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Technisches Gebiet
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Die Erfindung bezieht sich auf einen
Schuh, insbesondere Sportschuh, mit einer Sohle, in der ein wenigstens
ein Federelement aufweisendes Dämpfungssystem
vorgesehen ist, durch das auf die Sohle einwirkende Krafteinträge zumindest
teilweise absorbierbar sind. Ferner ist ein Verfahren zur Herstellung eines
derartigen Schuhs beschrieben.
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Stand der Technik
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sBei der Auslegung von Schuhen, insbesondere
bei Sportschuhen, liegt ein Hauptaugenmerk auf dem Schutz der bei
Geh- und Laufbewegungen belasteten Körperteile, wie Gelenke, Sehnen,
Bänder,
Knochen etc. gegenüber
orthopädisch
auftretenden Schädigungen.
Insbesondere sollen die mit jedem stoßartigen Aufsetzen des Fußes auf
dem Boden verbundenen hohen Beschleunigungsmomente möglichst
zu großen
Teilen durch das Schuhwerk selbst absorbiert werden.
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Hierfür sorgt im wesentlichen die
Schuhsohle, die nicht nur für
die Haftung des Schuhs auf dem Boden, sondern im wesentlichen auch
für den
Tragekomfort und damit verbunden für die Dämpfungseigenschaften verantwortlich
ist.
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Aus diesen Gründen werden seit vielen Jahren
große
Anstrengungen unternommen zumindest die vorstehend genannten Eigenschaften
von Schuhsohlen unter dynamischen Belastungen zu optimieren. Im
wesentlichen konzentrieren sich die Entwicklungsziele auf die weitere
Verbesserung hinsichtlich Elastizität sowie Dämpfungseigenschaften der Schuhsohlen.
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Die Elastizität einer Schuhsole sorgt für eine reversible
Verformbarkeit der Sohle, d.h. die Sohle wird durch einen externen
Krafteintrag kurz- oder längerfristig
deformiert und nach Wegfall des Krafteintrages, bspw. beim Abdrücken des
Schuhs vom Boden, wird die durch die Verformung gespeicherte Energie
im wesentlichen verlustfrei an den Läufer wieder abgegeben. Die
Schuhsohle weist darüber
hinaus auch dämpfende
Bestandteile auf, die gleichsam deformierbar sind, jedoch wird die
in diesen Komponenten innewohnende Verformungsenergie im Wesentlichen
irreversibel in Wärme
umgesetzt und kann daher nicht an das Bewegungssystem zurückgegeben
werden.
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Nun hat sich im Laufe diesbezüglicher
Untersuchungen herausgestellt, dass das gezielte Vorsehen von die
Elastizität
bestimmenden Komponenten innerhalb der Schuhsohle unerwartete Komplikationen
hervorruft, die mit der speziellen Formen- und Größenwahl sowie der Art, dem
Aufbau sowie der Anordnung dieser Komponenten innerhalb der Schuhsohle
eng verbunden sind. Dies scheint auch der Grund dafür zu sein,
dass heutzutage in den meisten Schuhen hauptsächlich dämpfende Materialien und Komponenten
zum Einsatz kommen, durch die jedoch die auf den Schuh bzw. die
Schuhsohle einwirkenden Kräfte
für die
Bewegung eines Läufers verloren
gehen.
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Zu den häufigsten in Schuhsohlen verwendeten
Dämpfungsmaterialien
zählen überwiegend Kunststoffe,
Gele oder Schaumstoffe. Darüber
hinaus sind bei hochwertigen Sportschuhen auch Luftkammern derart
in der Sohlen integriert, dass durch derartige Luftpolster Federeffekte
erzielt werden, wodurch die Elastizität der Schuhsohle geringfügig verbessert
werden kann.
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Auch sind Mehrlagensohlen bekannt,
die über
sogenannte Zwischen- oder Mittelsohlen verfügen, mit denen eine gewünschte Abstimmung
zwischen Elastizität
und Dämpfung
in gewissen beschränkten
Grenzen möglich
ist.
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Derartige Schuhsohlen verfügen über ein, üblicherweise
aus einem aufgeschäumten
Kunststoff bestehendes Element, das sowohl elastische als auch dämpfende
Eigenschaften aufweist. Jedoch stellen sich bei derartigen Schuhsohlen
im Laufe ihrer Lebensdauer Veränderungen
in den elastischen Eigenschaften ein, wodurch die Elastizität des aufgeschäumten Materials
deutlich abnimmt. Dies führt
jedoch dazu, dass der Schuh spürbar "weich" wird, so dass auch
die den Fuß stützende Funktion
verlorengeht und die Verletzungsgefahr zunimmt.
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Aus diesem Grund sind mehrere Ansätze bekannt,
Schuhsohlen mit Federelementen auszurüsten, um die Elastizitätseigenschaften
positiv zu beeinflussen und ihre Lebensdauer zu erhöhen.
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In der
DE 41 22 086 A1 ist hierzu eine Vorrichtung
zur Absatzfederung und -stabilisierung für einen Sportschuh beschrieben,
die eine dünne
Platte von Fersengröße vorsieht,
die aus einem Verbundmaterial aus einem thermoplastischen Harz und
einem Carbon-Glasfaserstoff gefertigt ist. Die Platte weist ein
vorderes und ein hinteres Ende auf sowie ein einstückig angeformtes,
sich nach hinten erstreckendes und dabei nach oben geneigtes, in
vertikaler Richtung wirkendes Federteil auf. Problematisch bei dieser
vorgeschlagenen Absatzfederung ist, dass für den gesamten Fersenbereich
ein gleichbleibender Druckpunkt eingestellt ist. Die individuelle
Anpassung der Federung auf die Geometrie des Fußes ist mit dieser Vorrichtung
nicht möglich.
Außerdem
sorgt die Vorrichtung lediglich für eine Dämpfung im Fersenbereich. Eine
Aufnahme von Kräften
im vorderen Schuhbereich, in dem die Kräfte insbesondere bei schnellerem
Laufen über
den Ballen auf den Fuß einwirken,
ist mit dieser Federung nicht zu erreichen.
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In der
WO 00/74515 A1 ist ferner ein Schuh sowie
eine Federdämpfungseinrichtung
für einen Schuh
beschrieben. In dem beschriebenen Schuh ist zwischen einer Sohle
und einem Fußbett
eine Blattfedereinrichtung vorgesehen, die in Wirkrichtung vom Fußbett zur
Sohle verläuft.
Das Blattfederteil ist aus einem thermoplastischen Elastomer gebildet
und weist wenigstens einen Reibabschnitt auf, der bei einer Relativbewegung
zwischen Fußbett
und der Sohle reibt. Auch mit dieser Dämpfungseinrichtung ist wiederum
lediglich die Dämpfung
eines Schuhs im Absatzbereich möglich,
da diese Vorrichtung eine relativ große Bauform erfordert, die in
der Schuhsohle viel Platz benötigt.
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Abweichend von den vorstehenden Dämpfungssystemen
beschreibt die
US 6,055,747 ein Dämpfungssystem,
das aufgrund des Einsatzes von Schraubenfedern auch in der Lage
ist, in den Federn gespeicherte Energie bei einer Vorwärtsbewegung des
Fußes
wieder in Bewegungsenergie umzusetzen. Hierzu befindet sich im Fersenbereich
innerhalb der Sohle eine Grundplatte, auf der eine Vielzahl von Schraubenfedern
angeordnet ist. Die Federn werden zwischen der Grundplatte und einer
oberen Deckplatte gehalten.
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Allerdings sind mit Schraubenfedern
versehene Schuhe beim Laufen sehr problematisch, da der Abstand
zwischen Sohle und Fußbett
durch den relativ langen Federweg und die daraus resultierende Instabilität des gefederten
Schuhs ein hohes Verletzungsrisiko für den Träger darstellt. Außerdem geben mit
derartigen Schraubenfedern bestückte
Schuhe die beim Einfedern gespeicherte Stoßenergie praktisch ungemindert
auf die Gelenke zurück.
Schon aus diesem Grund ist der Einsatz von Schraubenfedern beispielsweise
für Laufschuhe
gänzlich
ausgeschlossen.
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Neben den bereits beschriebenen Problemen,
weisen alle bisher zur Dämpfung
in Schuhen eingesetzten Federn den Nachteil auf, dass sie relativ
schnell ermüden
und insbesondere bei stark beanspruchten Sport- oder Laufschuhen
schon bald die gewünschte
Dämpfung
nicht mehr gewährleisten können.
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Darstellung der Erfindung
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Ausgehend von dem bekannten Stand
der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Schuh
mit einem verbesserten Dämpfungssystem
anzugeben, bei dem eine Dämpfung
von Stoßbelastungen
gewährleistet
wird und gleichzeitig zumindest ein Teil der Energie der zu dämpfenden
Stöße für eine ökonomischere
Laufbewegung genutzt werden kann. Darüber hinaus soll eine nutzerspezifische
Optimierung der Druckpunkte innerhalb der Schuhsohle möglich sein
und sich das Dämpfungssystem
durch extreme Langlebigkeit, Stabilität und Belastbarkeit auszeichnen.
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Die Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden
Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Gegenstand des Anspruches 17
ist ein erfindungsgemäßes Verfahren
zur Herstellung des Schuhs. Den Erfindungsgedanken vorteilhaft weiterbildende
Merkmale sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der Beschreibung
unter Bezugnahme auf die Ausführungsbeispiele
zu entnehmen.
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Der erfindungsgemäße Schuh, insbesondere Sportschuh,
mit einer Sohle, in der ein wenigstens ein Federelement aufweisendes
Dämpfungssystem vorgesehen
ist, durch das auf die Sohle einwirkende Krafteinträge zumindest
teilweise absorbierbar sind, zeichnet sich dadurch aus, dass das
wenigstens eine Federelement nach Art einer linearen Schlitzfeder ausgebildet
ist oder zumindest zwei linear angeordnete, miteinander in Wirkverbindung
stehende Scheiben- bzw. Tellerfedern aufweist.
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Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass lineare
Schlitzfedern, wie sie hauptsächlich
im Maschinenbau eingesetzt und in der
EP 0318 669 A1 beschrieben sind, aufgrund
der linearen Dämpfungscharakteristik,
der Stabilität
und Langlebigkeit besonders für
den Einsatz in Dämpfungssystemen
von Schuhen geeignet sind. So haben Versuche gezeigt, dass lineare
Schlitzfedern bis zu 4 Millionen Lastwechsel ohne Einbuße der mechanischen
linearen Reaktion überstehen.
Auf den gesamten Offenbarungsgehalt der vorstehenden Europäischen Druckschrift
wird hinsichtlich der Ausbildung einer bevorzugten linearen Schlitzfeder
Bezug genommen.
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Insbesondere zeichnet sich diese
Feder dadurch aus, dass sie leicht, robust, recyclebar und leicht
in Gummi und/oder Kunststoff einzugießen ist. Schlitzfedern, die
erfindungsgemäß für den Einsatz in
Schuhen als Dämpfungssystem
vorgeschlagen werden, kommen grundsätzlich in zwei unterschiedlichen
Bauformen vor.
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Die eine Bauform besteht aus mehreren
Einzelelementen, insbesondere Teller- oder Scheibenfedern, die miteinander
zu einem Federelement verfügbar
sind.
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Die zweite alternative Bauform für eine geschlitzte
Feder besteht aus einem zylindrischen Körper und ist derart mit Schlitzen
versehen, die quer zur Längsachse
des zylindrischen Körpers
angeordnet sind und über
die Mitte bzw. die Längsachse
des zylindrischen Körpers
hinausgehen. Darüber
hinaus besitzt die Schlitzfeder zumindest im Bereich der Schlitze
und der dazwischen liegenden Scheibenbereiche eine koaxial zur Längsachse
verlaufende Längsbohrung.
Diese Längsbohrung
durchsetzt auch die beiden axialen Endteile, weist dort jedoch zweckmäßigerweise
einen geringeren Durchmesser. Eine derartige lineare geschlizte
Feder ist beispielsweise in
1 der
EP 0 318 669 A1 dargestellt.
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Vorzugsweise weist das als lineare
Schlitzfeder ausgebildete Federelement einen zylinderförmigen Grundkörper auf,
der über
wenigstens eine senkrecht zur Zylindermittenachse orientierte Querschnittsfläche verfügt, längs der
zumindest ein Schlitz verläuft,
der einen Bereich überdeckt,
der größer als
eine Hälfte
der Querschnittsfläche
des zylinderförmigen
Grundkörpers
ist. Die besondere Eigenschaft einer derartigen Feder zeichnet sich
neben ihrer außergewöhnlichen
Lebensdauer in Bezug auf ihre Stabilität und Federsteifigkeit auch
durch ihre beachtliche Steifigkeit gegenüber angularen und lateralen
Verformungen aus, wodurch die Feder weitgehend ausschließlich längs ihrer
linearen Federerstreckung elastisch verformbar ist. Hierdurch bleibt
die Seitenstabilität
des Schuhs vollend erhalten, im Unterschied zu Federsystemen, die
konventionelle Spiralfedern einsetzen.
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Es ist aber auch denkbar, dass eine
lineare Schlitzfeder, die in dem erfindungsgemäßen Dämpfungssystem zum Einsatz kommt,
wenigstens zwei Federscheibenelemente aufweist, die jeweils über eine
mittige Öffnung
mit einem Öffnungsrand
verfügen
und die jeweils im Bereich ihres Öffnungsrandes gegenseitig fest
verfügt
sind. Auf diese Weise ist es möglich,
aus einer Vielzahl von Scheiben- bzw.
Tellerfedern ein Federpaket zusammenzustellen. Selbstverständlich ist
es ebenfalls möglich,
eine Vielzahl derartiger aus Scheiben- oder Tellerfedern gebildete
Federpakete innerhalb einer Schuhsohle anzuordnen, wobei sich die
Anordnung der Federpakete nach der anatomischen Form des Fußes richtet.
So ist es auch denkbar, Federpakete, die über unterschiedliche Federeigenschaften,
wie beispielsweise Federsteifigkeit, verfügen, nach anatomischen Gesichtspunkten
innerhalb der Schuhsohle verteilt anzuordnen.
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Um eine möglichst optimale Verteilung
der auf die Schuhsohle einwirkenden Kräfte zu erreichen, können auch
eine Vielzahl von Schlitzfedern nebeneinander zwischen einer oberen
und einer unteren Begrenzungsebene, die bspw. durch zwei Schuhsohlenbereiche
gebildet werden, angeordnet sein. Auf diese Weise wird innerhalb
der Schuhsohle ein Dämpfungssystem
in Form einer Plattenfeder realisiert.
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Vorzugsweise weist das wenigstens
eine Federelement eine Verstelleinheit auf, mit der die Federsteifigkeit
veränderbar
ist. Auf diese Weise ist es möglich,
die Dämpfungseigenschaften
einer Schuhsohle individuell auf die zu erwartende Beanspruchung
einzustellen. Die Verstellung kann beispielsweise mittels eines Werkzeugs,
das mit der Verstelleinheit in Wirkverbindung gebracht wird, oder
mit einem Verstellelement, das fest mit der Verstelleinheit verbunden
ist, vorgenommen werden.
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In einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen Schuhs
mit Dämpfungssystem
ist das wenigstens eine Federelement lösbar fest innerhalb der Sohle
integriert. Somit ist es möglich,
das Federelement auszutauschen, sobald sich die Belastung des Schuhs
beispielsweise durch geänderte äußere Beeinflussung
verändert.
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Selbstverständlich ist es auch möglich, eine Vielzahl
von Federelementen flächig
in der Sohle verteilt, vornehmlich im Fersenbereich der Sohle, anzuordnen.
Vorzugsweise werden hierbei die Federelemente in Gruppen eingeteilt,
wobei in jeweils einer Gruppe wenigstens ein Federelement enthalten
ist und die Federelemente innerhalb einer Gruppe über einheitliche
Federeigenschaften verfügen.
Vorzugsweise weisen die Federelemente verschiedener Gruppen unterschiedliche
Federeigenschaften auf.
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In einer weiteren Ausführungsform
ist eine Vielzahl von Federelementen in einer Trägermatrix angeordnet. Die Trägermatrix
dient zum einen dazu, einzelne Federelemente zumindest längs einer
Linearachse zu stabilisieren, und zum anderen eine bestimmte flächige Anordnung
der linearen Schlitzfedern zu garantieren. Vorzugsweise ist die
Trägermatrix
in Form einer Platte ausgebildet, auf der eine Vielzahl von Ausnehmungen
bzw. Auswölbungen
vorgesehen ist. In die entsprechenden Ausnehmungen bzw. Auswölbungen
sind die einzelnen Federelemente eingefügt und werden auf diese Weise
in ihrer Federlängsachse
stabilisiert.
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Vorzugsweise sind die Federelemente
sowohl mit ihrem unteren als auch mit ihrem oberen Ende mit einer
derartigen Platte verfügt,
so dass die Federelemente zwischen beiden Platten eingeschlossen
sind und das gesamte Dämpfungssystem eine
Art Plattenfeder darstellt.
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Sowohl die von zwei Trägermatrizen
eingeschlossenen Federelementen als auch die Ausbildung in Form
einer einzigen mit Federelementen bestückten Trägermatrix sind vorzugsweise
als Moduleinheit ausgebildet und leicht in eine Schuhsohle implementierbar.
So ist es möglich
Moduleinheiten mit unterschiedlichen Federeigenschaften bereitzustellen,
bspw. soft, medium, hart, die je nach Läufercharakteristik in einen
Schuh eingearbeitet werden können.
Dies vereinfacht und verbilligt die Herstellung von Sportschuhen,
die über
unterschiedliche Dämpfungs-
und Elastizitätseigenschaften
verfügen,
erheblich.
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In einer weiteren Ausführungsform
weist die Schuhsohle zumindest eine Eingriffsöffnung auf, durch die das wenigstens
eine Federelement in die Schuhsohle integrierbar ist. Auf diese
Weise wird sichergestellt, dass das Federelement, das vorzugsweise
aus Metall ist, auf die individuellen Erfordernisse einstellbar
und bei einer erfolgten Abnutzung auch recyclebar ist. Im Gegensatz
zu üblicherweise
für Schuhsohlen
eingesetzte Dämpfungsmaterialien
ist somit die Wiederverwendung des erfindungsgemäßen Dämpfungssystems beispielsweise
in einem anderen Sportschuh problemlos möglich.
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Vorzugsweise ist das Federelement
in einer Kammer angeordnet innerhalb der es von einem gasförmigen,
flüssigen
und/oder festen Medium umgeben ist. Bei dem Medium, das sich in
der Kammer befindet und von dem das Federelement umgeben ist, kann
es sich sowohl um ein inertes Gas, wie beispielsweise Argon oder
Krypton oder auch ein gelartiges Fluid handeln. Die Kammer stellt
hierbei einen Hohlraum innerhalb der Sohle dar. Ebenso ist es möglich, neben
dem erfindungsgemäßen Federelement
bzw. dem Federelement inklusive der Trägermatrix auch das in die Kammer
eingefüllte
Medium auszutauschen. Damit bietet sich eine weitere Möglichkeit,
das erfindungsgemäße Dämpfungssystem für Schuhe
individuell an seinen Nutzer bzw. an die entsprechenden Anforderungen
des Einsatzes anzupassen.
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In einer speziellen Ausführungsform
ist der Hohlraum von einer fluiddichten Schicht ausgekleidet, so
dass bei einem Austausch des in der Kammer befindlichen Mediums,
das gesamte Medium auf einmal gewechselt werden kann.
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Das Federelement selbst besteht vorzugsweise
aus einem recyclefähigen
Material, wie beispielsweise Metall. Darüber hinaus ist es aber auch denkbar,
das Federelement aus anderen Materialien, die die Stabilität sowie
die Langlebigkeit des Federelementes gewährleisten, herzustellen.
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Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung
eines Schuhs mit einer Sohle, in der ein wenigstens ein Federelement
aufweisendes Dämpfungssystem
vorgesehen ist, durch das auf die Sohle einwirkende Krafteinträge zumindest
teilweise absorbierbar sind, zeichnet sich dadurch aus, dass das
wenigstens eine Federelement in die Sohle eingegossen wird. Vorzugsweise
werden hierbei zunächst eine
Vielzahl von Federelementen in eine Trägermatrix integriert, die Trägermatrix
samt Federelementen in einer Ausnehmung innerhalb der Sohle eingebracht
und die Trägermatrix
samt Federelement mit der Sohle vergossen.
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Durch den modulartigen Aufbau des
Dämpfungssystems
in Form einer Trägermatrix,
in der je nach gewünschter
Dämpfungscharakeristik
individuell in ihren Federeigenschaften ausgebildete lineare Schlitzfedern
kombiniert und integriert sind, ist ein einfaches Zusammenfügen einer
vorgearbeiteten Sohle, in der eine an die Trägermatrix angepasste Ausnehmung
vorgesehen ist, mit dem Dämpfungsmodul
möglich.
So lassen sich ansonsten identische Schuhe mit unterschiedlichen
Dämpfungs-
bzw. Elastizitätseigenschaften
kostengünstig
herstellen.
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Auf diese Weise ist es möglich Sportschuhe mit
Nutzer-spezifischen Dämpfungs- bzw. Elastizitätseigenschaften
anzubieten, die speziell auf die Anatomie seines Fußes abgestellt
ist und gleichzeitig Druckpunkte aufweist, die dem Nutzer ein optimales, kraftschonendes
und bequemes Laufen ermöglichen.
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Darüber hinaus ist es selbstverständlich z.B. für den Hochleistungssport
möglich,
einen Schuh, der aktive lineare Dämpfungseigenschaften aufweist, ganz
individuell auf einen Sportler auszulegen.
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Kurze Beschreibung der
Erfindung
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Die Erfindung wird nachstehend ohne
Beschränkung
des allgemeinen Erfindungsgedankens anhand von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen exemplarisch beschrieben. Es
zeigen:
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1 Schuhsohle
mit Trägermatrix
und Schlitzfedern,
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2a Schlitzfeder
aus einem festen zylindrischen Körper,
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2b Schlitzfeder
aus einzelnen Scheibenelementen,
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2c Plattenfeder
und
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3 Querschnitt
durch eine Schuhsohle mit linear dämpfenden Federelementen.
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Wege zur Ausführung der
Erfindung, gewerbliche Verwendbarkeit
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1 zeigt
stark schematisiert einen Sportschuh mit einer Sohle So, in der
eine Trägermatrix
T mit einer Vielzahl von linearen Schlitzfedern S eingesetzt ist.
Die Trägermatrix
T ist in einer Gummimischung in Form der Sohle vergossen.
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2a zeigt
eine typische lineare Schlitzfeder S, die als Federelement für das in
einem Sportschuh integrierbare Dämpfungssystem
einsetzbar ist. Die Schlitzfeder S besteht aus einem festen zylindrischen
Körper
und ist mit Schlitzen 1 durchsetzt, die quer zur Längsachse
des zylindrischen Körpers angeordnet
sind und über
die Mitte bzw. die Längsachse
des zylindrischen Körpers
hinausgehen. In Höhe
der einzelnen Schlitze 1 verbleiben Stege 2, die asymmetrisch über die
gesamte Länge
der Schlitzfeder angeordnet sind. Diese Stege 2 gewährleisten die
Kraftübertragung
vom oberen bis zum unteren Ende der Feder. Im Bereich der Schlitze 1 und
der dazwischen liegenden Scheibenbereiche kann die Schlitzfeder
als Hohlzylinder angesehen werden. In diesem Bereich besitzt der
Körper
somit eine koaxial zur Längsachse
verlaufende Längsbohrung 3.
Das obere sowie das untere Endteil der Schlitzfeder dient als Anschlag, über den
eine Kraftübertragung
auf den darüber
bzw. darunter gelegenen Sohlenbereich erfolgt.
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In der 2b ist
ein Federpaket dargestellt, das aus einer Vielzahl von Scheibenfedern 4 gebildet ist.
Die Scheibenfedern 4 weisen eine mittige Öffnung 5 mit
einem Öffnungsrand 6 auf
und sind im Bereich ihres Öffnungsrandes
gegenseitig fest verfügt. Die
Bauhöhe
bzw. die Federeigenschaften eines solchen Federpaketes können durch
Hinzu- bzw. Wegnahme weiterer Scheibenfedern beliebig verändert werden.
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In 2c ist
eine Plattenfeder 7 dargestellt, die sich dadurch auszeichnet,
dass sie über
eine obere 8 und eine untere Platte 9 verfügt, zwischen denen
eine Vielzahl von Federelementen eingefügt sind. Wirkt eine Kraft auf
die obere Platte ein, die beispielsweise als Trägermatrix ausgeführt und
in der Ferse eines Schuhs angeordnet ist, so wird die Kraft auf
eine Vielzahl von Federn verteilt. Auf diese Weise ist es auch möglich, schräg auf die
Feder einwirkende Kräfte
aufzunehmen.
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Die 3 zeigt
eine Draufsicht auf eine Vielzahl von Federelementen 10,
die flächig
in der Sohle So verteilt angeordnet sind. Durch diese Anordnung der
Federelemente 10 ist es möglich, den vom Nutzer benötigten Druckpunkt
individuell in dem Schuh einzustellen.
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- 1
- Schlitze
- 2
- Stege
- 3
- Längsbohrung
- 4
- Scheibenfeder
- 5
- Öffnung
- 6
- Öffnungsrand
- 7
- Plattenfeder
- 8
- Obere
Platte
- 9
- Untere
Platte
- 10
- Federelement
- So
- Sohle
- S
- Schlitzfeder
- T
- Trägermatrix