorbereich 2.2 für einen Hochvolttransistor
mit erhöhten
Durchbruchspannungen geeignet.
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- 1
- Halbleitersubstrat
- 2.1
- erster
Kollektorbereich
- 2.2
- zweiter
Kollektorbereich
- 2.1.1
- erste
Kollektorzone eines ersten Bipolartransistors
- 2.1.2
- zweite
Kollektorzone eines ersten Bipolartransistors
- 2.2.1
- erste
Kollektorzone eines zweiten Bipolartransistors
- 2.2.2
- zweite
Kollektorzone eines zweiten Bipolartransistors
- 3
- Isolierschicht
- 4
- Isolationsbereich
- 5.1
- erste
vergrabene Schicht
- 5.2
- zweite
vergrabene Schicht
- 5.1.1
- erste
Zone der ersten vergrabenen Schicht 5.1
- 5.1.2
- zweite
Zone der ersten vergrabenen Schicht 5.1
- 5.2.1
- erste
Zone der zweiten vergrabenen Schicht 5.2
- 5.2.2
- zweite
Zone der zweiten vergrabenen Schicht 5.2
- 6
- erste
Hilfsschicht, Oxidschicht
- 7
- zweite
Hilfsschicht, Nitridschicht
- 8
- maskierende
Schicht,
- 9
- epitaktische
Schicht
- 10
- epitaktische
Schicht
- 11
- Kollektoranschlussbereich
- 12
- Öffnungen
- 13
- STI-Oxidschicht
- 14
- Unterätzung
- 15
- Dotierung
- C1
- Kollektorweite
des ersten Kollektorbereichs 2.1
- C2
- Kollektorweite
des zweiten Kollektorbereichs 2.2
- C3
- erste
Dicke der Kollektorzonen 2.2.1 und 2.1.1
- C4
- zweite
Dicke der Kollektorzone 2.2.2
- D1
- Dicke
der vergrabenen Schicht 5.1
- D2
- Dicke
der vergrabenen Schicht 5.2
- D3
- Dicke
der Zone 5.1.2
- E1
- Dicke
der epitaktischen Schicht 9
- E2
- Dicke
der epitaktischen Schicht 10