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Die Erfindung betrifft einen Schalldämpfer und
ein Verfahren zu dessen Auslegung nach dem Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche.
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Es ist bekannt, bei Abgasanlagen
von Fahrzeugen Schalldämpfer
vorzusehen. Das Verbrennungsgas, das aus dem Verbrennungsmotor austritt, wird
vom Abgassystem in die freie Atmosphäre abgeleitet. Dies soll, neben
dem Vermeiden einer Belästigung
durch gasförmige
und feste Schadstoffe, auch möglichst
geräuscharm
erfolgen. Dabei wird zunehmend auch durch gesetzgeberische Massnahmen die
zulässige
Schallemission aus Umweltschutzgründen beschränkt.
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Ein weiteres wichtiges wirtschaftliches
Ziel für
eine Abgasanlage ist daneben ein günstiger Preis. Ein niedriges
Gewicht und kompakte Abmessungen, die für die Integration in das Fahrzeug
wichtig sind, gewinnen zunehmend mehr an Bedeutung. Je nach Fahrzeug-
und Motorgröße kann
eine komplette Abgasanlage vom Abgaskrümmer bis zum Endrohr zwischen
20 und 45 kg wiegen. Alle Komponenten beeinflussen die Akustik der
Abgasanlage, allerdings in ganz unterschiedlicher Weise. Dabei spielt
sowohl die objektive Bewertung der Geräuschabstrahlung der Mündung und
der Oberfläche
der Abgasanlage, die bekanntermassen für die Geräuschemission in der beschleunigten
Vorbeifahrt von Wichtigkeit ist, als auch das subjektive Empfinden
des Beobachters zum Klangbild eine wichtige Rolle.
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Die Akustik der Abgasanlage hängt neben dem
Ladungswechselgeräusch
des Motors in wesentlichem Mass von der konstruktiven Auslegung des
Abgassystems ab. Hierbei spielen insbesondere die Symmetrie des
Hosenrohres, Anzahl und Lage der Schalldämpfer sowie der Durchmesser
der Verbindungsrohre eine dominante Rolle. Bei ungünstiger Auslegung
kann die Abgasanlage verstärkende
Geräusche
erzeugen. Die heute zunehmend übliche Mehrventil-Technik
des Antriebs führt
zu einer deutlichen Erhöhung
des in die Abgasanlage eintretenden Schallpegels. Die künftige weitere
Reduktion des Geräuschgrenzwerts
der beschleunigten Vorbeifahrt erfordert jedoch eine deutliche Absenkung
des Mündungsgeräuschs. Diese
erforderliche Pegelreduktion wurde bisher im wesentlichen durch
eine Volumenerhöhung
der Schalldämpfer
erreicht, was jedoch schnell an die Grenzen des vorhandenen Bauraums stösst. Zur
optimalen Nutzung des in der Unterbodengruppe zur Verfügung stehenden
Bauraumes werden daher auch bei Fahrzeugen mittlerer Größe vermehrt
Schalldämpfer
in Schalenbauweise eingesetzt. Diese Schalen-Schalldämpfer haben
in der Regel eine große
und ebene Oberfläche,
die die Schallabstrahlung begünstigt.
Ein solcher Schalen-Schalldämpfer
ist z.B. in der MTZ Motortechnische Zeitschrift, Jahrgang 62, 2001,
vol. 3, S. 3 ff. beschrieben.
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Aus diesen Gründen hat die Oberfläche der Abgasanlage
als Schallquelle in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung bei
der Auslegung von Abgasanlagen gewonnen. Bei Motoren hoher spezifischer Leistung
und ungünstiger
Schalldämpfer-Geometrien kann
die Oberflächen-Schallabstrahlung
sogar dominant sein. Die Geräuschemission
und somit das Layout der Abgasanlage muss bewertet und optimiert werden.
Unterbleibt dies, ist die Gefahr gross, dass durch eine ungünstige Aufteilung
des Schalldämpfervolumens
und Anordnung der Schalldämpfer
wesentlich mehr Volumen verbaut wird als nötig, oder dass Zugeständnisse
bezüglich
des Abgasgegendrucks und somit des Leistungsverlusts der Brennkraftmaschine
des Fahrzeugs erforderlich werden.
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Die Erhöhung des Volumens führt auch
zu einer weiteren, unerwünschten
Gewichtszunahme. Weiterhin beeinflusst das Layout der Abgasanlage über die
Volumenverteilung und Länge
der Verbindungsrohre nicht nur wesentlich die Geräuschemission,
sondern auch über
die damit verbundene Massenverteilung und Gesamtmasse das Eigenresonanzverhalten
mechanischer Schwingungen, was sowohl die Dauerschwingfestigkeit
der Anlage als auch das Geräuschniveau
in der Fahrgastzelle beeinflusst. Weiterhin geht der Trend aufgrund
der zunehmenden Bauraumrestriktionen eher dahin, das Verhältnis von
Oberfläche
zu Volumen des Schalldämpfers
zu verringern.
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Sowohl der Körperschall als auch die Schallabstrahlung
hängen
von den physikalischen Parametern des Schalldämpferbauteils ab. Solche Parameter
sind die Biegesteifigkeit und die Massenbelegung des Bauteils, die
durch die Bauteilgeometrie festgelegt werden. Ebenfalls Einfluss
haben Werkstoffeigenschaften wie das Elastizitätsmodul und die Dichte, welche
durch das verwendete Material vorgegeben und daher nicht wesentlich
variierbar sind. Die Dämpfung
des Bauteils ist ein wesentlicher Parameter, jedoch schwer zu quantifizieren.
Die Änderung bestimmter
Größen kann
sich unterschiedlich auf Körperschallmass
und Abstrahlmass auswirken. So bewirkt eine Vergrößerung der Biegesteifigkeit
im Allgemeinen eine Verringerung des Körperschallmasses, jedoch im
Allgemeinen eine Erhöhung
des Abstrahlmasses, wobei der Körperschalleinfluss
meist dominierend ist. Selbst für
einfache Geometrien ist eine Modellierung und eine Vorhersage der
Eigenschaften des späteren
Bauteils schwierig, da die Parameter sehr komplex miteinander Wechselwirken.
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Zur Erhöhung der Biegesteifigkeit ist
es bekannt, so genannte Sicken in die Oberfläche des Schalldämpfers einzubringen.
Es sind Sicken mit verschiedenen Formen bekannt, wie etwa Regenwurmsicken
oder Golfballsicken. Regenwurmsicken sind längliche Gebilde, die ähnlich wie
ein Regenwurm geformt sind, während
Golfballsicken konkave oder konvexe halbkugelförmige Gebilde in der Art von Golfbällen sind.
Solche Golfballsicken sind z.B. aus der Zeitschrift Automobilindustrie
6/2002 bekannt.
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Aus dem gattungsgemäßen Dokument
DE 198 49 118 A1 ist
ein Abgasschalldämpfer
bekannt, der aus Halbschalen gefertigt ist, die einen im Wesentlichen
ebenen Boden aufweisen. In den Boden der Oberschale sind mehrere
nach aussen gerichtete längliche
Ausbuchtungen bzw. Sicken vorgesehen. Die Sicken versteifen zum
einen das Gehäuse
und tragen, wie oben angesprochen, zur Reduzierung der Schallerregung
in Folge von Schwingungen bei. Zum anderen bilden die Sicken im
Innenraum des Schalldämpfergehäuses entsprechende
Ausbuchtungen, welche im Inneren des Schalldämpfergehäuses zusätzliche Volumina jenseits der
Ebene des Bodens schaffen.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen
Schalldämpfer
mit weiter verbesserten Dämpfungseigenschaften
anzugeben, sowie ein Verfahren zu dessen Auslegung.
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Die Aufgabe wird jeweils durch die
Merkmale der unabhängigen
Ansprüche
gelöst.
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Gemäß der Erfindung ist eine optimierte
Gehäuseoberfläche mit
Sicken vorgesehen, wobei sich die Gestalt und/oder die Anordnung
der Sicken durch gezielte Unregelmäßigkeit zur Verminderung der Schallabstrahlung
des Schalldämpfers
auszeichnet.
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Bevorzugt weisen erfindungsgemäße Sicken im
Allgemeinen keine Symmetrielinie in der Querschnittsfläche parallel
zur Gehäuseoberfläche des Schalldämpfers auf.
Weiterhin bevorzugt weist der Flächenanteil
der einzelnen Sicken im Verhältnis
zur Gesamtfläche
des Schalldämpfers
eine breite Verteilung auf. Des Weiteren ist es günstig, eine
breite, vorzugsweise kontinuierliche Verteilung der Krümmungen
von Umrandungskurven der Sicken vorzusehen.
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Weitere Vorteile und günstige Ausgestaltungen
der Erfindung sind auch unabhängig
von der Formulierung den Patentansprüchen, der Beschreibung und
den Zeichnungen zu entnehmen.
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Die Erfindung ist anhand von Zeichnungen näher beschrieben,
wobei die Figuren zeigen:
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1 eine
Sicht von schräg
oben auf einen Schalldämpfer
mit bevorzugten Sicken, die durch Isolinien dargestellt sind,
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2 eine
Draufsicht von schräg
unten auf den Schalldämpfer
aus 1 mit bevorzugten
Sicken,
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3 eine
Ansicht des Inneren eines Schalldämpfers mit Funktionsflächen, welche
den Schalldämpfer
in Segmente aufteilen,
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4 einen
Schnitt durch eine klassische Regenwurmsicke,
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5 eine
bevorzugte Größenverteilung
von bevorzugten Sicken als Funktion der Sickenzahl,
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6 eine
bevorzugte Größenverteilung
von bevorzugten Sicken bezogen auf die Gesamtoberfläche eines
Schalldämpfers
als Funktion der Sickenzahl,
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7 eine
bevorzugte Verteilung von bevorzugten Sicken bezogen auf den Flächenanteil
der Sicken,
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8 den
Vergleich der Schallpegel bei klassischen Sicken (a0,
b0, c0) und Sicken
gemäß der Erfindung
(a1, b1, c1).
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Die Funktion bekannter Sicken in
einem Schalldämpfergehäuse besteht
vorrangig in der Erhöhung
der Biegesteifigkeit des Gehäuses
sowie der Strömungsführung. Üblicherweise
werden ferner Oberflächen
des Schalldämpfergehäuses durch Funktionsflächen unterteilt.
Diese Teilbereiche der Gehäuseoberfläche dienen
im Allgemeinen als Sitz für
Böden.
Die Teilbereiche wirken jeweils als Reflexionskammern im Innern
des Schalldämpfers,
in denen der Schall gedämpft
werden soll, wobei üblicherweise
Parallelität
zwischen den Bödensitzen
besteht. Um die Biegesteifigkeit zu erhöhen, ist eine Mindestanzahl
Böden vorzusehen,
in denen regelmäßig Sicken
eingelassen sind. Demgegenüber
können
die erfindungsgemäße Gestalt
und/oder Anordnung der Sicken in einem vorzugsweise numerischen
Optimierungsprozess bestimmt werden, die in einer möglichst
geringen Schallabstrahlung des Schalldämpfers resultiert.
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Bei dem erfindungsgemäßen Optimierungsprozess
erfolgt zunächst
eine numerische Ermittlung der Gaspulsation im Schalldämpfer, d.
h. eines Druckfeldes p(x, t, u(x)). Hierbei kennzeichnet x einen
Ort auf der Innenfläche
eines Schalldämpfergehäuses. Da
die Wandstärke
des Schalldämpfers
im Vergleich zu charakteristischen Maßen, wie Länge und Breite und Höhe, gering
ist, ist vorzugsweise der Unterschied zwischen Innen- und Aussenfläche für den Wert
von x vernachlässigbar.
Weiterhin kennzeichnet t die Zeit und u(x) einen Verschiebungsvektor
der Aussenfläche
eines versickten Schalldämpfers
zu der Aussenfläche
eines unversickten Schalldämpfers.
Die Grösse
u(x) definiert daher die Sicken. Empirisch hat sich ergeben, dass
für das
Drucksignal die Abhängigkeit
vom Verschiebungsvektor u(x) häufig
vernachlässigbar
ist. Aus dem Druckfeld p(x, t, u) resultiert ein Geschwindigkeitsfeld
v(x, t, u(x)) auf der Aussenfläche
des Schalldämpfers.
Dieses Geschwindigkeitsfeld v(x, t, u(x)) führt zur Emission von Schall.
Eine optimierte Gehäuseoberfläche zeichnet sich
nun dadurch aus, dass die Schallemission verringert bzw. auf einen
zulässigen
Wert beschränkt wird.
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In 1 ist
als Draufsicht von schräg
oben ein erfindungsgemäßer Schalldämpfer mit
einem an sich bekannten Grundkörper
aus zwei Halbschalen und einer Anzahl Sicken dargestellt, während 2 eine Sicht auf die Unterseite
des Schalldämpfers
der 1 zeigt. Die Sicken
können
sich sowohl in das Innere des Schalldämpfers als auch aus dem Schalldämpfer heraus
erstrecken. Die Halbschalen des vorzugsweise vorgegebenen Grundkörpers können dabei
einwandig oder doppelwandig ausgeführt sein.
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Der Schalldämpfer umfasst ein Schalldämpfergehäuse 1 mit
zumindest einem Einlass 3 und einem Auslass 4 für ein Abgas
auf, welchen jeweils eine oder mehrere übliche Öffnungen und im Inneren des
Schalldämpfers
verlaufende Rohre zugeordnet sein können. In die Gehäuseoberfläche 2 sind
eine oder mehrere Funktionsflächen 8 sowie
eine oder mehrere Sicken 5, 6, 7 eingelassen.
Der Übersichtlichkeit
wegen sind nicht alle vorhandenen Sicken gekennzeichnet, die in
den Figuren jedoch aufgrund ihrer unregelmäßigen Formen leicht zu erkennen
sind.
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Die Funktionsflächen 8 teilen den
Schalldämpfer
in drei innere Segmente 9 ein, an die sich zu beiden Seiten
noch die Endstücke
des Schalldämpfergehäuses 1 anschließen, die ebenfalls
mit Sicken 5, 7 versehen sind. Die Funktionsflächen 8 sind
sickenartig ausgebildet, jedoch ist ihre Aufgabe vorrangig einen
Bodensitz des Schalldämpfers
zu gewährleisten.
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In 3 ist
die Innenansicht eines Schalldämpfers 1 ohne
Gehäuse 2 dargestellt,
so dass nur die innen verlaufenden Rohre 11 zur Abgasführung und
Rahmen für
Böden 10 zu
erkennen sind. Die Böden 10 korrelieren
mit der Lage der Funktionsflächen 8 und
definieren dazwischen liegende Segmente 9. Die Abgaspulsationen
in den Rohren 11 sind eine Quelle für den abgestrahlten Schall.
Je nach Gehäuse,
welches die Anordnung umschließt,
kommt es zu mehr oder weniger Schallabstrahlung.
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Aus dem Stand der Technik bekannte
klassische Sicken zeichnen sich durch eine Gestalt mit Konturen
mit hoher Symmetrie aus, wie z. B. die Trapezsicke, deren Querschnitt
trapezförmig
ist oder die Regenwurmsicke. Bei der klassischen Regenwurmsicke
kann leicht eine stetige Symmetrielinie gefunden werden, deren Abstand
vom Sickenrand sich dadurch auszeichnet, dass zu einem Punkt auf
der Symmetrielinie zwei gegenüberliegende
Randpunkte gefunden werden können,
deren normaler Abstand zu diesem Punkt auf der Symmetrielinie im
wesentlichen gleich gross ist, wobei jeweils Flächen parallel zur Gehäuseoberfläche 1 betrachtet
werden.
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Bei der in 4a dargestellten Regenwurmsicke erzeugt
die Verbindungslinie zwischen den beiden Randpunkten R1 und
R2 und dem Punkt P auf der Symmetrielinie
Sp, mit den Tangenten T1, T2 der Randkurven
der Sicken in den beiden Randpunkten jeweils zwei Winkel α1 und β1,
sowie α2 und β2. Diese Winkel α, β haben im Allgemeinen die Eigenschaft, dass α ≤ 90° (±0,5°) und β ≥ 90° (±0,5°), sowie α + β = 180° (±1 °). Die bekannten
Sicken haben weiterhin meistens die Eigenschaft, dass α1 = α2 (±0,5°), während dies
bei optimierten Sicken 5, 6, 7 gemäss der Erfindung
im allgemeinen nicht der Fall ist. Vielmehr können bei erfindungsgemäßen Regenwurmsicken die
Winkel α, β fluktuieren,
so dass α1
ungleich α2
ist mit einer Abweichung von mindestens ±1 °, bevorzugt ±10°. Alternativ oder zusätzlich können die
Winkel α1 und α2 ungleich sein mit Abweichung von ±5°, bevorzugt ±10 °.
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In 4b ist
eine Querschnittsdarstellung entlang einer Schnittebene A – A' der Regenwurmsicke 4a gezeigt.
Die Innenkontur IK der Regenwurmsicke hat dabei eine annähernd kreisförmige Form, ist
jedoch im Stand der Technik auch dreieckförmig oder dgl. ausgebildet.
Erfindungsgemäß ist die
Innenkontur einer Sicke fluktuierend. Beispielsweise kann ein variierender
Krümmungsradius
vorgesehen sein. Insbesondere kann die Innenkontur des Querschnitts
entlang einer Längslinie
L fluktuieren, wobei die Längslinie
L eine entlang einer longitudinalen Ausdehnung der Sicke verlaufende
im Allgemeinen nicht symmetrisch zu den Randkurven der Sicke liegende
die Länge
der Sicke charakterisierende Parameterkurve ist. Empirisch hat sich
gezeigt, dass im Allgemeinen ein gewisser minimaler Anteil der Unregelmäßigkeiten
aufweichenden Sicken an der Gesamtanzahl der Sicken erforderlich
sind, um eine effektive Verminderung der Schallabstrahlung zu erreichen,
so dass beispielsweise Sicken mit einer Unregelmäßigkeit in einem Endbereich,
beispielsweise in 4a der
Endbereich E nicht den gewünschten Dämpfungseffekt
erreichen.
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Neben Sicken mit Longitudinalsymmetrie gibt
es im Stand der Technik auch Sicken mit Rotationssymmetrie, wie
die erwähnte
Golfballsicke. Hierbei werden Symmetrieelemente durch Drehung um eine
Symmetrieachse zur Deckung gebracht. Erfindungsgemäß wird eine
erhöhte
Schalldämpfung
erreicht, wenn derartige Sicken durch Fluktuationen der Symmetriewinkel
gezielt einer erhöhten
Unregelmäßigkeit
unterworfen werden. Die Symmetrielinie bekannter Sicken kann je
nach Sickentyp, etwa bei der Golfballsicke, auch zu einem Symmetriepunkt degenerieren,
da eine Golfballsicke beliebig viele Symmetrieflächen aufweisen kann.
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Ferner sind bilateralsymmetrische
Sicken bekannt, die durch eine Ebene in zwei spiegelbildlich gleiche
Hälften
zerlegt werden können.
Entsprechende erfindungsgemäße Sicken
zeichnen sich zumindest durch Fluktuationen der symmetrischen Elemente
derartiger klassischer Sicken aus.
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Bei den bekannten Sicken weicht ferner
der normale Abstand zwischen den beiden Randpunkten unter Einbeziehung
des Punktes auf der Symmetrielinie höchstens um ±10%, bevorzugt ±5%, besonders bevorzugt ±1 % von
der charakteristischen Sickenbreite ab. Solche Abweichungen können sich
z. B. durch Fertigungstoleranzen ergeben und sind nicht gezielt
im Sinne der Erfindung eingebracht.
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Die bekannten Sicken zeichnen sich
weiter dadurch aus, dass ihre Umrandungen durch gerade Abschnitte
und im wesentlichen gleichmäßig gekrümmte Bereiche
gebildet sind, wobei bei dieser Charakterisierung die Krümmung des
Grundkörpers nicht
berücksichtigt
wird. Die Radien der Umrandung sind daher dergestalt, dass sie praktisch
nur wenige diskrete Werte annehmen.
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Dagegen weisen Gestalt und/oder Anordnung
der erfindungsgemäßen Sicken 5, 6, 7 gezielte Unregelmäßigkeiten
auf. Die gezielten Unregelmäßigkeiten
der Sicken 5, 6, 7 können gemäss der Erfindung eine oder
mehrere aus der Gruppe der folgenden Eigenschaften aufweisen:
- – die
Gestalt der Sicke 5, 6, 7 weist eine
verminderte Symmetrie auf. Insbesondere sind die Sicken 5, 6, 7 in
Schnittebenen parallel zur Gehäuseoberfläche 2 bezogen
auf ihre in der Schnittebene liegende Umrandungskurve im Wesentlichen
symmetrielinienfrei. Vorzugsweise weisen zwischen 10% und 90% der
Sicken 5, 6, 7 keine Symmetrieachse oder
Symmetrielinie auf. Dabei sollte zweckmäßigerweise auf Planarität normiert
werden, da die Sicken Raumgebilde sind und Symmetrielinien der Sicken
nach dem Stand der Technik aus Punkten lokaler Symmetrie gebildet sind.
- – Flächenanteile
der einzelnen Sicken 5, 6, 7 weisen bezogen
auf die Fläche
der Gehäuseoberfläche 2 eine
Verteilung mit einer nichtlinearen Hüllkurve auf, wie etwa eine
Gaußverteilung,
eine Poissonverteilung oder dergleichen.
- – Umfangskurven
der Sicken 5, 6, 7 weisen Krümmungen
mit im wesentlichen kontinuierlicher Verteilung auf. Dabei beträgt der gekrümmte Kurvenanteil der
Umlaufkante von Sicken 5, 6, 7 bezogen
auf eine einzelne Sicke vorzugsweise mindestens 30%. Der gerade
Anteil der Umfangskurven ist vorzugsweise minimal 10%, wobei unter „gerade" vorzugsweise mindestens
1 cm Länge
verstanden wird und wobei auf 1 cm höchstens 1 mm Abweichung zu
beobachten ist. Die Wölbung
des Grundkörpers
des Schalldämpfergehäuses 1 wird
dabei sinnvollerweise herausgenommen.
- – Die
Einpresstiefe der Sicken 5, 6, 7 relativ
zur Gehäuseoberfläche fluktuiert;
insbesondere hat 80% der im Boden der Sicke liegenden Fläche eine
Höhenveränderung
von 30%, 40%, 50% oder 60% der tiefsten Einpresstiefe. Die Sicken 5, 6, 7 sind
keine geraden Streifensicken; insbesondere weisen sie keine Symmetrielinie
auf.
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Vorzugsweise werden die Sicken mit
einer gezielten Unordnung zur Verminderung der Schallabstrahlung
in der Gehäuseoberfläche angeordnet.
Die Anordnung kann dabei entlang einer Längs- oder Querrichtung des
Schalldämpfergehäuses (1)
erfolgen. In Abhängigkeit
von der Position der Sicken auf der Gehäuseoberfläche verändert sich insbesondere die
Biegesteifigkeit auch bei ansonsten unveränderter Bauteilgeometrie.
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Neben Sicken, die in einer Schnittebene
parallel zur Gehäuseoberfläche eine
einfach zusammenhängende
Fläche
mit einer unregelmäßigen Kontur
aufweisen, weisen andere erfindungsgemäße Sicken eine Topologie mit
einem höheren
Zusammenhang auf. In 1 ist
mit Sk eine Sicke mit Enklave bezeichnet, bei der im Inneren einer
Sicke eine unversickte Insel angeordnet ist. Als unversickt werden
hier Bereiche der Oberfläche
bezeichnet, die der ursprünglichen
Oberfläche
des Schalldämpfergehäuses 1 zugehörig sind.
Im einfachsten Fall können
dadurch kreisförmige
Strukturen entstehen, wobei jedoch Unregelmäßigkeiten durch die Außenkontur
der Sicke oder die Innenkontur der Sicke bzw. die Kontur der Enklave
oder Insel oder durch beides auftreten. Ferner können auch kompliziertere Formen
mit mehr als einer unversickten Enklave vorgesehen sein.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung schwankt der Flächenanteil
einzelner Sicken 5, 6, 7 im Verhältnis zur
Gesamtfläche
aller Sicken 5, 6, 7, insbesondere gibt
es einzelne Sicken 5, 6, 7, die sich
in ihrer Fläche
deutlich von den Flächen anderer
Sicken 5, 6, 7 abheben. Dies ist in 5 dargestellt. So weist
eine Mehrzahl der Sicken 5, 6, 7 eine
relativ geringe Fläche
auf. In diesem Beispiel weisen 25 von 28 Sicken eine Fläche unterhalb
von 100 cm2 auf, während wenige einzelne Sicken
deutlich größere Flächen bis
zu 250 cm2 aufweisen.
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Die Krümmung der Umrandungskurven
der Sicken 5, 6, 7 unterliegt bei einer
weiteren Ausführungsform
einer breiten Verteilung und ist nicht durch wenige diskrete Werte
gekennzeichnet. Beispielsweise sind mindestens 2, 3 oder 4 verschiedene
Werte von Krümmungsradien
vorgesehen. Hierbei haben Krümmungsradien
verschiedene Werte, wenn sie ausserhalb von vorgegebenen Toleranzbändern liegen.
Beispiele hierfür
sind Abweichungen von 0,5 mm, 1 mm, 2 mm, 3 mm oder 5 mm, insbesondere
für Sicken
mit einer Fläche > 1 cm2.
Weiterhin weisen vorzugsweise rund 30% der Sicken 5, 6, 7 mit
einer Fläche > 1,5 cm2 hierbei
Krümmungsradien
mit dem Verhältnis > 1,5 auf.
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Der Flächenanteil aller Sicken 5, 6, 7 im
Verhältnis
zur gesamten Oberfläche
des Schalldämpfers 1 liegt
bei vorzugsweise bei höchstens
50%, besonders bevorzugt höchstens
30%. Dabei kann der Sickenflächenanteil
an den einzelnen, durch Funktionsflächen 8 definierten
Böden 9 zwischen
etwa 3% und etwa 70%, bevorzugt zwischen 5% und etwa 60%, der jeweiligen
Aussenfläche
des Gehäuses 1 betragen.
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Bezogen auf die Gesamtoberfläche des Schalldämpfers liegt
die Fläche
der einzelnen Sicken 5, 6, 7 zwischen
0,05% und 10% der Gesamtoberfläche,
bevorzugt zwischen 0,1 % und 5%. Dies ist in 4 dargestellt.
Eine Mehrzahl von Sicken, im Beispiel etwa 25 von 28 Sicken, weist
einen Flächenanteil
von höchstens
2 % der Gesamtoberfläche
auf, während einige
wenige Sicken wesentlich grössere Flächenanteile
von bis zu 5% einnehmen. Die absolute Anzahl der Sicken kann selbstverständlich bei verschiedenen
Schalldämpfern
unterschiedlich sein und individuell abgestimmt werden.
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In 5 ist
eine bevorzugte Verteilung von erfindungsgemäßen Sicken bezogen auf den
Flächenanteil
der Sicken veranschaulicht. Dabei zeigt die Abszisse relative Sickenzahl
S und die Ordinate den zugehörigen
relativen Flächenanteil.
Die Gesamtheit aller Sicken wird durch den Punkt S/F = 1 gekennzeichnet
mit einem Flächenanteil
von 1. Bei Sicken gleicher Grösse
ergibt sich als Verteilung eine Gerade. Bevorzugt ist jedoch eine
sublineare Verteilung der Flächen über die
Sickenzahl, wie an der Kurve unterhalb der Geraden zu erkennen ist.
Bei einem Verhältnis
von 0,4 ergibt sich ein Flächenanteil
von 0,1. Dies bedeutet dass 25% der erfindungsgemäßen Sicken
einen Flächenanteil
von weniger als 0,1 der gesamten Sickenfläche der erfindungsgemäßen Sicken
einnehmen. Bei einem Wert von F/S = 0,85 ergibt sich ein Flächenanteil
von 0,6. Dies bedeutet, dass knapp 75% der Sicken einen Flächenanteil
von 0,6 einnehmen.
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Günstig
ist, wenn Flächen
einzelner Sicken 5, 6, 7 bezogen auf
die Gesamtfläche
aller Sicken 5, 6, 7 Abweichungen von
mehr als 50% von einem Mittelwert aufweisen.
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Weiterhin ist günstig, wenn die prozentuale Verteilung
der Flächen
einzelner Sicken 5, 6, 7 bezogen auf
die Gesamtfläche
der Gehäuseoberfläche 2 nichtlinear
ist.
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In einer zweckmässigen Anordnung der Sicken 5, 6, 7 sind
diese auf zwei gegenüberliegenden oberen
und unteren Schalen der Gehäuseoberfläche 2 unsymmetrisch
zueinander angeordnet, wie im Vergleich der Ansichten von 1 und 2 deutlich zu erkennen zu erkennen ist.
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Im Übergangsbereich zwischen den
Sicken und der Gehäuseoberfläche (2)
sind bei den erfindungsgemäßen Sicken
Stufen vorgesehen, die Unregelmäßigkeiten
zur Verminderung der Schallabstrahlung aufweisen können. Bevorzugt
sind Sicken mit einem zur Gehäuseoberfläche (2)
im Wesentlichen parallelen Boden, wenn die Sicke eine bestimmte
vorgegebene Tiefe erreicht oder überschreitet.
Jedoch sind auch Sicken, insbesondere weniger tiefe Sicken, mit
einem schiefen Boden, vorgesehen.
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8 zeigt
beispielhaft die Schallabstrahlung eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers als Funktion
einer Motordrehzahl. Funktionsflächen 8 teilen
das Schalldämpfergehäuse 1 in
drei Bereiche ein, welche jeweils Sicken aufweisen. Dabei geben die
Kurven a0, a1 die Schallabstrahlung
des linken, b0, b1 die
Schallabstrahlung des rechten Bereichs und c0, c1 die Schallabstrahlung des mittleren Bereichs
des Schalldämpfergehäuses 1 wieder.
Die Schallabstrahlung wurde in einer Entfernung vom Schalldämpfergehäuse 1 bestimmt,
welche noch ausreichend ist, um verschiedenen Gebiete des Schalldämpfers akustisch
unterscheiden zu können,
wobei eine Schallabstrahlung mit einem Frequenzgemisch im Bereich
um 250 Hz erzeugt wurde. Die Kurvenschar a0,
b0, c0 wurde einem
Schalldämpfer
gewonnen, welcher mit üblichen,
klassischen Sicken versehen ist. Alle drei Kurven steigen mit zunehmender
Motordrehzahl im Mittel monoton an, z.B. a0,
b0 in diesem Beispiel zwischen 1000 und
5000 1/min von etwa 70 bis maximal 100 dB an, wobei der mittlere
Bereich eine um etwa 5 dB geringere Schallabstrahlung erzeugt als
die beiden Endbereiche, deren Schallabstrahlung in etwa gleich gross
ist.
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Wird eine gleichartige Schalldämpfergehäusekonfiguration
jedoch mit Sicken 5, 6, 7 gemäss der Erfindung
versehen, so zeigt sich eine deutliche Verminderung in der Schallabstrahlung.
Die Schallabstrahlung ist gemäss
der Kurvenschar a1, b1,
c1 im Mittel um rund 10 dB geringer als
die Werte der Kurvenschar a0, b0,
c0 mit den bekannten Sicken. Um eine vergleichbare
Dämpfung
des Pegels an Schallabstrahlung zu erzeugen, kann ein Schalldämpfer gemäss der Erfindung
mit einer geringeren Zahl an Böden
auskommen als ein Schalldämpfer
in klassischer Ausführung.
Dies ermöglicht
eine vereinfachte Herstellung mit den entsprechenden Einsparungspotential
an Herstellkosten, Bearbeitungszeit und Werkzeugen. Vorzugsweise
kann die Zahl der Böden 9 verglichen
mit einer Anordnung mit regelmäßigen Sicken
um mindestens einen Boden 9 verringert sein. Andererseits
kann bei gleicher Zahl an Böden
mittels der erfindungsgemäßen Sicken 5, 6, 7 ein
deutlich geringeres Mass an Schallabstrahlung erreicht werden.