-
Die Erfindung betrifft ein Verfahren
und Vorrichtung zum Transport von Formteilen, insbesondere im Auslauf
einer Presse, Pressenlinie, Transferpresse, Umformanlage oder dgl.
und zum Abstapeln in Stapelbehälter
und ggf. weiterführende
Transportmittel gemäß dem Oberbegriff
der Patentansprüche.
-
Nach
DE
298 19 775 ist eine Einrichtung zum Transport von Werkstückteilen
bekannt, bei der im wesentlichen die Werkstücken von der Transportvorrichtung
der Presse auf einen Taktförderer
abgelegt werden. Der Taktförderer
besteht aus mit werkstückspezifischen
Schablonen versehenen Teilablagestationen, die die Formteile durch
vertikales Absenken auf eine wiederum mit Schablonen ausgestattete Transportvorrichtung
ablegen, mit der sie zur nächsten
Teileablagestation weitergetaktet werden. Von der letzten Transportstation
gelangen die Werkstücke
durch mit Greifern ausgerüstete
Roboter in bereitgestellte Stapelbehälter. Dabei sind insbesondere zwei
Roboter vorgesehen, die die Werkstücke nacheinander im Wechsel
aufnehmen und in gleicher horizontalen Lage in die Behälter stapeln.
-
Durch den zeitlich versetzten Zugriff
von zwei Robotern auf die gemeinsame letzte Transportstation wird
die Zykluszeit je Roboter gegenüber
der Zykluszeit der Presse/Fördereinrichtung
beim Stapeln von Formteilen verdoppelt. Bei hoher Taktzahl der Presse
bzw. zeitaufwendigen Stapelvorgängen von
komplizierten Formteilen und insbesondere bei Forderung nach dem
separaten Stapeln von Doppelteilen in jeweils getrennte Behälter kann
die Anwendung von lediglich zwei Robotern zykluszeitbestimmend wirken,
da insbesondere im letzten Fall beide Roboter im gleichen Takt der
Presse/Fördereinrichtung
zeitgleich auf die in der letzten Transportstation bereitgestellten
Doppelteile zugreifen müssten.
Eine Stapelmöglichkeit
der Werkstücke
in vertikaler Lage, die teilweise eine erhöht Zykluszeit erfordert, ist
nicht vorgesehen.
-
Im Fall des manuellen Abstapelns
der Werkstücke
ist vorgesehen, dass die Roboter die über dem Taktförderer bereitgestellten
Teile auf ein Förderband
ablegen. Auch bei dieser Art des Stapelbetriebes ist der Einsatz
aller im Auslauf der Presse nachgeordneten Transportmittel, wie
Taktförderer und
Roboter einschließlich
der nicht unerheblichen Aufwendungen für teilespezifische Greif- und Ablageelemente
einschließlich
Umrüsten
der Wechselelemente erforderlich.
-
Nach
DE
198 26 270 ist eine universell einsetzbare Stapelanlage
für Blechformteile
bekannt, bei der am Ausgang der Pressenanlage in Transportrichtung
streifenförmige
Teilförderbänder angeordnet
sind, an denen sich jeweils beidseitig automatische Stapelstationen
mit Stapelrobotern und Behältertransportstrecken
zum Zu- und Abführen
von Stapelbehältern
anschließen.
Zum alternativen manuellen Abstapelung ist in Verlängerung
der Teilförderbänder zusätzlich ein
Breitband mit manuellen Stapelstationen nachgeordnet.
-
Eine in Längsrichtung platzsparendere
Breitbauweise nach
DE 199 34
618 enthält
zwei V-förmig am
Ausgang der Pressenanlage angeordnete Förderbänder, wobei sich jeweils an
den einander zugewandten Innenseiten der beiden Förderbändern in Transportrichtung
hintereinander zwei Stationen mit Stapelrobotern und Behältertransportstrecken
befinden. An den Außenseiten
der beiden Förderbänder sind
jeweils manuelle Abstapelplätze
nutzbar.
-
In den beiden letztgenannten Stapelanlagen sind
im Bereich der Stapelstationen unterhalb der Teilförderbänder Einrichtungen
zum Zentrieren der abzustapelnden Blechformteile vorgesehen. Dabei werden
Zentrieranschläge
im Arbeitsfeld eingeschwenkt, die mit nicht unaufwendigen NC-gesteuerten
Verstellachsen auf die jeweilige Werkstücklänge einstellbar sind. Da die
Lage der Zentrieranschläge von
den eingestellten Lücken
der streifenförmigen Teilförderbänder abhängig ist,
ist die Flexibilität
der Zentrierfunktion hinsichtlich eines vielfältigen Teilespektrums und Ausgleich
erhöhter
Lageungenauigkeiten der Formteile auf den Förderbändern eingeschränkt.
-
Alternativ sind Vorrichtungen bekannt,
die durch ein Visionsystem unterstützt werden, indem die aktuelle
Istlage der Formteile als Korrekturparameter an die Bewegungssteuerung
beispielsweise von Robotern übermittelt
werden.
-
Das Problem der Lagepositionierung
der Formteile vor dem automatischen Einstapeln in Stapelbehälter wird
bei einer Vorrichtung nach
DD
288 333 mit zwei übereinander
angeordneten Transportwagen derart gelöst, dass die Transportwagen
teilespezifische Formteilaufnahmen zur reproduzierbaren Lagesicherung
der Formteile aufweisen und gegenläufig zwischen einer Aufnahme-
und Abgabeposition verfahrbar sind, wodurch kurze Taktzeiten realisiert werden
können.
Da die beiden Transportwagen über ein
gemeinsames Antriebsmittel synchronisiert werden, können weitere
Taktzeitreserven durch Nutzung unterschiedlicher Geschwindigkeiten
zwischen Transport- und Rücklaufhubbewegung
nicht ausgeschöpft
werden. Da der Teiletransport auch im Fall alternativer manueller
Abstapelung über
die Transportwagen erfolgt, sind erhöhte Aufwendungen für die teilespezifischen
Formteilaufnahmen und für
arbeitssicherheitstechnische Maßnahmen
erforderlich.
-
Es ist Aufgabe der Erfindung, im
Auslauf einer Pressenanlage, ein Verfahren und eine Vorrichtung
in einer Kombination von manueller Abstapelung und/oder automatischer
Abstapelung von Formteilen mit lagesicherem, schonenden Transport über eine
je nach Teilesortiment, Ausstoßleistung
und Raumbedarf geringstmögliche
Anzahl von Transportstationen und kurzen Transportwegen zu schaffen, wobei
in den Stapelstationen keine achsengesteuerten Zentriereinrichtungen
zur Lagepositionierung der Formteile oder visionsystemunterstützte Stapelgeräte erforderlich
sind.
-
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die
Merkmale der Patentansprüche
1 und 2 erreicht.
-
Weitere detaillierte Ausgestaltungen
sind in den Ansprüchen
3 bis 21 beschrieben.
-
Durch die erfindungsgemäße Lösung kann die
gestellte Aufgabe sowohl durch Anwendung einzelner Merkmale als
auch in erfinderischer Kombination zur Beseitigung der Nachteile
des Standes der Technik beitragen.
-
Der Kerngedanke der Erfindung besteht
darin, dass ab Ausgang der Pressenanlage alternative Förderstrecken
zum manuellen und/oder automatischen Abstapeln der Formteile wählbar sind,
wobei einerseits nach Anspruch 1 die Förderstrecken für manuelles
und automatisches Abstapeln räumlich voneinander
getrennt betreibbar sind und andererseits nach Anspruch 2 eine gemeinsame
Förderstrecke
wahlweise entweder als umlaufendes, mit geringer Transportgeschwindigkeit
getaktetes bzw. kontinuierlich laufendes Förderband ohne Elemente zur Lagesicherung
der Formteile für
manuelles Abstapeln oder als intermittierender Taktförderer mit
Elementen zur Lagesicherung der Formteilen für automatisches Abstapeln nutzbar
ist.
-
Dabei kann in einer vorteilhaften
Ausgestaltung für
die letztgenannte Betriebsart das Förderband für manuelles Abstapeln alternativ
als Antriebsmittel für
mindestens einen Schlitten und die darauf mit Schnellwechselverschluss
angeordneten Elemente zur Lagesicherung der Formteile eingesetzt werden.
Dem Verfahren und Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2 ist gemeinsam,
dass die Formteile mit einer Transporteinheit in Form eines Feeders
oder Roboters entweder aus der letzten Umformstufe oder aus einer
nachgeordneten ersten Ablagestation entnommen werden.
-
Es können ebenso zwei Transporteinheiten eingesetzt
werden, die zeitlich nacheinander oder insbesondere bei Mehrfachteilen
auch zeitlich parallel betreibbar sind. Die Übergabe der Formteile erfolgt
wahlweise auf ein getaktetes oder kontinuierlich umlaufendes Förderband,
wenn eine bedarfsweise manuelle Abstapelung vorgesehen ist, wobei
keine zusätzlichen
Maßnahmen
zur Lagesicherung der Formteile erforderlich sind.
-
Im Fall der automatischen Abstapelung,
die eine reproduzierbare Lagesicherung der Formteile erfordert,
stehen nach Anspruch 1 vom Förderband räumlich getrennt
angeordnete Förderstrecken
am Übergabepunkt
der zuvor beschriebenen Transporteinheiten zur Verfügung.
-
Je nach Formteilsortiment mit Einfach- und/oder
Mehrfach-Formteilen, Teilegröße, verfügbarer Platz
im Auslauf der Pressenanlage und erforderlicher Ausstoßleistung
kann das Verfahren und die Vorrichtung aus Modulen kombinierbar
aufgebaut werden.
-
So können die Formteile in einem
ersten Fall unmittelbar durch die Transporteinheiten aus der letzten
Umformstufe oder ersten Ablagestation in die Stapelbehälter transportiert
werden. Die Transporteinheiten und deren Haltemittel können mehrachsig
operieren, um eine beliebige Lage der Formteile in den Stapelbehältern zu
ermöglichen.
-
Für
große
Transportwege sind in einem zweiten Fall neben den ersten Transporteinheiten zum
Einstapeln der Formteile zusätzlich
zweite Transporteinheiten einsetzbar, die die Formteile aus der
Entnahmeposition der Presse oder ersten Ablagestation auf zwischenliegende
zweite Ablagestationen transportieren. Für die Betriebsart manuelles
Abstapeln übergeben
die zweiten Transporteinheiten die Formteile direkt auf das Förderband.
-
Werden die Formteile mittels der
ersten Transporteinheit direkt aus der letzten Umformstufe entnommen,
können
in einem dritten Fall insbesondere bei größeren Transportwegen dritte
Ablagestationen eingesetzt werden, wobei innerhalb der Förderstrecke
zwischen den zweiten und dritten Ablagestationen dritte Transporteinheiten
operieren. Die dritten Transporteinheiten können einfach oder im Tandembetrieb
doppelt ausgeführt
werden, so dass bei gegenläufiger
Arbeitsweise kurze Taktzeiten erreichbar sind.
-
Da die Ablagestationen und Transporteinheiten
werkstückspezifische
Formteilaufnahmen aufweisen, sind zur Minimierung dieser zusätzlichen
Toolingaufwände
verfahrbare Zwischenablagen einsetzbar. Diese können die Formteile in einem
vierten Fall innerhalb der Förderstrecke
zwischen der Übergabeposition
der pressenseitigen Fördereinrichtung
und den Übernahmepositionen
transportieren, von denen sie mittels erster Transporteinheiten
in die Stapelbehälter
automatisch einstapelbar sind.
-
Zur manuellen Abstapelung werden
die Formteile von der pressenseitigen Transfereinrichtung in diesem
Fall direkt an das Förderband übergeben.
-
In einem fünften Fall erfolgt die Übergabe
der Formteile von der letzten Umformstufe oder ersten Ablagestation
durch die zweiten Transporteinheiten an die Übergabeposition der verfahrbaren
Zwischenablagen, wenn eine automatische Abstapelung vorgesehen ist.
-
Im Fall der manuellen Abstapelung
können die
zweiten Transporteinheiten die Formteile direkt auf den Förderbändern ablegen.
-
Es ist vorteilhaft, dass in allen
Fällen
die Förderstrecke
zum automatischen Abstapeln jeweils rechts und/oder links vom mittig
angeordneten Förderband
verlaufen. Dabei können
die Förderstrecken sowohl
längs,
quer als auch diagonal zum Förderband
verlaufen.
-
Das Verfahren und die Vorrichtung
unterscheidet sich im Anspruch 2 dahingehend, dass in einer Förderkombination,
ein Förderband
zur manuellen Abstapelung und mindestens ein Transportmittel zur
automatischen Abstapelung wahlweise so nutzbar ist, dass entweder
das Förderband
bei deaktivierten Transportmittel den Teiletransport übernimmt oder
das Förderband
den Antrieb des zuzuschaltenden Transportmittels übernimmt.
-
In beiden Verfahren und Vorrichtungen
der Ansprüche
1 und 2 sind die Ablagestationen, verfahrbaren Zwischenablagen oder
Transportmittel mit Elementen zur Lagesicherung der Formteile ausgestaltet.
Dabei können entweder
formteilspezifische, zu wechselnde Formteilaufnahmen oder formteilneutrale
mit ggf. achsverstellbaren Zentrierelementen eingesetzt werden.
-
Zur Erreichung kurzer Taktzeiten
können
die Förderstrecken
oder Förderkombinationen
mehrfach am Auslauf der Pressenanlage angeordnet werden, so dass
die aus der letzten Umformstufe oder ersten Ablagestation entnommenen
Formteile nacheinander auf die mehrfach angeordneten Förderstrecken oder
Förderkombinationen
verteilt werden.
-
Diese können dabei längs und/oder
quer und/oder diagonal in Bezug auf die Transportrichtung der Pressenanlage
angeordnet werden.
-
Es ist ebenso denkbar, dass ausgehend
vom Stand der Technik innerhalb einer verfahrbaren Zwischenablage
oder Förderkombination
mehrere, beispielsweise zwei gegenläufig verfahrbare Transporteinheiten
einsetzbar sind. Die gegenläufige
Verfahrbarkeit kann dabei in vorteilhaften Ausgestaltungen seitlich
und/oder höhenversetzt
erfolgen, wodurch kurze Taktzeiten für eine hohe Ausstoßleistung erreichbar
sind.
-
In weiteren vorteilhaften Ausgestaltungen kann
die erste Ablagestation zur Erreichung kurzer Taktzeiten zusätzlich als
Speicher für
die Formteile genutzt werden. Dabei können insbesondere bei Fertigung
von Mehrfachteilen mehrere, beispielsweise zwei Formteile oder zwei
Formteilpaare mittels der pressenseitigen Transfereinrichtung auf
der ersten Ablagestation in und/oder quer zur Transportrichtung hintereinander
abgelegt werden.
-
Im weiteren Transport zu den Stapelbehältern werden
diese zwischengespeicherten Formteile oder Formteilpaare mit den
Transporteinheiten und verfahrbaren Zwischenablagen gemeinsam transportiert.
-
Ausgehend vom Stand der Technik sind
die Stapelbehälter
auf Drehtischen angeordnet. Je nach Taktzahl und erforderlicher
Ausstoßleistung
können ein oder
mehrere Paare von Drehtischen jeweils in oder quer zur Transportrichtung
der Pressenanlage hintereinander angeordnet werden.
-
Die Drehtische können sowohl große als auch
mehrere, beispielsweise zwei kleine Behälter nebeneinander aufnehmen.
-
Während
auf den, den Transporteinheiten zugewandten Seiten die Stapelbehälter gefüllt werden,
können
die gefüllten
Behälter
auf der gegenüberliegenden
Seite des Drehtisches zum weiteren Transport bereitgestellt werden.
Der Behälterwechsel kann
bei großen
und kleinen Behältern
beispielsweise durch eine 90° Drehung
des Drehtisches erfolgen.
-
In einer vorteilhaften Ausgestaltung
ist es zur Erreichung kurzer Taktzeiten ebenso denkbar, dass kleine
nebeneinander angeordnete Behälter
wechselweise auf dem Drehtisch linear verfahren, um jeweils einen
Behälter
auf der Vorderseite zu füllen, während der
andere Behälter
auf der Rückseite
entsorgt wird. In diesem Fall ist die Drehfunktion des Drehtellers
beim Behälterwechsel
deaktiviert.
-
Der Weitertransport der gefüllten Behälter kann
konventionell mit manuell gesteuerten Gabelstaplern oder mit automatischen
Flurförderfahrzeugen
oder Hängebahnen
erfolgen.
-
Im Fall der Anwendung von verfahrbaren Zwischenablagen
ist es vorteilhaft, dass diese beim Rüsten der formteilspezifischen
Ablageschablonen in eine Rüstposition
verfahren. Diese können
gleichzeitig die formteilspezifischen Saugerspinnen der ersten und/oder
zweiten Transporteinheiten zwecks automatischen Rüsten aufnehmen.
In der Rüstposition können in
einem Fall die Zwischenablagen insgesamt gewechselt werden und in
einem anderen Fall jeweils nur der Wechsel der teilespezifischen
Formmasken und/oder Saugerspinnen manuell oder automatisch durchgeführt werden.
-
Es ist ebenso denkbar, dass auf den
Zwischenablagen Universalschablonen einsetzbar sind, die bedarfsweise
manuell oder automatisch an die jeweilige Kontur der Formteile anpassbar
sind, ohne dass beim Rüsten
ein Wechsel erforderlich ist.
-
Die Erfindung wird nachfolgend an
Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Die
zugehörigen Zeichnungen
zeigen:
-
1 Verfahren
und Vorrichtung mit einer ersten Transporteinheit zwischen der letzten
Umformstufe und den Stapelbehältern
nach einem ersten Ausführungsbeispiel.
-
2 Verfahren
und Vorrichtung mit einer ersten Transporteinheit zwischen der ersten
Ablagestation und den Stapelbehältern
nach einem zweiten Ausführungsbeispiel.
-
3 Verfahren
und Vorrichtung nach 1 mit
zusätzlicher
zweiten Transporteinheit und zweiten Ablagestation nach einem dritten
Ausführungsbeispiel.
-
4 Verfahren
und Vorrichtung mit verfahrbaren Zwischenablagen am Beispiel von
Einfachteilen nach einem vierten Ausführungsbeispiel.
-
5 Verfahren
und Vorrichtung mit verfahrbaren Zwischenablagen am Beispiel von
Doppelteilen nach einem fünften
Ausführungsbeispiel.
-
6 Verfahren
und Vorrichtung mit verfahrbaren Zwischenablagen am Beispiel von
4-fach-Teilen nach einem sechsten Ausführungsbeispiel.
-
7 Verfahren
und Vorrichtung mit einer Förderkombination
für manuelles
und automatisches Abstapeln nach einem siebten Ausführungsbeispiel.
-
Die 1 zeigt
den Auslauf einer Pressenanlage mit einer ersten Transporteinheit 1.1, 1.2,
die die Formteile (Einfachteil 2) aus der letzten Umformstufe 3 den
Stapelbehältern 4.1, 4.2 auf
je eine vom mittig angeordneten Förderband 9 unabhängigen Förderstrecke 15 zuführen. Die
Formteile sind beispielhaft als großflächiges Einfachteil 2 dargestellt und
werden von den ersten Transporteinheiten 1.1, 1.2 in
Form von Feedern oder Robotern mit Haltemitteln 16, beispielsweise
in Form von Saugern nacheinander im Tandembetrieb transportiert.
-
Es ist ebenso möglich, dass beide Transporteinheiten 1.1, 1.2 im
Parallelbetrieb zeitgleich die Formteile, z.B. Doppelteile, aus
der Umformstufe 3 in die Stapelbehälter 4 transportieren.
-
Bei Anwendung von zwei ersten Transporteinheiten 1.1, 1.2 wird
die Zykluszeit für
das Einstapeln in die Stapelbehälter 4.1,4.2 gegenüber dem Pressentakt
verdoppelt.
-
In einer alternativen Betriebsart
können
die Einfachteile 2 auch auf das in Transportrichtung der Pressenanlage
angeordnete Förderband 9 für eine manuelle
Abstapelung in Stapelbehälter 4.5 bereitgestellt
werden.
-
Die Stapelbehälter 4.1, 4.2 für das automatische
Abstapeln sind jeweils auf einem Drehteller 5.1, 5.2 angeordnet.
Wenn der Füllgrad
erreicht ist, kann der Drehteller 5 vor dem nächsten Stapelvorgang
um 180° gedreht
werden, um einen leeren Stapelbehälter 4.1,4.2 bereitzustellen.
Die Stapelbehälter 4.1, 4.2 sind
mit Vorrichtungen zur distanzierten Lagesicherung der Formteile
ausgerüstet,
um einen schonenden Transport zu ermöglichen. Der Weitertransport der
Stapelbehälter 4.1, 4.2 kann
verschiedenartig mit konventionellen Gabelstaplern oder automatisierten Flur-
oder Hängeförderern 25 (siehe 4) erfolgen.
-
In 2 ist
am Beispiel von Formteilen als Doppelteile 6.1,6.2 das
Verfahren und die Vorrichtung um eine erste Ablagestation 7 ergänzt, die
nach der letzten Umformstufe 3 angeordnet ist.
-
Hier gelangen die Doppelteile 6.1,6.2 von
der pressenseitigen Transfereinrichtung 8 auf die mit formteilspezifischen
Ablageschablonen 10 ausgerüstete erste Ablagestation 7.
Eine Verdoppelung der Zykluszeit erfolgt dadurch, dass in den Ablageschablonen 10 der
ersten Ablagestation 7 zwei Doppelteile 6.1,6.2 im
Takt der Presse zwischengespeichert werden, in dem die erste Ablagestation 7 zwischen
zwei Hüben
der pressenseitigen Transfereinrichtung 8 einen Zusatzhub
in Transportrichtung durchführt.
Der weitere Transport der Doppelteile 6.1,6.2 in
die Stapelbehälter 4.3, 4.4 erfolgt
analog den Verfahrensschritten des ersten Ausführungsbeispiels, wobei die beiden
ersten Transporteinheiten 1.1, 1.2 im Parallelbetrieb
gleichzeitig auf die rechten bzw. linken Doppelteile 6.1,6.2 zugreifen
und diese nahezu gleichzeitig in die Stapelbehälter 4.3, 4.4 transportieren.
-
Je nach Teilegröße ist es ebenso denkbar, dass
auch mehr als zwei Teile hinter- oder nebeneinander zwischengespeichert
und eingestapelt werden.
-
Die Stapelbehälter 4.3,4.4 sind
mittels Fördereinrichtung 27 linear
verschiebbar angeordnet. Während
einer der beiden Stapelbehälter 4.3,4.4 gefüllt wird,
kann der benachbarte zurückgefahrene
und volle Stapelbehälter
entsorgt und gegen einen neuen leeren Stapelbehälter gewechselt werden.
-
Wenn eine Qualitätskontrolle der Teile jeweils
vor dem Einstapeln in die Stapelbehälter 4.3,4.4 erforderlich
ist, kann eine mit einem Visionssystem gesteuerte automatische Qualitätskontrollvorrichtung
eingesetzt werden. Die optoelektronische Erfassung der Qualitätsmerkmale
erfolgt vorzugsweise über
der ersten Ablagestation 7. Im Fall von nichtqualitätsgerechten
Formteilen 2,6 kann die erste Transporteinheit 1.1, 1.2 die
Formteile auf das Förderband 9 ausschleussen,
von wo aus eine manuelle Entsorgung möglich ist. Der Transport der
Formteile 2,6 erfolgt auch bei der alternativen
Betriebsart mit manuellem Abstapeln über das Förderband 9. Bevor die
Formteile die Position der bereitstehenden Stapelbehälter 4.5 erreichen,
können
die Formteile auch innerhalb der Sichtkontrollstrecke 11 bezüglich ihrer Qualitätsmerkmale
manuell inspiziert werden.
-
Für
eine optimalere Platzaufteilung im Auslauf der Pressenanlage und
zur Überbrückung größerer Transportwege
in die Stapelbehälter
kann das Verfahren und die Vorrichtung modular wie folgt erweitert
werden.
-
In einem zweiten Fall gemäß dritten
Ausführungsbeispiel
nach 3 werden die Doppelteile 6.1,6.2 von
der pressenseitigen Transfereinrichtung 8 auf die Ablageschablonen 10 der
ersten Ablagestation 7 transportiert, von wo sie mittels
je einer zweiten Transporteinheit 12.1,12.2 innerhalb
der Förderstrecke 15 auf
zweite Ablagestationen 13.1,13.2 weiterverteilt
werden. Um die Zykluszeit der ersten Transporteinheiten 1.1,1.2 für das Einstapeln
der Doppelteile 6.1,6.2 in die Stapelbehälter 4.3,4.4 zu
verdoppeln sind die zweiten Ablagestationen 13.1,13.2 als
Zwischenspeicher 14 ausgebildet, in dem mittels der zweiten
Transporteinheiten 12.1,12.2 durch zwei hintereinanderfolgende
Hübe je
ein Paar Doppelteile 6.1,6.2 gebildet wird. Im
Fall größerer Transportwege können für kurze
Taktzeiten auch zwei gegenläufig operierende
zweite Transporteinheiten 12.1,12.2 eingesetzt
werden, wobei ein Formteil von der ersten 7 zur zweiten
Ablagestation 13 mit einer der beiden Transporteinheiten 12 transportiert
wird, während
die andere Transporteinheit sich im Rücklauf von der zweiten 13 zur
ersten Ablagestation 7 befindet.
-
Das Verfahren und der modulare Aufbau
der Vorrichtung kann auch so gestaltet werden, dass in Analogie
zum ersten Ausführungsbeispiel
auf die erste Ablagestation 7 verzichtet wird und der Transport
der Formteile mittels den zweiten Transporteinheiten 12.1,12.2 direkt
aus der letzten Umformstufe 3 in die zweiten Ablagestationen 13 erfolgt.
-
In einem dritten Fall kann die Förderstrecke 15 so
erweitert werden, dass der Transport der Formteile von der zweiten
Ablagestation 13 mittels einer dritten Transporteinheit 17 in
eine dritte, nicht dargestellte Ablagestation 18 erfolgt.
Mit 4 folgt in einem
vierten Ausführungsbeispiel
die Ausgestaltung mittels quer zur Transportrichtung der Pressenanlage verfahrbarer
Zwischenablagen 19. Von der pressenseitigen Transfereinrichtung
werden beispielhaft die Einfachteile 2 in der Übergabeposition 20 an
die Zwischenablage 19.1,19.2 nacheinander im Takt
der Presse übergeben.
-
Etwa zeitgleich erfolgt jeweils in
der Übernahmeposition 21.2 (21.1)
die Übernahme
des Einfachteils 2 aus der Zwischenablage 19.2 (19.1)
mittels der ersten Transporteinheit 1.2, (1.1)
zwecks Einstapeln in die Stapelbehälter 4.2 (4.1).
Die verfahrbaren Zwischenablagen 19 weisen je einen Schlitten 22 mit
darauf positioniertem Toolingträger 23 für Ablageschablonen 10 zur
Lagesicherung der Einfachteile 2 auf. Die Antriebe der
beiden Schlitten 22 werden gleichsinnig synchron gesteuert,
so dass beide Schlitten 22 nacheinander die mittig angeordnete Übergabeposition 20 anfahren.
Die Anwendung von zwei Schlitten 22 verdoppelt die Taktzeit
zur Übernahme
der Einfachteile 2 in beide Stapelbehältern 4.1,4.2.
-
Es ist ebenso denkbar, die Zykluszeit
der verfahrbaren Zwischenablagen 19 weiter zu verdoppeln,
indem 2 Paar jeweils in Transportrichtung hintereinander angeordnete
Zwischenablagen 19 verwendet werden, wobei vorteilhaft
jeweils 2 Paar Stapelzellen 24 quer zur Transportrichtung
der Pressenanlage hintereinander anordenbar sind. In der Stapelzelle 24 erfolgt
der Wechsel der Stapelbehälter 4.1,4.2 mittels
Drehtisch 5.1,5.2 analog dem ersten Ausführungsbeispiel.
-
Der Weitertransport der Stapelbehälter kann automatisiert
mittels einer Hängebahn 25 erfolgen. Beim
Werkzeugwechsel werden die Toolingträger 23 mit formteilspezifischen
Ablageschablonen 10 in der Tooling-Rüstposition 26 gewechselt,
indem der alte, zu wechselnde Toolingträger in die Leerposition 26.1 gefördert wird.
Nach anschließender
Querfahrt gelangt der vorgerüstete,
neue Toolingträger 23 aus
der Vollposition 26.2 in den Bereich zur Übernahme durch
die Zwischenablagen 19.
-
Im Fall der manuellen Abstapelung
der Einfachteile 2 können
diese mittels der pressenseitigen Transporteinrichtung 8 durch
eine Toolingdreheinrichtung etwa 90° gedreht auf dem Förderband 9 abgelegt
werden.
-
Das Verfahren und die Vorrichtung
mit verfahrbaren Zwischenablagen wird am Beispiel von Doppelteilen
in einem fünften
Ausführungsbeispiel nach 5 ergänzt.
-
Die pressenseitige Transfereinrichtung 8 transportiert
die Doppelteil 6.1,6.2 in die Ablageschablonen 10 der
ersten Ablagestation 7 analog dem zweiten Ausführungsbeispiel
nach 2.
-
Die zwischengespeicherten Doppelteil-Paare 6.1,6.2 werden
von dort mittels der zweiten Transporteinheiten 12.1,12.2 auf
die verfahrbaren Zwischenablagen 19.1,19.2 in
Transportrichtung der Pressenanlage in der Übergabeposition 20 abgelegt. Die
beiden Schlitten 22 der verfahrbaren Zwischenablagen 19.1,19.2 fahren
aus der Übergabeposition 20 gegenläufig in
die Übernahmepositionen 21.1,21.2,
von wo der weitere Transport der Doppelteile 6.1,6.2 mittels
der ersten Transporteinheiten 1.1,1.2 in die Stapelbehälter 4.3,4.4 erfolgt.
-
Beim Werkzeugwechsel können die
Haltemittel 16 der zweiten Transporteinheit 12 auf
den Zwischenablagen 19 abgesteckt und gemeinsam mit den
formteilspezifischen Ablageschablonen 10 mittels der ersten
Transporteinheit 1 in einen Tooling-Stapelbehälter 4 gefördert.
-
6 zeigt
am Beispiel der Entsorgung von 4-fach-Teilen eine weitere Ausgestaltung
mit verfahrbaren Zwischenablagen 19. Die in der letzten
Umformstufe 3 fertiggepressten 4-fach-Teile 28 (A-D) werden
von der Transfereinrichtung 8 gemeinsam in die erste Ablagestation 7 transportiert.
In der Ablagestation 7 erfolgt eine Zwischenspeicherung
von zwei Paar 4-fach-Teilen 28 (A-D),
indem in einem ersten Fall jedes zweite Paar 4-fach-Teile A,B und
C,D mittels einer auf dem Saugerbalken 29 angeordneten Querfahreinheit 30 quer
zur Transportrichtung auseinander gefahren wird.
-
In einem anderen Fall kann die Querfahrt
zur paarweisen Ablage eines 4-fach-Teils 28 und Bildung eines
Zwischenspeichers 14 auf der ersten Ablagestation 7 durch
eine Querfahrt der Ablageschablonen 10 zwischen den Pressentakten
erfolgen.
-
Mit Hilfe der zweiten Transporteinheiten 12.1,12.2 werden
die 4-fach-Teile 28 im Quartett auf die in der Übergabeposition 20 parkenden
und anschließend
verfahrbaren Zwischenablagen 19.1 bis 19.4 verteilt.
Gegenüber
dem Ausführungsbeispiel nach 5 ist je ein Paar Zwischenablagen 19.1,19.2 und
19.3,19.4 in
Transportrichtung der Pressenanlage hintereinander angeordnet. Die
in einer Spur quer verfahrbaren Zwischenablagen 19.1,19.2 und 19.3,19.4 sind
jeweils gegenläufig
antreibbar. Nach der Übernahme
von jeweils einem Paar gleichartiger 4-fach-Teile A,B,C,D werden
die Übernahmepositionen 21.1 bis 21.4 zwecks
Weitertransport mit den ersten Transporteinheiten 1.1 bis 1.4 in
die Stapelbehälter 4.3,4.4 angefahren.
-
Der Weitertransport und Wechsel der
Stapelbehälter 4 erfolgt
analog der voranstehenden Ausführungsbeispiele.
-
7 beschreibt
in einem siebten Ausführungsbeispiel
eine Förderkombination
für manuelles und
automatisches Abstapeln, beispielhaft für Doppelteile 6. Analog
dem Ausführungsbeispiel
nach 5 wird ein Paar
Doppelteile 6 auf der ersten Ablagestation 7 zwischengespeichert.
Im folgenden Schritt des Verfahrens gelangen ein Paar rechte bzw. linke
Doppelteile 6.1,6.2 mittels der zweiten Transporteinheiten 12.1,12.2 auf
die Förderkombinationen 32.
Diese besteht aus zwei Förderbändern 9.1,9.2, die
im getakteten oder kontinuierlichen Umlaufbetrieb die Formteile 6 zur
manuellen Abstapelung in den Bereich der Stapelbehälter 4.5 fördern.
-
Die Förderbänder sind in der Breite mit
beabstandeten Einzelspuren gestaltet. Unterhalb der Förderbänder 9.1,9.2 sind
Transportmittel 31 in Form von Transportschlitten in Transportrichtung
längsbeweglich
angeordnet. Im Fall der manuellen Abstapelung sind die Transportmittel 31 in
einer Parkstellung deaktiviert. Im Fall der automatischen Abstapelung werden
die Transportmittel 31 mit formteilspezifischen Ablageschablonen 10 bestückt, die
durch die Lücken
der beabstandenten Einzelspuren des Förderbandes 9.1,9.2 reichen.
Darauf können
die Doppelteile 6.1,6.2 lagefixiert abgelegt werden,
um sie mit einer reproduzierbaren Lageposition den ersten Transporteinheiten 1 bereitzustellen.
-
Antriebsseitig werden die Schlitten
der Transportmittel 31 durch eine nicht dargestellte Klemmeinrichtung
mit einem Trum des Förderbandes 9.1,9.2 gekoppelt,
um im Reversierbetrieb der Förderbänder 9.1,9.2 eine
Vor- und Rücklaufbewegung der
Transportmittel 31 zu erzeugen.
-
Im Fall von Einfachteilen 2 können die
beiden gegenüberliegenden
Transportmittel 31 wechselseitig beladen werden, wobei
die Transportmittel 31 dann zeitlich versetzt in Transportrichtung
operieren.
-
Bei Doppelteilen 6.1,6.2 werden
beide gegenüberliegende
Transportmittel 31 gleichzeitig beladen und der Transport
in Richtung der ersten Transporteinheiten 1 erfolgt etwa
zeitsynchron.
-
Bei gegenläufig operierenden Transportmitteln 31 je
Förderband 9.1,9.2 kann
die Zykluszeit innerhalb dieser Förderstreckenenteils verdoppelt
werden. Dabei kann die Rücklaufgeschwindigkeit
der leeren, entladenen Transportmittel 31 gegenüber der Vorlaufgeschwindigkeit
der vollen, beladenen Transportmittel 31 erhöht werden,
ohne dass die Vorlaufgeschwindigkeit bei steigenden Taktzahlen weiter
erhöht
werden muss.
-
Der automatisierte Stapelvorgang
in die Stapelbehälter 4.3,4.4 erfolgt
analog den voranbeschriebenen Ausführungsbeispielen.
-
- 1.1–1.4
- erste
Transporteinheit
- 2
- Einfachteil
- 3
- Umformstufe
- 4,4.1–4.5
- Stapelbehälter
- 5,5.1,5.2
- Drehteller
- 6.1,6.2
- Doppelteile
- 7
- erste
Ablagestation
- 8
- Transfereinrichtung
- 9,9.1,9.2
- Förderband
- 10
- Ablageschablonen
- 11
- Kontrollstrecke
- 12.1,12.2
- zweite
Transporteinheit
- 13.1,13.2
- zweite
Ablagestation
- 14
- Zwischenspeicher
- 15
- Förderstrecke
- 16
- Haltemittel
- 17
- dritte
Transporteinheit
- 18
- dritte
Ablagestation
- 19.1–19.4
- verfahrbare
Zwischenablagen
- 20
- Übergabeposition
- 21.1–21.4
- Übernahmepositionen
- 22
- Schlitten
- 23
- Toolingträger
- 24
- Stapelzelle
- 25
- Hängebahn
- 26,26.1,26.2
- Tooling-Rüstposition
- 27
- Fördereinrichtung
- 28
- 4-Fach-Teil
(A, B, C, D)
- 29
- Saugerbalken
- 30
- Querfahreinheit
- 31
- Transportmittel
- 32
- Förderkombination