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Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Ermittlung von Signaldegradationen in Anwesenheit von Signalverzerrungen
nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 und zwei Anordnungen
nach den Oberbegriffen der Patentansprüche 18 und 22.
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Die Bestimmung der optischen Signalqualität sowie
der Ursachen von Signalstörungen
vorzugsweise in WDM-Netzwerken (WDM = Wavelength Division Multiplex)
der nächsten
Generation ist von großer
Bedeutung für
den Betrieb optischer Netze. So muss beispielsweise die Qualität von einzelnen
Kanälen
eines übertragenen
WDM-Signals gemessen werden, um eine sogenannte Preemphase bzw.
eine Verkippung der Leistungspegel der optischen Kanäle zu steuern
und somit die Systemperformance zu optimieren. Zur Problemvermeidung
und -beseitigung müssen
auftretende Fehler lokalisiert und ihre Ursache schnell bestimmt
werden. Die Aufgabe der Signalqualitäts- und Fehlerursachenbestimmung
ist ein zentrales und bislang nicht gelöstes Problem in optischen Netzwerken
der nächsten
Generation.
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Eine derzeit verwendete Methode zur
Bestimmung der Signalqualität
ist die Messung der Signal-Rauschabstände OSNR (Optical Signal-to-Noise Ratio)
mittels eines optischen Spektrumsanalysators OSA (Optical Spectrum
Analyzer). Hierzu wird das Verhältnis
zwischen Signalleistung und Rauschpegel seitlich neben der Signalfrequenz
eines Kanals berechnet. Implizit geht man dabei davon aus, dass
die Rauschpegel bei und direkt neben der Signalwellenlänge des
Kanals gleich sind Bei diesem Verfahren treten jedoch gleich mehrere
Probleme auf.
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Bei Verwendung von optischen Filtern
(z.B. Multiplexer oder Demultiplexer, Interleaver, Einzelkanalfilter)
in „Optical
Add-Drop Multiplexern" OADM oder „Optischen
Crossconnects" OXC,
wie sie in heutigen Systemen zunehmend vorhanden sind, ist die Annahme,
dass die gemessenen Rauschpegel neben und bei der Signalwellenlänge gleich
sind, nicht mehr zulässig.
Dies gilt ebenso, wenn ein zu geringer Wellenlängenabstand benachbarter Kanäle zu einer Überlappung
der Signalflanken führt.
Des weiteren können
durch spektrale Verbreiterung z.B. durch Selbstphasenmodulation
SPM, Kreuzphasenmodulation XPM, oder Datenratenüberhöhung bei Signalen mit „Forward
Error Correction" FEC
die Messergebnisse verfälschen
werden.
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Die derzeitige Messmethode der Signal-Rauschabstände OSNR
mittels optischer Spektrumsanalyse erfasst zudem keine Signalverschlechterungen,
die durch nichtlineare Effekte wie Selbstphasenmodulation SPM, Kreuzphasenmodulation XPM,
stimulierte Ramanstreuung SRS, Vierwellenmischung FWM, bzw. durch Übersprechen
oder Dispersion GVD hervorgerufen werden.
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Eine alternative Methode zur Bestimmung des
OSNR nutzt die unterschiedlichen Polarisationseigenschaften von
Signal und Verstärkerrauschen (ASE)
aus. Dies Methode („Polarisation
Nulling") basiert
auf der Bestimmung des Verhältnisses
zwischen polarisiertem Signal und unpolarisiertem Rauschen.
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Die Bestimmung der Signalqualität mit Hilfe eines
gemessenen optischen Spektrums ist aus den oben genannten Gründen nicht
mehr ausreichend für optische
Datenübertragungssysteme.
Andere Verfahren besitzen eine deutlich bessere Aussagekraft über die
Signalqualität.
Ein zu nennendes Beispiel wäre
hier die Methode der Q-Messung, bei der ein zweiter Entscheider
in seiner Entscheiderschwelle gegen die Entscheiderschwelle des
Referenzentscheiders verschoben wird. Trägt man die Bitfehlerrate über der
verstimmten Entscheiderschwelle auf, so kann man unter Annahme von
gaussartigem Rauschen die optimale Bitfehlerrate bestimmen. Bei
bekannter Bitsequenz kann man zudem aus dem direkten Vergleich von
gesendetem und empfangenem Bitmuster die Bitfehlerrate bestimmen.
Bei Systemen mit „Forward
Error Correction" FEC
oder „Enhanced Forward
Error Correction" EFEC
können
die korrigierten Bits als Maß für die Signalqualität herangezogen
werden.
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Bei Aufnahme von Augendiagrammen
zur Bestimmung der Signalqualität
werden mit Hilfe einer schnellen Photodiode die Leistungspegel des
optischen Signals oder eines seiner Kanäle synchron abgetastet. Eine
variable Verzögerungsleitung
sorgt dafür,
dass nicht nur in der Bitmitte sondern auch links und rechts von
dieser gemessen werden kann. Man erhält auf diese Weise die Überlagerungen
der Leistungspegelverläufe
vieler Bits in einem Diagramm. Je größer die innere Öffnung,
das sogenannte Auge, ist, desto besser kann ein Entscheider im Empfänger zwischen
gesendeten „Nullen" und „Einsen" unterscheiden und
desto fehlerfreier ist die Signalübertragung. Beim EAS (Electrical
Amplitude Sampling) wird die Häufigkeitsverteilung
der Amplitudenwerte der empfangenen „Nullen" und „Einsen" gemessen und hieraus die Signalqualität bestimmt
werden. Im synchronen Fall geschieht dieses stets zu einem festen Abtastzeitpunkt.
Dieser liegt meist in der Bitmitte.
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Aussagen über die Signalqualität kann man ausgehend
von gemessenen Amplitudenhistogrammen aus Breite und Lage der Maxima
oder im Augendiagramm aus der Augenöffnung erhalten. Bei Störungen hervorgerufen
durch Rauschen oder rauschartige Effekte verbreitern sich die Verteilungen der „Nullen" und der „Einsen" im Amplitudenhistogramm
und der freie Bereich im Augendiagramm verringert sich. Signalverschlechterungen
hervorgerufen durch Rauscheffekte können nicht kompensiert werden.
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Die bloße Bestimmung der Signalqualität reicht
jedoch zur Erkennung der Fehlerursachen nicht aus. Es müssen Aussagen über den
Ursprung eventueller Signalverschlechterungen getroffen werden.
In zukünftigen
optischen Übertragungsnetzen werden
Signalkanäle
unterschiedlicher Herkunft an Knotenpunkten wie bei schon erwähnten OADMs oder
OXCs zusammen geschaltet und über
eine gemeinsame Faser weiter übertragen.
Da die verschiedenen Kanäle
unterschiedliche Historien bezüglich ihrer
erlittenen Signalverschlechterungen besitzen, kann zur Bestimmung
der Störquelle
nicht die Gesamtheit der Signalkanäle betrachtet werden. Es ist vielmehr
sinnvoll Informationen über
die Qualität
und eventuelle Störursachen
eines Datenkanals direkt aus Messungen, die an dem zu betrachtenden
Kanal durchgeführt
wurden, zu extrahieren. Es wird vorgeschlagen, ein adaptives optisches
Filter zur Minimierung der Signalverzerrungen zu benutzen. Aus „An Adaptive
Optical Equalizer Concept for Single Channel Distortion Compensation", M. Bohn et al.,
ECOC 2001, Amsterdam, MO.F.2.3 ist eine Anordnung bekannt, bei der
mittels einer Einstellung von Durchlasseigenschaften eines adaptiven
optischen Filters eine Entzerrung eines optischen Signals bei Dispersion
GVD, Selbstphasenmodulation SPM und Polarisationsmodendispersion
PMD ermöglicht
wird. Anhand von Simulationen wird die Augenöffnung des gemessenen verzerrten
Signals nach Durchlass in das adaptive optische Filter als FIR-Filter
(FIR = Finite Impulse Response) bis zur 10. Ordnung und für unterschiedliche
Bandbreite FSR (Free Spectral Range) zur Phasenverzögerung berechnet.
Durch eine passende Einstellung des adaptiven optischen Filters
wird gezeigt, dass eine effektive Kompensation der Signalverzerrungen
zur Einebnung der Signalqualität
eines Kanals erreicht wird.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein
Verfahren und dementsprechende Anordnungen anzugeben, bei denen
mittels eines adaptiven optischen Filters Aussagen über wesentliche
Ursachen von Signaldegradationen sowie die Signalqualität eines übertragenen
optischen Signals geliefert werden.
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Eine Lösung der Aufgabe erfolgt hinsichtlich ihres
Verfahrensaspekts durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und hinsichtlich ihres Anordnungsaspekts durch zwei Anordnungen mit
den Merkmalen der Patentansprüche
18 und 22.
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Erfindungsgemäß werden vordefinierte Durchlasseigenschaften
des adaptiven optischen Filters eingestellt, die jeweils einen Einfluss
auf eine oder mehrere Signalverzerrungen haben.
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Eine oder mehrere Messungen eines
oder mehrerer Qualitätsparameter
werden am Ausgang des adaptiven optischen Filters durchgeführt. Damit kann
eine Aussage gemacht werden, durch welche wesentlichen signalbeeinflussenden
Effekte das gemessene Signal beeinträchtigt ist. Hier wird zwischen deterministischen
Signalverzerrungen und rauschartigen Störungen unterschieden. Das adaptive
Filter kann nur deterministische Signalverzerrungen beeinflussen,
d. h. z.B. alle Verzerrungen wegkompensieren oder nur Dispersion
entzerren. Ferner können Kompensationen
des optischen Signals durch optimierte Einstellungen des adaptiven
optischen Filters durchgeführt
werden. Dieser Aspekt wurde schon im Stand der Technik erläutert. Es
können
trotzdem damit auch nach dem Ausschlussprinzip Aussagen über die
rauschartigen Störungen
gemacht werden. Wenn z. B. die Signal-Rauschabstände OSNR zusätzlich hinter
dem adaptiven optischen Filter gemessen werden (z.B. mit Polarization
Nulling oder mit einem optischen Spektrumanalysator oder bei Amplitudenssampling),
dann können
ebenfalls verschiedene rauschartige Störungen (z.B. ASE, FWM, XPM,
etc) unterschieden werden.
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Weitere – eventuell kombinierte – Qualitätsparameter
können
verwendet werden. Hauptsache ist es, dass der gewählte Qualitätsparameter
eine Aussage über
Signalverzerrungen oder über
rauschartige Störungen
oder über
beides liefert.
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Bei breitbandigen optischen Signalen
wie in typischen WDM-Übertragungssystemen
wird ein spektraler Anteil z. B. bei einer Kanalwellenlänge vor dem
Einspeisen des Signals in das adaptive optische Filter isoliert.
In vorteilhafter Weise wird dem adaptiven optischen Filter lediglich
eine schnelle Fotodiode mit einem nachgeschalteten Modul zur Messung
des Qualitätsparameters
nachgeschaltet. Die Fotodiode kann auch im Modul zur Messung des
Qualitätsparameters
integriert werden. Bei verschiedenen Einstellungen der Durchlasseigenschaften
des adaptiven optischen Filters werden mehrere Werte des Qualitätsparameters
gespeichert und mit dem Wert des Qualitätsparameters bei vollem Durchlass
des adaptiven optischen Filters verglichen. Somit erhält man ein
Maß der
Beeinträchtigung
des optischen Signals bezüglich
einer Signalstörung.
Die Verwendung des adaptiven Filters in der optischen Domäne ist vorteilhaft,
da die Signalbeeinflussung noch vor der Fotodiode (und damit vor
dem Verlust der Phaseninformation) stattfindet und einzelne Effekte
so leichter bestimmt werden können.
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Gewählte Einstellungen der Durchlasseigenschaften
des adaptiven optischen Filters können gleichzeitig einen gemeinsamen
Einfluss auf mehr als eine Signalverzerrung haben. Deshalb werden auch
Gruppen von Messungen bei unterschiedlichen Einstellungen betrachtet,
damit eindeutige Aussage über
eine oder mehrere Signalverzerrungen geliefert werden.
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Nach Ermittlung der Signalverzerrungen kann
weiterhin eine Aussage über
die restlichen Rauschanteile (z. B. Verstärkungsrauschen) oder weitere Störungen (FMW
= Four Wave Mixing, SRS, etc) gemacht werden. Optional kann dafür zusätzlich ein
optischer Spektrumanalysator oder ein weiteres geeignetes Qualitätsmessgerät dem adaptiven
optischen Filter angeschlossen werden.
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Dieses Verfahren ist an jedem Messort
des Übertragungssystems
einsetzbar, z. B. bei einer Add-Drop-Einrichtung mittels einer Auskoppeleinrichtung.
Die gelieferten Aussagen können
z. B. über das
Netzwerkmanagement ausgewertet werden, damit z. B. kanalselektive Änderungen
von Übertragungseigenschaften
vorgenommen werden. Alternativ kann auch eine einfache trag bare
Rechnereinheit wie ein normaler Computer verwendet werden. Dadurch
können
ebenfalls durch Auskopplung des Signals oder durch Verwendung eines Überwachungskanals
an einem beliebigen Messort eine Messung und eine Analyse von Signaldegradationen
durchgeführt
werden.
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Eine geeignete Anordnung wird bei
dem Einsatz eines ein- oder zwei-stufigen Verstärkers zur Anpassung des gemessenen
Signals an der Messdynamik dargestellt.
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Eine weitere kostengünstigere
Anordnung wird ebenfalls dargestellt.
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Vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert.
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Dabei zeigen:
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1:
eine prinzipielle Anordnung zur Durchführung des erfindungemäßen Verfahrens,
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2:
eine detaillierte Anordnung zur Durchführung des erfindungemäßen Verfahrens,
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3:
eine kostengünstige
Anordnung zur Durchführung
des erfindungemäßen Verfahrens.
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In 1 wird
eine prinzipielle Anordnung beschrieben, die eine Ermittlung von
Signaldegradationen bzw. -verzerrungen eines in einem Übertragungssystem übertragenen
optischen Signals S ermöglicht.
An einem Messort des Übertragungssystems
wird ein Anteil des optischen Signals S einem adaptiven optischen
Filter F zugeführt
und anschließend
gemäß einem
Qualitätsparameter
aus einer Messeinheit ME gemessen. Als Messeinheit wird z. B. ein
elektrischer Spektrumanalysator oder ein Leistungsmesser bei einem
dem adaptiven optischen Filter F vorgeschalteten Bandpassfilter
BPF zur Isolierung einer optischen Kanalwellenlänge verwendet. Dafür ist ein
optischelektrischer Wandler OEW dem adaptiven optischen Filter F
und der Messeinheit zwischengeschaltet. Der optisch-elektrische
Wandler OEW ist jedoch oft in der Praxis in der Messeinheit ME integriert).
Hier wird eine schnelle Fotodiode verwendet. Die Verwendung des
adaptiven Filters F in der optischen Domäne ist vorteilhaft, da die
Signalbeeinflussung noch vor der Fotodiode OEW (und damit vor dem
Verlust der Phaseninformation) stattfindet und einzelne Effekte
so leichter bestimmt werden können.
Der Messeinheit ME ist eine Ermittlungseinheit EE der Signalqualität mit wenigstens
einem Qualitätsparameter
wie OSNR, Bitfehlerrate, Q-Faktor oder eine Anzahl von korrigierten
Bits bei FEC/EFEC oder zur Messung von Polarisationeffekten nachgeschaltet.
Insbesondere liefert der gewählte
Qualitätsparameter
bzw. die Messeinheit EE eine Aussage über Signalverzerrungen und
weiterhin über
restliche rauschartige Störungen
wie OSNR. Die Ermittlungseinheit ist in diesem Ausführungsbeispiel
in einem Rechner PC integriert, der ebenfalls die Einstellungen
des adaptiven optischen Filters F mittels eines Regelsignals RS
steuert. Die Einstellungen könnten auch
direkt von einem Netzwerkmanagement gesteuert werden.
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Verfahrensmäßig wird eine erste Messung MO
des oder der Qualitätsparameter
bei durchlässiger
Einstellung des adaptiven optischen Filters F durchgeführt. Eine
Bypass-Schaltung kann auch für den
vollen Durchlass des Signals verwendet werden. Weitere Messungen
M1, M2,... des Qualitätsparameters
werden durch verschiedene Einstellungen von im Rechner PC vordefinierten
Durchlasseigenschaften des adaptiven optischen Filters F durchgeführt, die
jeweils Einfluss auf eine der Signalverzerrungen haben und aus denen
ein Optimum des Qualitätsparameters
ermittelt wird.
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Als Messung M1 kann das adaptive
optische Filter F z. B. auf verschiedene Dispersionswerte eingestellt
werden. Die Signal qualität
als Funktion der Dispersion wird gemessen und man erhält die optimale
Dispersionskompensationseinstellung sowie die Signalqualität bei optimaler
Dispersionskompensation.. Auf diese Weise kann unabhängig von
der akkumulierten Dispersion die wirkliche Signalqualität an einem
beliebigen Punkt im optischen Übertragungssystem
bestimmt werden. Zudem kann an diesem Punkt auch die Dispersionstoleranz
bestimmt werden, die ein Maß dafür ist, wie
genau man die Restdispersion einstellen muss, um eine gewisse Bitfehlerrate
zu erreichen.
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Als Messung M2 wird die Signalqualität mittels
des adaptiven optischen Filters F optimiert. Mit Hilfe dieser Einstellung
werden sämtliche
Verzerrungseffekte unabhängig
von Ihrer Ursache beeinflusst oder kompensiert. Auf diese Weise
erhält
man die bestmögliche
Signalqualität
nach einer Entzerrung des Signals. Nur rauschartige Störungen wie
z. B. Verstärkerrauschen,
FWM oder SRS führen
jetzt noch zu einer Signalverschlechterung. Weiter können auch
gezielt Verzerrungen nur hervorgerufen durch z. B. SPM kompensiert
werden. Man erhält
dadurch Aussagen, welcher Störeffekt
das Signal in welcher Weise beeinflusst.
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Mit Hilfe dieses Verfahrens kann
beispielsweise durch den Vergleich der Signalqualität, die bei den
genannten drei Einstellungen des adaptiven optischen Filters F und
bei den entsprechenden Messungen MO, M1, M2 gemessen wurden, entschieden werden,
ob eine Signalverschlechterung durch Dispersion, andere Verzerrungen,
oder durch rauschartige Effekte hervorgerufen wurde. Die Bestimmung der
Signalqualität
bei optimaler Dispersionskompensation erlaubt eine zuverlässige Aussage über die
Signalqualität
am Messort und über
den Status der Dispersionskompensation. Weiter kann der Einfluss
verschiedener Filtereinstellungen auf die Ergebnisse der unterschiedlichen
Messmethoden zur Signalqualitätsanalyse
bestimmt und als Aussagekriterium genutzt werden. Werden zusätzlich Signal-Rauschabstände OSNR
gemessen, ist wie oben schon erwähnt eine
Unterscheidung von rauschartigen Effekten ermöglicht. Ein oder mehrere Qualitätsparameter
können
ebenfalls Aussagen über
Polarisationseffekte (z.B. PDL-Polarisation Dependent Loss, PMD-Polarisation
Mode Dispersion, DGD-Differential Group Delay, DOP-Degree of Polarization,
etc) liefern.
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Aufgrund des adaptiven optischen
Filters F kann an jedem Netzelement einer optischen Übertragungsstrecke
die tatsächliche
Signalqualität,
unabhängig
von der akkumulierten Dispersion der Übertragungsstrecke gemessen
werden. Die Dispersion führt
zu Signalverzerrungen, die prinzipiell durch DCF (Dispersion Compensating
Fiber) oder weitere Kompensationsmethoden wieder rückgängig gemacht
werden können.
Die Signalqualität
im Kanal kann als Funktion unterschiedlicher Filterparameter gemessen
werden, und ermöglicht
eine Signal- und Fehleranalyse. Die Signalqualitätsanalyse kann verschiedene
Methoden und auch mehrere Methoden gleichzeitig umfassen. Unterschiedliche
Signalstörungen
wie Dispersion, SPM oder rauschartige Störungen (Verstärkerrauschen,
FWM, SRS, etc.) können
erfasst und unterschieden werden.
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Da die verschiedenen Kanäle unterschiedliche
Historien bezüglich
ihrer erlittenen Signalverschlechterungen haben, ist es jetzt möglich, Informationen über die
Ursache von Signalverschlechterungen aus der kanal-selektiven Analyse
des gesamten WDM-Signals S abzuleiten.
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In 2 ist
eine Anordnung zur Ermittlung von Signaldegradationen eines über ein Übertragungssystem übertragenen
optischen breitbandigen Signals 5 beschrieben, von dem
mindestens ein spektral- oder/und amplitudenmäßiger Anteil S1 mittels eines
Kopplers KO ausgekoppelt und einem adaptiven optischen Filter F
zugeführt
wird. Hier wird allerdings der spektrale Anteil des Signals S mittels
eines einem breitbandigen Koppler KO nachgeschalteten Bandpassfilters
BPFO selektiert. Dem adaptiven optischen Filter F sind eine Messeinheit
ME und eine Ermittlungseinheit EE zur Ermittlung eines oder mehrerer
Qualitätsparameter
nachgeschaltet. Dem adaptiven optischen Filter F ist eine Steuereinheit
SE wenigstens zur Durchschaltung und/oder zur Beeinflussung auf
Signalverzerrungen bis zur Entzerrung des optischen Signals S durch
Einstellungen vordefinierter Durchlasseigenschaften des adaptiven
optischen Filters F geschaltet.
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Ein Bandpassfilter BPFO ist dem Koppler
KO nachgeschaltet. Dadurch wird z.B. bei Multiplex-Signal S ein
Kanal des Signals S isoliert und weiter übertragen. Dem Bandpassfilter
BPFO ist ein Verstärker V1
mit einem nachgeschaltetem weiteren Bandpassfilter BPF1 nachgeschaltet.
Der Verstärker
V1 passt das verstärkte
Signal an die Messdynamik eines gemäß 1 optisch-elektrischen Wandlers an. Der Bandpassfilter
BPF1 sorgt auch dafür,
dass Rauschanteile wesentlich aus ASE (Amplified Spontaneous Emission)
unterdrückt
werden. Optional ist dem Koppler KO und dem Bandpassfilter BPFO
ein Verstärker
VO als Booster des Signalanteils S1 zwischengeschaltet.
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Eine an den adaptiven optischen Filter
zugeschaltete Steuereinheit SE dient zur Steuerung eines Moduls
zur Beeinflussung des Phasen- und/oder Amplitudenganges des optischen
Signals, das in dem adaptiven optischen Filter F integriert ist.
Das am Ausgang des adaptiven optischen Filter F gefilterte Signals
S2 wird der Messeinheit ME zugeführt.
Anschliessend erfolgt die Qualitätsmessung
gemäß 1 mittels der Ermittlungseinheit
EE.
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Ferner ist ein Kommunikationsmittel
KM zwischen der Steuereinheit SE und der Ermittlungseinheit EE bzw.
der Messeinheit ME verwendet, um einerseits ein Status der Einstellung
des adaptiven optischen Filters F an der Ermittlungseinheit oder
einer weiteren Kontrolleinheit zu liefern, andererseits um eine
Regelung des adaptiven optischen Filters F aus der Ermittlungseineheit
EE durchzuführen.
Deshalb ist der Kommunikationsmittel KM am besten direktional vorgesehen.
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In der Ermittlungseinheit oder in
der weiteren Kontrolleinheit kann eine Tabelle zur Registrierung der
signalbeeinflussenden Effekte nach entsprechenden Einstellungen
der Durchlasseigenschaften des adaptiven optischen Filters F bei
Neueinstellungen der Durchlasseigenschaften erzeugt werden. Die Registrierung
ermöglicht
eine Analyse oder eine Trennung der signalbeeinflussenden Effekte
je nach Einstellung der Durchlasseigenschaften des adaptiven optischen
Filters F. Ferner können
die Durchlasseigenschaften des adaptiven optischen Filters F aus einer
Analyse eines der ermittelten Qualitätsparameter bezüglich einer
oder einer Gruppe von Signaldegradationen geregelt werden. Durch
eine vordefinierte Variation der Durchlasseigenschaften des adaptiven
optischen Filters F ist eine Analyse oder/und eine Trennung der
Signalqualität
bezüglich
verschiedener signalbeeinflussender Effekte möglich. Weiterhin kann das Signal
bezüglich
eines oder mehrerer Qualitätsparameter
mittels geeigneter Einstellparameter des adaptiven optischen Filters
F optimiert werden, und aus den Einstellparametern Rückschlüsse auf die
Signaldegradationen gezogen werden.
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In 3 ist
eine als in 2 kostengünstige Anordnung
zur Messung von Signaldegradationen eines über ein Übertragungssystem übertragenen optischen
breitbandigen Signals S dargestellt, dessen mindestens ein amplitudenmäßiger Anteil
S1 mittels einem Koppler KO ausgekoppelt und einem adaptiven optischen
Filter F zugeführt
wird. Dem Koppler KO und dem adaptiven optischen Filter F sind ein
erster Zirkulator C1, weiterhin ein Bandpassfilter BPFO
und anschließend
ein zweiter Zirkulator C2 zwischengeschaltet. Am Ausgang
des adaptiven optischen Filters F ist eine optische Signalrückführung FB
zur Übertragung
des gefilterten Signals S2 zum zweiten Zirkulator C2 geschaltet.
Das gefilterte Signal S2 wird einer Messeinheit ME einer Signalqualität gemäß 2 über dem Zirkulator C2, dem Bandpassfilter
BPFO und dem ersten Zirkulator C1 abgegeben. Dem adaptiven
optischen Filter F ist eine Steuereinheit SE wenigstens zur Durchschaltung und/oder
zur Beeinflussung von Signalverzerrungen bis zur Entzerrung des
optischen Signals S zugeschaltet ist. Dem Bandpassfilter BPFO und
dem zweiten Zirkulator C2 ist ein Verstärker V1 zwischengeschaltet.
Der Verstärker
V1 kann auch in der optischen Signalrückführung FB beliebig angeordnet
ist, d. h. dem adaptiven optischen Filter F vor- oder nachgeschaltet
werden. Dem Koppler KO und dem ersten Zirkulator C1 ist
optional ein Verstärker
VO als Booster wie in 2 zwischengeschaltet.
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Der wesentliche Vorteil der in 3 dargestellten Anordnung
besteht darin, dass ein der beiden Bandpassfilter BPFO, BPF1 gemäß 2 erspart wird und dadurch
zur Senkung der Kosten führt.
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Die Funktionalität sowie die weiteren komponenten
ME, EE, KM, SE dieser Anordnung ist gemäß 1 bzw. 2 identisch.
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In beiden Anordnungen gemäß 2 und 3 ist ein optischelektrischer Wandler
der Messeinheit ME vorgeschaltet.
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Beide Anordnungen können ebenfalls
am Ende einer Übertragungstrecke
oder z. B. am Ausgang eines Add-Drop-Modules angeschlossen werden.
Dadurch sind der Koppler KO und der Verstärker VO nicht mehr erforderlich.
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Die verwendeten Bandpassfilter BPO,
BPF1 bzw. BPFO als Kanalselektoren sind in den vorher erläuterten
Ausführungsbeispielen
als variable Wellenlängen-Filter
zum selektiven Durchlass eines optischen Kanals bei einer Wellenlängen-Multiplex-Technik vorgesehen.
Durch einen Einsatz geeigneter Kanalselektoren kann das erfindungsgemäße Verfahren für unterschiedliche
Multiplex-Techniken (Polarisation-Multiplex, Time-Division-Multiplex,
etc) angewendet werden.