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Die Erfindung betrifft eine Einrichtung
zum Fügen
eines leistenförmigen,
nachgiebigen Profils, insbesondere Dichtungsprofils, neben bzw.
an einer insbesondere gekrümmten
Kante eines Körpers.
Ein weiterer Aspekt betrifft ein entsprechendes Verfahren, unter
Verwendung eines Dichtungsprofils mit einem Klebeband an seiner
einen Seite, wobei die nicht an dem Profil haftende Seite des Klebebands mit
einem Schutzstreifen abgedeckt ist.
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Der Wunsch, ein leistenförmiges,
nachgiebiges Profil neben bzw. an einer gekrümmten Kante eines scheibenförmigen Körpers anzubringen,
besteht beispielsweise bei einer Wasserkastenanbindung auf der Windschutzscheibe
eines Kraftfahrzeugs. Die Wasserkastenanbindung umfaßt ein dreidimensional vorgebogenes,
leistenförmiges
Profil, aus dem ein flacher, streifenförmiger Abschnitt ausgeformt
ist, der auf einer Seite ein beidseitig klebendes Klebeband trägt. Auf
der dem Profil abgewandten Seite ist das Klebeband mit einem Schutzstreifen,
einem sogenannten Liner, versehen.
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Der vorliegenden Erfindung liegt
allgemein die Aufgabe zugrunde, ein leistenförmiges, nachgiebiges Profil
neben bzw. an einer gekrümmten
Kante eines Körpers
selbsttätig,
rasch, auch bei Toleranzen des Profilverlaufs exakt und zuverlässig mit
möglichst
geringem apparativen Aufwand anzufügen, so daß das Profil an einem Rand
des Körpers
neben der Kante sicher haftet. Insbesondere soll ein solches Profil
mittels eines an dem Profil haftenden Klebebands an dem Körper fest
angeklebt werden, wobei das Klebeband zuvor auf der mit dem Körper zu
verbindenden Seite mit einem Schutzstreifen abgedeckt ist.
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Diese Aufgabe wird für eine Einrichtung
der eingangs genannten Gattung durch deren Ausbildung mit den in
dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
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Zur Lösung der spezielleren Aufgabe
des Anklebens eines Profils, welches einseitig mit einem – schmaleren – Klebeband
versehen ist, das mit einem Schutzstreifen abgedeckt ist, dient
die Einrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 2.
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Ein entsprechendes Verfahren zum
Fügen, insbesondere
Kleben eines leistenförmigen,
nachgiebigen Profils, insbesondere Dichtungsprofils mit einem Klebeband
an einer Seite, neben einer gekrümmten
Kante eines Körpers,
weist die Merkmale des Anspruchs 11 auf.
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Wesentlicher Bestandteil der Einrichtung nach
Anspruch 1 ist ein kombiniertes Greif- und Fügewerkzeug, welches mit einem
mehrachsigen Roboter nacheinander in mehrere Stationen positioniert werden
kann, wie noch im nachfolgenden beschrieben wird. Das kombinierte
Greif- und Fügewerkzeug umfaßt als wesentliche
Elemente einen Spanngreifer mit zwei auf das Profil konturbezogenen
Greiferbacken, die das Profil an einer Seite, und zwar im Fall des
mit einem Klebeband versehenen Profils in einem nicht mit dem Klebeband
abgedeckten Bereich umschließen.
Weiterhin sind in dem Greif- und Fügewerkzeug drei Rollenpaare
integriert, deren beiden Rollen jeweils einen Spalt zur Aufnahme
des Profils bilden. Die Außenumfänge der
Rollen sind an das Profil ebenfalls zu mindest teilweise angepaßt. Von den
Rollenpaaren dienen zunächst
zwei zur Führung des
Profils an den Körper,
an den das Profil zu fügen ist,
und zumindest eines der Rollenpaare, vorzugsweise jedoch zwei hiervon,
zum festen Fügen
des leistenförmigen
Profils an den Körper
neben einer insbesondere gekrümmten
Kante, nachdem das Profil in einer Anfangsposition zunächst mit
dem Spanngreifer an dem Körper
vorläufig
fixiert wurde.
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Mit den drei Rollenpaaren kann weiterhin eine
genaue Anpassung an eine gewünschte
Biegelinie des Profils erreicht werden.
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Wenn ein Profil, welches einseitig
mit einem schmaleren Klebeband versehen ist, mit einem Schutzstreifen
bzw. Liner abgedeckt ist, wird nach Anspruch 2 das Profil mit dem
kombinierten Greif- und Fügewerkzeug
zu einer Schutzstreifenlösestation
gefahren, in der eine Druckluft-Düsenanordnung, die auf den Schutzstreifen
des Klebestreifens ausrichtbar ist, sowie ein Schutzstreifen-Abrollmechanismus
angeordnet sind, welches geeignet ist, den von dem Klebeband stirnseitig
abgelösten
Schutzstreifen weiter von dem Klebeband abzurollen. Damit kann der
Schutzstreifen selbsttätig
abgelöst
werden. – Es sind
folgende Ausführungsformen
der Schutzstreifenlösestation
möglich,
die differenzierte Vorteile bieten:
In einer Ausführungsform
gemäß Anspruch
3 umfaßt die
Schutzstreifenlösestation
ortsfest im wesentlichen nur die Druckluftdüsenanordnung, während der Schutzstreifenabiollmechanismus
mit den kombinierten Greif- und Fügewerkzeug zu einer Baueinheit verbunden
ist. Dabei wird in der Schutzstreifenlösestation nur ein Anfangsbereich
des Schutzstreifens von dem Profil gelöst, während das weitere Abrollen des
Schutzstreifens synchron mit einem anschließenden Fügevorgang erfolgt, so daß im Fügebereich stets
von dem Schutzstreifen befreites Profil ansteht.
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In einer alternativen Ausführungsform
können
die Düsenanordnung
und der Schutzstreifenabrollmechanismus als eine stationäre Einheit
zusammengefaßt
sein.
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Im einzelnen kann nach Anspruch 4
die Druckluftdüsenanordnung
eine erste Düse,
welche auf eine Stirnseite des Profils mit dem Klebeband und dem
Schutzstreifen gerichtet ist, sowie eine zweite Düse umfassen,
die den von dem Profil gelösten Schutzstreifen
auf ein angetriebenes Laufrad des Schutzstreifenabrollmechanismus
bläst,
wobei dieser weiterhin ein hubbewegliches Spannrad umfaßt, welches
den abgelösten
Schutzstreifen zwischen sich und dem angetriebenen Laufrad einschließen kann,
um den Schutzstreifen weiter von dem Profil abzurollen.
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Gemäß Anspruch 5 ist die das angetriebene Laufrad
und das Spannrad umfassende Baugruppe in einer Version an dem integrierten
Greif- und Fügewerkzeug
aus dem Fügebereich
wegklappbar gelagert. Durch ein Wegklappen wird der Fügevorgang trotz
des synchron ablaufenden Abrollvorgangs des Schutzstreifens nicht
behindert.
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Weiterhin kann an dem Schutzstreifenabrollmechanismus
ein Saugschlauch so angeordnet sein, daß er den abgerollten Schutzstreifen
aufnimmt, um Störungen
durch den abgelösten
Schutzstreifen zu vermeiden.
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Die in das Greif- und Fügewerkzeug
integrierten Rollenpaare sind im einzelnen gemäß Anspruch 7 so angeordnet
und ausgebildet, daß von
einer zu dem Spanngreifer entgegengesetzten Ende des Greif- und
Fügewerkzeugs
her gesehen, ein erstes Rollenpaar, ein zweites Rollenpaar und ein
drittes Rollenpaar angeordnet sind. Das erste, das Profil in seinem
Spalt führende
Rollenpaar ist mit dem Spalt in Z-Richtung in einem Abstand über dem
Körper
in Fügeposition
voreingestellt, also in der Höhe
gegenüber
dem zweiten und dem dritten Rollenpaar, welche die Fügerollen
bilden, so daß das
Profil hier mit freiliegenden Klebestreifen auf Distanz von dem
Körper
gehalten wird, ein vorzeitiges Ankle ben des Profils verhindert wird
und das Profil gleichzeitig geführt wird.
Die obere Rolle und die untere Rolle des ersten Rollenpaars liegen
in X-Richtung, also quer zu der benachbarten Kante des Körpers verschiebbar
an verschiedenen Profilabschnitten an, insbesondere die obere Rolle
im wesentlichen an einem flachen streifenförmigen Abschnitt auf dessen
einer Klebebandseite angewandten Seite und an die untere Rolle an
einem Wulstabschnitt des Profils neben dem flachen streifenförmigen Abschnitt.
Die Rollen sind zweckmäßig an einem
Spanngreifer angebracht, mit dem die Zustellung der Rollen auf das
Profil durch Spannhub geregelt werden kann. – Außerdem ist das erste Rollenpaar
quer zu dem Profil in X-Richtung verstellbar, um eine Anpassung
an die Biegung des Profils zu ermöglichen, siehe auch Anspruch
8, wonach auch das zweite Rollenpaar und das dritte Rollenpaar in
X-Richtung verstellbar sind.
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Das zweite Rollenpaar ist an die
konturbezogene Geometrie des Profils enger angepaßt als das erste
Rollenpaar, um das Profil exakt zu führen. Mit seiner Versteilbarkeit
in X-Richtung wird weiterhin im Winkel α – siehe
auch Anspruch 8 – wird
der Biegeradius an ein vorgebogenes Profil angepaßt. Außerdem kann
mit der Einstellung in X-Richtung des zweiten Rollenpaars eine größere Vorspannung
zur Kante des Körpers
hin eingestellt werden, im Vergleich zu dem ersten und dritten Rollenpaar.
Damit kann ein beispielsweise ein lippenförmiger Teil des Profils während des
Fügens
auf Vorspannung gehalten werden. Das zweite Rollenpaar übernimmt
so außer
dieser Teilfunktion des Fügens
im wesentlichen auch eine Führung
des Profils.
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Das dritte Rollenpaar ist so angeordnet,
daß es
mit seinem Spalt, der das Profil außerhalb des Klebebands einschließt, den
das Klebeband aufweisenden Abschnitt gegen den Körper preßt, indem es hierzu in Z-Richtung
einstellbar ist.
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Der zu dem integrierten Greif- und
Fügewerkzeug
gehörende
Spanngreifer hat zunächst
die Aufgabe, das Profil, welches er in einer Bereitstellung, insbesondere
in einem Aufnahmenest eines Drehtisches, erfaßt, anschließend während des Transports
zwischen verschiedenen Stationen in seiner Position zu sichern.
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Eine zweite wesentliche Funktion
des Spanngreifers besteht darin, daß er das Profil in seinem Anfangspunkt
bzw. einer Anfangsposition definiert auf den scheibenförmigen Körper aufsetzt
und anpreßt,
wozu er in Z-Richtung sowie um einen Winkel β – siehe
Anspruch 8 – einstellbar
ist. Deswegen kann mittels Roboterbewegung der Spanngreifer das Profil
an den scheibenförmigen
Körper
pressen, ohne bereits das zweite Rollenpaar und das dritte Rollenpaar
mit dem Fügevorgang
zwangsläufig
beginnen zu lassen.
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Gemäß Anspruch 9 kann das Greif-
und Fügewerkzeug
vor dem Fahren in die Fügeposition
zunächst
robotergeführt
in eine kombinierte Spann- und Vermessungsstation als Zwischenstation
positioniert werden, in der die Rollenpaare um das auf Sollbiegelinie
gespannte Profil geschlossen werden und eine Anfangsposition, d.h.
ein Anfangspunkt des Profils mit einem Sensor zum anschließenden ortsdefinierten
Ansetzen an den Körper
erfaßt
wird.
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Eine entsprechende Spanneinrichtung
in der Spann- und Vermessungsstation kann aus einer Konturbank bestehen,
welche eine Sollbiegelinie des Profils abbildet und in die das Profil
beispielsweise durch Spannbolzen eingespannt werden kann. Durch darauffolgendes
Schließen
der drei richtungsbezogenen Rollenpaare kann die Biegelinie reproduziert werden
und das Profil exakt positioniert und für den anschließenden Fügeprozeß gespannt
gehalten werden. Anstatt des Einspannens des Profils mittels Spannbolzen
in die Konturbank kann aber auch die Sollbiegelinie einfacher durch
ein Prisma und Roboterbewegung reproduziert werden.
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Insgesamt kann die Roboterführung des Greif-
und Fügewerkzeugs
der Einrichtung gemäß Anspruch
11 dahingehend zusammengefaßt
werden, daß der
Spanngreifer eine in einem Aufnahmenest in definierter Lage bevorratetes
Profil erfaßt,
zu der kombinierten Spann- und Vermessungsstation führt, von
dieser nach Spannen in den drei Rollenpaaren gemäß einer Sollbiegelinie und
Vermessen einer Anfangsposition des Profils in Y-Richtung, in die
Schutzstreifenlösestation
fährt,
in der der Schutzstreifen von dem Klebeband des Profils ge löst und entfernt
wird, anschließend
den Anfang des Profils mit freiliegendem Klebeband in die Anfangsposition
an den Körper fährt und
andrückt,
das Greif- und Fügewerkzeug nach Öffnen des
Spanngreifers kippt, um das zweite Rollenpaar und das dritte Rollenpaar
in Fügeeingriff an
dem Profil zu bringen, sodann das Greif- und Fügewerkzeug mit den um das Profil
geschlossenen Rollenpaaren entlang der Kante des Körpers bis
zu einer Endposition führt
und von dieser mit dem dritten Rollenpaar bis über die Anfangsposition des
Profils zurückfährt, um
auch einen Anfangsbereich des Profils vollständig an den Körper zu
pressen.
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Praktisch übernimmt das dritte Rollenpaar den
eigentlichen Aufpreßvorgang,
indem es das Profil im Klebebereich mit einer voreingestellten Anpreßkraft an
bzw. neben eine Oberkante des Körpers preßt, und
zwar nach Zurückfahren
in den Anfangsbereich auch in einem Abschnitt des Profils, der von dem
Spanngreifer in dessen Andruckphase nicht erfaßt worden ist. – Die Oberkante
ist sonst einfach nur Kante genannt.
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Um Toleranzen des Körpers oder/und
des Profils auszugleichen, ist nach Anspruch 10 das Greif- und Fügewerkzeug
in X- und Z-Richtung mit einem Ausgleich versehen, der kraftmäßig vorgesteuert
werden kann.
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Das mit der Einrichtung ausgeübte Verfahren ergibt
sich im wesentlichen aus der voranstehenden Roboterführung. Das
Verfahren zum Fügen
eines leistenförmigen,
nachgiebigen Profils, insbesondere Dichtungsprofils mit einem Klebeband
an einer Seite neben einer insbesondere gekrümmten Kante eines scheibenförmigen Körpers, wobei
das Klebeband durch einen Schutzstreifen abgedeckt ist, kann allgemein
mit den wesentlichen Schritten definiert werden: Einspannen zumindest
eines Anfangsbereichs des Profils gemäß einer Sollbiegelinie und
Vermessen einer Anfangsposition des Profils, Lösen des Schutzstreifens von
dem Klebeband des eingespannten Profils, Führen des eingespannten Profils in
die Anfangsposition an dem Körper
und Andrücken in
der Anfangsposition an den Körper, von
der Anfangsposition ausgehend Pressen des Profils an den Körper kontinuierlich
entlang dessen Kante bis zu einer Endposition, anschließendes Nachpressen
des Profils im Anfangsbereich, d.h. um die Anfangsposition, an den
Körper.
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Das Entfernen des Schutzstreifens
von dem Klebeband des Profils kann in zwei Varianten erfolgen, nämlich nach
Anspruch 13 dadurch, daß der Schutzstreifen
vor dem Führen
des eingespannten Profils in die Anfangsposition an dem Körper vollständig von
dem Profil entfernt wurde, oder aber gemäß Anspruch 14, in dem der Schutzstreifen
vor dem Führen
des eingespannten Profils in die Anfangsposition an den Körper nur
in einem Anfangsabschnitt von dem Profil entfernt wird und anschließend im
Verlauf des kontinuierlich fortschreitenden Pressens des Profils
an den Körper
kontinuierlich entlang dessen Kante bis zu einer Endposition zuvor
der Schutzstreifen weiter ausgehend von dem Anfangsabschnitt abgezogen
wird.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
wird im folgenden anhand einer Zeichnung mit sechzehn Figuren beschrieben,
woraus sich weitere Einzelheiten ergeben können. Es zeigt:
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1 einen
Drehtisch in einer Seitenansicht, welcher Paletten mit zu fügenden Dichtungsprofilen trägt,
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2 eine
Einzelheit der Palette, nämlich
in einer Draufsicht ein Aufnahmenest eines Dichtungsprofils,
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3 eine
auf einem nicht dargestellten Karussell aufgelegte Scheibe, an die
das Dichtungsprofil zu fügen
ist, in einer Seitenansicht,
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4 die
Scheibe um 90° gedreht
in einer Draufsicht mit gefügt
dargestelltem Dichtungsband und dem hierzu verwendeten Greif- und
Fügewerkzeug,
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5 das
Greif- und Fügewerkzeug
in Fügeposition
an dem Dichtungsprofil in größerer Darstellung,
ebenfalls in einer Draufsicht,
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6 das
Greif- und Fügewerkzeug
gemäß 5 in einer Seitenansicht,
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7 eine
Ansicht auf ein erstes Rollenpaar des Greif- und Fügewerkzeugs
auf dessen Stirnseite,
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8 eine
Ansicht auf das zweite bzw. dritte Rollenpaar des Greif- und Fügewerkzeugs,
ebenfalls auf eine Stirnseite, 9 eine
Ansicht auf die Stirnseite eines Spanngreifers des kombinierten
Greif- und Fügewerkzeugs,
ebenfalls auf dessen Stirnseite,
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10 eine
Draufsicht auf die Anordnung der Rollenpaare und des Spanngreifers
mit angedeuteter Versteilbarkeit dieser Komponenten des kombinierten
Greif- und Fügewerkzeugs,
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11 eine
Draufsicht auf das kombinierte Greif- und Fügewerkzeug in einer Spann-
und Vermessungsstation,
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12 eine
Ansicht auf eine Stirnseite des ersten Rollenpaars in Spannposition,
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13 eine
Seitenansicht auf eine Druckluftdüsenanordnung einer Schutzstreifenlösestation, wobei
ein Schutzstreifen noch an einem Dichtungsprofil haftet,
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14 die
Druckluftdüsenanordnung
und ein angetriebenes Laufrad eines Schutzstreifenabrollmechanismus,
wobei der Schutzstreifen in einem stirnseitigen Anfangsbereich des
Dichtungsprofils von diesem gelöst
ist und auf das angetriebene Laufrad angeblasen ist,
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15 eine
das angetriebene Laufrad umfassende Baugruppe des Schutzstreifenabrollmechanismus
in einer ersten Schwenkstellung an dem nicht dargestellten kombinierten
Greif- und Fügewerkzeug
und
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16 die
Baugruppe des Schutzstreifenabrollmechanismus in einer zweiten Schwenkstellung an
dem nicht dargestellten Greif- und Fügewerkzeug.
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Ιn den 1 und 2 ist
zur Bereitstellung der zum Fügen
auf Scheiben zu verwendenden Dichtungsprofile, von denen eines mit
1 bezeichnet ist, ein Drehtisch 2 vorgesehen, der mehrere
Paletten 3, 4 trägt, die in Aufnahmenestern – siehe 2 – der Paletten lose eingesetzt
sind. Dabei werden die Dichtungsprofile durch Stützen 5, 6 gestützt. Der
Drehtisch gehört
nicht unmittelbar zur Einrichtung zum Fügen der Dichtungsprofile, er
hat lediglich die Aufgabe, die Dichtungsprofile in dem Arbeitsbereich
eines kombinierten Greif- und Fügewerkzeugs,
welches mit einem nicht dargestellten mehrachsigen Roboter verbunden
ist, bereitzustellen.
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2 zeigt
in größerer Darstellung
als Draufsicht bzw. Querschnitt eines der Aufnahmenester 7 in
den Paletten 3, 4 mit eingesetztem Dichtungsprofil 1.
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Das leistenförmige Dichtungsprofil umfaßt einen
Wulstabschnitt 8 und einen flachen streifenförmigen Abschnitt 9,
der mit einem doppelseitigen Klebeband 10 versehen ist.
Eine nicht an dem flachen Abschnitt 9 haftende Klebefläche des
Klebebands ist nach außen
durch einen in 2 nicht
dargestellten Klebestreifen, auch Liner genannt, bündig abgedeckt.
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Das das Dichtungsprofil aufnehmende
Aufnahmenest 7 ist, wie in 2 dargestellt,
so geformt, daß das
Dichtungsprofil in dieses orientiert und in reproduzierbarer Stellung
eingesetzt werden kann. Das Dichtungsprofil sitzt stirnseitig an
seinem Wulstabschnitt 8 definiert auf und ist dem Aufnahmenest 7 verdrehgesichert.
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Ebenfalls im Arbeitsbereich des nicht
dargestellten Roboters mit dem kombinierten Greif- und Fügewerkzeug
befindet sich ein Karussell, von dem in 3 lediglich eine Auflagefläche 11 angedeutet ist,
auf dem eine dreidimensional gekrümmte Scheibe 12 gesichert
aufgelegt ist.
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Die Scheibe 12 mit einer
ebenfalls dreidimensional gekrümmten
Kante 20, genauer gemeint ist die Oberkante, ist mit einem
an diese Kante bereits angebundenen Dichtungsprofil 1 in
einer Draufsicht in 4 dargestellt,
in der auch die Anfangsposition 19 des kombinierten Greif-
und Fügewerkzeugs 13 zu
Fügebeginn
erkennbar ist.
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Aus den 5 und 6 kann
weiter im einzelnen entnommen werden, wie in dem kombinierten Greif-
und Fügewerkzeug 13 ein
erstes Rollenpaar 14, ein zweites Rollenpaar 15 und
ein drittes Rollenpaar 16 im wesentlichen nebeneinander
angeordnet sind und neben dieser Anordnung ein Spanngreifer 17.
Die Rollenpaare 14 bis 16 und der Spanngreifer 17 bilden
jeweils einen Block des Fügewerkzeugs. Nur
in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
alternativ ergänzt
sind die genannten Blöcke
mit einer bei 18 angedeuteten Baugruppe eines Schutzstreifenabrollmechanismus,
der hier ebenfalls Bestandteil des kombinierten Greif- und Fügewerkzeugs
ist, aber in einer anderen Ausführungsform
an dieser Stelle nicht erforderlich ist. Zur weiteren Definition
der Anordnung der Rollenpaare 14 bis 16 und des
Spanngreifers 17 sowie der Baugruppe 18 ist in 5 eine Anfangsposition des
an die nicht dargestellte Scheibe angebundenen Dichtungsprofils 1 mit 19 bezeichnet.
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Aus 7 kann
ersehen werden, wie das erste Rollenpaar 14 teilweise auf
den Umfang der beiden Rollen konturbezogen ausgebildet ist, um das Dichtungsprofil 1 während eines
Fügevorgangs
zu führen,
und zwar führt
eine obere Rolle 14a die Oberseite des Profils auf der
dem Dichtungsband 10 gegenüberliegenden Seite im wesentlichen
im Bereich des flachen streifenförmigen
Abschnitts 9. Die untere Rolle 14b führt das
Dichtungsprofil 1 im Bereich dessen Wulstabschnitts 8 und
ist annähernd
an diesen angepaßt.
Das Rollenpaar 14 ist in X-Richtung verstellbar, siehe
auch 10, in der die
Richtungen dargestellt sind, um eine Anpassung an eine Biegung des
Dichtungsprofils in dieser Rich tung zu ermöglichen. Eine wesentliche Anpaßmöglichkeit
der Position des ersten Rollenpaares 14 besteht in Z-Richtung, womit
das erste Rollenpaar 14 gegenüber dem zweiten Rollenpaar 15 und
dem dritten Rollenpaar 16 in der Höhe so voreingestellt werden
kann, daß das Dichtungsprofil 1,
von dem für
den Fügevorgang
bereits der Schutzstreifen abgezogen ist, während des Fügevorgangs mit ausreichendem
Abstand zu der Scheibenoberfläche
geführt
wird und somit ein vorzeitiges Ankleben des Dichtungsprofils an
die Scheibe 12 vermieden wird.
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Das zweite Rollenpaar 15,
welches grundsätzlich
gleich aufgebaut ist wie das erste Rollenpaar 14, jedoch
eine enger konturbezogene Geometrie des Umfangs der oberen Rolle 15a und
der unteren Rolle 15b aufweist, um das Dichtungsprofil
exakt zu führen,
befindet sich somit in Z-Richtung tiefer als das erste Rollenpaar,
um das Dichtungsprofil, insbesondere dessen Wulstabschnitt 8 gegen
die Kante 20 bei einem an die Scheibe 12 angebundenen
Dichtungsprofil 1 während
des Fügens
auf Vorspannung zu halten. – Es
sei bemerkt, daß in 6, in der der grundsätzliche
Aufbau des kombinierten Greif- und Fügewerkzeugs dargestellt ist,
die Höhenlage
der drei Rollenpaare 14, 15, 16 nicht
differenziert dargestellt ist. Ιn 6 und weiteren Figuren wird außerdem von
einer in einer Richtung geradlinig verlaufenden Kante 20 ausgegangen. – Zu dem
oben genannten Andrücken
des Dichtungsprofils 1 an die Kante 20 der Scheibe 12 ist
das zweite Rollenpaar 15 in X-Richtung verstellbar und
weiterhin im Winkel a. Mit diesen Einstellmöglichkeiten wird auch ein Biegeradius
eine mit dem Rollenpaar eingespannten Dichtungsprofils an das vorgebogene
Dichtungsprofil angepaßt.
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Das dritte Rollenpaar 16 ist
wie das zweite Rollenpaar 15 in 8 ausgeführt und in gleicher Weise einstellbar.
Es hat die Aufgabe, das Profil 1 mit dem von dem Schutzstreifen
befreiten Klebeband 10 an die Scheibe 12 anzupressen
und damit zu fügen.
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Schließlich weist der Spanngreifer 17 zwei konturbezogene
Greiferbacken 21 und 22 auf, siehe 9, mit denen er das Dichtungsprofil ergreift
und den Wulstabschnitt 8 des Dichtungsprofils einschließt, während der
flache, streifenförmige
Abschnitt 9 des Dichtungsprofils nur auf der dem Klebeband 10 abgewandten
Seite an der Greiferbacke 21 anliegt.
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Damit kann der Spanngreifer 17 das
Dichtungsprofil 1 nach dem Ergreifen auf dem Drehtisch 2 bis
zum Ansetzen auf die Scheibe 12 in seiner Position sichern.
Eine weitere wesentliche Funktion des Spanngreifers besteht darin,
daß mit
ihm der Anfangspunkt des Dichtungsprofils in die Anfangsposition 19 auf
der Scheibe definiert aufgesetzt werden kann und das Dichtungsprofil
in dieser Position mit der Greiferbacke 21 angedrückt werden
kann. Hierzu ist der Spanngreifer um die Greiferbackenachse im Winkel β einstellbar,
siehe 10. Damit kann
der Spanngreifer 17 zum Ansetzen bzw. Andrücken des Dichtungsprofils
auf die Scheibe 12 separat in Eingriff gelangen, ohne daß zwangsläufig das
zweite Rollenpaar 15 und das dritte Rollenpaar 16 einen
Fügevorgang
beginnt, der den Andruck durch den Spanngreifer 17 in der
Anfangsposition verringern könnte.
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Zu der Einrichtung gehört als Zwischenstation
eine Spann- und Vermessungsstation, in welche das kombinierte Greif-
und Fügewerkzeug 13 gefahren
werden kann, und die in 11 in
einem beispielsweise grundsätzlichen
Aufbau dargestellt ist:
Eine Spanneinrichtung der Spann- und
Vermessungsstation kann beispielsweise mit einer Konturbank oder
einem Konturblock 23 ausgebildet sein, die einen ersten
Spannklotz 24, einen zweiten Spannklotz 25 und
einen dritten Spannklotz 26 umfaßt, mit denen das in den Konturblock
eingefahrene Dichtungsprofil 1 verspannt werden kann. Damit kann
die Sollbiegelinie des Dichtungsprofils dargestellt werden. Anschließend werden
die drei richtungsbezogenen Rollenpaare 14 bis 16 auf
die Profilgeometrie bezogen geschlossen. Damit ist das Dichtungsprofil 1 exakt
entsprechend der Sollbiegelinie positioniert und für den anschließenden Fügeprozeß gespannt. – Weiterhin
vermißt
ein taktiler Sensor 28 die Anfangsposition des Dichtungsprofils
in Y-Richtung. Dieser Wert kann über
eine Robotersteuerung verrechnet werden, wonach das Dichtungsprofil 1 mit dem
Greif- und Fügewerkzeug 13 genau
an die Scheibe 12 angesetzt werden kann.
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Zuvor wird mit dem robotergesteuert
eine Schutzstreifenlösestation
angefahren, die zu der Einrichtung gehört und in einem beispielsweise
grundsätzlichen
Aufbau in den 13 und 14 dargestellt ist: Zu der
Schutzstreifenlösestation
gehört
eine Anordnung von zwei Druckluftdüsen 29 und 30,
von denen die Düse 29 auf
eine Stirnseite des Dichtungsprofils 1 mit einem Schutzstreifen 31 über dem
Klebeband 10 gerichtet werden kann, indem der stirnseitige
Abschnitt des Dichtungsprofils 1 mit dem in 13 nicht dargestellten Greif-
und Fügewerkzeug in
diese Position gefahren wird. Unter der Druckluftdüse 29 befindet
sich die zweite Düse 30,
die im wesentlichen auf ein angetriebenes Laufrad 32 als
Bestandteil eines Schutzstreifenabrollmechanismus so gerichtet ist,
daß sie
den stirnseitig von dem Dichtungsprofil 1 durch Anblasen
mit der Düse 29 gelösten Schutzstreifen 31 an
das angetriebene Laufrad 32 bläst, wie in 14 dargestellt. Anschließend wird ein
in 15 gezeigtes Spannrad 33 zu
dem angetriebenen Laufrad 32 bewegt, wodurch der Schutzstreifen 31 so
fest gegen das angetriebene Laufrad 32 gedrückt wird,
daß er
von dem außen
verzahnten oder strukturierten angetriebenen Laufrad 32 zuverlässig abgerollt
bzw. von dem Dichtungsprofil 1 abgezogen wird.
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Wenn die Baueinheit umfassend das
angetriebene Laufrad 32 und das Spannrad 33 in
dem kombinierten Greif- und Fügewerkzeug
integriert ist, ist diese Baueinheit zweckmäßig wie aus den 15 und 16 ersichtlich um ungefähr 180° schwenkbar,
um aus dem Fügebereich
der Greif- und Spanneinrichtung entfernt zu werden, indem er stören würde. Diese
Schwenklage der Baueinheit mit dem angetriebenen Laufrad 32 und
dem Spannrad 33 ist in 16 dargestellt,
in der auch ein Saugschlauch 34 so angeordnet ist, daß er den
abgelö sten
Schutzstreifen von dem Fügebereich
entfernt hält,
der im Anschluß an
den Saugschlauch 34 leicht entsorgt werden kann. In einer
anderen Ausführungsform
kann die Schutzstreifenlösestation
komplett außerhalb
und unabhängig
von dem kombinierten Greif- und Fügewerkzeug ausgebildet sein
und mit diesem zum Lösen
des Schutzstreifens angefahren werden.
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Soweit das angetriebene Laufrad und
das Spannrad als Baugruppe an dem kombinierten Greif- und Fügewerkzeug
angebracht ist und mit diesem verfahrbar ist, wird das Laufrad 32 mit
einer Vorschubgeschwindigkeit des Greif- und Fügewerkzeugs bei dem Fügevorgang
angetrieben, so daß der Schutzstreifen
mit gleicher Geschwindigkeit abgezogen wird wie die Rollenpaare
zum Fügen
auf dem Dichtungsprofil 1 vorrücken.
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Mit der beschriebenen Einrichtung
kann das Verfahren zum Fügen
des nachgiebigen Dichtungsprofils 1 zusammengefaßt wie folgt
durchgeführt
werden: Mit dem kombinierten Greif- und Fügewerkzeug 13 wird
das Dichtungsprofil aus einem Aufnahmenest 7 der Palette 3 robotergesteuert
entnommen. Wenn mit einer Abfrage, welche das kombinierte Greif-
und Fügewerkzeug
enthalten kann, erkannt wird, daß ein Aufnahmenest nicht belegt
ist, fährt
der Roboter das nächste
Aufnahmenest an.
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Das mit dem Spanngreifer erfaßte Dichtungsprofil
wird zu der kombinierten Spann- und Vermessungsstation gefahren,
in der das Dichtungsprofil vororientiert wird und die Stirnseite
des Dichtungsprofil für
dessen Anfangsposition beim Fügen
vermessen wird. Die Rollenpaare des kombinierten Greif- und Fügewerkzeugs
werden beim Ankoppeln an das Dichtungsprofil auf dessen Sollbiegelinie
eingestellt.
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Anschließend wird das zwischen den
Rollenpaaren eingespannte Dichtungsprofil zu der Schutzstreifenlösestation
mit der Düsenanordnung
gefahren, wonach zumindest im Anfangsabschnitt des Schutzstreifens,
wenn nicht der komplette Schutzstreifen von dem Dichtungsprofil
gelöst
und entfernt wird.
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Daraufhin wird das klebefähige Dichtungsprofil
mit dem Greif- und Fügewerkzeug,
in dem es nach wie vor eingespannt ist, mittels des Roboters in die
Fügeposition
gefahren, die durch die Anfangsposition bzw. eine entsprechende
Ansetzkante der Scheibe definiert ist. In dieser Anfangsposition
wird das Dichtungsprofil mit dem Spanngreifer durch Andruck vorfixiert,
woran anschließend
das Dichtungsprofil durch Führen
des kombinierten Greif- und Fügewerkzeugs
entlang der Kante des Körpers
unter Anpressen durch das erste Rollenpaar und das zweite Rollenpaar
auf einem Randbereich an der Kante der Scheibe robotergesteuert
gefügt
wird. – Soweit der
Schutzstreifen nicht vor diesem Fügevorgang komplett von dem
Dichtungsprofil abgezogen ist, verlaufen das weitere Abziehen mittels
der Baugruppe mit angetriebenem Laufrad und Spannrad an dem kombinierten
Greif- und Fügewerkzeug
zusammen mit dem Fügevorgang
mit der Robotergeschwindigkeit synchron.
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Nach dem kompletten Fügen des
Dichtungsprofils kann der Roboter zur Bereitstellung des nächsten Dichtungsprofils
zurückfahren
und eine Freigabe für
ein Weitertakten des Montagetischs erteilen, auf dem die Scheiben
gelagert sind.
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- 1
- Dichtungsprofil
- 2
- Drehtisch
- 3
- Palette
- 4
- Palette
- 5
- Stütze
- 6
- Stütze
- 7
- Aufnahmenest
- 8
- Wulstabschnitt
- 9
- flacher
streifenförmiger
Abschnitt
- 10
- Klebeband
- 11
- Auflagefläche Montagetisch
- 12
- Scheibe
- 13
- kombiniertes
Greif- und Fügewerkzeug
- 14
- 1.
Rollenpaar
- 14a
- obere
Rolle
- 14b
- untere
Rolle
- 15
- 2.
Rollenpaar
- 16
- 3.
Rollenpaar
- 17
- Spanngreifer
- 18
- Baugruppe
Abrollmechanismus
- 19
- Anfangsposition
- 20
- Kante
- 21
- Greiferbacke
- 22
- Greiferbacke
- 23
- Konturblock
- 24
- Spannklotz
- 25
- Spannklotz
- 26
- Spannklotz
- 27
- Spannbolzen
- 28
- taktiler
Sensor
- 29
- Druckluftdüse
- 30
- Druckluftdüse
- 31
- Schutzstreifen
- 32
- angetriebenes
Laufrad
- 33
- Spannrad
- 34
- Saugschlauch