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DE10228338A1 - Herstellung von transparenten fluorhaltigen Resistpolymeren in Fotoresists mit Reaktionsankern für eine chemische Nachverstärkung von Resiststrukturen durch radikalische Terpolymerisation mit Acrylaten, Methacrylaten und Butenolderivaten - Google Patents

Herstellung von transparenten fluorhaltigen Resistpolymeren in Fotoresists mit Reaktionsankern für eine chemische Nachverstärkung von Resiststrukturen durch radikalische Terpolymerisation mit Acrylaten, Methacrylaten und Butenolderivaten Download PDF

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DE10228338A1
DE10228338A1 DE2002128338 DE10228338A DE10228338A1 DE 10228338 A1 DE10228338 A1 DE 10228338A1 DE 2002128338 DE2002128338 DE 2002128338 DE 10228338 A DE10228338 A DE 10228338A DE 10228338 A1 DE10228338 A1 DE 10228338A1
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DE
Germany
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group
acid
groups
comonomer
photoresist
Prior art date
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Ceased
Application number
DE2002128338
Other languages
English (en)
Inventor
Christoph Dr. Hohle
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Infineon Technologies AG
Original Assignee
Infineon Technologies AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Infineon Technologies AG filed Critical Infineon Technologies AG
Priority to DE2002128338 priority Critical patent/DE10228338A1/de
Publication of DE10228338A1 publication Critical patent/DE10228338A1/de
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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Fotoresist, welcher ein Polymer enthält, das durch Polymerisation eines Comonomerengemisches erhalten wird, welches zumindest ein erstes Comonomer enthält, das eine säurelabile Gruppe aufweist, sowie ein zweites Comonomer, das eine Ankergruppe aufweist und ein drittes Comonomer, das ausgewählt ist aus Derivaten der Acrylsäure, der Methacrylsäure sowie Ethern des 3-Buten-1-ols.

Description

  • Die Erfindung betrifft einen chemisch verstärkten Fotoresist, der erhöhte Transparenz bei einer Wellenlänge von 157 nm aufweist.
  • Mikrochips werden in einer Vielzahl von Arbeitsschritten hergestellt, in denen innerhalb eines kleinen Abschnitts der Oberfläche eines Substrats, meist ein Siliziumwafer, gezielt Veränderungen vorgenommen werden, um beispielsweise Gräben für Deep-Trench-Kondensatoren in das Substrat einzubringen oder um dünne Leiterbahnen oder Elektroden auf der Substratoberfläche abzuscheiden. Um solch kleine Strukturen darstellen zu können, wird zunächst auf der Substratoberfläche eine Maske erzeugt, so dass diejenigen Bereiche, welche bearbeitet werden sollen, freiliegen, während die anderen Bereiche durch das Material der Maske geschützt werden. Nach der Bearbeitung wird die Maske wieder von der Substratoberfläche entfernt, beispielsweise durch Veraschen. Die Maske wird erzeugt, indem zunächst eine dünne Schicht eines Fotoresists aufgebracht wird, der ein filmbildendes Polymer sowie eine fotoempfindliche Verbindung enthält. Dieser Film wird anschließend belichtet, wobei etwa in den Strahlengang eine Maske eingebracht wird, welche die Information über die zu erzeugende Struktur enthält und durch die eine selektive Belichtung des Fotoresistfilms erfolgt. Die kleinste darstellbare Strukturgröße wird dabei wesentlich von der Wellenlänge der zur Belichtung verwendeten Strahlung bestimmt.
  • Um mit den steigenden Anforderungen an die Rechenleistung von Mikroprozessoren und die Speicherkapazität von Speicherbau steinen Schritt halten zu können, besteht die Notwendigkeit, in immer kürzeren Zeiträumen Mikrochips mit einer immer höher werdenden Dichte von Bauelementen und damit immer kleineren Strukturen zu entwickeln. Um unterhalb der derzeit zugänglichen Dimensionen Strukturgrößen im Bereich von 100 bis 70 nm erzeugen zu können, ist die Entwicklung neuer Verfahren erforderlich, da die derzeit für die Herstellung feinster Strukturen industriell eingesetzten Verfahren, welche auf Strahlung einer Wellenlänge von 193 nm beruhen, an die Grenze der zu verwirklichenden Auflösungen stoßen.
  • Bei der Strukturierung von Mikrochips mit lithografischen Verfahren ist ein umfangreiches Know-how erworben worden. Um dieses Wissen weiterhin nutzen zu können, wird mit besonders hohem Nachdruck an einer Weiterentwicklung der bekannten lithografischen Verfahren für eine Belichtungswellenlänge von 157 nm gearbeitet. Dazu ist die Entwicklung neuer Fotoresists erforderlich, da die bisher für Wellenlängen von 248 nm und 193 nm verwendeten Materialien für eine Wellenlänge von 157 nm ungeeignet sind.
  • Eine besondere Schwierigkeit bereitet die mangelnde Transparenz der bisher verwendeten Materialien. Die Transparenz des Resists wird in erster Linie vom Polymer beeinflusst, welches im Resist enthalten ist. Die besten zur Zeit in Fotoresists verwendeten Polymere erreichen bei einer Wellenlänge von 157 nm einen Absorptionskoeffizienten von ca. α10 = 1/μm. Diese Polymere besitzen damit bei einer Belichtungswellenlänge von 157 nm immer noch eine ca. 50-fach höhere Absorption im Vergleich zu Polymeren, die für Belichtungen mit Strahlung einer Wellenlänge von 193 oder 248 nm verwendet werden. Aus diesem Grund lassen sich bei den 193 nm und 248 nm Materialien bisher nur sehr dünne Resistschichten mit Schichtdicken von höchstens 50 nm verwirklichen, wodurch sich Probleme mit der Strukturierung des darunter liegenden Materials ergeben. Um eine Maskenstruktur fehlerfrei darstellen zu können, muss bei der Belichtung auch in den tiefer liegenden Bereichen der Fotoresistschicht eine vollständige chemische Modifikation des Polymers ausgelöst werden. Dazu muss auch in tiefer liegenden Schichten des Resists eine hinreichend hohe Lichtintensität gewährleistet sein. Trotz der dünnen Schichten ist die Absorption dieser Resists jedoch so hoch, dass in einer 50 nm dünnen Schicht nur noch ca. 40% der ursprünglichen Lichtintensität in die unterste Lackschicht gelangt. Dadurch steigt das Risiko, dass der Lack nach der Entwicklung sogenannte Lackfüße zeigt. Die Verwendung einer derart geringen Schichtdicke zieht noch weitere Probleme nach sich. So steigt mit abnehmender Schichtdicke die Defektdichte in den dünnen Schichten. Zusätzlich macht das geringe Volumen an Resistmaterial die ultradünnen Resistschichten anfällig gegen Kontaminationen. Die mit diesen ultradünnen Schichten mit einer Belichtungswellenlänge von 157 nm erzeugten Strukturen zeigen deshalb eine hohe Kantenrauhigkeit und eine beschränkte Strukturauflösung. Eine erste Anforderung, die ein neuer Fotoresist zu erfüllen hat, ist also eine möglichst hohe Transparenz des Polymers bei einer Wellenlänge von 157 nm.
  • Ein weiteres Problem bereitet die ausreichende Stabilität des Fotoresists gegenüber einer kurzwelligen Strahlung, z.B. mit einer Wellenlänge von 157 nm. In den in bisher verwendeten Fotoresists enthaltenen Polymeren sind siliziumhaltige Gruppen zur Erhöhung der Ätzstabilität des Resists gegenüber einem Sauerstoffplasma enthalten. Durch die hohe Energie einer Belichtungsstrahlung mit einer Wellenlänge von 157 nm können im Polymer jedoch Bindungen gebrochen werden. Dies führt zu einem Ausgasen von siliziumhaltigen Verbindungen, die auf den Belichtungsoptiken irreversible Ablagerungen bilden. Ein für einen Fotoresist für eine Belichtung bei 157 nm geeignetes Polymer darf daher keine seitenständigen siliziumhaltigen Gruppen umfassen.
  • An einer für die industrielle Produktion von Mikrochips geeigneten Fotoresist werden noch eine Vielzahl von weiteren Anforderungen gestellt. Aus wirtschaftlichen Gründen werden möglichst kurze Belichtungszeiten bei der Übertragung der durch eine Maske definierten Struktur in den Fotoresist angestrebt. Um bereits mit niedrigen Belichtungsintensitäten eine umfassende chemische Veränderung des Fotoresists erreichen zu können, arbeiten die meisten gegenwärtig verwendeten Resists mit einer so genannten chemischen Verstärkung. Dabei wird durch die Belichtung eine Fotoreaktion ausgelöst, die eine Veränderung der chemischen Struktur des Fotoresists katalysiert. Im Falle eines positiv arbeitenden chemisch verstärkten Resists wird beispielsweise durch die Belichtung eine starke Säure erzeugt, welche in einem anschließenden Temperschritt eine katalytische Umwandlung oder Spaltung des Resists bewirkt. Durch diese chemische Reaktion wird die Löslichkeit des Polymers in einem Entwickler drastisch verändert, so dass eine deutliche Differenzierung zwischen belichteten und unbelichteten Bereichen möglich ist. Dazu enthält das im Fotoresist enthaltene Polymer beispielsweise Carbonsäure-tert.-butylestergruppen, aus denen unter Säurekatalyse Carbonsäuregruppen freigesetzt werden können. In chemisch verstärkten Fotoresists lassen sich daher mit einem einzelnen Lichtquant eine Vielzahl von polaren Gruppen freisetzen. Chemisch verstärkte Fotoresists besitzen daher im Gegensatz zu chemisch unverstärkten Fotoresists eine Quantenausbeute von mehr als 100%. Ein neuer Fotoresist muss daher auch die Bedingung einer chemischen Verstärkung erfüllen.
  • Die strukturierten Fotoresists dienen in der Regel als Maske für weitere Prozesse, wie etwa Trockenätzprozesse. Dabei wird die im Fotoresist erzeugte Struktur in ein unter dem Fotoresist angeordnetes Substrat übertragen. Dazu ist erforderlich, dass der Fotoresist gegenüber dem Plasma eine höhere Stabilität aufweist als das Substrat, so dass möglichst selektiv nur das Substrat geätzt wird. Ist mit dem Fotoresist beispiels weise ein darunter liegendes organisches Medium zu strukturieren, wie etwa in zweilagigen Resists, so ist im Vergleich zu diesem eine hohe Ätzresistenz des strukturierten, oberen Fotoresists nötig. Die Wirkung eines Ätzplasmas lässt sich näherungsweise in einen physikalischen und einen chemischen Anteil aufteilen. Der physikalische Anteil bewirkt einen annähernd materialunabhängigen Abtrag. Die Bestandteile des Plasmas treffen auf die Substratoberfläche und schlagen dort Teilchen heraus. Um eine Differenzierung zwischen von der Resistmaske bedeckten und unbedeckten Abschnitten zu erreichen, muss die Resistmaske daher eine gewisse Schichtdicke aufweisen, so dass zum Ende des Ätzvorgangs auf den bedeckten Abschnitten noch eine ausreichende Schichtdicke des Resists vorhanden ist, um die darunter liegenden Abschnitte der Substratoberfläche zu schützen. Der chemische Anteil des Ätzvorgangs beruht auf einer unterschiedlichen Reaktivität des Plasmas gegenüber verschiedenen Materialien. So werden organische Materialien in einem Sauerstoffplasma in gasförmige Verbindungen überführt, so dass ein rascher Materialabtrag erfolgt, während siliziumorganische Verbindung in Siliziumdioxid umgewandelt werden, das als Feststoff auf der Substratoberfläche verbleibt und nur vom physikalischen Anteil der Ätzwirkung abgetragen wird. Da sich die Ätzresistenz von siliziumorganischen Verbindungen im Sauerstoffplasma deutlich von derjenigen organischer Kohlenwasserstoffverbindungen unterscheidet, umfasste das Polymer in den bisher für eine Wellenlänge von 248 nm verwendeten Fotoresists daher meist siliziumhaltige Gruppe, die während des Ätzens in Siliziumoxid umgewandelt werden und eine stabile Ätzmaske bilden. Ist die Ätzresistenz nicht von vorne herein gegeben, weil wegen des oben beschriebenen Ausgasens siliziumhaltiger Verbindungen keine siliziumhaltigen Gruppen im Polymer vorgesehen werden können, kann der Fotoresist nach der Strukturierung chemisch nachverstärkt werden. Dazu umfasst das im Fotoresist enthaltene Polymer Ankergruppen für die Anknüpfung von Nachverstärkungsreagenzien, welche die Ätzresistenz des Fotoresists er höhen. Durch den Einbau von weiteren Gruppen lässt sich weiterhin die Schichtdicke des Fotoresists nachträglich erhöhen. Die Ankergruppen müssen eine ausreichende Reaktivität aufweisen, um innerhalb einer möglichst kurzen Reaktionszeit eine Reaktion mit einer geeigneten Gruppe des Nachverstärkungsagens einzugehen, um dieses über eine kovalente Bindung an das Polymer zu binden. Eine nachträgliche Verstärkung von Fotoresists ist beispielsweise durch den in der EP 0 395 917 B1 beschriebenen CARL-Prozess möglich (CARL = Chemical Amplification of Resist Lines). Dazu wird beispielsweise Maleinsäureanhydrid als Comonomer in das Polymer des Fotoresists eingebaut. Die Carbonsäureanhydridgruppe dient dann als Ankergruppe, welche beispielsweise durch eine Aminogruppe des Nachverstärkungsagens nukleophil angegriffen werden kann. Das Nachverstärkungsagens wird dann über eine Amidbindung an das Polymer des Fotoresists gebunden. Auf diese Weise ist etwa ein nachträglicher Einbau siliziumorganischer Verbindungen in die Resiststrukturen möglich. Diese Einbaureaktion wird oft als Silylierung bezeichnet. Neben siliziumhaltigen Gruppen können auch aromatische oder polycyclische aliphatische Gruppen in das Polymer eingeführt werden, um die Ätzresistenz zu erhöhen. Eine Einführung aromatischer Gruppen wird als Aromatisierung bezeichnet. Wegen seiner geringen Schichtdicke sollte ein Fotoresist für die 157 nm-Lithografie daher nachträglich chemisch verstärkbar sein.
  • Neben einer hohen Lichtempfindlichkeit, einer hohen Transparenz und der Möglichkeit einer nachträglichen chemischen Verstärkung muss der Fotoresist noch eine Vielzahl weiterer Anforderungen erfüllen. So muss er sich zu einem gleichmäßigen dünnen Film ausformen lassen, er muss eine ausreichend hohe Glastemperatur aufweisen, um eine reproduzierbare Erzeugung von Strukturen zu ermöglichen, und er muss nach der Spaltung der säurelabilen Gruppen eine ausreichend hohe Polarität aufweisen, um im Entwickler löslich zu sein. Schließlich müssen auch wirtschaftliche Anforderungen erfüllt werden und sich das im Fotoresist enthaltene Polymer beispielsweise einfach und aus kostengünstigen Ausgangsmaterialien herstellen lassen können. Die Gesamtheit der Anforderungen lässt sich jedoch nur sehr schwer erfüllen.
  • Wie oben ausgeführt müssen für die Nachverstärkung im Polymer des Fotoresists entsprechende Ankergruppen vorgesehen sein. Nachteilig ist dabei jedoch, dass diese Ankergruppen in der Regel eine sehr hohe Absorption bei einer Wellenlänge von 157 nm aufweisen. Dies trifft insbesondere für Anhydridgruppen zu, die als Ankergruppen bei der Nachverstärkung nach dem CARL-Verfahren verwendet werden. So besitzt etwa das häufig eingesetzte Polymaleinsäureanhydrid bei 157 nm einen recht hohen Absorptionskoeffizienten von α10 = 10,5/μm.
  • Die Absorption bei 157 nm wird durch die C(2p)-Elektronen dominiert, deren Absorptionsband sehr nahe an 157 nm heranreicht und deren Übergangswahrscheinlichkeit durch die chemische Umgebung erheblich beeinflusst werden kann. Dies wiederum bedeutet, dass durch eine Veränderung der Bindungsumgebung in der Kohlenstoffhauptkette die Absorption des Polymers bei 157 nm verringert werden kann.
  • Durch Austausch von C-H- durch C-F-Bindungen kann eine Verschiebung der Bandkante der C(2p)-Elektronen um mehrere Elektronenvolt erreicht werden. So führt ein 25 %-iger Austausch von Wasserstoff durch Fluor in speziellen Kohlenwasserstoffresistsystemen zu einer Verschiebung des Absorptionsbandes von 2,5 – 4 μm–1 auf 1,5 – 3 μm–1, während ein 50%- iger Austausch zu einer weiteren Reduktion der Absorption in den 1,5 – 3 μm–1-Bereich führt. Derartige niedrige Absorptionswerte erlauben eine Resistdicke von über 200 nm, da die mögliche Resistschichtdicke umgekehrt proportional zur Absorption skaliert.
  • Um die Transparenz des im Fotoresist enthaltenen Polymers zu erhöhen, versucht man daher, fluorierte Monomere als Ausgangsmaterial zu verwenden. Dies führt jedoch zu Schwierigkeiten bei der Herstellung des Polymers. Das Polymer wird beispielsweise durch radikalische Polymerisation aus Monomeren hergestellt, die eine polymerisierbare Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung aufweisen. Durch den Einfluss der Fluoratome verringert sich die Elektronendichte der Doppelbindung, so dass ihre Reaktivität stark absinkt. Fluorierte Carbonsäureanhydride, wie Difluormaleinsäureanhydrid oder Trifluormethylmaleinsäureanhydrid lassen sich daher nur noch sehr schwer radikalisch polymerisieren.
  • Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Fotoresist zur Verfügung zu stellen, welcher eine hohe Transparenz bei einer Wellenlänge von 157 nm aufweist, chemisch verstärkt ist, sich nachträglich chemisch modifizieren lässt und welcher einfach und kostengünstig hergestellt werden kann.
  • Die Aufgabe wird gelöst mit einem chemisch verstärkten Fotoresist, zumindest umfassend:
    ein filmbildendes fluorhaltiges Polymer, welches erhalten wurde durch Copolymerisation zumindest,
    eines ersten Comonomers mit einer polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und zumindest einer Säure katalysiert spaltbaren Gruppe, die nach der Spaltung eine polare Gruppe freisetzt,
    eines zweiten Comonomers mit einer polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und zumindest einer nukleophil angreifbaren Ankergruppe für die Anbindung eines Nachverstärkungsagens, wobei die Ankergruppe auch als geschützte Ankergruppe vorliegen kann, und
    eines dritten Comonomers, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet ist aus Carbonsäureestern der Formel I, Alkoholderivaten der Formel II und Carbonsäuren der Formel III,
    Figure 00090001
    wobei bedeutet:
    R1: Wasserstoff oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen;
    R2, R3, R4: jeweils unabhängig H, F, CN, CH3, CF3, eine Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, in welcher die Wasserstoffatome auch ganz oder teilweise durch Fluoratome ersetzt sein können, oder eine Arylgruppe mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen, in welcher die Wasserstoffatome auch ganz oder teilweise durch Fluoratome ersetzt sein können, wobei zumindest eine der Gruppen R2, R3, R4 zumindest ein Fluoratom enthält;
    R5: H, eine Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, eine Arylgruppe mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen, eine tert.-Alkoxycarbonylgruppe, eine Tetrahydropyranylgruppe, eine Norbornylgruppe, eine Alkoxygruppe oder eine Acetalgruppe, wobei in diesen Gruppen auch ein oder mehrere Wasserstoffatome durch Fluoratome ersetzt sein können;
    einen Fotosäurebildner;
    ein Lösungsmittel oder ein Lösungsmittelgemisch.
  • Das im erfindungsgemäßen Fotoresist enthaltene Polymer wird aus zumindest drei unterschiedlichen Comonomeren hergestellt. Die dritten Comonomeren der Formel I, II und III sind an ihrer Doppelbindung durch Wasserstoffatome oder Alkylgruppen, insbesondere Methylgruppen substituiert. Dadurch enthält die Doppelbindung eine vergleichsweise hohe Elektronendichte und kann bei der Polymerisation als Elektronendonor wirken. Dadurch können die ersten und zweiten Comonomeren einen relativ hohen Fluorierungsgrad aufweisen, da auch bei einer vergleichsweise niedrigen Elektronendichte der Doppelbindung eine ausreichende Reaktivität erreicht wird, um die ersten und zweiten Comonomeren mit den dritten Comonomeren zum Polymer des erfindungsgemäßen Fotoresists zu polymerisieren. Das erste und zweite Comonomer weist daher bevorzugt an die Kohlenstoffatome der polymerisierbaren Doppelbindung gebundene Fluoratome oder Fluoralkylgruppen, insbesondere Trifluormethylgruppen auf. Insbesondere sind das erste und das zweite Comonomer perfluoriert. Auch das dritte Comonomer kann an Positionen, die weiter entfernt sind von der polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung fluoriert sein, um die Transparenz des Polymers bei kurzen Wellenlängen, insbesondere einer Wellenlänge von 157 nm zu erhöhen. An der polymerisierbaren Doppelbindung wird durch die Wasserstoffatome bzw. die Alkylgruppen, die an die Kohlenstoffatome der polymerisierbaren Doppelbindung gebunden sind, eine hohe Elektronendichte erzeugt, d.h. das dritte Comonomer wirkt als Elektronendonor.
  • Durch die gleichzeitige Verwendung von Comonomeren, deren polymerisierbare Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung als Elektronenakzeptor bzw. als Elektronendonor wirken, kann die radikalische Polymerisation in guten Ausbeuten bei Reaktionszeiten durchgeführt werden, die eine Herstellung des im erfindungsgemäßen Fotoresist enthaltenen Polymers im industriellen Maßstab ermöglichen.
  • Durch das zweite Comonomer wird eine Ankergruppe in das Polymer des erfindungsgemäßen Fotoresists eingeführt. Unter einer Ankergruppe wird eine Gruppe verstanden, die eine nachträgliche Anknüpfung eines Nachverstärkungsagens ermöglicht, das dazu eine entsprechende Gruppe aufweist, insbesondere eine nukleophile Gruppe. Dabei wird das Nachverstärkungsagens bevorzugt über eine kovalente Bindung an das Polymer gebunden. Man unterscheidet zwischen Reaktivankergruppen, die ohne vorherige Aktivierung oder Entschützung direkt mit dem Nachverstärkungsagens reagieren können, indem dieses die Reaktivankergruppe unter Ausbildung einer kovalenten Bindung nukleophil angreift, und nicht aktivierten Ankergruppen, die meist in geschützter Form vorliegen, und die erst nach einer Entschützung mit dem Nachverstärkungsagens reagieren. Derartige Gruppen sind beispielsweise mit einer säurelabilen Gruppe geschützte Carboxylgruppen, die nach einer Entschützung ein Nachverstärkungsagens über eine ionische Bindung, beispielsweise als Ammoniumsalz, oder eine kovalente Bindung, beispielsweise eine Amidbindung, binden können.
  • Über das erste Comonomer werden katalytisch durch Säure spaltbare Gruppen in das Polymer eingeführt. Zur Erhöhung der Transparenz des Polymers bei 157 nm ist das erste Comonomer vorzugsweise fluoriert. Bevorzugt weist das erste Comonomer einen möglichst hohen Fluorierungsgrad auf. Durch Spaltung der durch Säure katalytisch spaltbaren Gruppe wird eine polare Gruppe freigesetzt, die eine Erhöhung der Polarität des Polymers bewirkt und damit eine Erhöhung der Löslichkeit des Polymers in polaren, vorzugsweise alkalischen wässrigen Entwicklern. Derartige polare Gruppen sind beispielsweise Carboxylgruppen oder saure Hydroxylgruppen. Als erste Comonomere lassen sich daher bevorzugt ungesättigte Carbonsäuren oder ungesättigte saure Alkohole verwenden, deren Carboxylgruppe bzw. Hydroxylgruppe einer säurelabilen Gruppe verestert bzw. verethert ist. Als säurelabile Gruppen werden bevorzugt sol che Gruppen verwendet, die unter Säurekatalyse abgespalten werden können. Als katalytisch durch Säure spaltbare Gruppen umfasst das erste Comonomer bevorzugt tert.-Alkylester-, tert.-Butylester-, tert.-Butoxycarbonyloxy-, Tetrahydrofuranyloxy-, Tetrahydropyranyloxy- oder Acetalgruppen. Tert.-Butylestergruppen sind besonders bevorzugt. Das erste Comonomer ist bevorzugt ausgewählt aus einer Gruppe, die besteht aus einfach oder mehrfach fluorierter Methacrylsäure, ein- oder mehrfach fluorierter Acrylsäure, ein- oder mehrfach fluorierter Cyclohexencarbonsäure, ein- oder mehrfach fluorierter Norbonencarbonsäure, wobei die Carboxylgruppe der Säure mit einer säurelabilen Schutzgruppe verestert ist.
  • Aus den bevorzugt verwendeten ersten Comonomeren, die auch weiter substituiert sein können, werden beispielsweise die im folgenden gezeigten Wiederholungseinheiten im Polymer erhalten.
  • Figure 00120001
  • Dabei steht Ra jeweils für jede Position unabhängig für ein Wasserstoff- oder Fluoratom oder für eine Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, die auch ganz oder teilweise fluoriert sein kann, wobei in jeder Wiederholungseinheit vorzugsweise zumindest ein Ra für ein Fluoratom steht. Y steht für eine säurelabile Schutzgruppe, aus der beispielsweise die oben genannten durch Säure katalytisch spaltbaren Gruppen gebildet werden. In den filmbildenden Polymeren können auch mehrere der gezeigten Wiederholungseinheiten enthalten sein.
  • Beispiele für erste Comonomere, die nach Abspaltung der säurelabilen Gruppe im Polymer saure Hydroxylgruppen erzeugen, sind im Folgenden dargestellt:
    Figure 00130001
  • Dabei steht Y wie oben für eine säurelabile Gruppe. In den gezeigten ersten Comonomeren können auch ein oder mehrere der Wasserstoffatome durch Fluoratome ersetzt sein.
  • Die im erfindungsgemäßen Fotoresist enthaltenen Polymeren lassen sich durch übliche Polymerisationsverfahren darstellen. Die radikalische Polymerisation wird dabei durch Zugabe eines Radikalstarters, beispielsweise Benzoylperoxid oder AIBN, oder durch hochenergetische Strahlung gestartet. Die Polymerisation kann in Lösung oder auch ohne Lösungsmittel in Substanz durchgeführt werden. Die Polymerisation wird dabei so gesteuert, dass bevorzugt Polymere mit einem Molekülgewicht im Bereich von 1.000 – 100.000 g/mol erhalten werden. Es wird eine wird möglichst enge Molekülgewichtsverteilung angestrebt. Das Molekülgewicht bzw. die Molekülgewichtsverteilung lässt sich mit üblichen Verfahren bestimmen, z.B. Gelpermeationschromatographie. Die Anteile des ersten, zweiten und dritten Comonomers am Polymer werden bevorzugt in den folgenden Bereichen gewählt:
    erstes Comonomer: 10 – 60 mol-%, bevorzugt 20 – 40 mol-%;
    zweites Comonomer: 10 – 60 mol-%, bevorzugt 30 – 50 mol-%;
    drittes Comonomer: 10 – 60 mol-%, bevorzugt 20 – 30 mol-%;
  • Neben dem Polymer enthält der erfindungsgemäße Fotoresist einen Fotosäurebildner. Als Fotosäurebildner können alle Verbindungen eingesetzt werden, die bei Bestrahlung mit der Belichtungsstrahlung von z.B. 157 nm eine starke Säure freisetzen und eine möglichst hohe Quantenausbeute aufweisen. Bevorzugt werden ionische Verbindungen in Form von Sulfoniumsalzen und Jodoniumsalze als Fotosäurebildner verwendet. Geeignet sind beispielsweise Oniumverbindungen, wie sie in der DE 198 20 477 beschrieben sind.
  • Als Lösungsmittel kann für den Fotoresist beispielsweise Methoxypropylacetat, Oligoethylenglykolether, Cyclopentanon, Cyclohexanon, γ-Butyrolacton oder Ethyllactat verwendet werden. Es können auch Gemische aus wenigstens zwei dieser Lösungsmittel verwendet werden. Allgemein können alle gängigen Fotolacklösungsmittel oder deren Gemische verwendet werden, sofern mit ihnen eine klare, homogene und lagerstabile Lösung der Resistkomponenten hergestellt werden kann und bei der Beschichtung eines Substrats eine gute Schichtqualität des Resistfilms erreicht wird.
  • Die bisher beschriebenen Komponenten werden im erfindungsgemäßen Resist bevorzugt in den folgenden Verhältnissen eingesetzt:
    Filmbildendes Polymer: 1 – 50 Gew.-%, bevorzugt 2 – 8 Gew.-%;
    Fotosäurebildner: 0,01 – 10 Gew.-%, bevorzugt 0,05 – 0,5 Gew.-%;
    Lösungsmittel: 50 – 99 Gew.-%, bevorzugt 92 – 97 Gew.-%.
  • Neben den genannten Bestandteilen kann der chemisch verstärkte Resist noch weitere übliche Bestandteile enthalten. Beispielsweise kann ein Thermosäurebildner enthalten sein, der beim Erwärmen eine Säure freisetzt. Die Temperatur, bei welcher der Thermosäurebildner eine Säure freisetzt, muss dabei oberhalb der Temperatur liegen, bei welcher die Abspaltung der säurelabilen Gruppen in den belichteten Bereichen des Fotoresists erfolgt.
  • Der Thermosäurebildner ist im Allgemeinen in einem Anteil von 0,01 – 5 Gew.-%, bevorzugt 0,05 – 1 Gew.-% im Fotoresist enthalten. Geeignete Thermosäurebildner sind beispielsweise Benzylthiolaniumverbindungen. Mit Hilfe des Thermosäurebildners können im strukturierten Resist durch Erhitzen die säurelabilen Gruppen abgespalten werden und dadurch polare Gruppen freigesetzt werden, die als Ankergruppe für die Anknüpfung des Nachverstärkungsagens dienen.
  • Zusätzlich können dem Fotoresist weitere Komponenten als Additive zugesetzt werden, die das Resistsystem vorteilhaft bezüglich Auflösung, Filmbildungseigenschaften, Lagerstabilität, Belichtungsempfindlichkeit, Standzeiteffekten etc. beeinflussen.
  • Um eine möglichst hohe Transparenz bei kurzen Wellenlängen, insbesondere bei 157 nm aufzuweisen, weist das im erfindungsgemäßen Fotoresist enthaltene Polymer bevorzugt einen möglichst hohen Fluorierungsgrad auf. Um gleichzeitig eine ausreichende Reaktivität der Comonomerenmischung bei der Herstellung des Polymers durch radikalische Polymerisation zu erreichen, ist, wie bereits oben ausgeführt, das dritte Comonomer so gestaltet, dass an der polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung keine Fluoratome bzw. stark Elektronen ziehende Liganden, wie eine CF3-Gruppe, gebunden sind.
  • Um dennoch auch in das dritte Comonomer Fluoratome einführen zu können, werden bevorzugt die Carbonsäureester der Formel I bzw. die Alkoholderivate der Formel II als drittes Comonomer verwendet. Diese Comonomeren weisen Transparenz vermittelnde Gruppen auf, die einerseits einen ausreichend hohen Abstand von der polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff- Doppelbindung aufweisen und die andererseits in diesen Gruppen Wasserstoffatome besitzen, die durch Fluoratome substituierbar sind. Um einen hohen Fluorierungsgrad zu erreichen, werden daher die Gruppen R2 und R3 bevorzugt als CF3-Gruppe ausgeführt.
  • Das dritte Comonomer kann auch in der Weise ausgeführt sein, dass der an die Carboxylgruppe bzw. an die Alkoholgruppe gebundene Rest als säurelabiler Rest ausgeführt wird. Zu diesem Zweck wird bei den Carbonsäureestern der Formel I der Rest R4 in der Weise ausgeführt, dass am Kohlenstoffatom, welches dem Kohlenstoffatom benachbart ist, an dem die Gruppen R2 und R3 gebunden sind, zumindest ein azides Wasserstoffatom vorgesehen wird. Unter dem Einfluss von Säure kann dann die R2R3R4C-Gruppe abgespalten werden, wobei jeweils das azide Wasserstoffatom freigesetzt wird und für die Abspaltung einer weiteren Gruppe zur Verfügung steht. Insbesondere bevorzugt ist daher die Gruppe R4 als CH3-Gruppe ausgeführt.
  • In der gleichen Weise kann der Ether der Formel II in der Weise ausgeführt werden, dass die Gruppe R5 als säurelabile Gruppe ausgeführt wird. Als säurelabile Gruppen können dabei die bereits weiter oben genannten Gruppen verwendet werden, in denen vorzugsweise einzelne Wasserstoffatome durch Fluoratome ersetzt sein können. Wird die Gruppe R5 als säurelabile Gruppe ausgeführt, sind die Gruppen R2 und R3 bevorzugt als CF3-Gruppe ausgeführt, da in diesem Fall die nach Abspaltung der Gruppe R5 freigesetzte Hydroxylgruppe eine hohe Azidität aufweist. Dadurch wird einerseits die Polarität des im Fotoresist enthaltenen Polymers stark erhöht, was bei der Entwicklung vorteilhaft ist, und andererseits eine stark nukleophile Gruppe erzeugt, an welche Nachverstärkungsagenzien gebunden werden können, die eine entsprechende nukleophil angreifbare Gruppe aufweisen, beispielsweise Alkylhalogenide.
  • Mit dem zweiten Comonomer wird eine Ankergruppe in das Polymer des erfindungsgemäßen Fotoresists eingeführt. Die Ankergruppe kann beispielsweise eine Carboxylgruppe sein, welche vorzugsweise mit einer säurelabilen Gruppe geschützt ist. Beispiele sind etwa Acrylsäure, Methacylsäure, Cyclohexencarbonsäure, Norbornencarbonsäure, Maleinsäure, Itaconsäure, Cyclohexendicarbonsäure, Norbornendicarbonsäure sowie die sauren Halbester dieser Dicarbonsäuren mit an sich beliebigen Alkoholen, beispielsweise Methanol oder Ethanol. Sind diese Carbonsäuren mit einer säurelabilen Gruppe geschützt, können erstes und zweites Comonomer auch gleich sein. Nach der Entwicklung des Fotoresists können in den zuvor unbelichteten Abschnitten des Fotoresists die säurelabilen Gruppen gespalten werden. Dazu kann der entwickelte Fotoresist z.B. flutbelichtet und dann getempert werden. Die freigesetzten polaren Gruppen, z.B. Carboxylgruppen, können dann als Ankergruppen für die chemische Nachverstärkung wirken. Bevorzugt ist die Ankergruppe jedoch als Reaktivankergruppe ausgebildet, da in diesem Fall das Polymer ohne vorherige Aktivierung oder Entschützung mit einem Nachverstärkungsagens umgesetzt werden kann. Besonders bevorzugt weist das zweite Comonomer eine Carbonsäureanhydridgruppe als Ankergruppe auf. Beispiele für geeignete Comonomere sind Maleinsäureanhydrid, Itaconsäureanhydrid, Cyclohexendicarbonsäureanhydrid, Norbornendicarbonsäureanhydrid oder Methacrylsäureanhydrid. Daneben eignen sich insbesondere auch Monomere die eine Epoxidgruppe als Reaktivankergruppe tragen. Geeignet sind beispielsweise Allylglycidylether. In den genannten Comonomeren können ein oder mehrere Wasserstoffatome durch Fluoratome ersetzt sein. Die Position der Fluoratome sowie der Fluorierungsgrad ist abhängig von der Elektronendichte der polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung des ersten und des dritten Comonomers. Weisen das dritte bzw. das erste Comonomer eine ausreichend hohe Elektronendichte auf, um als Elektronendonor zu wirken, kann das zweite Comonomer als Elektronazeptor ausgebildet werden und weist in diesem Fall eine niedrige Elektronendichte der polymerisierbaren Kohlen ronendichte der polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung auf. In diesem Fall trägt das zweite Comonomer bevorzugt an zumindest einem Kohlenstoffatome der polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zumindest ein Fluoratom oder eine Trifluormethylgruppe. Beispielhafte Verbindungen sind Trifluormethacrylsäure oder Fluormaleinsäureanhydrid. Weitere geeignete Säureanhydride sind Difluormaleinsäureanhydrid, Trifluormethylmaleinsäureanhydrid, Perfluoritaconsäureanhydrid, Perfluorcyclohexendicarbonsäureanhydrid oder Perfluornorbornendicarbonsäureanhydrid. Besonders bevorzugt ist in diesem Fall das zweite Comonomer perfluoriert.
  • Um zum Polymer des erfindungsgemäßen Fotoresists zu gelangen, werden diese Wiederholungseinheiten noch um die vom ersten Comonomer abgeleiteten Wiederholungseinheiten ergänzt. Geeignete Beispiele für das erste Comonomer sind Trifluormethylacrylsäure-tert.-butylester, Perfluormethylacrylsäure-tert.-butylester oder Perfluoracrylsäure-tert.-butylester.
  • Der erfindungsgemäße Fotoresist wird mit üblichen Techniken auf das Substrat aufgebracht, zum Beispiel durch Aufschleudern oder Aufsprühen. Als Substrat wird im Allgemeinen ein Siliziumwafer verwendet, der auch bereits Strukturierungsschritte durchlaufen haben kann und daher bereits Strukturen oder mikroelektronische Bauelemente umfassen kann. In diesem Fall kann auch zunächst ein Bottomresist aufgebracht werden, um Unebenheiten auf der Oberfläche des Substrats auszugleichen und eine zuverlässige Fokussierung der zur Belichtung verwendeten Strahlung in der Schicht des erfindungsgemäßen Resists gewährleisten zu können. Nach Entfernung des Lösungsmittels durch Trocknen wird die getrocknete Resistschicht belichtet. Durch die Belichtung wird aus dem Fotosäurebildner ein Proton freigesetzt, das in den belichteten Bereichen zur Abspaltung der säurelabilen Schutzgruppen führt. Die Säure bildet zunächst ein latentes Bild, das heißt, die Verteilung der Säure im Fotoresist entspricht den belichteten Bereichen. Durch Abspaltung der säurelabilen Gruppen werden polare Gruppen am Polymer freigesetzt und das latente Säurebild wird in das Polymer eingeprägt. Das Polymer verändert seinen chemischen Charakter, das heißt es werden Bereiche im Resist ausgebildet, in denen das Polymer eine erhöhte Polarität aufweist. Im Fotoresist wird daher in der Fläche ein chemisches Profil erzeugt. Durch Erhitzen des Resists wird die Abspaltung der säurelabilen Gruppen beschleunigt. Da das Proton bei der Abspaltung der säurelabilen Schutzgruppen als Katalysator wirkt, kann mit einem freigesetzten Proton eine Vielzahl von säurelabilen Schutzgruppen abgespalten werden. Dies führt zu einer stärkeren Kontrastierung des durch die Belichtung erzeugten latenten Bildes. Durch die Abspaltung der säurelabilen Schutzgruppen werden alkalilösliche Gruppen freigesetzt, wie Carboxylgruppen oder saure Hydroxylgruppen. Durch die Abspaltung der säurelabilen Schutzgruppen unterscheidet sich die Löslichkeit des Polymers in alkalischen wässrigen Entwicklern zwischen den belichteten und unbelichteten Bereichen. Wird der Resist daher mit einem alkalisch-wässrigen Entwickleragens, zum Beispiel Tetramethylammoniumhydroxid, behandelt, werden nur die belichteten Bereiche vom Substrat abgelöst. Auf dem Substrat wird nun ein strukturierter Resist erhalten. Dieser kann anschließend durch Behandlung mit einem Nachverstärkungsagens in seinen Eigenschaften, zum Beispiel seiner Ätzresistenz gegenüber einem Sauerstoffplasma, verändert werden. Sind die Ankergruppen bereits in einer reaktionsfähigen Form im Polymer enthalten, beispielsweise als Carbonsäureanhydridgruppe, kann direkt auf den bereits strukturierten Resist eine Lösung des Nachverstärkungsagens aufgetragen werden. Liegen die Ankergruppen in geschützter Form vor, werden diese zunächst freigesetzt. Dazu kann der strukturierte Resist zum Beispiel flutbelichtet und anschließend getempert werden. Dabei werden nun auch in den unbelichteten Bereichen des Fotoresists die polaren Gruppen freigesetzt, welche dann als Ankergruppen für die Anknüpfung des Nachver stärkungsagens wirken. Als Nachverstärkungsagens können beispielsweise aromatische Verbindungen verwendet werden, die eine Erhöhung der Schichtdicke bewirken, so dass die Dauer, bis zu der die Resiststruktur in einem Ätzplasma abgetragen ist, verlängert wird. Als Alternative können siliziumhaltige Nachverstärkungsagenzien verwendet werden. In einem Sauerstoffplasma entsteht dann ein SiO2-Film, der die darunter liegenden Resistschichten vor einem Abtrag durch das Sauerstoffplasma schützt.
  • Das Nachverstärkungsagens kann aus der Gasphase oder auch gelöst in einem geeigneten Lösungsmittel auf den strukturierten Resist aufgebracht werden.
  • Als basische Silylierreagenzien kommen aminofunktionalisierte siliziumorganische Verbindungen in Betracht, wie etwa Aminosiloxane. Besonders geeignet sind beispielsweise kettenförmige Dimethylsiloxane mit endständigen Aminopropyleinheiten und 1 bis 50, vorzugsweise 2 bis 12 Siliziumatomen pro Molekül. Solche Nachverstärkungsagenzien werden zum Beispiel durch die folgenden allgemeinen Strukturformeln dargestellt:
    Figure 00200001
    mit q = 0 – 49.
  • Weitere Beispiele von Nachverstärkungsagenzien mit aminofunktionellen, aber auch mit anderen funktionellen Gruppen sind im Folgenden dargestellt:
    Figure 00200002
    Figure 00210001
    wobei s eine ganze Zahl zu 0 und 30 ist,
    r und t jeweils unabhängig eine ganze Zahl zwischen 0 und 10,
    R7 = H, Alkyl, Aryl, Cycloalkyl ist und
    R6 =
    Figure 00210002
  • Auch Silsesquioxane sind als Nachverstärkungsagenzien geeignet.
  • Wird das Nachverstärkungsagens in Lösung auf den Resist aufgebracht, sind geeignete Lösungsmittel beispielsweise Hexanol, Isopropanol, Heptan, Decan oder ein Gemisch aus wenigstens zwei dieser Lösungsmittel. Allgemein können aber alle gängigen nicht sauren oder basischen Lösungsmittel oder deren Gemische verwendet werden, die in der Lage sind, die Komponenten des Nachverstärkungsagens in einer klaren, homogenen und lagerstabilen Lösung aufzunehmen.
  • Die Reaktion des Nachverstärkungsagens mit Ankergruppen des filmbildenden Monomers kann durch Reaktionsbeschleuniger verbessert werden.
  • Als Reaktionsbeschleuniger für die Silylierung zur Quellung und Stabilisierung der Reaktionsprodukte kommen etwa Wasser, niedermolekulare Alkohole, wie etwa Methanol, Ethanol, sowie niedermolekulare Aldehyde und Ketone, wie Aceton, in Betracht.
  • Der erfindungsgemäße Fotoresist erlaubt eine Strukturierung durch Belichtung mit Strahlung einer Wellenlänge, die kürzer ist als die bisher in der industriellen Produktion von Mikrochips verwendeten Wellenlängen. Der Resist wird daher bevorzugt mit einer Strahlung belichtet, die eine Wellenlänge. von weniger als 200 nm aufweist, vorzugsweise 193 nm und insbesondere bevorzugt 157 nm.
  • Die Erfindung wird anhand von Beispielen näher erläutert.
  • Beispiel 1
  • Es wurde ein Polymer aus den Akzeptor-Monomeren Trifluormethylmaleinsäureanhydrid (33 mol-%) und Trifluormethacrylsäure-tert.-butylester (33 mol-%) sowie dem Donormonomer 1,1,1,3,3,3-Hexafluoro-tert.-butylmethacrylat (33 mol-%) radikalisch mit AIBN als Initiator in THF polymerisiert. Das Polymere wurde nach einer Polymerisationsdauer von 24 Stunden zur Reinigung in Heptan ausgefällt. Aus dem getrockneten Polymer wurde ein Fotoresist bestehend aus einer 4 Gew.-%-igen Lösung des Polymers in Methoxypropylacetat und einem Fotosäurebildner hergestellt. Der Nachweis der Strukturierbarkeit des oben hergestellten Resistpolymeren erfolgte dann bei einer Belichtungswellenlänge von 248 und 157 nm. Durch die Belichtung wurde eine starke Säure erzeugt, welche in einem nachfolgenden Temperschritt die tert.-Butylschutzgruppen abspaltete und so das Polymer in einem wässrigen Entwickler löslich machte.

Claims (13)

  1. Chemisch verstärkter Fotoresist, zumindest umfassend: ein filmbildendes fluorhaltiges Polymer, welches erhalten wurde durch Copolymerisation zumindest, eines ersten Comonomers mit einer polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und zumindest einer Säure katalysiert spaltbaren Gruppe, die nach der Spaltung eine polare Gruppe freisetzt, eines zweiten Comonomers mit einer polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und zumindest einer nukleophil angreifbaren Ankergruppe für die Anbindung eines Nachverstärkungsagens, wobei die Ankergruppe auch als geschützte Ankergruppe vorliegen kann, und zumindest eines dritten Comonomers, das ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet ist aus Carbonsäureestern der Formel I, Alkoholderivaten der Formel II und Carbonsäuren der Formel III,
    Figure 00230001
    wobei bedeutet: R1: Wasserstoff oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen; R2, R3, R4: jeweils unabhängig H, F, CN, CH3, CF3, eine Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, in welcher die Wasserstoffatome auch ganz oder teilweise durch Fluoratome ersetzt sein können, oder eine Arylgruppe mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen, in welcher die Wasserstoffatome auch ganz oder teilweise durch Fluoratome ersetzt sein können, wobei zumindest eine der Gruppen R2, R3, R4 zumindest ein Fluoratom enthält; R5: H, eine Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, eine Arylgruppe mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen, eine tert.-Alkoxycarbonylgruppe, eine Tetrahydropyranylgruppe, eine Norbornylgruppe, eine Alkoxygruppe oder eine Acetalgruppe, wobei in diesen Gruppen auch ein oder mehrere Wasserstoffatome durch Fluoratome ersetzt sein können; einen Fotosäurebildner; ein Lösungsmittel oder ein Lösungsmittelgemisch.
  2. Fotoresist nach Anspruch 1, wobei das dritte Comonomer ausgewählt ist unter Carbonsäureestern der Formel I und Alkoholderivaten der Formel II.
  3. Fotoresist nach Anspruch 1 oder 2, wobei zumindest eine der Gruppen R2, R3 eine CF3-Gruppe ist.
  4. Fotoresist nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei R4 eine CH3-Gruppe ist.
  5. Fotoresist nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei R5 eine säurelabile Gruppe ist.
  6. Fotoresist nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das zweite Comonomer ein ungesättigtes Carbonsäureanhydrid ist.
  7. Fotoresist nach Anspruch 6, wobei die Wasserstoffatome des Carbonsäureanhydrids ganz oder teilweise durch Fluoratome oder Triufluormethylgruppen ersetzt sind.
  8. Fotoresist nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Comonomer ein säurelabiler Ester einer Säure ist, die ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet ist aus Acrylsäure, Methacrylsäure, Cyclohexencarbonsäure und Norbornencarbonsäure.
  9. Fotoresist nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Wasserstoffatome des ersten Comonomers ganz oder teilweise durch Fluoratome ersetzt sind.
  10. Verfahren zur Herstellung eines strukturierten Fotoresists, mit den Schritten: (a) Aufbringen eines chemisch verstärkten Resists nach einem der Ansprüche 1 bis 9 auf ein Substrat; (b) Entfernen des Lösungsmittels, so dass ein fotoempfindli cher Resistfilm erhalten wird; (c) abschnittsweises Belichten des Resistfilms, wobei in den belichteten Abschnitten des Resistfilms aus dem Fotosäurebildner eine Säure freigesetzt wird; (d) Kontrastieren des belichteten Resistfilms, wobei in den belichteten Abschnitten des Resistfilms durch die Säure die säurelabilen Gruppen des Polymers gespalten werden und polare Gruppen freigesetzt werden, welche die Löslichkeit des Polymers im alkalischen Entwickler erhöhen; (e) Entwickeln des belichteten und kontrastierten Resistfilms mit einem alkalischen Entwickler; (f) Entfernen von überschüssigem Entwickler.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei nach dem Entwickeln ein Verstärkungsagens auf den entwickelten Resist gegeben wird, welches zumindest eine reaktive Gruppe aufweist, die an die Ankergruppen des Polymers koordinieren kann.
  12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, wobei das Verstärkungsagens zumindest eine siliziumhaltige Gruppe aufweist.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei der Resistfilm mit Strahlung einer Wellenlänge von weniger als 160 nm belichtet wird.
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