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Die vorliegende Erfindung betrifft
Acrylsäurealkylester-Mischungen
enthaltend einen geringen Anteil an schwefelhaltigen Verbindungen,
deren Verwendung zur Odorierung von Flüssiggas, ein Verfahren zur
Odorierung von Flüssiggas
und Flüssiggas
enthaltend diese Mischungen.
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Die Einsatzbereiche von Flüssiggas
sind vielfältig.
Beispielhaft seien die Verwendung als Brenngas (beispielsweise als
Campinggas, als Motorkraftstoff und Autogas, in Gasfeuerzeugen,
in Haushalt und Industrie), als Treibgas (z.B. für Sprays) und als chemischer
Rohstoff genannt.
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Unter Gasodorierung versteht man
den Zusatz geruchsintensiver, als Warn- oder Alarmstoffe wirkender
Substanzen (Odoriermittel) zu Gasen, die keinen Eigengeruch aufweisen,
d.h. zu ansonsten im Wesentlichen oder gänzlich geruchlosen Gasen.
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Unter Flüssiggas werden allgemein Gase
verstanden, die bei geringen Drücken
und bei 20°C
in den flüssigen
Zustand überführt werden
können.
Im engeren Sinne besteht Flüssiggas
(LPG, liquefied petroleum gas) im Wesentlichen aus Propan, Propen,
Butan und Buten. Im engeren Sinne werden unter Flüssiggas
Propan und n-Butan bzw. deren Mischungen verstanden, die daneben
auch Anteile an ungesättigten
und/oder verzweigten Kohlenwasserstoffen wie Propen, Isobutan, 1-Buten,
cis-2-Buten, trans-2-Buten, oder Isobuten enthalten können. Die
Anforderungen an die Zusammensetzung von Flüssiggas sind in der DIN 51622
und dem DVGW-Arbeitsblatt G 280 beschrieben (DVGW = Deutscher Verein
des Gas- und Wasserfaches e.V.).
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Auf Grund seines hohen Reinheitsgrades
ist das heute verwendete Flüssiggas
an sich nahezu geruchlos.
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Wenn Leckagen nicht rechtzeitig bemerkt
werden, bauen sich schnell explosionsfähige Gas/Luft-Gemische mit
hohem Gefahrenpotenzial auf.
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Aus Sicherheitsgründen wird Flüssiggas
deswegen durch Zusatz von geruchsintensiven Stoffen odoriert. Die
Odoriermittel sind auch noch in großer Verdünnung wahrnehmbar und rufen
auf Grund ihres aussergewöhnlich
unangenehmen Geruchs wunschgemäß eine Alarmassoziation
beim Menschen hervor. Das Odoriermittel muss nicht nur unangenehm
und unverwechselbar riechen, sondern vor allem eindeutig einen Warngeruch
darstellen. Daher darf der Geruch des odorierten Gases dem Menschen
nicht aus dem Alltag, z.B. aus Küche
und Haushalt, geläufig
sein.
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Für
Flüssiggas übliche Odoriermittel
bestehen meist aus Einzelstoffen oder Mischungen von Einzelstoffen
aus der Gruppe der Mercaptane oder Sulfide wie beispielsweise Ethylmercaptan,
n-Propylmercaptan, Isopropylmercaptan, tert.-Butylmercaptan (TBM), Tetrahydrothiophen,
Dimethylsulfid, Diethylsulfid. Ethylmercaptan ist dabei das am meisten
verwendete Odoriermittel für
Flüssiggas.
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Mercaptane sind für eine zuverlässige Odorierung
von Flüssiggas
hervorragend geeignet. Im Zuge eines sensibleren Umgangs mit der
Umwelt ist jedoch zu beachten, dass bei der Verbrennung derart odorierter Gase
Schwefeloxide als Verbrennungsprodukte anfallen – landesweit einige hundert
Tonnen pro Jahr. Andere bekannte Probleme der Mercaptane oder Sulfide
sind Korrosion, Wechselwirkung mit Metalloberflächen (z.B. Adsorption an Gebindewandungen)
oder die Unverträglichkeit
von Metallkatalysatoren gegebüber
diesen Verbindungen.
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Da eine Reduzierung von Schwefelverbindungen
angestrebt wird, wurden bereits Versuche unternommen, schwefelarme
Odoriermittel zu entwickeln.
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In
JP-A 55-104393 ist beschrieben, dass Odoriermittel
enthaltend ein Alkin und mindestens 2 Verbindungen gewählt aus
einer Gruppe bestehend aus Methylacrylat, Ethylacrylat, Methylmethacrylat,
Allylmethacrylat, Ethylpropionat, Methyl-n- butyrat, Methyl-iso-butyrat und Prenylacrylat,
sowie gegebenenfalls tert.-Butylmercaptan,
zur Odorierung von Brenngasen geeignet sind. Die Menge an Odoriermittel
liegt gewichtsbezogen bei 50 ppm (mg/kg Gas), bevorzugt bei größer oder
gleich 100 ppm. Die besten Ergebnisse bei LPG wurden mit Mischungen
umfassend TBM erhalten. Durch Zugabe von 2-Butin (50 ppm) zu einer
Mischung aus Methylacrylat (50 ppm), Allylacrylat (100 ppm) und
TBM (5 ppm) wurde eine bessere Odorierwirkung erzielt. Das beste
Resultat zeigte eine Mischung aus 2-Butin (50 ppm), Allylmethacrylat
(20 ppm), Methylacrylat (20 ppm), Methyl-n-butyrat (20 ppm), Methyl-iso-butyrat
(20 ppm), Ethylpropionat (20 ppm) und TBM (5 ppm).
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JP-B 51-034841 beschreibt, dass Ethylacrylat
oder n-Valeriansäure
alleine eingesetzt, auf Grund ihrer geruchlichen Eigenschaften,
nicht ausreichend odorierend wirken. Die optimierte Mischung umfasste
50–90 Gew.-%
Ethylacrylat, 10-50
Gew.-% n-Valeriansäure
und optional Triethylamin. Eine Mischung bestehend aus 60 Gew.-%
Ethylacrylat und je 20 Gew.-% n-Valeriansäure und Triethylamin wurde
einem gasförmigen
Brenngas mit 10 mg/m
3 zugesetzt.
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Odoriermittel für Brenngase bestehend aus Ethylacrylat
(70 Gew.-%) und tert.-Butylmercaptan
(30 Gew.-%) sind aus
JP-B
51-021402 bekannt. Diese Mischung wurde einem gasförmigen Brenngas
in einer Menge von 5 mg/m
3 zugesetzt.
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Geruchsstoffe zur Odorierung von
Heizgasen bestehend aus a) 30-70 Gew.-% C
1-C
4-Alkylmercaptanen,
b) 10-30 Gew.-% n-Valeraldehyd und/oder Isovaleraldehyd, n-Buttersäure und/oder
Isobuttersäure
sowie gegebenenfalls c) bis zu 60 Gew.-% Tetrahydrothiophen sind
in
DE-A 31 51 215 beschrieben.
Diese Odoriermittel wurden Heizgas in Mengen von 5-40 mg/m
3 zugesetzt.
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Mischungen enthaltend a) 1 Gewichtsanteil
Dimethylsulfid, b) 0,8-3 Gewichtsanteile tert.-Butylmercaptan und
c) 0,1-0,2 Gewichtsanteile tert.-Heptylmercaptan oder 0,05-0,3 Gewichtsanteile
tert.-Hexylmercaptan zur Odorierung von Brenngasen sind aus
JP-A 61-223094 bekannt.
Diese Mischungen wiesen einen Geruch von tert.-Butylmercaptan auf, der mit dem Geruch
von Stadtgas assoziiert wird.
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Die Verwendung von Norbornen-Derivaten
zur Brenngas-Odorierung ist aus
JP-A 55056190 bekannt. LPG wurde mit 40 mg/kg
mit einer Mischung aus gleichen Teilen 5-Ethyliden-2-norbornen und
5-Vinyl-2-norbornen bzw. mit 50 mg/kg mit einer Mischung aus 80
Gew.-% 5-Ethyliden-2-norbornen und 20 Gew.-% Ethylacrylat versetzt.
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Gemische zur Odorierung von Stadtgas
enthaltend Norbornen oder ein Norbornen-Derivat und ein Verdünnungsmittel sind in
DE-A 100 58 805 beschrieben.
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Mischungen von C
4-C
7-Aldehyden und Schwefelverbindungen sind
als Odoriermittel in
JP-A 50-126004 beschrieben.
Die Odorierung von 1 kg Propan wurde mit 50 mg einer Mischung aus
60 Gew.-% Valeraldehyd und 40 Gew.-% n-Butylmercaptan durchgeführt. Valeraldehyd
verstärkt
dabei den Geruch des n-Butylmercaptans. In ähnlicher Weise wurde 2-Methylvaleraldehyd
eingesetzt.
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Dass Antioxidantien, insbesondere
Phenol-Derivate, zur Stabilisierung von Mercaptan-haltigen bzw. von
Alkylacrylat-haltigen Gasodoriermitteln geeignet sind, ist aus
US-A 2,430,050 bzw.
DE-A 198 37 066 bekannt.
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Es wurden alternative schwefelarme
Odoriermittel zur Odorierung von Flüssiggas gesucht.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung
sind Mischungen enthaltend
- A) mindestens zwei
verschiedene Acrylsäure-C1-C6-alkylester;
- B) mindestens eine Verbindung aus der Gruppe der C1-C8-Mercaptane, der C4-C12-Thiophene,
der C2-C8-Sulfide
oder der C2-C8-Disulfide;
- C) mindestens eine Verbindung aus der Gruppe der Norbornene,
der C1-C5-Carbonsäuren, der
C1-C8-Aldehyde,
der C6-C14 Phenole,
der C7-C14 Anisole
oder der C4-C14 Pyrazine;
- D) gegebenenfalls ein Antioxidans
zur Odorierung
von Flüssiggas.
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Weiterer Gegenstand der vorliegenden
Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemäßen Mischungen zur Odorierung
von Flüssiggas,
ein Verfahren zur Odorierung von Flüssiggas und Flüssiggase
enthaltend die erfindungsgemäßen Mischungen.
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Die Acrylsäure-C1-C6-alkylester werden vorteilhaft gewählt aus
der Gruppe umfassend Acrylsäuremethylester,
Acrylsäureethylester,
Acrylsäure-n-propylester,
Acrylsäure-iso-propylester,
Acrylsäure-n-butylester, Acrylsäure-iso-butylester,
Acrylsäuretert.-butylester,
Acrylsäure-n-pentylester,
Acrylsäure-iso-pentylester
und Acrylsäuren-hexylester.
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Bevorzugt sind Acrylsäure-C1-C4-alkylester,
insbesondere Acrylsäuremethylester,
Acrylsäureethylester,
Acrylsäure-n-propylester,
Acrylsäure-iso-propylester,
Acrylsäure-n-butylester
und Acrylsäure-iso-butylester.
Ganz besonders bevorzugte Acrylsäure-C1-C4-alkylester sind
Acrylsäuremethylester,
Acrylsäureethylester und
Acrylsäure-n-butylester.
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Die erfindungsgemäßen Mischungen enthalten den
niedermolekularen Acrylsäurealkylester
und den höhermolekularen
Acrylsäurealkylester
bevorzugt im Gewichtsverhältnis
von 9:1 – 1:9,
vorzugsweise von 7:3 – 3:7,
insbesondere 3:1 – 1:3.
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Die Verbindungen aus der Gruppe A)
sind in den erfindungsgemäßen Mischungen
vorteilhafterweise zu 60-97 Gew.-%, bevorzugt zu 70-95 Gew.-% und
besonders bevorzugt zu 80-95 Gew.-% enthalten.
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Bei den Mercaptanen kann es sich
beispielsweise um Ethylmercaptan, n-Propylmercaptan, Isopropylmercaptan,
n-Butylmercaptan, sek.-Butylmercaptan, Isobutylmercaptan, tert.-Butylmercaptan,
n-Pentylmercaptan, Isopentylmercaptan, Neopentylmercaptan, n-Hexylmercaptan,
Isohexylmercaptan, sek.-Hexylmercaptan, Neohexylmercaptan, tert.-Hexylmercaptan,
n-Heptylmercaptan, Isoheptylmercaptan, sek.-Heptylmercaptan, tert.-Heptylmercaptan,
n-Octylmercaptan, Isooctylmercaptan, sek.-Octylmercaptan oder tert.-Octylmercaptan
handeln.
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Bei den Thiophenen handelt es sich
vorteilhafter Weise um Thiophene die mit 1 bis 4, bevorzugt mit ein
oder zwei, C1-C4 Alkyl-
und/oder Alkoxygruppen substituiert sind. Bei den Thiophenen kann
es sich auch um hydrierte Thiophene handeln, wobei Tetrahydrothiophen
bevorzugt ist.
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Bei den Sulfiden kann es sich beispielsweise
um Dimethylsulfid, Diethylsulfid, Di-n-propylsulfid, Diisopropylsulfid, Di-n-butylsulfid,
Diisobutylsulfid, Ethylmethylsulfid, Methyl-n-propylsulfid, Methylisopropylsulfid, Methylisobutylsulfid,
Ethylisopropylsulfid oder Isobutylisopropylsulfid handeln. Bevorzugt
sind Dimethylsulfid, Diethylsulfid, Di-n-propylsulfid, Diisopropylsulfid,
Di-n-butylsulfid und Diisobutylsulfid.
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Bei den Disulfiden kann es sich beispielsweise
um Dimethyldisulfid, Diethyldisulfid, Di-n-propyldisulfid, Diisopropyldisulfid,
Di-n-butyldisulfid, Diisobutyldisulfid, Ethylmethyldisulfid, Methyl-n-propyldisulfid,
Methylisopropyldisulfid, Methylisobutyldisulfid, Ethylisopropyldisulfid
oder Isobutylisopropyldisulfid handeln. Bevorzugt sind Dimethyldisulfid,
Diethyldisulfid, Di-n-propyldisulfid, Diisopropyldisulfid, Di-n-butyldisulfid
und Diisobutyldisulfid.
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Die Verbindungen aus der Gruppe B)
sind in den erfindungsgemäßen Mischungen
typischerweise zu 1-40 Gew.-%, vorteilhafterweise zu 2-30 Gew.-%,
bevorzugt zu 3-15
Gew.-%, enthalten.
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Bei den Norbornenen handelt es sich
vorteilhafterweise um solche mit einem Molekulargewicht von kleiner
oder gleich 130, bevorzugt sind Norbornen, 2,5-Norbornadien, 5-Ethyliden-2-norbornen
und 5-Vinyl-2-norbornen.
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Bei den Carbonsäuren handelt es sich vorteilhafterweise
um Essigsäure,
Propionsäure,
n-Buttersäure, Isobuttersäure, n-Valeriansäure, Isovaleriansäure, n-Capronsäure, Isocapronsäure oder
2-Methylvaleriansäure.
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Bei den Aldehyden handelt es sich
vorteilhafterweise um Acetaldehyd, Propionaldehyd, n-Butyraldehyd,
Isobutyraldehyd, n-Valeraldehyd, Isovaleraldehyd, n-Capronaldehyd, Isocapronaldehyd
oder 2-Methylvaleraldehyd.
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Bei den Phenolen handelt es sich
vorteilhafterweise um substituierte Phenole mit insgesamt ein oder zwei
C1-C4-Alkyl- und/oder
C1-C4-Alkoxygruppen.
Bevorzugte Phenole sind 3-Methylphenol, 2-Ethylphenol, 4-Ethylphenol,
2-Isopropylphenol, 2-tert.-Butylphenol,
2-tert.-Butyl-4-methylphenol, 2-Methoxyphenol, 2-Methoxy-4-methylphenol und
2-Methyl-5-isopropylphenol. Besonders bevorzugt sind C1-C4monoalkylierte Phenole.
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Vorteilhafte Anisole sind Anisol,
2-Methylanisol, 4-Allylanisol oder 4-Methylanisol.
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Bei den Pyrazinen handelt es sich
vorteilhafterweise um alkylierte und/oder acylierte Pyrazine. Vorteilhafte
Pyrazine sind beispielsweise 2-Methylpyrazin, 2-Ethylpyrazin, 2,3-Dimethylpyrazin,
2,3-Diethylpyrazin, 2,6-Dimethylpyrazin, 2,3-Methylethylpyrazin,
5,2-Methylethylpyrazin, 2,3,5-Trimethylpyrazin, 3,5,2-Dimethylethylpyrazin,
3,6,2-Dimethylethylpyrazin, 5,2,3-Methyldiethylpyrazin, Tetramethylpyrazin,
2,3-Methylacetylpyrazin oder 2-Acetylpyrazin. Bevorzugt sind Pyrazine
mit insgesamt ein bis drei, besonders bevorzugt mit insgesamt ein
oder zwei, C1-C4-Alkyl- und/oder C1-C4-Acylgruppen.
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Die acylierten Pyrazine sind bevorzugt
monoacyliert und weisen besonders bevorzugt eine Acetyl- oder Propionylgruppe
auf, dabei bevorzugt sind monoacetylierte Pyrazine, insbesondere
2-Acetylpyrazin.
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Die Verbindungen aus der Gruppe C)
sind in den erfindungsgemäßen Mischungen
typischerweise zu 1-40 Gew.-%, vorteilhafterweise zu 2-30 Gew. %,
bevorzugt zu 3-15
Gew.-%, enthalten.
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Vorteilhaft ist ein Gewichtsverhältnis der
Komponenten B) zu den Komponenten C) im Bereich von 3 : 1 bis 1
: 3, bevorzugt im Bereich 2 : 1 bis 1 : 2 und besonders bevorzugt
1,2 : 1 – 1
: 1,2.
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Dem erfindungsgemäßen Odoriermittel können beispielsweise
zur Stabilitätserhöhung gängige Antioxidantien
zugesetzt werden. Beispielhaft sollen genannt werden Vitamin C und
Derivate (z.B. Ascorbylpalmitat, Ascorbylacetat), Tocopherole und
Derivate (z.B. Vitamin E, Vitamin E – acetat), Vitamin A und Derivate
(Vitamin A – palmitat)
phenolische Benzylamine, Ameisensäure, Essigsäure, Benzoesäure, Sorbinsäure, Hexamethylentetramin,
tert.-Butylhydroxytoluol, tert.-Butylhydroxyanisol, α-Hydroxysäuren (z.B.
Zitronensäure,
Milchsäure, Äpfelsäure), Hydrochinonmonomethylether.
Bevorzugte Antioxidantien sind tert.-Butylhydroxytoluol (BHT, Jonol),
tert.-Butylhydroxyanisol und Hydrochinonmonomethylether.
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Durch Zugabe von Antioxidantien wird
insbesondere eine hohe Lagerstabilität der erfindungsgemäßen Mischungen
wie auch des odorierten Flüssiggases
erreicht. Lagerstabilitätstest
haben gezeigt, dass der warnende Geruch der erfindungsgemäßen Mischungen über einen
Zeitraum von 3 Monaten bei 20°C
bzw. 14 Tagen bei 40°C
(Brutschrank) weitgehend gleich bleibt.
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Es können einem Odoriermittel auch
mehrere Antioxidantien zugesetzt werden. Vorteilhafterweise enthalten
die Odoriermittel ein, zwei oder drei Antioxidantien, bevorzugt
sind ein oder zwei Antioxidantien.
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Die Gesamtmenge an Antioxidantien
im Odoriermittel liegt üblicherweise
im Bereich 0,05 – 2
Gew.-%, bevorzugt im Bereich 0,1 – 1 Gew.-%, besonders bevorzugt
im Bereich 0,3 – 0,8
Gew.-%.
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Die Menge an erfindungsgemäßen Odoriermittel
bezogen auf das zu odorierende Flüssiggas liegt typischerweise
im Bereich 5 – 100
mg/kg, bevorzugt 5 – 50
mg/kg, besonders bevorzugt 10 – 40
mg/kg und ganz besonders bevorzugt 12 – 30 mg/kg.
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Der Warngeruch des erfindungsgemäß odorierten
Flüssiggases
wurde von einer Prüfergruppe
auch bei einer Verdünnung
von Flüssiggas
in Luft im Bereich 1 : 200 – 1
: 2000 eindeutig wahrgenommen.
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Durch die Anwesenheit der Komponenten
C) in den erfindungsgemäßen Mischungen
wurde ein besserer Warngeruch erreicht im Vergleich zu Mischungen,
die lediglich die Komponenten A) und B) enthielten.
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Erfindungsgemäß bevorzugt sind Mischungen
enthaltend
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- A) mindestens zwei verschiedene Acrylsäure-C1-C4-alkylester;
- B) mindestens eine Verbindung aus der Gruppe der C1-C8-Mercaptane, der C4-C8-Thiophene,
der C2-C8-Sulfide
oder der C2-C8-Disulfide;
- C) mindestens eine Verbindung aus der Gruppe der Norbornene,
der C2-C5-Carbonsäuren, der
C2-C5-Aldehyde,
der C6-C10 Phenole,
der C7-C10 Anisole
oder der C4-C10 Pyrazine;
- D) mindestens ein Antioxidans.
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Erfindungsgemäß besonders bevorzugt sind
Mischungen enthaltend
- A) Acrylsäuremethylester,
Acrylsäureethylester
sowie gegebenenfalls einen weiteren Acrylsäure-C1-C6-alkylester;
- B) mindestens eine Verbindung aus der Gruppe Thiophen, Tetrahydrothiophen,
Dimethylsulfid, Diethylsulfid, Di-n-propylsulfid, Diisopropylsulfid,
Dimethyldisulfid, Diethyldisulfid, Di-n-propyldisulfid, Diisopropyldisulfid
oder der Mercaptane der Formel (I) wobei
R1 Wasserstoff,
Methyl oder Ethyl, bevorzugt Methyl, und
R2 eine
Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, bevorzugt Methyl, Ethyl,
iso-Propyl, iso-Butyl oder tert.-Butyl bedeutet;
- C) mindestens eine Verbindung aus der Gruppe Norbornen, 2,5-Norbornadien,
der C2-C5-Carbonsäuren, der
C2-C5-Aldehyde,
der C1-C4-monoacylierten
Pyrazine, der C1-C4-monoalkylierten
Phenole;
- D) mindestens ein Antioxidans.
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Ganz besonders bevorzugte Mischungen
bestehen im Wesentlichen aus
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- A) Acrylsäuremethylester
und Acrylsäureethylester;
- B) teri.-Butylmercaptan;
- C) mindestens einer Verbindung aus der Gruppe Norbornen, Propionaldehyd,
Isovaleraldehyd, Isovaleriansäure,
2-Ethylphenol, 4-Ethylphenol, 2-Acetylpyrazin;
- D) mindestens einem Antioxidans.
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Die folgenden Beispiele erläutern die
Erfindung: Sofern nicht anders angegeben beziehen sich alle Angaben
auf das Gewicht.
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Me-Ac: Methylacrylat; Et-Ac: Ethylacrylat;
Bu-Ac: n-Butylacrylat; DEP: Diethylphthalat; EtSH: Ethylmercaptan;
iPrSH: Isopropylmercaptan, TBM: tert.-Butylmercaptan, THM: tert.-Hexylmercaptan;
THT: Tetrahydrothiophen, DES: Diethylsulfid, Norb: Norbornen, Prop:
Propionaldehyd, IsoVS: Isovaleriansäure, IsoVA: Isovalerianaldehyd,
2-EtPh: 2-Ethylphenol; 4-EtPh: 4-Ethylphenol, AcPyr: 2-Acetylpyrazin,
BHT: tert.-Butylhydroxytoluol; BHA: tert.-Butylhydroxyanisol.
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Beispiel 1
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Die Odoriermittel wurden in Konzentrationen
von 10, 15 und 25 mg/kg Flüssiggas
(20,3 % Propan, 78,6 % Butan, 1,1 % andere Kohlenwasserstoffe) geruchlich
bezüglich
ihres Warngeruchs und ihrer Warnintensität gegen Flüssiggas bewertet, das die gleichen
Konzentrationen an Ethylmercaptan bzw. des geruchlosen Diethylphthalats
enthielt (Blindwert). Diese Konzentrationen entsprechen den typischen
Konzentrationen an Odoriermittel im Flüssiggas.
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Die Bewertung erfolgte auf einer
Skala von 0 – 10,
wobei 0 (geruchlos), 1 (sehr schwach / sehr wenig warnend) und 10
(sehr stark warnend) bedeutet. Die angegebenen Werte sind Mittelwerte.
Dem Industriestandard Ethylmercaptan wurde der Wert 10 gegeben,
Diethylphthalat der Wert 0.
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Eine Aerosoldose wurde mit Flüssiggas
der oben genannten Zusammensetzung und einer entsprechenden Menge
an Odoriermittel befüllt.
Nach einer Ruhephase von etwa 24 Stunden wurden die odorierten Flüssiggase
geruchlich bewertet. Die Versuchsdurchführung erfolgte bei Raumtemperatur
(etwa 20°C)
derart, dass aus der Aerosoldose die Gasphase des odorierten Flüssiggases
in einen Riechbecher gesprüht
wurde und der Gasraum in diesem Riechbecher von einer Gruppe geschulter
Prüfer
(8 bis 12 Personen) geruchlich bewertet wurde.
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Die Ergebnisse für die 3 untersuchten Konzentrationen
(10, 15 und 25 mg/kg Flüssiggas)
waren weitgehend gleich. Die im Folgenden angegebenen Bewertungen
wurden für
eine Konzentration von 25 mg/kg Flüssiggas ermittelt.
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Tabelle 1 zeigt Referenzen und Komponenten
der erfindungsgemäßen Mischungen
im Vergleich.
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Beispiel 2
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Tabelle 2 zeigt die Bewertungen für Propionaldehyd
(Prop) als Komponente C), die Durchführung erfolgte wie in Beispiel
1 beschrieben. Tabelle
2:
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Beispiel 3
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Tabelle 3 zeigt die Bewertungen für Norbornen
(Horb) als Komponente C), die Durchführung erfolgte wie in Beispiel
1 beschrieben. Tabelle
3:
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Beispiel 4
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Tabelle 4 zeigt die Bewertungen für Isovaleriansäure (IsoVS)
als Komponente C), die Durchführung erfolgte
wie in Beispiel 1 beschrieben. Tabelle
4:
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Beispiel 5
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Tabelle 5 zeigt die Bewertungen für 2-Ethylphenol
(2-EtPh) als Komponente C), die Durchführung erfolgte wie in Beispiel
1 beschrieben. Tabelle
5:
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Beispiel 6
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Tabelle 6 zeigt die Bewertungen für 4-Ethylphenol
(4-EtPh) als Komponente C), die Durchführung erfolgte wie in Beispiel
1 beschrieben. Tabelle
6:
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Beispiel 7:
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Tabelle 7 zeigt die Bewertungen für 2-Acetylpyrazin
(AcPyr) als Komponente C), die Durchführung erfolgte wie in Beispiel
1 beschrieben. Tabelle
7:
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Beispiel 8
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Tabelle 8 zeigt die Bewertungen für Isovaleraldehyd
(IsoVA) als Komponente C), die Durchführung erfolgte wie in Beispiel
1 beschrieben. Tabelle
8:
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Beispiel 9
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Tabelle 9 zeigt erfindungsgemäße Odoriermittel
mit jeweils einer Komponente C). Der Anteil der Komponente C) an
dem Odoriermittel betrug 5 %, als Antioxidans enthielten die Mischungen
0,5 % BHT. Tabelle
9:
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Beispiel 10
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Tabelle 10 zeigt erfindungsgemäße Odoriermittel
enthaltend Ethylacrylat, Methylacrylat, mindestens eine Komponente
C) aus der Gruppe Prop, Norb, IsoVS, 2-EtPh und mindestens eine
weitere Komponente C), sowie ein Antioxidans. Die Odoriermittel
enthielten von den Komponenten A) 50 % Ethylacrylat und 36 % Methylacrylat,
von den Komponenten C) der ersten Spalte 3,3 %. Als Antioxidans
enthielten die Mischungen 0,7 % Hydrochinonmonomethylether. Tabelle
10:
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Beispiel 11
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Tabelle 11 zeigt erfindungsgemäße Odoriermittel
enthaltend Ethylacrylat, Methylacrylat, mindestens eine Komponente
C) aus der Gruppe AcPyr, IsoVA, 4-EtPh und mindestens eine weitere
Komponente C), sowie ein Antioxidans. Die Odoriermittel enthielten
von den Komponenten A) 50 % Ethylacrylat und 36 % Methylacrylat,
von den Komponenten C) der ersten Spalte 3,3 %. Als Antioxidans
enthielten die Mischungen 0,7 % BHA. Tabelle
11:
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Beispiel 12
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Zur Überprüfung der thermischen Stabilität wurden
die odorierten Flüssiggase
einmal nach 24h bei 20°C
(Frischansatz) und nach 14 Tagen bei 40°C Lagerung (Lagerung) wie in
Beispiel 1 beschrieben geruchlich bewertet. Die den Flüssiggasen
zugesetzten Mengen an Odoriermittel lag bei 25 mg/kg. Tabelle 12
zeigt die Ergebnisse im Vergleich von Ethylmercaptan und einer erfindungsgemäßen Mischung
A bestehend aus 34 % Me-Ac, 55,5 % Et-Ac, 5 % TBM, 5 % Prop und
0,5 % BHT. Tabelle
12:
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Nach der Lagerung hatte sich das
odorierte Flüssiggas
mit EtSH stark verändert.
Der Geruch rief keine Alarmassoziation mehr hervor, da er an gekochtes
Kohlgemüse
erinnerte.