DE10236865A1 - Zylinder in einer Druckeinheit mit mindestens einem Kanal mit mindestens einer Haltevorrichtung - Google Patents
Zylinder in einer Druckeinheit mit mindestens einem Kanal mit mindestens einer Haltevorrichtung Download PDFInfo
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Abstract
Es wird ein Zylinder in einer Druckeinheit mit mindestens einem Kanal mit mindestens einer Haltevorrichtung vorgeschlagen, wobei die Haltevorrichtung zumindest aus einem Klemmstück und einem Federelement besteht und mindestens einen auf dem Zylinder aufgebrachten Aufzug hält, der dadurch gekennzeichnet ist, daß die Haltevorrichtung im Kanal verschiebbar angeordnet ist und daß mindestens ein steuerbarer Aktor, z. B. ein piezoelektrisches System oder ein magnetostriktives System, vorgesehen ist, der die Haltevorrichtung im Kanal zumindest in axialer Richtung des Zylinders verschiebt. Dadurch kann ein Aufzug, der durch eine im Kanal angeordnete Haltevorrichtung bzw. einen Basiskörper mit einer Haltevorrichtung gehaltert ist, in seiner Position bezüglich eines sich quer zur Produktionsrichtung des Zylinders dehnenden Bedruckstoffes bzw. im Vergleich zu anderen Druckstellen im Druckwerk zur Erzielung einer besseren Passer- sowie Seitenregistergenauigkeit ferngesteurt im laufenden Druckvorgang durch ein seitliches Verschieben bedarfsgerecht ausgerichtet werden.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Zylinder in einer Druckeinheit mit mindestens einem Kanal mit mindestens einer Haltevorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder 3.
- Durch die
DE 197 57 895 C2 ist eine Seitenregister-Einstellvorrichtung für Druckplatten bekannt, wobei abgekantete Enden der Druckplatten in einem schmalen Schlitz eines Formzylinders gehalten werden und jeweils eine Registeraussparung aufweisen, in die jeweils ein an einer ihnen zugeordneten axial verschiebbaren Einsatzleiste befestigter Registerstift in Eingriff bringbar ist, wobei die Einsatzleiste jeweils an ihrem Ende mit einer Versteileinrichtung zur axialen Hin- und Herbewegung versehen ist, wobei diese Versteileinrichtung so ausgebildet sein kann, dass jede Einsatzleiste an einem ihrer Enden L-förmig abgewinkelt ist, wobei das Winkelstück mittels einer Schraube auf der Stirnseite des Formzylinders befestigt ist. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Zylinder in einer Druckeinheit mit mindestens einem Kanal mit mindestens einer Haltevorrichtung zu schaffen.
- Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 oder 3 gelöst.
- Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch ein seitliches Verschieben einer im Kanal angeordneten Haltevorrichtung bzw. eines Basiskörpers ein Aufzug, der auf einem Zylinder aufgebracht und mit der Haltevorrichtung gehalten wird, in seiner Position bezüglich eines sich quer zur Produktionsrichtung des Zylinders dehnenden Bedruckstoffes bzw. im Vergleich zu anderen Druckstellen im Druckwerk zur Erzielung einer besseren Passer- sowie Seitenregistergenauigkeit bedarfsgerecht ausgerichtet werden kann. Diese Anpassung der Position kann durch ein elektrisches Steuersignal erfolgen, welches ferngesteuert, z. B. von einem Leitstand, im laufenden Druckvorgang gegeben werden kann, d. h. ohne dass das Druckwerk angehalten werden muß. Besonders vorteilhaft ist, dass das Mittel zur Verschiebung einer Haltevorrichtung bzw. eines Basiskörpers im Kanal integriert angeordnet werden kann.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
- Es zeigen:
-
1 einen unterhalb eines Zylinders verlaufenden Bedruckstoff; -
2 eine Teilschnittdarstellung eines Zylinders mit einem Kanal und einer darin angeordneten Haltevorrichtung für einen Aufzug; -
3 eine Teilschnittdarstellung eines Aktors in einem Kanal. - Ein Zylinder
01 (2 ) in einer Druckeinheit, z. B. ein Formzylinder01 oder ein Übertragungszylinder01 in einem Rotationsdruckwerk, vorzugsweise in einem Druckwerk einer Rollenoffsetdruckmaschine für den Zeitungsdruck, ist mit mindestens einem Aufzug02 belegbar, wobei ein auf einem Formzylinder aufzubringender Aufzug02 als eine vorzugsweise biegsame plattenförmige Druckform02 oder ein auf einem Übertragungszylinder01 aufzubringender Aufzug02 als ein auf einer Trägerplatte aufgebrachtes Drucktuch ausgebildet sein kann, wobei der Aufzug02 an seinen Enden03 ;04 abgekantete Einhängeschenkel06 ;07 aufweist, wobei die Einhängeschenkel06 ;07 jeweils in eine vorzugsweise axial zum Zylinder01 verlaufende, schlitzförmige Öffnung08 in der Mantelfläche09 des Zylinders01 einführbar sind und vorzugsweise von einer Haltevorrichtung gehalten werden, wobei sich die Haltevorrichtung in einem Kanal11 befindet, wobei der Kanal11 unter der Mantelfläche09 des Formzylinders01 vorzugsweise axial zum Zylinder01 verläuft und durch die Öffnung08 zugänglich ist. Die Haltevorrichtung hat u. a. die Aufgabe, den auf der Mantelfläche09 des Zylinders01 aufgebrachten Aufzug02 in axialer Richtung des Zylinders01 zu fixieren, was z. B. durch einen an der Haltevorrichtung ausgebildeten Registerstift erfolgen kann. - Der Kanal
11 kann vorteilhafterweise im Inneren des Zylinders01 in einem Abstand a von z. B. 4 mm bis 10 mm, vorzugsweise 6 mm unter dessen Mantelfläche09 als eine vorzugsweise kreisrunde Bohrung ausgebildet sein und einen Durchmesser D von z. B. 25 mm bis 50 mm, vorzugsweise 30 mm aufweisen, wobei das Verhältnis der Durchmesser vom Zylinder01 und Kanal11 vorzugsweise bei etwa 10:1 liegt. Wenn die Querschnittsfläche des Kanals11 nicht kreisrund ausgebildet ist, liegt das Verhältnis der Querschnittsflächen vom Zylinder01 zum Kanal11 mindestens bei 100:1, so dass die Querschnittsfläche des Kanals11 stets vergleichsweise gering zu derjenigen des Zylinders01 ist. - Zumindest die Enden
03 ;04 des Aufzugs02 bestehen vorzugsweise aus einem metallischen Werkstoff, zum Beispiel aus einer Aluminiumlegierung. Üblicherweise beträgt die Materialdicke M der an den Enden03 ;04 des Aufzugs03 abgekanteten Einhängeschenkel06 ;07 wenige zehntel Millimeter und liegt z. B. im Bereich von 0,2 mm bis 0,4 mm, vorzugsweise bei 0,3 mm. - Es ist vorteilhaft, jeweils einen Einhängeschenkel
06 ;07 des Aufzugs02 im Zylinder01 an einer ersten Wandung12 formschlüssig einzuhängen, wobei sich diese erste Wandung12 von einer in Produktionsrichtung P des Zylinders01 vorlaufenden Kante13 der Öffnung08 zum Inneren des Kanals11 erstreckt. Der an einem Ende03 des Aufzugs02 zwischen dem abgekanteten Einhängeschenkel06 und dem plan ausgestreckten Aufzug02 bestehende Winkel entspricht vorzugsweise dem Winkel α, der sich zwischen dieser ersten zum Inneren des Kanals11 erstreckenden Wandung12 und einer gedachten, auf der Öffnung08 aufliegenden Tangente T ergibt. Auch der andere Einhängeschenkel07 des Aufzugs02 ist im Zylinder01 an einer zweiten Wandung16 anlegbar, wobei sich diese zweite Wandung16 von einer in Produktionsrichtung P des Zylinders01 nachlaufenden Kante17 der Öffnung08 zum Inneren des Kanals11 erstreckt. Wiederum entspricht der an einem Ende04 des Aufzugs02 zwischen dem abgekanteten Einhängeschenkel07 und dem plan ausgestreckten Aufzug02 bestehende Winkel vorteilhafterweise dem Winkel β, der sich zwischen dieser zweiten zum Inneren des Kanals11 erstreckenden Wandung16 und einer gedachten, auf der Öffnung08 aufliegenden Tangente T ergibt. Es ist vorteilhaft, den Winkel α zwischen 40° und 50°, vorzugsweise mit 45°, und den Winkel β zwischen 85° und 95°, vorzugsweise mit 90° auszubilden. Die Schlitzweite W der Öffnung08 beträgt weniger als 5 mm und liegt vorzugsweise im Bereich von 1 mm bis 3 mm, so dass das Verhältnis vom Durchmesser des Zylinders01 zur Schlitzweite W vorzugsweise bei etwa 100:1 liegt. - Nach einer bevorzugten Ausführungsvariante besteht die im Kanal
11 angeordnete Haltevorrichtung zumindest aus einem Klemmstück18 und einem Federelement19 , wobei ein in die Öffnung08 eingeführter Einhängeschenkel06 oder07 des Aufzugs02 vorzugsweise an der von der Öffnung08 zum Kanal11 führenden zweiten Wandung16 angelegt und dort von dem Klemmstück18 durch eine vom Federelement19 auf das Klemmstück18 ausgeübte Kraft F angedrückt wird. Zum Lösen der Klemmung ist im Kanal11 ein Stellmittel21 vorgesehen, welches bei seiner Betätigung der vom Federelement19 auf das Klemmstück18 ausgeübten Kraft F entgegenwirkt und das Klemmstück18 von der zweiten Wandung16 der Öffnung08 wegschwenkt. Als Stellmittel21 für die Haltevorrichtung ist vorzugsweise ein mit einem Druckmittel, z. B. Druckluft, beaufschlagbarer Schlauch21 vorgesehen, der im Kanal11 vorteilhafterweise durchgängig verlegt ist, so dass alle in einem Kanal11 angeordnete Haltevorrichtungen durch das Stellmittel21 gleichzeitig betätigbar sind. - Die Haltevorrichtung kann samt ihrem Stellmittel
21 für ihre leichtere Montage im Kanal11 in einem Basiskörper22 angeordnet sein, wobei dieser Basiskörper22 vorzugsweise im wesentlichen als ein Hohlkörper ausgestaltet sein kann, dessen äußere Kontur im wesentlichen der Kontur des Kanals11 angepaßt ist, wobei sich der Basiskörper22 im Kanal11 vorzugsweise verdrehfest abstützt, wobei das Klemmstück18 im Inneren oder am Grund dieses Basiskörpers22 in einem Schwenklager23 gelagert ist. Es kann vorteilhaft sein, die Basiskörper22 als Teilstücke mit einer Länge l (1 ) von z. B. 30 mm bis 100 mm, vorzugsweise 60 mm auszubilden, wobei die Länge l eines einzelnen Basiskörpers22 vergleichsweise gering ist zur Länge L des Ballens des Zylinders01 , so dass zur Halterung des Aufzugs02 mehrere vorzugsweise gleichartige Basiskörper22 aneinandergereiht im Kanal11 angeordnet sind, wobei die einzelnen Basiskörper22 durch an ihren Stirnseiten ausgebildete Kupplungen miteinander verbindbar sind. Diese Kupplungen können z. B. aus einer Verzahnung, Nut-Feder-Verbindung oder Stiftverbindung bestehen. - Ein in der Druckeinheit zu bedruckender Bedruckstoff
24 ist z. B. Papier24 . Papier24 ist ein 3-dimensionaler, hygroskopischer Werkstoff, der sich unter einem Einfluß von Temperatur, Feuchtigkeit und mechanischem Druck, der während des Druckvorgangs durch auf die Papieroberfläche wirkende Kräfte erzeugt wird, in seiner Form verändert. Von besonderem Interesse ist hier eine Querdehnung Q des Papiers, der sogenannte Fan-out, womit eine Maßveränderung des Bedruckstoffes24 , hier der Papierbahn24 oder des Papierbogens24 , quer zur Produktionsrichtung P des Zylinders01 gemeint ist. - Insbesondere in einem Druckwerk, in dem mehr als eine Farbe auf den Bedruckstoff
24 zu drucken sind, führt die Querdehnung Q des Bedruckstoffes24 zu Problemen. Das Druckwerk kann z. B. als eine 9-Zylinder-Satelliten-Druckeinheit ausgebildet sein, bei dem vier Paare von Zylindern01 jeweils bestehend aus einem Formzylinder01 und einem Übertragungszylinder01 in einem Gestell um einen gemeinsamen Gegendruckzylinder angeordnet sind, wobei jedes Paar von Zylindern01 eine Druckstelle bildet und eine bestimmte Farbe für dasselbe Druckbild auf den Bedruckstoff24 druckt. Selbst bei einem als eine 9-Zylinder-Satelliten-Druckeinheit ausgebildeten Druckwerk, bei dem vier für die einzelnen Farben zuständigen Druckstellen auf engem Raum beieinander angeordnet sind, legt der Bedruckstoff24 immer noch einen Weg von bis zu 1 m zurück, bis alle vier Farben für dasselbe Druckbild auf dem Bedruckstoff24 aufgetragen sind. Bei anderen Druckwerkskonzeptionen ist der vom Bedruckstoff24 zurückzulegende Weg vom Druck der ersten bis zur letzten Farbe für dasselbe Druckbild noch sehr viel länger, z. B. sogar länger als 3 m. Entsprechend größer und nachhaltiger kann die Maßveränderung des Bedruckstoffes24 aufgrund von Querdehnung Q sein. Wenn sich der Bedruckstoff24 auf seinem Weg von einer Druckstelle zur nächsten in seinem Maß quer zur Produktionsrichtung P des Zylinders01 verändert, ergibt sich eine Paßungenauigkeit für neben- oder übereinander zu druckende Farbpunkte, aus denen ein Druckbild zusammengesetzt ist. Ist dieser sogenannte Passer zu ungenau, indem die Paßungenauigkeit eine bestimmte Toleranz von z. B. 50 μm überschreitet, so nimmt das menschliche Auge diese Paßungenauigkeit wahr und die Qualität des Druckbildes wird als schlecht bewertet. Überdies ist es notwendig, die für die unterschiedlichen Farben erforderlichen Druckformen desselben Druckbildes auf ihrem jeweiligen Zylinder01 derart einzurichten, dass die Druckformen aller Druckstellen für dasselbe Druckbild im Druckvorgang möglichst exakt zueinander ausgerichtet sind. Man spricht hier von der Seiten- und Umfangsregistergenauigkeit der Druckformen. In der Praxis werden heutzutage häufig Passer sowie Seiten- und Umfangsregistergenauigkeiten von 10 μm oder weniger gefordert. Die insbesondere durch das hygroskopische Verhalten bedingte Forminstabilität des Bedruckstoffes24 macht es notwendig, die Ausrichtung der jeweils auf einem Zylinder01 aufgebrachten Aufzüge02 , insbesondere der Druckformen02 , im laufenden Druckvorgang zueinander anpaßbar zu gestalten. - Es wird vorgeschlagen, mindestens einen von außerhalb einer Druckstelle bzw. des Druckwerks steuerbaren Aktor
26 vorzusehen, der eine in einem Kanal11 verschiebbar angeordnete Haltevorrichtung, mit der ein Aufzug02 auf einem Zylinder01 gehalten wird, zumindest in axialer Richtung des Zylinders01 verschiebt. Dieser Aktor26 kann als ein piezoelektrisches System oder ein magnetostriktives System ausgestaltet sein, das in einem Gehäuse mit einem Kopfstück27 und einem Fußstück28 angeordnet und in den Kanal11 eingebracht ist, wobei zumindest das Fußstück28 des Gehäuses mit dem Kanal11 starr verbunden ist, wobei ein angelegtes elektrisches Steuersignal US das Kopfstück27 zu einer translatorischen Bewegung mit einem bestimmten Stellweg s veranlaßt, während das Fußstück28 ortsfest bleibt. Der Stellweg s eines Aktors26 kann dabei im Bereich von etwa 100 μm liegen. Es können aber auch Verschiebungen von insgesamt bis zu 2 mm erforderlich sein. - Ein als ein vorzugsweise translatorisches Stellmittel eingesetztes piezoelektrisches System nutzt den sogenannten indirekten Piezoeffekt und besitzt im wesentlichen einen piezoelektrischen Körper aus einem kristallinen ferroelektrischen Werkstoff, z. B. einen Quarzkristall, der sich bei einer Beaufschlagung mit einem elektrischen Feld elastisch verformt. Wird der Körper daran gehindert, sich zu verformen, entsteht in der Kristallstruktur des Körpers eine mechanische Spannung, wodurch auf die Vorrichtung, die den piezoelektrischen Körper an seiner Verformung hindert, eine Kraft ausgeübt wird. Die Beaufschlagung des piezoelektrischen Körpers mit einem elektrischen Feld erfolgt i. d. R. durch Anlegen einer elektrischen Spannung an Elektroden, die an dem piezoelektrischen Körper angebracht sind. Analog besitzt ein ebenfalls als ein Stellmittel verwendetes magnetostriktives System einen den physikalischen Effekt der Magnetostriktion nutzenden Körper aus einem Werkstoff mit magnetischen Eigenschaften. So kann dieser Körper z. B. aus einem ferromagnetischen metallischen Werkstoff bestehen, wobei dieser Körper von einer Spule umgeben ist, um bei einer Bestromung der Spule den Körper mit einem magnetischen Feld zu beaufschlagen, welches den Körper zu einer elastischen Verformung veranlaßt, wobei die Verformung des Körpers für eine gezielte Kraftausübung auf eine mit dem Körper verbundene Vorrichtung genutzt werden kann, wenn der Körper einseitig fest eingespannt ist.
- Das Gehäuse des Aktors
26 kann im Kanal11 z. B. derart zu einer Haltevorrichtung angeordnet sein, dass der vom Kopfstück27 ausgeübte Stellweg s des Aktors26 unmittelbar auf die Haltevorrichtung wirkt und das Kopfstück27 die Haltevorrichtung entsprechend dem Stellweg s im Kanal11 verschiebt. Wenn die Haltevorrichtung in einem Basiskörper22 angeordnet und mit dem Basiskörper22 starr verbunden ist, wirkt der vom Aktor26 ausgeübte Stellweg s vorzugsweise auf den im Kanal11 angeordneten Basiskörper22 . Um eine einfache Anpassung zumindest des Kopfstücks28 des Aktors26 an die zu verschiebende Haltevorrichtung bzw. an den zu verschiebenden Basiskörper22 zu ermöglichen, ist es von Vorteil, das Gehäuse des Aktors26 der Geometrie des Kanals11 anzupassen. Wenn der Kanal11 als eine kreisrunde Bohrung ausgeführt ist, bietet es sich an, das Gehäuse des Aktors26 zylindrisch auszugestalten. Um mit einem den Piezoeffekt oder die Magnetostriktion nutzenden Aktor26 einen möglichst großen Stellweg s zu bewirken, ist es vorteilhaft, für den Aktor26 eine Bauform zu wählen, bei der die zum Stellweg s gleichgerichtete Länge des Aktors26 deutlich größer ist als die dazu quer gerichteten Abmessungen. So liegt das Verhältnis der Länge l26 zur Breite b26 des Aktors26 bei mindestens 2:1, insbesondere größer 4:1. Eine eher lange, dünne Bauform des Aktors26 kann auch unabhängig vom Kanal11 in einer eigens dafür in den Zylinder01 eingebrachten Bohrung befestigt sein. Andererseits ist es auch möglich, den Aktors26 in oder an einer Stirnseite des Zylinders01 anzubringen und die Verschiebung der Haltevorrichtung bzw. des Basiskörpers22 über zwischen dem Aktor26 und der Haltevorrichtung bzw. dem Basiskörper22 angebrachte Verbindungselemente vorzunehmen. Vorteilhafterweise wird die Wirkrichtung und damit korrespondierend auch die Einbaulage des Aktors26 stets gleichgerichtet zu der beabsichtigten Verschiebung der Haltevorrichtung bzw. des Basiskörpers22 gewählt. - Zur Erzielung eines größeren Stellwegs s, als ihn ein einziger Aktor
26 erzeugen kann, können im Kanal11 auch zwei oder mehrere vorzugsweise gleichartige Aktoren26 in Reihe miteinander verbunden werden, wobei nur der am weitesten von der zu verschiebenden Haltevorrichtung bzw. von dem zu verschiebenden Basiskörper22 entfernte Aktor26 mit dem Kanal11 starr verbunden ist. Bei den übrigen Aktoren26 ist jeweils ein Fußstück28 des nächstfolgenden Aktors26 starr mit dem Kopfstück27 des vorangegangenen Aktor26 verbunden, so dass sich beim gleichzeitigen Anlegen eines elektrischen Steuersignals US an mehreren Aktoren26 deren Stellwege s addieren können. - Durch das Verschieben der Haltevorrichtung bzw. des Basiskörpers
22 im Kanal11 mittels eines steuerbaren Aktors26 kann ein Aufzug02 , der auf einem Zylinder01 aufgebracht und mit der Haltevorrichtung gehalten wird, ferngesteuert, z. B. von einem Leitstand, im laufenden Druckvorgang, d. h. ohne dass das Druckwerk angehalten werden muß, seitlich verschoben werden, wodurch die Position des Aufzugs02 bezüglich eines sich quer zur Produktionsrichtung P des Zylinders01 dehnenden Bedruckstoffes24 bzw. im Vergleich zu anderen Druckstellen zur Erzielung einer besseren Passer- sowie Seitenregistergenauigkeit bedarfsgerecht ausgerichtet werden kann. Wenn sich die Querdehnung Q des Bedruckstoffes24 bei seinem Durchlauf durch das Druckwerk von einer Druckstelle zur anderen Druckstelle verändert, kann in jeder Druckstelle der Stellweg s, der von einem dort in einem Zylinder01 angeordneten Aktor26 ausgeübt wird, unterschiedlich bemessen sein, z. B. von einer Druckstelle zur nächsten größer werden. - Darüber hinaus mag es vorteilhaft sein, in dem Gehäuse des Aktors
26 ein Längenmeßsystem zu integrieren, z. B. eine DMS-Vollbrücke, um den vom Kopfstück27 ausgeübten Stellweg s zu ermitteln, woraufhin das Meßergebnis an eine außerhalb des Zylinders01 befindliche Stelle, z. B. an einen Leitstand für das Druckwerk, zur Auswertung übermittelt werden kann. Wenn z. B. das Druckbild oder Referenzmarken auf dem Bedruckstoff sensorisch erfaßt werden, kann eine Regeleinrichtung aufgebaut werden, bei der der Aktor26 mit seinem Stellweg s die Haltevorrichtung bzw. den Basiskörper22 nach einem erfolgten Soll-/Istabgleich nachführt. -
- 01
- Zylinder, Formzylinder, Übertragungszylinder
- 02
- Aufzug, Druckform
- 03; 04
- Enden des Aufzugs
- 05
- –
- 06; 07
- Einhängeschenkel
- 08
- Öffnung
- 09
- Mantelfläche
- 10
- –
- 11
- Kanal
- 12
- Wandung, erste
- 13
- Kante, vorlaufende
- 14
- –
- 15
- –
- 16
- Wandung, zweite
- 17
- Kante, nachlaufende
- 18
- Klemmstück
- 19
- Federelement
- 20
- –
- 21
- Stellmittel, Schlauch
- 22
- Basiskörper
- 23
- Schwenklager
- 24
- Bedruckstoff, Papier, Papierbahn, Papierbogen
- 25
- –
- 26
- Aktor
- 27
- Kopfstück
- 28
- Fußstück
- F
- Kraft
- D
- Durchmesser
- L
- Länge
- M
- Materialdicke
- P
- Produktionsrichtung
- Q
- Querdehnung
- T
- Tangente
- W
- Schlitzweite
- US
- Steuersignal
- a
- Abstand
- l
- Länge
- l26
- Länge
- b26
- Breite
- s
- Stellweg
- α
- Winkel
- β
- Winkel
Claims (12)
- Zylinder (
01 ) in einer Druckeinheit mit mindestens einem Kanal (11 ) mit mindestens einer Haltevorrichtung, wobei die Haltevorrichtung mindestens einen auf dem Zylinder (01 ) aufgebrachten Aufzug (02 ) in axialer Richtung des Zylinders (01 ) fixiert, wobei die Haltevorrichtung verschiebbar angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein steuerbarer Aktor (26 ) vorgesehen ist, der die Haltevorrichtung im Kanal (11 ) zumindest in axialer Richtung des Zylinders (01 ) verschiebt. - Zylinder (
01 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (26 ) mit seiner Wirkrichtung axial zum Zylinder (01 ) angeordnet ist. - Zylinder (
01 ) in einer Druckeinheit mit mindestens einem Kanal (11 ) mit mindestens einer Haltevorrichtung, wobei die Haltevorrichtung zumindest aus einem Klemmstück (18 ) und einem Federelement (19 ) besteht und mindestens einen auf dem Zylinder (01 ) aufgebrachten Aufzug (02 ) hält, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung im Kanal (11 ) verschiebbar angeordnet ist und dass mindestens ein steuerbarer Aktor (26 ) vorgesehen ist, der die Haltevorrichtung im Kanal (11 ) zumindest in axialer Richtung des Zylinders (01 ) verschiebt. - Zylinder (
01 ) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (26 ) die Haltevorrichtung im laufenden Druckprozeß verschiebt. - Zylinder (
01 ) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (26 ) ein piezoelektrisches System oder ein magnetostriktives System ist. - Zylinder (
01 ) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (26 ) in dem Kanal (11 ) in einem Gehäuse mit einem Kopfstück (27 ) und mit einem Fußstück (28 ) angeordnet ist, wobei zumindest das Fußstück (28 ) des Gehäuses mit dem Kanal (11 ) starr verbunden ist, wobei ein angelegtes Steuersignal (US) das Kopfstück (27 ) zu einer translatorischen Bewegung mit einem Stellweg (s) veranlaßt, während das Fußstück (28 ) ortsfest bleibt. - Zylinder (
01 ) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellweg (s) des Aktors (26 ) bei etwa 100 μm liegt. - Zylinder (
01 ) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung in einem Basiskörper (22 ) angeordnet und mit dem Basiskörper (22 ) starr verbunden ist, wobei der Aktor (26 ) den im Kanal (11 ) angeordneten Basiskörper (22 ) um den Stellweg (s) verschiebt. - Zylinder (
01 ) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse des Aktors (26 ) im Kanal (11 ) derart in Reihe zu der Haltevorrichtung angeordnet ist, dass der vom Kopfstück (27 ) des Aktors (26 ) ausgeübte Stellweg (s) unmittelbar auf die Haltevorrichtung bzw. den Basiskörper (22 ) wirkt. - Zylinder (
01 ) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Kanal (11 ) mehrere Aktoren (26 ) in Reihe miteinander verbunden sind, wobei der am weitesten von der zu verschiebenden Haltevorrichtung bzw. von dem zu verschiebenden Basiskörper (22 ) entfernte Aktor (26 ) mit dem Kanal (11 ) starr verbunden ist und wobei bei den übrigen Aktoren (26 ) jeweils ein Fußstück (28 ) des nächstfolgenden Aktors (26 ) starr mit dem Kopfstück (27 ) des vorangegangenen Aktor (26 ) verbunden ist, so dass sich beim gleichzeitigen Anlegen eines elektrischen Steuersignals (US) an mehreren Aktoren (26 ) deren Stellwege (s) addieren. - Zylinder (
01 ) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Gehäuse des Aktors (26 ) ein Längenmeßsystem zur Ermittlung des vom Kopfstück (27 ) ausgeübten Stellweges (s) integriert ist. - Zylinder (
01 ) nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verhältnis der Länge (l26) des Aktors (26 ) zur Breite (b26) des Aktors (26 ) größer 2 ist, d.h. l26/b26 > 2.
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