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Das Verfahren ermöglicht die Überwachung von physiologischen
Parametern von Blut oder Blutprodukten auf optischem Wege ohne die
Notwendigkeit einer Probenentnahme. Bevorzugte Anwendungsbeispiele
sind die Online-Überwachung
von Herz-Lungen-Maschinen und die Kontrolle von Erythrozytenkonzentraten
(Blutkonserven) sowie die Steuerung eines implantierbaren Herzunterstützungs- oder
Herzersatzsystems.
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Stand der Technik
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Aufgrund des großen Einflusses der Blutbeschaffenheit
auf den gesamten Organismus ist die möglichst umfassende Kenntnis
der physiologischen Eigenschaften des Blutes wünschenswert, da sich umgekehrt
aus dem Blutzustand weitreichende Rückschlüsse auf die Verfassung des
Patienten ziehen lassen, weshalb z.B. das Anfertigen eines sog. „Blutbildes"
eine diagnostische Standardmaßnahme ist,
die routinemäßig in nahezu
jeder ärztlichen
Praxis vorgenommen wird.
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Von besonderem Interesse ist die Überwachung
des Blutzustandes jedoch immer dann, wenn im Rahmen einer Therapiemaßnahme in
den normalen Ablauf der Körperfunktionen
eingegriffen werden muss, wie es z.B. im Zuge von Operationen am
offenen Thorax geschieht. Die in diesen Fällen stattfindende Gabe von
intravenösen
Medikamenten, Expandern und Ersatzstoffen führt zu erheblichen Schwankungen
der physiologischen Blutparameter, die eine kontinuierliche Anpassung
des Betriebszustandes der Herz-Lungen-Maschine (HLM) erforderlich
machen. Die klinische Praxis sieht derzeit lediglich ein Online-Monitoring
der Sauerstoffsättigung (SatO2) während
des Einsatzes der Herz-Lungen-Maschine vor, wogegen darüber hinausgehende Blutparameter
im Zuge einer nasschemischen Laboruntersuchung ermittelt werden
müssen.
Die hierfür erforderliche
Probenentnahme birgt einerseits das Risiko verfälschter Messwerte infolge Kontamination während des
Transports, führt
aber andererseits auch zu einem Zeitverzug von mindestens 15 Minuten
bis zum Eintreffen des Befundes – dies schließt die optimale
Anpassung der Betriebsparameter der Herz-Lungen-Maschine an den aktuellen Zustand des
Patienten aus; ein zeitnahes Reagieren auf unerwartete, kritische
Situationen (die sich oftmals durch eine entsprechende Änderung
der Blutparameter ankündigen)
ist daher im Rahmen der gegenwärtigen klinischen
Praxis in der Regel nicht möglich.
Eine wünschenswerte
Erweiterung des online bestimmbaren Parametersatzes wäre z.B.
durch eine kontinuierliche Bestimmung des Hämatokrits (also des Anteils der
roten Blutkörperchen
am Gesamtblutvolumen) gegeben – hierdurch
könnte
die Versorgung des Patienten z.B. mit Expandern und Blutkonserven
gesteuert werden, da ein Überangebot
oder ein Mangel dieser Substanzen im Körper sich unmittelbar auf den
Hämatokrit
auswirkt.
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In diesem Zusammenhang ist auch bei
einem Erythrozytenkonzentrat eine Qualitätssicherung mittels kontaminationsfreier
Messungen schon deutlich vor der Anwendung am Patienten vorteilhaft, denn
anders als in der oben beschriebenen operativen Situation ist während der
Lagerung der Blutkonserven das regelmäßige Entnehmen einer Probe
infolge der gegebenen Kontaminationsgefahr von vornherein ausgeschlossen.
Deshalb ist in beiden Fällen
eine kontaktlose und schnelle Bestimmung der Blutparameter erstrebenswert.
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Ein zur Lösung dieser Aufgabe geeignetes Verfahren
sollte unter anderem folgende Randbedingungen erfüllen:
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- – Das
Verfahren sollte sowohl mit ruhenden als auch mit strömenden Proben
funktionieren,
- – die
Verwendbarkeit an vorhandenen Blutbeuteln (im Falle des Erythrozytenkonzentrats)
bzw. an Strömungsküvetten mit
Volumendurchsätzen
von bis zu 8 l/min (bei Anwendung an der HLM) sollte gegeben sein,
- – das
Verfahren sollte kontaminationsfrei arbeiten und insbesondere weder
eine gesonderte Probenpräparation
(Verdünnung,
Hämolyse,
etc.), noch eine patientenspezifische Kalibration anhand einer einmalig
zu entnehmenden Probe erfordern.
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Ein bekannter Lösungsansatz ist das in
DE 196 19 513 A1 beschriebene
optische Verfahren: Ein blutführender
Schlauch wird in eine reflektierende Hohlkugel (sog. Ulbrichtkugel)
eingelegt und mit Licht verschiedener Wellenlängen bestrahlt. Die integrale Intensität des remittierten
Lichtes wird gemessen, daraus werden die Sauerstoffsättigung
und der Hämatokrit
bestimmt.
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Problematisch bei diesem Verfahren
ist die zentrale Baugruppe – die
Ulbrichtkugel: Da sie ohne schützende
Abdeckung in direktem Kontakt zum blutführenden Gefäß stehen muss, ist eine Verschmutzung
der Innenseite der Kugel unvermeidlich, so dass deren optische Beschaffenheit
(sie basiert auf einer nahezu 100%igen diffusen Reflektion) sich
mit der Zeit stark ändern
wird. Da die Reinigung der Kugel aufgrund der geometrischen Gegebenheiten
und der Empfindlichkeit der für
die Auskleidung der Innenwände
verwendeten Werkstoffe (Spectralon, Bariumsulfat) nur schwer möglich ist,
ist ein klinischer Einsatz mit akzeptablen Messfehlern schwer vorstellbar.
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Weiterhin sind Geräte bekannt,
die auf dem in
US 4,444,498 dargestellten
Verfahren basieren: Eine blutführende
Küvette
wird mit Licht zweier verschiedener Wellenlängen λ
1 bzw. λ
2 bestrahlt,
wobei sich die Absorptionseigenschaften oxygenierten und desoxygenierten
Blutes bei λ
1 sehr stark und bei λ
2 überhaupt
nicht (oder nur sehr wenig) unterscheiden. Das remittierte Licht
beider Wellenlängen
wird gemessen und aus dem Intensitätsverhältnis die Sauerstoffsättigung
bestimmt.
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Leider bewirken Änderungen des Hct bei diesem
Verfahren erhebliche Abweichungen der gemessenen Sauerstoffsättigung
von deutlich über
10 Prozent, wie anhand von Vergleichsmessungen mit einem herkömmlichen
Blutgasanalysator, wie man ihn beispielsweise zur eingangs beschriebenen,
operationsbegleitenden Blutuntersuchung benutzt, gezeigt wurde.
Da gerade während
Operationen jedoch erhebliche Schwankungen des Hct auftreten können, ist
mit besagtem Verfahren zwar die Sättigung im Sinne einer Trendentwicklung
abschätzbar,
um eine Lösung
des oben formulierten Messproblems (die simultane Erfassung mehrerer
Parameter) handelt es sich aber nicht.
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In
EP 0 419 223 A2 wird ein Verfahren vorgeschlagen,
welches das diese Schwierigkeit dadurch umgeht, dass die Blutprobe
einer Transmissionsmessung im nahinfraroten Wellenlängenbereich
unterzogen und das resultierende Absorptionsspektrum einem mathematischen
Regressionsverfahren zugeführt
wird, das die gewünschten
physiologischen Parameter liefert. Problematisch sind in diesem
Zusammenhang zwei Punkte: Einerseits stellt das zur Durchführung des
Verfahrens erforderliche Spektrometer ein optisches Präzisionsgerät dar, das
sich für den
Betrieb unter klinischen Bedingungen im Operationssaal nicht eignet,
andererseits ist z.B. beim Betrieb eines nach diesem Verfahren arbeitenden
Geräts
an einer HLM mit Blick auf die zu gewährleistende Fördermenge
auf einen gewissen Mindestquerschnitt und damit eine Mindestdicke
der verwendeten Durchflussküvette
zu achten, so dass die zu erwartende niedrige Intensität des transmittierten
Lichtes zu einem schlechten Signal-Rausch-Verhältnis und damit höheren Fehlern
führt.
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Um eine hinreichende Signalstärke zu erhalten,
dürfte
der Durchmesser einer hypothetischen Transmissionsküvette für den HLM-Einsatz
maximal drei Millimeter betragen, was eine unpraktikable Breite
des Gefäßes erzwingen
würde,
wollte man den geforderten Volumendurchsatz von 8 l/min ermöglichen. Überdies
würden
die Scherkräfte,
denen die Blutkörperchen
schon bei mittleren Förderleistungen der
Blutpumpe beim Durchtritt durch ein solches Gefäß ausgesetzt sind, zu einer
erhöhten
Hämolyserate (also
einer beschleunigten Zerstörung
der Erythrozyten) führen,
so dass dieses Verfahren ebenfalls nicht als Lösung der eingangs formulierten
Aufgabe angesehen werden kann.
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In
US
5,517,987 wird ein Verfahren vorgeschlagen, das die remittierte
Lichtintensität
ortsaufgelöst
misst und hieraus unter Zugrundelegung der Diffusionstheorie (T.J.
Farrell, M.S. Patterson „A
diffusion theory model of spatially resolved, steady-state diffuse
reflectance for the noninvasive determination of tissue optical
properties in vivo ", Med. Phys. 19(4), Jul/Aug 1992) die optischen
Konstanten der Probe (z.B. Absorptionskoeffizient μ
a und
reduzierter Streukoeffizient μ
s') berechnet, aus denen die gewünschten
physiologischen Informationen gewonnen werden können: Es finden also nacheinander
die Zuordnungen „gemessenes
Remissionsprofil → optische Konstanten"
und „optische
Konstanten → physiologische
Parameter" statt, die in der Praxis beträchtliche Probleme erwarten
lassen:
Entscheidend für
die erfolgreiche Anwendung des dort beschriebenen Verfahrens ist
die möglichst
exakte Anpassung der experimentellen Gegebenheiten an die zugrundegelegte
Theorie: So sollten die Erythrozyten möglichst gleichmäßig im Messvolumen
verteilt sein und hinsichtlich ihrer Orientierung keine Vorzugsrichtung
aufweisen. Das Messvolumen sollte möglichst groß ausgeführt werden, da die Diffusionstheorie
nur fern von Quellen und Grenzflächen
gilt. Des weiteren ist für
senkrechten, divergenzfreien Einfall des beleuchtenden Lichtes und
dessen optimale Einkopplung in das blutführende Gefäß zu sorgen, so dass z.B. im
Falle einer abnehmbaren Messvorrichtung, die auf eine Einmalküvette aufgesetzt werden
soll, geeignete Maßnahmen
zur optischen Ankopplung beider aneinander ergriffen werden müssen, beispielsweise
indem die Küvettenoberfläche mit
Indexmatchflüssigkeit
benetzt wird. Insgesamt sind die Einsatzmöglichkeiten des besagten Verfahrens
auf jene Fälle
beschränkt,
in denen die Randbedingungen der Theorie problemlos erfüllt werden können. Bereits
für den
ersten Transformationsschritt vom lateralen Intensitätsprofil
zum optischen Parametersatz mittels der Diffusionstheorie geben
Farrell und Patterson, die Autoren der oben referenzierten Veröffentlichung,
welche die theoretische Basis für das
in
US 5,517,987 dargelegte
Verfahren enthält, Fehler
in der Größenordnung
von 5-10% an.
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Letztlich sind aber die physiologischen
Parameter das gewünschte
Ergebnis des besagten Verfahrens. Da deren Extraktion aus den optischen
Konstanten fehlerbehaftet ist, ist mit entsprechenden Abweichungen
vom tatsächlichen
Patientenstatus zu rechnen. Erschwerend kommt hinzu, dass letztlich eine
Vielzahl physiologischer Kenngrößen, die
zum optischen Verhalten der Probe beitragen (neben SatO2 und
Hct sind das etwa Osmolarität,
pH-Wert, Hämolyse,
etc.), auf eine erheblich kleinere Anzahl von optischen Konstanten
abgebildet wird, während im
zweiten Schritt versucht wird, diese umgekehrt wieder den physiologischen
Parametern zuzuordnen. Da die optischen Konstanten unabhängig voneinander
sind, wird aus ihnen bestenfalls die gleiche Anzahl von physiologischen
Parametern extrahierbar sein. Sobald die Palette der gewünschten
Informationen erweitert werden soll, wird die Bestimmung der optischen
Konstanten als „rechnerisches
Nadelöhr" wirken.
Dies ist ein prinzipielles Problem, das nicht auf experimentelle
Unzulänglichkeiten
zurückzuführen ist
und deshalb durch deren Behebung auch nicht umgangen werden kann.
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Erfindungsgemäße Lösung
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Die hier vorgestellte Methode erlaubt
die gleichzeitige Ermittlung von physiologischen Parametern (in
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind
es die Sauerstoffsättigung
und der Hämatokrit) von
Blut und Blutprodukten. Überraschenderweise hat
sich gezeigt, dass sich diese Parameter mit großer Genauigkeit ermitteln lassen,
wenn die Probe mit Licht aus dem Wellenlängenbereich von 0,3 bis 2,5 μm beleuchtet,
die Intensität
des gestreuten Lichtes ortsaufgelöst gemessen und diese einem
multivariaten Regressionsverfahren unterworfen wird, das die gewünschten
physiologischen Größen liefert.
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Wesentlich ist hierbei, dass die
Bestimmung der genannten physiologischen Parameter durch die Kopplung
der ortsaufgelösten
Streulichtmessung mit einer multivariaten Regression vorgenommen
wird. Die Verknüpfung
zwischen den Messwerten (also dem Intensitätsprofil des gestreuten Lichts)
und den gewünschten
physiologischen Informationen geschieht im vorliegenden Fall unmittelbar über ein
numerisches Regressionsverfahren.
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Diese Lösung stellt in wenigstens zwei
Punkten einen entscheidenden technologischen Fortschritt dar:
Einerseits
sind die Fehler bei der Ermittlung des Blutzustandes mittels des
vorgestellten Verfahrens nicht abhängig davon, ob der realisierte
Aufbau die Vorgaben der angewendeten Theorie erfüllt oder nicht – eine Zuordnung
des gemessenen Streuprofils zu den physiologischen Parametern ist
stets möglich,
so dass der apparative Aufwand deutlich reduziert wird.
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Andererseits findet diese Zuordnung
unmittelbar statt, ohne dass die im Remissionsprofil enthaltenen
Informationen über
die physiologische Beschaffenheit des Blutes zunächst (via Diffusionstheorie)
in die optischen Konstanten umgesetzt werden, um selbige anschließend wiederum
in eine Vielzahl an physiologischen Parametern (neben Hct und SatO2 sind das z.B. pH-Wert, Osmolarität, Hämolyse, etc.)
umzuwandeln. Da das „Nadelöhr" der
optischen Konstanten entfällt.
ist die prinzipiell mögliche
Anzahl der aus jeweils einem Intensitätsprofil extrahierbaren Parameter
nicht mehr auf die Anzahl der optischen Parameter begrenzt, außerdem ist
bei Anwendung des vorgestellten Verfahrens mit deutlich geringeren Fehlern
bei der Bestimmung der physiologischen Parameter zu rechnen.
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Anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels,
das an handelsübliche
Einmalküvetten (OTC-0500,
Fa. Baxter Healthcare Corp.) anzuschließen ist und die remittierte
Streustrahlung bei zwei Wellenlängen
(795 und 675 nm) auswertet, konnte gezeigt werden, dass beispielsweise
SatO2 und Hct jeweils mit relativen mittleren
Fehlern von weniger als 3% bzw. 2% bestimmbar sind. Ein weiterer
Vorteil des vorgestellten Verfahrens ist die Einfachheit der Konstruktion:
Bezüglich
der Beschaffenheit des verwendeten Lichtes und der blutführenden Gefäße liegen
keinerlei prinzipielle Beschränkungen vor,
was eine kostengünstige
Realisierung entsprechender Geräte
ermöglicht
und zugleich neue Einsatzgebiete erschließt: So können mit einer bevorzugten
Ausführungsform
Messungen des Hämatokrits
an den Schlauchsegmenten eines Blutbeutels vorgenommen werden, welche
einen Durchmesser von nur wenigen Millimetern haben.
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Die Messung am Schlauchsegment ist
nötig, weil
nähere
Untersuchungen ergaben, dass sich zwar die Beutel, nicht aber die
Schlauchsegmente hinsichtlich ihrer optischen Eigenschaften von
einem Hersteller zum anderen erheblich unterscheiden. Um eine Verfälschung
der Messwerte durch unterschiedliche Beschaffenheiten des Erythrozytenkonzentrats in
Beutel und Schlauchsegment zu vermeiden, sieht ein bevorzugtes Verfahren
vor, den Inhalt des Schlauchsegments in den angeschlossenen Beutel zu
entleeren, den Beutelinhalt zu durchmischen, anschließend das
Schlauchsegment mit dem jetzt durchmischten Erythrozytenkonzentrat
zu füllen
und die Streulichtmessung an diesem vorzunehmen.
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Insbesondere ist eine Kombination
dieses Verfahrens mit der in
DE
102 23 450 dargestellten Prozedur sinnvoll, da sich auf
diese Weise der Hämolysegrad
der Probe bestimmen lässt.
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Ein weiterer Vorteil des Verfahrens
ist, dass auf empfindliche und teure Baugruppen verzichtet werden
kann – im
Gegenteil erlaubt der günstige Preis
kommerziell erhältlicher
Diodenzeilen (als eine der bevorzugten Ausführungsformen) im Falle des hier
vorgeschlagenen Verfahrens weitere bevorzugte Ausführungsbeispiele,
die die Zusammenfassung von Durchflussküvette und wenigstens einem
Streulichtdetektor bzw. von Durchflussküvette, wenigstens einem Streulichtdetektor
und wenigstens einer Lichtquelle zu einem Einmalartikel vorsehen.
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Wie bereits dargelegt, ist mit bevorzugten Ausführungsbeispielen
des beschriebenen Verfahrens eine genaue Bestimmung von SatO2 und Hct möglich. Diese beiden Parameter
wirken sich auf die physikalischen Eigenschaften derart aus, dass
die Sauerstoffsättigung
das Absorptionsverhalten beeinflusst, während der Hämatokrit auf Streu- und Absorptionseigenschaft
gleichermaßen
Einfluss hat, da die Erythrozyten, deren Konzentration durch den
Hct beschrieben wird, die primären
Verursacher sowohl der Absorption als auch der Streuung sind.
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Das Verfahren ist also imstande,
zwischen den Einflüssen
von Absorption bzw. Streuung zu unterscheiden.
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Deshalb eröffnen sich über den dargelegten Einsatz
an Blut hinaus all jene Anwendungsfelder, in denen die sichere Charakterisierung
trüber
Medien von Belang ist – Beispiele
hierfür
sind die Qualitätssicherung
von Lebensmitteln, die Prozesskontrolle in der chemischen Industrie
und die Umweltanalytik.
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Beschreibung der Zeichnungen
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1 zeigt
ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel:
Es besteht aus wenigstens einer Lichtquelle 1a und einem
ortsauflösenden
Detektor zur Messung des remittierten Streulichts 1b, die
zu einer Messvorrichtung 1d zusammengefasst werden, in
der seinerseits ein die Probe 1e enthaltendes Gefäß 1f lösbar fixiert
werden kann (wobei der Begriff „Lichtquelle" jeweils als
Synonym einer kompletten „Lichtzuführungseinheit"
zu verstehen ist, die neben der eigentlichen Lichtquelle – z.B. Laser,
LED, etc. – ggf.
auch Strahlführungs-
und Formungssysteme wie etwa Glasfasern, Linsen, Spiegel und dergleichen
umfasst). Vorrichtungen zur Messung bei mehreren Wellenlängen gelten
als erfindungsgemäß. In Weiterführung des
Erfindungsgedankens ist das Anbringen einer zweiten Lichtquelle 1c auf
der entgegengesetzten Seite der Diodenzeile sowie in weiterer Fortführung die
Verwendung einer umschaltbaren Lichtquelle, die Licht verschiedener
Wellenlängen
liefern kann, erfindungsgemäß.
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Weitere Ausführungsbeispiele ergeben sich durch
zusätzlich
mit einem weiteren ortsaufgelösten Sensor 1g an
einer anderen Stelle der Küvette
bzw. weiteren Lichtquellen 1h, 1j versehene Vorrichtungen,
die auch als erfindungsgemäß gelten.
In jedem dieser Anwendungsbeispiele werden die Lichtquellen und
-detektoren von einer Vorrichtung 1m gesteuert und ausgelesen,
die außerdem
die Errechnung der gewünschten
physiologischen Parameter vornimmt und diese mittels einer geeigneten
Benutzerschnittstelle 1n anzeigt.
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Dieses Ausführungsbeispiel eignet sich
z.B. für
den Einsatz an der HLM und kann mittels 1 m derart gesteuert werden,
dass die pulsatilen Schwankungen des remittierten/transmittierten
Signals kompensiert werden – z.B.
durch die Synchronisation von 1 m mit der Blutpumpe oder eine gezielte
Auswahl des Messzeitpunktes.
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2 zeigt
ein weiteres erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel:
Hier sind Küvette 2f und Detektorzeile 2b zu
einer Messküvette 2i zusammengefasst,
die zur Messung in einer Messvorrichtung 2d derart fixiert
werden kann, dass die Lichtquellen entsprechend den in 1 gezeigten Ausführungsbeispielen
positioniert sind. Überdies
sind sowohl 2d als auch 2i mit elektrischen Kontaktflächen 2k bzw.
21 (z.B. Steckern) versehen, so dass die mechanische Fixierung der
Messküvete
zugleich deren elektrische Verbindung zur Messvorrichtung 2d herstellt.
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Ein weiteres Ausführungsbeispiel entsteht dadurch,
dass in Analogie zu den bisher genannten Ausführungsbeispielen weitere Detektorzeilen
an anderen Stellen der Messküvette
befestigt sind: Auch sie sind Teil des Einmalartikels und werden
durch die Kontaktflächen 2l, 2k gesteuert
und ausgelesen.
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Ein weiteres Ausführungsbeispiel entsteht dadurch,
dass der erfindungsgemäße Einmalartikel aus
der Durchflussküvette,
mindestens einem ortsauflösenden
Sensor und mindestens einer Lichtquelle besteht. In diesem Fall
besteht das stationäre
Gerät aus
den Auswerte- und Anzeigeeinheiten und den geräteseitigen Kontaktflächen.
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Ein weiteres erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel
entsteht dadurch, dass Lichtquellen, Detektoren, Küvette und
Steuereinheit in Weiterführung
des Erfindungsgedankens zu einer implantierbaren Vorrichtung zusammengefasst
werden, welche die Informationen über die physiologische Beschaffenheit
des Vollblutes liefern, um mit diesen die Betriebsparameter ein
Herzunterstützungs-
oder Ersatzsystem („Schrittmacher"
bzw. „Kunstherz")
zu steuern.
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- 1a,
2a:
- 1.
Lichtquelle
- 1b,
2b:
- Detektorzeile
(z.B. CCD)
- 1c,
2c, 1h, 1j, 2h, 2j:
- 2.,
3. bzw. 4 Lichtquellen (optional)
- 1d:
- Messvorrichtung,
bestehend aus 1a, 1b und einer Fixiervorrichtung
für 1e (sowie
optional 1c, 1g und 1h)
- 1e,
2e:
- Probenvolumen
- 1f,
2f:
- Durchflussküvette (z.B.
Einmalartikel)
- 1g:
- 2.
Detektorzeile (optional)
- 1m:
- Vorrichtung
zur Steuerung der Lichtquellen und Detektoren und zur Errechnung der
gewünschten
Parameter
- 1n:
- Benutzerschnittstelle
(z.B. zur Anzeige der physiologischen Parameter)
- 2d:
- Messvorrichtung,
bestehend aus 2a, 2k und einer Fixiervorrichtung
für 2i (sowie
optional 2c, 2g und 2h)
- 2i:
- Messküvette (z.B.
Einmalartikel), bestehend aus 2f, 2b und 2l
- 2k:
- Kontaktfläche (geräteseitig)
- 2l:
- Kontaktfläche (küvettenseitig)