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DE10228146A1 - Verfahren zur Ansteuerung und Längeneinstellung eines piezoelektrischen Aktors (PA) und elektronische Einheit zur Steuerung des Verfahrens - Google Patents

Verfahren zur Ansteuerung und Längeneinstellung eines piezoelektrischen Aktors (PA) und elektronische Einheit zur Steuerung des Verfahrens Download PDF

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DE10228146A1
DE10228146A1 DE10228146A DE10228146A DE10228146A1 DE 10228146 A1 DE10228146 A1 DE 10228146A1 DE 10228146 A DE10228146 A DE 10228146A DE 10228146 A DE10228146 A DE 10228146A DE 10228146 A1 DE10228146 A1 DE 10228146A1
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DE
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pma
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voltage
controlling
high pressure
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Withdrawn
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DE10228146A
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English (en)
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Georg Bachmaier
Bernhard Fischer
Bernhard Dr. Gottlieb
Andreas Dr. Kappel
Hans Prof. Dr. Meixner
Randolf Dr. Mock
Tim Dr. Schwebel
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Siemens Corp
Original Assignee
Siemens Corp
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Publication date
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F02COMBUSTION ENGINES; HOT-GAS OR COMBUSTION-PRODUCT ENGINE PLANTS
    • F02DCONTROLLING COMBUSTION ENGINES
    • F02D41/00Electrical control of supply of combustible mixture or its constituents
    • F02D41/20Output circuits, e.g. for controlling currents in command coils
    • F02D41/2096Output circuits, e.g. for controlling currents in command coils for controlling piezoelectric injectors
    • HELECTRICITY
    • H02GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
    • H02NELECTRIC MACHINES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • H02N2/00Electric machines in general using piezoelectric effect, electrostriction or magnetostriction
    • H02N2/02Electric machines in general using piezoelectric effect, electrostriction or magnetostriction producing linear motion, e.g. actuators; Linear positioners ; Linear motors
    • H02N2/06Drive circuits; Control arrangements or methods
    • H02N2/062Small signal circuits; Means for controlling position or derived quantities, e.g. for removing hysteresis
    • HELECTRICITY
    • H10SEMICONDUCTOR DEVICES; ELECTRIC SOLID-STATE DEVICES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • H10NELECTRIC SOLID-STATE DEVICES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • H10N30/00Piezoelectric or electrostrictive devices
    • H10N30/80Constructional details
    • H10N30/802Circuitry or processes for operating piezoelectric or electrostrictive devices not otherwise provided for, e.g. drive circuits

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  • General Electrical Machinery Utilizing Piezoelectricity, Electrostriction Or Magnetostriction (AREA)
  • Electrical Control Of Air Or Fuel Supplied To Internal-Combustion Engine (AREA)

Abstract

Verfahren zur Ansteuerung von piezoelektrischen Aktoren (PA), insbesondere von Piezoelektrischen Multilayer Aktoren (PMA), die im Betrieb regelmäßig zur Elongation mit positiver Spannung beaufschlagt werden, wobei für vorgegebene Betriebszustände des PMA dieser auch mit einer begrenzten, den PMA nicht umpolarisierenden negativen Spannung bzw. Offsetspannung beaufschlagt wird, um diesen in eine definierbare Ausgangslage zurückzustellen.

Description

  • Die Erfindung betrifft sämtliche direkt angetriebenen Hochdruckeinspritzventile oder Ventile ohne hydraulisches Kraftübertragungselement wie Lager oder Übersetzer für Kraftstoff-Direkteinspritzung, bei denen eine Arbeitskammer mit dem zum Betrieb notwendigen Hochdruck gefüllt wird und ein Piezoelektrischer Multilayer Aktor (PMA) bei dessen elektrischer Ansteuerung durch Elongation direkt ein Servoventil oder eine Düsennadel öffnet oder jegliches anderes direkt angetriebenes Dosierventil. Durch das Öffnen des Servo- oder Absteuerventils wird in einer Absteuerkammer ein Druckabfall erzeugt welcher das Öffnen des Hochdruckeinspritzventils bewirkt.
  • Dieses Arbeitsprinzip wird z.Zt. bei vielen Hochdruckeinspritzventilen für Diesel-Direkteinspritzung verwendet.
  • Beim Betrieb von derartigen Hochdruckeinspritzventilen treten manchmal Probleme auf wenn das Ventil mindestens einmal heiß geworden ist. Obwohl das Ventil und der PMA bezüglich ihrer thermischen Längenausdehnung abgestimmt sind, ändert sich die Länge des PMA oft zu stark. Dabei genügt eine Längendifferenz von wenigen μm und die Absteuerkammer des Hochdruckeinspritzventils oder ein ähnliches Einspritzventil wird nicht mehr sicher verschlossen. Bei einer Leckage in der Absteuerkammer kann die Hochdruckpumpe als Folge davon nicht mehr den notwendigen Druck aufbauen und das Hochdruckeinspritzventil versagt.
  • Wenn ein hinreichend großer Druckunterschied zwischen Ventilsitz und Arbeitskammer (Servoansteuerung) aufgebaut wird, kann sogar eine Leckage des Injektors selbst auftreten. In diesem Fall wird Kraftstoff unkontrolliert in den Brennraum eingespritzt.
  • Bisher hat man darauf vertraut, dass durch sorgfältige thermische Abstimmung der Bauteile und ein sog. "Thermisches Gap" das Problem beherrschbar ist. Ein "Thermisches Gap" das bedeutet, dass zwischen dem Ende des PMA und dem Servoventil, ein Abstand verbleibt von ca. 5 μm als Puffer für Abstimmungsfehler. Für die Fälle in denen diese Maßnahme nicht ausreicht ist das Problem noch nicht gelöst.
  • Zur Darstellung des Problems der unterschiedlichen Längenausdehnung von Piezoaktor und Gehäuse im Piezo Diesel Hochdruckeinspritzventils:
    1 zeigt schematisch die Funktion des Piezoaktors im Piezo Diesel Hochdruckeinspritzventil beim Öffnen des Servoventils. Das Servoventil ist im Ruhezustand geschlossen. Der Piezoaktor längt sich beim Anlegen eines äußeren elektrischen Feldes, das in Richtung der Vorzugspolarisierung der Piezokeramik wirkt. Diese Ausrichtung des äußeren elektrischen Feldes wird vereinfacht als positive und die entgegengesetzte Ausrichtung als negative Spannung bezeichnet. Beim Sichverlängern überwindet der Piezoaktor zuerst das thermische Gap, d. h. den Sicherheitsabstand für unterschiedliche thermische Dilatationen, und drückt dann das Servoventil auf. In der Folge öffnet das Hochdruckeinspritzventil weil der Druck in der Arbeitskammer (nicht mehr dargestellt) des Hochdruckeinspritzventils sinkt.
  • Da das Piezo Diesel Hochdruckeinspritzventils im Automobilbereich eingesetzt wird, sind Betriebstemperaturen zw. –40°C und +120°C möglich. Die Länge von Piezoaktor und dem Housing für den Piezoaktor können sich dabei um einige μm relativ zueinander ändern. Deshalb wird bei der Fertigung ja das sog. "Thermisches Gap" zwischen Servoventil und Piezoaktor freigelassen. Die Länge des Piezoaktors hängt aber außer von der Temperatur auch noch vom Polarisierungszustand, von Setzvor gängen und von seiner Vorgeschichte (Hysterese) ab. Diese Prozesse können auch den thermischen Ausdehnungskoeffizienten des Piezoaktors verändern. Es ist also möglich, dass das Toleranzband für das thermische Gap von 3–5 μm im lauf der Zeit verlassen wird. Im schlimmsten Fall kommt es dann zu einer Druckleckage im Piezo Diesel Hochdruckeinspritzventil, weil der Piezoaktor das Servoventil auch dann schon aufdrückt, wenn er gar nicht angesteuert wird. (vgl. 2).
  • Aber schon vorher leidet die Funktion des Piezo Diesel Hochdruckeinspritzventils, weil die Dosierung kleiner Einspritzmengen (z.B. bei der sog. "Voreinspritzung") außerhalb des Toleranzbands für das thermische Gap von 3–5 μm an Präzision verliert.
  • 2 zeigt den Worst Case einer Druckleckage am Servoventil. Er kann dazu führen, dass die Hochdruckpumpe (nicht eingezeichnet) den notwendigen Druck in der Arbeitskammer nicht mehr aufbauen kann und das Piezo Diesel Hochdruckeinspritzventil versagt.
  • Wie beschrieben reagiert der Piezoaktor auf das Anlegen eines äußeren elektrischen Feldes, das gegen die Richtung der Vorzugspolarisierung der Piezokeramik wirkt, mit Verkürzung genauso wie er auf eine positive Spannung mit einer Verlängerung reagiert. Deshalb ist es möglich durch das Anlegen einer negativen elektrischen Spannung den Idealzustand von 1 wieder herzustellen.
  • Der Erfindung hat zum Ziel die Nachteile aus dem Stand der Technik zu eliminieren.
  • Die Lösung dieser Aufgabe geschieht durch die eine oder mehrere Merkmalskombinationen des mindestens einen Hauptanspruches.
  • Der Betriebsbereich des PMA, der zur Absteuerung eine Elongation vollführen muss, wird zusätzlich auf negative Spannungen erweitert so dass seine Länge in beiden Richtungen (Verlängerung und Verkürzung ) variiert werden. Dieser Spielraum in der Charakteristik einer Piezokeramik ist groß genug um den PMA soweit zu verkürzen, dass das Hochdruckeinspritzventil wieder in Betrieb genommen werden kann, bzw. das Servoventil mit der Absteuerkammer sicher geschlossen werden kann, ohne dass es zu Umpolarisierungen in der Keramik kommt.
  • Eine vorhandene Ansteuerelektronik wird also um die Möglichkeit erweitert durch eine zusätzliche negative Offsetspannung, die oben beschriebenen thermischen Effekte kompensieren zu können.
  • Wie die Messungen in den Ausführungsbeispielen zeigen, besteht ein nutzbarer Spielraum, eine negative Spannung auszunutzen, bevor die Depolarisierung und anschließend die Umpolarisierung der Keramik einsetzt.
  • Dieser Spielraum ist groß genug um den PMA soweit zu verkürzen, dass das Hochdruckeinspritzventil wieder in Betrieb genommen werden kann.
  • Vorteile der Erfindung:
    • – Das Problem wird gelöst ohne mechanische Änderungen am Hochdruckeinspritzventil.
    • – Die negative Spannung braucht nur bei Bedarf, wie beispielsweise Neustart nach starker Erwärmung oder ähnlichem angelegt werden. Bei allen andern Betriebszuständen kann die elektrische Ansteuerung des Hochdruckeinspritzventils in herkömmlicher Weise erfolgen.
    • – Der Vorgang ist regelbar. Die negative Spannung kann bis zum Anspringen des Hochdruckeinspritzventils langsam erhöht werden. Das vermeidet unnötig große Feldstärken.
  • Durch die Erfindung wird eine einfache Lösung vorgestellt, die ohne großen Aufwand und ohne die Funktionsweise der aktu ellen Ansteuerelektroniken zu beeinflussen, eine individuell für jeden Aktor regelbare Offsetspannung ermöglicht. Die hier beschrieben Lösung sieht vor, die Schaltung um eine Kapazität, einen Widerstand und einer regelbareren Spannungsquelle zu erweitern, wie es in 3 dargestellt ist.
  • Durch den kapazitiven Spannungsteiler (CInjektor; C1) verringert sich zwar die Spannung, die am Injektor abfällt nach der folgenden Beziehung:
    Figure 00050001
  • Aber durch eine regelbare, positive Spannungsquelle V1 ist man in der Lage, eine negative Offsetspannung am Injektor einstellen zu können, die von der Injektorkapazität unabhängig ist. Der Widerstand R1 bestimmt dabei die Zeitkonstante mit der das Potential am Knoten C1, CInjektor und R1 ausgeglichen wird.
  • In 4 wird verdeutlicht, wie der Spannungsverlauf einer stromgeregelten Endstufe für die erfindungsgemäße Verfahrensweise aussehen kann.
  • Vorteile dieser Lösung:
    • – Es ist keine negative Spannung erforderlich.
    • – Der Schaltungsaufwand ist gering.
    • – Die zusätzlichen elektrischen Verluste, die durch die Schaltung entstehen sind klein
    • – Die Offsetspannung ist unabhängig vom Betriebszustand des Injektors, sie kann während der Startphase und während der Betriebs angelegt und verändert werden.
    • – Die Kapazität C1 benötigt nur eine eher geringe Spannungsfestigkeit.
  • Das Klemmenverhalten bleibt annähernd gleich, deshalb sind auch keine weiteren Änderungen and der Ansteuerelektronik notwendig.
  • Im Folgenden werden schematische Ausführungsbeispiele, die die Erfindung nicht einschränken, beschrieben. Die Figuren zeigen im Einzelnen:
  • 1 eine Funktionsgruppe des Piezo Diesel Hochdruckeinspritzventils,
  • 2 eine Druckleckage am Servoventil infolge ungleichmäßiger thermischer Ausdehnung von Piezoaktor und Housing/Gehäuse,
  • 3 eine elektrische Schaltung zur Erzeugung einer geregelten Offsetspannung,
  • 4 einen Spannungsverlauf einer stromgeregelten Endstufe die um die in dieser Erfindung beschriebene Funktion erweitert worden ist,
  • 11 eine Hysteresekurve eines Diesel PMA in ihrem anfänglichen Zustand und innerhalb des normalen Spannungsbereichs von 0 V bis 160 V,
  • 12 und 13 einen ersten Zyklus in den negativen Bereich bis –10 V,
  • 14 dass bei –20 V die Kontraktion ca. –7 μm beträgt; das Oval ist nach dem ersten Zyklus nicht geschlossen,
  • 15 den zweiten Zyklus bis zu –20 V; die Hysteresekurve zeigt nun die übliche ovale Form,
  • 16 einen ersten Zyklus mit negativem Bereich bis zu –30 V; die Kontraktion erreicht –10 μm,
  • 17 einen zweiten Zyklus bis zu –20 V; die Hysteresekurve zeigt nun die übliche ovale Form,
  • 18 die doppelte Umpolarisierung des Diesel Piezo Stacks,
  • 19 die Messreihenfolge für den vierten Zyklus, bei dem der PMA zum ersten Mal mit mindestens –20 V betrieben wird,
  • 20 die Messreihenfolge für Schritt 4, entsprechend 19, findet sich in der gezeigten Hysteresefigur.
  • Betrieb eines Diesel Piezo Stacks mit negativer Spannung
  • Motivation:
  • Aktuelle Probleme mit einer internen Druck-Leckage bei Piezo Diesel Hochdruckeinspritzventilen machen deutlich, dass es nicht genügt, die Wärmeausdehnungskoeffizienten von den Injektorteilen und dem Piezo Multilayer Actuator (PMA) einmal abzugleichen. Es gibt noch andere Effekte, welche die Länge de PMA verändern. Wenn diese Länge zunimmt, dann entlastet der PMA einen Ventilsitz und drückt diesen im schlimmsten Fall sogar auf. Damit kommt es zu einer internen Druckleckage und die Hochdruckpumpe kann nicht genügend Druck aufbauen. Dadurch versagt dann das Hochdruckeinspritzventil. Dies kann passieren, wenn sich die kritischen Längen von PMA und Ventil auch nur um einige μm unterscheiden. Der Diesel Piezo HPDI-Injektor (Hochdruck-Direkteinspritzung) arbeitet nur dann optimal, wenn zwischen PMA und Servoventil ein Spalt von 3–5 μm offen bleibt. Glücklicherweise kann man mit einem kritischen Effekt, nämlich mit dem Piezoeffekt selbst, die Länge des PMA auch wieder korrigieren. Im gewöhnlichen Betrieb arbeitet der PMA mit positiver Spannung, typischerweise zwischen 0 und 160 Volt. Damit ist gemeint, dass das äußere elektrische Feld in der gleichen Richtung wirkt, in die die Vorzugspolarisierung des PMA zeigt. Analog dazu spricht man vereinbarungsgemäß von negativer Spannung, wenn das äußere elektrische Feld entgegengesetzt zur Richtung der Vorzugspolarisierung des PMA wirkt. Negative Spannungen führen zunächst zur Verkürzung des PMA, dann zur Umpolung und anschließend zur erneuten Auslängung. Somit wird gezeigt, dass des möglich ist, den Bereich, der zur Verkürzung des PMA führt, zur Korrektur der Länge zu nutzen ohne den PMA zu depolarisieren.
  • Experimentelle Ergebnisse:
  • Für die Untersuchungen wurde ein Standard Diesel Aktor mit 30 mm Baulänge verwendet. Es wurden 5 Testzyklen gefahren:
    • 1. Zyklus von 0 V bis 160 V und zurück; die übliche Betriebsweise
    • 2. Zyklus zwischen –10 V und +160 V als erster Test für mögliche Verkürzungen
    • 3. Zyklus zwischen –20 V und +160 V als zweiter Test für mögliche Verkürzungen
    • 4. Zyklus zwischen –30 V und +160 V als dritter Test für mögliche Verkürzungen
    • 5. Zyklus zwischen –160 V und +160 V als Test für die Grenzen möglicher Verkürzungen und zur Untersuchung der Umpolungsvorgänge.
  • Die Zyklen 2-4 wurden wiederholt, um das Kriechverhalten und die Hysterese des PMA genauer zu untersuchen. Da die vorhandene Elektronik nicht für negative Spannungen ausgelegt ist, wurde ein Hilfsmittel angewendet, um diesen Spannungsbereich darstellen zu können. Es wurde mit der Messung im positiven Ast begonnen, z. B. bei 0 V bis +160 V und wieder bis 0 V. Dann wurde der Zyklus kurz unterbrochen, um die Anschlüsse zu vertauschen. Und der Rest der Messung wurde mit positiver, d.h. unveränderter Polarität bezogen auf die Elektronik, weitergemessen. Wegen der vertauschten Anschlüsse wirkt dies aber auf den PMA wie eine negative Spannung.
  • Die Ergebnisse werden in den 11 bis 20 dargestellt.
  • 11:
    Wenn man nur die 11 betrachten würde, könnte man meinen, dass die Länge des Piezo Stacks bei 0 V und gleicher Temperatur immer dieselbe ist. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Beispielsweise kann sich die Polarisierung des Piezo Stacks ändern. Dies kann vorkommen, bzw. notwendig sein, wenn der Piezo Stack heiß wird. Die einzelnen Bereiche werden dadurch beweglich und ordnen sich neu an. Anschließend ergibt sich nach Ankühlung eine andere Gesamtlänge. Dabei kann sich sogar der Wärme-Ausdehnungskoeffizient selbst ändern. Eine einmal getroffene Abstimmung der Länge und des Wärme-Ausdehnungskoeffizienten muss deshalb nicht für alle Zeiten Bestand haben.
  • 12 und 13:
    Bei –10 V beträgt die Verkürzung etwa 2 μm. Aufgrund der Hysterese bleibt der PMA anschließend bei 0 V immer noch 1 μm verkürzt.
  • 14:
    Bei –20 V beträgt die Verkürzung bereits –7 μm. Das Oval der Hysteresekurve ist beim ersten Zyklus bis –20 V nicht geschlossen.
  • 15:
    Die Hysterese zeigt sich jetzt in der gewohnten Form einer geschlossenen ovalen Kurve.
  • 16: Der erste Zyklus bis hinab zu –30 V wird gezeigt. Die Verkürzung erreicht –10 μm.
  • 17:
    Es wird der zweite Zyklus bis –0 V gezeigt. Die Hysterese zeigt sich wieder in der gewohnten Form einer geschlossenen ovalen Kurve.
  • 18:
    Doppelte Umpolarisierung eines Diesel Piezo Stacks:
    Zwischen –70 V und –80 V beginnt die Umpolung und aus Symmetriegründen erfolgt eine erneute Umpolung bei +70 V bis +80 V erfolgt keine weitere Verkürzung des Piezo Stacks. Äußeres Feld und bevorzugte Polarisierungsrichtung zeigen wieder in die gleiche Richtung, was wieder zu einer Auslängung des Piezo Stacks führt. Der verfügbare Bereich bis zur Umpolung kann genau dazu genutzt werden, dass der PMA verkürzt wird. 18 zeigt, dass eine Verkürzung von etwa 40 μm möglich ist. Dies reicht aus, um das Problem der Druckleckage im Dieselinjektor zu lösen, welches bekanntlich begründet ist durch einen Anpassungsfehler von nur wenigen Mikrometern.
  • 19:
    Messreihenfolge für den vierten Zyklus.
    Zunächst wird eine Rampe bis +160 V und zurück bis 0 V abgefahren. Die Länge des Piezo Stacks verändert sich von –3 μm auf etwa +40 μm. Der Startwert für die Länge des Piezo Stacks ist nicht 0 μm, da vorher schon zwei Zyklen bis –10 V gefahren worden sind und aufgrund der Hysterese eine Verkürzung von 3 μm verblieben ist. Wieder bei 0 V angelangt, kriecht der PMA zurück zu seiner Ausgangslänge bei –3 μm. Wenn schließlich die Polarität gewechselt wird, hat fast keine Längenänderung stattgefunden. Anschließend wird der für den PMA negative Teil durchlaufen. Danach hat sich die Gesamtlänge um –5 μm verändert.
  • 20:
    Es wird die Messreihenfolge von 19 in der Hysteresekurve wiedergegeben.
    Am Piezo Stack liegen wieder 0 V an. Seine Gesamtlänge ist jedoch kleiner geworden. Ein neuer Zyklus mit der gleichen Messreihenfolge führt wieder zu einer geschlossenen Hysteresekurve, die bereits in 16, entsprechend dem Zyklus 6, dargestellt ist.

Claims (5)

  1. Verfahren zur Ansteuerung von piezoelektrischen Aktoren (PA), insbesondere von Piezoelektrischen Multilayer Aktoren (PMA), die im Betrieb regelmäßig zur Elongation mit positiver Spannung beaufschlagt werden, wobei für vorgegebene Betriebszustände des PMA dieser auch mit einer begrenzten, den PMA nicht umpolarisierenden negativen Spannung bzw. Offsetspannung beaufschlagt wird, um diesen in eine definierbare Ausgangslage zurückzustellen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die in einem Betriebszustand mit nicht ausreichender konstruktiver Kompensation von thermischen Ausdehnungseffekten ausführbare Zurückstellung, bei einem Diesel-Hochdruckeinspritzventile beispielsweise das Absteuerventil beim Startvorgang sicher geschlossen halten kann.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem als Sicherheitsfunktion die Überwachung des Hochdruckeinspritzventils im Betrieb immer mitläuft und die Länge des PMA anpasst, wenn das Hochdruckeinspritzventile in einen kritischen Betriebszustand kommt.
  4. Elektronische Einheit zur Ausführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, bei dem zur Erzeugung einer für jeden Aktor individuellen Offsetspannung die zum Aktor gehörende Schaltung um eine Kapazität, einen Widerstand und eine regelbare Spannungsquelle erweitert ist.
  5. Elektronische Einheit nach Anspruch 4, bei der die Offsetspannung regelbar ist.
DE10228146A 2002-06-24 2002-06-24 Verfahren zur Ansteuerung und Längeneinstellung eines piezoelektrischen Aktors (PA) und elektronische Einheit zur Steuerung des Verfahrens Withdrawn DE10228146A1 (de)

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