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Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Änderung
eines Parameters für
den Betrieb eines Netzwerks, insbesondere der Slot-Time oder der
Baudrate eines Netzwerks nach der PROFI-BUS-Spezifikation, nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie einen Teilnehmer zur Durchführung des
Verfahrens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 7.
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Ein Netzwerk dient zur Datenübertragung zwischen
verschiedenen Geräten,
die beispielsweise in einer automatisierungstechnischen Anlage an
verschiedenen Orten über
die Anlage verteilt angeordnet sind. Das Netzwerk kann prinzipiell
eine beliebige Topologie aufweisen. Teilnehmer des Netzwerks sind Geräte, die
an der Datenkommunikation im Netzwerk teilnehmen. Ein Beispiel eines
derartigen Netzwerks ist PROFIBUS (process field bus), ein offenes
und in der europäischen
Norm EN 50170, Vol. 2 genormtes Bussystem für die Kommunikation zwischen
Feldgeräten
innerhalb einer automatisierungstechnischen Anlage. In den einzelnen
Geräten
müssen
jedoch bestimmte Parameter gleich sein, damit eine Datenkommunikation
durchgeführt
werden kann. Für
den Betrieb von PROFIBUS wesentliche Parameter sind beispielsweise
die Slot-Time und die Baudrate. In Automatisierungssystemen mit
mehreren vernetzten Geräten
kann es von Zeit zu Zeit erforderlich werden, eine Neuparametrierung
des Netzwerks durchzuführen.
Wird durch diese Neuparametrierung auch der für alle Teilnehmer identische
Parametersatz für
die Steuerung der Datenkommunikation und von diesen Parametern insbesondere
ein wesentlicher Parameter, beispielsweise die Baudrate, geändert, so
kann es zu einer Dauerstörung
des Netzwerks kommen. Diese tritt auf, sobald der erste Teilnehmer
mit neuen Betriebsparametern in den Online-Zustand zurückkehrt,
die restlichen Teilnehmer jedoch noch mit der alten Betriebsparametrierung
arbeiten, so dass in dem genannten Beispiel zwei unterschiedliche
Baudraten auf dem PROFIBUS-Netz kollidieren. Eine Folge davon ist,
dass die zentrale Station die übrigen Teilnehmer
nicht mehr erreichen kann. Die Datenkommunikation innerhalb eines
PROFIBUS-Netzwerks setzt nämlich
zwingend voraus, dass alle Teilnehmer mit der gleichen Übertragungsgeschwindigkeit,
d. h. mit der gleichen Baudrate, den Telegrammverkehr abwickeln.
Unterschiedliche Baudraten führen
zu einer Dauerstörung,
weil keine korrekte Synchronisation der Teilnehmer mehr möglich ist.
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Aus diesem Grund wird für eine Neuprojektierung
der Anlage durch Ändern
wesentlicher Betriebsparameter eine Bedienungsperson benötigt, welche „manuell" bei jedem einzelnen
Teilnehmer die Änderung
der Betriebsparametrierung vornimmt. Dazu müssen alle Teilnehmer nacheinander
in den Offline-Zustand gebracht werden, in welchem sie nicht mehr
am Telegrammverkehr teilnehmen. Anschließend werden sie mit der neuen
Parametrierung konfiguriert. Alle Teilnehmer müssen mit der neuen Betriebsparametrierung
neu anlaufen, um in den Online-Zustand
zurückzukehren.
Erst nachdem alle Teilnehmer auf diese Art die neuen Parameter übernommen
haben, kann der zentrale Teilnehmer weitere Projektierungsinformationen,
beispielsweise Verbindungslisten oder Datensätze, über das nun wieder funktionsfähige Netzwerk
an die einzelnen übrigen Teilnehmer übertragen.
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Aus der
DE 199 39 568 C1 ist ein
Verfahren zur Einstellung einer Datenübertragungsrate in einem Feldbussystem,
insbesondere einem Feldbussystem nach der PROFIBUS-Spezifikation,
mit mehreren Teilnehmern bekannt. Die Datenübertragungsrate wird durch
einen zentralen Teilnehmer in ein Datentelegramm verpackt und über den
Bus an alle Teilnehmer gesendet. Die Teilnehmer empfangen dieses Datentelegramm
und verarbeiten die enthaltenen Nutzdaten derart, dass sie die eingestellte
Datenübertragungsrate
auf den neuen Wert umstellen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zur Änderung
eines Parameters für
den Betrieb eines Netzwerks, insbesondere eines Netzwerks nach der
PROFIBUS-Spezifikation, zu finden, durch welches der bisher große Aufwand
für eine Neuparametrierung
der Teilnehmer verringert wird, sowie einen Teilnehmer zu schaffen,
der zur Durchführung
des Verfahrens geeignet ist.
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Zur Lösung dieser Aufgabe weist das
neue Verfahren der eingangs genannten Art die im kennzeichnenden
Teil des An spruchs 1 angegebenen Verfahrensschritte auf. Besonders
vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens sind in den abhängigen Ansprüchen, ein
zur Durchführung
des Verfahrens geeigneter Teilnehmer ist im Anspruch 7 beschrieben.
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Die Erfindung hat den Vorteil, dass
für den Betrieb
des Netzwerks wesentliche Parameter bei lediglich kurzer Unterbrechung
des Datenverkehrs, also quasi online, verändert werden können. Aufwendige
manuelle Eingriffe bei den einzelnen Netzwerkteilnehmern sind dabei
nicht erforderlich. Damit wird die Neuprojektierung eines Netzwerks
mit geänderten
Betriebsparametern wesentlich vereinfacht, insbesondere bei hohen
Teilnehmerzahlen und einer großen
Ausdehnung des Netzwerks. Insbesondere bei einem PROFIBUS-Netzwerk
können
die Baudrate oder die Slot-Time verändert werden, ohne dass hierzu
manuelle Eingriffe bei den einzelnen Teilnehmern erforderlich wären. Der
dazu erforderliche zeitliche wie personelle Aufwand wird somit erheblich verringert.
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Fehler bei der Änderung der Betriebsparametrierung
werden in vorteilhafter Weise erkannt, wenn der zentrale Teilnehmer
nach Rückkehr
in den Online-Zustand durch ein Abfragetelegramm prüft, ob alle übrigen Teilnehmer
mit der neuen Betriebsparametrierung in den Online-Zustand zurückgekehrt sind.
Dadurch können
geeignete Maßnahmen
zur Fehlerbehebung ergriffen werden.
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Vorteilhaft kann das Verfahren fehlertolerant ausgeführt werden,
wenn der zentrale Teilnehmer im Gutfall, d. h. wenn alle übrigen Teilnehmer
mit der neuen Betriebsparametrierung in den Online-Zustand zurückgekehrt
sind, ein Bestätigungstelegramm
zur Mitteilung einer korrekt erfolgten Parametrierung an die übrigen Teilnehmer
sendet. Im Fehlerfall, d. h. wenn zumindest einer der übrigen Teilnehmer
nicht mit der neuen Betriebsparametrierung in den Online-Zustand
zurückgekehrt
ist, sendet der zentrale Teilnehmer kein derartiges Bestätigungstelegramm
an die übrigen
Teilnehmer. Wenn die übrigen
Teilnehmer innerhalb einer gewissen Zeitspanne kein Bestätigungstelegramm
empfangen haben, wird dies als ein Fehler bei der Neuprojektierung
des Netzwerks erkannt und sie gehen in den Offline-Zustand über, übernehmen
wieder die alten Betriebsparameter und kehren danach wieder in den
Online-Zustand zurück.
Es wird somit wieder der ursprüngliche Zustand
des Netzwerks vor Beginn des Verfahrens eingestellt. Dadurch wird
sichergestellt, dass keine Dauerstörung auftritt und somit die
Bedienbarkeit der Anlage auf jeden Fall erhalten bleibt. Dieses
Verhalten ist insbesondere bei einer Anwendung des Verfahrens in
automatisierungstechnischen Anlager von großer Bedeutung, da ein durch
Kommunikationsstörungen
verursachter Anlagenstillstand mit erheblichen Kosten verbunden
wäre.
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Wenn die übrigen Teilnehmer den Empfang eines
von dem zentralen Teilnehmer gesendeten Bestätigungstelegramms quittieren,
so hat dies den Vorteil, dass eine zusätzliche Prüfung der Datenkommunikation über das
Netzwerk mit den neuen Betriebsparametern erfolgt, da auf diese
Weise alle Teilnehmer zumindest einmal ein Telegramm gesendet und empfangen
haben.
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Das Verfahren arbeitet besonders
schnell, wenn das Aufforde rungstelegramm als so genanntes Broadcast-Telegramm
vom zentralen Teilnehmer gleichzeitig an alle übrigen Teilnehmer gesendet wird.
Die Übernahme
der neuen Betriebsparametrierung erfolgt damit bei allen Parametern
gleichzeitig.
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Alternativ dazu kann das Aufforderungstelegramm
ein an jeden einzelnen übrigen
Teilnehmer adressiertes, quittiertes Telegramm sein. In diesem Fall
wird nacheinander an jeden der übrigen
Teilnehmer jeweils ein derartiges Aufforderungstelegramm gesendet.
Durch den Quittungsbetrieb des Telegramm verkehrs erfolgt eine Rückmeldung
der einzelnen angesprochenen Teilnehmer und es wird eine bessere
Betriebssicherheit erreicht.
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Anhand der Zeichnungen, in denen
ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung dargestellt ist, werden im Folgenden die Erfindung
sowie Ausgestaltungen und Vorteile näher erläutert.
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Es zeigen:
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1 ein
Netzwerk mit mehreren Teilnehmern,
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2 ein
Ablaufdiagramm des Verfahrens für
einen zentralen Teilnehmer und
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3 ein
Ablaufdiagramm des Verfahrens für
einen der übrigen
Teilnehmer.
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Gemäß 1 sind Teilnehmer 1...5 in einem Netzwerk
zur Datenkommunikation miteinander verbunden. Dazu weisen die Teilnehmer 1...5 jeweils eine
Busanschaltung auf, an welche eine Busleitung 6 angeschlossen
ist. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel
handelt es sich bei Teilnehmer 1 um ein Automatisierungsgerät, bei den
Teilnehmern 2...5 um Feldgeräte einer automatisierungstechnischen
Anlage. Das Netzwerk genügt
der PROFIBUS-Spezifikation. Der Teilnehmer 1 hat die Funktion
eines zentralen Teilnehmers, welcher das Verfahren zur Änderung
der Betriebsparametrierung der Teilnehmer 1...5 initiiert.
Die Teilnehmer 2...5 werden als übrige Teilnehmer bezeichnet.
Für die
Dauer des Verfahrens wird diese Funktionsaufteilung beibehalten.
Danach kann sie jedoch geändert
werden. In der folgenden Beschreibung des Verfahrens wird davon
ausgegangen, dass lediglich der Teilnehmer 1 Zugriff auf
eine Anlagenprojektierung besitzt und eine Neuparametrierung der
Teilnehmer 1...5 einleitet. Soll eine Änderung der Betriebsparameter
vorgenommen werden, prüft
der zentrale Teilnehmer 1 zunächst, ob durch die Änderung
der Projektierung auch der aktuell eingestellte, für alle Teilnehmer 1...5 einheitliche
Satz von Netzwerkparametern verändert
wird. Werden durch die Neuprojektierung elementare, d. h. für den Betrieb
wesentliche Parameter, beispielsweise die Baudrate, geändert, so
wird hierzu das im Folgenden näher
beschriebene Verfahren zur Änderung
eines Parameters für
den Betrieb des Netzwerks angewandt.
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Zur näheren Erläuterung des Verfahrens sind
in den 2 und 3 Diagramme des prinzipiellen Verfahrensablaufs
für den
zentralen Teilnehmer 1 bzw. exemplarisch für Teilnehmer 2 als
einen der übrigen
Teilnehmer 2...5 dargestellt. Das Verfahren beginnt in
beiden Fällen
bei „Start". Zur Ermöglichung einer
späteren
Erkennung von Fehlern beim Verfahrensablauf wird zunächst durch
den zentralen Teilnehmer 1 eine erste, so genannte Life-List
erstellt. Hierzu wird vom PROFIBUS ein FDL(field data link)-Dienst
angeboten, welcher eine aktuelle Liste der im Netzwerk befindlichen,
funktionsfähigen
Teilnehmer liefert. Das Erstellen der ersten Life-List erfolgt in
einem in 2 dargestellten
Schritt 20. Danach sendet der zentrale Teilnehmer 1 in
einem Schritt 21 ein Aufforderungstelegramm T1 an die übrigen Teilnehmer 2...5.
Durch dieses Telegramm T1 wird beispielsweise dem Teilnehmer 2 mitgeteilt, dass
eine neue Betriebsparametrierung des Netzwerks eingestellt werden
soll. Gleichzeitig werden die Betriebsparameter übergeben. Nach Empfang eines Telegramms
T in Schritt 39 wertet der Teilnehmer 2 in einer Abfrage 40 das
empfangene Telegramm aus, ob es sich um ein Aufforderungstelegramm
T1 zur Parameteränderung
handelt. Falls ein Aufforderungstelegramm T1 empfangen wurde, beginnt
das eigentliche Verfahren und der Teilnehmer 2 geht in
einem Schritt 31 in einen Offline-Zustand über, in welchem er nicht an
dem Datenverkehr des Netzwerks teilnimmt. Andernfalls führt er in
einem Schritt 42 andere Aktionen des Normalbetriebs gemäß der jeweiligen
Applikation durch, die für
das hier beschriebene Verfahren jedoch ohne weitere Bedeutung sind. Nach
einer kurzen Wartezeit, um allen übrigen Teilnehmern 2...5 genügend Zeit
zu geben, in den Online-Zustand zu wechseln, fertigt der zentrale
Teilnehmer 1 in einem Schritt 22 eine zweite Life-List
an, die, wenn alle übrigen
Teilnehmer 2...5 das Verfahren unterstützen, leer ist. In einer Abfrage 23 wird
also überprüft, ob sich
der zentrale Teilnehmer 1 alleine am Netzwerk befindet.
Ist dies nicht der Fall, so bricht der zentrale Teilnehmer 1 an
dieser Stelle das Verfahren ab und behält die alte Betriebsparametrierung,
welche vor Beginn des Verfahrens herrschte, bei. Die gewünschte Änderung
der Betriebsparametrierung muss dann mit großem Aufwand auf die bereits
bekannte Weise durchgeführt
werden.
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Das beschriebene Erstellen einer
zweiten Life-List und der Vergleich dieser Life-List mit der zu Beginn
erstellten ersten Life-List sind selbstverständlich nur erforderlich, wenn
nicht von vornherein sichergestellt werden kann, dass alle Teilnehmer
das Verfahren unterstützen.
Andernfalls können
diese Schritte optional auch entfallen.
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Es besteht zudem die Möglichkeit,
die Schritte 22 und 23, welche dazu dienen, die übrigen Teilnehmer abzufragen,
ob sie das Verfahren zur Parameteränderung unterstützen, durch
eine Alternative zu ersetzen. Beispielsweise könnte der zentrale Teilnehmer
ein Multicast-Telegramm versenden und mit diesem alle übrigen Teilnehmer
auffordern, ein Datentelegramm zurückzusenden. Die Daten dieses Antworttelegramms
könnten
dann die Busadresse des jeweils antwortenden Teilnehmers und einen Code
zur Kennzeichnung, ob dieser das Verfahren unterstützt, enthalten.
Diese Alternative hätte
jedoch den Nachteil, dass eine der Zahl der übrigen Teilnehmer entsprechende
Anzahl von Antworttelegrammen über
das Netz übertragen
und ausgewertet werden müsste.
Damit wäre
je nach Größe des Netzwerks ein
erheblicher Zeitaufwand verbunden.
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Nach der Überprüfung der zweiten Life-List in
der Abfrage 23 wechselt auch der zentrale Teilnehmer 1 in
einem Schritt 24 in den Offline-Zustand, in dem er so lange verbleibt,
bis eine vorgebbare Mindestdauer, dargestellt als Verzögerung 25,
vergangen ist. Der Teilnehmer 2 verharrt ebenfalls für eine vorgebbare
Mindestdauer im Offline-Zustand, wie es in 3 durch eine Verzögerung 43 veranschaulicht wird.
Durch diese Zeitvorgaben wird der Tatsache Rechnung getragen, dass
die Teilnehmer 1...5 am Netzwerk wegen unterschiedlichen
Geräteverhaltens oder
voneinander abweichenden Ablaufumgebungen verschieden schnell reagieren.
Die Wartezeit richtet sich nach dem langsamsten dieser Teilnehmer.
Sie muss nicht in allen Teilnehmern gleich groß sein, ist jedoch so zu wählen, dass
auf jeden Fall alle Teilnehmer des Netzwerks in den Offline-Zustand übergehen
können,
bevor irgendein anderer Teilnehmer mit neuer Betriebsparametrierung
in den Online-Zustand zurückkehrt.
Die Zeitmessung der Wartezeit kann beispielsweise im Teilnehmer 1 mit
dem Senden des Telegramms T1, in den Teilnehmern 2...5 mit
dessen Empfang gestartet werden.
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Nach Ablauf der Mindestdauer kehren
die Teilnehmer mit einer neuen Betriebsparametrierung in den Online-Zustand
zurück.
Dies geschieht in 2 für den zentralen
Teilnehmer 1 in einem Schritt 26 und in 3 für
Teilnehmer 2 in einem Schritt 44.
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Zu diesem Zeitpunkt ist der Kern
des Verfahrens zur Änderung
der Betriebsparametrierung der Netzwerkteilnehmer bereits abgeschlossen.
Die folgenden Schritte dienen einer Fehlererkennung und Fehlerbehandlung,
die zu einer Erhöhung
der Betriebssicherheit des Verfahrens durchgeführt werden können.
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In einem Schritt 27 in 2 erstellt der zentrale
Teilnehmer 1 anschließend
eine dritte Life-List derjenigen Teilnehmer, die mit der neuen Betriebsparametrierung
erfolgreich in den Online-Zustand zurückgekehrt sind. Durch geeignete
Vorgabe der zuvor erwähnten
Mindestdauer oder durch eine zusätzliche
Wartezeit des zentralen Teilnehmers 1 kann in einfacher
Weise sichergestellt werden, dass die übrigen Teilnehmer 2...5 genügend Zeit
hatten, mit der neuen Betriebsparametrierung in den Online-Zustand
zurückzukehren.
In einer Abfrage 28 wird die dritte Life-List mit der zu
Beginn des Verfahrens erstellten ersten Life-List verglichen. Ist
der Inhalt beider Listen gleich, so sendet der zentrale Teilnehmer 1 in
einem Schritt 29 ein Bestätigungstelegramm
T2 an die übrigen
Teilnehmer 2...5 zur Mitteilung, dass die Parameteränderung
erfolgreich durchgeführt wurde.
Durch eine Ab frage 45 in 3 wartet
der Teilnehmer 2 eine vorgegebene Mindestdauer ab. Falls
ja, so endet das Verfahren für
den Teilnehmer 2 mit erfolgreicher Einstellung der neuen
Betriebsparametrierung. Wird dagegen kein Bestätigungstelegramm innerhalb
dieser Mindestdauer empfangen, d. h. wurde die Abfrage 45 mit
ja beantwortet, so geht der Teilnehmer 2 in einem Schritt
47 erneut in den Offline-Zustand über, übernimmt erneut die alten Betriebsparameter
und kehrt mit der alten Betriebsparametrierung wieder in den Online-Zustand
zurück. Das
Verfahren ist mit der Wiederherstellung des ursprünglichen
Zustands beendet.
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Wenn die Abfrage 28 in 2 ergab, dass die dritte
Life-List von der
ersten Life-List abweicht, hat zumindest einer der übrigen Teilnehmer 2...5 die Neuparametrierung
nicht korrekt durchgeführt
und die zentrale Station 1 geht in einem Schritt 30 erneut in
den Offline-Zustand über.
Erst nach Ablauf einer weiteren vorgegebenen Mindestdauer in einer
Verzögerung 31 kehrt
der zentrale Teilnehmer 1 mit der ursprünglichen Betriebsparametrierung
in den Online-Zustand zurück
und das Verfahren wird abgebrochen. Durch geeignete Vorgabe der
Wartezeit vor erneuter Rückkehr
in den Online-Zustand wird sichergestellt, dass die übrigen Teilnehmer 2...5 das
Ausbleiben des Bestätigungstelegramms
T2 erkannt haben und in den Offline-Zustand übergegangen sind. Es befinden
sich somit zu keinem Zeitpunkt Teilnehmer mit verschiedenen Betriebsparametrierungen gleichzeitig
im Online-Zustand.
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In vorteilhafter Weise handelt es
sich bei dem Bestätigungstelegramm
T2 um ein quittiertes Telegramm, dessen Empfang dem zentralen Teilnehmer 1 durch
die übrigen
Teilnehmer 2...5 durch ein Antworttelegramm angezeigt wird.
Damit ist nach Abschluss des Verfahrens eine funktionierende Kommunikation
sichergestellt, da alle Teilnehmer mit der neuen Betriebsparametrierung
sowohl Telegramme gesendet als auch Telegramme empfangen haben. Das
Erstellen der dritten Life-List in Schritt 27 und die Überprüfung dieser
Life-List in Schritt 28 der 2 dient
zur Überprüfung, ob
alle übrigen
Teilnehmer 2...5 mit der neuen Betriebsparametrierung in
den Online-Zustand
zurückgekehrt
sind. Zum selben Zweck könnte
selbstverständlich
der zentrale Teilnehmer 1 alternativ hierzu nach Rückkehr in
den Online-Zustand ein Abfragetelegramm an die übrigen Teilnehmer 2...5 senden.
Das beschriebene Ausführungsbeispiel
mit Erstellen der dritten Life-List hat jedoch den Vorteil eines
geringeren Aufwands, da ein vorhandener FDL-Dienst der PROFIBUS-Spezifikation
angewendet wird. Dieser Dienst basiert selbstverständlich auf
einer Abfrage der übrigen
Teilnehmer durch ein Abfragetelegramm.
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Das in Schritt 21 gemäß Ablauf
in 2 durch den zentralen
Teilnehmer 1 gesendete Aufforderungstelegramm T1 kann als
unquittiertes PROFIBUS-Broadcast-Telegramm gleichzeitig an alle übrigen Teilnehmer 2...5 gesendet
werden. Das Senden kann optional aus Sicherheitsgründen mehrfach
erfolgen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass es von allen übrigen Teilnehmern 2...5 empfangen wird.
Der Vorteil dieser Variante liegt darin, dass die Umschaltung auf
die Neuparametrierung gleichzeitig eingeleitet wird und schnell
erfolgt.
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In einer anderen Variante kann der
zentrale Teilnehmer 1 Aufforderungstelegramme T1 der Reihe nach
an alle übrigen
Teilnehmer 2...5 als quittierte PROFIBUS-Telegramme senden.
Der Vorteil dieser Variante ist darin zu sehen, dass durch das Quittungstelegramm
eine Rückmeldung.
der angesprochenen Teilnehmer erfolgt.
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Die Vorteile des Verfahrens werden
im Folgenden noch einmal zusammengefasst:
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- – Das
Verfahren wird von einem zentralen Teilnehmer angestoßen. Wenn
dieser Zugriff auf die Netzwerkprojektierung hat, kann eine geänderte Projektierung
in einfacher Weise in eine neue Betriebsparametrierung der Teilnehmer
des Netzwerks umgesetzt werden.
- – Alle übrigen Teilnehmer
können
auf Initiative des zentralen Teilnehmers eine Neuparametrierung erfahren.
- – Das
Verfahren kann fehlertolerant ausgeführt werden: In einem Fehlerfall,
z. B. wenn eine neue Baudrate bei zu hohen Entfernungen zwischen den
einzelnen Teilnehmern nicht funktionsfähig ist, wechseln die Teilnehmer
wieder auf die ursprüngliche
Einstellung zurück.
Dadurch bleibt eine automatisierungstechnische Anlage weiterhin
bedienbar.
- – Das
Problem einer Dauerstörung
der Kommunikation in einer automatisierungstechnischen Anlage wird
ausgeschlossen.
- – Für die Realisierung
des Verfahrens können
im Wesentlichen in der PROFIBUS-Spezifikation vorhandene Layer-2- und Layer-4-Kommunikationsmechanismen,
z. B. Transportverbindungen und Erstellen einer Life-List, verwendet
werden. Es müssen
nur wenige neue Mechanismen implementiert werden.
- – Der
zentrale Teilnehmer kann im Fehlerfall Informationen darüber liefern,
welche übrigen
Teilnehmer nicht korrekt die Neuparametrierung übernommen haben. Dadurch lässt sich
die Fehlerursache leicht eingrenzen.
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In Abhängigkeit der Art und der Anzahl
der Teilnehmer sowie der aktuellen und der neuen Betriebsparametrierung
können
die jeweiligen Wartezeiten von einer Projektiereinrichtung berechnet
werden. Danach können
die Wartezeiten den einzelnen Teilnehmern über Telegramme mitgeteilt werden,
bevor das Verfahren gestartet wird. Alternativ können die Wartezeiten standardmäßig bei
jedem Teilnehmer vordefiniert sein und vor jedem Start des Verfahrens
der Projektiereinrichtung in Telegrammen zur Überprüfung mitgeteilt werden. Dadurch
ist eine flexible Auslegung der Wartezeiten möglich bzw. es wird eine Erhöhung der
Betriebssicherheit erreicht.