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Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zur selektiven Umsetzung von Mono-, Di- oder Polyolefinen
zu einer Verbindung, die mindestens eine C=O-Gruppe enthält, unter Verwendung eines Katalysators,
der Rhodium enthält.
Dabei ist insbesondere die Umsetzung von C4-Mono-
oder Diolefinen zu Crotonaldehyd von Interesse, wobei hier bei Verwendung
eines Rh-haltigen Katalysators sowohl die Umsätze als auch die Selektivitäten bezogen
auf Crotonaldehyd gegenüber
dem Stand der Technik verbessert sind.
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Unter "Verbindungen mit mindestens einer C=O-Gruppe" sind im Folgenden
Aldehyde und Ketone zu verstehen. Auch wenn in der vorliegenden
Erfindung an mehreren Stellen beispielhaft auf die Umsetzung von
C4-Mono- oder Diolefinen zu Crotonaldehyd
abgestellt wird, so soll dies in keiner Weise die Allgemeingültigkeit
der im Rahmen der vorliegenden Erfindung gemachten Aussagen bezüglich der
Umsetzung von Olefinen ganz allgemein zu Aldehyden und Ketonen ganz
allgemein einschränken.
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Ein wichtiges derzeit technisch angewandtes Verfahren
einer direkten Gasphasenoxidation von C4-Kohlenwasserstoffen
zu Oxygenaten ist zum Beispiel die Herstellung von Maleinsäureanhydrid (MSA).
Dabei werden unter Verwendung eines modifizierten V-P-O-Katalysators
n-Butene und/oder 1,3 Butadien durch Sauerstoffinsertion bei Temperaturen zwischen
300° und
450°C zu
MSA umgesetzt.
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Ein weiteres interessantes Produkt
der C4-Kohlenwasserstoffoxidation ist Crotonaldehyd. Klassisch
wird Crotonaldehyd (CRA) in der Flüssigphase durch Aldolkondensation
von Acetaldehyd über
Acetaldol als Zwischenstufe hergestellt [siehe z. B. K. Weissermel,
H.-J. Arpe in: Industrielle Organische Chemie, 5. Auflage (1998),
S. 204]. Crotonaldehyd ist ein wichtiges Zwischenprodukt für die Vitamin-E-Synthese,
zur Herstellung von Sorbinsäure (Konservierungsmittel
in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie) sowie zur Synthese von
3-Methoxybutanol (u.a. einsetzbar als Schmiermittel bei Stoßdämpfern).
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In der Literatur werden verschiedene
Reaktions-Systeme bei Verwendung unterschiedlicher Katalysatoren
beschrieben, innerhalb welcher Crotonaldehyd mit definierten Selektivitäten aus
C4-Kohlenwasserstoffen gebildet wird.
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Haber et al. [Haber, J. in Chemistry
and Uses of Molybdenum, Proc. Fourth Int. Conf., Golden, Colorado
(1982), 395] beschreibt Kupfermolybdate (CuMoO4),
die unter instationären
Bedingungen (Pulsexperiment) ein 1-Buten/Helium-Gemisch bei 370°C mit 10–15% Umsatz mit einer Selektivität von 70%
zu CRA umsetzen. Diese Reaktionen werden allerdings alle im instationären Betrieb
durchgeführt, d.h.
unter Verwendung von Gas-Pulsen, die in einen inerten Gas-Strom eingeführt werden.
So werden beispielsweise mittels einer Spritze Edukt-Schübe im Milliliter-Bereich
in einen He-Strom injiziert. Dieser Strom wird dann über einen
Katalysator geleitet. Über
die Durchführung
einer solchen Reaktion im für die
Praxis wichtigen stationären
Betrieb wird in den o.a. Druckschriften keine Lehre erteilt.
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Popova et al. [Popova, N.I., Mil'man, F.A., Kinetika
I Kataliz (Engl. Übers.)
6 (1965), Nr. 5, 856] beschreiben auf Cu basierende Katalysatoren
(0,5 Gew.-% CuO auf SiO2-Träger), die
bei 320°C
und einer GHSV (= gas hourly space velocity; Raumgeschwindigkeit
der Gase pro Stunde)von 8000h–1 CRA mit einer Selektivität von 16%
bilden. Hauptprodukt ist bei dieser Reaktion allerdings Methylvinylketon (MVK),
welches mit Selektivitäten
zwischen 50% und 65% gebildet wird. Sowohl die Selektivität bezüglich Crotonaldehyd
als auch insbesondere der niedrige Umsatz bedingen, dass das in
dieser Druckschrift beschriebene Verfahren nicht für den industriellen
Einsatz geeignet ist.
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Morselli et al. [Morselli, L., Trifiro,
F., Urban, L., J.Catal. 75 (1982), 112–121] beschreiben Vanadium-Phosphor-Oxid-Materialien
als Katalysatoren, die bei 350°C
und einer GHSV von 8000h–1 bei 25% Umsatz zu
80% CRA bilden. Das eingesetzte Material besteht aus V2O5 und P2O5 mit einem
P/V-Verhältnis von
1:2. Die Umsetzung von Buten zu Crotonaldehyd, welches neben Furan
und Maleinsäure
als Nebenprodukt anfällt,
erfolgt wiederum unter instationären
Versuchsbedingungen, d.h. unter Verwendung eines gepulsten Mikro-Reaktors.
Auch hier ist als Nachteil zu nennen, dass instationäre Bedingungen für großtechnische
Anwendungen nicht geeignet sind.
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Für
das Herstellen von Crotonaldehyd aus Butan als Eduktgas beschreiben
Centi et al. [Centi, G., Trifiro, F., Vaccari, A., Pajonk, G.M.,
Teichner, S.J., Bull. Soc. Chim. Fr., N.7–8 (1981), I-290-I-296] einen
mit 20 Gew.-% ZnO modifizierten VPO-Katalysator, der bei 320°C und einer
Belastung von 7200h–1 8% Butan mit einer
Selektivität
von 15% zu CRA umsetzt. Das Butan/Sauerstoff-Verhältnis beträgt 1:23.
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Mornier et al. (
US 4 942 263 ) beschreiben ausgehend
von 1,3-Butadien als Eduktgas einen Silberkatalysator (1,5 Gew.-%
Ag auf einem Al
2O
3-Träger), der bei
225°C und
einer Belastung von 2400h
–1 bei 0,03% Umsatz 60%
CRA bildet. Dabei beträgt das
Butadien/Sauerstoff-Verhältnis
1:1. Als Promoter wird Cs exemplarisch angegeben. Sämtliche
angegebenen Umsätze
liegen unter 0,1 %. Es ist davon auszugehen, dass diese Reaktion
zweistufig über
Vinyloxiran (Butenmonoxid) als Zwischenstufe abläuft. Durch Ringöffnung des
Vinyloxirans (Isomerisierung) kommt man zum Zielprodukt CRA.
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Keine der vorstehend genannten Druckschriften
beschreibt einen Rh-haltigen Katalysator zur Umsetzung von Olefinen,
beispielsweise von Buten und/oder Butadien zu Verbindungen, die
eine C=O-Gruppe enthalten, beispielsweise zu Crotonaldehyd. Bei
vielen anderen katalytischen Prozessen spielen jedoch Rhodiumhaltige
Materialien als Katalysatoren eine bedeutende Rolle, so z.B. bei
der Synthese ungesättigter
Glycoldiester (
EP 0
904 836 A3 ) oder der Hydrierung ungesättigter Carbonylverbindungen
zu den entsprechenden Alkoholen (
US
4 455 442 ).
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Insgesamt erteilt aber keine der
vorstehend genannten Druckschriften eine Lehre bezüglich des Einsatzes
Rh-haltiger Katalysatoren für
die Umsetzung von Mono-, Di- oder Polyolefinen zu Aldehyden und/oder
Ketonen, insbesondere nicht bezüglich
deren Umsetzung in der Gasphase.
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Es war daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
einen Katalysator für
die Umsetzung von Mono-, Di- oder Polyolefinen zu Verbindungen enthaltend
mindestens eine C=O-Gruppe bereitzustellen, der die Selektivität und den
Umsatz oder die Selektivität
oder den Umsatz für
die besagte Umsetzung gegenüber
dem Stand der Technik erhöht.
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Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass eine
Rh enthaltende Katalysatorkomponente bereitgestellt wird, welche
die Umsetzung von Mono-, Di- oder Polyolefi nen in Gegenwart eines
oxidierenden Gases zu Verbindungen mit mindestens einer C=O-Gruppe
katalysiert.
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Bezüglich der Mono-, Di- oder Polyolefine sind
im Prinzip alle Verbindungen zu verstehen, die mindestens eine C-C-Doppelbindung
aufweisen. Bevorzugt ist dabei der Einsatz von n-Butenen wie 1- Buten
und/oder 2-Buten (cis/trans). Andere Edukte wie 1,3-Butadien sind
gleichfalls denkbar.
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Prinzipiell ist es von großem technischen
Interesse, einen geeigneten Katalysator zu entwickeln, der Olefine
selektiv in der Gasphase zu Aldehyden oder Ketonen, beispielsweise
zu Crotonaldehyd umsetzt. Eine schematische Darstellung einer beispielhaften
Reaktionsgleichung ist in der 1 gegeben, die
zeigt wie beispielsweise aus Monoolefinen als Edukt unter Verwendung
von Sauerstoff über
einem Rh-haltigen Katalysator Crotonaldehyd entsteht. Eine solche
Reaktion ist als Partialoxidation von C4-Olefinen
in Gegenwart von Sauerstoff bekannt.
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Bezüglich der Herstellung des Katalysators, die
in den Ausführungsbeispielen
exemplarisch beschrieben ist, gelten keine Einschränkungen,
außer dass
das katalytisch aktive Material zumindest Rh enthalten muss. Das
Rhodium kann dabie alleine Vorliegung oder in Verbindung mit mindestens
einem weiteren Element. Weiterhin kann das Rhodium zumindest teilweise
auf mindestens einem Träger
aufgebracht sein. Das Rhodium kann weiterhin in oxidischer Form,
in gemischtvalenter Form, in metallischer Form, sowie in einer stöchiometrischen
oder einer unstöchiometrischen
Zusammensetzung vorliegen.
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Das Rh kann in beliebiger Form auf
den Träger
aufgebracht, mit dem Träger
in Kontakt gebracht oder auf den Träger aufimprägniert werden. Das Rh kann
dabei aus der Gasphase oder aus der flüssigen Phase oder als Pulver
oder natürlich
in jeder beliebigen Kombination aus den vorstehend genannten Verfahren
mit dem Trägermaterial
in Kontakt gebracht werden.
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Das Inkontaktbringen kann aus mindestens einem
der Verfahren aus der nachstehend genannten Gruppe bestehen, ohne
allerdings auf diese Gruppe beschränkt zu sein: Tränken, Eintauchen, Imprägnieren,
Gasphasen-Abscheidung, Vermischen, Vermahlen, Sputtern, elektrochemische
Abscheidung, stromlose chemische Abscheidung, Aufdampfen, Aufstreichen
einer pastösen
Masse, Pulver-Abscheidung, Ausfällen
aus oder in eine Lösung, Sprühtrocknen.
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Als keramische Träger für das Rh kommen im Prinzip
alle Materialien in Frage, die mit Rh in Kontakt gebracht werden
können.
In einer bevorzugten Ausführungsform
besteht das mindestens eine Trägermaterial
aus mindestens einer Komponente ausgewählt aus der folgenden Gruppe:
Silikate, insbesondere SiO2; Aluminiumoxide,
insbesondere α-Al2O3, γ-Al2O3; Schichtsilikate,
insbesondere Steatit; Oxide der Metalle der Haupt- und Nebengruppen und
dabei insbesondere TiO2, ZrO2;
Cer-Oxid(e), Mischoxide, gemischte Oxide oder Oxide, in denen Teile
der Gitterplätze
eines reinen Oxides, beispielsweise eines Silikates, durch mindestens
ein weiteres Element ersetzt sind, und dabei insbesondere Zeolithe;
kohlenstoffhaltige Träger
und dabei insbesondere Graphit und/oder Aktivkohle, Carbide; Nitride
sowie Mischungen aus mindestens zwei der vorstehend genannten Träger-Materialien.
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Der Gehalt an Rh bezogen auf das
Trägermaterial
und ausgedrückt
in Gewichts-Prozent
reicht im Sinne der vorliegenden Erfindung von 0,01% bis zu 1%.
Ein Gewichtsanteil von 0,05% bis 0,25% ist dabei besonders bevorzugt.
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Das Kalzinieren des Katalysators,
beispielsweise nach dem Aufbringen des Rhodiums und/oder mindestens
einer weiteren Komponenten und/oder nach einem Trocknungs-Schritt,
kann im Prinzip bei jeder Temperatur erfolgen, die für die erfindungsgemäße katalytische
Anwendung untere normalen Betriebsbedingungen eine ökonomisch
tolerierbare Lebensdauer des Katalysators ergibt. Temperaturen zwischen
200°C und
1200°C sind
für den
Kalzinier-Schritt bevorzugt und Temperaturen von 300°C bis 800°C sind besonders
bevorzugt.
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Das Kalzinieren kann dabei entweder
an Luft stattfinden oder aber in einer kontrollierten Atmosphäre. Unter
kontrollierten Atmosphären
im Sinne der vorliegenden Erfindung werden verstanden: Inertgase,
reduzierende Atmosphären,
beispielsweise Formiergase enthaltend Wasserstoff, Wasserdampf, CO,
CO2, oxidierende Atmosphären, Reaktivgase, Atmosphären unter
erhöhtem
oder erniedrigtem Druck, insbesondere Vakuum sowie alle möglichen Kombinationen
und/oder Mischungen der vorstehend genannten Atmosphären.
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Nach dem Kalzinieren kann mindestens
ein Schritt der Nachbehandlung erfolgen, wobei zur Nachbehandlung
im Prinzip jeder Schritt eingesetzt werden kann, den der Fachmann
zur Nachbehandlung von Katalysatoren ganz allgemein einsetzen würde.
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Das Rhodium kann als alleinige Komponente oder
zusammen mit dem Träger
den Katalysator bilden, oder es ist möglich, dass das Rhodium weitere Elemente
enthält
oder dass andere Elemente Rh enthalten. Diese weiteren bzw. anderen
Elemente sind Elemente der Gruppen 3–15 des Periodensystems der
Elemente, bevorzugt aus den Gruppen 5 bis 10 und der Gruppe 13 bzw.
der Gruppe 15, weiter bevorzugt handelt es sich bei dem mindestens
einen weiteren bzw. dem anderen Element um mindestens ein Element
ausgewählt
aus der Gruppe V, Sb, Au, Fe, In, Bi, Ir, Mo, Cu, Sn, Pb und Ag.
Dabei sind Au, Ir, Sb und In oder beliebige Kombinationen von mindestens zwei
dieser Elemente besonders bevorzugt.
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Dabei kann der Katalysator in der
vorliegenden Erfindung sowohl als Aktivmasse ungeträgert (d.h.
als Vollkatalysatoren) oder auf einem der oben genannten Träger-Materialien
vorliegen (d.h. als Schalenkatalysator wenn der Träger überwiegend nicht
porös ist
oder als Träger-Katalysator
im Falle eines überwiegend
porösen
Trägers).
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In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
umfasst der Katalysator Rh auf Steatit, wobei 0,02 bis 0,1 Gew.-%
Rh bezogen auf den Träger
vorliegen, sowie zumindest Sb oder In zudotiert sind, und der Katalysator
insgesamt zwischen 400°C und
800°C unter
Stickstoff kalziniert wurde.
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Das Verfahren zur Umsetzung der oben
beschriebenen Edukte in der Gasphase über einem der oben beschriebenen
Katalysatoren mit dem Ziel der Herstellung von Aldehyden und/oder
Ketonen wird in einer bevorzugten Ausführungsform in einem mit mindestens
einem erfindungsgemäßen Katalysator beschickten
Festbettreaktor durchgeführt,
wobei ein Rohrreaktor mit Festbett besonders bevorzugt ist. Als Reaktionstemperatur
für die
erfindungsgemäße Reaktion
unter Verwendung des erfindungsgemäßen Katalysators ist eine Temperatur
zwischen 225°C und
350°C bevorzugt.
Für die
Raumgeschwindigkeit des Gases (GHSV) sind Werte von 2000 bis 25000 h–1 bevorzugt.
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Die Selektivität bezüglich des Zielproduktes (mögliche Zielprodukte
sind unten gegeben) kann durch das Zudosieren von Wasserdampf stark
beeinflusst werden (siehe Ausführungsbeispiel
4 unten). Insbesondere in Bezug auf Crotonaldehyd sind Konzentrationen
an Wasserdampf im Feed-Gas von 3 Vol% bis 10 Vol% bevorzugt wobei
Konzentrationen von 4 Vol% bis 6 Vol% besonders bevorzugt sind.
Dabei sind insbesondere Temperaturen von 280°C bis 300°C im Verbund mit der Zugabe
von Wasserdampf bevorzugt.
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Desweiteren kann die Selektivität bezüglich des
Zielproduktes auch durch Einstellen des Sauerstoff-Partialdruckes
gesteuert werden. Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein Sauerstoff-Partialdruck
im Feed-Gas, d.h. dem das Edukt enthaltenden Gas, von 10 Vol% bis
30 Vol% bevorzugt. Ein Maximieren der Selektivität ist durch Abmagerung möglich, d.h.
Sauerstoff-Partialdrucke, die einem Sauerstoff-Gehalt von 10 bis
20 Vol% entsprechen sind besonders bevorzugt.
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Als Produkte im Sinne der vorliegenden
Erfindung können
neben Crotonaldehyd ausdrücklich auch
Furane, Methylvinylketone oder Methylethylketone entstehen.
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Im Folgenden soll die Erfindung anhand
ausgewählter
Ausführungsbeispiele
illustriert werden. Dies geschieht ausdrücklich ohne Einschränkung der allgemeinen
Gültigkeit
des Gegenstandes der vorliegenden Erfindung.
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Beispiel 1: Vergleichsexperiment
CuO/SiO2) analog Popova, N.I., Mil'man, F.A., Kinetika
I Kataliz (Engl. Übers.)
6 (1965), Nr. 5,856
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Zur Synthese von verschiedenen CuO/SiO2-Katalysatoren wurden je 2,5 g SiO2-Pulver in
Porzellanschalen vorgelegt und entsprechend nachfolgender Tabelle
mit dem entsprechenden Volumina einer wässrigen Cu(NO3)2 Lösung
(4,6m) per Pipette an 16 verschiedenen Stellen getränkt. Der Wert
in der Tabelle gibt die Kupferbeladung in Gew.-% an.
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Anschließend wurden die Materialien
für 16
h bei 60°C
getrocknet und dann 1 h bei 600°C
an Luft kalziniert. 1 ml des Materials wurde in einen Edelstahlrohrreaktor
eingebracht (das Material des Rohrreaktors ist unter den Reaktionsbedingungen
inert, d.h. es besteht keine Aktivität bezüglich der Zielreaktion) und
von außen
auf Reaktionstemperatur geheizt. Die Produktgasanalyse erfolgte über eine Kopplung
eines Mikro-GC zur Trennung der leichtsiedenden Komponenten (Buten-Isomere,
Butadien) mit einem GC/MS mit einer Hewlett Packard HP-5-Säule zur
Trennung und Bestimmung der Oxygenate.
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Bei 300°C und einer GHSV von 3000 h–1 (1% 1-Buten
in synthetischer Luft) wurden am Material Nr. 13 (20 Gew.-% CuO
auf SiO2-Träger, Tabelle 1) 45% 1-Buten umgesetzt.
Im Reaktionsgas trat Crotonaldehyd nur in Spuren auf. Hauptprodukte
waren COx und Methylvinylketon (MVK). Bei
350°C und
einer GHSV von 3000 h–1 (1% 1-Buten in synthetischer Luft)
wurden am Material Nr. 13 (20 Gew.-% CuO auf SiO2-Träger, Tabelle
1) 95,9% 1-Buten umgesetzt. Crotonaldehyd trat nur in Spuren auf.
Hauptprodukte waren COx und Acrolein.
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Die vergleichsweise hohen, in der
Druckschrift angegebenen, Selektivitäten bezüglich des Crotonaldehyds von
16%, sollten gemäß dieses
Vergleichsbeispieles bei sehr geringen (in der Literaturstelle nicht
angegebenen!) Umsätzen
liegen. Unter den hier verwendeten Versuchsbedingungen tritt Crotonaldehyd
nur in Spuren auf, was die Verwendung der von Popova et al. vorgeschlagenen
Katalysatorsysteme (CuO auf SiO2-Träger) zur
Direktoxidation von C4-Kohlenwasserstoffen
zu Crotonaldehyd für
die industrielle Anwendung ausschließt. Dieser Nachteil tritt bei
den von uns gefundenen und nachfolgend beschriebenen Katalysatorsystemen
nicht auf.
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Beispiel 2: Erfindungsgemäßer Rh-Katalysator
0,05 Gew.-% auf Steatit) mit 1-Buten
als Eduktgas
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Zur Synthese des erfindungsgemäßen Katalysators
wurden 40g eines Steatit Granulates (Ceramtec,) mit konzentrierter
NaOH angelaugt und in einer Porzellanschale vorgelegt. In einem
zweiten Gefäß (Becherglas)
wurde eine wässrige
0,5 molare Rh(NO3)3-Lösung angesetzt.
Die entsprechende Menge der Rh-Lösung
wurde per Pipette an vier verschiedenen Stellen des keramischen
Trägers
aufgegeben und auf einem Schüttler
der Firma Heidolph intensiv durchmischt. Anschließend wurde
das Material für
16h bei 80°C
im Trockenschrank getrocknet. Danach erfolgte die Kalzinierung für 3h bei
400°C in Stickstoffatmosphäre (6 Nl/min
N2). 1 ml des Materials wurde in einen Edelstahlrohrreaktor
eingebracht und von außen
auf Reaktionstemperatur geheizt. Die Produktgasanalyse erfolgte über eine
Kopplung eines Mikro-GC zur Trennung der leichtsiedenden Kompo nenten
(Buten-Isomere, Butadien) mit einem GC/MS mit einer HP-5-Säule zur
Trennung und Bestimmung der Oxygenate.
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Bei 300°C und einer GHSV von 24000 h–1 (1%
1-Buten in synthetischer Luft) wurden 29,6% 1-Buten mit einer Selektivität zu Crotonaldehyd (CRA)
von 8,8% umgesetzt. Dies entspricht einer Ausbeute an CRA von 2,6%.
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Beispiel 3: Erfindungsgemäßer Rh-Katalysator
(0,25 Gew.-% auf Steatit mit 1-Buten
als Eduktgas
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Zur Synthese des erfindungsgemäßen Katalysators
wurden 40g Steatit in einer Porzellanschale vorgelegt. In einem
zweiten Gefäß (Becherglas)
wurde eine wässrige
0,5 molare Rh(NO3)3-Lösung angesetzt.
Die entsprechende Menge der Rh-Lösung wurde
per Pipette an vier verschiedenen Stellen des keramischen Trägers aufgegeben
und auf einem Schüttler
der Firma Heidolph intensiv durchmischt. Anschließend wurde
das Material für
16h bei 80°C
im Trockenschrank getrocknet. Danach erfolgte die Kalzinierung für 3h bei
600°C in
Stickstoffatmosphäre
(6 Nl/min N2). 1 ml des Materials wurde
in einen Edelstahlrohrreaktor eingebracht und von außen auf
Reaktionstemperatur geheizt. Die Produktgasanalyse erfolgte über eine
Kopplung eines Mikro-GC zur Trennung der leichtsiedenden Komponenten
(Buten-Isomere, Butadien) mit einem GC/MS mit einer HP-5-Säule zur
Trennung und Bestimmung der Oxygenate.
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Bei 275°C und einer GHSV von 3000 h–1 (1% 1-Buten
in synthetischer Luft) wurden 45,6% 1-Buten mit einer Selektivität zu Crotonaldehyd
von 6,2% umgesetzt. Dies entspricht einer Ausbeute an CRA von 2,8%.
Der Umsatz und die Selektivität
dieser erfindungsgemäßen Aktivmasse
sind in der 2 gezeigt.
Dabei stellen die ausgefüllten
Rauten den Umsatz als Funktion der Temperatur da, wohin gegen die ausgefüllten Quadrate
die Selektivität
als Funktion der Temperatur zeigen. In 3 sind Umsatz und Selektivität von auf
analoge Weise synthetisierten Aktivmassen mit unterschiedlichen
Rhodium-Gehalten gezeigt. Dabei entsprechen die ausgefüllten Rauten
der Selektivität.
Die entsprechenden Katalysatoren enthalten jeweils die folgenden
Mengen an Rh (in Gew.-%), und zwar von oben nach unten bei 275°C: 0,25 Gew.-%
Rh, 0,1 Gew.-% Rh sowie 0,05 Gew.%. Entsprechend gilt für die Umsätze (ausgefüllte Quadrate)
auch wieder von oben nach unten bei 275°C: 0,05 Gew.-% Rh, 0,1 Gew.-%
Rh sowie 0,25 Gew.-% Rh.
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4 zeigt
den Einfluss der Kalzinierungstemperatur auf den Umsatz bzw. die
Selektivität
des erfindungsgemäßen Materials
mit 0,25 Gew.-% Rh. Dabei entsprechen die Kurven jeweils bei einer
Reaktionstemperatur von 325°C
den folgenden Daten (von oben nach unten): ausgefüllte Raute:
Umsatz bei einer Kalzinierung bei 400°C; ausgefüllte Raute: Umsatz bei 600°C; ausgefüllte Raute:
Umsatz bei 800°C;
ausgefülltes
Quadrat: Selektivität
bezogen auf Crotonaldehyd, erhalten bei einer Kalzinierungstemperatur
von 800°C;
ausgefülltes
Quadrat: Selektivität
bei 600°C;
ausgefülltes
Quadrat: Selektivität
bei 400°C.
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Beispiel 4: Erfindungsgemäßer Rh-Katalysator
(0,1 Gew.-% auf Steatit) mit 1-Buten
als Eduktgas
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Zur Synthese des erfindungsgemäßen Katalysators
wurden 40g Steatit in einer Porzellanschale vorgelegt. In einem
zweiten Gefäß (Becherglas)
wurde eine wässrige
0,5 molare Rh(NO3)3-Lösung angesetzt.
Die entsprechende Menge der Rh-Lösung wurde
per Pipette an vier verschiedenen Stellen des keramischen Trägers aufgegeben
und auf einem Schüttler
der Firma Heidolph intensiv durchmischt. Anschließend wurde
das Material für
16h bei 80°C
im Trockenschrank getrocknet. Danach erfolgte die Kalzinierung für 3h bei
400°C in
Stickstoffatmosphäre
(6 Nl/min N2). 1 ml des Materials wurde
in einen Edelstahkohrreaktor eingebracht und von außen auf
Reaktionstemperatur geheizt. Die Produktgasanalyse erfolgte über eine
Kopplung eines Mikro-GC zur Trennung der leichtsiedenden Komponenten
(Buten-Isomere, Butadien) mit einem GC/MS mit einer HP-5-Säule zur
Trennung und Bestimmung der Oxygenate.
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Bei 250°C und einer GHSV von 12000 h–1 (1%
1-Buten in synthetischer Luft) wurden 100% 1-Buten mit einer Selektivität zu Crotonaldehyd
von 4,6% umgesetzt. Dies entspricht einer Ausbeute an CRA von 4,6%.
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Im Folgenden soll aufgezeigt werden,
wie Sauerstoffpartialdruck und Wasserdampfzufuhr das Reaktionsverhalten
der Rhodium-haltigen Katalysator-Systeme beeinflussen. Beispielhaft
werden hier die Daten für
ein erfindungsgemäßes katalytisches Materials
(0,1 Gew.-% Rh/Steatit), welches bei 400°C unter Luft kalziniert wurde,
präsentiert.
Wie zu erwarten ist, steigt bei allen Sauerstoffgehalten der 1-Buten-Umsatz
mit steigender Reaktionstemperatur. Dies ist in 5 gezeigt, wobei die ausgefüllte Raute
dem Umsatz bei 260°C
entspricht, das ausgefüllte
Quadrat dem Umsatz bei 270°C,
das ausgefüllte
Dreieck dem Umsatz bei 280°C
sowie das Kreuz dem Umsatz bei 290°C. Zu niedrigeren Sauerstoffgehalten
steigt der Umsatz bei konstanter Temperatur exponentiell an. Bei
einem Sauerstoffgehalt von 5% sind Umsätze zwischen 48% und 100% zu
beobachten.
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In 6 ist
die Selektivität
zu Crotonaldehyd gegen den Sauerstoffgehalt in Abhängigkeit
von der Reaktionstemperatur aufgetragen. Dabei liegt das Selektivitätsoptimum
für alle
Temperaturen (repräsentiert
durch die ausgefüllten
Rauten, Quadrate und Dreiecke im Bereich von 260°C bis 290°C) bei einem Sauerstoffgehalt
von 15%. Verglichen zu den "Standardreaktionsbedingungen" von 20% O2 kann die Selektivität zum Zielprodukt durch Abmagerung
des O2-Gehalts auf 15% fast verdoppelt werden
(z. B. bei 290°C
von 4,5% auf 8,2% Selektivität).
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In den 7 und 8 ist jeweils der Einfluss
der Variation des Wasserdampfgehaltes auf Umsatz und Selektivität exemplarisch
für das
folgende Rhodiumsystem dargestellt: 0,1 Gew.-% Rh/Steatit, bei 400°C unter Luft
kalziniert. Wie aus der 7 ersichtlich
ist, hängt
der 1-Buten-Umsatz nicht signifikant vom Wassergehalt ab (ausgefüllte Rauten,
Quadrate und Dreiecke entsprechen dabei unterschiedlichen Temperaturen
zwischen 260°C
und 300°C).
Lediglich bei der niedrigsten Temperatur (260°C) scheinen sich 5% Wasserdampf
im Eduktgasstrom negativ auszuwirken, der Umsatz fällt auf
0 ab (siehe ausgefülltes Quadrat
bei 5% Wasser-Konzentration).
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Die Selektivität bezüglich des Zielproduktes Crotonaldehyd
(8) wird dagegen durch
das Zudosieren von Wasserdampf stark beeinflusst. Dabei ist die
Zuordnung der Datenpunkte bei den einzelnen Wasser-Konzentrationen
zur Temperatur wie folgt (jeweils von oben nach unten): Bei 0% Wasser: 300°C, 290°C, 270°C; bei 2%
Wasser: 270°C,
290°C, 280°C, 300°C, 260°C; bei 5%
Wasser: 300°C,
280°C, 290°C, 260°C, 270°C. Nur bei
270°C Reaktionstemperatur
ist das Phänomen
zu beobachten, dass bei einer Konzentration von 5% Wasserdampf im
Feed die Selektivität
wegbricht, bei allen anderen Temperaturen wird die Selektivität bezüglich des
Crotonaldehyds linear erhöht.
Im Vergleich zu den Tests ohne zusätzliche Wasserdampfzufuhr erhöht sich
die Selektivität
ungefähr
um den Faktor 2.
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Beispiel 5: Erfindungsgemäße Materialien
mit Rh als Dotierunsgkomponente
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Materialien der Formel AxRhyO auf γ-Al2O3-Trägern (Condea),
mit 2,5Gew.%<x<3 Gew.-% und x+y=3
Gew.-% wurden durch Imprägnierung
der besagten Träger
mit den entsprechenden wässrigen
Metallnitratlösungen
hergestellt. Nach Trocknung bei 80°C wurden die Materialien bei 500°C an Luft
kalziniert. Ein Katalysatorvolumen von 0,1 ml wurde in ein Edelstahlrohr
(Durchmesser 8 mm), welches von außen auf Reaktionstemperatur beheizt
wird, eingebaut. 9 zeigt
exemplarisch die bei 300°C
und einer Belastung von 3000h–1 erhaltenen Ergebnisse.
Das Eduktgas bestand aus 1% 1-Buten in synthetischer Luft. Dabei
sind in 9 die Materialien,
gekennzeichnet durch die zugehörige Katalysator-Nummer (KATNR) gegen
das Ergebnis der massenspektrometrischen Produktanalyse (absoluter
Ionenstrom von m/z =70 in [mA]; CRO70) aufgetragen. Bei Sb und In
zeigt Rh als Dotierungskomponente im Bereich y<0,5 Gew.-% die besten Ergebnisse bezüglich Crotonaldehyd.
Aber auch V, Sb, W, Sn und Bi sowie Co, Ni und Ru (nicht in 9 gezeigt) werden durch
den Zusatz von Rh selektiver bezüglich
Crotonaldehyd.
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10 gibt
die Ergebnisse einer Offline-Produktanalyse mittels GC/MS wieder.
Angegeben sind die absoluten MSD-Flächen der Analytik erhalten
bei Verwendung der erfindungsgemäßen katalytischen Materialien
(der Zahlenwert hinter dem Material gibt den Rhodiumgehalt in Gew.-%
an; die Hauptkomponenten ergänzt
diesen Wert auf insgesamt 3Gew.-% Gesamtbeladung). Sb mit 0,03Gew.-%
Rh auf γ-Al2O3-Träger (Condea)
zeigt die höchsten
Werte bezüglich
Crotonaldehyd. Auch Methylvinylketon (MVK) und Furan (FUR) werden
in beträchtlichen Mengen
gebildet.
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Beispiel 6: Erfindungsgemäße Materialien
mit Rh als metallische Hauptkomponente
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Materialien der Formel RhxAyO auf γ-Al2O3-Trägern (Condea),
mit 2,5Gew.%<x<3 Gew.-% und x+y=3
Gew.-% wurden durch Auf-Imprägnierung
der entsprechenden wässriger
Metallnitratlösungen
auf die besagten Träger
hergestellt. Nach Trocknung bei 80°C wurden die Materialien bei 500°C an Luft
kalziniert.
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Ein Katalysatorvolumen von 0,1ml
wurde in ein Edelstahlrohr, welches von außen auf Reaktionstemperatur
beheizt wird, eingebaut.
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Au und Ir zeigen bei Verwendung von
Rh als Hauptmetall den stärksten
Einfluss bei jeweils relativ hohen Anteilen (0,2 Gew.-% und 0,5
Gew.-%) bezüglich.
der Crotonaldehyd-Selektivität.
Diese Materialien sind in 11 besonders
hervorgehoben. Dabei sind, wie schon in 9, die Materialien gegen das Ergebnis
der massenspektrometrischen Produktanalyse (absoluter Ionenstrom
von m/z =70 in [mA]) aufgetragen.