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Die Erfindung betrifft die Erzeugung
ultrakurzer Laserimpulse mit Pulslängen unterhalb von 100 ps, Pulswiederholraten
im Bereich von 1000 Hz – 10
MHz und Pulsenergien im mJ-Bereich.
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Für
derartige Ultrakurzpulslaser, die insbesondere auf der Festkörperlasertechnologie
beruhen und diodengepumpt sind, gibt es einen dringenden Bedarf
in der Mikromaterialbearbeitung (z.B. Bohren von Düsen und
Laser-Honen tribologischer
Oberflächen).
Ultrakurzpulslaser können
ebenso vorteilhaft eingesetzt werden für medizinische Anwendungen
im Bereich der Ophthalmologie (z.B. refraktive Hornhautchirurgie)
und der Zahnmedizin (z.B. Bearbeitung von Zahnhartmaterial).
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Der Vorteil der Ultrakurzpulstechnik
gegenüber
akustooptisch gütegeschalteten
Festkörperlasern
mit längerer
Pulsdauer von beispielsweise 10 ns und darüber, liegt darin, dass ein
quasi „kalter"
Abtrag des Materials ohne Beeinträchtigung der lokalen Umgebung
durch Schmelzauswürfe
und thermische Aufheizung ermöglicht
wird. So haben Untersuchungen (F. Dausinger, „Femtosecond technology for
precision manufacturing: Fundamental and technical aspecs", Proceedings
of the International Congress on Laser Advanced Materials Processing
(LAMP), 27.–31.05.02,
Osaka, Japan (2002)) gezeigt, dass Pulsdauern von 5 ps – 10 ps beim
Bohren metallischer Werkstoffe zu einem optimalen Ergebnis führen.
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Ausschlaggebend für einen „kalten" Materialabtrag und
ein damit verbundenes positives Bearbeitungsergebnis sind nach dieser
Veröffentlichung
beispielsweise folgende Parameter: Pulslängen unterhalb von 10 ps, Pulswiederholraten
von 10 kHz – 100
kHz und eine Pulsenergie von 0,1 mJ – 1 mJ. Vorteilhaft wirkt sich dabei
aus, dass die üblicherweise
bei der Materialbearbeitung von Metallen mit „echten" fs-Impulsen entstehenden
Nachteile, wie eine Strukturierung der Bohrlochwände, Feldstärkedurchschläge an Luft,
eine komplexe Plasmaerzeugung, etc. vermieden werden.
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Aus W. Koechner, „Solid-State Laser Engineering",
Fifth Edition, Springer Series in Optical Sciences, Springer, Berlin,
1999 bekannte Anordnungen zur Erzeugung von energiereichen ultrakurzen
Laserimpulsen, bestehend aus einem modengekoppelten Ti:Saphir-Laser-Oszillator
und einem im Strahl nachgeordneten regenerativen Verstärker, selektieren
aus einer Folge von kurzen Oszillatorimpulsen niedrigerer Energie
und einer Pulswiederholrate von z. B. typischen 100 MHz Laserimpulse
mit einer niedrigeren Pulswiederholrate und verstärken die
ausgewählten
Impulse mit dem regenerativen Verstärker.
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Regenerative Verstärker bestehen
beispielsweise aus einem endgepumpten Laserkristall und einem Spiegelsystem,
das als stabiler Resonator ausgelegt ist. Sie verwenden innerhalb
des Resonators eine Pockelszelle als aktives Schaltelement, das
mit geringen Verlusten die Laserimpulse aktiv ein- und auskoppelt und
dadurch die Pulsumlaufzahl innerhalb des Resonators bestimmt. Ein
systematischer Nachteil von regenerativen Verstärkern ist die mit der Vielzahl
der benötigten
Umläufe
(typisch 5 – 100)
verbundene Verschlechterung der Strahlqualität und die damit einhergehenden
Umlaufverluste. Häufig
tritt auch eine Pulsverbreiterung durch die große Anzahl von Umläufen („Gain narrowing")
auf. Darüber
hinaus entstehen in regenerativen Verstärkern hohe Pulsenergien und
Pulsspitzenleistungen, die sehr hohe Anforderungen an die optische
Qualität von
Material, Oberflächenpolitur
und Beschichtung der optischen Komponenten voraussetzen.
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Ferner sind Pockelszellen aufgrund
des Hochspannungsbetriebes prinzipiell problematisch, da hierfür bei Pulswiederholraten
von 1 kHz und höher
eine aufwändige
Elektronik erforderlich ist. Für
Pulswiederholraten über
50 kHz zeichnet sich mit Pockelszellen bislang kein technisch akzeptabler
Lösungsansatz
ab. Weitere Nachteile betreffen die starke elektromagnetische Abstrahlung
durch die modulierte Hochspannung.
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Neuerdings (D.Müller, S.Erhard, A.Giesen, „High power
thin disk Yb:YAG regenerative amplifier", OSA TOPS Vol. 50, Advanced
Solid-State Lasers, 2001 Optical Society of America) wurden auch
regenerative Verstärker
auf der Basis von Scheibenlasern untersucht aber trotz vieler technischer
Verbesserungen im Einzelnen bleiben die Ultrakurzpuls-Laser anspruchsvoll
hinsichtlich der Qualität
der optischen Komponenten und die regenerativen Verstärker können bei
Verwendung von EOM nur bis 10 kHz betrieben werden. Femtosekundenlasersysteme
sind deshalb trotz vielversprechender, umfangreicher Applikationsergebnisse
als nicht industrietauglich anzusehen.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die
in regenerativen Verstärkern
durch die Vielzahl der benötigten
Umläufe
hervorgerufene Verschlechterung der Strahlqualität und damit einhergehende Umlaufverluste
und Pulsverbreiterungen durch einen einfacheren und kostengünstigeren
Laseraufbau zu vermeiden. Dabei sollen ultrakurze Laserimpulse mit
Pulswiederholraten in einem erweiterten kHz-Bereich und mit Pulsenergien
im mJ-Bereich zur Verfügung
gestellt werden.
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Gemäß der Erfindung wird die Aufgabe
durch eine Anordnung zur Erzeugung ultrakurzer Laserimpulse mit
einem Festkörperlaser-Oszillator
zur Bereitstellung einer Impulsfolge und einem nachgeordneten Laserverstärker zur
Erhöhung
der Pulsenergie von Impulsen, die durch ein Schaltelement aus der
Impulsfolge mit einer verringerten Pulswiederholrate gegenüber der
Impulsfolge ausgewählt
sind, dadurch gelöst,
dass zwischen dem Festkörperlaser-Oszillator und dem
Verstärkereingang
des Laserverstärkers
mindestens ein Schaltelement zur Auswahl der Impulse angeordnet
ist, und dass der Laserverstärker
resonatorlos bezüglich
des zu verstärkenden
Impulses und frei von aktiven Strahlschaltelementen ist und mindestens
eine Verstärkerstufe mit
verstärkendem
Laserkristall enthält,
durch den der zu verstärkende
Impuls höchstens
im doppelten Durchgang hindurchtritt.
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Der Laserverstärker sollte vor allem eine
sehr hohe Kleinsignalverstärkung
von mehr als 100 aufweisen. Vorteilhaft ist es, wenn die Kleinsignalverstärkung ein
Erreichen einer Pulsenergie von mehr als 10 μJ gewährleistet.
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Durch die sehr hohe Kleinsignalverstärkung kann
mit sehr kleinen Leistungen geseedet werden, was die Bildung ultrakurzer
Impulse stark vereinfacht. So wird bei einer Kleinsignalverstärkung von
beispielsweise 106, einer ausreichenden
Speicherfähigkeit
des aktiven Verstärkermediums
und einer Eingangspulsenergie von 10 nJ – 100 nJ bereits in einem einfachen
Strahldurchtritt durch den Laserverstärker eine Anhebung der Pulsenergie
in den für
die Materialbearbeitung wesentlichen Bereich von 0,1 mJ – 5 mJ möglich.
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Mit dem Verzicht auf einen regenerativen
Verstärker
und dessen Resonatoraufbau ist auch der Vorteil verbunden, das komplexe
Schaltregime einer aktiven Impulsein- und – auskopplung nach mehrmaligem
Umlauf nicht mehr verwenden zu müssen.
Folglich kann auch der in dem regenerativen Verstärker zwingend
vorhandene elektro-optische Modulator ersetzt werden durch ein Schaltelement,
der die genannten Nachteile nicht aufweist. An das ersetzende Schaltelement
sind auch nicht mehr die hohen Anforderungen hinsichtlich geringer
Transmissionsverluste zu stellen.
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Vor allem ist das von Vorteil für einen
vereinfachten Aufbau des zur Auswahl der Laserimpulse dienenden
Schaltelementes. Dieses kann nunmehr als einzelner akustooptischer
Modulator oder als Paar davon zwischen dem Festkörperlaser-Oszillator und dem
Verstärkereingang
des Laserverstärkers
angeordnet werden.
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Da das Schaltelement außerhalb
des Laserverstärkers
angeordnet ist, enthält
der Laserverstärker,
für den
bei der vorliegenden Erfindung kein Laserresonator vorgesehen ist,
im Unterschied zu einem regenerativen Verstärker auch kein aktives Strahlschaltelement
mehr. Der bevorzugt verwendete, einfach aufgebaute und damit kostengünstige akusto-optische
Modulator ist ausschließlich
als „Pulspicker"
eingesetzt.
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In vorteilhafter Ausgestaltung kann
der akusto-optische Modulator von einer Photodiode getriggert sein,
die in Verbindung mit einem elektronischen Zähler die Auswahl der Impulse
bestimmt. Hierdurch ist die Pulswiederholrate durch eine Einstellung
der in einer Zeiteinheit auszuwählenden
Impulse quasi-kontinuierlich variierbar.
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Die Erfindung schließt es selbstverständlich nicht
aus, dass als Schaltelement ein elektro-optischer Modulator verwendet
wird, der zwischen dem Festkörperlaser-Oszillator und dem
Verstärkereingang
des Laserverstärkers
angeordnet ist. Im Unterschied zu einer Anordnung in einem regenerativen
Verstärker
ist ein solches Schaltelement jedoch nur einer geringen optischen
Leistungsbelastung ausgesetzt.
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Zur Vermeidung von Rückwirkungen
aus dem Laserverstärker
in den Festkörperlaser-Oszillator
ist es von Vorteil, zwischen dem Festkörperlaser-Oszillator und dem
Laserverstärker
einen Faraday-Isolator anzuordnen oder das Schaltelement zusätzlich als
optischen Isolator zwischen dem Festkörperlaser-Oszillator und dem
Laserverstärker
vorzusehen. Zur Vermeidung reflektierter Strahlung aus der Anwendung
in den Laserverstärker
kann auch zusätzlich
oder einzeln im Strahlengang nach dem Laserverstärker ein Faraday-Isolator vorgesehen
werden. Einer solchen Schutzmaßnahme
dient auch die Nachordnung eines Polarisators und einer Lambda-viertel-Platte
nach dem Laserverstärker.
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Die bevorzugt für diodenlasergepumpte, modengekoppelte
Festkörperlaser-Oszillatoren
vorgesehene Erfindung ist nicht auf solche beschränkt, sondern
auch für
gütegeschaltete,
hochrepetierende gepulste Laser- Oszillatoren,
für passiv
gütegeschaltete
Laser-Oszillatoren
sowie für
Microchiplaser und gepulste Diodenlaser geeignet.
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Bei einer sehr hohen Verstärkung ist
es besonders von Vorteil, einen Hilfsresonator für eine andere Wellenlänge als
die des zu verstärkenden
Impulses oder die orthogonal polarisierte Komponente des Impulses vorzusehen,
der den Laserverstärker
als laseraktives Element enthält
und der bei steigender Inversion im verstärkenden Laserkristall anschwingt
und diese auf einen niedrigen Wert begrenzt. Selbst durch diese
Maßnahme
bleibt der Laserverstärker
quasi resonatorfrei, da er für
die Wellenlänge
und die Polarisation des zu verstärkenden Impulses nicht wirksam
ist.
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Die erfindungsgemäße Verstärkeranordnung kann auch sehr
vorteilhaft zur Erzeugung von ultrakurzen Laserimpulsen im UV-Bereich
verwendet werden, indem ein oder mehrere nichtlinear optische Kristalle
zur Wellenlängentransformation
nachgeordnet werden.
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Die obenstehende Aufgabe wird ferner
erfindungsgemäß durch
ein Verfahren zur Erzeugung ultrakurzer Laserimpulse gelöst durch
Auswahl von Impulsen aus einer primären Impulsfolge und durch Verstärkung der
ausgewählten
Impulse, die gegenüber
der primären
Impulsfolge eine verringerte Pulswiederholrate aufweisen, wobei
die Verstärkung
höchstens
mit einem doppelten Durchgang durch mindestens ein verstärkendes Medium
eines bezüglich
des zu verstärkenden
Impulses resonatorlosen Laserverstärkers verbunden ist, aus dem
eine Auskopplung der verstärkten
Impulse frei von aktiven Schaltvorgängen erfolgt.
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Mit der Erfindung wird eine industrietaugliche
Laserstrahlquelle mit einfachem Aufbau bereitgestellt, die ultrakurze
Laserimpulse im ps-Bereich und mit Pulsenergien im mJ-Bereich liefert
und deren Pulswiederholraten im kHz-Bereich genügend Zeit zwischen zwei Impulsen
für eine
thermische Relaxierung von bearbeitetem Material lassen. Indem dadurch
ein Abfließen
der Wärme
in das Werkstück
verhindert wird, kommt es zu keinen unerwünschten thermischen Schädigungen
im Nachbarbereich der direkten Wechselwirkung.
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Die Erfindung soll nachstehend anhand
der schematischen Zeichnung näher
erläutert
werden. Es zeigen:
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1 den
Gesamtaufbau einer Anordnung zur Erzeugung ultrakurzer Laserimpulse
mit schematischer Darstellung der jeweils vorliegenden Impulse
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2 den
Aufbau eines modengekoppelten Festkörperlaser-Oszillators
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3 den
Aufbau eines Laserverstärkers,
der dem modengekoppelten Festkörperlaser-Oszillator nachgeschaltet
ist
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4 eine
Anordnung zur Erzeugung ultrakurzer Laserimpulse, mit zwei akusto-optischen
Modulatoren als Schaltelemente
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5 den
Aufbau eines Hilfsresonators
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6 eine
Anordnung zur Erzeugung ultrakurzer Laserimpulse mit Schutzeinrichtungen
vor zurücktretender
Strahlung
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Bei der in 1 dargestellten Anordnung ist zwischen
einem modengekoppelten Festkörperlaser-Oszillator 1 und
dem Verstärkereingang
eines Laserverstärkers 2 ein
akustooptischer Modulator 3 als bevorzugtes Schaltelement
zur Auswahl von Impulsen aus einer von dem Festkörperlaser-Oszillator 1 bereitgestellten Impulsfolge
angeordnet.
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Der beim Einschalten des akusto-optischen
Modulators in die erste Ordnung gebeugte Strahl 4 wird
in den Laserverstärker 2 eingekoppelt.
Dabei sind die mit handelsüblichen
Modulatoren erreichbaren Anstiegsflanken von beispielsweise 10 ns
ausreichend, um einen Einzelimpuls aus einem Impulszug bei Pulswiederholraten
bis 100 MHz (Pulsabstand 10 ns) auszuwählen. Wird noch mit einem weiteren
akusto-optischen Modulator (Fi. 4) gearbeitet, führt das zu einer Verringerung
der Leistung innerhalb des Modulators, zu einer schärferen Fokussierung
und zu noch kürzeren
Schaltzeiten.
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Der als „Pulspicker" eingesetzte akusto-optische
Modulator 3 kann von einer schnellen Photodiode getriggert
werden, die den Impulszug detektiert und mittels einer schnellen
Elektronik beispielsweise jeden 100sten oder jeden 1000sten Puls
auszählt
und synchronisiert das Zeitfenster für diesen Impuls öffnet. Hierdurch
ist auch gleichzeitig eine quasi-kontinuierliche Variation der Pulswiederholrate
möglich,
da die Anzahl der ausgewählten
Impulse pro Zeiteinheit frei wählbar
ist.
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Außerdem ist der „Pulspicker"
dazu geeignet, die Funktion der optischen Isolation zu übernehmen,
da er nach der Pulsauswahl wieder schließt.
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Die Pulswiederholrate kann bei konstanter
Durchschnittsleistung in Grenzen geändert werden. Beispielsweise
verringert sich bei Nd:YVO4 die Durchschnittsleistung
nur um 5 %, wenn die Pulswiederholrate von 500 kHz auf 50 kHz verringert
wird.
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Der in 2 dargestellte
Festkörperlaser-Oszillator 1 enthält einen
Nd:YVO4-Laserkristall 5, der mit Hilfe
eines Diodenlasers 6 mit dazugehöriger Pumpoptik 7 diodengepumpt
ist. Der Festkörperlaser-Oszillator 1 ist
durch Umlenkspiegel 8 mehrfach gefaltet und arbeitet mit
einem sättigbaren
Halbleiterabsorber 9 und einem Endspiegel 10.
Bei dem Aufbau gemäß 2 bestehen verschiedene
Möglichkeiten
der Strahlauskopplung. So kann zwischen dem Laserkristall 5 und
der Pumpoptik 7 z. B. ein dichroitischer Spiegel angeordnet werden.
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Mit dem im vorliegenden Ausführungsbeispiel
verwendeten diodengepumpten Nd:YVO4-Oszillator
mit einer Pulswiederholrate von 30 MHz (Pulsabstand 33 ns), einer
Ausgangsleistung von 5 W und einer Pulsdauer von 8 ps resultiert
eine Pulsenergie von 170 nJ.
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Der akusto-optische Modulator 3,
dessen Pulsanstiegszeit 10 ns beträgt, wählt jeden 500sten Impuls mit
einer Beugungseffektivität
von mehr als 80% aus, so dass eine durchschnittliche Eingangsleistung
am Verstärkereingang
des Laserverstärkers 2 größer als
5 mW bei 60 kHz Pulswiederholrate beträgt.
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Der in
3 dargestellte
Laserverstärker,
dessen einzelne Verstärkerstufen
bereits in der
DE
100 43 269 A1 ausführlich
beschrieben wurden und auf die hier Bezug genommen wird, besteht
aus sechs solcher Verstärkerstufen
mit einer seriellen Anordnung von sechs Laserkristallen
12 –
17 als
verstärkende
Medien, die von ebenso vielen jeweils zugeordneten Hochleistungsdiodenlasern
(in
3 verdeckt) diodengepumpt
sind. Im Unterschied zu den für
die Erzeugung von ultrakurzen Impulsen bisher verwendeten regenerativen
Verstärkern
weisen die Verstärkerstufen
des bei der Erfindung verwendeten Laserverstärkers keinen Resonatoraufbau
auf. Die aus den Hochleistungsdiodenlasern austretende Pumpstrahlung
wird zunächst
kollimiert und anschließend
in die Laserkristalle
12 –
17 fokussiert, die
zur Erreichung eines hohen stimulierten Emissionswirkungsquerschnittes
im vorliegenden Ausführungsbeispiel
Nd:YVO
4-Kristalle sind. Aufgrund der hohen
Strahlqualität
der Pumpstrahlung in der Fast-Axis-Richtung entsteht ein stark elliptischer
Pumpfokus mit Abmessungen von etwa 0,1 mm x 2,0 mm, woraus bei einer
absorbierten Pumpleistung von 18 W eine sehr hohe Pumpleistungsdichte
und damit eine sehr hohe Kleinsignalverstärkung resultiert. Diese beträgt mehr
als 10 pro Verstärkerstufe,
so dass sich für
die sechs vorgesehenen Verstärkerstufen
eine Gesamtkleinsignal-Verstärkung von
größer 10
6 ergibt.
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Außer Nd:YVO9-Kristallen
sind vorteilhaft auch Nd:Gd:YVO4-Kristalle oder andere
Nd-dotierte Kristalle verwendbar.
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Ein aus dem Festkörperlaser-Oszillator 1 austretender
runder Laserstrahl 18 durchläuft zur Vermeidung von Rückwirkungen
aus dem Laserverstärker
in den Festkörperlaser-Oszillator 1 einen
Faraday-Isolator 19 mit z. B. 30 – 60 dB Dämpfung und durchstrahlt modenangepasst durch
eine Linsenkombination 20 in einem Zick-Zack-Pfad nacheinander
alle sechs Laserkristalle 12 – 17. Zusätzlich wird
der Laserstrahl 18 zur weiteren Anpassung an den stark
elliptischen Pumpfokus mittels Zylinderlinsen 21, 22 in
die Laserkristalle 12 – 17 fokussiert,
so dass der in der Tangentialebene kollimierte Laserstrahl 18 die
Laserkristalle 12 – 17 in
der Sagittalebene mit einem stark elliptischen Fokus durchsetzt.
Der vorliegende Laserverstärker
ist zweigeteilt, wobei die beiden Teile über ein Periskop 23 optisch
verbunden sind.
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Nach seinem zweiten Durchtritt durch
die Zylinderlinsen 21, 22 ist der Laserstrahl 18 auch
in der Sagittalebene wieder mit dem gleichen elliptischen Querschnitt
kollimiert wie vor dem ersten Durchtritt durch die Zylinderlinsen 21, 22.
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Somit sind die Laserkristalle 12 – 17 von
modenangepassten Strahlen der Pumpstrahlung und der zu verstärkenden
Laserstrahlung 18 durchsetzt, wobei sich infolge der eingestrahlten
elliptischen Pumpstrahlung eine thermische Linse mit unterschiedlicher
Stärke
in zueinander senkrechten Ebenen ausbildet. Die Laserstrahlung 18 ist,
in der Ebene mit starker thermischer Linse fokussiert, in jeden
der Laserkristalle 12 – 17 gerichtet,
wobei eine sich bildende Strahltaille im Bereich der thermischen
Linse liegt.
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Zur Gewährleistung des Zick-Zack-Pfades
dienen Faltspiegel 24 – 29,
die auch dazu genutzt werden können,
die Strahlabmessungen in der Slow-Axis-Richtung anzupassen. Weitere
Umlenkelemente 30 – 34 dienen
dem Aufbau einer kompakten Anordnung.
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Der Laserstrahl 18 wird
nach seinem Austritt aus dem Laserverstärker mittels einer nicht dargestellten Linsenanordnung,
bestehend aus z. B. Zylinderlinsen, den gewünschten Strahlparametern für die vorgesehene
Anwendung angepasst.
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Mit dem sechsstufigen Laserverstärker gemäß 3 lassen sich bei einer
Kleinsignalverstärkung
von 1.000.000 Durchschnittsleistungen von 40 W – 60 W im gesättigten
Betrieb erzielen. Die Lebensdauer des angeregten metastabilen Laserniveaus
von Nd:YVO9 beträgt 90 μsec, was einer Pulsenergie von über 1,3
mJ entspricht. Die Pulslänge
bleibt unverändert,
da bei relativ langen Impulsen von 8 ps Pulsdauer noch kein „Gain Narrowing"
im Laserverstärker
auftritt. Die Pulsspitzenleistung beträgt somit 160 MW.
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In Bezug auf die Angaben zur erforderlichen
gesättigten
Verstärkung
des Laserverstärkers
ist anhand der nachfolgenden Tabelle festzustellen, dass sich aufgrund
der Lebensdauer des oberen Laserniveaus und einer verstärkten Spontanemission
(ASE) die Verstärkung
in Sättigung
in Abhängigkeit
von der Pulswiederholrate verringert, analog zu gütegeschalteten
Lasern und Laserverstärkern
von gütegeschalteten
Oszillatoren mit Pulslängen
im ns-Bereich.
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Aus der nachfolgenden Tabelle sind
die mit dem in 3 dargestellten
Laserverstärker
im Vergleich zu einer Pumpanordnung mit fasergekoppeltem Diodenlaser
(N. Hodgson, D. Dudley, L. Gruber, W. Jordan, H. Hoffmann, „Diode
end-pumped, TEM00 Nd:YVO4 laser
with output power greater than 12 W at 355 nm", CLEO 2001, Optical
Society of America, Techn. Digest, 389, (2001)) erreichbaren Pumpstrahlquerschnitte
zu entnehmen. Die Pumpstrahlquerschnitte und damit die erreichbare
Pumpleistungsdichte sind entscheidende Voraussetzung, um eine hohe
Kleinsignalverstärkung
zu erreichen (W. Koechner, „Solid-State
Laser Engineering", Fifth Edition, Springer Series in Optical Sciences,
Springer, Berlin, 1999) .
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Als effektiver Querschnitt wird der
wirksame gemittelte gewichtete Querschnitt entlang der Absorptionslänge im Laserkristall
bezeichnet. Vereinfachend wurde ein Faktor 2 gegenüber der
minimalen Querschnittsfläche
angenommen.
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Bei der in 4 dargestellten Anordnung einer weiteren
Ausführung
der Erfindung, die als Schaltelemente zwei akusto-optische Modulatoren 35, 36 verwendet,
erzeugt der Festkörperlaser-Oszillator 1 einen
Impulszug mit einer Pulswiederholrate von beispielsweise 200 MHz.
Der erste akusto-optische Modulator 35 zerschneidet den
Impulszug in Pulspakete mit einer Pulspaketwiederholrate von beispielsweise
200 kHz, wobei jedes Pulspaket 10 Impulse enthält. Dadurch
wird die optische mittlere Leistung für den zweiten akusto-optischen
Modulator 36 auf 1% verringert, so dass sehr klein fokussiert
werden kann und dadurch schnelle Schaltflanken zum Ausschneiden
eines Einzelimpulses ermöglicht
werden.
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In einer weiteren Ausführung gemäß 5 ist ein Hilfsresonator
vorgesehen, der allerdings nicht wirksam ist für die zur weiteren Verwendung
vorgesehene Wellenlänge λ1 des
Oszillatorstrahls. Der Hilfsresonator enthält zwei, dem Laserverstärker 2 benachbarte
dichroitische Strahlteiler 37, 38, die für die Wellenlänge λ1 transmittierend
sind und für
eine mit dem Laserverstärker 2 ebenfalls
verstärkbare
zweite Wellenlänge λ2 (oder für eine andere
Polarisation) hochreflektierend wirken.
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Von zwei den Hilfsresonator bildenden
Resonatorspiegeln 39, 40 ist beispielsweise der
eine Resonatorspiegel 39 hochreflektierend für die Wellenlänge λ2 und
der andere Resonatorspiegel 40 dient als Auskoppler für die Wellenlänge λ2.
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Der Hilfsresonator, dessen Laserschwelle
durch die Wahl des Auskoppelgrades des Resonatorspiegels 40 eingestellt
ist, schwingt an, wenn die Verstärkung
im verstärkenden
Medium des Laserverstärkers 2 einen
kritischen Wert erreicht und begrenzt somit die maximale Kleinsignalverstärkung. Dadurch
kann ein durch verstärkte
Spontanemission (ASE) entstehender störender Dauerstrich-Untergrund zur gepulsten
Strahlung wirksam verhindert werden, z. B. wenn der Festkörperlaser-Oszillator 1 eine zu
geringe Pulswiederholrate aufweist oder ausgeschaltet wird.
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Gleichzeitig wird dadurch nach dem
Einschalten des Festkörperlaser-Oszillator 1 im
Laserverstärker 2 schneller
ein thermisch stationärer
Zustand erreicht.
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Die aus dem Hilfsresonator austretende
Laserstrahlung der Wellenlänge λ2 ist
in der Regel nicht direkt nutzbar und kann beispielsweise in einer
Strahlfalle 41 aufgefangen werden.
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Der Hilfsresonator kann auch zur
Unterdrückung
der störenden Überhöhung des
Erstimpulses verwendet werden, die ihre Ursache ebenso in der gegenüber dem
stationären
Betrieb angehobenen Inversion im laseraktiven Medium hat.
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Zum Schutz der verstärkenden
Elemente in dem Laserverstärker 2 und
des Festkörperlaser-Oszillators 1 vor
zurücktretender
Strahlung aus einer Applikation können Schutzeinrichtungen gemäß 6 vorgesehen sein. Eine
geeignete Maßnahme
ist z. B. eine hinter dem Verstärkerausgang
platzierte Lambda-viertel-Platte 42 mit einem Polarisator 43.
Es kann zu diesem Zweck auch möglich
sein, dem Festkörperlaser-Oszillators 1,
wie schon in 3 enthalten,
einen Faraday-Isolator 44 nachzuordnen, der auch einen
Schutz vor zurücktretender
Strahlung aus dem Laserverstärker 2 bietet.