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Sonnenenergiesysteme, die mittels
optischer Linsen das direkte vom diffusen Tageslicht trennen und
verschiedenen Funktionen zuführen,
erlauben eine besonders effiziente und praxisorientierte Nutzung
des solaren Strahlungsangebotes. Typischerweise sind solche Systeme
als semitransparente Dächer
oder Gebäudehüllen konzipiert.
Als Linsensysteme kommen besonders lineare Fresnellinsen oder entsprechende
holografische Linsen in Frage. Diese konzentrieren das direkte Sonnenlicht
auf Brennlinien, wo es in Wärme
(thermischer Kollektor) oder Strom (typisch: Photovoltarzelle oder
thermoelektrischer Wandler) umgewandelt und zum Nutzungsort transportiert
wird. Das diffuse Sonnenlicht wird nicht in der Brennlinie konzentriert
und steht daher unterhalb der Linsen als blendfreies, angenehmes
Tageslicht zur Verfügung.
Wird eine solche Anordnung als Dach oder Gesamthülle (Envelope) eines Gebäudes benutzt,
besitzt diese neben den Vorteilen der Strom- und Wärmegewinnung
und einer angenehmen Tageslichtatmosphäre auch noch den Zusatzbonus
einer passiven Klimatisierung, da ein Großteil der normalerweise unter
der Glashülle
entstehenden Wärme
dem Gebäude
als Nutzenergie entzogen wird. Der verbleibende Diffusanteil leuchtet den
Raum nicht nur blendfrei aus, sondern führt aufgrund seiner geringen
Energiedichte auch zu angenehmen Raumtemperaturen.
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Grundsätzlich nachteilig bei Linsensystemen der
beschriebenen Art ist, daß diese
aufgrund der Dachintegration nur über die Ost-West Achse ständig senkrecht
zur Sonne hin ausgerichtet werden können (Elevation). Der Tagesverlauf
des Sonnenstandes (Azimut) bedingt jedoch, daß die Linsen in Funktion der
Zeit aus verschiedenen Richtungen bestrahlt werden. Dies führt aus
prinzipiellen, optischen Gründen
(Fresnelgleichungen) zu einer Variation der Brennweite in Funktion
des Einstrahlungswinkels. Wird diesem Effekt nicht über eine
zweite Regelkomponente (typisch: aktive Veränderung des Abstandes Linse-Strahlungsempfänger oder
kompensierende Spiegelboostersysteme) gegengesteuert. sinkt der Wirkungsgrad
des Systems als Funktion der realen, erreichten Sonnenkonzentration
stark ab.
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Typisch für die geschilderten Linsensysteme sind
zwei Varianten vorbekannt.
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Die erste wurde von der tschechischen
Firma Envi entwickelt (Patentanmeldung No. 284 185 in Tschechien)
und besteht aus einer als fixe Dachhaut aus linearen Glasfresnellinsen
aufgebauten Anordnung. (Markenname: Solarglas SG-1). Die unter dieser
Dachhaut in Funktion des Sonnenstandes wandernden Brennlinien werden
von aktiv über
eine Sonnensensor bewegten Absorberrohren verfolgt. Eine Brennweitenkorrektur
und eine Korrektur der bei schrägem
Einfall (Elevation) resultierenden kaustischen Verzerrung der Brennlinie
erfolgt nicht.
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Die zweite vom Erfinder dieser Anmeldung et.
al. angemeldeten Anordnung beinhaltet ein- oder zweiachsig der Sonnen
nachgeführte
Fresnellinsen, die sich unter einer transparenten Wind- und Wetterschutzhülle ebenfalls
sensorgesteuert nach der Sonne ausrichten (
DPA 198 45 656 A1 ).
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Der Hauptnachteil der vorbekannten
Technologien besteht also in der grundsätzlichen Eigenschaft, daß optische
Linsen in Funktion des Winkels der auftreffenden Strahlung ihre
Brennweite ändern, und
dieser Effekt nur durch entsprechend komplizierte Nachführ- und
Regelmechanismen kompensiert werden kann.
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Das Grundelement der vorliegenden
Erfindung besteht daher aus einem Prismenstumpfkeil (PSK) zur Konzentration
des Sonnenlichtes.
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Ein solcher PSK, der aus einem transparenten,
optisch dichtem Medium besteht, ist geometrisch so aufgebaut, daß er die
unter einer vorgegebenen Winkelvariation Δα auf seiner Aperturfläche A einfallenden
Strahlung durch Totalreflektion auf die kleinere Austrittsfläche B konzentriert.
In 1 sind die grundsätzlichen
optischen Gegebenheiten dargestellt.
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Dabei ist (1) der aus einem
hochtransparenten Stoff mit deutlich höherer Brechzahl als die umgebende
Luft bestehende, langgezogene PSK. Seine der Sonne zugewandte Aperturfläche A (2)
verjüngt sich
in die kleinere Austrittsfläche
B (3), die dadurch erhalten wird, daß bei einem gedachten, vollständigen Prismenkeil
(---- Linie) der untere, in einer Linie mündende Teil so planparallel
zur Eintrittsfläche
(2) abgeschnitten wird, daß die mit der jährlichen
Winkelvariation Δ?
entsprechend der Elevation der Sonnen von ±23,5° = 47° auf der Eintrittsfläche A (2)
auftreffende Sonnenstrahlung durch interne Totalreflektion an der
Grenzfläche
PSK/Luft vollständig
auf die Austrittsfläche
B (3) projiziert und gemäß dem Verhältnis A/B konzentriert wird.
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Im einfachsten Falle eines achsensymmetrischen
PSK wird dieser so positioniert, daß seine Neigung gegenüber der
Horizontalen durch den Winkel γ (4),
der der geographischen Breite des Aufstellungsortes entspricht,
gegeben ist. Die Aperturfläche (2)
zeigt dabei nach Süden,
wobei die Längsachse des
PSK von Ost nach West ausgerichtet ist. Die sich gegenüber der
Senkrechteinstrahlung während
der Äquinoktien
(6) um ±23,5° ändernde
saisonale Eintrittsrichtung kann vom PSK komplett durch Totalreflektion
von (2) nach (3) transportiert werden.
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Die somit dargestellte Grundversion
des PSK kann also bei geeigneter Aufstellung (Apertur nach Süden, Neigungswinkel
gegenüber
der Horinzentalen = Breitengrad des Aufstellungsortes), ohne jegliche
Nachführung
das Sonnenlicht um den Faktor AB konzentrieren. Dabei kann neben
dem direkten, parallelen Sonnenlicht auch das diffuse Licht das
mit einer Winkelvarianten von 2 ⋅ α/2
bezüglich
der Senkrechten zur Apertur hin einfallt, mit konzentriert werden.
Alle Strahlen, die bezüglich
dieser Achse mit Winkeln die größer als ±?/2 sind,
einfallen, dringen zwar in den PSK ein, werden aber vor Erreichen
von B (3) als diffuses Licht in den unterhalb des PSK gelegenen
Raum austreten. Positioniert man erfindungsgemäß in der PSK Austrittsebene
B (3) einen Strahlungsempfänger und Wandler, so wird der
PSK grundsätzlich
zum multifuktionalen solaren Strahlungskonzentrator. Seine Hauptfunktionen
sind dabei:
- 1. Trennung des Außenraumes
vom Innenraum (Dach, Fassade, Fenster → allgemein: Envelope).
- 2. Konzentration des Sonnenlichtes auf einem Strahlungsempfänger und
Wandler (typisch: thermisch, photovoltaisch oder kombiniert).
- 3. Selektive Transmission des diffusen Lichtanteiles in den
Innenraum, dadurch angenehme, blendfreie Beleuchtung und geringer
Energieeintrag (indirekte Klimatisierung)
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In 2 ist
der Querschnitt durch einen typischen PSK dargestellt. Ist die Brechzahl
des Keilmaterials beispielsweise 1,5 gegenüber der umgebenden Brechzahl
der Luft von 1,0, dann kann der stationär nach Süden ausgerichtete PSK das Licht
im günstigsten
Falle mit einem Faktor von 3 der durch das Verhältnis der Flächen (2)/(3)
gegeben ist, konzentrieren. Der Keilwinkel β/2 des PSK
wird dabei so gewählt,
daß er
dem aufgrund des Überganges
vom dünneren
Mediums Luft (N1 = 1) ins dichtere PSK Medium
(N2 = 1,5) verkleinerten Winkel β/2
entspricht (gemäß der bekannten
Beziehung (sin ?/2)/(sin ß/2) = 1,5). Bei dieser erfindungsgemäßen Geometrie wird
beispielsweise beim Tiefstand der Sonne im Winter der Randstrahl
(7) parallel zur PSK Mantelfläche ohne weitere Reflexion
in die Ebene (3) gelenkt. Der für diesen Sonnenstand ungünstigste
Randstrahl (7a) wird dagegen gemäß der Totalreflexionsbedingung:
sin εtot = N1/N2 = 1/1,5 → εtot =
41,9° zweimal
reflektiert und in die Tiefe des Keiles gelenkt. Hier würde er beim
Auftreffen auf die gegenüberliegende PSK-Wand
die Bedingung der Totalreflexion nicht mehr erfüllen und aus dem PSK austreten.
Deswegen ist erfindungsgemäß der unterste
Teil des PSK aus dem die ungünstigsten
Randstrahlen austräten, mit
Planspiegeln (8) belegt. Diese reflektieren Strahl (7a)
auf die Ebene (3). Am Beispiel des Mittelstrahles (7b),
der mühelos
(3) erreicht, ist dargestellt, daß es genügt, die Randstrahlen (7),
(7a) zu betrachten, um eine Aussage über das "Schicksal" des gesamten restlichen Strahlungsfeldes
machen zu können.
Da die Winkelverhältnisse
vom Wintertiefststand zum Sommerhöchststand symmetrisch bezüglich der
Flächennormalen
zu (2) sind, kehren sich die Strahlengänge vom Sonnenhalbjahr zum
Winterhalbjahr hin und umgekehrt, lediglich von der rechten zur
linken PSK Flanke und umgekehrt hin, um.
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Die Konzentration des in 1 und 2 dargestellten stationären PSK
variiert in Funktion der Jahreszeit. Dies hängt damit zusammen, daß die äußeren, im
Randbereich von (2) auftreffenden Strahlen bei bestimmten
Einfallswinkeln die Ebene (3) nicht erreichen. Dadurch
verkleinert sich die effektive Fläche der Ebene (2)
und damit die Strahlungskonzentration von (2) nach (3).
Die jahreszeitliche Variation der Konzentration des geschilderten
PSK ist in 3 wiedergegeben.
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Bei vorgegebener Winkelvariation
der auf einen fix nach Süden
hin orientierten PSK auftreffenden Strahlen kann also erfindungsgemäß ein vollkommen
stationärer
Solarkonzentrator realisiert werden. Je höher hierbei das Verhältnis der
Brechzahlen N1/N2 ist,
desto stärker
kann das Sonnenlicht konzentriert werden. Für kostengünstige und bewährte Materialien
wie beispielsweise P.M.M.A. liegt die Brechzahl bei ca. 1,5, womit
maximale Konzentrationsfaktoren von c = 3 erreichbar sind. Da der
Konzentrationsfaktor jahreszeitlich schwankt, ist mit dieser ersten,
erfindungsgemäß vollstatischen
PSK Variante ein mittlerer Konzentrationsfaktor von ca. 2,6 realisierbar.
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Dies kann besonders dann wirtschaftlich
interessant sein, wenn der Strahlungsempfänger ein photovoltaisches Modul
ist. Dazu sind erfindungsgemäß zwei Maßnahmen
nötig.
Zum ersten muß der Materialaufwand
und damit der Preis des PSK Elementes möglichst gering sein, damit
der Einsparungseffekt am spezifisch teuren PV Modul (der durch die
Reduzierung der benötigten
Fläche
gegenüber
PV Module ohne Lichtkonzentration zustande kommt) sich auszahlt.
Zum zweiten muß das
PV Modul passiv oder aktiv gekühlt
werden.
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Die erste Maßnahme wird durch möglichst kleine
geometrische Abmessungen des PSK realisiert. Dies wird in der Praxis
nur durch die technisch realisierbare geringste Streifenbreite des
PV Moduls begrenzt. Aus optischer Sicht sind beispielsweise PSKs
mit Millimeterabmessungen noch sehr groß im Verhältnis zu den Wellenlängen des
einfallenden Lichtes und daher voll funktionsfähig. Während heute übliche kristalline,
multikristalline und polykristalline Module typisch bis zu einigen
nun Streifenbreite hergestellt werden können, könnten moderne, direkt auf die
untere Seite des PSK aufdampfbare Dünnschichtsolarzellen um eine
bis mehrere Größenordnungen
kleiner sein.
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Die zweite Maßnahme zur Kühlung der
Zellen kann im einfachsten Falle passiv erfolgen, indem die Rückseite
des PV-Streifens typisch mit Wärmeableitungsfins,
wie sie auch aus der Elektronik bekannt sind, versehen werden. Damit
wird allerdings die Wärme
dem unterhalb des PSK-Systems liegendem Raum zugeführt.
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Deswegen ist prinzipiell eine aktive
Kühlung des
Moduls, bei dem die Wärme
in Form eines transportablen Fluid entzogen wird, vorzuziehen. Grundsätzlich kann
eine solche Kühlung
durch einen auf der Rückseite
des PV Moduls angebrachten, durchströmten Kühlkörper (z.B. ein mit dem Modul
gut wärmeschlüssig verbundenes,
wasserdurchströmtes Metallrohr)
bewerkstelligt werden.
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Aus physikalischen Gründen ist
jedoch die vorderseitige, aktive Kühlung des PV Moduls vorteilhafter.
Eine solche Kühlvorrichtung
wurde vom Erfinder der vorliegenden Anmeldung bereits angemeldet (D.P.A.:
DE 199 23 196 A1 ).
Dieser Typus der Zellenkühlung
ist für
die PSK-Systeme besonders vorteilhaft. Das Grundprinzip ist aus
4 ersichtlich. Das PV Module
(
9) bildet den Abschluß des
PSK und liegt in der Austrittsfläche
(
3). Oberhalb des Moduls befindet sich im PSK Körper ein
kastenförmiger
Kanal (
10), dessen Breite (
9) der Breite der Austrittsfläche B (
3)
entspricht. In dem Kanal fließt
ein Kühlfluid,
das zusätzlich
erfindungsgemäß folgende
Aufgaben übernimmt
beziehungsweise Eigenschaften aufweist: 1. Das Fluid ist für den photovoltaisch
relevanten Strahlungsanteil durchsichtig. 2. Die Brechzahl des Fluides
ist entweder gleich groß oder
größer als die
des PSK Körpers
(bei gleich großer
Brechzahl verlaufen die Strahlen als sei der ganze PSK aus dem gleichen
Grundmaterial aufgebaut; bei größerer Brechzahl
treffen die Strahlen steiler auf dem Strahlungsempfänger (PV-Modul)
auf, was in der Regel erwünscht
wird. 3. Das Fluid ist elektrisch isolierend. 4. Das Fluid bleibt
im weiten Temperaturbereich flüssig (typisch –30°C ≤ t ≤ 150°C).
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Weitere Auswahlkriterien sind: ungiftig,
photostabil und nicht brennbar.
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Die Dimensionierung des Kanals erfolgt nach
den bekannten Gesetzen der Hydrodynamik und des Wärmeüberganges
so , daß eine
minimale Pumpleistung zur Erzielung des gewünschten Kühleffektes aufgebracht werden
muß.
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5 zeigt
eine erfindungsgemäße Variante,
bei der nur noch die Wände
des PSK aus transparenten Platten eines festen Materials (z.B.,
P.M.M.A. oder Glas) bestehen, während
das Volumen von der optischen Immersions- und Kühlflüssigkeit ausgefüllt wird.
Dabei stellt (11) die Flüssigkeit dar, (12)
die plattenförmige
Wände.
Diese Variante kann besonders vorteilhaft sein, wenn spezielle Transmissionseigenschaften
für das
Sonnenlicht gewünscht
werden. Zur Vermeidung von Totalreflexionen dürfen die Unterschiede zwischen
der Brechzahl des Wandmaterials und dem der Flüssigkeit nicht zu groß sein.
Beachtet man dies, so werden die einfallenden Strahlen von System
Platte – Flüssigkeit
so gebrochen, als sei der ganze PSK aus einem Material aufgebaut,
dessen optische Brechzahl dem arithmetischen Mittel der Brechzahl
der Wand und dem der Flüssigkeit
entspräche.
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Will man mit dem bisher geschilderten
stationären
PSK System höhere
mittlere Jahreskonzentrationen als ca. 2,6 erreichen, bleiben erfindungsgemäß zwei Möglichkeiten:
1. Die Wahl von Materialien höherer
optischer Brechzahl. 2. Die Einführung
dynamischer Komponenten.
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Während
die erste Bedingung eine Funktion des Preises und/oder der vorgängig an
die Flüssigkeit
gestellten Bedingungen ist, eröffnen
sich für
die Bedingung 2 erfindungsgemäß verschiedene
Möglichkeiten,
deren wichtigste im Folgenden dargestellt wird.
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In 6 ist
ein PSK mit optisch schaltbaren „Hut" dargestellt. Erfindungsgemäß sitzt
hierbei auf einem bisher geschilderten PSK ein Aufsatz, dessen Querschnitt
ein gleichschenkeliges Dreieck bildet, das aus durchsichtigen Platten
(13) gebildet wird, und das in der Mitte durch einen senkrecht
auf der Eintrittsapertur von (1) stehenden Planspiegel
(14) unterteilt ist. Eine der durch diesen Spiegel aufgeteilten
gleich großen
Kammern ist mit einer optischen Flüssigkeit (15) gefüllt, die
mittels der Pumpe (16) wahlweise in die andere Kammer gepumpt
werden kann. Der Sinn dieser Anordnung kann anhand der Strahlengänge (17),
(17a) und (17b) erkannt werden. Wird beispielsweise
die linke Kammer mit einer Flüssigkeit
der Brechungszahl 1,46 gefüllt,
so werden die Strahlen 17–17b, die den Höchststand
der Sommersonne repräsentieren
aufgrund der Neigung der linken „Huthälfte" und der Brechung in der Flüssigkeit tief
in den PSK gelenkt. Die auf die rechte luftgefüllte Huthälfte treffenden Strahlen werden
durch den Reflektor in den PSK gelenkt. Eine solche Anordnung mit
erfindungsgemäßen schaltbaren
optischen Umlenker, kann, obwohl der Gesamt-PSK statisch ist, die
mittlere Jahreskonzentration auf 4 erhöhen.
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Eine weitere, erfindungsgemäße Maßnahme zur
Erhöhung
der mittleren Jahreskonzentration eines PSK ist in 7 dargestellt. Dabei stellt (18)
einen jeweils voll vertikal ausfahrbaren beziehungsweise einfahrbaren
Planspiegel dar, der je nach Sonnenstrahleinfallsrichtung längs der
rechten oder linken Kante der PSK Eintrittsapertur hoch- oder heruntergefahren
wird. Die Höhe
des Spiegels (18) ist so ausgeführt, daß die äußeren Extremstrahlen (19)
(jeweils zum Wintertiefstand bzw. Sommerhöchststand) gerade noch auf
den gegenüberliegenden
Rand der PSK Eintrittsaperiur (2) treffen. Während des
Sommerhalbjahres ist der rechte Spiegelstreifen hochgefahren, der
linke eingezogen, während
des Winterhalbjahres ist es umgekehrt. Über das Jahr gemittelt wird
ein solcher mit saisonal ausfahrbaren Planspiegeln ausgerüsteter PSK
eine Konzentrationserhöhung
um den Faktor 2½ = 1,4 aufweisen. So
kann beispielsweise der mittlere Konzentrationsfaktor des in 2 dargestellten PSK durch
Ergänzung
mit den beschriebenen Planspiegelboostern von C = 2,6 auf c = 3,6
erhöht
werden, der der PSK-Variante aus 6 von
c = 3,9 auf c = 5,5.
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Die mit 6 und 7 dargestellten
PSK Varianten sind Ergänzungen
zur rein statischen Grundvariante bei denen der eigentliche PSK
ortsfest bleibt. Gestattet man jedoch eine kontinuierliche Drehung
des Gesamt PSK um die Ost-West Achse. So entsteht eine dritte erfindungsgemäße Variante
mit besonderen Vorteilen.
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Wie aus 8 hervorgeht, kann ein solcher, mit einem
flachen „Hut" (21) versehener
PSK aus P.M.M.A. (n = 1,5) aufgrund der über das ganze Jahr in der Bildebene
parallel zur Mittelachse (20) einfallenden Strahlung, das
Licht kontinuierlich mit dern Konzentrationsfaktor c = 6 verdichten
(c = Fläche (2)/Fläche (3)).
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Ein aus dieser Version des PSK aufgebautes,
komplettes Dachelement ist in 9 schematisch
in der Seitenansicht dargestellt. Es besteht aus parallel nebeneinander
angeordneten, drehbaren PSK Elementen (1), die zwischen
zwei transparenten Scheiben (26), (27) untergebracht
sind. Das Kühlfluid fließt jeweils
kurz vor dem Ende eines PSK aus dem Kanal (10) oberhalb
des Solarmoduls (9) über
eine Steigleitung (22) zum als Hohlwelle ausgeführtem Abflußrohr (23),
das gleichzeitig als Drehachse des PSK ausgeführt ist, und mündet in
das Sammelrohr (23a). Die an diesen Drehachsen befestigten
Zahnräder
(24) werden simultan durch die motorisch angetriebene Zahnstange
(25) mittels der Signale eines kleinen, auf der Spitze
eines PSK angebrachten Sonnenrichtungssensors (28), immer
in Sonnenrichtung gedreht.
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Besonders vorteilhaft bei dieser
Variante des PSK ist die über
das Jahr konstante Lichtkonzentration und die Möglichkeit, im weiten Elevationswinkelbereich
der Sonne nachzufahren. Dies ermöglicht insbesondere
die Montage in Dachflächen,
deren Neigungwinkel stark vom Winkel der jeweiligen geographischen
Breite abweichen.
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Unter Berücksichtigung der entsprechenden Schattenabstände kann
die nachgeführte
Variante auch im Tagesgang über
die Nord-Südachse
nachgeführt
werden.
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Alle beschriebenen erfindungsgemäßen PSK-Systeme
erfüllen
die Eingangs beschriebenen Kriterien der Multifunktionalität. Bei der
letztbeschriebenen Variante kann durch Herausdrehen der PSK-Elemente
aus der Normalen zur Sonne wahlweise praktisch der gesamte, auf
die Eintrittsapertur fallende Lichtstrom in Form von diffusem Licht
in den darunterliegenden Raum gelenkt werden. Dies kann beispielsweise
für Pflanzenkulturen
interessant sein, die zu bestimmten Zeiten eine hohe Lichtintensität benötigen.
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Neben der beschriebenen, wirtschaftlich
besonders interessanten kombinierten Erzeugung von elektrischem
Strom, Wärme
und diffusem Licht sind insbesondere Varianten interessant, die
Wärme und Licht
liefern.
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In 10 ist
ein PSK mit einem thermischen Absorber schematisch dargestellt.
Dabei liegt unterhalb des Fluidkanales (10) statt einem
photovoltaischen Moduls ein schwarzer Absorber (29), der
die durch das Fluid durchdringende, vom PSK verdichtete Strahlung
in Wärme
umwandelt und diese an das Fluid, das über die Leitung (22)
zum Abflußrohr
(23) fließt,
abgibt. Besonders vorteilhaft ist es, die schwarze Absorberplatte
unterhalb des nach unten mit einer transparenten Platte abgeschlossenen
Fluidkanales (10), seitlich verschieblich anzuordnen. Dies
gestattet es erfindungsgemäß bei der
Position (29a) der Absorberplatte auch den direkten Lichtfluß in das
Gebäude
dringen zu lassen. Dies kann stufenweise geschehen, so daß additiv
zu dem aus den Seitenwänden
des PSK dringenden Diffuslichtes eine gewünschte Menge „Direktlichtes,
das durch die Reflexionsvorgänge
im PSK „quasi-diffus" wurde, hinzugefügt würde.
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In 11 ist
eine weitere Verbesserung der Form des PSK dargestellt. Es besteht
aus einem Keil mit einem facettenförmigen Aufsatz. Hier kann die Dauerkonzentration
den Faktor 3 bei der stationären Variante
erreichen und bei der nachgeführten
Variante den Faktor 10.