DE10247130A1 - Verfahren zur Herstellung einer Pleuelstange - Google Patents
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Abstract
Bei einem Verfahren zur Herstellung einer Pleuelstange (1), insbesondere für eine Brennkraftmaschine, wird durch eine erste Honoperation eine, in axialer Richtung der Bohrung (5) des Pleuelauges (4) gesehen, konvexe Form der Mantellinie erzeugt und in einer zweiten Honoperation ein zylindrischer Abschnitt (15) der Mantellinie gefertigt. Alternativ hierzu oder auch zusätzlich kann eine ovale Querschnittsform der Bohrung (5) während der Honoperation erzeugt werden.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Pleuelstange, insbesondere für eine Brennkraftmaschine.
- Die zunehmenden Anforderungen an gewichtsoptimierte Pleuelstangen hinsichtlich mechanischer und thermischer Beanspruchung sowie hoher Laufleistung erfordern eine neue Funktionsgeometrie und eine Verbesserung der Fertigungsqualität, insbesondere bei der Endbearbeitung. Dies betrifft sowohl die anforderungsgerechte Definition der Fertigungstoleranzen als auch die Auswahl geeigneter Fertigungsprozesse. Dabei ist das Arbeitsergebnis nicht nur hinsichtlich der herkömmlichen geometrischen Qualitätsmerkmale von Bedeutung, sondern ebenso gilt die Aufmerksamkeit einer funktionsgerechten Makroform der Pleuelaugen. Für das konventionelle Honverfahren ist die Fertigungsqualität durch die Begriffe Maßtoleranz, Formgenauigkeit und Oberflächengüte definiert. Für die Funktion von Pleuelstangen sind jedoch darüber hinaus die Qualitätsbegriffe Achsparallelität und Verschränkung relevant. Auch die Korrektur von Mittenabständen der Pleuelaugen kann bei entsprechender Auslegung des Verfahrens dem Honen zugeordnet werden. Für die Honbearbeitung kommen unterschiedliche Werk stoffe in Betracht wie beispielweise Gußwerkstoffe, Schmiedestähle, Sinterwerkstoffe, Titanlegierungen oder Kohlefaserwerkstoffe.
- Zur Verschleißverminderung an Pleueln und Kolbenbolzen ist bereits in der
EP 1 167 737 A vorgeschlagen worden, das kleine Pleuelauge so zu gestalten, daß einer mechanischen Belastung des Pleuelauges durch Verformung des Kolbenbolzens unter Last effektiv entgegengewirkt wird. Hierzu wird die stangenseitige Mantellinie des kleinen Pleuelauges wenigstens teilweise derart von einer zylindrischen Form abweichend ausgeformt, daß die Mantellinie der Bohrung an einer jeweiligen den Kolbenbolzen mit Kraft beaufschlagenden Seite einer Außenwand des Kolbenbolzens in unter Last deformiertem Zustand folgt. Durch diese Maßnahme werden Druckspitzen in den äußeren Bereichen der Innenwand vermieden. Der belastete Kolbenbolzen liegt entlang der gesamten Mantellinie in der Bohrung an, welche im Bereich der Kontaktfläche entsprechend der Biegelinie des Bolzens ausgebildet ist. - Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Pleuelstange zu schaffen, bei der der Verschleiß im Bereich des Pleuelauges durch eine verbesserte Ölversorgung weiter reduziert ist.
- Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
- Erfindungsgemäß sind mindestens zwei Honoperationen vorgesehen, wobei durch eine erste Honoperation eine in axialer Richtung der Bohrung des kleinen Pleuelauges gesehen konvexe Form der Mantellinie erzeugt wird und in einer zweiten Honoperation ein zylindrischer Abschnitt der Mantellinie gefertigt wird. Alternativ hierzu oder auch zusätzlich kann die Bohrung des kleinen Pleuelauges eine ovale Querschnittsform aufweisen, die während der Honoperation erzeugt wird.
- In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens wird es als vorteilhaft angesehen, daß die erste Honoperation mit einem Honwerkzeug durchgeführt wird, das Honleisten besitzt, deren Länge erheblich länger ist als zwei Drittel der axialen Länge der Bohrung. Für diese erste Honoperation können Honleisten mit einer Länge von ca. 30 mm bis 40 mm eingesetzt werden. Die zweite Honoperation wird vorzugsweise mit einem Werkzeug durchgeführt, das Honleisten besitzt, deren Länge erheblich kürzer ist als zwei Drittel der axialen Länge der Bohrung, wobei diese Honleisten beispielsweise eine Länge von 6 mm bis 8 mm aufweisen können. Weiter ist es von Vorteil, daß an der höheren Seite des Trapezes die sich an den zylindrischen Abschnitt anschließenden balligen Abschnitte der Mantellinie bis auf 12 μm vorweitig gehont werden.
- In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens wird es als zweckmäßig angesehen, daß während der ersten und der zweiten Honoperation das Pleuelauge verspannt ist und in Längsrichtung der Pleuelstange eine derartige Kraft auf das Pleuelauge wirkt, daß in der Bohrung an den Bereichen der Längsachse lokal ein höherer Materialabtrag erfolgt und nach Beendigung der zweiten Honoperation das Pleuelauge durch elastische Rückverformung eine Öffnung mit ovaler Form bildet. Beim Längsverspannen bleibt die Bewegung in der Ebene zum achsgleichen Ausrichten der Bohrung zum Werkzeug erhalten.
- Für die Bearbeitung von Bohrungen des kleinen Pleuelauges, die oval ausgebildet sind, kann es zweckmäßig sein, zumindest die zweite und ggf. weitere Honoperationen mittels eines Unrundwerkzeugs durchzuführen, dessen Honleisten von einem hydraulischen Aufweitdruck beaufschlagbar sind.
- In zweckmäßiger Ausgestaltung des Pleuels ist im Bereich des Pleuelauges das Ende der Pleuelstange trapezförmig ausgebildet, das heißt, in diesem Bereich ist der Querschnitt trapezförmig, wobei der Abschnitt mit zylindrischer Form sich mindestens annähernd über die Bohrungslänge auf der Schmalseite des Trapezes erstreckt. Somit sind ballige Abschnitte der Mantellinie im wesentlichen auf der gegenüberliegenden Seite der Innenwand vorhanden, das heißt dort, wo das Trapez seine höhere Seite besitzt. Als bevorzugte Ausführung wird angesehen, daß die Länge der Mantellinie auf der höheren Seite des Trapezes etwa 25 mm und auf der Schmalseite etwa 10 mm beträgt.
- Ausführungsbeispiele der Erfindung sind nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
-
1 eine Draufsicht auf eine Pleuelstange mit verspanntem Pleuelauge auf schwimmender Aufspannplatte, -
2 eine Pleuelstange mit trapezförmigem Ende der Pleuelstange am kleinen Pleuelauge im Längsschnitt, -
3 eine schematische Darstellung der Ausführung der ersten Honoperation, -
4 eine schematische Darstellung der Ausführung der zweiten Honoperation, -
5 eine Prinzipdarstellung eines Honwerkzeugs zur Bearbeitung einer zu bearbeitenden ovalen Bohrung. - In
1 ist die Draufsicht auf eine Pleuelstange1 gezeigt, die auf einer Trägerplatte2 , die als schwimmende Aufspannplatte gestaltet ist, zum Zwecke der Endbearbeitung befestigt ist. Die Pleuelstange1 besitzt an einem Ende ein großes Pleuelauge3 und an dem anderen Ende ein kleines Pleuelauge4 mit einer Bohrung5 . Das kleine Pleuelauge4 liegt an einem Spannblock7 an, der mit einer Druckkraft in Richtung des Pfeiles F beaufschlagbar ist. In die Bohrung des großen Pleuelauges3 greift ein Indexierbolzen6 , so daß die Pleuelstange1 dort auch in deren Längsrichtung fixiert ist. Der Spannblock7 hat an der dem kleinen Pleuelauge4 zugewandten Seite eine prismatische Ausnehmung zum seitlichen Halten des Pleuelauges4 . Die Druckkraft wird während der Honbearbeitung des kleinen Pleuelauges4 in den Spannblock7 eingeleitet, so daß sich eine Verformung des kleinen Pleuelauges4 ergibt. - Die
2 zeigt die Pleuelstange1 auf der Trägerplatte2 während der Bearbeitung des kleinen Pleuelauges4 mit einem Honwerkzeug10 . Das Honwerkzeug10 umfaßt mehrere Honsteine11 und ist an der Unterseite der Trägerplatte2 in einem an sich bekannten Führungselement geführt. Wie aus2 ersichtlich ist, besitzt das kleine Pleuelauge4 die Form eines Trapezes, wobei das Pleuelauge gemäß1 in der prismatischen Ausnehmung gehalten und durch den Indexierbolzen6 sowie den Spannblock7 verspannt ist und auf den Spannblock7 die Druckkraft in Richtung des Pfeiles11 wirkt. Da die Honbearbeitung während der Druckbeaufschlagung des kleinen Pleuelauges4 in Längsrichtung L der Pleuelstange1 erfolgt, ergibt sich lokal ein größerer Materialabtrag in den in1 gezeigten Bereichen A, B der Bohrung5 , die der Längsrichtung der Pleuelstange1 entsprechen. Nach Beendigung der Honbearbeitung wird der Spannblock7 nicht länger mit einer Kraft beaufschlagt, so daß der Indexierbolzen6 gelöst und die Pleuelstange1 von der Trägerplatte2 abgenommen werden kann. Da keine Druckkraft mehr auf das Pleuelauge4 wirkt, erfolgt eine elastische Rückstellung des Pleuelauges4 , wodurch die Bohrung in dem Pleuelauge4 eine ovale Form annimmt. - Zur Erzeugung der Kontur der Innenwandung des Pleuelauges
4 wird zunächst eine erste Honoperation mit langen Honleisten8 durchgeführt, wie dies in3 dargestellt ist. Das trapezförmige Pleuelauge4 hat an seiner höheren Seite eine Höhe h1, die in etwa auch der Bohrungslänge der Bohrung5 entspricht. Auf der niederen Seite der Trapezform des Pleuelauges4 beträgt die Bohrungslänge etwa h2. In einem konkreten Ausführungsbeispiel wird als zweckmäßig angesehen, daß bei einer Höhe h1 die erste Honoperation mit einem Honwerkzeug ausgeführt wird, dessen Länge l1 der Honleisten8 ca. 30 mm bis 40 mm beträgt. Damit sind die Honleisten8 wesentlich länger als zwei Drittel der Länge der Bohrung5 und auf diese Weise werden die balligen Innenwände12 ,13 erzeugt. - Die
4 zeigt die Durchführung der zweiten Honoperation unter Verwendung kurzer Honleisten9 , deren Länge l2 wesent lich geringer ist als zwei Drittel der Länge der Bohrung5 und im konkreten Beispiel ca. 6 mm bis 8 mm beträgt. Durch diese zweite Honoperation wird ein mittlerer Abschnitt15 derart bearbeitet, daß sich in diesem Abschnitt15 eine zylindrische Form ergibt, wobei dieser Abschnitt15 der Bohrungslänge an der niederen Seite h2 entspricht. Auf der hohen Seite der Trapezform schließt sich jeweils an den zylindrischen Abschnitt15 ein balliger Abschnitt14 an. - Die
5 zeigt die Bearbeitung einer ovalen Öffnung20 in einem Pleuelauge, das heißt die ovale Form ist bereits vor der zweiten oder folgenden Honbearbeitung gebildet worden. Um bei der Honbearbeitung einen gleichmäßigen Abtrag über den gesamten Umfang der Innenwandung zu erreichen, ist es erforderlich, daß an allen Stellen des Umfangs die gleiche Druckkraft wirkt. Hierzu dient ein Werkzeug, das aus einem Werkzeugträger19 besteht, in dem beispielsweise vier Honleisten16 mit Honsteinen17 angeordnet sind, wobei alle Honleisten16 über ein gemeinsames Drucksystem18 in Wechselwirkung stehen. Dieses Drucksystem18 sorgt dafür, daß bei jedem Drehwinkel des Werkzeugträgers19 gegenüber der ovalen Öffnung20 stets dieselbe Druckkraft auf alle Honleisten16 bzw. Honsteine17 wirkt und damit die Beibehaltung der ovalen Form auch nach dem Honvorgang gewährleistet ist.
Claims (8)
- Verfahren zur Herstellung einer Pleuelstange (
1 ) mit einem kleinen Pleuelauge (4 ) zur Aufnahme eines Kolbenbolzens insbesondere einer Pleuelstange für eine Brennkraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß durch eine erste Honoperation eine in axialer Richtung der Bohrung (5 ) des kleinen Pleuelauges (4 ) gesehen konvexe Form der Mantellinie erzeugt wird und in einer zweiten Honoperation ein zylindrischer Abschnitt (15 ) der Mantellinie gefertigt wird und/oder daß eine ovale Querschnittsform der Bohrung (5 ) während der Honoperation erzeugt wird. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Honoperation mit einem Honwerkzeug durchgeführt wird, das Honleisten (
8 ) besitzt, deren Länge (l1) erheblich länger ist als zwei Drittel der axialen Länge der Bohrung (5 ). - Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Honoperation mit einem Werkzeug durchgeführt wird, das Honleisten (
9 ) be sitzt, deren Länge (l2) erheblich kürzer ist als zwei Drittel der axialen Länge der Bohrung (5 ). - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß während der ersten und der zweiten Honoperation das kleine Pleuelauge (
4 ) eingespannt ist und in Längsrichtung (L) der Pleuelstange (1 ) eine derartige Kraft auf das kleine Pleuelauge (4 ) wirkt, daß in der Bohrung (5 ) an den Bereichen (A, B) der Längsachse lokal ein höherer Materialabtrag erfolgt und nach Beendigung der zweiten Honoperation das Pleuelauge (4 ) durch elastische Rückverformung eine Öffnung mit ovaler Form bildet. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das kleine Pleuelauge (
4 ) durch die erste Honoperation als ovale Öffnung (20 ) ausgestaltet wird und danach die zweite oder weitere Honoperationen erfolgen, wobei zumindest die zweite Honoperation mittels eines Unrundwerkzeugs durchgeführt wird, dessen Honleisten (16 ) von einem hydraulischen Aufweitdruck beaufschlagbar sind. - Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die erste Honoperation Honleisten (
8 ) mit einer Länge von ca. 30 mm bis 40 mm benutzt werden. - Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß für die zweite Honoperation Honleisten (
9 ) mit einer Länge von ca. 6 mm bis 8 mm benutzt werden und mit kurzem Hub gehont wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Ende der Pleuelstange (
1 ) mit dem kleinen Pleuelauge (4 ) mit einem trapezförmigen Querschnitt versehen wird und an der höheren Seite (h1) des Trapezes die sich an den zylindrischen Abschnitt (15 ) anschließenden balligen Abschnitte (14 ) der Mantellinie bis auf 12 μm vorweitig gehont sind.
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