-
Die Erfindung bezieht sich auf ein elektromagnetisches Relais nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie auf eine Kontaktfeder für ein elektromagnetisches Relais gemäß Anspruch 9.
-
Derartige elektromagnetische Relais, deren Funktion allgemein darin besteht, aufgrund von elektrischen Steuerspannungen einen oder mehrere Stromkreise zu schließen oder zu unterbrechen, werden in den folgenden Anwendungsgebieten eingesetzt:
- - Schalten großer Leistungen, gesteuert durch kleine Leistungen,
- - Trennung verschiedener Spannungsniveaus, z. B. Niederspannung auf der Eingangsseite und Netzspannung auf der Ausgangsseite,
- - Trennung von Gleich- und Wechselstromkreisen,
- - gleichzeitiges Schalten mehrerer Stromkreise durch ein einziges Steuersignal,
- - Verknüpfen von Informationen und dadurch Aufbau von Steuerungsabläufen.
-
Insbesondere in der Kraftfahrzeugelektronik finden Relais daher für die verschiedensten Schaltaufgaben Anwendung. In einem elektromagnetischen Relais wirken nicht nur mechanische und elektronische Eigenschaften, sondern auch thermische, technologische und chemische Eigenschaften zusammen. Je besser diese optimiert und aufeinander abgestimmt sind, desto effizienter arbeitet das Relais.
-
Üblicherweise realisiert bei einem elektromagnetischen Relais 100, wie es schematisch in 13 dargestellt ist, mindestens eine bewegliche Kontaktfeder 108 eine Schaltfunktion. Diese Kontaktfeder 108 wird durch einen beweglichen Anker 106 angetrieben, so dass sie von einer ersten Kontaktlage bei stromlosem Zustand der Magnetspule 102 (Ruhekontakt) in eine zweite Kontaktlage (Arbeitskontakt) bewegt wird, wenn die Magnetspule 102 von elektrischem Strom durchflossen ist. Im Falle des in 13 dargestellten Wechselkontaktes ist der an der Kontaktfeder 108 fixierte Schaltkontakt 110 bei stromlosem Zustand der Magnetspule 102 mit dem Ruhekontakt 112 in Anlage und im stromdurchflossenen Zustand der Magnetspule 102 mit dem Arbeitskontakt 114. Die Übertragung der Ankerbewegung auf die Kontaktfeder 108 erfolgt über ein Betätigungselement 107, welches die Kontaktfeder 108 in Richtung Arbeitskontakt 114 drückt, wenn der Anker 106 aufgrund der magnetischen Anziehungskraft in Richtung auf das Joch 104 gezogen wird.
-
Der typische Anstieg der für die Bewegung des Ankers 106 aufzuwendenden Magnetkraft ist im Anfangsbereich relativ flach und steigt zunehmend bis zum Anschlag des Ankers 106 an, wie dies in 14 durch die Kurven 501 und 502 beispielhaft gezeigt ist. Die Kraft-Weg-Kennlinie der Kontaktfeder 108 ist dagegen, wie aus den Kurven 503 bis 506 ersichtlich, üblicherweise durch drei Abschnitte, die in 14 beispielhaft für die Kurve 506 eingezeichnet sind, charakterisiert:
- - Bereich 507: Bewegung von der Ruheposition bis zum Schaltpunkt des Ruhekontakts 112, d. h. bis sich der Schaltkontakt 110 von dem Ruhekontakt 112 löst;
- - Bereich 508: freie Bewegung der Kontaktfeder 108 zwischen den Kontakten 112 und 114;
- - Bereich 509: Bewegung der Kontaktfeder 108 nach dem Schließen des Arbeitskontaktes 114 bis zur Endlage des Ankers 106, d. h. bis zum Anliegen des Ankers 106 auf der Polfläche des Jochs 104.
-
Grundsätzlich ist die Anpassung der Kraft-Weg-Kurven von Magnetsystem und Kontaktsystem an drei Punkten erforderlich: Zum ersten am sogenannten Öffnerschaltpunkt, bei dem die Kontaktfeder 108 sich vom Ruhekontakt 112 zu lösen beginnt. Der Wert der Erregung des Magnetsystems, bei dem die auf den Anker 106 wirkende Magnetkraft gerade der Federkraft der Kontaktfeder 108 entspricht, stellt den Ansprechwert des Relais 100 dar. Zum zweiten ist eine Anpassung im sogenannten Durchzugsbereich, d. h. dem Bereich nach dem Schließen des Arbeitskontakts 114 bis zur Ankerendlage erforderlich. In diesem Bereich darf der Anstieg der Federkurve in keinem Punkt größer sein als der Anstieg der Magnetkraftkurve. Schließlich ist eine Anpassung im sogenannten Rückfallpunkt erforderlich: Ausgehend vom geschlossenen Zustand des Magnetkreises darf bei Verringerung der Erregung die Magnetkraft, wenn sie einmal unter die Federkraft gefallen ist, den Betrag der Federkraft nicht wieder übersteigen, so dass ein Verharren des Magnetsystems im teilweise geöffneten Zustand ausgeschlossen ist.
-
Bisher übliche Lösungen zeigen beispielsweise die in 14 dargestellte Federcharakteristik, an die das Magnetsystem durch Optimierung der Geometrie der Teile, welche die Magnetkraft bestimmen, wie Polflächen, Luftspalte oder Querschnitte, entsprechend angepasst wird. Begrenzend bei dieser Vorgehensweise ist, dass die zur Verfügung stehende Magnetenergie aus physikalischen Gründen begrenzt ist und somit lediglich der Anstieg der Magnetkraftkurve beeinflussbar ist, wobei vorausgesetzt wird, dass der Magnetkreis grundsätzlich optimal gestaltet wird. Zur Erreichung einer möglichst hohen Kontaktlebensdauer soll einerseits eine möglichst große Kontaktkraft beim Schließen der Kontakte und andererseits eine möglichst große Aufreißkraft beim Öffnen der elektrischen Kontakte realisiert werden. Diese Kräfte sind jedoch nur innerhalb der vom Magnetsystem zur Verfügung stehenden Kraft abzüglich der im Umschaltweg notwendigen Kraft realisierbar.
-
Die
DE 197 32 695 A1 befasst sich mit einer Relaisanordnung, die eine Steuerelementeinheit mit einem Steuerelementgehäuse aufweist, das eine elektromagnetische Anordnung und einen beweglichen Steuerelementrahmen enthält. Der Steuerelementrahmen wird durch die elektromagnetische Anordnung zwischen einer ersten und einer zweiten Position magnetisch bewegt. Die Anordnung hat auch mindestens eine Schaltereinheit mit einem Schaltergehäuse. Das Gehäuse hat eine Schalteranordnung, die in der Lage ist, selektiv eine EIN-Position als Reaktion auf die Bewegung des beweglichen Steuerrahmens von der ersten zur zweiten Position und eine AUS-Position als Reaktion auf die Bewegung von der zweiten zur ersten Position einzunehmen. Eine weitere Vorrichtung, die teilweise im Steuerelementgehäuse und teilweise im Schaltergehäuse angeordnet ist, ist zum lösbaren Verbinden der Steuerelementeinheit und der Schaltereinheit und zum treibenden Verbinden des beweglichen Steuerelementrahmens mit der Schalteranordnung vorgesehen.
-
Die
DE 25 29 205 A1 befasst sich mit einem Klappankerrelais mit einem Ende in einem Federbock gehaltener Kontakt- und Schaltfeder, dessen Schaltfeder einen annähernd am freien Ende derselben angeschnittenen, sich in Richtung Federbock erstreckenden und durch den Relaisanker abschwenkbaren Streifenteil als Kontaktträger aufweist und mit dem freien Ende mit Spiel an als Widerlager dienende relaisfeste Ansätze abstützbar ist. Die Schaltfeder ist durch eine von einer Längsrandkante ausgehende L-förmige Schlitzung oder dergleichen im wesentlichen U-förmig ausgebildet. Ein als Schenkel dienender Schaltfederabschnitt bildet den durch den Relaisanker verschwenkbaren Streifenteil und der als anderer Schenkel dienende Schaltfederabschnitt bildet den Träger für den Streifenteil bildet, während der Stegteil an den Ansätzen anlegbar ist.
-
Die
AT 410 856 B befasst sich mit einem Relais mit einem einen Anker aufweisenden Magnetsystem und einem Kontaktsystem, das eine Kontaktfeder umfasst, die mit mindestens einer Kontaktpille bestückt ist und auf welche über ein Koppelglied durch den Anker eine Betätigungskraft aufbringbar ist. Bereiche A und B der Kontaktfeder sind zwischen den Angriffspunkten des Koppelglieds und der Kontaktpille jeweils unterschiedlich gestaltet, wobei die Betätigung der Feder des Magnetsystems, insbesondere der Anker, im Wesentlichen symmetrisch belastet ist.
-
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, zur Erhöhung der Kontaktlebensdauer und zur Verbesserung der Kontakteigenschaften eines elektromagnetischen Relais auf möglichst einfache und effiziente Weise die elektromechanischen Kenngrößen des Relais zu optimieren.
-
Diese Aufgabe wird durch ein elektromagnetisches Relais mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie durch eine Kontaktfeder mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand mehrerer Unteransprüche.
-
Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, dass die Kontaktfeder des Relais aus mehreren Teilbereichen zusammengesetzt ist, die sich bei Bewegung der Kontaktfeder unterschiedlich deformieren und damit unterschiedliche Energiespeichereigenschaften zeigen. Damit weist die Kontaktfeder eine Kraft-Weg-Kennlinie auf, die im Umschaltbereich nichtlinear ist und dazu führt, dass nur die effektiv wirkenden Kontaktkräfte vom Magnetsystem überwunden werden müssen, der Freiweg der Kontaktfeder dagegen nur einen minimalen Energiebedarf hat.
-
Die erfindungsgemäße Lösung zeichnet sich dadurch aus, dass im Gegensatz zu bisher bekannten Lösungen im Bereich der freien Bewegung der Kontaktfeder eine geringere oder keine zusätzliche Ankerkraft notwendig ist, um die Feder zu bewegen. Damit wird die dadurch gewonnene Kraft als zusätzliche Schließerkontaktkraft wirksam und beim Öffnen des Schließerkontaktes wird gleichzeitig eine größere Aufreißkraft realisiert, wodurch die Kontaktlebensdauer positiv beeinflusst wird.
-
Auf besonders einfache Weise lässt sich eine Kontaktfeder mit nichtlinearer Kraft-Weg-Kennlinie dadurch realisieren, dass zwei Segmente durch einen im wesentlichen längs zu der Kontaktfederlängsachse orientierten Schlitz gebildet sind und dass mindestens eines der Segmente gegenüber dem anderen Segment in Längsrichtung mechanisch vorgespannt ist. Durch die Vorspannung erhält die Kontaktfeder eine vorbestimmte Krümmung. Die Kontaktfeder wird somit gegen einen Ruhekontakt vorgespannt und die dabei vom Ruhekontakt auf die Kontaktfeder wirkende Kraft ist so bemessen, dass sie die innere Vorspannung der Kontaktfeder nicht überschreitet. So kann gewährleistet werden, dass die Kontaktfeder auf den Ruhekontakt eine eindeutig bestimmte Kraft ausübt und eine definierte Lage einnimmt. Durch die vom Magnetsystem erzwungene Bewegung der Kontaktfeder vom Ruhekontakt fort wird die innere Vorspannung der Feder so verschoben, dass die Kontaktfeder ihre Geometrie oder ihre Steifigkeit sprungartig ändert und ab diesem Punkt dem Magnetsystem eine wesentlich geringere Gegenkraft entgegensetzt. Gleichzeitig erfolgt eine Formänderung der Feder und nach Schließen des Arbeitskontakts und der Erreichung der Ankeranlage wird eine vergleichsweise höhere Kontaktkraft am Arbeitskontakt eingestellt als bei herkömmlichen elektromagnetischen Relais.
-
Erfindungsgemäß werden unterschiedliche Steifigkeiten von Segmenten der Kontaktfeder besonders einfach durch Anbringen eines Bereiches mit reduzierter Dicke realisiert.
-
Eine fertigungstechnisch besonders einfach zu realisierende Form der Vorspannung ist eine permanente Verformung mindestens eines Segmentes gegenüber der Kontaktfederlängsachse, so dass es im wesentliche wannenförmige Durchbiegung aufweist.
-
Um den Grad der Nichtlinearität und der gegebenenfalls gewünschten Kontakttorsion noch leichter einstellen zu können, kann die Vorspannung auch durch eine im wesentlichen senkrecht zur Kontaktfederlängsachse orientierte V-förmige Prägung erreicht werden.
-
Durch die Wahl der Verhältnisse der Breite der Kontaktfedersegmente und die Lage der Betätigungsstelle des Magnetsystems kann der Grad der Nichtlinearität und der Kontakttorsion ebenfalls eingestellt werden.
-
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Kontaktfeder kann durch eine Variation der Schlitzbreite entlang der Kontaktfederlängsachse und die damit verbundene nichtkonstante Breite der Kontaktfedersegmente das Federverhalten unter Berücksichtigung der maximal zulässigen Werkstoffkennwerte eingestellt werden.
-
Weiterhin können ein oder mehrere Segmente an einer Stelle von der Kontaktfeder freigeschnitten sein und sich im vorgespannten Zustand gegen die anderen Federn anlegen, um sich nach dem sprungartigen Wechsel der Form frei von dem übrigen Kontaktfederbereich zum Schließerkontakt zu bewegen.
-
Die vorteilhaften Eigenschaften einer Kontaktfeder mit nichtlinearem Kraft-Weg-Verhalten lassen sich besonders effektiv bei einem elektromagnetischen Relais einsetzen, das einen Schaltkontakt und mindestens einen Festkontakt aufweist, wobei der Schaltkontakt durch die Bewegung der Kontaktfeder mit dem Festkontakt kontaktierbar ist.
-
Anhand der in den beiliegenden Zeichnungen dargestellten Ausgestaltungen wird die Erfindung im folgenden näher erläutert. Ähnliche oder korrespondiere Einzelheiten des erfindungsgemäßen elektromagnetischen Relais sind in den Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen. Es zeigen:
- 1 eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen elektromagnetischen Relais gemäß einer ersten Ausführungsform;
- 2 eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen elektromagnetischen Relais gemäß der ersten Ausführungsform;
- 3 eine Ansicht von vorne auf das erfindungsgemäße elektromagnetische Relais gemäß der ersten Ausführungsform;
- 4 eine Ansicht von oben auf das erfindungsgemäße elektromagnetische Relais gemäß der ersten Ausführungsform;
- 5 ein Kraft-Weg-Diagramm für eine Kontaktfeder gemäß der ersten Ausführungsform;
- 6 eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen elektromagnetischen Relais gemäß einer zweiten Ausführungsform;
- 7 eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen elektromagnetischen Relais gemäß der zweiten Ausführungsform;
- 8 eine Ansicht von vorne auf das erfindungsgemäße elektromagnetische Relais gemäß der zweiten Ausführungsform;
- 9 eine Ansicht von oben auf das erfindungsgemäße elektromagnetische Relais gemäß der zweiten Ausführungsform;
- 10 eine Draufsicht auf eine Kontaktfeder gemäß einer dritten Ausführungsform;
- 11 eine Draufsicht auf eine Kontaktfeder gemäß einer vierten Ausführungsform;
- 12 eine Draufsicht auf eine Kontaktfeder gemäß einer fünften Ausführungsform;
- 13 einen perspektivische Ansicht eines herkömmlichen elektromagnetischen Relais;
- 14 ein Diagramm mit Kraft-Weg-Kennlinien nach dem Stand der Technik.
-
1 zeigt das erfindungsgemäße elektromagnetische Relais 100 gemäß einer ersten Ausführungsform in perspektivischer Darstellung. Zur Erhöhung der Übersichtlichkeit wurden in dieser, wie auch in den folgenden Darstellungen, Elemente, die für die Erläuterung der Erfindung unwesentlich sind, wie beispielsweise elektrische Zuleitungen, Gehäusebauteile und dergleichen, nicht gezeigt.
-
Das Magnetsystem des Relais 100 umfasst eine Magnetspule 102 mit einem Kern 103 sowie ein Joch 104 und einen Anker 106. Wird aufgrund eines durch die Magnetspule 102 erzeugten Magnetfeldes der Anker 106 in Richtung auf die Spule gezogen, so betätigt er über ein Betätigungselement 107 eine Kontaktfeder 108. Dadurch wird die Kontaktfeder 108 aus der Ruhelage, in welcher der Schaltkontakt 110 sich in elektrischer Verbindung mit einem ersten Festkontakt 112, dem Ruhekontakt, befindet, in Richtung auf einen zweiten Festkontakt 114, den Arbeitskontakt, bewegt.
-
Erfindungsgemäß ist in dieser ersten Ausführungsform die Kontaktfeder 108 durch einen mittig angebrachten Schlitz 120, der längs der Längsachse der Kontaktfeder 108 verläuft, in zwei Federsegmente 116 und 118 unterteilt. Das Segment 116 ist gegenüber der durch das Segment 118 definierten Ebene wannenförmig verformt. Dadurch wird es kürzer und verursacht in dem Segment 118 eine Druckspannung in Längsrichtung. Die Kontaktfeder 108 erhält auf diese Weise eine nichtlineare Kraft-Weg-Kennlinie bei Auslenkung durch das Betätigungselement 107.
-
In den 2 bis 4 ist das elektromagnetische Relais 100 der 1 in verschiedenen Ansichten gezeigt.
-
Das durch die Kontaktfeder 108 mit der in den 1 bis 4 gezeigten Ausformung erreichbare nichtlineare Kraft-Weg-Verhalten ist in 5 mit den Kurven 130 und 132 für zwei unterschiedlich Steifigkeiten der Kontaktfeder 108 dargestellt. Dabei zeigt die Abszisse des Diagramms die Auslenkung an der Spitze der Kontaktfeder 108, d. h. in der Nähe des Schaltkontakts 110, und die Ordinate die entsprechend durch das Betätigungselement 107 aufgewendete Kraft. Betrachtet man die Kurve 130 im Detail, so erkennt man, dass zunächst mit zunehmender Auslenkung in Richtung auf den Festkontakt 114 die aufzuwendende Kraft analog zu dem Verhalten einer herkömmlichen Kontaktfeder linear entlang des Kennlinienastes 134 ansteigt. An der Sprungstelle 122 jedoch nimmt sprunghaft die für eine weitere Auslenkung der Spitze benötigte Kraft ab und die weitere Auslenkung der Kontaktfeder 108 erfolgt entlang eines zweiten Kennlinienastes 136 mit einem steileren Anstieg der aufzuwendenden Kraft ausgehend von dem erniedrigten Wert. Diese Sprungstelle 122 befindet sich in dem Bereich der freien Bewegung der Kontaktfeder 108. Im Gegensatz zu den bisher bekannten Lösungen ist also im Bereich der freien Bewegung der Kontaktfeder 108 eine geringere oder keine zusätzliche Kraft notwendig, um die Kontaktfeder 108 zu bewegen. Die dadurch gewonnene Kraft kann als zusätzliche Kontaktkraft beim Schließen des Arbeitskontaktes 114 wirksam werden. Dadurch, dass die Kennlinie der Kontaktfeder im Umschaltbereich nichtlinear ist, müssen nur die effektiv wirkenden Kontaktkräfte vom Magnetsystem überwunden werden. Der freie Weg der Kontaktfeder hat daher nur einen minimalen Energiebedarf.
-
Wie aus 5 außerdem ersichtlich, weist die Kraft-Weg-Kennlinie der erfindungsgemäßen Kontaktfeder 108 ein Hysterese-Verhalten auf: Bei der Bewegung in die Gegenrichtung, d. h. in Richtung auf den Ruhekontakt 112, nimmt die Federkraft zunächst entlang des zweiten Kennlinienastes 136 linear ab, um an der zweiten Sprungstelle 123 sprunghaft auf den ersten linearen Ast 134 zurückzukehren.
-
Die 6 bis 9 zeigen das erfindungsgemäße elektromagnetische Relais 100 gemäß einer zweiten Ausführungsform. Anstelle der in den 1 bis 4 gezeigten wannenförmigen Durchbiegung des vorgespannten Segmentes 116 wird bei dieser Ausführungsform das Segment 116 durch eine V-förmige Prägung gegenüber dem zweiten Segment 118 in Längsrichtung vorgespannt.
-
10 zeigt eine dritte Ausführungsform der Kontaktfeder 108: durch zwei Schlitze 120, 121 werden drei Segmente 116, 118 und 119 gebildet. Durch V-förmige Prägungen 124 und 126 sind die beiden Segmente 116 und 119 gegenüber dem mittleren Segment 118 mechanisch vorgespannt. Auch mit dieser Feder lässt sich eine nicht lineare Kraft-Weg-Kennlinie entsprechend der 5 erzielen.
-
11 zeigt eine Variante der Kontaktfeder 108, bei der die Segmente 116 und 118 von ungleicher Breite sind. Das durch die V-förmige Prägung 124 vorgespannte Segment 116 ist in dieser speziellen Ausführungsform nur in etwa halb so breit wie das ebene Segment 118. Abhängig von den benötigten Federeigenschaften können jedoch auch beliebige andere Breitenverhältnisse verwendet werden.
-
12 schließlich zeigt eine Ausführungsform der Kontaktfeder 108 in Analogie zu der Ausführungsform aus 11, bei der anstelle der V-förmigen Prägung 124 ein Bereich mit durch Prägung reduzierter Dicke 128 die mechanische Vorspannung des Segments 116 gegenüber dem Segment 118 bewirkt. Durch diese Ausgestaltung kann auf sehr effiziente Weise die Steifigkeit des Kontaktfedersegmentes 116 variiert werden.
-
Obwohl im Vorangegangenen ein elektromagnetisches Relais mit nur einem Kontaktsatz und nur einer Kontaktfeder gezeigt wurde, lässt sich die vorliegende Erfindung auch vorteilhaft bei Relais mit mehreren parallelen Kontaktsätzen und Kontaktfedern einsetzen.