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Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Steuerung einer wenigstens zeitweise magerlauffähigen Brennkraftmaschine
unter Verwendung einer Mess- und Steuereinheit mit den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
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Es ist bekannt, moderne, insbesondere
zum Antrieb von Kraftfahrzeugen eingesetzte Brennkraftmaschinen über möglichst
große
Lastbereiche in einem verbrauchsgünstigen Magerbetrieb zu fahren. Der
Magerbetrieb ist durch Sauerstoffüberschuss eines der Brennkraftmaschine
zugeführten
Luft-Kraftstoff-Verhältnisses,
das heißt
durch λ > 1, gekennzeichnet.
Um geforderte Abgasemissionsgrenzwerte zu erfüllen, ist eine spezielle Abgasnachbehandlung notwendig. Üblicherweise
ist der Brennkraftmaschine deshalb mindestens ein Katalysator zur
Speicherung und/oder Konvertierung verschiedener Abgaskomponenten
in einem Abgastrakt nachgeschaltet, insbesondere werden NOX-Speicherkatalysatoren
verwendet. Diese NOx-Speicherkatalysatoren
speichern in mageren Betriebsphasen NOX in
Form von Nitrat und reduzieren das NOX dann
zu N2, CO2 und Wasser.
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Ein gemeinsames Problem praktisch
aller Katalysatorsysteme, insbesondere von NOX- Speicherkatalysatoren,
stellt die starke Abhängigkeit
einer Speicher- und/oder Konvertierungsaktivität der Katalysatoren von der
Katalysatortemperatur dar. So weisen NOX-Speicherkatalysatoren
ein nutzbares Arbeitstemperaturfenster von etwa 200 bis 550 °C auf, in
dem eine ausreichende Katalysatoraktivität vorliegt. Im Falle direkteinspritzender
Ottomotoren und bei strengen gesetzlichen Abgaswerten (beispielsweise
der Europäischen
Abgasnorm EU IV) können NOX-Speicherkatalysatoren sogar nur in einem
Temperaturbereich von etwa 280 bis 500 °C sinnvoll, das heißt mit einer
NOX-Minderungsrate
von mindestens 90 %, genutzt werden. Unterhalb dieses Temperaturfensters
laufen die Speicher- und Regenerationsvorgänge mit zu geringen Reaktionsgeschwindigkeiten ab,
während
oberhalb des Temperaturfensters die thermisch instabilen Nitrate
zerfallen, so dass keine hinreichende Speicherrate vorliegt.
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Im Allgemeinen wird daher der Magerbetrieb der
Brennkraftmaschine gesperrt, sobald die Katalysatortemperatur außerhalb
eines durch das Arbeitstemperafurtenster des Katalysators definierten
Magertemperaturbereiches liegt. Beispielsweise wird bei Fahrzeugen
mit direkteinspritzenden schichtladefähigen Ottomotoren zur Einhaltung
der Abgasgrenzwerte der Europäischen
Abgasnorm EU III außerhalb des
zulässigen
Magertemperaturbereiches des NOX-Speicherkatalysators
ein Magerbetrieb mit λ > 1,2 lediglich kurzfristig,
beispielsweise für
maximal 4 s, zugelassen. Ausnahmen hierfür bestehen lediglich in Schubabschaltungsphasen
und/oder während
einer Entschwefelung des NOX-Speicherkatalysators. Somit
muss die Brennkraftmaschine, solange der NOX-Speicherkatalysator
sich nicht innerhalb des Magertemperaturbereiches befindet, im stöchiometrischen
oder fetten Betriebsmodus gefahren werden, auch wenn der aktuelle
Betriebspunkt des Motors einen Magerbetrieb zuließe. Damit
müssen
erhebliche Verbrauchsnachteile zugunsten niedrigerer Abgasendemissionen
in Kauf genommen werden.
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Das Verhalten des NOX-Speicherkatalysators
kann durch ein in der Motorsteuerung implementiertes mathematisches
Modell nachgebildet werden. Als wichtige Eingangsgrößen für die Modellierung des
NOX-Speicherverhaltens sind die NOX-Rohemission, die bisherige Adsorptionsdauer,
der Abgasmassenstrom und die Abgastemperatur zu nennen. Mit Hilfe
des Katalysatormodells können
die im NOX-Speicherkatalysator gespeicherte
NOX-Masse und der aktuelle Wirkungsgrad
der NOX-Speicherung ermittelt werden. Beispielsweise
bei Überschreiten einer
maximal zulässigen
NOX-Beladung oder bei Unterschreiten eines
vorgegebenen minimalen Wirkungsgrades bei der Speicherung kann dann
eine Regeneration ausgelöst
werden.
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Dieses Verfahren ist jedoch prinzipbedingt sehr
ungenau, da sich beispielsweise die NOX-Rohemission über die
Laufzeit, durch Serienstreuungen und durch äußere Einflüsse wie Umgebungstemperatur
und Luftfeuchtigkeit wesentlich verändern kann. Auch das Katalysatorverhalten
kann sich durch Verschwefelung und thermische Alterung ändern. Eine unzulässig hohe
NOX-Emission nach NOX-Speicherkatalysator
kann somit nur mit großen
Sicherheitsreserven zuverlässig
vermieden werden. Da hierbei von einem ungünstigen Fall mit hoher NOX-Rohemission und geringer NOX-Speicherfähigkeit
des Katalysators ausgegangen wird, ergeben sich ein gegenüber dem
günstigenfalls
erreichbaren Zustand eingeschränktes
Magerbetriebsfeld sowie unnötig
häufige Regenerationen
und damit ein erhöhter
Kraftstoffverbrauch.
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Alternativ ist es bekannt, bei Erreichen
einer vorbestimmten NOX-Konzentration stromab
des NOX-Speicherkatalysators eine Regenerationsphase anzufordern.
Der. dazu gesetzte Schwellenwert für die NOX-Konzentration
kann fest oder betriebspunktabhängig
gewählt werden,
das heißt
in Abhängigkeit von
Drehzahl, Last und Einspritzmenge der Brennkraftmaschine. Dieser
Schwellenwert stellt einen Maximalwert für unerwünschten Schlupf an NOX und damit für den Beladungsgrad des NOX-Speicherkatalysators dar. Da der Schlupf
mit der Drehzahl, der Last beziehungsweise der Einspritzmenge steigt,
kann nach diesem Verfahren der Schwellenwert betriebspunktabhängig gewählt werden.
Eine Information über
die Speicherkapazität
kann mit diesem Verfahren jedoch nicht gewonnen werden.
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Die Erfüllung strenger Abgasvorschriften
erfordert sehr hohe mittlere Speicherwirkungsgrade, so dass bereits
bei geringem NOX-Schlupf eine NOX-Regeneration ausgelöst werden muss. Werden die
erzielbaren Speicherdauern sehr kurz, ist durch Magerbetrieb kein
Verbrauchsvorteil mehr zu erreichen, da der Kraftstoffaufwand zur
NOX-Regeneration
die Verbrauchsvorteile im Magerbereich kompensiert.
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Aus diesem Grunde werden die Betriebsgrenzen
des NOX-Speicherkatalysators an seine Speicherfähigkeit
angepasst. Wie bereits ausgeführt, ist
es bekannt, die Magerbetriebszulassung an die Speicherkatalysatortemperatur
zu koppeln. Zur Temperaturadaption wird beispielsweise geprüft, ob eine vorgegebene
Mindestzeit zwischen zwei NOX-Regenerationen
im Magerbetrieb unterschritten wird. Ist dies der Fall, so wird
die obere Temperaturgrenze zur Zulassung des Magerbetriebs um einen
vorgebbaren Betrag gesenkt. Wird bei einer Katalysatortemperatur nahe
dieser oberen Temperaturgrenze die vorgebbare Mindestzeit überschritten,
so wird diese obere Temperaturgrenze um einen vorgebbaren Betrag
angehoben. Mit dieser Maßnahme
kann ein Magerbetrieb bei hohen Katalysatortemperaturen, bei denen der
NOX-Speicherkatalysator in seiner Speicherwirkung
nachlässt,
abhängig
von der Speicherfähigkeit des
Katalysators eingeengt werden.
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Ebenso ist es bekannt, den NOX-Massenstrom stromauf des NOX-Speicherkatalysators
als Kriterium für
die Sperrung beziehungsweise Zulassung des Magerbetriebs mit heranzuziehen.
Es wird geprüft,
ob bei einem bestimmten NOX-Massenstrom eine
vorgegebene Mindestzeit im Magerbetrieb zwischen zwei NOX-Regenerationen unterschritten wird. Ist
dies der Fall, so wird der maximal zulässige NOX-Massenstrom
stromauf des Katalysators zur Freigabe des Magerbetriebs um einen
vorgebbaren Betrag abgesenkt. In analoger Weise wie bei der Temperaturgrenzadaption
erfolgt eine Anhebung des zulässigen
NOX-Massenstroms. Nachteilig ist jedoch, dass
eine Kopplung zwischen Massenstrom und Temperatur nicht berücksichtigt
wird. So führt
beispielsweise das Unterschreiten der Mindestspeicherzeit in einem
konstanten Betriebspunkt dazu, dass Magerbetrieb bei höheren NOX-Massenströmen vor dem Katalysator oder
bei höheren
Temperaturen im Katalysator nicht mehr zugelassen wird.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren bereitzustellen, das gestattet, die Speicherfähigkeit
(Kapazität)
eines NOX-Katalysators optimal auszunutzen.
Insbesondere sollen die Betriebsgrenzen besser an die tatsächliche NOX-Speicherfähigkeit angepasst werden. Ganz
besonders soll das Zusammenspiel von NOX-Massenstrom
und Temperatur innerhalb des NOX-Speicherkatalysators
bei einer Festlegung der Parameter für das Fahren im vorteilhaften
Magerbetrieb berücksichtigt
werden.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein
Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die Unteransprüche stellen
Vorzugsvarianten dar.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Brennkraftmaschine so gesteuert wird, dass sie ein wenigstens
zweidimensionales Magerbetriebsfeld aufweist, welches durch vorgebbare
Betriebspunkte definiert ist, die vorgebbare Mindestanforderungen
für den
wenigstens einen Betriebsparameter des NOX-Speicherkatalysators
(vorzugsweise eine Temperatur innerhalb des NOX-Speicherkatalysator)
in Kombination mit dem wenigstens einen Abgasparameter (vorzugsweise
der NOX-Massenstrom stromauf des NOX-Speicherkatalysators) umfassen, wobei das
Magerbetriebsfeld in wenigstens zweidimensionale Segmente für den wenigstens
einen Betriebsparameter des NOX-Speicherkatalysators
und den wenigstens einen Abgasparameter unterteilt wird und lediglich die
Segmente für
den Magerbetrieb gesperrt werden, bei denen im aufgespannten, wenigstens
zweidimensionalen Magerbetriebsfeld wenigstens einer der Betriebspunkte
den vorgebbaren Mindestanforderungen nicht genügt.
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Es können somit Speicher- und Regenerationsvorgang
im NOX-Speicherkatalysator optimal gestaltet
werden und der Katalysator kann so eingestellt werden, dass er ein
Magerbetriebsfeld für
die Eingangsgrößen, bevorzugterweise
für einen
NOX-Massenstrom stromauf des NOX-Speicherkatalysators, und
eine Katalysatortemperatur aufweist, deren Schwellwerte zur Erzielung
eines Spitzen-Einlagerungswirkungsgrades eingestellt werden können. Das
heißt,
das vorgegebene Magerbetriebsfeld kann von vornherein auf seine
von der Katalysatorchemie abhängigen
günstigsten
Grenzen hin ausgedehnt werden, zum Beispiel bei Barium-Speicherkatalysatoren
auf einen Temperaturbereich von 230 – 570 °C und maximal 50 mg NOX/sec pro Liter Katalysatorvolumen. Magerbetriebsfreigaberegelungen
gemäß Stand
der Technik weisen dagegen lediglich Fenster im Bereich beispielsweise
von 270 – 550 °C und temperaturunabhängig günstigenfalls
25 mg NOX/sec pro Liter Katalysatonrolumen
auf.
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Das Erstellen eines Magerbetriebsfeldes
in Form eines NOX-Massenstrom/ Speicherkatalysatortemperatur – Diagramms
mit Segmenten definierter Schrittweiten und vorgebbaren Betriebspunkten
mit Mindestanforderungen ermöglicht
erfindungsgemäß verschiedene
Ausführungsvarianten
für das
Verhalten des NOX-Speicherkatalysators.
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Prinzipiell ergibt sich Folgendes:
In einem Betriebspunkt werden die Mindestspeicheranforderungen bezüglich Temperatur
und NOX-Massenstrom nicht mehr erfüllt, das
heißt
die Werte für
Temperatur und NOX-Massenstrom liegen entweder
beide außerhalb
der zugelassenen Obergrenze oder der Temperaturwert liegt unterhalb
der Untergrenze und der NOX-Massenstrom
liegt oberhalb der zugelassenen Obergrenze. Im vorliegenden Verfahren
wird der Magerbetrieb nur für
Segmente mit zu hohen NOX-Massenströmen und
zu hohen Temperaturen beziehungsweise mit zu niedrigen Temperaturen
und zu hohen NOX-Massenströmen nicht
mehr zugelassen. Das heißt,
es werden die Segmente für
den Magerbetrieb gesperrt, für
die im aufgespannten Magerbetriebsfeld der Betriebspunkt den Mindestspeicheranforderungen
für NOX-Massenstrom
und Temperatur nicht mehr genügt.
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In einer bevorzugten Ausführung wird
das. Verfahren so gesteuert, dass der Magerbetrieb zusätzlich auch
für geringfügig niedrigere
NOX-Massenströme und/oder geringfügig niedrigere
Temperaturen als im genannten Betriebspunkt nicht mehr zugelassen
wird, das heißt
die Segmente, in denen sich diese Betriebspunkte befinden, die die
Mindestspeicheranforderungen für
den Magerbetrieb nicht mehr erfüllen,
werden geringfügig
größer gewählt als
der Betriebspunkt eigentlich erfordert. Vorzugsweise gilt eine solche
Einbeziehung für
Abweichungen um vorzugsweise um 0,5 mg NOX/sec
für den
Massenstrom und 5 K für
die Temperatur. Analog gilt dieses Verfahren auch für geringfügig niedrigere
NOX-Massenströme und geringfügig höhere Temperaturen
im Bereich der unteren Temperaturgrenze.
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Eine Betriebsbereichssperrung über einen Algorithmus,
der die Kriterien NOX-Massenstrom und Temperatur
verbindet, ist regelungstechnisch einfach beherrschbar. Bevorzugt
und mit geringem Rechenaufwand verbunden ist das Sperren von Segmenten mit
fester Schrittweite hinsichtlich Temperatur und NOX-Massenstrom.
Besonders bevorzugt sind hierfür Temperaturfenster
zwischen 5...50 K Schrittweite, vorzugsweise 5...25 K und NOX-Massenstromfenster zwischen
0,25...5,0 mg/sec, insbesondere 0,5...2,1 mg/sec. Neben bevorzugt
rechteckigen Segmenten sind unter Inkaufnahme eines erhöhten Rechenaufwandes
auch anders geformte Segmente, beispielsweise polygonale Segmente,
dreieckige Segmente oder dergleichen, möglich.
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Alternativ oder zusätzlich kann
das Verfahren so gesteuert werden, dass der katalysatorspezifisch
günstigste
Betriebsbereich bei beliebigen Initialisierungswerten im Fahrzeugeinsatz
gelernt werden kann, wobei das Magerbetriebsfeld über den
jeweiligen oberen beziehungsweise unteren vorgebbaren Schwellenwert
für die
Temperatur und den NOX-Massenstrom in definierten
Schrittweiten hinaus erweitert wird. Aufgrund der trägeren Reaktionskinetik
und des Risikos von Schadstoffdurchbrüchen bei der Regeneration wird
eine Adaption eines Betriebsbereichs bei sehr niedrigen Temperaturen
und NOX-Massenströmen auf
eine nicht unterschreitbare harte vorgebbare Mindesttemperaturschwelle
begrenzt, vorzugsweise auf 200...250 °C, besonders bevorzugt auf 230...240 °C.
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Gemäß der Erfindung ist die Magerbetriebssperrung
bei höheren
NOX-Massenströmen und höheren Katalysatortemperaturen
beim Unterschreiten der Mindestspeicheranforderungen bei weiter
innen im Magerbetriebsfeld liegenden Betriebspunkten ebenfalls vorgesehen
und sinnvoll.
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Weiterhin ist davon auszugehen, dass
in einem Bereich höherer
NOX-Massenströme und niedrigerer Temperaturen
sowie in einem Bereich niedrigerer NOX-Massenströme und höherer Temperaturen ebenfalls
mit einem unzureichenden Speichervermögen zu rechnen ist, so dass
diese Segmente ohne Abprüfung
direkt mit gesperrt werden. Diese Erweiterung des Sperrbereichs
kann auch bis in den Tieftemperaturbereich hinein ausgedehnt werden.
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Bevorzugt wird im erfindungsgemäßen Verfahren
eine Temperaturschwelle als Grenze zwischen Hoch- und Tieftemperaturadaption
festgelegt. Als besonders bevorzugt hat sich erwiesen, das Verfahren
so zu steuern, dass oberhalb des Schwellwertes die Maximaltemperatur
heruntergelernt wird und unterhalb des Schwellenwertes die Minimaltemperatur
heraufgelernt, vorzugsweise oberhalb eines Schwellwertes im Bereich
von 320...400 °C,
insbesondere in einem Bereich von 320...340 °C.
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Die erfindungsgemäße Einteilung des gesamten
Betriebsfeldes in Segmente ermöglicht
eine nahezu perfekte Anpassung an das Speichervermögen in wenigen
Adaptionsschritten. Es wird ein Verfahren zur Verfügung gestellt,
dass eine flexible Adaption von Temperatur und NOX-Massenstrom
unter Berücksichtigung
der tatsächlichen
Verhältnisse
im NOX-Speicherkatalysator
gestattet.
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In einer weiteren bevorzugten Ausführung ist das
erfindungsgemäße Verfahren
dadurch gekennzeichnet, zur Verbesserung des Speichervermögens neben
dem NOX-Massenstrom und der Temperatur gegebenenfalls
auch weitere Parameter der Magerbetriebszulassung als Kriterien
für eine
Zulassung einzubinden, beispielsweise den Abgasmassenstrom und Katalysatorfüllstand.
Hierzu sind dann mehrdimensionale Magerbetriebsfelder (mehr als
zweidimensionale) einsetzbar.
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Weitere bevorzugte Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen genannten
Merkmalen.
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Die Erfindung wird nachfolgend in
Ausführungsbeispielen
anhand der zugehörigen
Zeichnungen näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
Anordnung eines NOX-Speicherkatalysators
in einem Abgaskanal einer Verbrennungskraftmaschine und
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2 bis 11 verschiedene Magerbetriebsfelder.
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Das erfindungsgemäße Verfahren dient zur Steuerung
einer zumindest zeitweise mit Luftüberschuss betreibbaren Brennkraftmaschine,
wie sie schematisch in 1 dargestellt
ist. Die 1 zeigt eine
Anordnung 10 mit einem NOX-Speicherkatalysator 12 in
einem Abgaskanal 14 einer Verbrennungskraftmaschine 16.
Selbstverständlich
ist die Anordnung 10 lediglich ein stark vereinfachtes
Ausführungsbeispiel,
und es können
ebenso auch zusätzliche
NOX-Speicherkatalysatoren oder Vorkatalysatoren
im Bereich des Abgaskanals 14 angeordnet werden. Derartige
Anordnungen sind bekannt und sollen hier nicht näher erläutert werden.
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In dem Abgaskanal sind zusätzlich Sensoren angeordnet,
die einen Rückschluss
auf einen aktuellen Katalysatorzustand erlauben. In der Anordnung 10 sind
dazu beispielhaft ein stromab des NOX-Speicherkatalysators
angeordneter Gassensor 18 und ein stromauf des NOX-Speicherkatalysators angeordneter Temperatursensor 20 dargestellt.
Die Sensoren 18, 20 liefern Signale, die innerhalb
eines Motorsteuergerätes 22 ausgewertet
werden können.
Ferner sind der Verbrennungskraftmaschine 16 Mittel 24 zugeordnet,
die eine zumindest temporäre
Beeinflussung von Betriebsparameter der Brennkraftmaschine 16 ermöglichen.
Eine Einstellung der Magerbetriebs- beziehungsweise Regenerationsparameter
kann in bekannter Weise durch die Beeinflussung der Betriebsparameter
der Brennkraftmaschine 16 erfolgen.
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In den 2 bis 11 sind jeweils Magerbetriebsfelder
der Brennkraftmaschine 16 dargestellt, die von dem NOX-Massenstrom vor dem NOX-Speicherkatalysator 12 und
der Katalysatortemperatur des NOX-Speicherkatalysators 12 definiert
sind. Der NOX-Massenstrom und die Temperatur können modelliert
werden und dem Motorsteuergerät 22 zur Auswertung übermittelt
werden. Des Weiteren kann die Temperatur im NOX-Speicherkatalysator 12 auch basierend
auf der mit dem Sensor 20 gemessenen Temperatur berechnet
werden. Denkbar ist auch die Anordnung eines geeigneten Gassensors
stromauf des NOX-Speicherkatalysators 12 oder
eines Temperatursensors direkt im NOX-Speicherkatalysator 12.
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Hierbei ist der NOX-Massenstrom
in mg NOX/sec und die Temperatur T in °C aufgetragen.
Anhand der Darstellung in 2 wird
deutlich, dass sich hier ein Magerbetriebsfeld 30 ergibt,
das von einer unteren Temperaturschwelle T1 und
einer oberen Temperaturschwelle T2 sowie
einer unteren NOX-Massenstromschwelle NOX1 und einer oberen NOX-Massenstromschwelle
NOX2 begrenzt ist. In einem Betriebspunkt 32 werden
die Mindestspeicheranforderungen an den NOx-Speicherkatalysator 12 nicht
mehr erfüllt.
Dieses Kriterium ist beispielsweise erfüllt, wenn die mit dem Gassensor 18 gemessene NOX-Konzentration
stromab des NOX-Speicherkatalysators einen
von der im NOX-Speicherkatalysator 12 gespeicherten
NOX-Masse abhängigen Grenzwert übersteigt.
Dieser Betriebspunkt 32 ist gekennzeichnet durch eine Speicherkatalysatortemperatur
T32 und einer NOX-Massenstrom
NOX32. Dies bedeutet – übertragen auf das erfindungsgemäße Verfahren – dass Speicherkatalysatortemperaturen
T > T32 und NOX-Massenströme > NOX32 dazu führen, dass
ein Magerbetrieb der Verbrennungskraftmaschine 16 nicht zugelassen
wird. Hierdurch ergibt sich ein Betriebsfenster 34, in
dem der Magerbetrieb nicht zugelassen ist. Wie in 2 verdeutlicht, ist das Betriebsfenster
in Richtung der unteren Schwelltemperatur T1 und
des unteren NOX-Massenstromschwellwertes NOX
1 geringfügig größer, so
dass auch bei entsprechend geringfügig niedrigeren NOX-Massenströmen und
geringfügig
niedrigeren Temperaturen T als im Betriespunkt 32 der Magerbetrieb
nicht mehr zugelassen ist. Diese Vergrößerung des Betriebsfensters 34 beträgt beispielsweise
T32 – 5
K beziehungsweise NOX32 – 0,5 mg NOX/sec.
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Ferner kann – wie 3 verdeutlicht – ein Magerbetriebsfenster 36 während des
Fahrzeugeinsatzes gelernt werden. Hierbei wird ausgehend von einem
Betriebspunkt 38, indem die Mindestspeicheranforderung
an den NOX-Speicherkatalysator 12 erfüllt werden,
die obere Temperaturschwelle T2 auf die Temperaturschwelle
T3 angehoben. Definiert wird dieses zusätzliche
Betriebsfenster 36 ferner durch den NOX-Massenstrom
NOX3.
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Wie 4 verdeutlicht,
kann das erfindungsgemäße Verfahren
zur Definition des Magerbetriebsfeldes 30 auch an der unteren
Temperaturschwelle T, eingesetzt werden. Hierbei sollte die untere
Temperaturschwelle T, wegen der trägeren Reaktionskinetik und
des Risikos von Schadstoffdurchbrüchen bei der Regeneration bei
sehr niedrigeren Temperaturen T und NOX-Massenströmen NOX auf eine nicht unterschreitbare harte Mindesttemperaturschwelle
Tmin begrenzt werden. Unter Beachtung dieser
Mindesttemperaturschwelle Tmin ist eine
Temperaturschwelle als Grenze zwischen Hochtemperaturadaption und
Tieftemperaturadaption festzulegen. Hochtemperaturadaption betrifft
das Ausführungsbeispiel
gemäß 3 während Tieftemperaturadaption
das Ausführungsbeispiel
gemäß 4 betrifft. Die Grenze kann
hierbei bei zirka 320 bis 400 °C,
insbesondere 320 bis 340 °C,
liegen, wobei oberhalb dieses Schwellwertes die Maximaltemperatur
T3 heruntergelernt wird und unterhalb dieses
Schwellwertes die Minimaltemperatur Tmin heraufgelernt
wird.
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5 zeigt
ein Magerbetriebsfeld 30, bei dem der Betriebspunkt 32,
in dem die Mindestspeicheranforderungen an den NOX Speicherkatalysator 12 nicht
mehr erfüllt
werden, weiter im Inneren des Magerbetriebsfeldes 30 liegt.
Auch hier erfolgt die Festlegung eines Betriebsfensters 34,
in dem ein Magerbetrieb der Verbrennungskraftmaschine nicht zulässig ist.
Das Betriebsfenster 34 ist hierbei entsprechend größer, das
heißt über eine
größere Temperaturdifferenz
zwischen T32 und T2,
und eine größere NOX-Massenstromdifferenz,
das heißt
zwischen NOX32 und NOX2,
ausgebildet. Diese Festlegung des größeren Betriebsfensters 34 macht
Sinn, da angenommen werden kann, dass bei zwischen T32 und
T2 liegenden Speicherkatalysatortemperaturen
T und gleichem NOX-Massenstrom
NOXS2 beziehungsweise bei zwischen NOX-Massenstrom NOX32 und NOX-Massenstrom
NOX2 liegenden NOX-Massenstrom
und gleicher Temperatur T32 ebenfalls die
Mindestspeicheranforderungen nicht erfüllt sind.
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Zusätzlich kann – wie 6 verdeutlicht – in Betriebsfenstern 40 höhere NOX Massenströme und niedrigere Katalysatortemperaturen
T sowie niedrigere NOX-Massenströme NOX und
höhere
Katalysatortemperaturen T mit unzureichenden Mindestspeicheranforderungen
an den NOx-Speicherkatalysator 12 gerechnet werden, so dass
für diese
Betriebsfenster 40 ebenfalls ein Magerbetrieb der Verbrennungskraftmaschine 16 ausgeschlossen
wird.
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Diese zusätzliche Sperre für den Magerbetrieb
kann auch in den Tieftemperaturbereich ausgedehnt werden, wie ein
Betriebsfenster 42 an der unteren Temperaturschwelle T,
verdeutlicht.
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Anhand der 7 bis 11 wird
die Segmentierung des Magerbetriebfeldes 30 nochmals verdeutlicht. 7 zeigt, dass das Magerbetriebsfeld 30 in einzelne
Segmente, hier rechteckige Segmente 44, unterteilt ist.
Nach weiteren, nicht dargestellten Ausführungsbeispielen kann die Form
der Segmente 44 auch von einer Rechteckform abweichen,
diese können
beispielsweise dreieckförmig,
trapezförmig,
polygonal oder dergleichen sein.
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Nachfolgend wird von rechteckförmigen Segmenten 44 ausgegangen.
Hierbei sind die Segmente 44 vorzugsweise gleich groß und besitzen eine
Kantenlänge
(Temperaturfenster) von 5 bis 50 K, insbesondere von 15 bis 25 K.
Die andere Kantenlänge
(NOX-Massenstromfenster)
beträgt
beispielsuweise zwischen 0,25 und 5 mg NOX/sec,
insbesondere zwischen 0,9 und 2,1 mg NOX/sec.
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Durch Aufteilung des gesamten Magerbetriebsfeldes 30 in
derartige Segmente 44 kann eine optimale Anpassung des
Magerbetriebes der Verbrennungskraftmaschine 10 an das
Speichervermögen
des NOX Speicherkatalysators 12 in
wenigen Adaptionsschritten erfolgen. 8 verdeutlicht
hierzu, wie anhand eines Betriebspunktes 32, in dem die Mindestspeicheranforderungen
nicht erfüllt
wurden, als Segmente 44 als Betriebsfenster 34 aus
dem Magerbetriebsfeld 30 herausgenommen wurden.
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In einem nächsten Schritt, der in 9 verdeutlicht ist, werden
zusätzlich
anhand der Betriebspunkte 38, in denen die, Mindestspeicheranforderung
erfüllt
wurde, die zusätzlichen
Betriebsfenster 36 gelernt (vergleiche auch Erläuterung
zu 3).
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Zusätzlich kann anhand von Betriebspunkten 38' am
oberen Schwellwert NOX2 des NOX-Massenstroms ein
Hochlernen des Magerbetriebsfeldes 30 erfolgen, so dass
weitere zusätzliche
gelernte Betriebsfenster 36' für das Magerbetriebsfeld 30 zur Verfügung stehen.
Hierdurch wird eine Erhöhung
der Emissionssicherheit erreicht (10).
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Schließlich kann in einem weiteren
Schritt, wie 11 verdeutlicht,
anhand an der unteren Temperaturschwelle liegender Betriebspunkte 38,
in denen die Mindestspeicheranforderungen erfüllt sind, an die untere Temperaturschwelle
T, angrenzende zusätzliche
Betriebsfenster 36 gelernt werden, die durch die harfe
Mindesttemperaturschwelle Tmin in jedem
Fall begrenzt sind.
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Anhand der Erläuterungen wird deutlich, dass
so ein optimiertes Magerbetriebsfeld 30 zur Steuerung der
Brennkraftmaschine 16 im Magerbetrieb unter Berücksichtigung
von Mindestspeicheranforderungen des NOX Speicherkatalysators 12 erfolgen
kann.
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- 10
- Verbrennungskraftmaschine
- 12
- NOX-Speicherkatalysator
- 14
- Abgaskanal
- 16
- Brennkraftmaschine
- 18
- Sensor
- 20
- Sensor
- 22
- Steuereinheit
- 24
- Steuereinheit
- 30
- Magerbetriebsfeld
- 32
- Betriebspunkt
- 34
- Betriebsfenster
- 36,
36'
- Betriebsfenster
- 38,
38'
- Betriebspunkt
- 40
- Betriebsfenster
- 42
- Betriebsfenster
- 44
- Segmente
- T1
- untere
Temperaturschwelle
- T2
- obere
Temperaturschwelle
- T32
- Speicherkatalysatortemperatur
- Tmin
- Mindesttemperaturschwelle
- NOX1
- untere
NOX-Massenstromschwelle
- NOX2
- obere
NOX-Massenstromschwelle
- NOX32
- NOX-Massenstrom
- Bp
nicht
- Betriebspunkt,
in dem die Mindestspeicheranforderungen nicht erfüllt werden
- Bp
ja
- Betriebspunkt,
in dem die Mindestspeicheranforderungen erfüllt werden
- Bf
heraus
- herausgeschnittenes
NOX-Massenstrom/Temperatur-Betriebsfenster
- Bf
gelernt
- zusätzlich gelerntes
NOX-Massenstrom/Temperatur-Betriebsfenster