DE10230621A1 - Vorrichtung zur Züchtung von SiC-Einkristallen nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase - Google Patents
Vorrichtung zur Züchtung von SiC-Einkristallen nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase Download PDFInfo
- Publication number
- DE10230621A1 DE10230621A1 DE10230621A DE10230621A DE10230621A1 DE 10230621 A1 DE10230621 A1 DE 10230621A1 DE 10230621 A DE10230621 A DE 10230621A DE 10230621 A DE10230621 A DE 10230621A DE 10230621 A1 DE10230621 A1 DE 10230621A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- crucible
- source
- area
- space
- seed crystal
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Ceased
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C30—CRYSTAL GROWTH
- C30B—SINGLE-CRYSTAL GROWTH; UNIDIRECTIONAL SOLIDIFICATION OF EUTECTIC MATERIAL OR UNIDIRECTIONAL DEMIXING OF EUTECTOID MATERIAL; REFINING BY ZONE-MELTING OF MATERIAL; PRODUCTION OF A HOMOGENEOUS POLYCRYSTALLINE MATERIAL WITH DEFINED STRUCTURE; SINGLE CRYSTALS OR HOMOGENEOUS POLYCRYSTALLINE MATERIAL WITH DEFINED STRUCTURE; AFTER-TREATMENT OF SINGLE CRYSTALS OR A HOMOGENEOUS POLYCRYSTALLINE MATERIAL WITH DEFINED STRUCTURE; APPARATUS THEREFOR
- C30B23/00—Single-crystal growth by condensing evaporated or sublimed materials
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C30—CRYSTAL GROWTH
- C30B—SINGLE-CRYSTAL GROWTH; UNIDIRECTIONAL SOLIDIFICATION OF EUTECTIC MATERIAL OR UNIDIRECTIONAL DEMIXING OF EUTECTOID MATERIAL; REFINING BY ZONE-MELTING OF MATERIAL; PRODUCTION OF A HOMOGENEOUS POLYCRYSTALLINE MATERIAL WITH DEFINED STRUCTURE; SINGLE CRYSTALS OR HOMOGENEOUS POLYCRYSTALLINE MATERIAL WITH DEFINED STRUCTURE; AFTER-TREATMENT OF SINGLE CRYSTALS OR A HOMOGENEOUS POLYCRYSTALLINE MATERIAL WITH DEFINED STRUCTURE; APPARATUS THEREFOR
- C30B29/00—Single crystals or homogeneous polycrystalline material with defined structure characterised by the material or by their shape
- C30B29/10—Inorganic compounds or compositions
- C30B29/36—Carbides
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Metallurgy (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Crystals, And After-Treatments Of Crystals (AREA)
Abstract
Es soll eine Vorrichtung angegeben werden, die die Züchtung von SiC-Einkristallen mit im Vergleich zum Stand der Technik verbesserter Perfektion bei gleichzeitig geringerem Materialverbrauch und effizienterem Materialumsatz sowie Erhöhung des nutzbaren Kristallvolumens gestattet. Erfindungsgemäß ist in einem geschlossenen Graphittiegel ein Rohr aus hochtemperaturbeständigem Material derart im Wachstumsraum angeordnet, dass dieses sowohl konzentrisch die SiC-Keimkristallscheibe als auch konzentrisch die Öffnung der direkt über der Quelle angeordneten Lochblende umschließt und/oder ein zusätzlicher Strahlungsraum zwischen Tiegelinnenwand und einer rohrförmigen Wandung, die den in ein ringförmiges herausgefahrenes Außenteil und ein kreisförmiges, in seiner Fläche vergrößertes Innenteil unterteilten Tiegeldeckel verbindet, gebildet ist und/oder an der Innenwand des Tiegels des Wachstumsraumes konzentrisch um den SiC-Keimkristall ein Formkörper mit variabler Dicke aus hochtemperaturbeständigem Material mit niedrigem Dampfdruck angeordnet ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Züchtung von SiC-Einkristallen nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase, aufweisend einen geschlossenen Graphittiegel, in dessen unterem heißen Bereich, dem Quellenraum, sich das zu sublimierende. Quellmaterial befindet und in dessen oberem Bereich, dem Wachstumsraum, an der Unterseite eines im Vergleich zum Quellenraum kühleren Tiegeldeckels eine SiC-Keimkristallscheibe angeordnet ist, eine Lochblende, die Quellenraum und Wachstumsraum voneinander trennt, sowie Mittel zur induktiven Heizung des Graphittiegels zwecks Einstellung eines Temperaturgradienten entlang der Mittelachse des Graphittiegels.
- Nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase gezüchtete SiC-Einkristalle wachsen mit sehr geringen Raten von einigen 100 μmh–1. Um die Wachstumsrate zu erhöhen, sind größere Temperaturgradienten erforderlich. Die Kristallperfektion verschlechtert sich dabei jedoch wegen des hohen E-Moduls von SiC (2,2 x 1011 Pa), wenn der Kristall größeren Temperaturgradienten ausgesetzt wird, wie beispielsweise in Appl. Phys. Lett., Vol. 72, No. 13, 30 March 1998, pp. 1632-1634 beschrieben.
- Üblicherweise wird SiC nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase in einem Graphittiegel gezüchtet. Dabei befindet sich im unteren heißeren Tiegelbereich das zu sublimierende Quellmaterial, und an der Innenseite des kühleren Tiegeldeckels wird eine SiC-Keimkristallscheibe befestigt. Die sublimierten SiC-Spezies werden durch den vorhandenen Temperaturgradienten in den oberen Bereich des Graphittiegels transportiert und einkristallin auf diesem Keimkristall abgeschieden. Die notwendige Kühlung der Keimrückseite erfolgt durch ein Loch im Isolationsmaterial. Es bestimmt wesentlich den axialen und damit auch den radialen Temperaturgradienten. Da der Tiegeldeckel üblicherweise nur im zentralen Bereich vom Keimkristall bedeckt wird, wächst um den Keim herum polykristallines SiC. An der Kontaktstelle kommt es zu Verwachsungen zwischen dem umgebenden polykristallinen Material und dem Einkristall. Dies führt zu einer erhöhten Defektdichte im einkristallinen Randbereich. Außerdem trägt das abgeschiedene polykristalline Material zum Verbrauch der Quelle bei und muss nach dem Prozess mit hohem Präparationsaufwand (die Mohshärte von SiC beträgt ∽ 9,5) entfernt werden. Deshalb ist es üblich, den Keimkristall auf einem Sockel zu befestigen, damit das einkristalline Wachstumsgebiet aus dem polykristallinen Rand heraus ragt (s. beispielsweise J. Crystal Growth 209 (2000) 767-772). Da der Polykristall schneller wächst, funktioniert dies aber nur in der ersten Prozessphase.
- Andere Lösungen sind auf ein freies Wachstum des Einkristalls ohne Tiegelwand gerichtet. Für die Gasphasenzüchtung von II-VI-Verbindungen nach der Markov-Methode wird zusätzlich zum bereits erwähnten Sockel ein weiterer Kondensationsraum hinter dem Keimkristall geschaffen, wie in Neorg. Mater. 11 (1975) 1755 – 1758 beschrieben. Die SiC-Spezies strömen während des Züchtungsprozesses – wie von Kitou et al. in Materials Science Forum Vols. 389-393 (2002) 83-86 beschrieben – zwischen dem Kristall und einem Führungsrohr in diesen Raum, der Zwischenraum bleibt frei. Nach dem Prozess muss der Kristall zwar nicht mehr aus dem polykristallinen Material herauspräpariert werden, jedoch befindet sich dieses Material jetzt in dem Kondensationsraum hinter dem Keim und hat ebenfalls zum Verbrauch des Quellmaterials beigetragen. Außerdem bildet der frei gewachsene Kristall Facetten auf seiner Mantelfläche, d.h. die erwünschte zylindrische Form muss durch aufwändiges Schleifen hergestellt werden. Beiden Züchtungsverfahren liegt ein hoher Materialverbrauch zugrunde.
- In
DE 199 17 601 A1 ist beschrieben, wie die Abdichtung des Wachstumsraumes und der Gasfluss über einen Einsatz aus Glaskohle gesteuert werden, da Glaskohle ein besserer thermischer Isolator als Graphit ist. Damit können zwar gezielt die Wärmeflüsse im Tiegel in bestimmte Richtungen gelenkt werden, jedoch wird auch bei dieser Lösung der Verbrauch an Quellmaterial nicht verringert. - Das Temperaturfeld und damit die Kristallperfektion werden üblicherweise auch durch die Geometrie des Tiegelaufbaus definiert. So ist beispielsweise in
DE 199 31 332 A1 beschrieben, wie zur Homogenisierung des Temperaturfeldes ein Tiegel doppelwandig ausgeführt wird. Durch die doppelte Wandung wird der Einfluss der einzelnen Windungen der induktiven Heizspule durch das Strahlungsfeld im Zwischenraum ausgeglichen. Auch diese Lösung hat keinen positiven Einfluss auf einen effektiveren Umsatz des Quellmaterials. - In anderen Lösungen zur Erzeugung eines definiert inhomogenen Temperaturfeldes werden die Wärmequellen in Abhängigkeit von der Wanddicke des Graphittiegels verschoben, da die Eindringtiefe der induzierten Felder z.B. vom Tiegelmaterial (spezifischer Widerstand und relative Permeabilität) und von der verwendeten Frequenz abhängt. In IEE Power Engineering Series 11, Peter Peregrinus Lt., London 1990, pp. 103– 117 findet man Berechnungen zur Wirbelstromdichteverteilung in induktiv beheizten Rohren in Abhängigkeit von der Eindringtiefe und der Wandstärke.
- Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, die die Züchtung von SiC-Einkristallen mit im Vergleich zum Stand der Technik verbesserter Perfektion bei gleichzeitig geringerem Materialverbrauch und effizienterem Materialumsatz sowie Erhöhung des nutzbaren Kristallvolumens gestattet.
- Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die unabhängigen Ansprüche 1 bis 3 gelöst.
- In der ersten Lösung ist ein Rohr aus hochtemperaturbeständigem Material mit niedrigem Dampfdruck derart im Wachstumsraum angeordnet, dass dieses sowohl konzentrisch die SiC-Keimkristallscheibe als auch konzentrisch die Öffnung der direkt über der Quelle angeordneten Lochblende umschließt, wobei der Rohrdurchmesser so gewählt ist, dass sich mindestens der SiC-Keimkristalldurchmesser reproduziert und maximal eine Durchmesservergrößerung des gezüchteten SiC-Einkristalls von 10 realisiert wird. Damit bewirkt die Anordnung eines zusätzlichen Rohres durch einen gerichteten Materialfluss – denn die sublimierenden Spezies gelangen ausschließlich durch diese Öffnung vom Quellenraum in den Wachstumsraum -, dass nahezu alle aus der Quelle sublimierten Spezies auf dem Keimkristall einkristallin aufwachsen, ohne dass polykristallines Material innerhalb und außerhalb des Rohres abgeschieden wird. Bei dieser Lösung wird ein zusätzlicher Materialverlust aus der Quelle vermieden und nur ein minimaler Abtrag (von üblicherweise < 1 mm) ist beim Rundschleifen des gezüchteten Kristalls erforderlich. Für die Herstellung neuer Kristallkeime kann auf das Rundschleifen sogar ganz verzichtet werden.
- Mit dieser Lösung ist eine Erhöhung der Ausbeute und auch eine Verbesserung der Qualität gewährleistet. Die an den Verwachsungen zwischen ein- und polykristallinem Material generierten Defekte entfallen. Es werden auch durch den Kontakt des Kristalls mit der Rohrinnenwand keine zusätzlichen Defekte erzeugt, da das hochtemperaturbeständige Material des Rohres eine geringere Härte und einen geringeren Ausdehnungskoeffizienten aufweist als die abzuscheidenden Spezies
- In der zweiten Lösung ist der Tiegeldeckel unterteilt in ein ringförmiges Außenteil und ein kreisförmiges, in seiner Fläche vergrößertes und als Keimhalter ausgebildetes Innenteil mit darauf angeordneter SiC- Keimkristallscheibe, wobei das ringförmige Außenteil entlang der Symmetrieachse des Tiegels oberhalb des Innenteils angeordnet und die axiale Position der Keimkristallscheibe unverändert bezüglich der Mittel zur induktiven Heizung und des Abstandes zur Quelle ist. Eine rohrförmige Wandung verbindet das Innenteil mit dem Außenteil derart, dass ein zusätzlicher Strahlungsraum zwischen Tiegelwand und rohrförmiger Wandung zur Veränderung der Wärmestrahlung im Wachstumsraum entsteht.
- Im Unterschied zum bekannten Podest kann dieser Strahlungsraum neben und/oder hinter dem Keimkristall angeordnet sein und ermöglicht so, das Temperaturfeld im Wachstumsraum durch Beeinflussung der Wärmestrahlung gezielt zu verändern. Dies kann vorzugsweise durch eine Verringerung des radialen Temperaturgradienten bei nahezu unverändertem axialen Temperaturgradienten (geringere Konvexität, geringere Spannungen) geschehen, was zu einer weniger konvexen Phasengrenze und damit zu einem längeren zylindrischen Teil des gezüchteten Kristalls führt. Somit können mehr Kristallscheiben mit vollem Durchmesser aus dem Kristall hergestellt werden. Gleichzeitig verbessert sich die Perfektion des gezüchteten Kristalls, da thermische Spannungen reduziert werden.
- Es ist aber auch möglich, bei nahezu gleichbleibendem radialen Temperaturgradienten, d.h. bei gleicher Konvexität der Phasengrenze, den axialen Temperaturgradienten und damit die Wachstumsrate zu erhöhen.
- Die dritte Lösung ermöglicht die Verschiebung der Wärmequellen in der Wand des Tiegels in Richtung Quellenraum sowie die Änderung der Strahlungsbedingungen im Wachstumsraum durch einen an der Tiegelinnenwand des Wachstumsraumes konzentrisch um den SiC-Keimkristall angeordneten Formkörper mit variabler Dicke aus hochtemperaturbeständigem Material mit niedrigem Dampfdruck, der in engem Kontakt mit der Tiegelinnenwand steht. Vorzugsweise hat der Formkörper eine zum Quellenraum hin abnehmende Dicke. Unter Ausnutzung der dem Fachmann bekannten Abhängigkeit der Leistungsdichte von der Tiegelwandstärke, wie beispielsweise in der bereits erwähnten Veröffentlichung IEE Power Engineering Series 11, Peter Peregrinus Lt., London 1990, pp. 103-117 beschrieben, werden durch den Formkörper mit definierter Abnahme der Dicke die induzierten Wärmequellen gezielt, in Richtung der Quelle verschoben. Dadurch und durch die veränderten Strahlungsbedingungen an der konischen Innenwand des Formkörpers wird die Quelle heißer. Damit werden bei nahezu gleicher Keimkristalltemperatur der axiale Temperaturgradient und die Wachstumsrate erhöht. Die Erhöhung des radialen Temperaturgradienten erfolgt dabei in geringerem Maße, als dies bei einer stärkeren Wärmeabfuhr oberhalb des Kristallkeimes (durch eine größere Öffnung im Isoliermaterial) der Fall wäre. Damit wird die Wachstumsrate bei gleichbleibender Kristallperfektion und damit die pro Zeiteinheit entstehende nutzbare Kristalllänge vergrößert.
- Im Gegensatz dazu würde eine Erhöhung der Wachstumsrate durch stärkere Wärmeabfuhr oberhalb des Kristallkeimes zu einer Verschlechterung der Kristallperfektion führen.
- Eine besonders günstige Wirkung bezüglich Verbesserung der Perfektion bei gleichzeitig geringerem Materialverbrauch und effizienterem Materialumsatz sowie Erhöhung des nutzbaren Kristallvolumens kann durch die gleichzeitige Anordnung von zwei oder drei in den unabhängigen Ansprüchen beschriebenen Einrichtungen im Graphittiegel erzielt werden.
- Die erfindungsgemäßen Lösungen werden in den folgenden Ausführungsbeispielen anhand von Zeichnungen näher erläutert.
- Dabei zeigen
-
1 : schematisch einen Graphittiegel – mit im Wachstumsraum angeordnetem Rohr; -
2 : schematisch den Wachstumsraum eines Graphittiegels mit zusätzlich ausgebildetem Strahlungsraum; -
3 : schematisch einen Graphittiegel mit im Wachstumsraum angeordnetem konisch geformten Formkörper. -
1 zeigt schematisch einen Züchtungstiegel aus Graphit1 , der in einen Wachstumsraum2 und in einen Quellenraum3 unterteilt ist und von außen induktiv 4 beheizt wird. Eine Lochblende13 trennt den Wachstumsraum2 vom Quellenraum3 . Um den am Tiegeldeckel angeordneten SiC-Keimkristall5 herum wird ein Rohr6 aus hochtemperaturbeständigem Material mit niedrigem Dampfdruck, vorzugsweise aus Graphit, so angebracht, dass nahezu alle aus der Quelle7 sublimierten Spezies auf diesem Keimkristall5 einkristallin aufwachsen. Der minimierte Materialverlust ergibt sich allein aus den Masseströmen durch die Graphitporen der Tiegelwand. Der Innendurchmesser des Rohres6 wird so gewählt, dass sich der Keimdurchmesser reproduziert oder gegenüber dem Keim5 eine Durchmesservergrösserung des gezüchteten Kristalls8 von vorzugsweise 10% ermöglicht wird. Die Untersuchung der Kristallperfektion hat keine erhöhte Defektdichte am Kristallrand ergeben. Daraus folgt, dass der Kontakt des gezüchteten, sehr harten SiC-Kristalls8 mit dem in der Regel weicheren Rohr6 zu keiner höheren Defektdichte führt. Die Defektdichte war dagegen in Referenzversuchen mit Verwachsungen zwischen einkristallinem und polykristallinem SiC erhöht. Der Kristall8 kann nach dem Versuch leicht entnommen werden, da der thermische Ausdehnungskoeffizient α für SiC deutlich über dem von Graphit liegt. - Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass keine zusätzlichen Materialverluste aus der Quelle
7 auftreten und ein nur minimaler Abtrag (von üblicherweise < 1 mm) beim Rundschleifen des Kristalls erforderlich wird, will man den Anforderungen der Bauelementehersteller an die Kristallscheibe (Wafer) genügen. Für die Herstellung neuer Keime kann – wie bereits erwähnt – auf das Rundschleifen sogar verzichtet werden. Diese Lösung ermöglicht damit eine erhöhte Ausbeute und verbesserte Qualität. -
2 zeigt schematisch die Umgebung des oberen Tiegelbereiches mit dem Wachstumsraum2 und einem konzentrisch um den SiC-Keimkristall5 angeordneten Hohlraum, der als Strahlungsraum9 bezeichnet wird. Dieser zusätzliche Strahlungsraum9 wird gebildet durch eine entlang der Symmetriachse10 erhöhte Anordnung eines ringfömigen Außenteils15 des Tiegeldeckels, ein kreisförmig vergrößertes Innenteil17 des Tiegeldeckels mit dem in Richtung Quelle7 angeordneten SiC-Keimkristall5 und einer rohrförmigen Wandung16 , die die beiden Teile15 und17 des Tiegeldeckels miteinander verbindet. Der SiC-Keimkristall5 befindet sich dabei in unveränderter axialer Position bezüglich der induktiven Heizungvorrichtung4 und des Abstandes zur Quelle7 . Genutzt wird die im Stand der Technik beschriebene, das Temperaturfeld durch Wäremstrahlung homogenisierende Wirkung, um das Gebiet hinter und neben den Keimrändern zu heizen. Damit wird bei nahezu unverändertem axialen Temperaturgadienten der radiale Temperaturgradient verringert. Dies führt zu einer weniger konvexen Phasengrenze und damit zu einem längeren zylindrischen Teil81 des gezüchteten SiC-Einkristalls8 , aus dem mehr Kristallscheiben mit vollem Durchmesser bei verbesserter Perfektion im Vergleich zum Stand der Technik hergestellt werden können, da thermische Spannungen reduziert werden. -
3 zeigt schematisch einen Züchtungstiegel1 mit besonderer Darstellung der Umgebung des oberen Tiegelbereiches mit dem Wachstumsraum2 und einem konzentrisch um den SiC-Keimkristall5 angeordneten Formkörper11 , der aus hochtemperaturbeständigem Material mit niedrigem Dampfdruck, vorzugsweise aus dem gleichen Material wie der Tiegel besteht und in engem Kontakt mit der Innenwand des Tiegels1 steht. Der Formkörper11 mit in Richtung der Symmetrieachse10 variabler Wandstärke hat vorzugsweise die Form eines Zylinders mit konischer Bohrung, wobei die Wandstärke in Richtung der Quelle7 abnimmt. Unter Ausnutzung der im Stand der Technik (beispielsweise in der bereits erwähnten Veröffentlichung IEE Power Engineering Series11 , Peter Peregrinus Lt., London1990 , pp. 103-117) beschriebenen Abhängigkeiten, werden durch den Formkörper11 die induzierten Wärmequellen in Richtung der Quelle7 verschoben. Dadurch und durch die veränderten Strahlungsbedingungen an der konischen Innenwand12 des Formkörpers11 wird die Quelle7 heißer. Bei nahezu gleicher Keimtemperatur werden somit der axiale Temperaturgradient und die Wachstumsrate erhöht. Die radialen Gradienten werden dabei viel weniger erhöht als dies bei einer stärkeren Wärmeabfuhr oberhalb des Keimes5 durch eine größere Öffnung18 im Isoliermaterial14 der Fall wäre. Vorteilhafterweise steigt die Wachstumsrate bei gleichbleibender Kristallperfektion und damit die pro Zeiteinheit entstehende, nutzbare Kristalllänge.
Claims (6)
- Vorrichtung zur Züchtung von SiC-Einkristallen nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase, aufweisend einen geschlossenen Graphittiegel, in dessen unterem, heißen Bereich, dem Quellenraum, sich das zu sublimierende Quellmaterial befindet und in dessen oberem Bereich, dem Wachstumsraum, an der Unterseite eines im Vergleich zum Quellenraum kühleren Tiegeldeckels eine SiC-Keimkristallscheibe angeordnet ist, eine Lochblende, die Quellenraum und Wachstumsraum voneinander trennt, sowie Mittel zur induktiven Heizung des Graphittiegels zwecks Einstellung eines Temperaturgradienten entlang der Mittelachse des Graphittiegels, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rohr (
6 ) aus hochtemperaturbeständigem Material mit niedrigem Dampfdruck derart im Wachstumsraum (2 ) angeordnet ist, dass dieses sowohl konzentrisch die SiC-Keimkristallscheibe (5 ) als auch konzentrisch die Öffnung der direkt über der Quelle angeordneten Lochbende (13 ) umschließt, und dessen Durchmesser so gewählt ist, dass sich mindestens der SiC-Keimkristalldurchmesser reproduziert und maximal eine Durchmesservergrößerung des gezüchteten SiC-Einkristalls (8 ) von 10 realisiert wird. - Vorrichtung zur Züchtung von SiC-Einkristallen nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase, aufweisend einen geschlossenen Graphittiegel, in dessen unterem, heißen Bereich, dem Quellenraum, sich das zu sublimierende Quellmaterial befindet und in dessen oberem Bereich, dem Wachstumsraum, an der Unterseite eines im Vergleich zum Quellenraum kühleren Tiegeldeckels eine SiC-Keimkristallscheibe angeordnet ist, eine Lochblende, die Quellenraum und Wachstumsraum voneinander trennt, sowie Mittel zur induktiven Heizung des Graphittiegels zwecks Einstellung eines Temperaturgradienten entlang der Mittelachse des Graphittiegels, dadurch gekennzeichnet, dass der Tiegeldeckel unterteilt ist in ein ringförmiges Außenteil (
15 ) und ein kreisförmiges, in seiner Fläche vergrößertes und als Keimhalter ausgebildetes Innenteil (17 ) mit darauf angeordneter SiC-Keimkristallscheibe (5 ), wobei das ringförmige Außenteil (15 ) entlang der Symmetrieachse (10 ) des Tiegels (1 ) oberhalb des Innenteiles (17 ) angeordnet und die axiale Position der Keimkristallscheibe (5 ) unverändert bezüglich der Mittel zur induktiven Heizung (4 ) und des Abstandes zur Quelle (7 ) ist und eine rohrförmige Wandung (16 ), die das Innenteil (17 ) des Tiegeldeckels mit dem Außenteil (15 ) derart verbindet, dass ein zusätzlicher Strahlungsraum (9 ) zwischen Tiegelwand und rohrförmiger Wandung (16 ) zur Veränderung der Wärmestrahlung im Wachstumsraum (2 ) entsteht. - Vorrichtung zur Züchtung von SiC-Einkristallen nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase, aufweisend einen geschlossenen Graphittiegel, in dessen unterem, heißen Bereich, dem Quellenraum, sich das zu sublimierende Quellmaterial befindet und in dessen oberem Bereich, dem Wachstumsraum, an der Unterseite eines im Vergleich zum Quellenraum kühleren Tiegeldeckels eine SiC-Keimkristallscheibe angeordnet ist, eine Lochblende, die Quellenraum und Wachstumsraum voneinander trennt, sowie Mittel zur induktiven Heizung des Graphittiegels zwecks Einstellung eines Temperaturgradienten entlang der Mittelachse des Graphittiegels, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verschiebung der Wärmequellen in der Wand des Tiegels (
1 ) in Richtung Quellenraum (3 ) und zur Änderung der Strahlungsbedingungen im Wachstumsraum (2 ) an der Innenwand des Tiegels (1 ) des Wachstumsraumes (2 ) konzentrisch um den SiC-Keimkristall (5 ) ein Formkörper (11 ) mit variabler Dicke aus hochtemperaturbeständigem Material mit niedrigem Dampfdruck angeordnet ist, der in engem Kontakt mit der Innenwand des Tiegels (1 ) steht. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Rohres (
6 ) eine geringere Härte und einen geringeren Ausdehnungskoeffizienten als die abzuscheidenden Spezies aufweist. - Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (
11 ) eine zum Quellenraum (3 ) hin abnehmende Dicke aufweist. - Vorrichtung nach mindestens zwei der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (
6 ), der Strahlungsraum (9 ) und der Formkörper (11 ) beliebig miteinander kombinierbar und gleichzeitig in dem Graphittiegel (1 ) angeordnet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10230621A DE10230621A1 (de) | 2002-07-03 | 2002-07-03 | Vorrichtung zur Züchtung von SiC-Einkristallen nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10230621A DE10230621A1 (de) | 2002-07-03 | 2002-07-03 | Vorrichtung zur Züchtung von SiC-Einkristallen nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10230621A1 true DE10230621A1 (de) | 2004-02-12 |
Family
ID=30128079
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10230621A Ceased DE10230621A1 (de) | 2002-07-03 | 2002-07-03 | Vorrichtung zur Züchtung von SiC-Einkristallen nach der modifizierten Lely-Methode aus der Gasphase |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10230621A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102010029756B4 (de) | 2010-06-07 | 2023-09-21 | Sicrystal Gmbh | Herstellungsverfahren für einen SiC-Volumeneinkristall mit großer Facette und einkristallines SiC-Substrat mit homogener Widerstandsverteilung |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US6015459A (en) * | 1998-06-26 | 2000-01-18 | Extreme Devices, Inc. | Method for doping semiconductor materials |
| DE19917601A1 (de) * | 1998-07-14 | 2000-01-20 | Siemens Ag | Vorrichtung und Verfahren zur Herstellung mindestens eines SiC-Einkristalls |
| WO2000049207A1 (de) * | 1999-02-19 | 2000-08-24 | Siemens Aktiengesellschaft | Verfahren zum züchten eines $g(a)-sic-volumeneinkristalls |
-
2002
- 2002-07-03 DE DE10230621A patent/DE10230621A1/de not_active Ceased
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US6015459A (en) * | 1998-06-26 | 2000-01-18 | Extreme Devices, Inc. | Method for doping semiconductor materials |
| DE19917601A1 (de) * | 1998-07-14 | 2000-01-20 | Siemens Ag | Vorrichtung und Verfahren zur Herstellung mindestens eines SiC-Einkristalls |
| WO2000049207A1 (de) * | 1999-02-19 | 2000-08-24 | Siemens Aktiengesellschaft | Verfahren zum züchten eines $g(a)-sic-volumeneinkristalls |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102010029756B4 (de) | 2010-06-07 | 2023-09-21 | Sicrystal Gmbh | Herstellungsverfahren für einen SiC-Volumeneinkristall mit großer Facette und einkristallines SiC-Substrat mit homogener Widerstandsverteilung |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE112011100596B4 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Siliciumcarbid-Einkristalls | |
| DE112009003667B4 (de) | Verbessertes axial-gradient-transport- (agt-) züchtungsverfahren und -apparat unter anwendung von resistivem erhitzen | |
| DE69623962T3 (de) | Verfahren und vorrichtung zum epitaktischen wachstum mittels cvd | |
| DE102010029756B4 (de) | Herstellungsverfahren für einen SiC-Volumeneinkristall mit großer Facette und einkristallines SiC-Substrat mit homogener Widerstandsverteilung | |
| DE102012222841B4 (de) | Herstellungsverfahren für einen SiC-Volumeneinkristall mit homogenem Netzebenenverlauf | |
| DE60125689T2 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Siliziumkarbidkristallen unter Verwendung von Quellegasen | |
| DE60105941T2 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Siliziumkarbidkristallen unter Verwendung von Quellgasen | |
| DE102008063124A1 (de) | Herstellungsverfahren für einen gleichmäßig dotierten SiC-Volumeneinkristall und gleichmäßig dotiertes SiC-Substrat | |
| DE69902911T2 (de) | Widerstandsheizung fur eine kristallzüchtungsvorrichtung und verfahren zu ihrer verwendung | |
| DE102009005837B4 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Siliziumdünnstäben | |
| EP3699328B1 (de) | Herstellungsverfahren für einen sic-volumeneinkristall und züchtungsanordnung dafür | |
| DE69713529T2 (de) | Schnelle Kühlung einer CZ-Silizium-Einkristallzüchtungsvorrichtung | |
| DE2059713A1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Halbleiter-Einkristallen nach der Czochralski-Methode | |
| DE69705545T2 (de) | Vorrichtung zur züchtung von grossen siliziumkarbideinkristallen | |
| DE102019109544A1 (de) | SiC-Einkristall-Züchtungsvorrichtung und Verfahren zur Züchtung eines SiC-Einkristalls | |
| DE102009004751B4 (de) | Thermisch isolierte Anordnung und Verfahren zur Herstellung eines SiC-Volumeneinkristalls | |
| DE202021102935U1 (de) | Kristallzüchtungsanlage zur Herstellung eines Einkristalls | |
| DE102004058547B4 (de) | Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Einkristallen mit großem Durchmesser | |
| DE102012222843A1 (de) | Herstellungsverfahren für einen SiC-Volumeneinkristall mit inhomogenem Netzebenenverlauf und einkristallines SiC-Substrat mit inhomogenem Netzebenenverlauf | |
| WO2022194977A1 (de) | Herstellungsverfahren für einen sic-volumeneinkristall inhomogener schraubenversetzungsverteilung und sic-substrat | |
| EP0758689B1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Einkristallen | |
| DE19959416C1 (de) | Heizelement zum Beheizen von Schmelztiegeln und Anordnung von Heizelementen | |
| DE112006002595B4 (de) | Herstellungsvorrichtung und Herstellungsverfahren für einen Einkristall-Halbleiter | |
| DE102022119343B4 (de) | Kristallzüchtungsvorrichtung, Verfahren zum Züchten eines Halbleiters, Halbleiter und dessen Verwendung und Halbleiter-Substrat | |
| DE102009048868A1 (de) | Herstellungsverfahren für einen SiC-Volumeneinkristall mittels einer thermischen Behandlung und niederohmiges einkristallines SiC-Substrat |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8131 | Rejection |