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Die Erfindung betrifft ein Innenausstattungsteil
für Fahrzeuge,
insbesondere eine Instrumententafel für Kraftfahrzeuge, nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zur Herstellung desselben
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 21 sowie ein Innenausstattungsteil
für Fahrzeuge,
insbesondere eine Instrumententafel für ein Kraftfahrzeug, nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 28.
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Für
Innenausstattungsteile von Kraftfahrzeugen, beispielsweise von Instrumententafeln,
Mittelkonsolen oder Türverkleidungen,
gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Materialzusammensetzungen und
Herstellungsverfahren. Um den Fahrzeuginnenraum ansprechend zu gestalten,
kommen auf der Sichtseite der Innenausstattungsteile verschiedenste Dekormaterialien
zum Einsatz, z.B. Kunststoff-Folien, Velours, Stoff oder Kunstleder.
Bei hochwertigeren Innenausstattungen wird Echtleder als Dekormaterial
verwendet.
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Da es sich bei Echtleder um ein Naturmaterial
handelt, sind bei dessen Verarbeitung andere Gesichtpunkte zu berücksichtigen
als dies bei künstlichen
Dekormaterialien der Fall ist. So spielt bei der Lederverarbeitung
die Schrumpfungsneigung von Echtleder eine wichtige Rolle. Die Schrumpfung spielt
insbesondere bei Temperaturänderungen
eine relativ große
Rolle. Um einen Verzug zu vermeiden, ist es bereits bekannt, Echtleder
auf starre Trägerteile
aufzuziehen, um ein Innenausstattungsteil, wie beispielsweise eine
Instrumententafel, auszubilden. Bei einem derartigen Aufbau stützt das
starre Trägerteil
die darauf aufgebrachte Lederschicht als Lederbezug, so dass eine
Schrumpfung des Lederbezuges vermieden werden kann. Ein solchermaßen aufgebautes
Innenausstattungsteil mit einem Echtlederdekor fühlt sich relativ hart an, was
aus haptischen Gesichtspunkten unerwünscht ist, da dies von der
berührenden
Person als wenig angenehm empfunden wird und zudem einen qualitativ
minderwertigen Eindruck hervorrufen kann.
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Für
eine angenehme Haptik, d.h. ein angenehmes Berührempfinden, ist es bereits
bekannt, Innenausstattungsteile herzustellen, die beim Berühren der
Oberfläche
eine gewisse begrenzte Nachgiebigkeit des Sichtseitendekors aufweisen,
wodurch sich ein weiches, als angenehm empfundenes „soff-touch-Gefühl" bei der berührenden
Person einstellt. Dies vermittelt zudem den Eindruck einer qualitativ
hochwertigen Fahrzeuginnenraumausstattung. So ist es bereits zur
Erzielung eines derartigen soff-touch-Gefühls allgemein bekannt, die
Lederschicht mit einem herkömmlichen
Schaumstoffmaterial zu hinterpolstern. Aufgrund der Nachgiebigkeit der
Schaumstoffschicht kann sich das Leder wegen seiner Schrumpfungsneigung
bei Temperatur- bzw. Klimawechselbeanspruchungen jedoch in nachteiliger
Weise ablösen
bzw. es kann zu einer Wellen- oder Faltenbildung des Lederdekors
kommen, da das Schaumstoffmaterial kaum Zugbeanspruchungen auffangen
kann und sich aufgrund seiner porigen Struktur bei Zugbeanspruchungen
auch relativ unkontrolliert ausdehnen kann. Zur Vermeidung dieses Problems
ist aus der gattungsbildenden
EP 0 850 806 A2 bereits ein Innenausstattungsteil
für Fahrzeuge,
insbesondere für
eine Instrumententafel eines Kraftfahrzeugs, bekannt, das eine Lederschicht
als Dekorschicht und ein starres Trägerteil als Trägerschicht
aufweist, wobei zwischen der Lederschicht und der Trägerschicht
wenigstens bereichsweise ein Gewirke als Haptikschicht vorgesehen
ist.
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Konkret wird bei diesem Innenausstattungsteil
auf die Oberfläche
der Trägerschicht
das Gewirke als Haptikschicht aufgeklebt, wobei das Gewirke entweder
ein Abstandsgewirke oder ein Faservlies ist. Für den genauen Aufbau und die
Ausbildung eines derartigen Gewirkes wird auf die
EP 0 850 806 A2 verwiesen.
Weiter wird auf das Gewirke eine Echtlederschicht aufgeklebt. Eine
derartige Unterpolsterung der Lederschicht mit einem Gewirke soll
im Gegensatz zu einer Hinterpolsterung mit einem Schaumstoffmaterial
einerseits eine vorteilhafte Haptik, d.h. ein soff-touch-Berührungsempfinden,
und andererseits trotz der Schrumpfungsneigung von Echtleder eine
sichere Haftung und eine einwandfreie Oberflächenformhaltigkeit des Echtlederdekors gewährleisten.
Denn im Gegensatz zu herkömmlichen
Schaumstoffmaterialien können
Gewirke aufgrund ihrer Faden- bzw. Faserstrukturen neben Druck auch
Zugbelastungen aufnehmen, was eine Ablösung des Lederdekors vorteilhaft
verhindern kann, wobei derartige Gewirke zudem die gleiche gewünschte Weichheit
aufweisen als herkömmliche Schaumstoffmaterialien.
Ein derartiges Innenausstattungsteil kann somit einerseits eine
sichere Haftung des Echtlederdekors gewährleisten und andererseits
auch ein als hochwertig und angenehm empfundenes Berührempfinden
vermitteln.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher,
ein gattungsgemäßes Innenausstattungsteil
für Fahrzeuge, insbesondere
eine Instrumententafel für
Kraftfahrzeuge, dahingehend zu verbessern, dass die haptischen Eigenschaften,
d.h. das Berührempfinden
im Hinblick auf ein erwünschtes
soft-touch-Gefühl
noch weiter verbessert werden. Eine weitere Aufgabe der Erfindung
ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Innenausstattungsteils
zur Verfügung
zu stellen.
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Diese Aufgaben werden gelöst mit den
Merkmalen der Patentansprüche
1 und 21. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der jeweiligen
Unteransprüche.
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Gemäß Anspruch 1 ist zwischen der
Trägerschicht
und dem Gewirke ferner eine Slushhaut angeordnet.
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Eine derartige Slushhaut, die z.B.
nach dem Powder-Slush-Verfahren hergestellt wird, weist gewisse
elastische Eigenschaften auf, die in der erfindungsgemäßen Kombination
mit dem Gewirke und der Lederschicht als Dekorschicht eine besonders vorteilhafte
Haptik, d.h. ein besonders angenehmes Berührempfinden, bei der das Innenausstattungsteil berührenden
Person hervorruft. Denn ebenso wie bei dem Gewirke, das eine gewisse
gewünschte
Weichheit aufweist und z.B. durch entsprechende Faden- bzw. Faserstrukturen
neben Druck auch Zugbelastungen aufnehmen kann und so eine Ablösung des Lederdekors
verhindert, weist die Slushhaut gewisse gummiartige Eigenschaften
auf, die für
sich alleine bereits ein besonders angenehmes Berührempfinden
vermitteln. In Kombination mit dem Gewirke wird hier somit in Verbindung
mit einem Echtlederdekor gegenüber
dem bisher bekannten Stand der Technik ein noch besseres und als
angenehmer empfundenes Berührempfinden
vermittelndes Innenausstattungsteil zur Verfügung gestellt, das insbesondere auch
in Verbindung mit exklusiven und hochwertigen Innenausstattungen
beim Berühren
einen qualitativ besonders hochwertigen Eindruck vermittelt. Es
wird hier somit durch den erfindungsgemäßen Aufbau ein besonders vorteilhaftes
soff-touch-Gefühl
vermittelt. Neben dieser besonderen Haptikfunktion kann zusätzlich durch
diesen mehrschichtigen Aufbau mit Slushhaut und Gewirke auch eine
noch vorteilhaftere Dämpfung
von Geräuschen
erzielt werden, so dass auch hervorragende Akustikergebnisse für einen Fahrzeuginnenraum
mit diesem Aufbau erreicht werden können.
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Grundsätzlich kann dabei das Gewirke
mit der Lederschicht und/oder mit der Slushhaut verbunden sein,
z.B. verklebt werden, wobei jedoch auch die Möglichkeit besteht, das Gewirke
zwischen der Lederschicht und der Slushhaut lose und/oder schwimmend
verlegt anzuordnen. Bei der Verklebung des Gewirkes mit der Lederschicht
und/oder mit der Slushhaut wird sichergestellt, dass das Gewirke unterhalb
der Lederschicht nicht wandern kann. Jedoch wird regelmäßig die
Lederschicht so über
das Gewirke und die Slushhaut gezogen sein, dass das Gewirke dadurch
sehr gut in der verlegten Position gehalten werden kann. Dies ist
insbesondere auch dann der Fall, wenn kein entsprechender Freiraum für das Gewirke
zum Wandern gegeben ist.
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Grundsätzlich kann zwischen der Slushhaut und
der Trägerschicht
auch eine Kunststoff-Folie
angeordnet sein, die vorzugsweise mit der Slushhaut einerseits und
mit der Trägerschicht
andererseits verklebt ist. Ebenso könnte auch die Slushhaut direkt
auf die Trägerschicht
aufgebracht sein. Besonders bevorzugt ist jedoch ein Aufbau, bei
dem die Trägerschicht
ferner wenigstens bereichsweise eine Energieabsorptionsschicht aufweist,
auf der die Slushhaut mittelbar oder unmittelbar aufgebracht ist.
Diese Energieabsorptionsschicht kann beispielsweise als Energieabsorptions-Schaumschicht,
vorzugsweise aus einem PU-Schaummaterial, hergestellt sein. Dazu kann
die Slushhaut und die davon wenigstens bereichsweise beabstandete
Trägerschicht
mit dem Schaummaterial hinterschäumt
werden. Ein derartiger Aufbau des Innenausstattungsteils mit einer
zusätzlichen
Energieabsorptionsschicht erhöht
die Sicherheit in Verbindung mit einem Aufprall auf dieses Innenausstattungsteil
erheblich, z.B. bei einem Kopfaufprall auf eine Instrumententafel
als Innenausstattungsteil. Denn durch diese vorzugsweise Energieabsorptions-Schaumschicht
kann bei einem Aufprall und einer Vertormung des Innenausstattungsteils vorteilhaft
Aufprallenergie absorbiert werden, was das Deformationsverhalten
und das Aufprallverhalten insgesamt positiv beeinflusst. Dies wird
durch die Slushhaut und das Gewirke, die ebenfalls eine gewisse
Aufpralldämpfungsfunktion
aufweisen, zudem noch vorteilhaft unterstützt.
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Um die Schrumpfneigung eines Echtledermaterials
zu reduzieren, wird die Lederschicht vorzugsweise durch ein schrumpfoptimiertes
Echtledermaterial gebildet. Weiter kann die Lederschicht auch durch
einzelne konfektionierte Lederlappen gebildet sein, die in einem
Lederlappen-Angrenzungsbereich mit Zierrändern aneinandergrenzen. Unter
Zierrändern
wird hierbei eine optisch besonders ansprechende Ausgestaltung des
Rand- bzw. Kantenbereichs der einzelnen Lederlappen verstanden.
Die Zierränder
können
beispielsweise im Randbereich mit einer Ziernaht versehen sein.
Besonders bevorzugt sind die Zierränder durch eine mit einer Ziernaht umgenähte, wulstige
Stoßkante
gebildet. Eine derartige Ziernaht in Verbindung mit einem Echtledermaterial
ruft bei einem Betrachter einen besonders hochwertigen, optischen
Gesamteindruck hervor, da dieser dadurch sofort die gewünschte Assoziation
zu Echtleder vornimmt.
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Insbesondere in Verbindung mit wulstigen Zierrändern, die
vorzugsweise durch mit einer Ziernaht umgenähte, wulstige Stoßkanten
gebildet sind, ist es zur Ausbildung einer ebenen Lederschichtoberfläche erforderlich,
dass in der der Lederschicht zugewandten Slushhautoberfläche eine
wenigstens einem Zierrand zugeordnete Vertiefung als Zierrand-Graben ausgebildet
ist. Ein derartiger Zierrand-Graben ermöglicht darüber hinaus auch eine exakte
Positionierung des oder der Lederlappen, da die Zierrand-Gräben vorzugsweise
so dimensioniert sind, dass lediglich die gewünschten Bereiche mit den Zierrändern darin
aufgenommen werden können.
Insbesondere im Hinblick auf eine manuelle Ausrichtung einzelner
Lederlappen einer Lederschicht ergibt sich somit eine vorteilhafte
Ausrichte- und Positionierhilfe. Gemäß einer höchst bevorzugten Ausführungsform
sind im Zierrand-Graben jeweils zwei Zierränder aneinandergrenzender Lederlappen
aufgenommen. Grundsätzlich
ist es dabei möglich,
dass die Gewirke auch im Bereich der Zierrand-Gräben unterhalb der Lederschicht
verlaufen, so dass diese dann bezüglich ihrer Dicke zudem noch
bei der Dimensionierung der Zierrand-Gräben berücksichtigt werden müssen bzw.
so zusammengedrückt
werden, dass diese im fertig hergestellten Zustand keine Verwellungen
im Lederschichtoberflächenbereich
ausbilden. Bevorzugt sind die Gewirke jedoch so ausgebildet, dass
diese sich nicht bis in den Bereich der Zierrand-Gräben erstrecken,
d. h. z.B. als Einleger ausgebildet sind.
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Gemäß einer besonders bevorzugten
Ausführungsform
der Endung ist in der der Lederschicht zugewandten Slushhautoberfläche vorzugsweise
zusätzlich
zu dem wenigstens einem Zierrand-Graben wenigstens eine wannenartige
Vertiefung ausgebildet, in der im montierten Zustand das Gewirke
aufgenommen ist. Eine derartige wannenartige Vertiefung wird dabei
vorteilhaft vorzugsweise vollständig
von einem Zierrand-Graben umgrenzt. Mit einem derartigen Aufbau
wird vorteilhaft erreicht, dass in den Bereich der wannenartigen
Vertiefung ein vorkonfektioniertes Gewirke als eine Art Einleger
eingelegt werden kann und z.B. mit der Slushhautoberfläche im Bereich
der wannenartigen Vertiefung verklebt werden kann. Anschließend können dann
die einzelnen konfektionierten Lederlappen als Dekorschicht aufgebracht,
vorzugsweise aufgeklebt werden, wobei eine exakte Ausrichtung und
Vorpositionierung der einzelnen Lederlappen über die Zierränder in
Verbindung mit den diese aufnehmenden Zierrand-Gräben erfolgen
kann. Mit einem derartigen Aufbau lassen sich großflächige Bereiche
in Verbindung mit einem Innenausstattungsteil schaffen, die ein
besonders hochwertiges Berührempfinden
vermitteln, wobei zudem in Verbindung mit aneinandergrenzenden wulstigen
Zierrändern
in lediglich kleinen und schmalen Bereichen durch die Zierrand-Gräben eine
konstruktiv einfach herzustellende Aufnahmemöglichkeit geschaffen wurde,
die ohne das besondere haptische Berührempfinden zu stören, die
einfache Ausbildung einer im wesentlichen ebenen Lederschichtoberfläche ermöglicht.
Je nach konstruktiver Ausgestaltung und Dicke der einzelnen Schichten
bzw. der Zierränder,
kann es dabei erforderlich sein, dass der wenigstens eine Zierrand-Graben
integraler Bestandteil der wannenartigen Vertiefung der Slushhautoberfläche ist
oder aber auch, dass die wannenartige Vertiefung in der Slushhautoberfläche tiefer
liegt als der wenigstens eine Zierrand-Graben. Grundsätzlich kann
dabei das Innenausstattungsteil, insbesondere eine Instrumententafel,
so aufgebaut sein, dass z.B. im beifahrerseitigen Instrumententafelbereich,
mehrere derartiger wannenartiger Vertiefungen nebeneinander ausgebildet
sind, wobei die wannenartigen Vertiefungen untereinander durch die
Ziernaht-Gräben entsprechend
voneinander abgegrenzt sind.
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Gemäß einer weiteren alternativen
Ausführungsform
ist es grundsätzlich
möglich,
dass die wulstigen Zierränder
im Bereich, vorzugsweise im Randbereich, der wannenartigen Vertiefung
aneinandergrenzen, wobei die Zierränder aneinandergrenzender Lederlappen
von der der Lederschicht-Sichtseite gegenüberliegenden Unterseite her
mittels einem Koeperband festlegbar sind. Grundsätzlich kann bei einer derartigen
Ausführungsform
der Zierrand-Graben entfallen. Ein hier trotzdem vorhandener Zierrand-Graben
ist dann vorzugsweise so ausgebildet, dass ein Ende des Koeperbandes
hierin in etwa oberflächenbündig mit
der angrenzenden Slushhaut aufgenommen ist. Das Gewirke selbst ist lediglich
bis in den Bereich der Verbindungsstelle mit dem Koeperband herangeführt. Das
Koeperband kann aus einem Textil- bzw. Kunstfasergewebe bestehen
und wird von der Unterseite her mit den beiden aneinandergrenzenden
Lederlappen mittels Nähgarn
vernäht,
so dass im Stoßbereich
der aneinandergrenzenden Lederlappen jeweils ein Lederlappen-Zierrand mit einer
Ziernaht ausgebildet wird. Die Lederschicht kann mitsamt dem vernähten Koeperband
mit dem Gewirke verklebt werden. Grundsätzlich können bei sämtlichen Ausführungsformen
die Lederschicht-Randbereiche wenigstens bereichsweise mittels einem
Koeperband mit der darunterliegenden Schicht verbunden werden. Auch
hierzu wird wiederum das Koeperband mit dem Lederschicht-Randbereich
vernäht
und anschließend
das Koeperband auf die Slushhaut aufgeklebt. In abgestuften Randbereichen
kann dabei das Koeperband entsprechend auch um die Abstufung herum,
d.h. im Querschnitt in etwa L-förmig ausgebildet
sein.
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Das Gewirke kann z.B. durch ein Faservlies gebildet
sein, bei dem es sich um ein Flächengebilde aus
Textilfasern handelt, dessen Zusammenhalt durch die den Fasern eigene
oder durch Präparation erzielte
Haftung gegeben ist. Ein Faservlies kann neben Druck auch Zugbelastungen
aufnehmen, im Gegensatz zu einem herkömmlichen Schaumstoffmaterial.
Ebenso weist ein Faservlies eine gewisse Schubelastizität auf, die
Relativbewegungen zwischen der Echtlederschicht und der Slushhaut
ausgleichen kann. Das Gewirke kann grundsätzlich auch durch ein sogenanntes
Abstandsgewirke ausgebildet sein, das die gleichen Eigenschaften
wie ein Faservlies aufweist, und bei dem zwei textile Deckflächen vorgesehen
sind, die durch ein Fadensystem miteinander verbunden und im Abstand
voneinander gehalten sind. Derartige textile Deckflächen verhindern
besonders vorteilhaft, dass das Abstandsgewirke insgesamt durch
einen Kleber ausgehärtet
wird.
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Selbst wenn es sich bei der Lederschicht
um ein schrumpfoptimiertes Echtledermaterial handelt, kann es insbesondere
in abgestuften Randbereichen einer auf einer starren Trägerschicht
aufgebrachten Energieabsorptions-Schaumschicht aufgrund der starken
Leder-Verformungskraft zu einer Verformung der Slushhaut sowie der
darunter liegenden Energieabsorptions-Schaumschicht kommen, was
ggfs. zu einer Beschädigung
des Innenausstattungsteils bzw. zu einer welligen oder ungleichmäßigen Oberflächenausbildung
führen
kann. Deshalb wird vorgeschlagen, die Energieabsorptions-Schaumschicht
in den diesbezüglich
gefährdeten
Bereichen, insbesondere in Randbereichen bzw. vor allem in abgestuften Randbereichen,
um die die Lederschicht herumgezogen wird, zu verstärken. Eine
derartige Verstärkung in
den Randbereichen kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass
in die entsprechenden Randbereiche der Energieabsorptions-Schaumschicht
ein Versteifungselement eingeschäumt
wird und/oder die gefährdeten
Randbereiche der Energieabsorptionsschicht wenigstens bereichsweise
mittels Slushmaterial partiell aufgedickt werden. Sowohl die Einschäumung von
Versteifungselementen als auch die partielle Aufdickung mittels
Slushmaterial lässt
sich im Verlauf der Herstellung eines derartigen Innenausstattungsteils
relativ einfach und mit verhältnismäßig wenig
Aufwand realisieren.
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Bevorzugt ist das Innenausstattungsteil
eine Instrumententafel mit Nutze und/oder Handschuhkasten und/oder
wenigstens einem Ablagefach und/oder Mittelkonsolenanbauteilen oder
dergleichen, wobei bei einer derartigen Instrumententafel grundsätzlich nicht
jeder Bereich eine derart erfindungsgemäße Haptik aufweisen muß. Insbesondere können ausgewählte, einer
Berührung
zugängliche Bereiche,
wie z.B. der Hutzenbereich oder der Beifahrer-Instrumententafelseitenbereich
lediglich mit einem derartigen Aufbau versehen sein. Alternativ dazu
kann das Innenausstattungsteil jedoch auch eine Mittelkonsole oder
eine Säulenverkleidung
oder eine Türverkleidung
oder aber auch andere Innenausstattungsteile sein.
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Die Aufgabe wird bezüglich des
Verfahrens mit den Merkmalen des Patentanspruchs 21 gelöst.
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Gemäß Patentanspruch 21 wird zur
Herstellung eines Innenausstattungsteiles in einem Verfahrensschritt
ein eine Trägerschicht
ausbildendes starres Trägerteil
mit einer Slushhaut überzogen.
Auf dieses mit einer Slushhaut überzogene
Trägerteil
wird in einem weiteren Verfahrensschritt wenigstens bereichsweise
ein Gewirke als Haptikschicht auf die Slushhaut aufgebracht und
anschließend
in einem abschließenden
Verfahrensschritt wird dieser Aufbau mit einer Lederschicht als
Dekorschicht überzogen.
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Ein derartiges Verfahren zur Herstellung
eines Innenausstattungsteils ist besonders einfach und preiswert
durchführbar,
wobei zudem die bereits zuvor in Verbindung mit dem Innenausstattungsteil
erwähnten
Vorteile des Innenausstattungsteils erzielt werden. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind Gegenstand der auf das Verfahren rückbezogenen
Unteransprüche.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann
eine Galvanoform als Werkzeugform so beschaffen sein, dass sie in
der Slushhautoberfläche eine
wenigstens einen wulstigen Zierrand, vorzugsweise jedoch eine zwei
aneinandergrenzenden wulstigen Zierrändern zugeordnete Vertiefung
als Zierrand-Graben ausbildet, in der die Zierränder hinsichtlich einer exakten
Positionierung des oder der Lederlappen ausgerichtet und so aufgenommen
werden können,
dass eine im wesentlichen ebene Lederschichtoberfläche ausgebildet
wird. Alternativ oder zusätzlich
kann die Galvanoform als Werkzeugform auch noch so beschaffen sein,
dass in der Slushhautoberfläche
wenigstens eine wannenartige Vertiefung, bevorzugt mehrere nebeneinanderliegende, von
Zierrand-Gräben
begrenzte wannenartige Vertiefungen, ausgebildet wird, in der das
Gewirke, vorzugsweise als Einleger ausgebildet, aufgenommen wird.
Ebenso kann die Slushhautoberfläche
mit einer wannenartigen Vertiefung und einem Zierrand-Graben ausgebildet
sein, der das Vernähen
aneinandergrenzender Zierränder
mittels eines Koeperbandes ermöglicht.
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Gemäß einer besonders bevorzugten
Verfahrensführung
wird der gesamte Aufbau nach dem Herstellen des Lederüberzugs
kaschiert, vorzugsweise presskaschiert. Dadurch wird eine besonders
glatte, durchgehende und nicht verweilte Oberfläche des Innenausstattungsteils
erzielt.
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Ein weiteres Problem in Verbindung
mit hochwertigen Innenausstattungsteilen mit einem Echtlederüberzug als
Dekorschicht ist, dass die Lederschicht so ausgebildet sein muss,
dass durch diese hindurch ein Airbag in den Fahrzeuginnenraum austreten
und dort aufgeblasen werden kann. Anders als bei Standard-Dekorschichten
aus Kunststoff kann Echtleder nur sehr schwer und aufwendig mit
einer Materialschwächung
versehen werden, um auch in der Lederschicht eine definierte Airbagaustrittöffnung auszubilden.
Hierzu ist aus der
EP
0 639 481 A1 bereits ein eine Lederschicht als Dekorschicht
und ein starres Trägerteil
als Trägerschicht
aufweisendes Innenausstattungsteil als Instrumententafel bekannt, wobei
in dem Innenausstattungsteil eine im Grundzustand mittels wenigstens
einer in der Trägerschicht ausgebildeten
Abdeckeinrichtung verschlossene Airbagaustrittöffnung ausbildbar ist, durch
die hindurch im montierten Zustand der Instrumententafel wenigstens
ein Airbag einer Sicherheitseinrichtung im Fahrzeuginnenraum vor
dem Innenausstattungsteil aufblasbar ist.
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Konkret wird hier eine Materialschwächung in
einer Lederschicht ausgebildet, wobei an ausgewählten Innenseitenbereichen
der Lederschicht eine Vorbehandlung mittels einem Härter dergestalt durchgeführt wird,
dass auf der Lederschichtinnenseite der Härter streifenförmig aufgebracht
wird und der Härter
das Leder im Streifenbereich zu ungefähr 50 bis 75 % der Schichtdicke
durchdringt. Im ausgehärteten
Zustand kann dann in diesen ausgehärteten Streifen eine Materialschwächung in
Form einer Nut eingebracht werden. Bei einer Airbagaktivierung wird daher
bei einer Krafteinwirkung auf die Lederschicht ein Aufreißen entlang
der Materialschwächungen
erzielt, so dass in der Lederschicht eine definierte Airbagaustrittöffnung freigegeben
werden kann. Die Materialschwächung
in der Lederschicht ist jedoch ersichtlich nur mit hohem Arbeits-
und Zeitaufwand realisierbar. Zudem besteht hier die Gefahr, dass
sich die ausgehärteten
Streifen auf der Oberfläche
der Lederschicht abzeichnen, was optisch wenig ansehnlich ist und
zu einem eine derartige hochwertige Innenausstattung herabsetzenden
optischen Gesamteindruck führt.
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Es ist daher eine weitere Aufgabe
der Erfindung, ein Innenausstattungsteil für Fahrzeuge, insbesondere eine
Instrumententafel für
Kraftfahrzeuge, zur Verfügung
zu stellen, bei dem der Airbagaustritt durch eine Lederschicht als
Dekorschicht einfach und mit ansprechender Optik realisierbar ist.
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Diese Aufgabe wird gelöst mit den
Merkmalen des Anspruchs 28.
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Gemäß Anspruch 28 ist die Lederschicht mehrteilig
ausgebildet dergestalt, dass der Airbagaustrittöffnungsbereich mit einem separaten
Austrittöffnungslederlappen
abgedeckt ist, der mit dem darunterliegenden Airbagaustrittöffnungsbereich
der Trägerschicht
lösbar
verbunden, vorzugsweise verklebt ist. An den einen Zierrand ausbildenden
Austrittöffnungslederlappen-Randbereich,
der vorzugsweise durch eine mit einer Ziernaht versehene und/oder
mit einer Ziernaht umgenähte
Stoßkante gebildet
ist, grenzt wenigstens bereichsweise wenigstens ein weiterer Lederlappen
mit einem Zierrand an. Im aktivierten Zustand der Sicherheitseinrichtung wirkt
eine Öffnungskraft
auf die wenigstens eine Abdeckeinrichtung ein zur Freigabe der Airbagaustrittöffnung,
wobei gleichzeitig mit dem Abheben der wenigstens einen Abdeckeinrichtung
auch der Austrittöffnungslederlappen
abgehoben wird.
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Vorteilhaft wird mit einem derartigen
Aufbau eines Innenausstattungsteils in Verbindung mit einer Lederschicht,
vorzugsweise aus einem schrumpfoptimierten Echtledermaterial, eine
einfach und preiswert zu realisierende Möglichkeit der Ausbildung einer
Airbagaustrittöffnung
im Innenausstattungsteil geschaffen, ohne Abstriche bei einer ansprechenden Optik
machen zu müssen.
Denn durch die Zierränder des
Austrittöffnungslederlappen-Randbereichs
wird der gewünschte,
exklusive Echtledereindruck vermittelt. Gleichzeitig kann der Austrittöffnungslederlappen
so dimensioniert und ausgebildet werden, dass dieser den darunterliegenden
Airbagaustrittöffnungsbereich
im aktivierten Zustand der Sicherheitseinrichtung jederzeit freigibt,
da die Anbindung des Austrittöffnungslederlappens
an den darunterliegenden Trägerschichtbereich
so ausgelegt ist, dass dieser Lederlappen durch die Öffnungskraft
leicht abgehoben werden kann. Durch die Ziernähte wird hierbei lediglich
der optische Ledereindruck vermittelt, ohne dass der Betrachter
gleichzeitig zwingend den Hinweis erhält, dass es sich hier um eine
vom Fahrzeuginnenraum her sichtbare Definierung des Airbagaustrittöffnungsbereichs
handelt.
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Besonders vorteilhaft ist im Falle
eines den Austrittöffnungsbereich
randseitig mit Überstand überdeckenden
Austrittöffnungslappens
durch die Öffnungskraft
die lösbare
Verbindung, die vorzugsweise eine Klebeverbindung ist, zwischen
dem Austrittöffnungslappen
und der Trägerschicht
lösbar. Grundsätzlich kann
jedoch auch der Austrittöffnungslederlappen
so dimensioniert sein, dass dieser ohne randseitigen Überstand
ausgebildet ist, so dass keine Ablösekraft für den Austrittöffnungslederlappen zum
Ablösen
von der darunterliegenden Trägerschicht
erforderlich ist.
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Zwischen der Trägerschicht und der Lederschicht
kann ferner eine mit der Trägerschicht
verbundene Slushhaut vorgesehen sein, mit der die Lederschicht lösbar verbunden,
vorzugsweise verklebt ist, so dass im aktivierten Zustand der Sicherheitseinrichtung
und einem Einwirken einer Öffnungskraft
auf die wenigstens eine durch die Trägerschicht ausgebildete Abdeckeinrichtung
die Slushhaut reißt
und die wenigstens eine Abdeckeinrichtung zusammen mit dem Austrittöffnungslederlappen
und dem der wenigstens einen Abdeckeinrichtung zugeordneten Slushhautteilbereich
abgehoben wird. Die Slushhaut ist bekanntlich aus einem solchen
Material hergestellt, dass keine vorherige Materialschwächung erfordert,
um bei einer bestimmten Öffnungskraft
zu reißen.
Die aufzubringende Reißkraft
ist zudem so gering, dass diese das Entfalten des Airbags nicht
behindern kann.
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Desweiteren kann unterhalb der Lederschicht
wenigstens bereichsweise ein Gewirke als Haptikschicht, vorzugsweise
ein Faservlies, angeordnet sein, das im Bereich des Austrittöffnungslederlappens
als wenigstens ein Einleger entsprechend an die Geometrie des Airbagaustrittöffnungsbereichs
angepasst ausgebildet ist. Im aktivierten Zustand der Sicherheitseinrichtung
wird dann die wenigstens eine Abdeckeinrichtung zusammen mit dem Gewirke
und dem Austrittöffnungslederlappen
abgehoben. Somit kann auch ein derartiges, die Haptik wesentlich
verbesserndes Gewirke, auch in Verbindung mit der Slushhaut, eine
einfache und schnelle Öffnung
bzw. Freigabe des Airbagaustrittöffnungsbereichs
nicht behindern. Die sich mit einem derartigen Aufbau ergebende,
vorteilhafte Haptik wurde bereits zuvor ausführlich erläutert, so dass hierauf hier
jetzt nicht mehr näher
eingegangen wird.
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Grundsätzlich kann dabei das Gewirke
zwischen der Slushhaut und der Lederschicht schwimmend verlegt angeordnet
sein. Bevorzugt ist jedoch das Gewirke mit der Lederschicht und/oder
mit der Slushhaut verbunden. Die Verbindung erfolgt dabei vorzugsweise
durch ein flächiges
Verkleben.
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Die Vorteile einer Ausführungsform
gemäß den Ansprüchen 35
bis 37 wurden bereits zuvor ausführlich
erläutert.
Auch hier kann grundsätzlich
alternativ eine Anordnung bzw. Verbindung aneinandergrenzender Zierränder mittels
eines Koeperbandes vorgesehen sein.
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Die wenigstens eine Abdeckeinrichtung
in der Trägerschicht
ist vorzugsweise mittels deren Geometrie bestimmenden Materialschwächungen
ausgebildet. Die Materialschwächung
kann dabei in Form von Sollbruchstellen ausgebildet sein und/oder erst
im Falle der Aktivierung der Sicherheitseinrichtung durch Sprengschnüre oder
dergleichen ausgebildet werden.
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Gemäß einer besonders bevorzugten
Ausgestaltung kann die Abdeckeinrichtung als sich im aktivierten
Zustand von der Airbagaustrittöffnung weg
verlagerbarer oder abhebbarer Deckel oder Schwenkklappe ausgebildet
sein, wobei im Falle des Verschwenkens um eine Schwenkachse diese
im windschutzscheibennächsten
Bereich der Airbagaustrittöffnung
ausgebildet wird. Durch letztere Maßnahme ist sichergestellt,
dass sich ein Deckel bzw. eine Schwenkklappe nicht in Richtung eines
Fahrzeuginsassen abhebt, wodurch die Verletzungsgefahr erheblich
reduziert werden kann.
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Die Vorteile einer Energieabsorptionsschicht,
insbesondere einer Energieabsorptions-Schaumschicht, mit einem Innenausstattungsteil wurden
ebenfalls bereits zuvor näher
erläutert.
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Weiter ist gemäß einer besonders bevorzugten
Ausgestaltung der Erfindung an der Unterseite der Trägerschicht
ein Scharnierblech als Verstärkungsblech
angeordnet, das im Falle der randseitig umlaufend zur Abhebung freigegebenen
wenigstens einen Abdeckeinrichtung diese definiert um eine Scharnierachse
von der Airbagaustrittöffnung
weg verschwenkt. Gleichzeitig übernimmt
dieses Scharnierblech dabei auch eine Art Fangbandfunktion.
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Besonders bevorzugt ist das Innenausstattungsteil
eine Instrumententafel und der Airbag dabei ein Beifahrerairbag.
Grundsätzlich
können
jedoch auch andere Innenausstattungsteile, hinter denen ein Airbag
angeordnet ist, entsprechend aufgebaut werden.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand
einer Zeichnung näher
erläutert.
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Es zeigen:
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1 einen
schematischen Querschnitt durch einen beifahrerseitigen Bereich
einer Instrumententafel,
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2 einen
schematischen Querschnitt entlang der Linie A der 1, der mehrere, durch Zierrand-Gräben voneinander
getrennte wannenartige Vertiefungen zeigt,
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3 einen
schematischen Querschnitt entsprechend 1 zu Beginn der Aktivierung der Sicherheitseinrichtung,
bei dem eine Öffnungskraft
auf die bereits vorgeschwächte
Abdeckklappe einwirkt, die bereits bis zur Slushhaut durch eingerissen
ist,
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4 einen
schematischen Querschnitt entsprechend der 1 und 3 bei
vollständig
abgehobenem Airbagdeckel, der mittels einem Scharnierblech nach
hinten aufgeschwenkt und gehalten wird, wobei eine Airbagaustrittöffnung zum
Durchtritt des Airbags freigegeben wird,
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5a eine
schematische, perspektivische Draufsicht auf den beifahrerseitigen
Instrumententafelbereich mit durch einen Austrittöffnungslederlappen
abgedeckten Airbagaustrittöffnungsbereich,
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5b eine
schematische Querschnittdarstellung durch einen Zierrand, der durch
eine mittels einer Ziernaht umgenähte Stoßkante ausgebildet ist,
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6 einen
schematischen, vergrößerten Querschnitt
durch einen abgestuften Lederüberzug-Randbereich
einer Instrumententafel, bei dem die Energieabsorptions-Schaumschicht
mittels eines eingeschäumten
Versteifungsrahmens versteift ist,
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7 einen
schematischen Querschnitt entsprechend 6, bei dem alternativ der Energieabsorptions-Schaumschicht-Randbereich
mittels Slushmaterial partiell verstärkt ist,
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8 einen
schematischen Querschnitt durch eine Instrumententafel im Bereich
einer wannenartigen Vertiefung, bei der aneinandergrenzende Zierränder zweier
aneinandergrenzender Lederlappen mittels einem Koeperband verbunden
sind, wobei die Zierränder
mitsamt Koeperband im wesentlichen im Bereich einer wannenartigen
Vertiefung aufgenommen sind und ein Koeperbandende im wesentlichen
oberflächenbündig mit
der Slushhautoberfläche
in einem entsprechend gestalteten Zierrand-Graben aufgenommen ist,
und
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9 einen
schematischen Querschnitt durch einen Lederüberzug-Randbereich einer Instrumententafel,
bei dem der Lederüberzug
mittels eines Koeperbandes auf der Slushhaut befestigt ist.
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In 1 ist
ein schematischer Querschnitt in Fahrzeuglängsrichtung durch einen beifahrerseitigen Bereich
einer Instrumententafel 1 dargestellt. Die Instrumententafel 1 weist
einen schichtartigen Aufbau auf, der von oben nach unten gesehen
folgende Einzelschichten umfasst. Zuoberst ist eine Lederschicht 2 als
Dekorschicht angeordnet, unterhalb der bereichsweise ein Gewirke 3 als
Haptikschicht angeordnet ist, wobei die Lederschicht 2 mit
dem Gewirke vorzugsweise verklebt ist. Darunter ist eine Slushhaut 4 ausgebildet,
die vorzugsweise ebenfalls mit dem Gewirke 3 verklebt ist
und die auf einer Energieabsorptions-Schaumschicht 5 angeordnet
ist. Zuunterst ist ein formstabiles Trägerteil 6 als Trägerschicht für die Instrumententafel 1 angeordnet.
Im Bereich eines Beifahrerairbags 7 ist unterhalb des Trägerteils 6 ein
Scharnierblech 8 als Verstärkungsblech angeordnet.
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Die Lederschicht 2 ist mehrteilig
ausgebildet dergestalt, dass ein Airbagaustrittöffnungsbereich 9 mit
einem separaten Austrittöffnungslederlappen 10 abgedeckt
ist (sh. auch 5a). An
den Austrittöffnungslederlappen-Randbereichen
ist eine Ziernaht 20 als Zierrand 11 mit einer
umgenähten
Stoßkante 12 ausgebildet.
An die beiden in 1 dargestellten Zierränder 11 des
Austrittöffnungslederlappens 10 grenzt
jeweils ein weiterer Lederlappen 13 an. Das Gewirke 3 ist
im Bereich des Austrittöffnungslederlappens 10 unterhalb
der Lederschicht 2 mit dieser flächig verklebt. Im Bereich der
Stoßkanten 12 der aneinandergrenzenden
Lederlappen 10 und 13 ist eine Vertiefung in der
Slushhaut 4 als Zierrand-Graben 14 ausgebildet,
in der der Zierrand 11, der durch die mittels einer Ziernaht 20 umgenähten Stoßkante 12 wulstig
gebildet ist, aufgenommen ist. Entlang dem Zierrand-Graben 14 sind
die aneinandergrenzenden Lederlappen 10 und 13 exakt
positionierbar bzw. ausrichtbar, was vorzugsweise manuell erfolgt. Zudem
ist eine ebene Lederschichtoberfläche aufgrund der Zierrand-Gräben 14 ausgebildet.
Im Bereich des Gewirkes 3 ist in der Slushhaut 4 eine
wannenartige Vertiefung 15 ausgebildet, in der im montierten
Zustand das Gewirke 3 als Einleger eingelegt und aufgenommen
ist. Die wannenartige Vertiefung 15 in der Slushhaut 4 liegt
tiefer als der Zierrand-Graben 14. Die Geometrie einer
im Airbagaustrittöffnungsbereich 9 angeordneten
Abdeckeinrichtung 16 ist durch eine Materialschwächung, hier
z. B. Sollbruchstellen 17 im Trägerteil 6 gebildet.
Die Sollbruchstelle 17 kann auch optional bis in die Energieabsorptions-Schaumschicht 5 ausgeführt sein.
Dies ist beispielhaft in 1 mit
strichlierten Linien eingezeichnet.
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In 2 ist
schematisch ein Querschnitt entlang der Linie A der 1 dargestellt. Hierbei handelt es sich
um die Fahrzeugquerrichtung, so dass das strichliert im Randbereich
der Instrumententafel 1 dargestellte Bauteil 18 eine
Mittelkonsole bzw. ein angrenzender A-Säulenbereich sein kann. Hierbei
ist zu erkennen, dass mehrere, durch Zierrand-Gräben 14 voneinander
getrennte, wannenartige Vertiefungen 15 in Fahrzeugquerrichtung
nebeneinander angeordnet sind. Die Zierränder 11 der jeweiligen
Lederlappen 10 und 13 sind im Bereich der Zierrand-Gräben 14 angeordnet,
die höher
liegen als die Vertiefungen 15, in denen das Gewirke 3 eingelegt ist,
so dass eine insgesamt ebene Lederschicht 2 ausgebildet
ist.
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In 5a ist
schematisch eine perspektivische Draufsicht auf den beifahrerseitigen
Instrumententafelbereich 1 dargestellt. Der Airbagaustrittöffnungsbereich 9 ist
durch den Austrittöffnungslederlappen 10 abgedeckt.
In der perspektivischen Ansicht ist die Anordnung der einzelnen
Lederlappen 10 und 13 zu erkennen. In den Angrenzungsbereichen der
einzelnen Lederlappen 10 und 13 sowie zu den in Fahrzeugquerrichtung
verlaufenden Lederlappen 19 ist jeweils ein Zierrand 11,
der durch eine mittels einer Ziernaht 20 umgenähten Stoßkante 12 gebildet
ist, angeordnet. In Fahrtrichtung 21 gesehen vorne ist
an die Instrumententafel 1 ein Ausströmungsbereich 22 einer
Belüftungseinrichtung
nicht dargestellt angeordnet.
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In 5b ist
schematisch und beispielhaft eine Schnittdarstellung durch den Zierrand 11 dargestellt.
Mittels der Ziernaht 20 ist dabei die umgenähte wulstige
Stoßkante 12 ausgebildet.
Aus Übersichtlichkeitsgründen ist
die Ziernaht 20 in den anderen Schnittdarstellungen mit
einer Stoßkante 12 nicht
mit dargestellt.
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In 6 ist
schematisch ein vergrößerter Querschnitt
durch einen abgestuften Lederüberzug-Randbereich 23 der
Instrumententafel 1 dargestellt. Im Lederüberzug-Randbereich 23 ist
die Energieabsorptions-Schaumschicht 5 mittels eines eingeschäumten Versteifungsrahmens 24 versteift.
Angrenzend an den Lederüberzug-Randbereich 23 ist beispielhaft
ein Bauteil 25 dargestellt, das beispielsweise als der
Ausströmbereich 22 von 5a ausgeführt sein
kann. Der grundsätzliche
Aufbau der Instrumententafel 1 ist auch hier von oben nach
unten gesehen die Lederschicht 2, das Gewirke 3,
die Slushhaut 4, die Energieabsorptions-Schaumschicht 5 und das
Trägerteil 6.
Mit dem eingeschäumten
Versteifungsrahmen 24 in der Energieabsorptions-Schaumschicht 5 ist
ein Ausbrechen des Lederüberzug-Randbereichs 23 aufgrund
von auf diesen einwirkenden Kräften,
wie z.B. Kräfte,
die durch die Spannung der Lederschicht 2 beim Schrumpfen
hervorgerufen werden, weitgehend vermieden.
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Eine alternative Verstärkung des
Lederüberzug-Randbereichs 23 ist
schematisch im Querschnitt in 7 dargestellt.
Dabei ist ein Energieabsorptions-Schaumschicht-Randbereich 26 mittels Slushmaterial 27 verstärkt. Je
nach Herstellungsverfahren kann somit in den gefährdeten Lederüberzug-Randbereichen 23 entweder
ein Versteifungsrahmen 24 oder zusätzliches Slushmaterial 27 zur Versteifung
bzw. Verstärkung
des Lederüberzug-Randbereichs 23 eingebracht
werden. Der Aufbau der Instrumententafel 1 in 7 entspricht dem Aufbau
von 6.
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In 8 ist
schematisch ein Querschnitt durch die Instrumententafel 1 im
Bereich der wannenartigen Vertiefung 15 dargestellt, wobei
die aneinandergrenzenden Zierränder 28 der
zwei aneinandergrenzenden Lederlappen 10 und 13 in
einer alternativen Ausführung
zu der mit der Ziernaht 20 umgenähten Stoßkante 12, mittels
einem Koeperband 29 verbunden sind. Die Zierränder 28 sind
mitsamt dem Koeperband 29 im wesentlichen im Bereich der
wannenartigen Vertiefung 15 aufgenommen, wobei ein Koeperbandende 30 oberflächenbündig mit
der Slushhaut 4 in einem entsprechend gestalteten Zierrand-Graben 31 aufgenommen
ist.
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In 9 ist
eine alternative Befestigung des Lederüberzug-Randbereichs 23 schematisch
in einem Querschnitt dargestellt. Dabei ist die Lederschicht 2 mittels
einem Koeperband 32 auf der Slushhaut 4 befestigt.
In dem zum Lederüberzug-Randbereich 23 angrenzenden
Bereich ist die wannenartige Vertiefung 15 mit eingelegtem
Gewirke 3 zu erkennen. Der grundsätzliche Aufbau der Instrumententafel 1 in 8 bzw. in 9 entspricht dem vorher beschriebenen.
In allen Figuren sind gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
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Bei einer Aktivierung des in 1 dargestellten Beifahrerairbags 7 wirkt
eine in 3 mit einem Doppelpfeil 33 eingezeichnete Öffnungskraft
auf die Abdeckeinrichtung 16. Die Abdeckeinrichtung 16 ist als
von der Airbagaustrittöffnung 9 weg
verlagerbarer Deckel 34 ausgebildet, der um eine im Scharnierblech 8 ausgebildete
Schwenkachse 35 zur Freigabe der Airbagaustrittöffnung 9 mittels
der Öffnungskraft des
aktivierten Beifahrerairbags 7 weg verlagerbar ist. Die
Darstellung in 3 entspricht
dem Beginn der Aktivierung des Beifahrerairbags 7, so dass
die Sollbruchstellen 17 im Trägerteil 6 bereits
durch die Energieabsorptions-Schaumschicht 5 und die Slushhaut 4 hindurch
gerissen sind.
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Bei vollkommen abgehobenem Deckel 34, wie
dies in 4 schematisch
dargestellt ist, ist die Airbagaustrittöffnung 9 für den Durchtritt
des Beifahrerairbags 7 freigegeben. Der Deckel 34 wird
mittels dem Scharnierblech 8 in Pfeilrichtung 36 aufgeschwenkt
und zugleich vom Scharnierblech 8 gehalten. Die Entfaltung
des Beifahrerairbags 7 ist mit dem Pfeil 37 in 4 eingezeichnet. Der dem
Airbagaustrittöffnungsbereich 9 zugeordnete,
separate Austrittöffnungslederlappen 10 wird
komplett mit dem Deckel 34 abgehoben. Der Austrittöffnungslederlappen 10 weist
gegenüber
dem Deckel 34 einen Überstand 38 auf,
der im nicht aktivierten Grundzustand des Beifahrerairbags 7 mit
der dem Überstand 38 zugeordneten
Slushhaut 4 verklebt ist. Bei der Aktivierung des Beifahrerairbags 7 wird
diese Klebeverbindung aufgrund der Öffnungskraft gelöst, so dass
der Deckel 34 mit dem Austrittöffnungslederlappen 10 ungehindert
verschwenken kann zur Freigabe der Airbagaustrittöffnung 9.
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Damit ist die Instrumententafel 1 mit
der Lederschicht 2 als Dekorschicht geschaffen, die einerseits
aufgrund des Gewirkes 3 ein gutes Haptikgefühl vermittelt
und die andererseits aufgrund des separaten Austrittöffnungslederlappens 10 im
Bereich des Beifahrerairbags 7 ein funktionssicheres Öffnen des Airbagaustrittöffnungsbereichs 9 gewährleistet.
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- 1
- Instrumententafel
- 2
- Lederschicht
- 3
- Gewirke
- 4
- Slushhaut
- 5
- Energieabsorptions-Schaumschicht
- 6
- Trägerteil
- 7
- Beifahrerairbag
- 8
- Scharnierblech
- 9
- Airbagaustrittöffnungsbereich
- 10
- Austrittöffnungslederlappen
- 11
- Zierrand
- 12
- Stoßkante
- 13
- Lederlappen
- 14
- Zierrand-Graben
- 15
- Vertiefung
- 16
- Abdeckeinrichtung
- 17
- Sollbruchstelle
- 18
- Bauteil
- 19
- Lederlappen
- 20
- Ziernaht
- 21
- Fahrtrichtung
- 22
- Ausströmbereich
- 23
- Lederüberzug-Randbereich
- 24
- Versteifungsrahmen
- 25
- Bauteil
- 26
- Energieabsorptions-Schaumschicht-Randbereich
- 27
- Slushmaterial
- 28
- Zierrand
- 29
- Koeperband
- 30
- Koeperbandende
- 31
- Zierrand-Graben
- 32
- Koeperband
- 33
- Doppelpfeil
- 34
- Deckel
- 35
- Schwenkachse
- 36
- Pfeilrichtung
- 37
- Pfeil
- 38
- Überstand