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Die Erfindung betrifft eine Schubladenführung mit
Kompensation des Synchronlauffehlers der Führungsschienen, also mit Ausgleich
des Fehlers der Relativlagen der Führungsschienen zueinander, nach
dem Oberbegriff des unabhängigen
Anspruchs.
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Bei der
DE-42 26 812 A1 und der
darauf bezogenen
DE-92
19 064 U1 ist eine Schubladenführung mit Vollauszug und Zugmittel
offenbart, die aus einer Schubladen-, einer Mittel- und einer Korpusschiene
besteht, wobei zwischen den Schienen lastübertragende Laufwagen angeordnet
sind. Um eine synchrone Verschiebung zwischen der Mittelschiene bei
Verschiebung der Schubladenschiene zu erreichen, ist ein Zugmittel
(Seil, Kette etc.) vorgesehen, welches über an der Mittelschiene angeordnete
Umlenkrollen läuft.
Das obere Trum des Zugmittels ist mit den beiden Enden des oberen
Laufwagens verbunden, während
das untere Trum mit den Enden des unteren Laufwagens verbunden ist.
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Bei der
DE-40 19 124 C2 ist ein
Vollauszug beschrieben nach Art einer Differentialführung bei
einer Schublade mit einer Korpusschiene mit Korpusschienenrollen,
einer Mittelschiene und einer Schubladenschiene, wobei die Mittelschiene
Umlenkrollen aufweist, über
welche ein Zugband geführt
ist, welches an der Korpusschiene befestigt ist, wodurch bei einer
Bewegung der Schubladenschiene die Mittelschiene synchron mitläuft. Um
eine spielfreie Führung
und einen synchronen Lauf erreichen zu können, ist es vorgesehen, dass
an der Mittelschiene ein Laufwagen verschiebbar angeordnet ist,
wobei die Schubladenschiene mit dem Laufwagen und den Umlenkrollen
in spielfreiem Eingriff steht, und dass das Zugband Mitnehmen aufweist,
welche den Laufwagen in vorgegebene Positionen verschiebt und im weiteren
an dem Zugband eine Verriegelung ausgebildet ist, die in eine Ausnehmung
der Schubladenschiene eingreift und Mittel vorhanden sind, an denen sich
die Schublade während
des Einschiebens automatisch absenkt.
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Synchronisationen dieser Art haben
allgemein den Zweck, Abweichungen der Relativbewegungen der Führungsschienen,
insbesondere der Korpus-, Mittel- und Schubladenschiene bei Vollauszügen, auszugleichen,
die nach jedem Öffnen
und Schließen
systematisch vorhanden sind.
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Diese Abweichungen der Relativbewegungen
der Führungsschienen
sind an einem Tiefenspalt (Abstand Innenfläche der Schubladenfront zu
vorderer Stirnfläche
des Korpus) der Schublade erkennbar, der sich z.B. von ca. 1–1.5 mm
auf ca. 3–4
mm erhöht,
wenn die Schublade aufgezogen und anschließend wieder zugeschoben wird.
Der Frontspalt vergrößert sich
also ständig,
wobei dieser Fehler ohne geeignete Kompensationsvorrichtung nur
dadurch behoben werden kann, indem die Lade durch einen Benutzer
mit erhöhtem
Kraftaufwand gegen den hinteren Anschlag gedrückt wird. Gründe für den Tiefenspaltfehler
sind vielfältig,
und insbesondere auf Schlupf und Elastizität der Rollen zurück zu führen, aber
auch auf eine Verbiegung der Schienenbleche und Verkantung der Führungen
und Räder
während des Öffnens und
Schließens
der Schublade.
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Nachteil der Kompensationsvorrichtungen des
Synchronlauffehlers der Führungsschienen durch
eine kontinuierliche Synchronisierung nach dem oben genannten Stand
der Technik ist, dass aus den zuvor genannten Gründen trotz der Synchronisierung
immer noch Synchronlauffehler auftreten und die Vorrichtungen relativ
kompliziert aufgebaut sind und damit kostenintensiv und wartungs-/reparaturanfällig sind.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist es, eine Schubladenführung
mit Kompensationsvorrichtung des Synchronlauffehlers der Führungsschienen bereit
zu stellen, die einfacher und kostengünstiger aufgebaut ist, weniger
wartungs- und reparaturanfällig
ist, und mit besserer Qualität
funktioniert.
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Zur Lösung der gestellten Aufgabe
dient die technische Lehre des unabhängigen Anspruches.
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Wesentliches Merkmal hierbei ist,
dass eine Kompensationseinrichtung vorgesehen ist, die einen Kompensationshebel
aufweist, der drehbar über
ein Drehlager unmittelbar oder mittelbar über Korpuswinkel oder Linearlager
oder Dekor mit einer der Schienen verbunden ist, und der durch seine
Drehung am Ende jedes Schließvorganges
der Schublade in formschlüssiger
Anlage mit Anschlägen
gelangt, die unmittelbar oder mittelbar über Korpuswinkel oder Linearlager
oder Dekor mit allen übrigen
Schienen verbunden sind und damit in jeder Schließstellung
der Schublade ein automatischer, erzwungener, Ausgleich des Synchronlauffehlers
bewirkt wird.
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Vorteil hierbei ist, dass die Kompensationsvorrichtung
nach der Erfindung einfacher und kostengünstiger aufgebaut ist, weniger
wartungs- und reparaturanfällig
ist, und zudem zuverlässig
mit konstanter und besserer Qualität als beim Stand der Technik den
Tiefenspalt zwischen Frontplatte der Schublade und Korpus mit hoher
Exaktheit konstant hält.
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Erfindungsgemäß wirkt also das Kompensationssystem
nicht ständig
während
des Ein- und Ausfahrens der Schublade, sondern nur im Endbereich des
Schließens
der Schublade, wodurch sich eine wesentliche Vereinfachung und Verbilligung
des Systems ergibt.
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Das Kompensationssystem ist also
nicht als kontinuierliche Synchronisation ausgebildet, sondern als
sogenannte Pseudo-Synchronisation oder Selbstheilung des Tiefenspaltes,
die nur im Endbereich des Schließens der Schublade wirkt und
dann in Schließstellung
der Schublade die einzelnen Komponenten des Führungssystems zueinander in
eine bestimmte Position bringt, so dass der Tiefenspalt zwischen
Schubladenblende und Korpus am Ende jedes Schließens der Schublade auf einen
konstanten Wert gebracht wird. Während
des Öffnens
und während
des Schließens,
wenn die Kompensation noch nicht wirkt, kann also durchaus ein Lageversatz der
Teile der Schubladenführung
vorhanden sein, was jedoch nicht zu bemerken und daher zulässig ist. Am
Ende des Schließens
der Schublade bis hin zur Schließstellung wirkt dann die Kompensationseinrichtung
der Erfindung, so dass der Fehler im Lageversatz der Teile der Schubladenführung ausgeglichen
und der Tiefenspalt nach jedem Schließen wieder konstant beim Ausgangswert
(z.B. 1 mm) ist.
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Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass
die vorliegende Erfindung nicht nur auf die nachfolgend beispielhaft
beschriebene Vollauszugs-Schubladenführung begrenzt ist, sondern
auch bei Teilauszugs-Schubladenführungen
(ohne Mittelschiene) eingesetzt werden kann, wobei sowohl Teilauszugs-,
wie auch Vollauszugs-Schubladenführungen
zusätzlich
mit einer oben erwähnten
kontinuierlichen Synchronisationseinrichtung nach dem Stand der
Technik ausgestattet sein können.
Dies ist aber nicht lösungsnotwendig,
da die Erfindung auch ohne zusätzliche
kontinuierliche Synchronisationseinrichtung nach dem Stand der Technik
bei Teilauszugs-, wie auch Vollauszugs-Schubladenführungen
eingesetzt werden kann.
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Bevorzugt ist aber der Einsatz des
erfindungsgemäßen Kompensationssystems
insbesondere bei einer Vollauszugs-Schubladenführung mit zusätzlicher
klassischer Synchronisationseinrichtung nach dem Stand der Technik.
Nachfolgend wird also nur noch dieses System beschrieben, was jedoch
für die
Erfindung nicht einschränkend
aufzufassen sein soll.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist der Kompensationshebel drehbar auf einer linear
bewegten Schubladenschiene angeordnet und die Anschläge, die
am Ende jedes Schließvorganges
der Schublade in formschlüssigem
Eingriff oder flächiger
Anlage mit dem Kompensationshebel gelangen, sind direkt oder indirekt über andere
Bauteile der Schubladenführung
mit allen übrigen
linear bewegten bzw. korpusfesten Schubladenschienen verbunden.
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In einer ersten Variante dieser bevorzugten Ausführungsform
ist der Kompensationshebel drehbar auf der Mitteschiene einer Vollauszugs-Schubladenführung angeordnet,
wobei der Kompensationshebel zwei Hebelarme aufweist. Die am Ende
jedes Schließvorganges
der Schublade mit dem Kompensationshebel bei dessen Drehung zusammenwirkenden
Formschlussflächen
bzw. Anlageflächen
sind dann auf dem Dekor oder der Schubladenschiene und auf dem unteren
Rollenwagen (zwischen Mittelschiene und Korpusschiene) und auf dem
Korpuswinkel (direkter Adapter zum Korpus) oder der Korpusschiene
selbst angeordnet.
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Die Synchronisierung zwischen dem
unteren und oberen Rollenwagen geschieht hierbei herkömmlich über Zahnstangen
und Ritzel, oder aber auch dort ist eine zusätzliche Anschlagfläche vorhanden,
zum formschlüssigen
Eingriff bzw. zur Anlage des Kompensationshebels bei Drehung am
Ende des Schließvorgangs
der Schublade.
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Der zweiarmige Kompensationshebel
legt sich hierbei mit seinem längeren
oberen Hebelarm innerhalb des Innenraums des Dekors an den dort
angebrachten Anschlag mit Anschlagfläche satt an. Gleichzeitig aber
dreht der untere, kürzere
Hebelarm des Kompensationshebels in der gleichen Drehrichtung und
legt sich mit einer bogen- bzw.
kreisförmigen
seitenoffenen Ausklinkung an einer Noppe auf dem unteren Rollenwagen
an. Ebenfalls gleichzeitig legt sich eine Nase am freien Ende des
kürzeren
Hebelarms an einer Zentriernocke auf dem Korpuswinkel (Adapter)
an.
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Natürlich kann auch eine Noppen-Ausklinkungs-Verbindung
zwischen oberem Hebelarm und zugehörigem Anschlag auf dem Dekor
vorgesehen sein und/oder zwischen dem kürzeren Hebelarm und dem Adapter,
so dass hier im Hinblick auf die Ausbildung der Anlageflächen zwischen
dem Kompensationshebel und den zu synchronisierenden Teilen völlige Freiheit
herrschen soll. Auch kann natürlich
zwischen unterem Rollenwagen und Hebel eine einfache Anlagefläche ohne
formschlüssige
Noppen-Ausnehmungs-Verbindung vorhanden sein. Wichtig ist nur, dass
durch den Hebel eine synchrone Ausrichtung der lageverrutschten
Teile der Schubladenführung
am Ende des Schließvorgangs
der Schublade erzielt wird.
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Wenn der Kompensationshebel seine
Drehung in Schließstellung
der Schublade beendet hat, dann wurden alle linear beweglichen Teile
(Schubladenschiene, Mittelschiene und Rollenwagen) zu allen linear
nicht beweglichen, korpusfesten Teilen (Korpusschiene, Korpusadapter)
in den Ursprungszustand ausgerichtet, so dass der Tiefenspalt nach
jedem Schließen
der Schublade immer konstant gehalten wird.
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Die beiden Hebelarme des Kompensationshebels
sind dabei bevorzugt zueinander fluchtend, so dass sie sich jeweils
vom Drehpunkt aus erstrecken und zwischen sich etwa einen Winkel
von 180° einschließen. Die
beiden Längsachsen
der beiden Hebelarme sind also bevorzugt in der gleichen Ebene und
sind koaxial, so dass der Drehpunkt zwischen den beiden Hebelarmen
liegt. Dies bringt einen einfachen und kostengünstigen, aber wirksamen Kompensationshebel
mit sich.
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In einer, zur ersten Variante gleichrangigen, zweiten
Variante dieser bevorzugten Ausführungsform,
wie eingangs erwähnt,
ist der Kompensationshebel drehbar auf dem Dekor oder der Schubladenschiene
einer Vollauszugs-Schubladenführung
angeordnet, wobei der Kompensationshebel nur einen Hebelarm aufweist,
mit endseitigen Führungsnuten für die Aufnahme
von Kompensationsnoppen.
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Die am Ende jedes Schließvorganges
der Schublade mit den Flächen
der Führungsnuten
des Kompensationshebels bei dessen Drehung zusammenwirkenden Formschlussflächen bzw.
Anlageflächen
dieser Kompensationsnoppen sind dann auf der Mittelschiene und auf
dem unteren Rollenwagen (zwischen Mittelschiene und Korpusschiene)
angeordnet.
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Die Synchronisierung zwischen dem
unteren und oberen Rollenwagen geschieht hierbei herkömmlich über Zahnstangen
und Ritzel, oder aber auch dort ist eine zusätzliche Anschlagfläche vorhanden,
zum formschlüssigen
Eingriff bzw. zur Anlage des Kompensationshebels bei Drehung am
Ende des Schließvorgangs
der Schublade.
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Der einarmige Kompensationshebel
ist hierbei über
das Drehlager innerhalb des Innenraums des Dekors drehbar angelenkt.
Bei von der Einschubstellung der Schublade induzierter und abhängiger Drehung
des Hebels wird dieser aus seiner Rastposition gedreht und die beiden
Noppen auf der Mittelschiene und dem unteren Rollenwagen gleiten
bei weiterer Drehung des Hebels in den Noppennuten des Hebels so
lange, bis die Noppen am Grund der Noppennuten zur Anlage kommen.
Dies entspricht der kompensierten Endlage in Schließstellung
der Schublade.
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Natürlich kann die Noppen-Nuten-Verbindung
auch kinematisch umgekehrt werden, so dass dann die Noppen auf dem
Kompensationshebel und die zugehörigen
Führungsnuten
an der Mittelschiene bzw. am unteren Rollenwagen vorhanden sind.
Auch eine Kombination dieser Anordnungen der Noppen und Nuten soll
von der Erfindung umfasst sein. Wichtig ist nur, dass durch die
Drehung des Hebels eine Ausrichtung der lageverrutschten Teile der
Schubladenführung
am Ende des Schließvorganges
erzielt wird.
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Wenn der Kompensationshebel seine
Drehung in Schließstellung
der Schublade beendet hat, dann wurden alle linear beweglichen Teile
(Schubladenschiene, Mittelschiene und Rollenwagen) zu allen linear
nicht beweglichen, korpusfesten Teilen (Korpusschiene, Korpusadapter)
in den Ursprungszustand ausgerichtet, so dass der Tiefenspalt nach
jedem Schließen
der Schublade immer konstant gehalten wird.
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Der Kompensationshebel ist wieder
s-förmig oder
z-förmig
quer zur Fahrrichtung der Schublade ausgebildet, damit er zum einen
in den Innenraum des Dekors eingebracht werden kann und zum anderen
an der Schubladenschiene vorbei zur Mittelschiene und unteren Rollenlager
geführt
werden kann.
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Die Kompensationseinrichtung ist
in allen Varianten bevorzugt im vorderen Bereich der Schublade angeordnet,
da hiermit eine einfache Herstellung, Wartung und Reparatur durchgeführt werden kann.
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Selbstverständlich kann die vorliegende
Erfindung im Rahmen der Offenbarung in weiten Bereichen abgewandelt
werden, so dass sie nicht auf die beispielhaften Varianten eingeschränkt sein
soll.
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Im folgenden wird die Erfindung näher an Hand
beiliegender Zeichnungen erläutert,
aus denen weitere Merkmale und Vorteile hervorgehen.
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Es zeigen:
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1:
Eine perspektivische Teilansicht einer Schubladenführung in
einem vollkommen eingezogenen Ursprungszustand;
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2:
Eine perspektivische Teilansicht der Schubladenführung nach 1 in einem vollkommen ausgezogenen Zustand;
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3:
Eine perspektivische Teilansicht einer Schubladenführung nach 1 in einem vollkommen eingezogenen
Zustand, nachfolgend zum ausgezogenen Zustand nach 2;
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4:
Eine Seitenansicht der Schubladenführung mit einer ersten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung,
im Moment des wirksam werden;
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5:
Eine Seitenansicht der Schubladenführung mit einer ersten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung
nach 4, während deren Einwirkung;
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6:
Eine Seitenansicht der Schubladenführung mit einer ersten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung
nach 4, im vollkommen geschlossenen
Zustand der Schublade;
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7:
Eine Vorderansicht im Schnitt der Schubladenführung nach 6, entlang der Linie VII-VII;
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8:
Eine vergrößerte Darstellung
der ersten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung nach 6;
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9:
Eine Seitenansicht der Schubladenführung mit einer zweiten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung,
im Moment des wirksam werden;
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10:
Eine Seitenansicht der Schubladenführung mit einer zweiten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung
nach 4, während deren Einwirkung;
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11:
Eine Seitenansicht der Schubladenführung mit einer zweiten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung
nach 4, im vollkommen geschlossenen
Zustand der Schublade;
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12:
Eine Vorderansicht im Schnitt der Schubladenführung nach 11, entlang der Linie XII-XII;
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13:
Eine vergrößerte Darstellung
der zweiten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung
nach 11;
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Die 1–3 zeigen allgemein perspektivische
Teilansichten einer Vollauszugs-Schubladenführung, die
den systematischen Synchronlauffehler verdeutlichen sollen.
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In 1 ist
die Schublade in einem völlig
geschlossenen Ursprungszustand z.B. nach dem Einstellen des Tiefenspaltes
zwischen Frontblende der Schublade und der vorderen Stirnseite des
Möbelkorpus,
welcher üblich
auf ca. 1 mm eingestellt wird.
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In 2 ist
der Zustand nach dem völligen Ausfahren
der Vollauszugs-Schublade aus dem Korpus dargestellt, wobei die
gesamte Schublade mitsamt dem Dekor aus der Öffnung des Korpus ragt. Zwischen
den jeweilig über
die Laufwagen zusammen wirkenden Schienen hat eine Relativbewegung statt
gefunden.
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In 3 ist
die Schublade wieder in einem geschlossenen Zustand gezeigt, nachdem
sie aus der ausgefahrenen Position nach 2 wieder in den Korpus eingefahren wurde.
Der Frontspalt von ehemals 1 mm wurde durch den Synchronfehler größer und
beträgt
z.B. 3 bis 4 mm. Dieser Synchronfehler wird durch die erfindungsgemäße Kompensationseinrichtung
egalisiert, so dass nach jedem Einfahren der Schublade in den Korpus
der ursprüngliche
Wert des Frontspalt von z.B. 1 mm automatisch ohne Zutun des Benutzers
wieder hergestellt wird.
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Die 4–6, sowie 9–11 zeigen die Seitenansichten
der Schubladenführungen
mit den erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtungen,
die 8 und 13 eine Vergrößerung der
Kompensationseinrichtungen, und die 7 und 12 geschnittene Vorderansichten
der Schubladenführungen
bei geschlossener Schublade bzw. der völlig eingefahrenen Schubladenschienen.
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Die Beispiele zeigen eine Schubladenschiene
eines Vollauszugs für
eine Schubladenführung, was
jedoch für
die Erfindung nicht einschränkend aufzufassen
ist. Die Tiefenspaltfehler-Kompensation wie im allgemeinen Teil
zuvor beschrieben, kann natürlich
auch bei Teilauszugs-Systemen eingesetzt werden, aber auch bei allen
Varianten von Vollauszugs-Systemen von Schubladenführungen.
Im Folgenden wird aber aus Vereinfachungsgründen beispielhaft nur ein Typ
eines Vollauszug-Systems
beschrieben.
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Gezeigt ist in den Beispielen lediglich
eine Schubladenführung
für eine
Seite der Schublade, wobei natürlich
insgesamt zwei derartige Schubladenführungen pro Schublade links
und rechts der Schublade nötig
sind.
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Die Schubladenführung nach den Figuren beinhalten
ein Korpuswinkel 1, der ortsfest innerhalb einer Öffnung eines
Möbelkorpus
(nicht gezeigt) angeordnet ist und einer gleichartigen Schubladenführung horizontal
gegenüberliegt.
An dem Korpuswinkel 1 ist eine Korpusschiene 2 befestigt.
Auf der Korpusschiene 2 ist über einen ersten Laufwagen 3 linear
beweglich eine Mittelschiene 4 gelagert, die wiederum einen über einen
zweiten Laufwagen 5 linear beweglich eine Schubladenschiene 6 trägt. An der Schubladenschiene 6 ist
das Dekor 7 festgelegt, an der die Schublade (nicht gezeigt)
verankert ist.
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Zwischen dem Laufwagen 3 der
Korpusschiene 2, der Mittelschiene 4, und dem
Laufwagen 5 der Schubladenschiene 6 ist eine Synchronisierung in
Form von Zahnstangen 8 und Ritzel 9 vorgesehen. Die
Zahnstangen 8 sind hierbei jeweils mit den Laufwagen 3 der
Korpusschiene 2 und mit dem Laufwagen 5 der Schubladenschiene 6 verbunden,
die in Eingriff stehen mit dem Ritzel 9 auf der Mittelschiene 4.
Hierdurch wird eine gleichmäßige Bewegung
zwischen den Schienen 2, 4 und 6 gewährleistet.
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In den 4–8 ist nun eine Schubladenführung 1–9 mit
einer ersten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung 14–19 gezeigt.
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Beim Einfahren der Lade in Schließrichtung 13 fährt der
Hebel 14 auf einen am Dekor 7 befestigten Anschlag 15.
Dadurch wird der Hebel 14, der auf der Mittelschiene 4 drehbar über ein
Drehlager 17 gelagert ist, in Drehung in Drehrichtung 16 versetzt
und schwenkt während
des Einfahrens in eine Noppe 18 ein, die sich auf dem unteren
Rollenwagen 3 befindet. Zudem fährt der untere Teil 14b des
Hebels 14 in eine Zentrierung ein, die sich auf dem Adapter 1 (Korpusschiene)
befindet. Somit befinden sich nachdem die Lade auf Anschlag bzw.
der Hebel 14 auf den Anschlag 15 gefahren ist,
Dekor 7 (Ladenschiene), oberer Rollenwagen 5,
Mittelschiene 4, unterer Rollenwagen 3 und Adapter 1 (mit
Korpusschiene 2) in einer zueinander bestimmten Stellung.
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Der Hebel 14 ist also über das
Drehlager 17 auf der Mittelschiene 4 drehbar gelagert
und besitzt einen oberen Teil 14a und einen unteren Teil 14b.
Der obere Teil 14a des Hebels 14 läuft bei
Einfahren der Schublade auf den Anschlag 15 auf dem Dekor 7 auf und
wird aus seiner Raststellung gemäß 4 in Drehrichtung 16 nach
oben gemäß 5 gedreht. Die Raststellung
des Hebels 14 nach 4 liegt
also z.B. um 45° aus
der Horizontalen heraus versetzt, was durch einen weiteren Anschlag oder
eine Feder bewerkstelligt wird, so dass der Hebel 14 auch
den Anschlag 15 im oberen Teil des Dekors 7 erreichen kann.
Die Drehung des Hebels um das Drehlager 17 erfolgt dann
aus der Stellung nach 5 weiter
in die Stellung nach 6,
in der der Hebel 14 dann etwa in der Vertikalen stehen
bleibt und sich an eine etwa vertikale Anlagefläche des Anschlags 15 satt
anlegt. Damit der Hebel 14 nicht aus dieser vertikalen
Endstellung weiterdreht, ist eine Anschlagnase 15a mit Hinterschnitt 15b am
Anschlag 15 vorgesehen, in welchen Hinterschnitt 15b das
freie Ende des oberen Hebelarmes 14a formschlüssig eingreift
und das Weiterdrehen blockiert.
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Gleichzeitig mit dem oberen Teil 14a verschwenkt
auch der untere Teil 14b des Hebels 14 um das
Drehlager 17 herum in Drehrichtung 16 aus der Rastposition
nach der 4 über die
Stellung nach 5 in die
Endlage nach 6. In dieser
Endlage umgreift dann die randseitig offene Ausnehmung 14c des
unteren Hebelteils 14b teilweise die Noppe 18 auf
dem unteren Rollenwagen 3, und gleichzeitig legt sich die
Nase 14d des unteren Hebelteils 14b an die Zentrierung 19 an,
die sich ortsfest auf dem Korpuswinkel 1 befindet.
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Beim Ausziehen der Schublade erfolgt
das Drehen des Hebels 14 entgegen der Drehrichtung 16 wie
vorher beschrieben analog umgekehrt, aus der Endstellung nach 6 über die Stellung nach 5 in die Raststellung des
Hebels 14 nach 4.
Gedreht wird der Hebel 14 in und entgegen der Drehrichtung 16 ausschließlich durch
das Ein- und Ausfahren der Schublade, das ein formschlüssiges Auflaufen
gewisser Hebelteile auf damit zusammen wirkende Anschlagflächen bewirkt.
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Somit werden in der Endstellung des
Hebels 14 nach 6,
in der die Schublade in den Korpus 11 völlig eingezogen ist (mit definiertem
Tiefenspalt), alle linear bewegten Teile der Schubladenführung zueinander
in eine vordefinierte Relativlage zueinander gebracht, so dass der
Synchronlauffehler des Tiefenspalts bei jedem Schließvorgang
der Schublade automatisch ausgeglichen wird.
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In den 9–13 ist eine Schubladenführung mit
einer zweiten erfindungsgemäßen Kompensationseinrichtung 20–25 gezeigt.
Gleich Bauteile sind mit gleichen Bezugszeichen wie in den 4–8 versehen.
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Beim Einfahren der Lade wird der
Hebel 20, der drehbar über
ein Drehlager 21 auf dem Dekor 7 gelagert ist,
aus seiner Arretierstellung nach 9 gedrückt und
die Zugfeder 22 kann ihre Kraft auf den Hebel 20 übertragen.
Somit wird der Hebel 20 in Drehung in Drehrichtung 23 versetzt
und schwenkt während
des Einfahrens in zwei Noppen 24, 25 ein, die sich
auf dem unteren Rollenwagen 3 (Noppe 25) und auf
der Mittelschiene 4 (Noppe 24) befinden. Somit befinden
sich nachdem die Lade auf Anschlag (Noppen 24, 25) 7 gefahren
ist, Dekor (Ladenschiene), oberer Rollenwagen 5, Mittelschiene 4,
unterer Rollenwagen 3 und Adapter 1 (mit Korpusschiene 2)
in einer zueinander bestimmten Stellung.
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Der Hebel 20 ist also über das
Drehlager 21 auf dem Dekor 7 drehbar um das Drehlager 21 gelagert
und besitzt am freien Ende (gegenüber dem Drehlager 21)
eine Gabelung mit drei Zacken 20a, zwischen denen sich
zwei Aufnahmenuten 20b und 20c zur Aufnahme der
zwei Noppen 24, 25 befinden. Bei Einfahren der
Schublade wird der Hebel 20 aus seiner Raststellung gemäß 9 in Drehrichtung 23 nach
unten gemäß 10 gedreht. Die Raststellung des
Hebels 20 nach 9 liegt
also z.B. um 45° aus der
Vertikalen heraus versetzt, was durch Aufliegen eines oder beider
Noppen 24, 25 auf den vorderen freien Enden der
Zacken 20a bewerkstelligt wird, oder durch einen weiteren
Anschlag oder eine weitere Feder. Bei Drehen des Hebels 20 aus
der Raststellung nach 9 in
die Stellung nach 10 werden die
Noppen 24, 25 in die Aufnahmenuten 20b, 20c hinein
gefahren in Richtung des Grundes Aufnahmenuten 20b, 20c bzw.
der Zacken 20a.
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Die Drehung des Hebels 20 um
das Drehlager 21 erfolgt dann aus der Stellung nach 10 weiter in die Stellung
nach 11, in der der
Hebel 20 dann etwa in der Vertikalen stehen bleibt und
sich die Noppen 24, 25 am Grund der Aufnahmenuten 20b, 20c bzw.
der Zacken 20a satt anlegen. Die Wände der Aufnahmenuten 20b, 20c dienen
beim ein- und ausgleiten der Noppen 24, 25 als
Zwangsführung.
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Beim Ausziehen der Schublade erfolgt
das Drehen des Hebels 20 entgegen der Drehrichtung 23 wie
vorher beschrieben analog umgekehrt, aus der Endstellung nach 11 über die Stellung nach 10 in die Raststellung des
Hebels 20 nach 9.
Die Drehung in und entgegen der Drehrichtung 23 des Hebels 20 erfolgt
durch die Bewegung der Schublade und durch Einwirkung von Federn.
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Somit werden in der Endstellung des
Hebels 20 nach 11,
in der die Schublade in den Korpus 11 völlig eingezogen ist (mit definiertem
Tiefenspalt), alle linear bewegten Teile der Schubladenführung zueinander
in eine vordefinierte Relativlage zueinander gebracht, so dass der
Synchronlauffehler des Tiefenspalts bei jedem Schließvorgang
der Schublade automatisch ausgeglichen wird.
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- 1.
- Korpuswinkel
- 2.
- Korpusschiene
- 3.
- Laufwagen
Korpusschiene-Mittelschiene
- 4.
- Mittelschiene
- 5.
- Laufwagen
Mittelschiene-Schubladenschiene
- 6.
- Schubladenschiene
- 7.
- Dekor
- 8.
- Zahnstange
- 9.
- Ritzel
- 10.
- Frontblende
Schublade
- 11.
- Möbelkorpus
- 12.
- Frontspalt
- 13.
- Schließrichtung
- 14.
- Kompensationshebel
- 14a
- oberer
Hebelarm
- 14b
- unterer
Hebelarm
- 14c
- Ausklinkung
- 14d
- Nase
- 15.
- Anschlag
- 15a
- Anschlagnase
- 15b
- Hinterschnitt
- 16.
- Drehrichtung
- 17.
- Drehlager
Hebel
- 18.
- Noppe
- 19.
- Zentrierung
auf 1
- 20.
- Kompensationshebel
- 20a
- Zacken
- 20b
- Führungsnut
für Noppe
25
- 20c
- Führungsnut
für Noppe
24
- 21.
- Drehlager
- 22.
- Zugfeder
- 23.
- Drehrichtung
- 24.
- Noppe
auf Mittelschiene 4
- 25.
- Noppe
auf Rollenwagen 3